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Agentic Coding Labor – Eigenleistung und Prozess beim Programmieren bewerten

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Agentic Coding Labor – Eigenleistung und Prozess beim Programmieren bewerten

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Einleitung

Wie lässt sich eine Programmierleistung beurteilen, wenn ein KI-Agent ganze Funktionen erzeugen, Tests ausführen oder Fehler selbstständig beheben kann? In diesem aiMOOC entwickelst du eine belastbare, faire und barrierearme Antwort: Ein Prozessportfolio dokumentiert fachliche Entscheidungen, nachvollziehbare Tests, begründete Änderungen und ein kurzes Fachgespräch. Entscheidend ist nachgewiesenes Können – nicht die Menge erzeugter Codezeilen. Der Kurs richtet sich an Lehrkräfte aller Schularten, pädagogische Fachkräfte und Lehramtsstudierende. Du kannst ihn ohne kostenpflichtige KI-Werkzeuge bearbeiten; die Beispiele nutzen ausschließlich erfundene Daten.

Programmablaufplan als Beispiel für eine fachlich erklärbare Lösung; Bildbeschreibung und Quellenangabe stehen im Text.
Programmablaufplan als Beispiel für eine fachlich erklärbare Lösung; Bildbeschreibung und Quellenangabe stehen im Text.

Bildbeschreibung / Textalternative: Das deutsch beschriftete Flussdiagramm veranschaulicht Start, Arbeitsschritte, Entscheidungen und Verzweigungen. Für die Leistungsbeurteilung kann eine lernende Person die Entscheidungsknoten erklären, auch wenn KI später Teile des Codes formuliert. Quelle: Wikimedia Commons, Flowchart de.svg, Erik Streb, CC BY-SA 3.0. Eine Wiedergabe der Bildbeschriftungen in großer Schrift ist als Textdiagramm in Kapitel 2 enthalten.

Lernziele: Nach dem Kurs kannst du Eigenleistung operationalisieren, vier Portfolio-Bausteine an Akzeptanzkriterien ausrichten, Kriterien für menschlich verantwortete Bewertung festlegen, eine beobachtbare Fachgesprächsaufgabe entwerfen und ein vollständiges Unterrichtsbeispiel an eine andere Schulart übertragen.

Orientierung: Der KMK-Kompetenzrahmen, beschlossen am 16.10.2026 nennt unter anderem kritische Einordnung KI-generierter Ergebnisse, Versionsverwaltung und transparente Kennzeichnung KI-gestützter Beiträge. Der UNESCO AI Competency Framework for Teachers, 2024 betont menschliche Handlungsmacht, KI-Ethik, Pädagogik und professionelle Entwicklung. Beide liefern Orientierung, keine automatische Zulassung von Tools und keine amtliche Zertifizierung dieses Kurses.


Eigenleistung als beobachtbare Kompetenz


Produkt, Prozess und Verantwortung unterscheiden

Ein lauffähiges Programm ist ein Produktnachweis. Ein begründeter Lösungsweg ist ein Prozessnachweis. Ein Fachgespräch ermöglicht einen Performanznachweis: Kann die lernende Person erklären, verändern und prüfen, was vorliegt? Keine einzelne Evidenzform belegt zuverlässig die Urheberschaft; gemeinsam ergeben sie eine besser begründbare Leistungsbeurteilung. Ein Git-Commit beweist beispielsweise eine Änderung an Dateien, aber nicht, wer welche Idee entwickelt hat.

Eigenleistung bedeutet hier eine selbst verantwortete fachliche Handlung: Problem verstehen, Kriterien festlegen, einen Lösungsweg wählen, einen Fehler diagnostizieren, ein KI-Angebot prüfen und Konsequenzen erklären. Fremdleistung kann eine eingeholte Hilfe, ein gemeinsam formulierter Test oder generierter Code sein. Sie darf – abhängig von den vorher offengelegten Regeln – Bestandteil eines Lernprodukts sein; sie wird aber nicht pauschal als individuell erbrachte Kompetenz gewertet.

Nachweis Beobachtbare Frage Möglicher Fehlschluss
Spezifikation Was soll das Werkzeug leisten, und woran lässt sich das prüfen? Ein schön formulierter Auftrag belegt noch keine Umsetzung.
Tests Welche erwarteten und unerwarteten Eingaben wurden überprüft? Viele grüne Tests können auf unzureichende Testfälle zurückgehen.
Änderungen Warum wurde eine Version geändert, und welche Wirkung hatte das? Ein langer Commit-Verlauf kann automatisch oder fremd erzeugt worden sein.
Fachgespräch Kann die Person eine neue Variante erklären und bearbeiten? Ein einmaliger mündlicher Auftritt kann durch Sprache oder Aufregung verzerrt sein.


Bewertungskonstrukt und Aufgabenpassung

Definiere vor Unterrichtsbeginn, was gemessen werden soll: algorithmisches Denken, fachliche Modellierung, Testkompetenz, Kommunikation oder die reflektierte Nutzung von Werkzeugen. Wenn ein Lernziel algorithmische Grundkompetenz lautet, benötigst du auch Phasen ohne Codegenerator. Wenn das Ziel eine verantwortete Zusammenarbeit mit KI ist, darf die begründete Auswahl und Prüfung von Vorschlägen Teil der Leistung sein.

Für einen fairen Vergleich braucht es gleichwertige Bedingungen: dokumentierte erlaubte Hilfen, vergleichbare Anforderungen, sinnvolle Zeitfenster und eine alternative Bearbeitung ohne KI-Zugang. Sprachliche oder motorische Einschränkungen dürfen nicht vorschnell als mangelnde Programmierkompetenz interpretiert werden. Trenne notwendige Nachteilsausgleiche vom zu messenden Kompetenzkern; die konkrete Regelung trifft die zuständige Schule anhand ihrer geltenden Vorgaben.

Häufiger Fehler: Die generierte Zeilenzahl wird als Leistungspunkt gezählt. Das belohnt umfangreichen, möglicherweise unverständlichen Code und benachteiligt klare, kurze Lösungen. Besser: Eine prägnante Spezifikation, aussagekräftige Gegenbeispiele und begründete Anpassungen liefern direktere Hinweise.


KI-Nutzungsabsprachen und Grenzen

Vereinbare vor Beginn schriftlich erlaubte Nutzungsformen: ohne KI, KI als Erklärhilfe, KI als Vorschlagsgenerator oder Agent mit begrenzten Werkzeugrechten. Eine einfache Nutzungsnotiz genügt oft: Welche Hilfe? Für welchen Schritt? Wie überprüft? Was eigenständig verändert? Vollständige Prompts oder private Chatverläufe sind nicht automatisch erforderlich. Lerne nur mit zugelassenen Werkzeugen; eine Schulfreigabe, Datenschutzkonformität, VIDIS-Anbindung oder Herstellerzusage folgt aus diesem Kurs ausdrücklich nicht.

