Angebote prüfen und Aufträge bearbeiten - Bootsbauer - 3. Ausbildungsjahr
Einleitung
In einer Bootswerft genügt es nicht, ein Bauteil fachgerecht herzustellen: Du musst den Auftrag zuerst verstehen, ein überprüfbares Angebot vorbereiten, passende Werkstoffe und Leistungen vergleichen, Termine mit anderen Gewerken abstimmen und das Ergebnis dokumentiert übergeben. Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende im 3. Ausbildungsjahr des anerkannten Berufs Bootsbauer bzw. Bootsbauerin. Er bezieht beide Fachrichtungen – Neu-, Aus- und Umbau sowie Technik – in der Auftragsbearbeitung ein; der ausgearbeitete Praxisfall behandelt eine nicht tragende Innenverkleidung. Die Ausbildung dauert regulär dreieinhalb Jahre.
Dein Lernziel: Du analysierst einen berufstypischen Auftrag, prüfst Angebote fachlich und rechnerisch, erstellst einen begründeten Arbeitsplan, kontrollierst ein nachvollziehbares Arbeitsergebnis und dokumentierst die Übergabe. Begriffe wie Leistungsbeschreibung, Angebotsbindung, Kostenvoranschlag, Nachtrag, Netto, Brutto, Soll-Ist-Vergleich und Abnahme werden im Zusammenhang erklärt.
Einordnung: Die BIBB-Berufsinformation und die Bootsbauer-Ausbildungsverordnung sind die rechtlichen und fachlichen Ausgangspunkte (geprüft Oktober 2026). Der KMK-Rahmenlehrplan nennt im dritten Ausbildungsjahr für Neu-, Aus- und Umbau die Lernfelder 10B bis 12B (Rümpfe, Ausbau, Oberflächen), für Technik 10T bis 12T (Antriebs-, elektrische und Versorgungssysteme). Die Auftragsbearbeitung ist eine querschnittliche Handlungskompetenz, kein hier behauptetes eigenständiges amtliches Lernfeld. Der tatsächliche betriebliche Ausbildungsplan, der jeweils geltende Landeslehrplan und die zuständige Kammer bleiben maßgeblich. Dieser Kurs ersetzt weder Sicherheitsunterweisung noch Prüfungszulassung.
Sicherheit vor Praxis: Arbeiten an tragenden Bootsteilen, GFK-Laminaten, Gefahrstoffen, Elektrik, Treibstoffsystemen, Lasten und Maschinen erfolgen nur nach betrieblicher Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und mit befugter Aufsicht. Für selbstständige Lernversuche nutzt Du eine digitale Auftragssimulation mit fiktiven Daten, eine CAD-Skizze und ein ungefährliches Papier- oder Kartonmodell.
Kundenauftrag klären und Leistungen festlegen
Auftragseingang und Bestandsaufnahme
Ein Kundenwunsch ist noch keine belastbare Arbeitsanweisung. Zuerst werden Bootstyp, betroffene Baugruppe, Zustand, gewünschtes Ergebnis, Termin, Nutzungsbedingungen und bekannte Einschränkungen erfasst. Für den Lernfall werden ausschließlich künstliche Kennungen wie Übungsauftrag BW-03 genutzt; niemals reale Eigentümernamen, Liegeplätze, Kennzeichen oder Gesichter.
Die Dokumentation trennt Beobachtung von Vermutung: „Die abnehmbare Innenverkleidungsplatte ist im unteren Bereich aufgequollen“ beschreibt einen Befund. „Die Ursache ist eine undichte Durchführung“ bleibt eine Hypothese, bis sie geprüft wurde. Ein Foto ohne Maßstab oder Aufnahmedatum ist weniger brauchbar als eine maßstäbliche Skizze mit Schadensbereich. Vor jeder Bearbeitung ist abzuklären, ob Feuchtigkeit, Elektrik, Brandschutz, Struktur oder Gewährleistung betroffen sein können. Bei Verdacht wird der Auftrag zur fachlichen Freigabe gestoppt.
| Prüffeld | Leitfrage | Nachweis im Übungsauftrag |
|---|---|---|
| Ziel | Welches Ergebnis soll übergeben werden? | Maßhaltige, nicht tragende Ersatzverkleidung |
| Ausgangslage | Was wurde tatsächlich festgestellt? | Bemaßte Skizze und anonymisiertes Befundblatt |
| Leistungsgrenze | Welche Tätigkeiten sind nicht enthalten? | Keine Eingriffe in Rumpf, Leitungen oder tragende Strukturen |
| Schnittstellen | Wer muss vorab zustimmen? | Ausbildende Fachkraft und ggf. verantwortliches Gewerk |
| Termin | Welche Abhängigkeiten bestehen? | Materialverfügbarkeit, Freigabe, Qualitätsprüfung |
| Qualität | Welche messbaren Kriterien gelten? | Maße, Passprobe, Kantenzustand und dokumentierte Kontrolle |

Bild: Holzrumpf in einer Reparatursituation. Fachliche Beobachtung und Bestandsaufnahme müssen der eigentlichen Arbeit vorangehen. Quelle und Lizenz stehen im Mediennachweis.
Passendes Berufsvideo: ARD/BR: Boot reparieren ohne Ahnung? – Bootsbauer/-in. Beobachte besonders die präzise Maßaufnahme, die Überprüfung der Passform und die Rolle der Anleitung. Eine Filmvorführung ist kein Ersatz für betriebliche Unterweisung.
