Analoge Fotografie - Fotograf - Wahlqualifikation 6
Einleitung
Ein analoges Foto entsteht nicht durch einen elektronischen Bildsensor, sondern durch die Belichtung lichtempfindlichen Materials. Das zunächst unsichtbare, latente Bild wird bei der Entwicklung zum auswertbaren Negativ oder Positiv. Du steuerst deshalb nicht nur Bildgestaltung, Blende und Belichtungszeit, sondern auch Materialwahl, Laborprozess und die Qualität der späteren Ausgabe.
Dieser vollständige aiMOOC richtet sich an Auszubildende im Beruf Fotograf/Fotografin mit Vertiefung im 3. Ausbildungsjahr. Er behandelt die eine gewählte Wahlqualifikation „Analoge Fotografie“ nach der FotoAusbV vom 31. Januar 2025; People-, Produkt-, Architektur- und Editorialfotografie sind allenfalls denkbare Motivwelten, keine zusätzlich verlangten Wahlqualifikationen. Der Ausbildungsrahmenplan sieht für diese Wahlqualifikation 18 Wochen als zeitlichen Richtwert im 19. bis 36. Ausbildungsmonat vor. Das dritte Jahr dient hier der Vertiefung, ist aber keine alleinige zwingende Zuordnung. Maßgeblich sind der individuelle betriebliche Ausbildungsplan, der aktuelle Landeslehrplan und die zuständige Handwerkskammer. Grundlage: FotoAusbV 2025, Anlage Abschnitt B Nummer 6 und BIBB-Berufsprofil.
Dein Lernziel: Du analysierst einen berufstypischen Gestaltungsauftrag, entwickelst ein begründetes analoges Konzept, planst und erstellst Aufnahmen, begleitest die freigegebene Filmentwicklung, prüfst Negative und Ausgaben anhand nachvollziehbarer Kriterien und dokumentierst sowie präsentierst Ergebnisse. Dabei berücksichtigst du Kosten, Arbeitsschutz, Nachhaltigkeit, Datenschutz und Bildrechte. Chemische Laborarbeit erfolgt ausschließlich nach betrieblicher Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und unter befugter Aufsicht; eine sichere Simulation ohne Fotochemikalien ist ausdrücklich möglich.
Ein freies analoges Bildprojekt konzipieren
Auftrag verstehen und Anforderungen übersetzen
Die Wahlqualifikation verlangt nach der Ausbildungsordnung ein Konzept für ein freies Projekt, eine passende Aufnahmevorbereitung, die abgestimmte Auswahl von Aufnahmeformat, Kamera, Film und Licht, die Durchführung der Aufnahmen sowie Entwicklung und kritische Optimierung. Ein freies Projekt ist kein planloser Schnappschuss: Es besitzt eine begründete Bildidee, klare Abgabekriterien und einen kontrollierbaren Ablauf. Die folgenden Kriterien sind als betriebliche Übung formuliert, nicht als amtlich vorgeschriebene Prüfungsaufgabe.
Ein vollständiges Briefing erfasst Anlass, Zielgruppe, Kommunikationsziel, Motivliste, Bildsprache, Ausgabemedium, Nutzungsrechte, Budget, Abgabetermin und Abnahme. Beispiel: Ein fiktives Stadtteilmuseum möchte fünf ruhige Schwarzweißfotografien historischer Werkzeuge für eine kleine Ausstellung. Keine Personen, keine geschützten Unterlagen und keine realen Betriebs- oder Kundendaten werden verwendet. Festgelegt werden fünf zusammenhängende Motive, drei echte Silbergelatineabzüge im Format 13 × 18 cm sowie ein archivfähiger Negativsatz und eine dokumentierte digitale Vorschau.
Bildkonzept: „Spuren der Arbeit“ – seitliches Fensterlicht, ruhiger Hintergrund, mittlerer Kontrast, wiederkehrende Perspektive und sichtbare Materialoberflächen. Die Wirkung soll sachlich, konzentriert und respektvoll sein. Dazu gehören ein Moodboard mit selbst angefertigten Skizzen, mindestens fünf Bildskizzen, ein Lichtplan und eine begründete Filmwahl. Vermeide eine bloße Aneinanderreihung zufälliger Einzelbilder: Serienrhythmus, Reihenfolge und Abstand der Kamerapositionen beeinflussen die Erzählung.
Machbarkeit, Rechte und Freigaben
Prüfe vorhandenes Aufnahmegerät, Testfilm, Licht, Stativ, funktionsfähige Entwicklungsdose, geeignete Laborräume, nachweislich aktuelle Produktdaten und Entsorgungsweg. Hole eine Aufnahmegenehmigung für fremde Räume und Gegenstände ein. Sobald erkennbare Personen auftauchen, prüfe Persönlichkeitsrechte, Datenschutz und insbesondere vor einer Veröffentlichung die Einwilligung und mögliche gesetzliche Ausnahmen im konkreten Fall; Recht am eigenen Bild ersetzt keine Datenschutzprüfung. Nutze für Übungen vorzugsweise unbelebte, selbst arrangierte Gegenstände. Dokumentiere Freigaben nur mit fiktiven Kennungen, nie mit Schüler- oder Kundendaten.
Eine Aufnahmeliste verbindet Bildnummer, Perspektive, Lichtsetzung, Brennweite, Film, Lichtmessung, geplante Blende und Belichtungszeit mit dem späteren Negativstreifen. Ein Plan B nennt Ausweichmotiv, Ersatzkamera, Belichtungsreserve, Laborzeit und sichere Trockenübung. Frage vor Beginn: Was ist unverzichtbar, was darf gestalterisch variieren und woran lässt sich die Qualität objektiv prüfen?
Film, Kamera und Belichtung gezielt wählen
Filmformate und bildwirksame Eigenschaften
Ein Kleinbildfilm 135 liefert beim klassischen Aufnahmeformat 24 × 36 mm einzelne Negative auf perforiertem Film. Rollfilm 120 ermöglicht je nach Kamera größere Aufnahmeflächen und unterschiedliche Bildformate. Größere Negative erleichtern bei vergleichbarer Technik eine detailreiche Vergrößerung, benötigen jedoch gegebenenfalls andere Kameras, Filmhalter und Entwicklungsgeräte. Die Entscheidung richtet sich nach gewünschter Ausgabegröße, Mobilität, Anschaffungskosten, Bildcharakter und verfügbarer Laborinfrastruktur, nicht allein nach vermeintlicher Nostalgie.