Ein Agent kann mit Dateizugriff, Terminal- und Netzwerkrechten erhebliche Risiken verursachen. Verwende für schulische Übungen eine isolierte, synthetische Umgebung ohne reale Lernendendaten, Passwörter oder externe Schreibrechte. Lehrkräfte prüfen Toolrechte und Unterrichtseignung eigenständig nach lokaler Regelung. Keine KI erhält hier die Entscheidung über Noten oder personenbezogene Leistungsprofile.


Das vierteilige Nachweisportfolio gestalten


Spezifikation mit messbaren Akzeptanzkriterien

Die Spezifikation beschreibt Nutzerbedarf, Eingaben, Ausgaben, Randfälle und Grenzen. Ein Akzeptanzkriterium ist vor der Implementierung so konkret, dass du später entscheiden kannst, ob es erfüllt ist. Beispiel für ein offline arbeitendes Übungsprogramm: „Bei Eingabe von nur Leerzeichen erscheint die Aufforderung zur Eingabe, nicht die Rückmeldung Falsch.“ Das ist überprüfbar; „Das Programm ist benutzerfreundlich“ allein nicht.

Formuliere die Struktur Ausgangslage – Ziel – Bedingung – erwartetes Verhalten – Test. Ein Bewertungsraster muss auf diesen Zielen beruhen und vor der Abgabe zugänglich sein.


Fachliche Tests vor der Implementierung

Ein Testfall beschreibt eine Eingabe, ein erwartetes Ergebnis und eine nachvollziehbare Durchführung. Positive Fälle, Grenzfälle und Fehlerfälle sind besonders aussagekräftig. Tests machen eine Behauptung widerlegbar; sie garantieren nicht Fehlerfreiheit. Der Ablauf Red – Green – Refactor bedeutet: erst einen zunächst fehlschlagenden Test schreiben, dann die minimal nötige Funktion implementieren, danach Struktur verbessern und erneut prüfen.

Visualisierung des Zyklus testgetriebener Entwicklung mit Test, minimaler Implementierung und Überarbeitung.
Visualisierung des Zyklus testgetriebener Entwicklung mit Test, minimaler Implementierung und Überarbeitung.

Bildbeschreibung / Textalternative: Die Darstellung ordnet die wiederholten Schritte Test schreiben, Ergebnis prüfen, Code anpassen und erneut testen als Kreislauf. Bei der Portfolioarbeit markierst du einen begründeten Fehlversuch und die spätere Korrektur. Urheber: Excirial; Vektorbearbeitung Jarozwj, Commons-Dateiseite, CC BY-SA 3.0. Der Kreis ist keine starre Pflichtmethode, sondern ein nachvollziehbares Vorgehensbeispiel.

Video und barrierearme Textalternative: „Test-Driven Development (TDD) // deutsch“, Kanal the native web GmbH, 10.03.2021, Originalvideo. Es erklärt die Idee testgetriebener Entwicklung. Prüffragen ohne Video: Welcher Test müsste vor dem ersten Code scheitern? Welche minimale Änderung erfüllt ihn? Welcher neue Test verhindert einen Rückfall? Der eingebettete Plattforminhalt ist nicht als OER lizenziert ausgewiesen; ein vollständiges Fremdtranskript wird nicht übernommen. Die hier bereitgestellten Fragen und die obige Textbeschreibung sind eine eigenständige Textalternative, kein wortgetreues Transkript.


Änderungen, Versionen und Prüfspur

Versionsverwaltung verwahrt unterscheidbare Arbeitsstände; ein Commit bündelt einen festgehaltenen Satz von Änderungen. Ein Diff macht Unterschiede zwischen Ständen sichtbar. Für das Portfolio genügen wenige aussagekräftige Stände: Ausgangstest, erste funktionsfähige Lösung, dokumentierte Fehlerkorrektur und abgenommene Fassung. Jede Änderung erhält den Grund, betroffene Kriterien und einen Prüfnachweis. Du solltest ausdrücklich nicht jeden Tastendruck protokollieren.

Diagramm zu Arbeitskopie, Staging, lokalen Commits und dem Austausch mit entfernten Git-Verzeichnissen.
Diagramm zu Arbeitskopie, Staging, lokalen Commits und dem Austausch mit entfernten Git-Verzeichnissen.

Bildbeschreibung / Textalternative: Die Grafik zeigt Beziehungen zwischen Arbeitsdateien, Index, lokalem Versionsverlauf und entferntem Repository. Für das Portfolio sind insbesondere „Änderung vormerken“, „Version festhalten“ und „Unterschied ansehen“ relevant. Urheber Daniel Kinzler, Commons, CC BY 3.0. Eine Git-Historie ist kein Überwachungsinstrument und kein verlässlicher Alleinbeleg persönlicher Leistung.

Video und barrierearme Textalternative: „Lerne Git in 60 Minuten | Git Tutorial Deutsch“, Kanal Mit Mario, 25.11.2022, Originalvideo. Laut Inhaltsübersicht werden unter anderem Commit, Diff, Verlauf und Branch erklärt. Ohne Video reicht dieser Textweg: Ein Commit hält eine Version fest; ein Diff zeigt Änderungen; das Arbeitsprotokoll begründet die Änderung und benennt den erneuten Test. Das YouTube-Video ist ein externer, nicht pauschal frei lizenzierter Lernhinweis; seine Wiedergabe und Untertitelverfügbarkeit hängen vom Plattformzugang ab.

Visualisierung zweier Git-Entwicklungslinien und ihrer Zusammenführung.
Visualisierung zweier Git-Entwicklungslinien und ihrer Zusammenführung.

Bildbeschreibung / Textalternative: Zwei getrennte Entwicklungszweige führen zu einer zusammengeführten Version. Das kann Gruppenarbeit sichtbar machen, beweist jedoch nicht, wer ein Konzept verstanden hat. Urheber Bunyk, Commons, CC BY-SA 4.0. Bei gemeinsamer Arbeit ergänzt jede Person eine eigene Begründung.


Ein zugängliches Portfolio statt Dokumentationsflut

Empfohlene Obergrenze für ein kleines Projekt: eine Seite Spezifikation, vier bis sechs prägnante Testfälle, zwei bis vier ausgewählte Versionsnachweise, eine Reflexion von etwa fünf Sätzen und ein zehnminütiges Fachgespräch. Alternative Ausdrucksformen: gesprochene Erklärung mit schriftlicher Zusammenfassung, Tastaturdemonstration, strukturierte Tabelle oder ein barrierefrei lesbares Textdokument. Bildschirme und Farben dürfen nicht die einzigen Informationsträger sein.