Leistungsbeschreibung und Freigaben
Eine Leistungsbeschreibung nennt Leistungsgegenstand, Menge, Materialqualität, Bearbeitungsumfang, Qualitätsmerkmale, Nebenleistungen und Ausschlüsse. Ein Leistungsverzeichnis gliedert Leistungen in prüfbare Positionen; eine Freigabe ist die dokumentierte Zustimmung einer hierzu berechtigten Person. Bei sicherheitsrelevanten Teilen sind aktuelle Konstruktionsunterlagen, Herstelleranweisungen und anwendbare technische Regeln entscheidend, nicht eine frei erfundene „Normtoleranz“.
Typische Fehler: unklare Begriffe wie „wie neu“ ohne Prüfkriterium; falsche Maßeinheiten; übersehene Feuchtigkeit; fehlende Zustimmung bei zusätzlichen Arbeiten; ungeprüfte Annahmen über die Tragfunktion eines Bauteils. Besser: offene Punkte markieren, vor der Kalkulation Rückfragen stellen und freigegebene Änderungen versioniert dokumentieren.
Angebote prüfen und Preise nachvollziehbar kalkulieren
Lieferantenangebote systematisch vergleichen
Ein Angebot beschreibt, was ein Lieferant zu welchen Bedingungen liefern will. Vergleiche nicht nur den Stückpreis: Stimmen Werkstoff, Dicke, Oberflächenqualität, Mindestabnahme, Lieferzeit, Versand, Nachweise, Rückgabe- und Zahlungsbedingungen? Der niedrigste Quadratmeterpreis kann bei geringer Bestellmenge teurer werden, wenn Versandkosten hinzukommen. Netto bedeutet ohne Umsatzsteuer, Brutto einschließlich der anzuwendenden Umsatzsteuer.
Fiktives Vergleichsbeispiel für 0,2415 m² Plattenbedarf:
| Kriterium | Anbieter A | Anbieter B |
|---|---|---|
| Passende spezifizierte Platte | Ja | Ja |
| Nettopreis je m² | 80,00 € | 68,00 € |
| Materialanteil für 0,2415 m² | 19,32 € | 16,42 € gerundet |
| Modellierte Versandkosten | 0,00 € | 9,00 € |
| Vergleichbare Nettobeschaffung | 19,32 € | 25,42 € |
| Zugesagte Lieferzeit im Übungsfall | 2 Arbeitstage | 12 Arbeitstage |
Im Modell ist A günstiger und schneller. In einem echten Betrieb muss zusätzlich geprüft werden, ob die Abgabe in dieser anteiligen Menge überhaupt möglich ist; andernfalls ist mit tatsächlichen Gebinde- oder Plattenmengen zu kalkulieren. Preis- und Lieferdaten in dieser Tabelle sind frei erfunden, keine Marktangebote.
Bild: Werkzeuge des Bootsbaus. Die Geräteauswahl folgt Verfahren, Qualität und Gefährdungsbeurteilung, nicht allein dem Preis.
Kostenarten und Angebotskalkulation
Zu den Materialeinzelkosten gehören etwa Holzplatte, Beschläge und Verbrauchsmaterial. Fertigungskosten beruhen auf dokumentierten oder kalkulierten Arbeitszeiten und dem betrieblichen Verrechnungssatz; dieser ist kein persönlicher Nettolohn, sondern berücksichtigt im betrieblichen Kalkulationsmodell weitere Kosten. Hinzukommen können Entsorgung, Fahrt, externe Leistungen, Risiko und ein nachvollziehbar begründeter Aufschlag. Rechne stets mit einheitlichen Einheiten und runde Geldbeträge an geeigneten Zwischenschritten.
Wichtige rechtliche Unterscheidung: Ein unverbindlicher Kostenanschlag ist kein unbegrenzt zugesagter Festpreis. Bei einer zu erwartenden wesentlichen Überschreitung eines zugrunde gelegten Kostenanschlags kann eine unverzügliche Information erforderlich sein, siehe § 649 BGB; die Vergütungsfrage unter anderem § 632 BGB. Ob ein bindendes Angebot angenommen, ein Pauschalpreis vereinbart oder ein Änderungsauftrag erforderlich ist, hängt vom tatsächlichen Vertrag und dessen Inhalt ab; nicht eigenmächtig rechtlich festlegen. Der Regelsteuersatz beträgt nach § 12 Abs. 1 UStG 19 %, soweit keine abweichende steuerliche Behandlung greift. Der Praxisfall setzt ausdrücklich einen regelbesteuerten Inlandsauftrag voraus.
Prüfroutine: Maße in Meter umrechnen → Bedarf samt Verschnitt ermitteln → vergleichbare Netto-Positionen prüfen → Arbeitsstunden und Verrechnungssatz multiplizieren → Nebenleistungen ergänzen → klar definierten Aufschlag anwenden → passende Umsatzsteuer berechnen → Endbetrag und Leistungsgrenzen gegenprüfen.
Arbeitsvorbereitung, Sicherheit und Ressourcenschutz
Vom freigegebenen Auftrag zum Arbeitsplan
Ein Arbeitsplan ordnet Tätigkeiten, Zuständigkeiten, Hilfsmittel, Prüfpunkte und Termine. Ohne klaren Ablauf können Bearbeitungsschritte doppelt ausgeführt oder verdeckte Schäden übersehen werden. Die Sollzeit ist geplant, die Istzeit wird nach Durchführung festgestellt. Bei Abweichungen analysierst Du Ursachen, statt Zahlen nachträglich passend zu machen.
| Phase | Beispiel für benötigte Unterlagen | Kontrollpunkt |
|---|---|---|
| Klären | Freigegebener Auftrag, Zeichnung, Fotos ohne personenbezogene Daten | Offene Fragen abgeschlossen |
| Beschaffen | Vergleichbare Lieferantenangebote, Stückliste | Eignung und Verfügbarkeit bestätigt |
| Vorbereiten | Arbeitsplan, Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung | Befugte Aufsicht und sichere Arbeitsmittel |
| Ausführen | Aktuelle Hersteller- und Verfahrensvorgaben | Zwischenmaße und fachliche Freigaben |
| Prüfen | Prüfplan, Messmittel, ggf. Funktionsprüfungen | Ergebnisse und Abweichungen dokumentiert |
| Übergeben | Abnahmeprotokoll, Rechnung bzw. Rechnungsentwurf | Vereinbarter Leistungsumfang nachweisbar |

Bild: Reparatur eines traditionellen Bootes. Die Bearbeitungsfolge erfordert Materialkenntnis, Planung und abgestimmte Prüfpunkte.