Filmempfindlichkeit (etwa ISO 100 oder ISO 400) beschreibt das normierte Ansprechverhalten des Films auf Licht. Höhere Nennempfindlichkeit hilft bei weniger Licht, kann aber je nach Material und Verarbeitung anderes Korn und andere Tonwerte zeigen. Korn ist die sichtbare Struktur des entwickelten Bildträgers; es ist nicht dasselbe wie digitales Pixelrauschen. Negativ bedeutet umgekehrte Helligkeits- und bei Farbnegativfilm auch charakteristische Farbbeziehungen. Dichte bezeichnet die Abschwächung des durchgelassenen Lichts: Ein dichter Negativbereich lässt beim Vergrößern weniger Licht hindurch.

Anschauung eines 35-mm-Films. Bild: Alvaroland19, CC BY-SA 4.0; Dateinachweis im Medienverzeichnis.

Manuell einstellbare analoge Kleinbild-Spiegelreflexkamera. Bild: Robert Taylor, CC BY 2.0; Dateinachweis im Medienverzeichnis.
Die Belichtung als berechenbare Entscheidung
Blende regelt die Öffnung im Objektiv, Verschlusszeit die Dauer des Lichteinfalls. Bei konstantem Motivlicht liefert der Wechsel von Blende 8 auf Blende 5,6 etwa die doppelte Lichtmenge; halbierst du dafür die Belichtungszeit von 1/125 s auf 1/250 s, bleibt die Gesamtbelichtung ungefähr gleich. Das ist eine äquivalente Belichtung, aber keine äquivalente Gestaltung: Die größere Öffnung verringert oft die Schärfentiefe, eine kürzere Zeit reduziert Bewegungsunschärfe.
Durchgerechnetes Beispiel A: Ein Belichtungsmesser zeigt bei ISO 400 die Kombination Blende 8 und 1/125 s. Du brauchst eine kürzere Verschlusszeit wegen eines bewegten Werkzeugs. Du öffnest auf Blende 5,6 (ungefähr +1 Lichtwertstufe) und verkürzt von 1/125 s auf 1/250 s (−1 Lichtwertstufe). Ergebnis: annähernd gleiche Belichtung mit veränderter Tiefenschärfe. Ist stattdessen ein Filter mit einem gemessenen Lichtverlust von zwei Stufen vorgeschaltet und bleibt die Blende gleich, wird aus 1/125 s näherungsweise 1/30 s: 1/125 × 4 ≈ 1/31,25 s. Filterfaktoren sind den konkreten Herstellerdaten zu entnehmen; bei TTL-Messung kann die Kamera sie bereits berücksichtigen – nicht doppelt korrigieren.
Schwarzschild-Effekt: Bei langen Zeiten kann die Belichtung eines Films von der einfachen Zeitverdoppelungsregel abweichen. Für ILFORD HP5 PLUS nennt das überprüfte technische Datenblatt eine filmspezifische Korrekturmethode ab Belichtungen länger als 1/2 s. Bei einer gemessenen Zeit von 4 s ergibt die dort angegebene Potenzbeziehung näherungsweise 4 hoch 1,31 ≈ 6,1 s. Diese Zahl ist kein universeller Korrekturwert für andere Filme. Aktuelle Filmdaten, Lichtmessung und Probebelichtung haben Vorrang. Quelle: ILFORD HP5 PLUS, Technische Information.
Vor der ersten Aufnahme kontrollieren
Prüfe Kamerarückwand und Lichtdichtungen, Batterie eines eventuell vorhandenen Belichtungsmessers, Verschlussablauf, Objektiv und Fokus. Lege unentwickelten Film gemäß Kamerahandbuch ein und kontrolliere, ob er tatsächlich transportiert wird. Notiere Filmmarke, Nennempfindlichkeit, Chargeninformation soweit nötig sowie Bildnummern. Die Filmkassette bleibt vor der Belichtung lichtgeschützt; bei versehentlichem Öffnen sind Aufnahmen möglicherweise irreparabel beschädigt. Ein neuer Film kann nicht wie eine digitale Bilddatei rückwirkend wiederhergestellt werden.
Typische Fehler: falsch eingestellte Filmempfindlichkeit, unerkannter Lichteinfall, unpassende Verschluss-Blenden-Kombination, falscher Fokus, verwackelte Stativmontage, unbeachtete Filterfaktoren und ohne Protokoll vermischte Testreihen. Gegenmaßnahme: Belichtungscheck, eine beschriftete Testsequenz mit bewusst variierten Einstellungen und klare Trennung von Bildidee und technischer Fehlersuche.
Analoge Aufnahmeserien herstellen
Kamera, Licht und Motiv aufeinander abstimmen
Gestalte Licht gerichtet (markante Schatten), diffus (sanfte Übergänge) oder als bewusstes Gegenlicht. Die Oberfläche eines Werkzeugs braucht häufig seitliches Streiflicht, das Relief und Kratzer zeigt, aber starke Reflexe vermeidet. Berücksichtige Brennweite, Aufnahmewinkel, Abbildungsmaßstab, Stativstabilität und Hintergrundabstand. Ein Aufnahmetest mit leerer Kamera oder mit einer zugelassenen digitalen Kontrollkamera kann Lichtpositionen visualisieren; die eigentliche Übungsserie bleibt auf Film. Die digitale Hilfe ersetzt weder analoge Belichtung noch die geforderte Filmentwicklung.
Im fiktiven Museumsauftrag werden fünf Objekte auf derselben matten Unterlage aus drei Grundrichtungen fotografiert. Du planst pro Motiv zwei Hauptvarianten und eine Reserveaufnahme. Bei fünf Motiven entstehen somit mindestens 15 dokumentierte Belichtungen. Ein Film mit 36 nominellen Aufnahmen lässt zusätzliche Tests zu; der zweite Film dient als Reserve bzw. für eine gestalterische Vergleichsreihe. Es wird nicht behauptet, dass 36 technisch nutzbare Fotos garantiert sind. Markiere im Aufnahmeprotokoll die Motive M1–M5 und notiere, warum eine bestimmte Kombination von Blende und Zeit sinnvoll war.
Vom Einzelbild zur konsistenten Serie
Eine Serie benötigt wiederkehrende Formen oder einen erkennbaren Wechsel von Totaler, Halbtotaler und Detail. Vergleiche bei der Aufnahmeprüfung die beabsichtigte Bildaussage mit der beobachteten Lichtsituation. Stelle zum Beispiel die Frage: Sind fünf Werkzeuge als sachliche Serie erkennbar, ohne dass überstrahlte Metallreflexe Details verschlucken? Bei Gegenlicht kann eine Gegenlichtblende Streulicht reduzieren. Bei Stativaufnahmen können Selbstauslöser oder Fernauslöser Erschütterungen begrenzen.