Eigenes Ablaufbild als Textdiagramm (CC BY-SA 4.0, für diesen Kurs erstellt):

Auftrag → Plan → Prüfung → Änderung → Erklärung
Synthetischer Bedarf Akzeptanzkriterien festlegen Erwartung und tatsächliches Verhalten vergleichen Diff und Grund dokumentieren Transferfrage im Fachgespräch beantworten

Textalternative: Die Kette verläuft vom formulierten Bedarf über überprüfbare Kriterien zu Tests; nach einer begründeten Änderung erläutert die lernende Person das Ergebnis. Eine Fehlersuche kann wieder zur Spezifikation zurückführen.


Fachgespräch und menschlich verantwortete Bewertung


Ein Fachgespräch als Lernprobe

Ein Fachgespräch ist keine Fangfrage und kein zweites Vokabelquiz. Es prüft, ob eine Person ihr Produkt unter veränderten Bedingungen versteht. Geeignete Fragen: „Warum prüfst du die Leereingabe zuerst?“, „Welchen Test würdest du für eine neue Schreibweise ergänzen?“, „Was passiert, wenn der KI-Vorschlag diese Abfrage entfernt?“ oder „Zeig mir den Unterschied zwischen zwei Versionen.“ Stelle eine bekannte Grundfrage und eine kleine neue Transferanforderung; gib angemessene Denkzeit.

Beobachtungsbogen (Beispiel): Fachbegriff korrekt verwendet; konkreten Test genannt; Änderung plausibel begründet; auf Gegenfrage reagiert; eigene Unsicherheit erkannt. Nicht die Redegewandtheit, sondern inhaltliche Nachvollziehbarkeit steht im Zentrum. Erlaube je nach Lernziel eine schriftliche, gebärdete oder assistierte gleichwertige Demonstration. Eine KI darf Gesprächsimpulse vorschlagen, aber nicht selbst die Leistung bewerten.


Triangulation statt Detektion

Die Triangulation vergleicht Spezifikation, Tests, Veränderung und situatives Erklären. Widersprüche sind Ausgangspunkte für Rückfragen, keine automatische Täuschungsdiagnose. KI-Detektoren, Schreibstil- oder Commit-Muster liefern keinen verlässlichen individuellen Urhebernachweis. Entscheide transparent, anhand von Belegen und Gelegenheit zur Stellungnahme, entsprechend geltenden schulischen Verfahren.

Beobachtung Gute Rückfrage Unfaire Schnellreaktion
Die Lösung ist länger als erwartet. Welche Zeilen sind notwendig und welche würdest du entfernen? Länge als Beweis fremder Arbeit werten.
Der Test ist grün, aber ein Randfall fehlt. Erstelle einen Gegenbeispiel-Test. Die gesamte Leistung pauschal verwerfen.
Der Commit ist groß. Wähle eine Änderung aus und begründe sie. Anzahl der Commits in Notenpunkte umrechnen.
Die Erklärung fällt schwer. Gib Text- oder Denkzeit und eine zweite Ausdrucksform. Sprachtempo als Programmierkompetenz werten.


Unterschiedliche Schularten und Fächer

Grundschule / Sachunterricht: Ein analoger Wenn-dann-Parcours oder eine blockbasierte Bewegungsfolge; Belege sind Bildkarten, ein einfacher Erwartungstest und ein erklärter Korrekturschritt. Keine Pflicht zu Git oder KI.

Sekundarstufe I / Informatik oder Mathematik: Ein barrierearmes Vokabel- oder Rechentraining; Lernende prüfen Grenzfälle, dokumentieren Versionsunterschiede und erläutern eine Bedingung. Der Fachgesprächsanteil wird altersgerecht verkürzt.

Sekundarstufe II / Informatik oder Naturwissenschaften: Ein kleines Simulationsprogramm; Anforderungen an Datenvalidierung, Reproduzierbarkeit, Testabdeckung und Fehlerschätzung steigen.

Berufsschule / Technik oder Wirtschaft: Ein lokales Werkzeug für eine synthetische Materialliste; Lernende prüfen fachliche Regeln, falsche Eingaben, Datensparsamkeit und Übergabe an ein Team. Firmen- und Kundendaten werden erfunden.

Kunst, Deutsch und Medienbildung: Auch interaktive Geschichten oder digitale Ausstellungen lassen sich beurteilen: überprüfbare Interaktion, Quellenangaben, Zugänglichkeit und begründete Gestaltung sind wichtiger als die reine Anzahl von Codebausteinen.


Bewertungsraster, Rückmeldung und Grenzen


Kriterien vor Beginn kommunizieren

Ein analytisches Bewertungsraster beschreibt mehrere unterscheidbare Dimensionen. Die hier genannten Gewichtungen sind ein didaktisches Muster und keine amtliche Notenregel. Du passt sie an Lehrplan, Lernziel, Altersgruppe, Nachteilsausgleich und schulische Bewertungsgrundsätze an. Für das Beispielprojekt ergeben sich 100 mögliche Punkte:

Dimension Maximal Gute, beobachtbare Leistung Unzureichender Beleg
Spezifikation und Begründung 20 Nutzerbedarf und testbare Kriterien sind klar, einschließlich Randfällen. Nur allgemeines Ziel ohne überprüfbaren Erfolg.
Testentwurf und Prüfbefunde 25 Erwartete, leere und abweichende Eingaben mit Soll-Ist-Vergleich; Regression überprüft. Nur Vorführung des Normalfalls.
Änderungen und Fehleranalyse 20 Ausgewählter Diff und nachgewiesener Grund für eine Korrektur. Änderungen ohne Erklärung oder Prüfung.
Fachgespräch und Transfer 25 Eigene Entscheidung erläutert und neuen Fall sinnvoll bearbeitet. Ausschließlich auswendig gelernte Produktbeschreibung.
Transparenz, Zugänglichkeit und Quellen 10 Hilfen kenntlich, Quellen geprüft, zugänglicher Weg vorhanden. Nutzung und Herkunft bleiben undurchsichtig.
Summe 100 Individuelles fachliches Urteil erforderlich. Keine automatische Benotung.

Anker für jede Dimension: 0 Prozent der jeweiligen Punkte = kein überprüfbarer Beleg; etwa 25 Prozent = punktuell, mit erheblichen Lücken; etwa 50 Prozent = grundlegende Teilkompetenz mit notwendiger Hilfe; etwa 75 Prozent = überwiegend selbstständig und begründet; 100 Prozent = konsistent, nachvollziehbar und auf einen neuen Fall übertragbar. Dazwischen sind begründete Abstufungen möglich. Diese Anker dienen dem Gespräch, sind keine psychometrisch validierte Skala.