Gefährdungen erkennen statt improvisieren
Bei Holzarbeiten zählen Staub, Lärm, rotierende Maschinen, scharfe Kanten und Ergonomie; bei GFK und Beschichtung kommen Harzbestandteile, Hautkontakt, Dämpfe und Schleifstaub hinzu. STOP-Prinzip: Substitution, technische, organisatorische und personenbezogene Schutzmaßnahmen in dieser Reihenfolge betrachten. Schutzmittel niemals aufgrund eines Lerntextes allein auswählen; Betriebsanweisung, Sicherheitsdatenblatt, Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und Herstellerfreigabe entscheiden. Für Epoxidharzsysteme erläutert die DGUV Information 213-116 (Ausgabe Oktober 2024) Schutzmaßnahmen; die TRGS 401, Standänderung 2024 betrifft Hautkontakt mit Gefahrstoffen. Epoxidharz kann sensibilisieren; ungeeignete Handschuhe oder fehlende Absaugung sind keine Kleinigkeiten.
Sicherer Ersatz: Fertige CAD-Zeichnungen und eine Tabellenkalkulation am Computer, eine Papierschablone mit vorgefertigten Kanten und ein Protokoll aus fiktiven Prüfwerten vermitteln die Auftragsschritte ohne Chemikalien, Maschinen oder Eingriffe an Booten. Praktische Schneid-, Schleif- oder Beschichtungsarbeiten nur unter befugter Fachaufsicht.
Umwelt und digitale Auftragsakte
Nachhaltig zu handeln bedeutet hier: Schadensursache klären statt mehrfach reparieren, passende Materialmengen wählen, Verschnitt minimieren, wiederverwendbare Bauteile prüfen und Reststoffe nach Stoffart sowie örtlichen betrieblichen Vorgaben getrennt erfassen. Flüssige Harz- oder Lösemittelreste gelangen niemals ins Gewässer oder in Abflüsse. Beachte bei Beschaffungsalternativen Reparierbarkeit, Materialherkunft und Lebensdauer; ein nominell niedriger Preis kann höhere Folgekosten auslösen.
Die digitale Auftragsakte enthält freigegebene Zeichnungsversion, pseudonymfreie Lernkennung, Material- und Zeitpositionen, Änderungsstand, Prüfliste und Abnahme. Für reale Vorgänge gelten Zugriffsbeschränkung, Aufbewahrungskonzept und Datenminimierung nach Art. 5 DSGVO. Ein Smartphone-Foto einer echten Yacht kann Kennzeichen, Standortdaten oder Personen erfassen: Für diesen Kurs deshalb nur synthetische Bilder und erfundene Kennungen verwenden.
Vollständiger Praxisfall: Innenverkleidungsplatte austauschen
Ausgangslage, Leistungsgrenze und Arbeitsprodukt
Fiktiver Auftrag BW-03: In einer Yachtkabine ist eine herausnehmbare, nicht tragende, dekorative Innenverkleidungsplatte beschädigt. Eine befugte Fachkraft hat im Szenario nach Prüfung bestätigt, dass weder Struktur, Elektroinstallation, Tankanlage noch sicherheitsrelevante Abdichtung betroffen sind. Auftrag: gleichwertige Ersatzplatte mit geplantem Außenmaß 600 × 350 mm bereitstellen, Kanten fachgerecht vorsehen und die Montagepassung dokumentieren. Werkstoffspezifikation und Oberfläche werden vor Bestellung durch die Fachkraft freigegeben. Die angenommenen Maße sind ausschließlich Übungsdaten.
Abgrenzung: Keine Arbeiten an Rumpf, Decksabdichtung, lasttragenden Teilen, elektrischen Leitungen oder sicherheitskritischen Systemen. Falls beim realen Ausbau ein anderes Schadensbild auftritt, Arbeit einstellen und neu bewerten lassen. Für die eigenständige Lernleistung genügt ein Kartonmodell oder eine digitale Zeichnung; die reale Montage ist nicht Teil der unüberwachten Übung.

Bild: Holzplatten und ihre Verarbeitung im Bootsbau; das Foto illustriert Material- und Verfahrensauswahl, nicht die konkrete fiktive Kabinenplatte.
Zweites Fachvideo: YACHT: Schäden im GFK reparieren (7:50 min). Vergleiche die Schadensdiagnose und Prüfplanung mit dem ungefährlichen Innenausbau-Szenario. Strukturelle GFK-Reparaturen aus dem Video niemals ohne betriebliche Befugnis nachahmen.
Mengen- und Kostenrechnung vollständig erläutert
Alle Preise und Sätze im Folgenden sind frei erfundene Nettopreise für ein transparentes Rechenmodell und keine Marktpreisempfehlung.
- Geometrie: 600 mm = 0,60 m und 350 mm = 0,35 m. Fläche = 0,60 m × 0,35 m = 0,2100 m².