Ein analoger Arbeitsprozess fordert Voraussicht statt sofortiger Bildkontrolle: Du protokollierst Aufnahmeparameter, damit du nach der Entwicklung Ursachen systematisch zurückverfolgen kannst. Auch misslungene Aufnahmen sind wertvolle Daten, wenn du Über- oder Unterbelichtung, Entwicklungsfehler und Kompositionsprobleme auseinanderhältst.
Didaktisch geprüfte Filmvorführung
Deutschsprachiges Demonstrationsvideo zur Schwarzweiß-Filmentwicklung: „Teil 2/4 Analoge Fotografie schwarz/weiß Filmentwicklung deutsch Film einlegen“, tom vesab fotografie, 2018. Das Video ist Anschauungsmaterial, kein Ersatz für Sicherheitsdatenblätter, aktuelle Herstellerangaben oder Unterweisung.
Schwarzweißfilm sicher entwickeln und beurteilen
Chemischer Grundgedanke und Prozesskontrolle
Bei der Schwarzweiß-Entwicklung werden belichtete Silberhalogenidkristalle chemisch in sichtbares Silber überführt. Ein Stoppbad oder die vom Prozess vorgesehene Unterbrechung beendet die Entwicklung; das Fixierbad entfernt lichtempfindliche, nicht entwickelte Silberhalogenide, damit der Film bei Licht beständig wird. Anschließend folgen geeignete Wässerung, ggf. Netzmittel und staubarme Trocknung. Ein Negativ muss nach dem Entwickeln vollständig fixiert und ausreichend gewässert werden, bevor du es als haltbares Archivstück einstufst.
Die Reihenfolge erklärt das Prinzip; sie ist keine Freigabe zur selbstständigen Chemikalienarbeit. In der Dunkelkammer ist eine Gefährdungsbeurteilung für die konkret eingesetzten Produkte erforderlich: Sicherheitsdatenblätter, Betriebsanweisung, geeignete Lüftung, Schutzbrille und chemikalienbeständige Handschuhe entsprechend dem Sicherheitsdatenblatt, getrennte beschriftete Behälter, Zugang zu Augenspül- und Notfallorganisation sowie Aufsicht durch eine befugte Fachkraft. Keine Chemikalien eigenmächtig mischen, keine unbekannten Altgebinde verwenden, weder Chemikalien noch silberhaltiges gebrauchtes Fixierbad in den Ausguss gießen. Für Abfälle betriebliche und kommunale Entsorgungsvorgaben prüfen. Als Grundlagen dienen BG ETEM – Gefährdungsbeurteilung Fotografie, BAuA – TRGS 510 für die Lagerung und DGUV – Chemikalienschutzhandschuhe. Produktbezogene Grenzwerte und Hilfsstoffe stehen nicht pauschal fest; die jeweils aktuellen Sicherheitsdatenblätter entscheiden.
Lichtschutz unterscheiden: Beim Einspulen eines normalen Schwarzweiß-Aufnahmefilms muss vollständige Dunkelheit bzw. ein freigegebener lichtdichter Wechselsack vorliegen. Rotlicht, das bei entsprechend geeignetem Fotopapier eingesetzt werden kann, ist für diesen Aufnahmefilm nicht automatisch sicher. Eine korrekt verschlossene lichtdichte Entwicklungsdose erlaubt die weitere Verarbeitung in normal beleuchteter Umgebung, soweit Herstellerangaben und betriebliche Verfahren es erlauben.

Schematische lichtdichte Entwicklungsdose mit Lichtfalle, Grafik Rico38, gemeinfrei.

Paterson-Entwicklungsdose für Film, Foto Ashley Pomeroy, CC BY-SA 4.0.
Rechenfall mit Film und Entwickler
Durchgerechnetes Beispiel B: Geplant ist ILFORD HP5 PLUS (ISO 400), unbelichtete Filme werden unter Aufsicht in eine passende Spiraldose eingespult. Das dokumentierte Herstellerblatt nennt bei 20 °C und einer üblichen Spiraldosenverarbeitung für ID-11 Stammlösung eine Entwicklungszeit von 7 Minuten 30 Sekunden als Richtwert; die Tabellen enthalten für andere Entwickler, Konzentrationen und Belichtungsindizes deutlich andere Werte. Die Zeit beginnt nach dem vom Betrieb festgelegten Prozessstandard. Aktuelle Ausgabe des Produktdatenblatts, Filmmaterial, Gebinde-Etikett und Gerätevolumen müssen vor Ausführung noch einmal abgeglichen werden. Hier wird bewusst kein frei übertragbares Mischrezept für Chemikalien vorgegeben.
Für einen rein rechnerischen Verdünnungstest mit 500 ml Gesamtvolumen und dem Verhältnis 1+4 (ein Teil Konzentrat, vier Teile Wasser) gilt: insgesamt fünf Teile; 500 ml ÷ 5 = 100 ml rechnerisches Konzentrat und 400 ml rechnerisches Wasser. Dies ist ausschließlich eine Mathematikaufgabe, keine Dosierungsfreigabe für ID-11 oder ein beliebiges anderes Produkt. Das angegebene Verhältnis muss erst im zum verwendeten Produkt passenden Sicherheits- und Datenblatt nachgewiesen sein. Aufzufangen sind auch Spritzer, Spül- und Entsorgungsfragen. Eine Simulation kann stattdessen farbloses Wasser und klar beschriftete, chemikalienfreie Modellbecher nutzen.
Qualitätsparameter im Laborprotokoll: Film-/Chargenkennung, Expositionsindex, tatsächlich gewähltes Produkt und nachgewiesene Verdünnung, Temperatur, Messmethode, Zeitbeginn und -ende, Agitationsmuster nach Herstellerangabe, Prozessabweichungen, Freigabe der Fachkraft und spätere Negativprüfung. Bei zu geringer Entwicklungszeit können die Negative zu geringen Kontrast zeigen; zu lange Entwicklung erhöht oft die Dichte und den Kontrast. Schlechte Fixierung gefährdet die Haltbarkeit. Kratzer, Staub, Wasserflecken, Luftblasen oder Lichteinfall haben jeweils eigene Fehlerbilder; vermeide vorschnelle Pauschaldiagnosen.