Formatives Feedback von summativer Entscheidung trennen

Formativ: „Dein Test deckt Leerzeichen ab, aber keine abweichende Großschreibung. Ergänze einen Test und erkläre, warum.“ Summativ: „Die vorab vereinbarten Kriterien sind in diesen Bereichen mit diesen Belegen erfüllt.“ Lehrkräfte dokumentieren das fachliche Urteil selbst. Werkzeuge dürfen Sortier- oder Strukturhilfe sein, nicht eigenständige Benotende. Synthetische Beispiele ersetzen keine Datenverarbeitungsprüfung im echten Unterricht.


Verzerrungen, Barrieren und rechtliche Prüfung

Eine Produktorientierung begünstigt Personen mit leistungsstarken Geräten oder Vorerfahrung; eine reine Prozesskontrolle kann Lernende mit Behinderung, Sprachhürden oder ungünstigen Arbeitsbedingungen benachteiligen. Plane technische und analoge Alternativen, zugängliche Aufgabenblätter, nachvollziehbare Standards, passende Zeit und Wiederholungsmöglichkeiten. Vertrauliche Schülerdaten gehören nicht in öffentliche Repositories, generative Chats oder Demonstrationsvideos. Prüfe landesrechtliche Schul- und Datenschutzregeln, Rechte an Medien, Einwilligungen, schulische Beschlüsse sowie konkrete Verträge separat. Aus einem OER-Link folgt weder Datenschutzfreigabe noch eine Sonderzulassung.


Vollständiger schulischer Modellfall: Ein Lernspiel abnehmen


Synthetische Ausgangslage und Unterrichtsentwurf

Erfundener Fall: Eine Lerngruppe der Jahrgangsstufe 8 in einem fiktiven Schulzentrum entwickelt ein offline nutzbares Textquiz zum Üben einfacher Farbwortschreibungen. Es werden keine Namen, Bewertungen, Konten, Telemetriedaten oder externen Dienste gespeichert. Ziel ist nicht eine möglichst große Anwendung, sondern das begründete Prüfen einer Funktion. Die Lösung ist mit Papierkarten, einer Blocksprache oder Python möglich; im Fachgespräch wird das gleiche Zielkonstrukt geprüft.

Rahmen: Zwei Unterrichtsblöcke à 90 Minuten; Zweierteams dürfen gemeinsam erproben, erstellen aber individuelle Reflexion und eine kurze eigene Demonstration. Materialien: Auftragsblatt in klarer Sprache, Tastatur oder analoge Karten, lokale Codeumgebung ohne Netzwerk, vorbereitete synthetische Eingaben, barrierefrei lesbarer Bewertungsbogen. KI-Nutzung nur falls lokal erlaubt, verfügbar und im Unterricht transparent; ein gleichwertiger Weg ohne KI ist vollständig vorgesehen.

Phase Zeit Handlung der Lernenden Beobachtbarer Beleg
Einstieg und Zielklärung 15 Minuten Normalfall und Fehlerfall am Papierbeispiel vergleichen Mündlich oder schriftlich formulierter Bedarf
Spezifikation 25 Minuten Drei Akzeptanzkriterien und vier Tests vor dem Code formulieren Spezifikationsblatt und Sollwerte
Umsetzung 35 Minuten Funktion selbst oder mit zulässiger Hilfe aufbauen; Red-Green-Protokoll führen Lauffähiges Minimalprogramm und Testlauf
Rückblick 15 Minuten Fehler nennen und nächsten Prüfschritt planen Lernnotiz
Test und Revision 30 Minuten Gegenbeispiel ergänzen, Fehler suchen, Änderungen festhalten Diff oder zwei markierte Versionen
Zugänglichkeit 20 Minuten Eingaben mit Tastatur und verständlichen Textmeldungen erproben Barrierearmuts-Checkliste
Fachgespräch 30 Minuten Individuell eine neue Eingabe erklären und passend ändern Kurzprotokoll mit Kriterienbezug
Transfer und Abschluss 10 Minuten Eine Anwendung in anderem Fach benennen und Risiko reflektieren Transferkarte

Zeitkontrolle: 15 + 25 + 35 + 15 + 30 + 20 + 30 + 10 = 180 Minuten. Gespräche können parallel in Lernstationen stattfinden; bei organisatorischen Grenzen ist eine zweite Sitzung mit gleichwertiger schriftlicher Demonstration vorzusehen. Eine Notenbildung während der Unterrichtsaktivität erfolgt nicht automatisch.


Auftrag, Akzeptanzkriterien und Testtabelle

Spezifikation: Die Funktion erhält eine eingegebene Antwort und ein erwartetes Wort. Sie liefert eine verständliche Rückmeldung, speichert keine Eingaben und benötigt keinen Internetzugang. Führende und nachgestellte Leerzeichen sowie Groß- und Kleinschreibung werden bei nichtleeren Antworten ignoriert. Eine leere oder nur aus Leerzeichen bestehende Antwort löst eine Aufforderung aus. Andere Antworten führen zu einer motivierenden Rückmeldung ohne Abwertung.

Kriterium Prüfeingabe Erwartete Ausgabe Warum wichtig?
AK1: Vergleich tolerant Antwort „ Blau “, Lösung „blau“ „Richtig.“ Der Umgang mit Leerzeichen und Großschrift ist transparent.
AK2: Leerfall Antwort „ “, Lösung „blau“ „Bitte gib eine Antwort ein.“ Keine falsche Negativrückmeldung ohne Eingabe.
AK3: Abweichung Antwort „rot“, Lösung „blau“ „Noch nicht richtig. Versuche es erneut.“ Rückmeldung bleibt hilfreich.
AK4: Wiederholung Nach einer falschen Eingabe folgt „blau“ „Richtig.“ Keine Sperre oder Speicherung des Fehlers.
AK5: Offline-Zugang Netzwerk ausgeschaltet; Eingabe über Tastatur Gleiche Textreaktion Keine Verbindung und kein bildabhängiges Feedback nötig.

Eigener Prüfpfad als Textdiagramm (CC BY-SA 4.0): Eingabe → Leerzeichen entfernen → Leereingabe? → bei Ja: Eingabeaufforderung; bei Nein: Schreibweise vergleichen → bei Übereinstimmung: Erfolg; sonst: erneuter Versuch. Textalternative: Die Leereingabe wird vor dem Vergleich geprüft, damit sie nicht als falsche fachliche Antwort gilt.

Allgemeiner Programmablaufplan als Anschauung für die Entscheidung über Leereingaben und Vergleiche.
Allgemeiner Programmablaufplan als Anschauung für die Entscheidung über Leereingaben und Vergleiche.

Hinweis zur Bildalternative: Die Commons-Grafik bildet nicht exakt den Programmcode des Modellfalls ab; der vorstehende selbst erstellte Textpfad ist die verbindliche Beschreibung dieses Beispiels. Grafik: Erik Streb, CC BY-SA 3.0, Originaldatei.


