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ABI - Kommunikationsmodelle reflektiert anwenden

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ABI - Kommunikationsmodelle reflektiert anwenden



ABI - Kommunikationsmodelle reflektiert anwenden

Mini-Beschreibung: Erkläre und nutze ausgewählte Kommunikationsmodelle zur Analyse komplexer Kommunikationsprozesse, ohne Situationen mechanisch auf ein Modell zu reduzieren. Zielgruppe ist die Kursstufe im Fach Deutsch in Baden-Württemberg mit Blick auf das Abitur 2027.

Leitidee: Modelle sind Denkwerkzeuge. Eine starke Analyse beginnt am Material, belegt Beobachtungen und nutzt ein Modell nur dort, wo es tatsächlich etwas erklärt.


Einleitung

Kommunikation entsteht aus Sprache, Stimme, Körper, Situation, Beziehung, Medium und Vorgeschichte. Deshalb reicht es nicht, einen Dialog schematisch in Kästchen einzutragen. Du untersuchst zuerst den konkreten Kommunikationsprozess und entscheidest danach, welches Modell für welche Beobachtung hilfreich ist.

Im Zentrum stehen vier Zugänge: das Sender-Empfänger-Modell, das Organon-Modell von Karl Bühler, das Vier-Seiten-Modell von Friedemann Schulz von Thun und ausgewählte Axiome der Kommunikation nach Paul Watzlawick, Janet H. Beavin und Don D. Jackson.


Einstieg: Eine Äußerung, mehrere Lesarten

Eigener Beispieldialog:

A: „Du bist schon da.“

B: „Soll ich wieder gehen?“

Beobachte zuerst ohne Modell: Wortwahl, Tonfall, Beziehung, Situation, mögliche Vorgeschichte und Reaktion. Erst danach prüfst Du, ob etwa Beziehungshinweis, Appell, Kontext oder Interpunktion des Gesprächsverlaufs eine plausible Erklärung liefern.

Einstiegsauftrag: Sprich den Satz „Du bist schon da“ einmal erfreut, einmal überrascht, einmal gereizt und einmal ängstlich ein. Vergleiche die Wirkung. Notiere, welche Informationen nur durch den geschriebenen Satz fehlen.


Lernziele

  1. Kommunikationsanalyse: Du beschreibst komplexe Kommunikationsprozesse text- und mediennah.
  2. Kommunikationsmodell: Du erklärst zentrale Begriffe ausgewählter Modelle präzise.
  3. Modellanwendung: Du nutzt Modelle hypothesengeleitet statt mechanisch.
  4. Modellkritik: Du benennst Reichweite, Grenzen und blinde Flecken eines Modells.
  5. Medienanalyse: Du vergleichst Dialog, Audio und Video unter Einbezug verbaler, paraverbaler und nonverbaler Signale.
  6. Abitur Deutsch: Du arbeitest in AFB I, II und III und begründest Befunde mit Materialbelegen.
  7. KI-Kompetenz: Du nutzt KI nach eigener Erschließung gezielt und prüfst Ergebnisse unabhängig.


Vorwissen aktivieren

  1. Sprechen und Zuhören: Was verändert sich, wenn ein Satz nur gelesen statt gehört wird?
  2. Textbeleg: Wie belegst Du eine Beobachtung an Wortwahl, Syntax, Gesprächsverhalten oder Regieanweisung?
  3. Kontext: Welche Informationen über Situation und Beziehung brauchst Du für eine belastbare Deutung?
  4. Medienkompetenz: Welche Bedeutungsanteile entstehen erst durch Stimme, Schnitt, Bild oder Körpersprache?


Vier Modelle als Werkzeugkasten


Sender-Empfänger-Modell: Übertragung und Störung

Das informationstheoretische Modell nach Claude E. Shannon und Warren Weaver hilft besonders bei Fragen nach Signalweg, Kanal, Codierung und Störung. Für zwischenmenschliche Kommunikation ist es nützlich, aber allein zu schmal: Beziehung, Mehrdeutigkeit, Macht und wechselseitige Dynamik werden nicht ausreichend erklärt.

Prüffrage: Was wurde übertragen, über welchen Kanal, und wo könnte eine Störung liegen?