Qualitätssicherung statt chemischer Mutproben
Untersuche einen fertig entwickelten und trockenen Negativstreifen auf gleichmäßige Entwicklung, erkennbare Einzelbilder, klaren Filmrand, Kratzer, Trocknungsflecken und ausreichende Durchzeichnung in Schatten und Lichtern. Vergleiche die Protokolldaten mit Referenz- oder Testaufnahmen. Berühre möglichst nur den Filmrand und arbeite mit sauberen, geeigneten Hilfsmitteln. Bei Fehlentwicklungen werden Ursache, Einfluss und verhältnismäßige Korrektur dokumentiert; bereits fixierte Einzelnegative werden nicht beliebig erneut bearbeitet.
Sichere Alternative: Übe das Einlegen eines ausdrücklich unbrauchbaren Übungsfilms in einer leeren Dose, analysiere von der Lehrkraft bereitgestellte frei nutzbare Negativbeispiele und simuliere Agitation, Thermometerablesung sowie Abfalltrennung ausschließlich mit Wasser und Karten. Du kannst die vollständige Handlungskette bewerten, ohne mit gefährdenden Stoffen oder realen Personendaten umzugehen.
Positive, Digitalisate und Rechte verantworten
Kontaktbogen, Vergrößerung und Scanner
Nach der Filmentwicklung unterstützt ein Kontaktabzug das schnelle Vergleichen eines gesamten Films. Für einen größeren positiven Silbergelatineabzug projiziert ein Vergrößerungsgerät das Negativ auf geeignetes Fotopapier. Bildausschnitt, Belichtungszeit des Papiers, Gradation und lokales Abhalten bzw. Nachbelichten steuern den Tonwertumfang. Anders als Film ist nur ein ausdrücklich dafür geeignetes Fotopapier bei passenden, geprüften Dunkelkammerleuchten verarbeitbar.

Fotografisches Vergrößerungsgerät Durst M600, Foto R. Henrik Nilsson, CC BY 4.0.
Deutschsprachiges Fachvideo „Teil 3/4 Analoge Fotografie schwarz/weiß Bilder entwickeln deutsch Fotolabor“, tom vesab fotografie, 2018: Anschauung von Papierentwicklung und Dunkelkammer. Sicherheitsunterweisung und aktuelle Produktdaten haben Vorrang.
Bei einem Hybridworkflow scannt ein geeignetes Gerät die Negative: möglichst staubfrei, mit Auflösung nach Ausgabezweck und mit dokumentierter Farb- beziehungsweise Tonwertbearbeitung. Das digitale Archiv ist eine Ergänzung, nicht das unverändert analoge Original. Vergleiche Scan und Negativ auf Beschnitt, Tonwertabrisse, Staubretusche sowie unbeabsichtigte inhaltliche Veränderung. Sinnvoll sind ein unbearbeiteter Master-Scan, eine dokumentierte Arbeitsversion und eine klar benannte Vorschaukopie. Keine erfundenen EXIF-Kameradaten in Filmdateien eintragen.
Rechenweg für Ausgabe und Archive
Ein 24 × 36 mm großes Negativ wird für einen 18 × 27 cm großen Abzug ohne zusätzlichen Beschnitt auf das Maß 180 × 270 mm gebracht. Der Vergrößerungsfaktor ist 180 ÷ 24 = 7,5 und ebenso 270 ÷ 36 = 7,5. Ein größeres, anders proportiertes Papierformat erfordert gegebenenfalls Beschnitt oder Rand. Beim Digitalisierungstest ergibt ein 36-mm-Bildrand bei 2400 dpi rechnerisch 36 ÷ 25,4 × 2400 ≈ 3402 Pixel in der langen beziehungsweise kurzen Richtung entsprechend dem verwendeten Negativmaß; die Pixelzahl sagt allein noch nichts über die tatsächliche optische Auflösung oder den erreichbaren Detailgehalt aus.
Für die Ausgabe protokollierst du Format, Papier, geeignete Gradation, Ränder, Ausschnitt und trockenen Endzustand. Für die Archivierung: Negativhüllen aus geeigneten, archivbeständigen Materialien, trockene und stabile Lagerbedingungen, eindeutige Film- und Bildnummern, keine unbekannten aggressiven Klebstoffe direkt am Original sowie ein datensparsames Register. Eine digitale Datei bekommt verständliche Dateinamen, Versionen und eine Wiederherstellungsstrategie.
Recht, Nachhaltigkeit und Digitalisierung
Fotografien können nach § 2 UrhG als Lichtbildwerke oder nach § 72 UrhG als Lichtbilder geschützt sein. Urheber- und Nutzungsrechte, Eigentum am körperlichen Negativ und Rechte abgebildeter Personen sind unterschiedliche Fragen. Vor öffentlichen Präsentationen ist § 22 KunstUrhG samt möglichen Ausnahmen nach § 23 und, soweit personenbezogene Daten verarbeitet werden, die DSGVO zu berücksichtigen. Im Zweifel fachkundig klären, statt eine pauschale Erlaubnis anzunehmen.
Wenn ein Scan zusätzlich durch generative Verfahren synthetisch erweitert oder erheblich manipuliert wird, kennzeichne dies transparent und prüfe die für Anbieter und Verwender einschlägigen Pflichten aus Artikel 50 EU-KI-Verordnung in seiner geltenden Fassung. Die rein analoge Filmaufnahme ist nicht schon wegen ihres analogen Mediums ein synthetisches Bild. Auch bei rein analogen Fotomontagen ist eine wahrheitsgemäße Bildbeschreibung wichtig.
Nachhaltigkeit bedeutet geplante Belichtungen statt unnötigen Filmverbrauchs, funktionsfähige reparierte Ausrüstung, sparsame und fachlich geeignete Prozessführung, langlebige Archivmaterialien, Abfalltrennung und sichere Sammlung silberhaltiger Restflüssigkeiten. Weder möglichst geringer Wasserverbrauch noch Recycling rechtfertigt mangelhafte Wässerung oder eine unzulässige Entsorgung. Anforderungen der Hersteller, zuständigen Stellen und des Betriebs gehen allgemeinen Internet-Tipps vor.
Vollständiger betrieblicher Handlungsauftrag: Spuren der Arbeit
Ausgangslage und verbindlicher Auftrag
Szenario: Ein frei erfundenes Heimatmuseum beauftragt einen Ausbildungsbetrieb, einen fünfteiligen Schwarzweiß-Bildessay über historische Werkzeuge anzufertigen. Alle Gegenstände sind eigene neutrale Requisiten; es erscheinen keine Menschen, keine Marken und keine echten Kundeninformationen. Zielgruppe sind Ausstellungsbesucher ab 14 Jahren. Die Bildreihe soll Materialstruktur und manuelle Arbeit verdeutlichen, ohne Szenen digital neu zu erzeugen.
