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Weltliteratur verstehen - Phädra - Jean Baptiste Racine

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Weltliteratur verstehen - Phädra - Jean Baptiste Racine

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Weltliteratur verstehen - Phädra - Jean Baptiste Racine

Zielgruppe: Klasse 9–10 und 11–13

Fach: Deutsch, Literatur, Französisch, Philosophie, Geschichte

Lernziel: Du verstehst die Tragödie Phädra, untersuchst echte Textstellen und vergleichst Racines französisches Original mit der historischen deutschen Übersetzung von Friedrich Schiller.

Frontispiz der Erstausgabe von 1677. Entwurf: Charles Le Brun; Stich: Sébastien Le Clerc. Quelle: Wikimedia Commons. Lizenzstatus: gemeinfrei, Public Domain Mark.


Einleitung

Worum geht es?

Phädra ist eine französische Tragödie von Jean Racine. Das Stück wurde 1677 uraufgeführt. Es erzählt von einer verbotenen Liebe, Angst, Schuld und einer falschen Beschuldigung.

Phädra ist mit König Theseus verheiratet. Sie verliebt sich in Hippolyt, den Sohn ihres Mannes aus einer früheren Beziehung. Phädra weiß, dass ihre Gefühle ein großes Problem sind. Sie versucht, sie zu verbergen. Doch ein falsches Gerücht führt zu einer Katastrophe.

Leitfrage: Wie viel Freiheit hat ein Mensch, wenn seine Gefühle stark sind und andere Menschen über ihn entscheiden?

Jean Racine, Porträt nach Jean-Baptiste Santerre. Quelle: Wikimedia Commons. Lizenzstatus: gemeinfreies Kunstwerk, Public Domain Mark.


Das Buch und der historische Volltext

Vorhandene MOOCwiki-Buchausgabe: Buch - Phädra - Racine, Jean Baptiste

Diese Buchseite bleibt der zentrale Zugang zum Werk. Es wird keine zweite Buchseite angelegt.

Historische Textfassungen zum vollständigen Lesen:

  1. Französische Erstausgabe von 1677: Phèdre et Hippolyte, Paris: Claude Barbin, 1677. Digitalisiertes Original mit 107 Seiten, aus den Beständen der Bibliothèque nationale de France.
  2. Historische deutsche Übersetzung: Phaedra, übertragen von Friedrich Schiller. Volltext aller fünf Aufzüge. Die angebotene Druckausgabe stammt von 1879; Schillers Übersetzung entstand 1805.
  3. Weiterer deutscher Volltext: Friedrich-Schiller-Archiv. Alle Aufzüge sind nach Auftritten verlinkt.
  4. Französischer Lesetext: Wikisource, Ausgabe von 1854. Diese spätere Edition ist zum Vergleichen gut lesbar.

Wichtig: Die Erstausgabe von 1677, der französische Lesetext von 1854 und Schillers deutsche Übersetzung von 1805 sind unterschiedliche Textzeugen. Eine spätere Ausgabe kann Schreibweise und Zeichensetzung verändern. Zitate müssen immer ihrer tatsächlich verwendeten Ausgabe zugeordnet werden.

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Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Phädra

Racine, Jean Baptiste

Phädra von Racine, Jean Baptiste. Volltext der angegebenen historischen deutschen Übersetzung.

DramaKlasse 9–10 · 11–137 Abschnitte
Historische Illustration zu Phädra
Historische Illustration zu „Phädra“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Charles Le Brun / Sébastien Leclerc · Public domain Bildquelle ↗

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Deutsche Übersetzung: Friedrich Schiller