Organon-Modell: Sprache erfüllt Funktionen

Karl Bühler beschreibt das sprachliche Zeichen in Beziehungen zu Sender, Empfänger und Gegenständen beziehungsweise Sachverhalten. Daraus ergeben sich drei Funktionen: Ausdruck, Appell und Darstellung. In realen Äußerungen können mehrere Funktionen zugleich wirksam sein.

Prüffrage: Welche Funktion dominiert, welche wirkt mit, und woran ist das sprachlich belegbar?


Vier-Seiten-Modell: Mehrschichtigkeit einer Nachricht

Nach Schulz von Thun kann eine Nachricht als Sachinhalt, Selbstkundgabe, Beziehungshinweis und Appell betrachtet werden. Wichtig ist die Differenz zwischen möglichem Senden und möglichem Verstehen. Eine Analyse darf Intentionen nicht als sicher behaupten, wenn der Text sie nicht belegt.

Prüffrage: Welche Lesart ist am Material plausibel, und welche bleibt nur eine Hypothese?


Watzlawick, Beavin und Jackson: Interaktion und Beziehung

Die fünf Axiome lenken den Blick auf Verhalten als Kommunikation, Inhalts- und Beziehungsaspekte, die unterschiedliche Gliederung von Kommunikationsabläufen, digitale und analoge Modalitäten sowie symmetrische und komplementäre Beziehungen. Bei Watzlawick bedeutet digital nicht „im Internet“, sondern sprachlich beziehungsweise konventionell codiert; analog betrifft vor allem nichtsprachliche, relationale Signale.

Prüffrage: Welche Interaktionsdynamik erklärt ein Axiom, und was erklärt es nicht?


Modelle vergleichen statt vermischen

Modell Besonders hilfreich für Grenze
Shannon/Weaver Kanal, Codierung, Störung soziale Bedeutungen und Beziehung nur begrenzt
Bühler Funktionen sprachlicher Zeichen Gesprächsdynamik nur begrenzt
Schulz von Thun Mehrschichtigkeit und Missverständnisse mögliche Seiten dürfen nicht als sichere Absichten ausgegeben werden
Watzlawick/Beavin/Jackson Interaktion, Beziehung, Verlauf konkrete sprachliche Form muss zusätzlich textnah untersucht werden

Merksatz: Nicht „Welches Modell passt auf alles?“, sondern „Welche Beobachtung erklärt dieses Modell besser als eine rein beschreibende Analyse?“


Dialog, Audio und Video untersuchen


Dialoglabor: Kontext verändert Bedeutung

Version 1 – Unterricht:

Lehrkraft: „Das war knapp.“

Schüler: „Aber es war richtig.“

Version 2 – Sport:

Trainerin: „Das war knapp.“

Spieler: „Aber es war drin.“

Arbeite zuerst sprachlich: Pronomen, Tempus, Wertung, implizite Bezugspunkte. Prüfe danach, ob Schulz von Thun oder Watzlawick zusätzliche Einsichten liefert. Eine gute Analyse benennt Unterschiede zwischen den Situationen, statt dieselbe Modellschablone zweimal auszufüllen.


Audiolabor: Dialog hören

Die folgende frei lizenzierte Aufnahme ist eine gesprochene Version des Wikipedia-Artikels „Der Dialog“. Nutze einen kurzen selbst gewählten Ausschnitt.

Hörauftrag: Notiere drei Merkmale, die nur im Audio wahrnehmbar sind. Trenne dabei Beobachtung und Deutung. Formuliere anschließend, welches Kommunikationsmodell für eine Deiner Beobachtungen nützlich ist.


Videolabor: Bild, Stimme und Modell

Sieh einen kurzen Ausschnitt aus dem Überblicksvideo. Halte Bild, Ton und Sprache getrennt fest. Frage danach, welche Bedeutung erst durch ihr Zusammenspiel entsteht.

Vergleichsauftrag: Vergleiche dieselbe kommunikative Szene einmal als Transkript und einmal als Video. Welche Deutung wäre im Transkript zu sicher, weil Mimik, Gestik oder Prosodie fehlen?


Methode: Reflektierte Kommunikationsanalyse

  1. Materialerschließung: Situation, Sprecherrollen, Medium, Gesprächsanlass und Verlauf knapp klären.
  2. Beobachtung: Auffällige Wörter, Sätze, Sprecherwechsel, Pausen, Ton, Gestik oder Bildgestaltung belegen.
  3. Deutungshypothese: Formulieren, was diese Signale im Kontext bedeuten könnten.
  4. Modellauswahl: Nur ein Modell oder einen Modellaspekt wählen, der die Hypothese schärft.
  5. Anwendung: Fachbegriffe korrekt und eng am Material nutzen.
  6. Gegenprobe: Prüfen, ob eine alternative Deutung möglich ist oder ein anderes Modell mehr erklärt.
  7. Grenze: Benennen, was das Modell ausblendet.
  8. Fazit: Ergebnis zum Kommunikationsprozess formulieren, nicht zum Modell an sich.