Nachvollziehbare Musterlösung mit Tests vor Code

Vorabtests der Funktion in Python; dieselben erwarteten Ergebnisse lassen sich auf Papier überprüfen:

# Testidee vor der Implementierung
assert bewerte(" Blau ", "blau") == "Richtig."
assert bewerte("   ", "blau") == "Bitte gib eine Antwort ein."
assert bewerte("rot", "blau") == "Noch nicht richtig. Versuche es erneut."
assert bewerte("blau", "BLAU") == "Richtig."

Musterimplementierung (ohne Profilbildung, Netz oder Dateioperationen):

def bewerte(antwort, loesung):
    eingabe = antwort.strip()
    if eingabe == "":
        return "Bitte gib eine Antwort ein."
    if eingabe.casefold() == loesung.strip().casefold():
        return "Richtig."
    return "Noch nicht richtig. Versuche es erneut."

assert bewerte(" Blau ", "blau") == "Richtig."
assert bewerte("   ", "blau") == "Bitte gib eine Antwort ein."
assert bewerte("rot", "blau") == "Noch nicht richtig. Versuche es erneut."
assert bewerte("blau", "BLAU") == "Richtig."

Erläuterung: strip() entfernt führende und nachfolgende Leerzeichen; casefold() unterstützt einen von der Großschreibung unabhängigen Vergleich. Zuerst wird der Leerfall behandelt. Die Funktion gibt nur Text zurück, speichert nichts und ruft keine Webseite auf. Sie ist kein vollständiges Lernmanagementsystem: Aussprachevarianten, sprachliche Ähnlichkeiten und Braille-/Screenreader-Interaktion mit einem konkreten Endgerät müssten separat untersucht werden. Die Musterlösung geht von Texteingaben aus; andere Datentypen sind nicht spezifiziert.

Reproduzierbarer Red-Green-Ablauf: Zuerst existieren die vier Testforderungen; ohne Funktion scheitert die Ausführung. In einer frühen, synthetischen Fassung wurde lediglich antwort == loesung verglichen; damit fielen Leerzeichen- und Großschreibungsfälle durch. Die Korrektur ergänzt strip(), die Leerprüfung und casefold(). Danach werden sämtliche vier Assertions erneut ausgeführt. Ein behauptetes erfolgreiches Ergebnis ohne tatsächliche Ausführung wird im echten Portfolio nicht als Testprotokoll gewertet.


Musterportfolio und individuelle Leistungsbeurteilung

Portfolio-Beispiel (vollständig synthetisch):

Baustein Konkreter Beleg aus dem Beispiel
Spezifikation „Leere Eingaben dürfen nicht als falsch bewertet werden“; AK1 bis AK5 sind aufgeführt.
Tests Vier funktionsbezogene Soll-Ist-Tests und ein manueller Offline-/Tastaturcheck; alle werden nach der Korrektur erneut durchgeführt.
Änderungen V0: direkter Textvergleich; V1: Bereinigung von Leerzeichen; V2: expliziter Leerfall und Vergleich ohne Großschriftunterschied; jeder Schritt hat Begründung.
Fachgespräch Frage: „Was ändert sich, wenn bei einem anderen Quiz auch Bindestriche ignoriert werden sollen?“ Antwort: „Zuerst eine neue Akzeptanzregel und einen Test formulieren; dann Normalisierung abwägen, weil Bindestriche bedeutungstragend sein können.“
KI-Transparenz Beispiel einer zulässigen Notiz: „Erklärung zu casefold angefragt; Implementierung lokal geprüft und Tests selbst formuliert.“ Alternativ: „Keine KI eingesetzt.“

Fiktives Bewertungsergebnis nach dem zuvor vereinbarten Raster:

Dimension Erreichte von maximalen Punkten Schriftliche Begründung
Spezifikation 18 von 20 Messbar und mit Randfällen, jedoch ohne explizite Typprüfung.
Tests 21 von 25 Wichtige Normal- und Fehlerfälle, weitere Sprachen fehlen.
Änderungen 17 von 20 Korrektur nachvollziehbar, Diff noch knapper dokumentieren.
Fachgespräch 22 von 25 Begründete Erweiterung und erkannte Nebenwirkung.
Transparenz und Zugänglichkeit 9 von 10 Hilfen beschrieben und Tastaturfall geprüft; Praxisprüfung mit assistiver Technik offen.
Gesamt 87 von 100 Nur ein illustrativer Erwartungshorizont, keine automatische Note.

Das Ergebnis ist ein didaktisches Rechenbeispiel. In der Realität prüft die Lehrkraft die vorliegenden Originalbelege, berücksichtigt geltende Vorgaben und verantwortet die Bewertung. Die Punktzahl darf nicht ungeprüft in eine Note umgerechnet werden.


Transferreflexion des Modellfalls

Beispielfragen: Würde die gleiche Leistung in einer ersten Klasse, einer zehnten Klasse und einer beruflichen Fachklasse dasselbe bedeuten? Welche Barrieren entstehen, wenn ausschließlich ein Video als Erklärung zählt? Was ist am Verhalten der Funktion prüfbar, was bleibt aus vier Tests unbewiesen? Welche neuen Regeln sind nötig, wenn ein KI-Agent Dateien verändern darf?

Mögliche begründete Antwort: In der Grundschule reichen Bildkarten und eine mündliche Erklärung; in höheren Jahrgängen wachsen Anforderungen an Testabdeckung und Änderungsbegründung. Text, Audio und schriftliche Darstellung können denselben fachlichen Kern belegen. Vier bestandene Tests bestätigen nur die ausgewählten Fälle. Ein Agent darf nur in einer isolierten Umgebung mit vorab begrenzten Rechten handeln; menschliche Abnahme bleibt erforderlich.


Transfer, Schulentwicklung und langfristige Lernkultur


Ein schulisches Verfahren schrittweise einführen

Starte mit einem kleinen, gemeinsam geprüften Raster in einem Fachteam. Trenne die Entscheidung über Lernziele von der Entscheidung über Softwareprodukte. Lege ein einfaches Portfolioformat fest, teste es mit einem synthetischen Beispiel, erhebe Rückmeldungen zu Zugänglichkeit und Aufwand, überarbeite die Kriterien und dokumentiere die Freigaben der zuständigen Stellen. Unterrichtsqualität wird nicht durch mehr Dokumentation erzeugt, sondern durch aussagekräftige Rückmeldung und beobachtbaren Lernfortschritt.