- Verschnitt: Modellannahme 15 %: 0,2100 m² × 1,15 = 0,2415 m² kalkulatorischer Plattenbedarf. Die tatsächliche lieferbare Plattengröße bleibt bei einer realen Bestellung gesondert zu prüfen.
- Platte: 0,2415 m² × 80,00 €/m² = 19,32 €.
- Weitere Materialien: Befestigungs-/Montagematerial 6,80 €; zugelassene Oberflächen- und Kantenmaterialien im Modell 12,50 €. Materialsumme = 19,32 € + 6,80 € + 12,50 € = 38,62 €.
- Zeitansatz: Aufmaß und Planung 0,5 h + modellierte Fertigung/Montage 1,8 h + Qualitätskontrolle und Dokumentation 0,3 h = 2,6 h. Bei modelliertem Verrechnungssatz 68,00 €/h ergeben sich 2,6 × 68,00 € = 176,80 €.
- Nebenleistung: Getrennte Sammlung und Entsorgung im Modell 8,50 €. Zwischensumme = 38,62 € + 176,80 € + 8,50 € = 223,92 € netto.
- Aufschlag: Hier ausdrücklich ein modellierter, auf die Zwischensumme bezogener Kalkulationsaufschlag von 5 %: 223,92 € × 0,05 = 11,196 €, kaufmännisch 11,20 €. Angebotswert netto = 223,92 € + 11,20 € = 235,12 €.
- Umsatzsteuer im angenommenen Regelfall: 235,12 € × 0,19 = 44,6728 €, gerundet 44,67 €. Angebot brutto = 235,12 € + 44,67 € = 279,79 €.
Rundungsregel für diesen Fall: Materialpositionen und Steuerausweis auf Cent, Zuschlag nach Berechnung auf Cent runden; Rundungsverfahren bei der echten betrieblichen Kalkulation verbindlich festlegen. Typische Rechenfehler: Millimeter wie Meter behandeln; 15 % Verschnitt als 15 Prozentpunkte zur Preiszahl addieren; Material und Lohn teilweise brutto, teilweise netto vergleichen; Stundenverrechnungssatz mit Azubi-Stundenlohn verwechseln; 19 % Umsatzsteuer zweimal berechnen.
Freigegebener Arbeitsplan mit Prüfpunkten
| Schritt | Sollzeit | Zuständigkeit im Szenario | Prüfbares Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 1. Anfrage, Maße und Leistungsgrenzen prüfen | 0,3 h | Auszubildende entwirft; Fachkraft bestätigt | Befundblatt, Auftragsumfang, Gefahrenhinweise |
| 2. Zeichnung und Materialvergleich erstellen | 0,2 h | Auszubildende; Freigabe Fachkraft | Maßskizze 600 × 350 mm und begründete Anbieterwahl |
| 3. Zuschnitt-/Kantenbearbeitung planen und unter Aufsicht ausführen | 1,0 h | Befugte Fachkraft führt an; Azubi nur entsprechend Einweisung | Messblatt und zulässige Bearbeitungsschritte |
| 4. Oberfläche/Montage nach freigegebenem System | 0,8 h | Befugte Fachkraft beaufsichtigt | Dokumentierter Zustand, keine verdeckte Anlage beeinträchtigt |
| 5. Maß-, Pass- und Sichtkontrolle | 0,2 h | Auszubildende und Fachkraft | Prüfbogen, Abweichungen markiert |
| 6. Akte schließen und Übungsabnahme durchführen | 0,1 h | Auszubildende; Fachkraft zeichnet ab | Abschlussvermerk und Kostenvergleich |
| Summe | 2,6 h |
Die sechs Modellzeiten ergeben zusammen 2,6 Stunden. Warte-/Trocknungszeiten und Beschaffungsfristen sind Kalender- bzw. Durchlaufzeiten, nicht zusätzliche aktive Arbeitszeit; sie müssen in einem echten Terminplan separat berücksichtigt werden. Vor realen Arbeiten müssen alle Verfahrensparameter aus den aktuellen Herstellerdaten und der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung stammen.
Terminmodell: Tag 1 Aufmaß und Freigabe, Tag 2–3 Materialbeschaffung bei Anbieter A, frühestens danach beaufsichtigte Fertigung und Qualitätskontrolle. Eine verschobene Lieferung erfordert Terminrückmeldung statt stillschweigendem Ändern der Zusage.
Messprotokoll und Bewertung des Arbeitsergebnisses
Fiktiv vereinbarte Projekttoleranz – kein DIN-Grenzwert: Für die Übung wird die Abweichung der beiden Außenmaße mit höchstens ±2 mm bewertet, soweit die freigegebene Passprobe das bestätigt. Eine Toleranz allein garantiert keine sichere Montage; Lage von Befestigungen und mögliche Einbauten müssen zusätzlich geprüft werden.
| Prüfaspekt | Soll gemäß Übungsauftrag | Fiktives Ist | Feststellung |
|---|---|---|---|
| Länge | 600 mm ± 2 mm | 601 mm | Innerhalb der Modellvorgabe |
| Breite | 350 mm ± 2 mm | 349 mm | Innerhalb der Modellvorgabe |
| Kanten | Gleichmäßig, keine auffälligen Ausrisse | Sichtprüfung: ohne auffällige Ausrisse | Dokumentieren |
| Passprobe | Ohne Zwang und ohne Kontakt zu verdeckten Anlagen | Kartonmodell passt in Prüfschablone | Nur Modellprüfung; keine reale Bootsfreigabe |
| Oberfläche | Nach freigegebener Spezifikation | Im digitalen Fall als „noch zu verifizieren“ markiert | Keine abschließende reale Abnahme |
| Auftragsakte | Version, Prüfer, Material, Zeiten dokumentiert | Übungsakte BW-03-v1 | Vollständig für Simulation |
Prüfbares Arbeitsergebnis ist ein Paket aus bemaßter Zeichnung, Rechenblatt, Arbeitsplan, Modell-/Simulationsfoto, ausgefüllter Prüftabelle und begründeter Entscheidung. Die reale Abnahme eines Bootsbauteils bleibt ausdrücklich der verantwortlichen Fachkraft und dem konkreten Vertrag vorbehalten.