Abgabeprodukte: (1) ein zweiseitiges Konzept mit Zielgruppe, Bildidee, fünf Scribbles und Lichtskizze, (2) ein ausgefüllter Arbeits- und Risiko-/Rechtecheck, (3) mindestens fünf qualitativ bewertbare entwickelte Negativbilder auf gekennzeichneten Streifen, (4) ein dokumentierter Kontaktbogen oder eine unter Aufsicht vergleichbar erstellte Übersicht, (5) drei handwerklich erstellte Schwarzweiß-Papierabzüge im Format 13 × 18 cm, (6) fünf datensparsame Vorschauscans mit Versionskennzeichnung, (7) ein Labor- und Qualitätsprotokoll, (8) eine Präsentation mit Fachgespräch. Bei einer Simulation ersetzen frei lizenzierte Negativvorlagen, papierbasierte Lichtskizzen und Software-Demonstrationen die tatsächliche Chemie; die Abweichung ist klar als Simulation zu kennzeichnen, nicht als real ausgeführte Filmentwicklung.
Annahmekriterien: Fünf klar zusammengehörige Motive, nachvollziehbare Bildfolge, technisch erkennbare Hauptdetails, passende Zeichnung in wichtigen Tonwertbereichen, keine vermeidbaren Kratzer oder groben Flecken auf den ausgewählten Bildträgern, dreifach korrekt beschriftete Abzüge, klar nachvollziehbare Bildzuordnung, dokumentierte Laborfreigabe, keine Rechteverstöße und überprüfbare Entsorgungsnachweise des Betriebs ohne personenbezogene Details. Die Bewertung muss auch dann transparent bleiben, wenn ein Mangel sachgerecht als Lernbefund begründet wird.
Ablaufplan mit Verantwortlichkeiten
| Phase | Zeitliche Übungsplanung | Arbeitsprodukt und Qualitätskontrolle |
|---|---|---|
| Analyse und Konzept | 60 Minuten | Briefing, Rechtecheck, fünf Skizzen, Lichtplan; Freigabe durch Ausbildungsfachkraft |
| Geräte- und Motivvorbereitung | 45 Minuten | Geprüfte Kamera, Film, Stativ, Belichtungsmesser; dokumentierte Testmessung |
| Analoge Aufnahmen | 90 Minuten | Mindestens 15 geplante Belichtungen, Filmkennungen und fortlaufendes Protokoll |
| Sicherheits- und Laborfreigabe, Filmentwicklung | 90 Minuten aktive Ausbildungszeit | Gefährdungsbeurteilung prüfen, Film unter Aufsicht verarbeiten bzw. sicher simulieren; Prozessprotokoll |
| Negativtrocknung | Prozessabhängige Wartezeit, nicht als aktive Arbeit berechnet | Film licht- und staubgeschützt trocknen lassen; Zeitplan mit Reserve |
| Sichtung und Kontaktbogen | 45 Minuten | Negativvergleich, Auswahl von fünf Bildern, Fehlerkategorien |
| Drei Papierabzüge und fünf Scans | 90 Minuten | 3 freigegebene Abzüge, 5 beschriftete Vorschauen, Qualitätsvergleich |
| Prüfung, Präsentation, Fachgespräch | 60 Minuten | Abnahmecheck, 5-minütige Präsentation, 10-minütiges Fachgespräch, vollständige Dokumentation |
Aktive Übungszeit: 60 + 45 + 90 + 90 + 45 + 90 + 60 = 480 Minuten = 8 Stunden. Trocknung, externe Freigaben und notwendige Unterbrechungen werden zusätzlich realistisch eingeplant. Das ist ein betrieblicher Lernauftrag, nicht die identische offizielle Gesellenprüfung.
Material- und Zeitkalkulation
Das folgende Kalkulationsschema nutzt frei erfundene Übungspreise, keine aktuellen Marktpreise: zwei Filme zu je 10,80 € ergeben 21,60 €; kalkulatorischer Labor-/Chemieanteil 2 × 3,50 € = 7,00 €; acht Papierbögen zu je 0,90 € = 7,20 €; Sonstiges 6,60 €; Summe Verbrauchsmaterial = 42,40 €. Bei acht aktiven Arbeitsstunden zu einem ebenfalls nur angenommenen internen Kalkulationssatz von 38,00 € ergeben sich 304,00 € Arbeitsanteil. Herstellkosten der Übungsrechnung: 42,40 € + 304,00 € = 346,40 €, vor echten Gemeinkosten, kalkulatorischem Gewinn, Steuern und möglichen Fremdleistungen. Der Wert ist keine verbindliche Angebotskalkulation. Erkläre, wie du den Materialeinsatz bei einem Wiederholungsauftrag reduzieren würdest, ohne Bildqualität oder Arbeitsschutz zu mindern.
Rechenprüfung: Zwei Filme sollen je ein vollständiges Ausweichkontingent darstellen. Bei 15 geplanten Aufnahmen bleiben auf einem nominell 36-bildigen Film rechnerisch 36 − 15 = 21 mögliche zusätzliche Bildpositionen, soweit Filmtransport und Nutzlänge dies zulassen. Die Reserve verringert das Risiko eines vollständigen Neuauftrags, erhöht aber Materialverbrauch und Kosten. Entscheide daher begründet, wann die zweite Rolle wirklich eingesetzt wird.
Prüfbares Musterergebnis und Fehleranalyse
Fiktive Auswertung – ausdrücklich kein tatsächlich entwickelter Film: M1 „Hammer“: gleichmäßige Tonwerte, Motiv klar, freigegeben. M2 „Zange“: sehr helle Reflexkante, zweiter Negativrahmen ausgewählt, freigegeben. M3 „Feile“: erste Aufnahme leicht verwackelt, Stativkorrektur protokolliert und Ersatznegativ freigegeben. M4 „Hobel“: sichtbarer Staub am Scan, Negativ kontrolliert, schonende Reinigung und neuer Scan erforderlich. M5 „Schlüssel“: gestalterisch passend, dunkler Hintergrund mit noch erkennbarer Kontur, freigegeben. Für die drei Papierabzüge werden M1, M3 und M5 gewählt; zu jeder Abgabe liegen ein Negativbildverweis, die Aufnahmedaten und eine kurze Begründung bei. Ein Mangel wird nicht vertuscht: Ein offener Nachbearbeitungsstatus muss vor Freigabe geschlossen werden.