Entscheidungsdiagramm (eigenes Textdiagramm, CC BY-SA 4.0):

Frage Wenn Ja Wenn Nein
Ist das Lernziel verständlich und messbar? Akzeptanzkriterien vereinbaren Auftrag gemeinsam präzisieren
Liegen überprüfbare Belege vor? Gegenbeispiel und Transferfrage stellen Zusätzliche Lernprobe anbieten
Sind Hilfen und Bedingungen transparent? Fachliches Urteil begründen Fairen Nachweisweg klären
Ist die Anwendung datenschutzrechtlich und schulisch geprüft? Im genehmigten Rahmen erproben Nur lokal oder analog mit synthetischen Daten arbeiten

Textalternative: Vier aufeinanderfolgende Entscheidungspunkte prüfen Lernziel, Evidenz, Fairness und Voraussetzungen der eingesetzten Technik. Bei einem Nein wird der jeweilige Schritt überarbeitet; daraus folgt keine automatische negative Leistungsentscheidung.


Grenzen der Messbarkeit und verantwortliche Schlussfolgerung

Auch ein Portfolio dokumentiert nicht sämtliche Denkprozesse. Interviews und Tests sind Stichproben; Bewertungen bleiben anfällig für unterschiedliche Erwartungen, Vorwissen und äußere Bedingungen. Ein gutes Verfahren setzt deshalb auf nachvollziehbare Kriterien, Rückfragen, die Möglichkeit zur Verbesserung und verantwortliche menschliche Urteile. Weder vollständige KI-Vermeidung noch vollständige KI-Nutzung ist von sich aus das richtige Bewertungsmodell. Entscheidend sind Lernziel, Zugänglichkeit, Rechtmäßigkeit, Transparenz und eine begründete fachliche Leistung.

Eine freie Nutzung von Grundmaterialien muss ohne Zahlung, Registrierung bei einem KI-Dienst oder kommerzielle Zusatzpakete möglich sein. Verwendete Medien unter unterschiedlichen Lizenzen müssen getrennt ausgewiesen werden; YouTube-Einbettung ist keine Freigabe zur eigenen Weiterverbreitung des Videos.


Interaktive Aufgaben


Multiple-Choice: Fachwissen anwenden

Welche Evidenz spricht am unmittelbarsten für fachlich verstandene Eigenleistung? (Ein begründeter Test und eine selbst erklärte Änderung) (!Eine besonders hohe Anzahl generierter Codezeilen) (!Ein möglichst langer KI-Chatverlauf) (!Ein automatisch erzeugtes Zertifikat)




Was beschreibt ein gutes Akzeptanzkriterium? (Ein beobachtbares Verhalten unter einer klaren Bedingung) (!Eine möglichst allgemeine Hoffnung auf gute Bedienbarkeit) (!Eine Aufzählung beliebiger Programmiersprachen) (!Eine zwingende Wahl eines bestimmten KI-Anbieters)




Warum ist ein Git-Commit allein kein Beweis individueller Kompetenz? (Er dokumentiert eine Version, nicht sicher den Denkprozess) (!Er verhindert die Speicherung von Programmdateien) (!Er kann grundsätzlich nicht verglichen werden) (!Er ersetzt jede Testausführung automatisch)




Welcher Test prüft im Modellfall gezielt den Leerfall? (Eine Eingabe nur aus Leerzeichen erwartet eine Eingabeaufforderung) (!Eine korrekt geschriebene Antwort erwartet eine Erfolgsmeldung) (!Eine beliebige Farbe wird nie geprüft) (!Das Programm wird nur visuell gestaltet)




Welche Reihenfolge beschreibt testgetriebene Entwicklung? (Zunächst Test formulieren, dann minimal umsetzen und verbessern) (!Zuerst umfangreich generieren, danach alle Tests weglassen) (!Zuerst bewerten, dann erst Anforderungen lesen) (!Nur die Oberfläche entwickeln und Fehler ignorieren)




Welche Frage passt zu einem fachlichen Transfergespräch? (Wie würdest du das Verhalten für einen neuen Randfall prüfen?) (!Wie viele Zeichen hat dein Programm insgesamt?) (!Welcher KI-Name klingt am modernsten?) (!Wie schnell kannst du fremden Text vorlesen?)




Wie sollten KI-generierte Vorschläge im Portfolio behandelt werden? (Als gekennzeichnete Hilfe mit eigener fachlicher Prüfung) (!Immer als vollständig eigene Leistung ohne Kennzeichnung) (!Als zwingende Voraussetzung für die Höchstpunktzahl) (!Als automatisch fehlerfreie Musterlösung)




Was erhöht die Fairness einer Leistungsbewertung? (Vorab bekannte Kriterien und gleichwertige Nachweiswege) (!Unterschiedliche geheime Regeln pro Person) (!Ausschließlich eine einzige mündliche Ausdrucksform) (!Die automatische Übernahme einer KI-Benotung)




Was ist eine verantwortliche Reaktion auf widersprüchliche Portfolio-Belege? (Ein klärendes Gespräch mit konkretem Gegenbeispiel) (!Eine ungeprüfte Täuschungsfeststellung durch Software) (!Die automatische Vergabe der schlechtesten Note) (!Das sofortige Löschen aller Arbeitsstände)




Welche Aussage zu den aktuellen KI-Kompetenzrahmen ist korrekt? (Sie bieten Orientierung, ersetzen aber keine lokale Tool- oder Notenentscheidung) (!Sie genehmigen jede KI-Anwendung an jeder Schule automatisch) (!Sie erklären sämtliche Videoinhalte zu freien Bildungsressourcen) (!Sie schreiben eine feste Punktzahl für alle Programmierkurse vor)





Memory: Begriffe und Nachweise

Ordne jedem eigenständigen Fachbegriff genau seine Bedeutung zu.

Akzeptanzkriterium Vorab festgelegtes und beobachtbares Erfolgskriterium
Diff Darstellung der Unterschiede zweier Arbeitsstände
Prozessportfolio Geordnete Sammlung begründeter Entscheidungen und Prüfnachweise
Regressionstest Erneute Prüfung bereits erfüllter Anforderungen nach einer Änderung
Triangulation Abgleich mehrerer voneinander verschiedener Belegarten
Fachgespräch Rückfragen zur Erklärung und Übertragung eines eigenen Lösungswegs





Drag-and-drop: Portfolio-Bausteine zuordnen

Verbinde jeden konkreten Nachweis mit seinem Zweck.

Konkreter Baustein Passender Zweck
Akzeptanzliste Definiert vorher, welche beobachtbaren Ergebnisse verlangt sind
Grenzfalltest Prüft Verhalten bei einer ungewöhnlichen oder problematischen Eingabe
Änderungsnotiz Hält Grund und Wirkung einer neuen Version fest
Gesprächsprotokoll Dokumentiert das Erklären und Übertragen eigener Entscheidungen
Hilfenverzeichnis Macht verwendete Quellen und KI-Unterstützung transparent





Kreuzworträtsel: Sechs Fachbegriffe

Portfolio Wie heißt eine geordnete Sammlung von Arbeitsergebnissen und Reflexionen?
Commit Wie heißt ein festgehaltener Änderungsstand in Git?
Testfall Was verbindet Eingabe und erwartetes Ergebnis?
Rubrik Wie heißt ein Kriterienraster zur Beurteilung?
Debugging Wie heißt das systematische Suchen und Beheben von Programmfehlern?
Transparenz Welches Prinzip verlangt nachvollziehbare Hilfen und Bewertungsregeln?