Qualitätsprüfung, Änderungen und Abschluss
Nachträge, Störungen und Kommunikation
Ein Nachtrag beschreibt eine nachträgliche Änderung des Leistungsumfangs, etwa weil nach dem Öffnen ein nicht kalkulierter Feuchteschaden sichtbar wird. Dokumentiere Ursache, mögliche Sicherheitsfolgen, neue Kosten- und Terminannahmen sowie den Freigabestatus. Erst nach einer wirksamen Klärung mit den dafür zuständigen Personen dürfen vertraglich und fachlich zulässige Zusatzleistungen ausgeführt werden. Bei möglicher wesentlicher Kostenüberschreitung eines zugrunde gelegten, unverbindlichen Kostenanschlags beachte die Mitteilungspflicht gemäß § 649 BGB. Wichtig: Aus einer ungeprüften Schätzung wird nicht stillschweigend ein Festpreis, und eine Änderung wird nicht heimlich „mitgerechnet“.
Ein Beispiel für eine nachvollziehbare Nachricht mit fiktiven Daten: „Bei Übungsauftrag BW-03 weicht die Musterplatte vom freigegebenen Zustand ab. Der ursprüngliche Umfang ist deshalb vor der Weiterarbeit erneut zu prüfen. Der mögliche Zusatzaufwand wird gesondert ermittelt und der verantwortlichen Fachkraft zur Freigabe vorgelegt.“ Vermeide ungesicherte Diagnosen oder Schuldzuweisungen.
Drittes Fachvideo: YACHT: Loch im Rumpf – so klappt die Reparatur (10:05 min). Die Darstellung verdeutlicht, warum Schadensart und Abgrenzung des Auftrags für technische Risiken wesentlich sind. Im Kurs nur analysieren, keinesfalls eigenständig am Rumpf üben.
Soll-Ist-Vergleich und Wirtschaftlichkeit
Der Soll-Ist-Vergleich zeigt die Abweichung zwischen Planung und tatsächlichem Aufwand. Beispiel: Anstelle von 2,6 Stunden werden im fiktiven Betrieb 2,9 Stunden benötigt; das sind 0,3 h mehr bzw. bezogen auf den Zeitansatz rund 11,5 % zusätzliche Arbeitszeit. Tatsächlicher bewerteter Arbeitsaufwand im Beispiel: 2,9 × 68,00 € = 197,20 €. Tatsächlicher modellierter Materialaufwand: 42,00 €; Entsorgung: 8,50 €. Gesamter direkter Modellaufwand = 197,20 € + 42,00 € + 8,50 € = 247,70 €. Gegenüber der ursprünglichen direkten Plansumme 223,92 € sind das 23,78 € mehr. Der kalkulierte Netto-Angebotspreis 235,12 € liegt nun sogar 12,58 € unter dem modellierten Aufwand; dies ist ein Warnsignal, keine automatische Berechtigung zur Nachberechnung.
Unterscheide Lernkontrolle von betrieblicher Abrechnung: Die Übung prüft Planung und Entscheidungsfähigkeit; echte Rechnungen brauchen Vertragsgrundlage, vollständige Pflichtangaben, richtige steuerliche Behandlung und zuständige Freigabe. Belege werden revisionsgerecht nach dem konkreten betrieblichen Verfahren geführt.
Häufige Fehler: Istzeit verschweigen; Vorbehalte beim Zustand übersehen; unkontrollierte Dateiversionen verwenden; eine Modell-Passprobe als reale Abnahme ausgeben; unnötig viele personenbezogene Daten sammeln. Gute Dokumentation macht auch einen erkannten Fehler nachvollziehbar und ermöglicht Korrektur.
Bewertung und Selbstreflexion
Du kannst einen fachlich begründeten Auftrag auch dann gut bearbeiten, wenn Du eine Arbeit sicher unterbrichst. Prüfe vor Abschluss: Wurde der Umfang richtig verstanden? Sind die Zahlen reproduzierbar? Sind Hilfsmittel und Gefährdungen vor Arbeitsbeginn geklärt? Sind Befunde und Annahmen getrennt? Kann eine zweite Fachperson anhand der Akte die Entscheidungen nachvollziehen? In der Lernkontrolle folgt ein Bewertungsraster mit 100 Punkten.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Quiz: Aufträge sicher und wirtschaftlich bearbeiten
Prüfe Dein Verständnis anhand von genau zehn Fragen. Wähle pro Frage die fachlich angemessene Antwort. Besprich Fehlentscheidungen mit der Ausbildungsbegleitung und beziehe Dich auf den Arbeitsplan. Die Aufgabenprüfung erfolgt durch das interaktive Quiz.