Mess- und Nachweisfelder: Seriekennung: TEST-AF-01; Filmkennung: F-A oder F-B; Objektkennung: M1 bis M5; verwendeter Film und Expositionsindex; Kamera, Optik, Blende, Verschlusszeit; Entwicklung unter Aufsicht: Freigabe ja/nein, geprüfte Quelle/Version, Temperatur und Zeit; Negativkontrolle: Dichte, Kontrast, Schärfe, Beschädigung; Ausgabe: Positivnummer, Abmessungen, Sichtkontrolle; Rechte: nur fiktive Objekte; Abnahme: erfüllt/offen/zu korrigieren. Prüfbares Ergebnis bedeutet, dass eine andere Fachkraft aus Protokoll, Bildträgern und Kriterien denselben Befund nachvollziehen kann.
Fachgespräch und Bewertungsraster
Fachgespräch (betriebliche Übung, 10 Minuten): Begründe (1) warum du die Analogtechnik und gerade diesen Film gewählt hast, (2) welche zwei Belichtungsparameter für M3 geändert wurden und warum, (3) welches Negativmerkmal auf einen Aufnahme- oder Laborfehler hinweist, (4) wie du sichere Chemikalienhandhabung und rechtskonforme Ausgabe gewährleistest und (5) was du beim Folgeauftrag ökologisch und wirtschaftlich optimieren würdest. Erwartet werden begründete Entscheidungen mit Bezug auf reale oder als Simulation gekennzeichnete Befunde; eine bloße Aufzählung von Geräten genügt nicht.
| Bewertungsbereich | 0 Punkte | Teilweise erfüllt | Voll erfüllt | Maximum |
|---|---|---|---|---|
| Auftragsanalyse und Bildkonzept | Auftrag/Zielgruppe fehlen | nachvollziehbare Idee mit Lücken | klares Konzept, Ziel, fünf Skizzen und Freigabe | 15 |
| Technische Planung und Belichtungen | keine begründeten Einstellungen | überwiegend geeignete Einstellungen, einzelne Dokumentationslücken | konsequente Film-/Kamera-/Lichtwahl und belastbares Aufnahmeprotokoll | 20 |
| Entwicklungsprozess und Sicherheit | wesentliche Schutzvorgaben fehlen | Schutz eingehalten, Labor- oder Simulationsprotokoll unvollständig | sichere beaufsichtigte Praxis bzw. korrekt deklarierte Simulation, lückenloses Prozessprotokoll | 20 |
| Qualität der Serie und Ausgaben | kein beurteilbares Ergebnis | mehrere brauchbare Bilder mit Mängeln | fünf konsistente Auswahlbilder, drei gute Abzüge und fünf dokumentierte Scans | 20 |
| Qualitätssicherung, Rechte und Nachhaltigkeit | Prüfung/Freigabe fehlen | erkennbare, aber unvollständige Nachweise | nachvollziehbare Fehleranalyse, Rechtecheck, datensparsame Ablage, Entsorgung | 15 |
| Präsentation und Fachgespräch | Entscheidungen unbegründet | überwiegend schlüssige Aussagen | kritische Reflexion und fachlich begründete Verbesserung | 10 |
| Summe | 100 |
Punktevergabe: Innerhalb jedes Bereichs werden zwischen null und der angegebenen Höchstpunktzahl nachvollziehbar Teilpunkte vergeben; „teilweise erfüllt“ bedeutet nicht pauschal die Hälfte. Als betriebliche Lernorientierung: 90–100 sehr sicher, 75–89 sicher, 60–74 überwiegend sicher, 40–59 mit wesentlichen Lücken, unter 40 erheblicher Förderbedarf. Das ist kein offizieller Notenschlüssel. Bei einer nicht durchgeführten chemischen Praxis wird die dokumentierte Simulation nur dann gleichwertig bewertet, wenn dies vorher als sichere Alternative vereinbart ist; die reale praktische Durchführung darf nicht vorgetäuscht werden.
Abgrenzung zur Gesellenprüfung: § 16 FotoAusbV regelt den offiziellen Prüfungsbereich Wahlqualifikation mit Bildkonzeption, Aufnahmeserie, Präsentation und auftragsbezogenem Fachgespräch. Dort beträgt die genannte Prüfungszeit insgesamt zehn Stunden (90 Minuten Bildkonzeption, acht Stunden Aufnahmeserie, 30 Minuten Präsentation und Fachgespräch, davon höchstens 15 Minuten Fachgespräch). Die Konzeptabgabe erfolgt nach der gesetzlichen Regelung spätestens zehn Arbeitstage vor der Serie zur Billigung; Gewichtung: Bildkonzeption und Aufnahmeserie 75 Prozent, Präsentation mit Fachgespräch 25 Prozent. Diese Übung ist keine Prüfungsanmeldung, ersetzt keine Kammerentscheidung und beansprucht keine amtliche Anerkennung. Vor einer echten Prüfung sind die aktuellen Vorgaben der zuständigen Kammer zu prüfen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Prüfe dein Wissen
Wodurch entsteht bei klassischer Schwarzweißfotografie zuerst das latente Bild? (Durch Belichtung der lichtempfindlichen Filmschicht) (!Durch Einscannen eines Papierabzugs) (!Durch Fixieren eines unbelichteten Films) (!Durch den Ausdruck einer Bilddatei)
Welcher zeitliche Richtwert gilt im Ausbildungsrahmenplan 2025 für die Wahlqualifikation Analoge Fotografie? (18 Wochen im 19. bis 36. Ausbildungsmonat) (!18 Wochen ausschließlich im ersten Ausbildungsjahr) (!Sechs Wochen ausschließlich vor der Zwischenprüfung) (!36 Wochen zusätzlich zur dreijährigen Ausbildung)
Welche Belichtung entspricht bei gleichem Motivlicht ungefähr Blende 8 und 1/125 Sekunde? (Blende 5,6 und 1/250 Sekunde) (!Blende 11 und 1/250 Sekunde) (!Blende 5,6 und 1/60 Sekunde) (!Blende 16 und 1/500 Sekunde)
Welcher Arbeitsnachweis verbindet Aufnahmefehler zuverlässig mit den ursprünglichen Kameraeinstellungen? (Ein nummeriertes Aufnahmeprotokoll je Film und Motiv) (!Ein unveränderter Laborpreis ohne Bildnummern) (!Eine Liste von Kameramarken ohne Einstellungen) (!Eine anonyme Bilddatei ohne Versionsstand)
Welche Aussage über normales Schwarzweiß-Aufnahmefilmmaterial beim Einspulen ist richtig? (Der Film muss entsprechend den Herstellerangaben vor Licht geschützt werden) (!Rotes Dunkelkammerlicht ist bei jedem Aufnahmefilm immer sicher) (!Ein offener Film kann beliebig lange im Tageslicht liegen) (!Filmempfindlichkeit spielt beim Einspulen keine Rolle)
Wozu dient der Fixierer bei der üblichen Schwarzweiß-Filmentwicklung? (Er entfernt nicht entwickelte lichtempfindliche Silberhalogenide) (!Er erhöht die Lichtempfindlichkeit des unbelichteten Films) (!Er ersetzt die Belichtung der Kamera) (!Er macht die Aufnahme nachträglich schärfer)
Welcher Umgang mit verbrauchtem silberhaltigem Fixierbad ist korrekt? (Getrennt sammeln und über den vorgesehenen Entsorgungsweg abgeben) (!Zur Verdünnung mit Entwickler mischen und ausgießen) (!Ohne Prüfung in die Kanalisation geben) (!In unbeschrifteten Getränkeflaschen aufbewahren)
Was zeigt ein Kontaktbogen im analogen Arbeitsablauf besonders gut? (Die Übersicht und den Vergleich mehrerer Negative eines Films) (!Den Akkuladestand einer analogen Kamera) (!Die garantierte Haltbarkeit jedes unbekannten Fixierers) (!Eine automatische Einwilligung aller abgebildeten Personen)
Wie groß ist der rechnerische Vergrößerungsfaktor von 24 auf 180 Millimeter? (7,5) (!0,75) (!18) (!204)
Woran erkennst du eine verantwortungsvolle hybride Archivierung? (Originalnegative bleiben erhalten und Scans sind versioniert dokumentiert) (!Der erste Scan wird als chemisch entwickeltes Original ausgegeben) (!Dateien werden ohne Filmkennung und ohne Rechteprüfung veröffentlicht) (!Synthetische Ergänzungen werden als unveränderte Filmnegative bezeichnet)
Memory
Ordne jedem Begriff seine fachlich passende Bedeutung zu.