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 3 von 7

1. Akt

1
Erster Auftritt.
Vorlage S. 588
2
Hippolyt. Theramen.
Vorlage S. 588
3
HIPPOLYT.
Vorlage S. 588
4
Beschlossen ists, ich gehe, Theramen,
Vorlage S. 588
5
Ich scheide von dem lieblichen Trözene;
Vorlage S. 588
6
Nicht länger trag ichs, müßig hier zu weilen,
Vorlage S. 588
7
In diesen Zweifeln, die mich ängstigen.
Vorlage S. 588
8
Sechs Monde weilt mein Vater schon entfernt,
Vorlage S. 588
9
Nichts will von seinem teuren Haupt verlauten,
Vorlage S. 588
10
Nichts von dem Orte selbst, der ihn verbirgt.
Vorlage S. 588
11
THERAMEN.
Vorlage S. 588
12
Wohin, o Herr, willst du ihn suchen gehn?
Vorlage S. 588
13
Dich zu beruhigen, durchkreuzt ich schon
Vorlage S. 588
14
Die beiden Meere, die der Isthmus trennt,
Vorlage S. 588
15
Nach Theseus fragt ich an den Ufern, wo
Vorlage S. 588
16
Der Acheron im Totenreiche schwindet,
Vorlage S. 588
17
Elis hab ich durchsucht, den Tänarus
Vorlage S. 588
18
Ließ ich im Rücken, ja ans Meer sogar
Vorlage S. 588
19
Bin ich gedrungen, welchem Ikarus
Vorlage S. 588
20
Den Namen gab – Was hoffst du ferner noch?
Vorlage S. 588
21
In welchen glücklicheren Himmelsstrichen
Vorlage S. 588
22
Gedenkst du seine Spuren aufzufinden?
Vorlage S. 588
23
Ja, wissen wir, ob uns der König nicht
Vorlage S. 588
24
Vorsätzlich seinen Aufenthalt verbirgt
Vorlage S. 588
25
Und, während dass wir für sein Leben zittern,
Vorlage S. 588
26
Sich still vergnügt in neuen Liebesbanden?
Vorlage S. 588
27
HIPPOLYT.
Vorlage S. 588
28
Halt, Freund, und sprich mit Ehrfurcht von dem König,
Vorlage S. 588
29
Unwürdge Ursach hält ihn nicht zurück;
Vorlage S. 588
30
Entsagt hat er dem wilden Recht der Jugend,
Vorlage S. 588
31
Phädra hat seinen flüchtgen Sinn gefesselt
Vorlage S. 588
32
Und fürchtet keine Nebenbuhlerin mehr.
Vorlage S. 588
33
Genug, ich such ihn, folge meiner Pflicht
Vorlage S. 588
34
Und fliehe diesen Ort, der mich beängstigt.
Vorlage S. 588
35
THERAMEN.
Vorlage S. 589
36
Wie, Herr, seit wann denn fürchtest du Gefahr
Vorlage S. 589
37
In diesem stillen Land, das deiner Kindheit
Vorlage S. 589
38
So teuer war, wohin du dich so gern
Vorlage S. 589
39
Geflüchtet aus dem rauschenden Athen?
Vorlage S. 589
40
Was kann dich hier bedrohen oder kränken?
Vorlage S. 589
41
HIPPOLYT.
Vorlage S. 589
42
Freund, jene selgen Tage sind dahin,
Vorlage S. 589
43
Ein ganz verändert Ansehn hat jetzt alles,
Vorlage S. 589
44
Seitdem die Götter uns des Minos Tochter
Vorlage S. 589
45
Und der Pasiphaë hieher gesandt.
Vorlage S. 589
46
THERAMEN.
Vorlage S. 589
47
Herr, ich versteh, ich fühle, was dich drückt.
Vorlage S. 589
48
Dein Kummer ist es, Phädra hier zu sehen –
Vorlage S. 589
49
Stiefmütterlich gesinnt, sah sie dich kaum,
Vorlage S. 589
50
Gleich übte sie verderblich ihre Macht,
Vorlage S. 589
51
Dich zu verbannen war ihr erstes Werk.
Vorlage S. 589
52
Doch dieser Haß, den sie dir sonst geschworen,
Vorlage S. 589
53
Ist sehr geschwächt, wenn er nicht ganz verschwand.
Vorlage S. 589
54
Und welches Unheil kann ein Weib dir bringen,
Vorlage S. 589
55