Welche Angabe macht eine Leistungsbeschreibung besonders prüfbar? (Konkrete Maße und eindeutige Qualitätsmerkmale) (!Ein freundlicher Werbeslogan) (!Die bloße Nennung eines Werftnamens) (!Ein möglichst kurzer Auftrag ohne Details)
Wie gehst du mit einer ungeklärten möglichen Schädigung einer tragenden Struktur um? (Arbeit stoppen und zuständige Fachkraft zur Prüfung hinzuziehen) (!Oberfläche sofort verdecken) (!Ohne Freigabe ein geeignetes Harz wählen) (!Den Befund aus dem Auftrag entfernen)
Was ist beim Vergleich zweier Materialangebote entscheidend? (Gesamte vergleichbare Beschaffungskosten und technische Eignung) (!Nur der geringste Quadratmeterpreis) (!Nur die Farbe des Katalogs) (!Nur die längste Zahlungsfrist)
Wie wird der Flächenbedarf für eine rechteckige Platte korrekt ermittelt? (Länge in Metern mal Breite in Metern) (!Länge plus Breite in Metern) (!Umfang mal Dicke in Millimetern) (!Länge in Millimetern mal Preis pro Stunde)
Welche Größe ist bei einer Kostenkalkulation ein Verrechnungssatz? (Betrieblich kalkulierter Eurobetrag je Arbeitsstunde) (!Nettolohn einer einzelnen auszubildenden Person) (!Gewicht eines Holzbretts) (!Umsatzsteueranteil am Warenpreis)
Welche Aussage beschreibt den unverbindlichen Kostenanschlag zutreffend? (Eine voraussichtliche wesentliche Überschreitung kann eine unverzügliche Anzeige erfordern) (!Jede Überschreitung berechtigt stets ohne Rückfrage zur Rechnungserhöhung) (!Ein Kostenanschlag ist immer ein Festpreis) (!Ein Kostenanschlag erfordert niemals eine Beschreibung des Leistungsumfangs)
Wie wird bei einem regelbesteuerten Modellauftrag die Umsatzsteuer ausgewiesen? (Auf den Nettoangebotsbetrag wird der passende Steuersatz angewendet) (!Vom Bruttowert werden zusätzlich 19 Prozent abgezogen und addiert) (!Der Steuersatz wird auf die Arbeitsstunden multipliziert) (!Der Nettobetrag ist immer gleich dem Bruttobetrag)
Was gehört zur sicherheitsgerechten Arbeitsvorbereitung mit Epoxidharz? (Gefährdungsbeurteilung und Herstellerangaben vor Auswahl der Schutzmaßnahmen) (!Nur eine möglichst starke Geruchsüberdeckung) (!Ausschließlich eine mündliche Terminzusage) (!Alle Reste ungeprüft im Abfluss entsorgen)
Was liefert die beste Grundlage für eine nachvollziehbare Qualitätsprüfung? (Vorab definierte Kriterien mit dokumentierten Soll- und Istwerten) (!Nur die Erinnerung an den Arbeitstag) (!Eine nicht datierte Werbefotografie) (!Eine nachträgliche Änderung des Sollmaßes ohne Vermerk)
Welche Reaktion ist bei Mehrarbeit aufgrund eines neuen Befunds fachlich richtig? (Befund und Folgen dokumentieren und erforderliche Freigaben klären) (!Unbemerkt andere Positionen kürzen) (!Zuerst zusätzliche Arbeiten beginnen und später berichten) (!Die ursprüngliche Leistungsbeschreibung löschen)
Memory: Fachbegriffe und Bedeutung
Finde die zusammengehörenden Begriffe und Erklärungen.
| Aufmaß | Dokumentierte Ermittlung der für den Auftrag nötigen Bauteilmaße |
| Leistungsgrenze | Ausdrückliche Abgrenzung nicht beauftragter Tätigkeiten |
| Angebotsbindung | Rechtliche Bindungswirkung eines wirksam abgegebenen Angebots nach Maßgabe der konkreten Bedingungen |
| Nachtrag | Dokumentierte spätere Änderung eines vereinbarten Leistungsumfangs |
| Prüfprotokoll | Aufzeichnung von Prüfkriterien, Sollwerten und festgestellten Istwerten |
| Verschnitt | Materialanteil, der bei der zugeschnittenen Form nicht im Werkstück verbleibt |
Drag-and-drop: Arbeitsschritte zuordnen
Ordne jedem beruflichen Schritt die zugehörige Handlung zu.
| Passenden Begriff zuordnen | Berufstypische Handlung |
|---|---|
| Auftrag klären | Ziele, Grenzen und bisherige Befunde erfassen |
| Angebot vergleichen | Eignung, Mengen, Lieferfrist und gesamte Nettokosten abgleichen |
| Arbeitsplan freigeben | Verantwortliche, Arbeitsfolge und Sicherheitsvoraussetzungen abstimmen |
| Qualität kontrollieren | Maße, Zustand und Passung gegen vorherige Kriterien prüfen |
| Auftrag abschließen | Prüfprotokoll, Änderungsstand und Übungsabnahme dokumentieren |
Kreuzwort: Begriffe aus der Auftragsbearbeitung
Die sechs gesuchten Lösungen bestehen jeweils aus genau einem Fachwort.
| Angebot | Wie heißt eine Erklärung mit beschriebenen Leistungen und Preisbedingungen, die angenommen werden kann? |
| Freigabe | Wie nennt man die dokumentierte Zustimmung einer zuständigen Person vor dem nächsten Schritt? |
| Kalkulation | Wie heißt die rechnerische Ermittlung und Zusammenstellung eines Angebotspreises? |
| Abnahme | Wie heißt die Entgegennahme des vereinbarten Werks als im Wesentlichen vertragsgemäß? |
| Verschnitt | Wie bezeichnet man den bei der Bearbeitung nicht im Werkstück verbleibenden Materialanteil? |
| Protokoll | Wie heißt die nachvollziehbare schriftliche Aufzeichnung von Prüfergebnissen? |
LearningApps
Nutze die Suchseite für weitere Zuordnungs- und Reihenfolgeübungen zu Auftragsbearbeitung und Bootsbau. Die Treffer sind externe Angebote und müssen vor Unterrichtseinsatz didaktisch geprüft werden.