| Latentes Bild | Vor der Entwicklung unsichtbare Lichtinformation in der Filmschicht |
| Kontaktbogen | Übersicht positiver Miniaturbilder aus mehreren Negativen |
| Filmkorn | Sichtbare Struktur des verarbeiteten fotografischen Materials |
| Entwicklungsdose | Lichtdichtes Gefäß für die chemische Filmverarbeitung |
| Negativdichte | Maß für die Lichtabschwächung einer Filmpartie |
| Aufnahmeliste | Zuordnung von Motivnummern zu Kameraeinstellungen |
Drag-and-drop
Verbinde die Arbeitsschritte mit der jeweils zutreffenden fachlichen Aufgabe.
| Ordne die passenden Tätigkeiten zu. | Aufgabe |
|---|---|
| Motivbriefing auswerten | Zielgruppe und gewünschte Bildaussage bestimmen |
| Belichtungsmesser prüfen | Lichtmenge zur gewählten Filmempfindlichkeit bestimmen |
| Filmmaterial entwickeln | Latente Bildinformation chemisch sichtbar machen |
| Negative beurteilen | Dichte und erkennbare Aufnahmefehler kontrollieren |
| Archivsatz anlegen | Originalstreifen und digitale Vorschauen nachvollziehbar zuordnen |
Kreuzworträtsel
Finde sechs Fachbegriffe; jeder Begriff besteht aus genau einem Wort.
| Blende | Veränderliche Öffnung, die den Lichtdurchlass des Objektivs steuert |
| Negativ | Bildträger mit umgekehrter Helligkeitswiedergabe |
| Fixierer | Laborbad, das nicht entwickelte Silberhalogenide entfernt |
| Kontaktbogen | Blatt zum Vergleichen mehrerer kleiner Positivansichten |
| Entwickler | Fotochemisches Mittel zur Sichtbarmachung des latenten Bildes |
| Filmkorn | Sichtbare Materialstruktur des fotografischen Films |
LearningApps
Recherchiere eine passende Lernübung zu den Fachbegriffen der analogen Fotografie. Prüfe die dortigen Angaben am vorliegenden Kurs und an den Herstellerquellen.
Lückentext
Ergänze in jeder Aussage genau einen passenden Fachbegriff.
Offene Aufgaben
Leicht
- Filmkamera: Zeichne eine analoge Kamera mit Objektiv, Blende, Verschluss und Filmtransport und beschreibe die Funktionen in eigenen Sätzen.
- Belichtungszeit: Vergleiche zwei äquivalente Belichtungspaare bei unverändertem Motivlicht und erkläre, welche gestalterischen Unterschiede sichtbar wären.
- Fotografischer Film: Erstelle ein übersichtliches Datenblatt für einen real belegten Schwarzweißfilm mit Format, ISO-Wert, typischer Eignung und nachprüfbarer Herstellerquelle.
- Bildkomposition: Entwirf fünf Scribbles für ein analoges Stillleben mit neutralen Übungsgegenständen und formuliere ein gemeinsames Gestaltungskriterium.
Standard
- Fotografischer Arbeitsablauf: Erstelle zu einem fiktiven Auftrag einen Film-, Material- und Zeitplan mit Reserve, Rechtecheck und Abnahmekriterien.
- Belichtungsmessung: Führe mit trockenem Aufnahmegerät eine Messreihe aus drei Lichtsituationen durch, notiere äquivalente Belichtungen und begründe deine Wahl.
- Kontaktabzug: Vergleiche mindestens fünf freigegebene Beispielnegative auf einem vorhandenen Kontaktbogen und markiere gestalterische sowie technische Auswahlkriterien.
- Arbeitssicherheit: Entwickle auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung eine Karte mit Schutzmaßnahmen, fachlicher Freigabe, Abfalltrennung und sicherer Wassermodellsimulation.
Schwer
- Fotoprojekt: Realisiere unter betrieblicher Freigabe eine eigene kleine analoge Stilllebenserie oder eine eindeutig gekennzeichnete Simulation und dokumentiere mindestens fünf begründete Bildentscheidungen.
- Dunkelkammer: Vergleiche ein fehlerhaftes und ein gelungenes bereitgestelltes Negativ, entwickle eine ursachenbezogene Verbesserungsstrategie ohne riskante chemische Wiederholungsversuche.
- Fotokalkulation: Kalkuliere zwei verschiedene analoge Serienvarianten mit Materialbedarf, aktiver Arbeitszeit, Fehlerreserve, Entsorgung und nachvollziehbaren Preisannahmen.
- Fachgespräch: Führe eine zehnminütige mündliche Auftragsverteidigung mit Lichtskizzen, Negativbefunden, Rechts- und Nachhaltigkeitsentscheidungen durch und dokumentiere das Peerfeedback.