Mini-Beispiel mit Lösung

Material: A sagt im Gruppenchat: „Klar, machen wir wieder so.“ B reagiert nicht.

Zu kurze Modellantwort: „B kommuniziert nach Watzlawick trotzdem.“

Reflektierte Antwort: Das Ausbleiben einer sichtbaren Reaktion kann kommunikativ gedeutet werden, seine Bedeutung bleibt aber ohne Kontext offen. Erst zusätzliche Hinweise wie vorherige Konflikte, Lesebestätigung oder spätere Reaktionen erlauben eine belastbarere Deutung. Watzlawicks erstes Axiom sensibilisiert für die kommunikative Wirkung von Verhalten, ersetzt aber keine Kontextanalyse.


Basisfach und Leistungsfach

Bereich Basisfach Leistungsfach
Modellwissen zentrale Begriffe sicher erläutern Begriffe sicher erläutern, Modelle vergleichen und theoretisch reflektieren
Material überschaubare, aber komplexe Dialoge, Texte und Medien komplexere und materialreichere Zusammenhänge, stärkere Selbstständigkeit
Analyse Modell gezielt auf begründete Beobachtungen anwenden Modellwahl begründen, Alternativen prüfen, Reichweite und Grenzen differenziert diskutieren
Abiturbezug 2027 Der Facherlass regelt für das Basisfach die mündliche Prüfung; Aufgaben erwachsen aus dem Unterricht und beziehen unterschiedliche Kompetenzbereiche ein. Im Leistungsfach ist das Themenfeld „Sprache in politisch-gesellschaftlichen Verwendungszusammenhängen“ verbindlich; dazu gehören Verständigung und Strategie, sprachliche Merkmale sowie schriftlicher und mündlicher Sprachgebrauch in unterschiedlichen Medien.

Wichtig: Für das Abitur 2027 sind der aktuelle Facherlass und die konkrete schulische Lektüreauswahl maßgeblich. Vorgaben späterer Prüfungsjahrgänge müssen neu geprüft werden.


AFB I, II und III

Anforderungsbereich Typische Leistung in diesem Thema Erwartung
AFB I Modellbegriffe wiedergeben und Materialbefunde benennen korrekt, knapp, fachsprachlich
AFB II Kommunikationsprozess analysieren und Modell funktional anwenden Materialbelege, Zusammenhänge, plausible Deutung
AFB III Modellwahl beurteilen, Grenzen reflektieren, alternative Deutungen entwickeln eigenständige Abwägung und begründetes Urteil

Im Leistungsfach liegt laut Facherlass der Schwerpunkt der Klausuren in AFB II; AFB III wird stärker akzentuiert als AFB I. Im Basisfach liegt ebenfalls der Schwerpunkt in AFB II; dort wird AFB I stärker akzentuiert als AFB III.


KI-Spirale: KI nach eigener Textarbeit nutzen

  1. Aufgabenverständnis: Kläre Operator, Material und Ziel ohne KI.
  2. Materialerschließung: Markiere selbst sprachliche, auditive oder visuelle Befunde.
  3. Eigener Ansatz: Formuliere eine erste Deutung und entscheide, welches Modell helfen könnte.
  4. KI gezielt befragen: Bitte zum Beispiel um eine Gegenhypothese oder um Prüfung Deiner Modellbegriffe.
  5. Unabhängig prüfen: Kontrolliere Texttreue, Fakten, Logik und Quellen selbst.
  6. Eigene Lösung verbessern: Übernimm nur nachvollziehbare Hinweise und formuliere eigenständig.
  7. KI-Hilfe transparent machen: Dokumentiere kurz, wofür Du KI verwendet hast.

Regel: KI ersetzt keine eigene Textarbeit. Sie darf keine fehlenden Textbelege erfinden und keine unsichere Sprecherabsicht als Tatsache ausgeben.