Lückentext: Vom Auftrag zur Übergabe
Ergänze die zentralen Fachwörter passend zum Zusammenhang. Pro Satz wird genau ein Begriff gesucht.
Offene Aufgaben
Bearbeite genau zwölf Aufgaben in aufsteigendem Schwierigkeitsgrad. Nutze fiktive Auftragsdaten; sichere Modelle und Computerarbeit sind zulässig. Auch bei Gruppenarbeiten kennzeichnest Du Deine eigenen Beiträge.
Leicht
- Auftragsklärung: Lege eine einseitige Checkliste mit acht präzisen Fragen für die Annahme des fiktiven Plattenauftrags an. Markiere zwei Punkte, die fachlich freigegeben werden müssen.
- Fachbegriffe: Erstelle ein bebildertes Glossar mit sechs Begriffen zu Angebot, Leistungsbeschreibung, Aufmaß, Verschnitt, Nachtrag und Protokoll; die Bilder dürfen selbst gezeichnet sein.
- Technisches Zeichnen: Zeichne die Platte maßstäblich mit 600 × 350 mm und prüfe die Umrechnung der Abmessungen in Meter. Ergänze eine eindeutige Zeichnungsnummer.
- Arbeitsschutz: Ordne vier mögliche Gefährdungen im Bootsbau den Kategorien technisch, organisatorisch und personenbezogen zu und erläutere, weshalb Unterweisung notwendig ist.
Standard
- Angebotsvergleich: Vergleiche die beiden vollständig fiktiven Materialangebote aus dem Fall unter gleichen Randbedingungen, rechne die Netto-Gesamtkosten nach und dokumentiere eine begründete Auswahl.
- Arbeitsplanung: Übertrage die sechs Arbeitsschritte des Praxisfalls in einen digitalen Arbeitsplan mit Zuständigkeit, Abhängigkeit, Sollzeit und Prüffeld.
- Qualitätssicherung: Fertige eine ungefährliche Kartonschablone oder CAD-Variante an und erstelle fünf objektiv prüfbare Sollkriterien samt simulierten Istwerten.
- Nachhaltigkeit: Entwickle ein Material- und Abfallkonzept für den Übungsauftrag, das Verschnitt, Transport und getrennte Entsorgung berücksichtigt, ohne Chemikalien praktisch zu verwenden.
Schwer
- Auftragskalkulation: Entwickle mit einer Tabellenkalkulation eine variable Angebotsrechnung mit editierbarem Stundenansatz, Materialpreis, Verschnitt und Steuerannahme; prüfe mit zwei Tests die Formeln.
- Nachtragsmanagement: Simuliere einen überraschenden zusätzlichen Feuchteschaden. Formuliere einen fachlich neutralen Änderungsbericht, eine Kostenabschätzung und einen dokumentierten Freigabeweg.
- Digitale Dokumentation: Entwirf eine datensparsame digitale Auftragsakte mit Versionierung, rollenbasierten Zugriffsrechten und einem Audit-Protokoll; verwende nur Kunstnamen oder Kennungen.
- Projektpräsentation: Produziere eine fünfminütige Präsentation oder ein selbst erstelltes Erklärvideo des vollständigen fiktiven Projekts mit Kostenrechnung, Sicherheitsentscheidung, Prüfprotokoll und begründeter Verbesserungsidee.


Lernkontrolle
Erbringe die folgenden sechs anwendungsbezogenen Lernkontrollen schriftlich oder als digital abgegebenes Projekt. Erläutere jeweils nicht nur das Ergebnis, sondern den Grund Deiner Entscheidung.
- Auftragsanalyse: Unterscheide in einem neu erfundenen Serviceauftrag Fakten, Annahmen und Leistungsgrenzen; benenne mindestens zwei auftragssperrende Unklarheiten.
- Wirtschaftlichkeitsprüfung: Berechne Fläche, Materialbedarf, Angebot netto und brutto erneut mit 10 % statt 15 % Verschnitt und erläutere die Auswirkungen; weise alle Einheiten aus.
- Beschaffungsentscheidung: Untersuche, unter welchen geänderten Versand- oder Lieferbedingungen Anbieter B vorteilhaft würde; berücksichtige dabei die reale Bestellmenge.
- Sicherheitsentscheidung: Ein geplanter Schleifschritt betrifft eine unbekannte Beschichtung. Beschreibe das korrekte Vorgehen zur Gefährdungsbeurteilung und eine nicht gefährliche Simulation.
- Qualitätsnachweis: Beurteile eine fiktive Platte mit 603 mm Länge und 350 mm Breite anhand der eigens festgelegten Projekttoleranz und leite einen dokumentierten Korrekturprozess ab.
- Auftragsabschluss: Prüfe den Soll-Ist-Vergleich des Praxisfalls, entwickle eine sachliche Erklärung für die Abweichung und formuliere eine Verbesserung für die nächste Kalkulation.
Lernnachweis
Abgabe: Ein vollständig selbst erstelltes, anonymes Lernportfolio mit (a) Anfrageanalyse und Abgrenzung, (b) zwei vergleichbaren fiktiven Angeboten samt begründeter Auswahl, (c) überprüfbarem Rechenblatt, (d) Arbeits- und Sicherheitsplan, (e) CAD- oder Kartonmodell mit Maßprüfung, (f) Prüfprotokoll, (g) dokumentiertem Soll-Ist-Vergleich sowie (h) kurzer Reflexion. Alle Daten fiktiv; keine echten Kunden-, Betriebs- oder Schülerdaten, keine gefährlichen Versuche ohne befugte Aufsicht.