LearningApps: Weitere Übungen recherchieren

Suche über die eingebettete LearningApps-Ansicht nach thematisch verwandten Übungen. Es handelt sich um eine Suchansicht, nicht um eine inhaltlich geprüfte Einzelübung. Der externe Dienst kann Cookies oder eigene Zugangsbedingungen haben; diese Übung ist optional und kann vollständig durch Memory, Kreuzwort und Papierkarten ersetzt werden.


Lückentext: Fachliche Entscheidungen verbinden

Ergänze jeweils einen zentralen Begriff.
Ein vorab festgelegtes, beobachtbares Erfolgskriterium heißt

.
Ein Test mit erwarteter Eingabe und erwarteter Ausgabe ist ein

.
Die Gegenüberstellung zweier Codefassungen heißt

.
Eine gespeicherte Änderungseinheit in Git heißt

.
Die Sammlung von Spezifikation, Tests, Änderungen und Reflexion bildet ein

.
Eine erneute Prüfung nach einer Korrektur heißt

.
Eine mündliche oder gleichwertig zugängliche fachliche Erklärung kann Teil des

sein.
Die reflektierte Dokumentation von Hilfen fördert die

.
Über die endgültige schulische Leistungsbewertung entscheidet verantwortlich die

.
Die Anzahl generierter Codezeilen ist kein ausreichender Maßstab für

.




Offene Aufgaben

Bearbeite je nach Vorerfahrung mindestens eine Aufgabe pro Niveau. Die Beispiele und Lösungshinweise sind Lernhilfen, keine zwingend wortgleichen Antworten.


Leicht

  1. Lernziel: Formuliere für ein Mini-Quiz zwei beobachtbare Kompetenzziele, die unabhängig von der Zahl der Codezeilen geprüft werden können.
  2. Akzeptanztest: Schreibe drei klare Akzeptanzkriterien für eine Funktion, die eine Antwort prüft, darunter ein Fehlerfall.
  3. Softwaretest: Entwirf vier Eingaben mit erwarteter Textausgabe und kennzeichne Normalfall und Randfall.
  4. Künstliche Intelligenz: Verfasse eine Nutzungsnotiz zu einem fiktiven KI-Vorschlag einschließlich eigener Prüfung oder beschreibe bewusst den Weg ohne KI.


Standard

  1. Versionsverwaltung: Vergleiche zwei synthetische Funktionsfassungen und begründe eine Änderung fachlich, ohne daraus Urheberschaft abzuleiten.
  2. Fachgespräch: Erstelle einen Gesprächsleitfaden mit einer Verständnisfrage, einer Fehlerfrage und einer Transferfrage sowie Beobachtungskriterien.
  3. Inklusion: Gestalte einen gleichwertigen textbasierten, schriftlichen und mündlichen Nachweisweg für dasselbe Lernziel.
  4. Unterrichtsplanung: Plane eine 45-minütige Lernprobe mit Kriterien, Testphase, Feedback und datensparsamer Dokumentation.


Schwer

  1. Leistungsbewertung: Entwickle ein gewichtetes Raster für ein KI-unterstütztes Programmierprojekt und begründe die Gewichtung unter Fairnessgesichtspunkten.
  2. Barrierefreiheit: Überprüfe ein fiktives Lernspiel auf Tastaturzugang, verständliche Rückmeldungen und fehlende Farbabhaengigkeit und plane eine verbesserte Abnahme.
  3. Fehleranalyse: Untersuche einen synthetischen Agentenvorschlag, der Leerfälle auslässt, und entwirf Tests sowie eine fachlich begründete Korrektur.
  4. Transfer: Übertrage das vierteilige Portfolio auf eine berufliche, künstlerische oder grundschulische Aufgabe und diskutiere mindestens zwei Grenzen.


Lösungen und Erwartungshorizonte zu den zwölf Aufgaben

Aufgabe 1 – Beispiel: „Ich kann einen Randfall ohne Hilfe benennen“ und „Ich kann begründen, warum eine Bedingung vor einer anderen geprüft wird“. Beobachtbar durch Testentwurf und Fachgespräch.

Aufgabe 2 – Beispiel: Leereingabe führt zu einer Eingabeaufforderung; die Antwort mit äußerem Leerraum wird akzeptiert; eine falsche Antwort erhält eine verständliche Wiederholungsaufforderung. Jedes Kriterium benennt Eingabe und Sollverhalten.

Aufgabe 3 – Beispiel: „blau“ → richtig; „ Blau “ → richtig; „ “ → Eingabeaufforderung; „rot“ → erneut versuchen. Zwei Normalvarianten, ein Leerfall, ein inhaltlich falscher Fall.

Aufgabe 4 – Beispiel: „KI erklärte die Funktion casefold. Ich testete danach Großschreibung und verwarf die Idee, fehlerhafte Eingaben als richtig zu behandeln.“ Gleichwertig ist „Ohne KI anhand dokumentierter Regeln entwickelt und geprüft“.

Aufgabe 5 – Beispiel: V0 vergleicht Zeichenketten unverändert; V1 entfernt äußeren Leerraum und ignoriert Großschrift. Begründung: AK1 erfüllen; Beleg: vorher scheiternder, danach bestandener Test.

Aufgabe 6 – Beispiel: „Warum prüfst du leer zuerst?“, „Welche Eingabe zeigt den Fehler?“, „Wie würdest du Bindestriche behandeln?“ Beobachtet werden fachliche Begründung, Gegenbeispiel und nachvollziehbare Entscheidung.

Aufgabe 7 – Beispiel: Die Person kann ein textlesbares Prüfprotokoll, eine gleichwertige Audioerklärung oder ein strukturiertes Gespräch mit Denkzeit nutzen; in allen Fällen werden dasselbe Kriterium und derselbe Gegenfall geprüft. Für den konkreten Nachteilsausgleich gelten lokale Regeln.

Aufgabe 8 – Beispiel: 10 Minuten Zielklärung, 10 Minuten Testentwurf, 15 Minuten Erprobung, 5 Minuten kollegiale Rückfrage, 5 Minuten Reflexion; nur ausgewählte, nicht personenbezogene Belege bleiben erhalten.