Das stirbt, und das entschlossen ist zu sterben?
Vorlage S. 589
56
Die Unglückselige wird einem Schmerz
Vorlage S. 589
57
Zum Raub, den sie mit Eigensinn verbirgt,
Vorlage S. 589
58
Sie ist der Sonne müd und ihres Lebens,
Vorlage S. 589
59
Wie kann sie gegen dich Verderben spinnen?
Vorlage S. 589
60
HIPPOLYT.
Vorlage S. 589
61
Nicht ihr ohnmächtger Haß ists, was ich fürchte,
Vorlage S. 589
62
Ganz eine andre Feindin will ich fliehn;
Vorlage S. 589
63
Es ist Aricia, ich wills gestehn,
Vorlage S. 589
64
Die letzte jenes unglückselgen Stamms,
Vorlage S. 589
65
Der gegen uns feindselig sich verschworen.
Vorlage S. 589
66
THERAMEN.
Vorlage S. 589
67
Auch du verfolgst sie, Herr? Die holde Schwester
Vorlage S. 589
68
Der wilden Pallantiden, hat sie je
Vorlage S. 589
69
Der Brüder schwarze Meuterei geteilt?
Vorlage S. 589
70
Und könntest du die schöne Unschuld hassen?
Vorlage S. 589
71
HIPPOLYT.
Vorlage S. 589
72
Wenn ich sie haßte, würd ich sie nicht fliehn.
Vorlage S. 589
73
THERAMEN.
Vorlage S. 589
74
Herr, wag ichs, deine Flucht mir zu erklären?
Vorlage S. 589
75
Wärst du vielleicht der strenge Hippolyt
Vorlage S. 589
76
Nicht mehr, der stolze Feind der schönen Liebe,
Vorlage S. 589
77
Der mutige Verächter eines Jochs,
Vorlage S. 589
78
Dem Theseus sich so oft, so gern gebeugt?
Vorlage S. 589
79
So lang von dir verachtet, hätte Venus
Vorlage S. 590
80
Des Vaters Ehre nun an dir gerächet?
Vorlage S. 590
81
Sie hätt in eine Reihe dich gestellt
Vorlage S. 590
82
Mit andern, dich gezwungen, ihr zu opfern?
Vorlage S. 590
83
– Du liebtest, Herr?
Vorlage S. 590
84
HIPPOLYT.
Vorlage S. 590
85
Freund, welche Rede wagst du?
Vorlage S. 590
86
Du, der mein Innres kennt, seitdem ich atme,
Vorlage S. 590
87
Verlangst, dass ich den edlen Stolz verleugne,
Vorlage S. 590
88
Den dieses freie Herz von je bekannt?
Vorlage S. 590
89
Nicht an der Brust der Amazone nur,
Vorlage S. 590
90
Die mich geboren, schöpft ich diesen Stolz.
Vorlage S. 590
91
Ich selbst, sobald ich meiner nur bewusst,
Vorlage S. 590
92
Bestärkte mich in diesem edlen Triebe.
Vorlage S. 590
93
Du warst der Freund, der Führer meiner Jugend,
Vorlage S. 590
94
Oft sprachst du mir von meines Vaters Taten,
Vorlage S. 590
95
Du weißt, wie ich dir lauschte, wie mein Herz
Vorlage S. 590
96
Bei seinen edeln Waffentaten schlug –
Vorlage S. 590
97
Wenn du den kühnen Helden mir beschriebst,
Vorlage S. 590
98
Wie er der Welt den Herkules ersetzte,
Vorlage S. 590
99
Mit Ungeheuern kämpfte, Räuber strafte,
Vorlage S. 590
100
Wie er den Sinnis, den Prokrustes schlug,
Vorlage S. 590
101
Dem Periphetes seine Keul entrang,
Vorlage S. 590
102
Den Kerkyon besiegte, mit dem Blut
Vorlage S. 590
103
Des Minotaurus Kretas Boden färbte.
Vorlage S. 590
104
Doch wenn du auf das minder Rühmliche
Vorlage S. 590
105
Zu reden kamst, die leichten Liebesschwüre,
Vorlage S. 590
106
Die oft gelobte und gebrochne Treu –
Vorlage S. 590
107
Wenn du die spartsche Helena mir nanntest,
Vorlage S. 590
108
Den Ihrigen entrissen – Periböa,
Vorlage S. 590
109
In ihrem Schmerz zu Salamin verlassen –
Vorlage S. 590
110