KI-Prüfauftrag

Gib einer KI nur Deinen eigenen Analyseabsatz und frage: „Welche zwei alternativen Deutungen sind mit meinem Beleg vereinbar?“ Prüfe danach jede Antwort am Material. Markiere eine KI-Aussage, die über den Text hinausgeht, und verbessere Deinen Absatz.


Abitur-Check 2027 Baden-Württemberg

Der Facherlass 2027 für das allgemein bildende Gymnasium nennt für das Leistungsfach Deutsch ausdrücklich das Themenfeld Sprache mit politisch-gesellschaftlicher Kommunikation. In der schriftlichen Prüfung stehen vier Aufgaben zur Auswahl; die Aufgaben II, III und IV können auf dem Themenfeld Sprache beruhen. Die Bearbeitungszeit im Leistungsfach beträgt 315 Minuten einschließlich Auswahlzeit.

Im Basisfach nennt der Facherlass als verbindliche Lektüreauswahl mindestens zwei Texte aus der Liste, darunter mindestens einen dramatischen und einen epischen Text. Für die konkrete Vorbereitung sind Unterricht, schulische Auswahl und aktuelle Erlasse entscheidend.

Offizielle Grundlage, geprüft für Abitur 2027:

  1. Kultusministerium Baden-Württemberg: Termine und Informationen zum Abitur
  2. Facherlass Abitur 2027, Stand 09.09.2025
  3. Bildungsplan Deutsch V2, Leistungsfach: Funktion von Äußerungen
  4. Bildungsplan Deutsch V2, Basisfach: Funktion von Äußerungen


Typische Fehler

  1. Modellschablone: Jede Äußerung zwanghaft vollständig in ein Modell pressen.
  2. Intentionsbehauptung: „Der Sprecher will ...“ schreiben, obwohl das Material nur eine Möglichkeit nahelegt.
  3. Belegarmut: Fachbegriffe nennen, aber keine Wörter, Gesprächszüge oder Medienmerkmale analysieren.
  4. Kontextverlust: Vorgeschichte, Rollen, Medium oder Situation ignorieren.
  5. Begriffsfehler: Watzlawicks „digital“ mit digitaler Online-Kommunikation verwechseln.
  6. Modellmix: Begriffe mehrerer Modelle ohne Begründung vermischen.
  7. Medienblindheit: Bei Audio oder Video nur das Transkript betrachten.


Prüfungstipps

  1. Operatoren: Markiere zuerst, ob Du erläutern, analysieren, vergleichen, erörtern oder beurteilen sollst.
  2. Belege: Arbeite vom konkreten sprachlichen oder medialen Signal zum Fachbegriff.
  3. Modellwahl: Nutze lieber einen passenden Aspekt präzise als mehrere Modelle oberflächlich.
  4. Absicherung: Formuliere bei unsicheren Absichten „kann“, „legt nahe“, „lässt sich deuten als“.
  5. AFB III: Zeige Grenzen, Gegenlesarten und Konsequenzen Deiner Deutung.
  6. Zeitmanagement: Plane einen kurzen Prüfschritt für Texttreue, Logik, Fachbegriffe und Belege ein.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wofür eignet sich das Sender-Empfänger-Modell besonders? (Für die Analyse von Übertragungsweg und Störungen) (!Für die sichere Bestimmung von Sprecherabsichten) (!Für die vollständige Erklärung von Machtverhältnissen) (!Für die Interpretation jeder nonverbalen Geste)




Welche drei Funktionen unterscheidet Bühlers Organon-Modell? (Darstellung Ausdruck Appell) (!Sachinhalt Beziehung Appell) (!Codierung Kanal Rückkopplung) (!Symmetrie Komplementarität Interpunktion)




Welche vier Seiten gehören zum Kommunikationsquadrat? (Sachinhalt Selbstkundgabe Beziehung Appell) (!Darstellung Ausdruck Beziehung Kanal) (!Sender Empfänger Nachricht Störung) (!Symmetrie Beziehung Interpunktion Appell)




Was bedeutet digital bei Watzlawick? (Sprachlich beziehungsweise konventionell codiert) (!Kommunikation über soziale Netzwerke) (!Kommunikation mit Computern) (!Ausschließlich schriftliche Kommunikation)




Was ist bei einer reflektierten Modellanwendung zuerst zu tun? (Das Material genau beobachten und belegen) (!Sofort alle Modellbegriffe zuordnen) (!Eine Sprecherabsicht festlegen) (!Das komplexeste Modell auswählen)