Aufgabe 9 – Beispiel: Spezifikation 20, Tests 25, Änderungen 20, Fachgespräch 25, Transparenz 10. Die Test- und Erkläranteile sind gewichtet, weil die Zielkompetenz begründetes Prüfen ist; alternative Nachweiswege sind festgelegt.

Aufgabe 10 – Beispiel: Alle Aktionen mit Tastatur erreichbar; jede Rückmeldung als Text; Erfolg nicht nur grün, Fehler nicht nur rot; Prüfung mit tatsächlicher assistiver Technik wird im Anwendungsfall gesondert organisiert.

Aufgabe 11 – Beispiel: Der Vorschlag return "Falsch" für leeren Text verletzt AK2. Neuer Test mit „ “ erwartet die Eingabeaufforderung; Bedingung auf leer nach dem Entfernen von Rand-Leerraum ergänzt und Regression durchgeführt.

Aufgabe 12 – Beispiel: Berufsschule prüft eine fiktive Teileliste, Grundschule eine analoge Schrittfolge, Kunst einen interaktiven Bildpfad. Grenzen: unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen, Bewertungsaufwand, nicht lückenlos beobachtbare Eigenleistung und Prüfpflicht für externe Dienste.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Diese ergänzenden Lernkontrollen können schriftlich, mündlich oder als barrierearme Demonstration erfolgen. Für eine schulische Leistungsfeststellung sind die Kriterien vorher zu vereinbaren.

  1. Kompetenzorientierung: Vergleiche die Aussagekraft von einem perfekten Programm und einem fehlerhaften, aber gründlich überprüften Lernprozess. Mustererwartung: Lernzielbezogen begründen, keine pauschale Bevorzugung.
  2. Testmethodik: Lege für eine neue Normalisierungsregel einen negativen Test und einen Regressionstest an. Mustererwartung: zuerst Sollverhalten, danach Korrektur und erneute Prüfung.
  3. Datenminimierung: Analysiere, welche Daten für ein Offline-Quiz entbehrlich sind. Mustererwartung: keine Namen, Konten oder personenbezogene Protokolle nötig.
  4. Faire Leistungsbewertung: Begründe zwei gleichwertige Prüfwege bei unterschiedlichen Ausdrucks- und Zugangsbedingungen. Mustererwartung: gleicher fachlicher Maßstab bei angepasster Form.
  5. Fehlerkultur: Widersprich der Behauptung, ein großer Commit belege Betrug. Mustererwartung: Commit ist mehrdeutig; Fachgespräch und konkrete Rückfragen nötig.
  6. Portfolioarbeit: Finde in einer vorliegenden Sammlung eine fehlende Verbindung zwischen Kriterium, Test und Änderung. Mustererwartung: Nachverfolgbarkeit durch genau benannten Ergänzungsbeleg herstellen.




Lernnachweis

Als vollständiger Lernnachweis erstellst du ein anonymes oder vollständig synthetisches Portfolio mit vier Elementen: (1) Spezifikation mit drei bis fünf Akzeptanzkriterien; (2) Tests mit Normal- und Randfällen sowie dokumentiertem Soll-Ist-Vergleich; (3) Änderungen anhand von zwei Versionen oder eines nachvollziehbaren Diffs einschließlich Fehlerbegründung; (4) Fachgespräch mit einer neuen Transferfrage und einem kurzen schriftlichen Reflexionsprotokoll. Lege ein vorab verständliches Bewertungsraster und eine gleichwertige Alternative ohne generative KI bei.

Selbstprüfung: Kannst du jede Anforderung zu einem Test zuordnen? Ist sichtbar, welche Hilfe du wie geprüft hast? Kannst du eine Änderung ohne Vorlage begründen? Ist dein Beispiel frei von echten Schüler- oder Betriebsdaten? Kann jemand ohne Audio, Farbe oder Maus die Kernaussagen erfassen? Welche Unsicherheit bleibt?

Keine Zertifizierung: Der Lernnachweis ist eine pädagogische Lernleistung in diesem freien Kurs, keine staatliche Prüfung, keine amtliche Fortbildungspunktevergabe und keine automatische schulische Note. Die Entscheidung über Anerkennung und Leistungsbewertung verbleibt bei der zuständigen Stelle.




OER und Wikipedia

Frei zugängliche Grundlagen und aktuelle Quellen (geprüft am 03.11.2026):

Wikimedia-Commons-Medien mit Originaldateiseiten und Lizenznachweis:

Eingebettete Datei Urheber / Lizenz Originalquelle Textalternative im Kurs
Flowchart de.svg Erik Streb, CC BY-SA 3.0 Commons-Dateiseite Deutscher Programmablaufplan; beschrieben in Einleitung und Modellfall
Test-driven development.svg Excirial und Jarozwj, CC BY-SA 3.0 Commons-Dateiseite Zyklus aus Test, Implementierung und erneuter Prüfung
Git operations.svg Daniel Kinzler, CC BY 3.0 Commons-Dateiseite Arbeitskopie, Index, Commit und Austausch
Git branches merge.svg Bunyk, CC BY-SA 4.0 Commons-Dateiseite Zwei Git-Zweige und Zusammenführung

Verifizierte Erklärungsvideos: Test-Driven Development (TDD) // deutsch, the native web GmbH (10.03.2021); Lerne Git in 60 Minuten, Mit Mario (25.11.2022). Beide Videos sind oben nativ eingebettet und mit inhaltlicher Textalternative versehen. Rechtehinweis: Eine YouTube-Einbettung oder öffentliche Erreichbarkeit gewährt keine pauschale Creative-Commons-Nachnutzung; Lizenz- und Datenschutzbedingungen des jeweiligen externen Dienstes sind getrennt zu prüfen. Bei deaktivierten Videos genügen die bereitgestellten Textpfade.

Eigene Materialien dieses Kurses: Textbasierte Ablauf- und Entscheidungsdiagramme, synthetische Falltabellen, Beispielcode, Kriterienraster und Lösungshinweise sind als neue didaktische Darstellungen unter CC BY-SA 4.0 zur Anpassung vorgesehen. Medien Dritter bleiben ihren ausgewiesenen Einzellizenzen unterworfen. Basiszugang zum Lerninhalt ist kostenlos; externe Angebote sind optional.



Verknüpfte Lernbereiche

Didaktische Brücken: Deutsch und Sprachbildung – präzise Kriterien und Argumentation; Mathematik – logische Bedingungen und Gegenbeispiele; Sachunterricht – Handlungsabläufe; Informatik – Programmtests; Technik und Berufsbildung – Prüfprotokolle und Qualität; Medienbildung – Quellenkritik und Transparenz; Kunst – zugängliche Interaktionsgestaltung; Pädagogik – formative und summative Bewertung. Verknüpfte Kurse und Kategorien dienen der offenen Navigation, nicht der amtlichen Zertifizierung.


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