Und alle die Betrognen ohne Zahl,
Vorlage S. 590
111
Die seinen Schwüren allzuleicht geglaubt,
Vorlage S. 590
112
Bis auf den Namen selbst von ihm vergessen.
Vorlage S. 590
113
Ariadne, die dem tauben Felsenufer
Vorlage S. 590
114
Sein Unrecht klagt, und Phädra, ihre Schwester,
Vorlage S. 590
115
Wie sie geraubt, doch glücklicher als sie!
Vorlage S. 590
116
Du weißt, wie peinlich mir bei der Erzählung
Vorlage S. 591
117
Zu Mute war, wie gern ich sie verkürzte!
Vorlage S. 591
118
Wie hätt ich nicht gewünscht, so schönem Leben
Vorlage S. 591
119
Die minder würdge Hälfte zu ersparen!
Vorlage S. 591
120
Und sollte selbst mich jetzt gebunden sehn,
Vorlage S. 591
121
So tief herunter ließ ein Gott mich sinken!
Vorlage S. 591
122
Mich, den noch kein erlegter Feind verherrlicht,
Vorlage S. 591
123
Der sich durch keine Heldentugend noch
Vorlage S. 591
124
Das Recht erkaufte, schwach zu sein wie Theseus!
Vorlage S. 591
125
Und sollte dieses stolze Herz empfinden,
Vorlage S. 591
126
Musst es Aricia sein, die mich besiegte?
Vorlage S. 591
127
Vergaß ich ganz in meinem trunknen Wahn
Vorlage S. 591
128
Das Hindernis, das uns auf ewig trennt?
Vorlage S. 591
129
Verwirft sie nicht mein Vater? Wehrt mir nicht
Vorlage S. 591
130
Ein streng Gesetz, das feindlich denkende
Vorlage S. 591
131
Geschlecht der Pallantiden fortzupflanzen?
Vorlage S. 591
132
Auf ewig solls mit ihr vernichtet sein,
Vorlage S. 591
133
In Aufsicht soll sie bleiben bis zum Grab,
Vorlage S. 591
134
Und nie soll ihr die Fackel Hymens lodern!
Vorlage S. 591
135
Und böt ich meinem Vater solchen Trotz,
Vorlage S. 591
136
Mit ihrer Hand ihr Recht mir anzufreien?
Vorlage S. 591
137
Zu solcher Raserei riss mich die Jugend –
Vorlage S. 591
138
THERAMEN
Vorlage S. 591
139
ihm ins Wort fallend.
Vorlage S. 591
140
Ach Herr, wenn deine Stunde kam, so fragt
Vorlage S. 591
141
Kein Gott nach unsern Gründen! Theseus selbst
Vorlage S. 591
142
Schärft deinen Blick, da er ihn schließen will;
Vorlage S. 591
143
Das Herz empört sich gegen Zwang, und selbst
Vorlage S. 591
144
Sein Haß gießt neuen Reiz um die Geliebte.
Vorlage S. 591
145
Warum auch schreckt dich eine keusche Liebe,
Vorlage S. 591
146
Und wenn sie glücklich macht, mißgönnst du dirs?
Vorlage S. 591
147
Besiege doch die scheue Furcht! Kann man
Vorlage S. 591
148
Sich auf der Bahn des Herkules verirren?
Vorlage S. 591
149
Wie stolze Herzen hat nicht Venus schon
Vorlage S. 591
150
Bezähmt! Du selbst, der ihre Macht bestreitet,
Vorlage S. 591
151
Wo wärst du, hätt Antiope dem Trieb
Vorlage S. 591
152
Der Göttin immer siegend widerstanden,
Vorlage S. 591
153
Der Liebe keusche Flamme nie gefühlt!
Vorlage S. 592
154
Doch Herr, wozu mit großen Worten prunken?
Vorlage S. 592
155
Gestehs, du bist der vorige nicht mehr,
Vorlage S. 592
156
Schon lang sieht man dich seltener als sonst
Vorlage S. 592
157
Stolz und unbändig deinen Wagen lenken
Vorlage S. 592
158
Und, in der edeln Kunst Neptuns geübt,
Vorlage S. 592
159
Das wilde Jagdroß an den Zaum gewöhnen.
Vorlage S. 592
160
Viel seltener erklinget Forst und Wald
Vorlage S. 592