Welche Formulierung ist bei unsicherer Sprecherabsicht angemessen? (Die Äußerung kann als Vorwurf verstanden werden) (!Die Äußerung ist eindeutig als Vorwurf gemeint) (!Der Sprecher denkt sicher an einen Konflikt) (!Das Modell beweist die Absicht des Sprechers)




Welcher Anforderungsbereich steht bei der Analyse und Anwendung im Zentrum? (AFB II) (!AFB I) (!AFB III ausschließlich) (!Kein Anforderungsbereich)




Was verlangt eine starke AFB-III-Leistung besonders? (Eigenständige Abwägung und Reflexion von Grenzen) (!Nur Definitionen auswendig wiedergeben) (!Nur Textstellen abschreiben) (!Nur ein Modell benennen)




Was gehört zur KI-Spirale nach der KI-Antwort? (Texttreue Fakten Logik und Quellen unabhängig prüfen) (!Die KI-Antwort unverändert übernehmen) (!Eigene Notizen löschen) (!Nur die sprachliche Eleganz prüfen)




Was ist für die Abiturvorbereitung 2027 maßgeblich? (Aktueller Facherlass und konkrete schulische Unterrichtsgrundlage) (!Eine beliebige ältere Abiturübersicht) (!Nur ein Lernvideo) (!Nur ein Kommunikationsmodell)




Feedback: 9–10 richtig: Du kannst in Transferaufgaben wechseln. 7–8 richtig: Wiederhole Modellgrenzen und AFB. Unter 7 richtig: Nutze die Vergleichstabelle und analysiere den Einstiegsdialog erneut.


Memory

Sachinhalt Information über einen Sachverhalt
Selbstkundgabe Hinweis auf die sprechende Person
Beziehungshinweis Aussage über das Verhältnis zum Gegenüber
Appell Versuch einer Einflussnahme
Darstellung Bezug eines Zeichens auf Gegenstände und Sachverhalte
Ausdruck Bezug eines Zeichens auf den Sender
Störquelle Beeinträchtigung einer Signalübertragung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Materialbeobachtung Wortwahl Tonfall Gestik oder Gesprächsverlauf erfassen
Deutungshypothese mögliche Bedeutung im Kontext formulieren
Modellauswahl passendes Analysewerkzeug begründet wählen
Gegenprobe alternative Lesart oder anderes Modell prüfen
Modellgrenze nicht erklärte Aspekte ausdrücklich benennen




Feedback: Die Reihenfolge verhindert, dass das Modell die Beobachtung ersetzt.


Kreuzworträtsel

Appell Welche Funktion zielt bei Bühler auf den Empfänger?
Ausdruck Welche Funktion verweist bei Bühler auf den Sender?
Beziehung Welche Seite beschreibt bei Schulz von Thun das Verhältnis zum Gegenüber?
Störung Wie heißt eine Beeinträchtigung der Signalübertragung?
Kontext Was muss neben dem Wortlaut für eine Deutung berücksichtigt werden?
Prosodie Wie heißt der Bereich von Intonation Rhythmus und Akzent?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine belastbare Kommunikationsanalyse beginnt mit der genauen

. Das Vier-Seiten-Modell unterscheidet Sachinhalt Selbstkundgabe Beziehung und

. Bühler beschreibt mit Darstellung Ausdruck und Appell verschiedene

. Watzlawicks Begriff digital meint sprachlich beziehungsweise konventionell

. Im Abitur soll ein Modell nicht mechanisch eingesetzt sondern in seiner

reflektiert werden. Der Schwerpunkt analytischer Leistungen liegt typischerweise im

. Nach einer KI-Hilfe musst Du Texttreue Fakten Logik und

unabhängig prüfen.




Interaktive Analyse mit Hilfestufen

Aufgabe: Analysiere den Dialog: A: „Du hast meine Nachricht gesehen.“ B: „Ich hatte keine Zeit.“

Hilfestufe 1: Markiere zuerst Behauptung, Rechtfertigung und mögliche Beziehungssignale.

Hilfestufe 2: Prüfe mit Schulz von Thun nur die Beziehungsebene und den Appell. Formuliere Möglichkeiten, keine Gewissheiten.

Hilfestufe 3: Prüfe mit Watzlawicks Interpunktionsgedanken, ob A und B den Beginn des Konflikts unterschiedlich setzen könnten.