Lernkontrolle
- Bildkonzept: Begründe an einem fiktiven Kundenbriefing, wie fünf Motive, eine definierte Zielgruppe und die analoge Materialwahl zu einer konsistenten Serie führen.
- Belichtungsrechnung: Prüfe die Behauptung, dass Blende 8 bei 1/125 Sekunde und Blende 11 bei 1/250 Sekunde gleich belichten; korrigiere die Kombination und erläutere die zugrunde liegenden Lichtwertstufen.
- Filmentwicklung: Analysiere ein Negativ mit geringem Kontrast und Kratzspuren; unterscheide plausible Aufnahme-, Chemie- und Handhabungsursachen und formuliere sichere Prüfungen.
- Qualitätssicherung: Entscheide für die fünf Beispielmotive M1 bis M5, ob eine Freigabe, eine Wiederholung, ein neuer Scan oder eine Dokumentation des Mangels angezeigt ist, und begründe jeden Befund.
- Kundenrechte: Prüfe bei einer ursprünglich auf unbelebte Objekte geplanten Serie die Folgen, wenn plötzlich eine erkennbare Person oder ein fremdes Kunstwerk im Bild erscheint.
- Nachhaltigkeit: Vergleiche zwei Ablaufpläne für acht Abzüge und begründe, wie du Ausschuss, Wasser, Energie und silberhaltige Reststoffe reduzierst, ohne Schutzregeln oder Archivqualität zu verletzen.
Lernnachweis
Der erfolgreiche fachliche Lernnachweis besteht aus einem eigenständigen Bildkonzept, fünf verknüpften Bildskizzen und Lichtentscheidungen, einer plausiblen Material-/Zeitkalkulation, einem sicher freigegebenen Praxis- oder transparent markierten Simulationsablauf, dokumentierten Film- und Motivnummern, mindestens fünf begründet ausgewählten Negativvorlagen bzw. Negativen, einem Kontaktbogen, drei überprüften positiven Ausgaben oder deren sichere Simulation und einem nachvollziehbaren Reflexionsprotokoll. Zusätzlich sind eine Rechte- und Datenschutzprüfung, eine dokumentierte Umwelt-/Entsorgungsentscheidung, eine Abnahme anhand des 100-Punkte-Rasters sowie eine sachliche Präsentation mit Fachgespräch vorzulegen.
Selbstkontrolle: Kann eine fachkundige dritte Person ohne Rückfrage erkennen, warum dieses Bild entstand, wie es technisch zustande kam, ob alle Aufsichts- und Schutzmaßnahmen erfüllt wurden und welche Verbesserungen begründet sind? Wenn nicht, ergänze gezielt die Nachweise. Rückmeldungen orientieren sich an transparenten Kriterien: „Deine Aufnahmeprotokolle sind nachvollziehbar; ergänze jetzt die Negativzuordnung“ ist hilfreicher als ein unbegründetes „falsch“. Der Kurs bescheinigt keinen amtlichen Abschluss und ersetzt keine Kammerprüfung.
OER und Wikipedia
Ausbildungs- und Rechtsquellen (aktuelle Rechtsfassung vor Praxisverwendung prüfen):
- BIBB / Bundesgesetzblatt: FotoAusbV 2025, insbesondere § 4, § 16 und Anlage Abschnitt B Nummer 6 – amtliche Ausbildungsgrundlage, keine Übernahme längerer Normpassagen.
- BIBB: Berufsprofil und Rahmenlehrplan-Verweise.
- Aktueller Ausbildungsrahmenplan online.
- ILFORD HP5 PLUS: filmbezogenes Datenblatt zu Belichtung, Entwicklung und Lichtschutz – Produktinformationen vor Anwendung mit aktuell verfügbarem Herstellerstand abgleichen.
- BG ETEM: Gefährdungsbeurteilung Fotografie, BAuA: TRGS 510 und DGUV: geeignete Chemikalienschutzhandschuhe.
- KunstUrhG § 22, UrhG § 72 und EU-KI-Verordnung in konsolidierter Fassung, Artikel 50.
- Wikipedia: Analogfotografie und Wikipedia: Entwicklung (Fotografie) – offen lizenzierte Einstiegsübersichten, nicht Ersatz für die Primärquellen.
Geprüfte Wikimedia-Commons-Abbildungen und Nutzungsnachweise:
| Verwendete Datei | Belegter Dateieintrag | Urheber | Lizenz laut Dateiseite |
|---|---|---|---|
| File:35mm Film.jpg | Commons-Dateiseite | Alvaroland19 | CC BY-SA 4.0 |
| File:Asahi Pentax Spotmatic II 135 film SLR camera.jpg | Commons-Dateiseite | Robert Taylor | CC BY 2.0 |
| File:Light trap tank.jpg | Commons-Dateiseite | Rico38 | Gemeinfrei nach Rechtefreigabe auf der Dateiseite |
| File:Developing Tank 8193.jpg | Commons-Dateiseite | Ashley Pomeroy | CC BY-SA 4.0 |
| File:Ca 1970 Italian Durst M600 photographic enlarger for printing from film negatives.jpg | Commons-Dateiseite | R. Henrik Nilsson | CC BY 4.0 |
Bei Weiterbearbeitung die Lizenzbedingungen, Namensnennung und ggf. Weitergabe unter gleichen Bedingungen beachten. Die genannten Bilder sind thematisch geprüfte Fremdmedien; kein eigenes Bildmaterial des fiktiven Betriebsauftrags.
Fachvideos – geprüfte deutschsprachige Videoeinträge, urheberrechtlich geschützte Inhalte werden lediglich verlinkt/eingebettet:
- tom vesab fotografie: Teil 2/4 – Analoge Fotografie, Schwarzweiß-Filmentwicklung, Film einlegen (2018) – YouTube-Original, Rechte beim jeweiligen Produzenten; keine Weiterlizenzierung behauptet.
- tom vesab fotografie: Teil 3/4 – Schwarzweiß-Bilder entwickeln, Fotolabor (2018) – YouTube-Original, Rechte beim jeweiligen Produzenten; historische Prozessdemonstration.
Wikipedia zum Thema als ergänzende frei zugängliche Lektüre:
Verknüpfte Lernbereiche
Weitere Verbindungen: Mathematik für Lichtwertstufen, Verhältnisse und Kalkulation; Chemie für Silberhalogenid und Fixierung; Physik für Optik und Licht; Gestaltung für Bildserien und Tonwerte; Wirtschaft für Auftragsplanung und Kosten. Berufsschulische und betriebliche Lernorte sollen die Aufgaben an den jeweiligen Landeslehrplan und Ausbildungsplan anpassen.
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