Bewertungsraster (100 Punkte): Die vollen Punkte einer Zeile erfordern sämtliche genannten Merkmale; bei teilweiser Erfüllung werden begründet abgestufte Punkte von 0 bis zum Maximalwert vergeben.
| Kriterium | Volle Punktzahl bei … | Maximum |
|---|---|---|
| Auftragsverständnis | Ausgangsbefund, Ziele, Ausschlüsse, Rückfragen und Freigabepunkte konsistent | 20 |
| Angebote und Kalkulation | Gleichartige Angebotsbedingungen, korrekte Einheiten, reproduzierbare Formeln, Nettosumme und Steuerrechnung | 25 |
| Arbeits- und Terminplan | Vollständige Reihenfolge, Zuständigkeiten, Sollzeiten, Lieferabhängigkeiten und Zwischenprüfungen | 20 |
| Sicherheit, Umwelt und Datenschutz | Konkrete Gefahrenanalyse, wirksame Schutzlogik, sichere Simulation, Entsorgung und datensparsame Akte | 15 |
| Prüfung, Dokumentation und Reflexion | Maßhaltiges Modell, Soll-Ist-Protokoll, begründete Abweichungsbewertung, nachvollziehbarer Abschluss | 20 |
| Gesamt | Maximal erreichbare Punkte | 100 |
Orientierung zur Rückmeldung: 90–100 sehr überzeugend, 75–89 weitgehend sicher, 60–74 mit erkennbaren Verbesserungsfeldern, unter 60 gezielte Überarbeitung notwendig. Diese didaktische Einteilung ist kein offizieller Kammer- oder Prüfungsmaßstab. Fehlende Sicherheitsfreigaben dürfen ungeachtet einer hohen Gesamtpunktzahl nicht durch andere Punkte kompensiert werden.
Konkrete Qualitätsanforderung: Eine zweite Person muss anhand Deiner Dateien ohne Rückfragen die 279,79 € des Ausgangsbeispiels nachrechnen, die Grenze zwischen Modell und realer Bootspraxis erkennen und die vorab festgelegten Prüfkriterien anwenden können. Falsche Annahmen werden transparent gekennzeichnet und im Reflexionsbericht korrigiert.
OER und Wikipedia
Geprüfte fachliche und rechtliche Primärquellen (Stand der Einsicht: Oktober 2026):
- BIBB: Bootsbauer, Berufsprofil, Struktur und Ausbildungsordnung.
- Bootsbauer-Ausbildungsverordnung vom 8. Juni 2011 – im aktuell zugänglichen Rechtsportal geprüft; älteres Datum ist keine Einladung, frühere Lehrgänge ungeprüft zu übertragen.
- KMK: Rahmenlehrplan Bootsbauer/Bootsbauerin – beim Einsatz landesspezifische Umsetzung prüfen.
- DGUV Information 213-116, Tätigkeiten mit Epoxidharzsystemen, Ausgabe Oktober 2024.
- BAuA: TRGS 401, Hautkontakt – Änderungsstand 2024.
- BGB § 649 Kostenanschlag, BGB § 632 Vergütung und UStG § 12 Steuersätze.
- DSGVO Art. 5 – Datenminimierung und Zweckbindung.
- Wikipedia: Bootsbau – Einstieg unter freier Lizenz, rechtliche und sicherheitstechnische Aussagen mit Fachquellen abgleichen.
Vertiefende Filmressourcen: ARD/BR JobChallenge – Bootsbauer (Berufsbild und Maßarbeit), YACHT – Schäden im GFK reparieren und YACHT – Loch im Rumpf. Alle drei Videoseiten wurden auf Titel und Thema geprüft; da kein verlässlich überprüfter direkter YouTube-Einbettungslink vorlag, sind sie bewusst als externe Fachvideos verlinkt. Für die Filmrechte gelten die Bedingungen des jeweiligen Anbieters; sie sind nicht als frei nachnutzbare OER gekennzeichnet.
Bildmedien und Lizenznachweise: Alle vier Dateiseiten wurden auf Wikimedia Commons geprüft. Die Bilder sind nicht verändert. Bei Übernahme, Bearbeitung oder Weitergabe sind die jeweiligen Urheber-, Lizenz- und ShareAlike-Bedingungen zu beachten.
| Exakter Commons-Dateiname | Originalnachweis | Urheber | Nachgewiesene Lizenz |
|---|---|---|---|
| File:Wooden hull being repaired.jpg | Commons-Dateiseite | Korrigan | CC BY-SA 3.0 (mehrfach lizenziert) |
| File:Shipbuilding tools.JPG | Commons-Dateiseite | Boatbuilder | CC BY-SA 3.0 (weitere Lizenzen auf Commons) |
| File:Båtbygging.jpg | Commons-Dateiseite | Lbrun | CC BY-SA 4.0 |
| File:Sheet plywood boat under construction.jpg | Commons-Dateiseite | Susan Davis | CC BY-SA 3.0 |
Wissenseinstieg: Der verifizierte deutsche Wikipedia-Artikel behandelt die Grundlagen des Bootsbaus, nicht eine amtliche Kalkulationsvorschrift.
Verknüpfte Lernbereiche
Übertragbare Themen: Mathematik – Flächen, Prozentrechnung und Einheiten; Wirtschaftskunde – Angebote, Verträge und Kosten; Deutsch – Fachkommunikation und sachliche Protokolle; Informatik – Tabellenkalkulation, Versionierung und Datenminimierung; Technik – Werkstoff- und Verfahrensauswahl; Umweltbildung – Ressourcenschonung und sachgerechte Entsorgung. Fachrichtung Technik kann das Schema auf nicht sicherheitskritische Wartungsplanung übertragen, ohne Eingriffe in Anlagen zu simulieren.
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