Lösungskern: A stellt einen Sachverhalt fest, kann aber zugleich einen Vorwurf oder Appell nahelegen. B reagiert mit einer Rechtfertigung und setzt dadurch einen anderen Schwerpunkt. Ohne Vorgeschichte bleibt offen, ob der Konflikt aus Nichtantwort, Erwartungsdruck oder einer früheren Spannung entsteht. Die Modelle strukturieren plausible Deutungen, beweisen aber keine Absicht.


Selbstkontrolle

Ich kann ... Ja Teilweise Noch nicht
Beobachtung und Deutung trennen □ □ □
mindestens drei Modelle korrekt erklären □ □ □
ein Modell begründet auswählen □ □ □
eine Modellgrenze benennen □ □ □
Audio und Video mediengerecht analysieren □ □ □
AFB I II und III unterscheiden □ □ □
KI-Hilfe unabhängig prüfen und transparent machen □ □ □


Transfer

Untersuche eine reale, öffentlich zugängliche Kommunikationssituation, zum Beispiel ein Interview, eine Pressekonferenz, einen Podcastausschnitt oder ein Unterrichtsvideo. Nutze höchstens zwei Modellaspekte. Zeige anschließend mindestens einen Punkt, den Deine Modelle nicht erklären. Verwende keine unnötigen personenbezogenen Daten.


Transferbeispiel: Politisch-gesellschaftliche Kommunikation

Wähle einen kurzen, öffentlich zugänglichen Ausschnitt aus einer politischen Rede oder einem Interview. Analysiere nicht die politische Position, sondern den Kommunikationsprozess: Adressierung, strategische Formulierungen, Verhältnis von Information und Appell, Gesprächssteuerung und mediale Inszenierung. Trenne belegbare sprachliche Merkmale von Vermutungen über Motive.


Kompetenzcheck

  1. AFB I – Reproduktion: Erkläre zwei Modelle in jeweils höchstens drei Sätzen und nenne je eine Grenze.
  2. AFB II – Analyse: Analysiere einen unbekannten Dialog mit einem selbst gewählten Modell und drei Materialbelegen.
  3. AFB II – Medienvergleich: Vergleiche Transkript und Video derselben Szene hinsichtlich zusätzlicher Bedeutungsinformationen.
  4. AFB III – Reflexion: Beurteile, warum eine zweite Modellperspektive zu einer anderen Deutung führen kann.
  5. AFB III – Transfer: Entwickle Kriterien dafür, wann eine Modellanwendung eher erhellt und wann sie eher vereinfacht.

Auswertung: Sicher bist Du, wenn Du nicht nur Fachbegriffe korrekt verwendest, sondern Modellwahl, Belege und Grenzen miteinander verknüpfst.


Reflexion

  1. Lernreflexion: Welches Modell hat Deine Wahrnehmung am stärksten verändert und warum?
  2. Modellkritik: Wo hast Du gemerkt, dass ein Modell einen Kommunikationsprozess zu stark vereinfacht?
  3. Medienreflexion: Welche Informationen gingen beim Wechsel von Video zu Transkript verloren?
  4. KI-Reflexion: Welche KI-Hilfe war nützlich, welche musstest Du verwerfen oder korrigieren?


Folgekurs-Empfehlung

Als nächstes eignet sich ein aiMOOC zu ABI - Sprache in politisch-gesellschaftlichen Verwendungszusammenhängen oder zu ABI - Pragmatische Texte analysieren und erörtern. Dort kannst Du Kommunikationsanalyse mit Argumentationsanalyse, Persuasion, Medienwirkung und materialgestütztem Schreiben verbinden.


Offene Aufgaben


Leicht

  1. Stimmvarianten: Nimm denselben Satz in drei unterschiedlichen Sprechhaltungen auf und beschreibe die Wirkungsunterschiede.
  2. Modellkarte: Gestalte eine eigene einseitige Visualisierung zu einem Kommunikationsmodell und kennzeichne eine Grenze.
  3. Dialogvariation: Schreibe einen Sechs-Zeilen-Dialog zweimal mit unterschiedlichem Kontext.
  4. Medienfundstück: Finde ein frei zugängliches Bild oder kurzes Video zu Kommunikation und notiere Lizenz beziehungsweise Quelle.


Standard

  1. Audioanalyse: Produziere einen 60-sekündigen eigenen Dialog und analysiere Wortwahl Prosodie und Sprecherwechsel.
  2. Videotranskript: Transkribiere einen kurzen frei nutzbaren Videoausschnitt und vergleiche Transkript und Original.
  3. Modellvergleich: Analysiere dieselbe Szene einmal mit Schulz von Thun und einmal mit Watzlawick und vergleiche den Erkenntnisgewinn.
  4. Fehlerwerkstatt: Erstelle drei absichtlich schlechte Modellanalysen und verbessere sie mit Belegen und Grenzreflexion.


Schwer

  1. Kommunikationsdossier: Erstelle ein Dossier aus Dialog Audio Video und Schaubild zu einem gemeinsamen Kommunikationsproblem und führe die Befunde zusammen.
  2. Abiturtraining: Verfasse eine materialnahe Analyse mit AFB-II-Schwerpunkt und einem AFB-III-Abschnitt zur Modellgrenze.
  3. KI-Audit: Lass eine KI eine Kommunikationsanalyse prüfen dokumentiere ihre Vorschläge und bewerte jeden Vorschlag anhand des Materials.
  4. Mikroprojekt: Entwickle ein eigenes dreiminütiges OER-Erklärvideo mit Quellen Lizenzhinweisen Untertiteln und einem Beispiel das die Grenze eines Modells sichtbar macht.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Modellwahl begründen: Du erhältst einen mehrdeutigen Chatdialog mit Kontextinformationen. Entscheide, welches Modell für zwei konkrete Beobachtungen am ergiebigsten ist, und begründe die Auswahl.
  2. Gegenlesart entwickeln: Formuliere zu einer bestehenden Analyse eine plausible alternative Deutung und zeige, welche Textstelle beide Lesarten zulässt.
  3. Medienwechsel reflektieren: Erkläre, wie sich die Analyse verändert, wenn aus einem Videodialog nur ein Transkript vorliegt.
  4. Grenzen prüfen: Zeige an einem selbst gewählten Beispiel, welche wichtige Dimension ein Kommunikationsmodell nicht erfasst.
  5. Transfer auf öffentliche Kommunikation: Analysiere einen kurzen öffentlichen Kommunikationsausschnitt hinsichtlich Verständigung und Strategie, ohne Motive zu unterstellen.
  6. KI-Qualitätssicherung: Vergleiche Deinen eigenen Analyseabsatz mit einer KI-Überarbeitung und entscheide begründet, welche Änderungen fachlich übernommen werden können.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind wichtig:

  1. eine präzise materialgestützte Analyse statt reiner Modellwiedergabe
  2. fachlich korrekte Verwendung ausgewählter Modellbegriffe
  3. begründete Auswahl des Analysewerkzeugs
  4. sichtbare Trennung von Beobachtung Deutung und möglicher Sprecherintention
  5. Reflexion mindestens einer Modellgrenze oder alternativen Lesart
  6. Einbezug medialer Merkmale bei Audio und Video
  7. sichere Arbeit in AFB I II und III
  8. transparente und überprüfte Nutzung von KI falls verwendet
  9. korrekte Quellenangaben bei fremden Texten Bildern Audios und Videos


Lösungen und Feedback

Grundprinzip: Eine Lösung ist stark, wenn sie am Material beginnt, das Modell funktional nutzt und eine Grenze benennt.

  1. Quiz: Die jeweils erste Antwort ist richtig.
  2. Memory: Die Paare verbinden Fachbegriff und Kernfunktion.
  3. Drag and Drop: Die sinnvolle Arbeitslogik lautet Materialbeobachtung – Deutungshypothese – Modellauswahl – Gegenprobe – Modellgrenze.
  4. Kreuzworträtsel: Appell – Ausdruck – Beziehung – Störung – Kontext – Prosodie.
  5. Lückentext: Materialbeobachtung – Appell – Sprachfunktionen – codiert – Reichweite – AFB II – Quellen.


Medien- und Quellencheck

Die eingebundenen Wikimedia-Commons-Dateien sind frei beziehungsweise offen lizenziert oder gemeinfrei; prüfe bei Weiterverwendung immer die jeweilige Dateiseite und Lizenzangabe. Die YouTube-Videos werden nur eingebettet und nicht als eigene Werke ausgegeben. Geschützte Ganzschriften werden in diesem Kurs nicht vollständig wiedergegeben; für Unterricht und Prüfung gelten die eingeführten Ausgaben.

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