161
Von unserm Jagdruf – ein verborgner Gram
Vorlage S. 592
162
Senkt deiner Blicke feurge Kraft zur Erde.
Vorlage S. 592
163
Ja, ja, du liebst, du glühst von Liebe, dich
Vorlage S. 592
164
Verzehrt ein Feuer, Herr, das du verheimlichst.
Vorlage S. 592
165
Gestehs, du liebst Aricien!
Vorlage S. 592
Historische Illustration zu Phädra
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Phädra“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Charles Le Brun / Sébastien Leclerc · Public domain Bildquelle ↗
166
HIPPOLYT.
Vorlage S. 592
167
Ich – reise
Vorlage S. 592
168
Und suche meinen Vater, Theramen!
Vorlage S. 592
169
THERAMEN.
Vorlage S. 592
170
Herr, siehst du Phädra nicht, bevor du gehst?
Vorlage S. 592
171
HIPPOLYT.
Vorlage S. 592
172
Das ist mein Vorsatz, bring ihr diese Nachricht;
Vorlage S. 592
173
Gehn wir zu ihr, weil es die Pflicht so will.
Vorlage S. 592
174
– Doch sieh, was für ein neues Missgeschick
Vorlage S. 592
175
Bekümmert ihre zärtliche Oenone?
Vorlage S. 592
176
Zweiter Auftritt.
Vorlage S. 592
177
Hippolyt. Theramen. Oenone.
Vorlage S. 592
178
OENONE.
Vorlage S. 592
179
Ach welcher Jammer ist dem meinen gleich!
Vorlage S. 592
180
Herr, meine Königin ist dem Tode nah!
Vorlage S. 592
181
Vergebens lass ich sie so Nacht als Tag
Vorlage S. 592
182
Nicht aus den Augen – sie stirbt mir in den Armen
Vorlage S. 592
183
An einem Übel, das sie mir verhehlt.
Vorlage S. 592
184
In ewiger Zerrüttung ist ihr Geist,
Vorlage S. 592
185
Die Unruh treibt sie auf von ihrem Lager,
Vorlage S. 592
186
Sie will ins Freie, will die Sonne schauen,
Vorlage S. 592
187
Doch keinem Zeugen will ihr Schmerz begegnen.
Vorlage S. 592
188
– Sie kommt!
Vorlage S. 592
189
HIPPOLYT.
Vorlage S. 593
190
Ich geh, ich lass ihr freien Raum
Vorlage S. 593
191
Und spar ihr einen Anblick, den sie haßt.
Vorlage S. 593
192
Hippolyt und Theramen gehen ab.
Vorlage S. 593
193
Dritter Auftritt.
Vorlage S. 593
194
Phädra. Oenone.
Vorlage S. 593
195
PHÄDRA.
Vorlage S. 593
196
Gehn wir nicht weiter, ruhn wie hier, Oenone,
Vorlage S. 593
197
Ich halte mich nicht mehr, die Kräfte schwinden;
Vorlage S. 593
198
Mich schmerzt des Tages ungewohnter Glanz,
Vorlage S. 593
199
Und meine Kniee zittern unter mir.
Vorlage S. 593
200
Ach!
Vorlage S. 593
201
Sie setzt sich.
Vorlage S. 593
202
OENONE.
Vorlage S. 593
203
Große Götter, schaut auf unsre Tränen!
Vorlage S. 593
204
PHÄDRA.
Vorlage S. 593
205
Wie diese schweren Hüllen auf mir lasten,
Vorlage S. 593
206
Der eitle Prunk! Welch ungebetne Hand
Vorlage S. 593
207
Hat diese Zöpfe künstlich mir geflochten,
Vorlage S. 593
208
Mit undankbarer Mühe mir das Haar
Vorlage S. 593
209
Um meine Stirn geordnet? Muss sich alles
Vorlage S. 593
210
Verschwören, mich zu kränken, mich zu quälen?
Vorlage S. 593
211
OENONE.
Vorlage S. 593
212
So ist sie ewig mit sich selbst im Streit!
Vorlage S. 593
213
– Du selbst, o Königin, besinn dich doch,
Vorlage S. 593
214
Dein trauriges Beginnen widerrufend,
Vorlage S. 593
215
Hast unsern Fleiß ermuntert, dich zu schmücken.
Vorlage S. 593
216
Du fühltest dir noch Kräfte, dich hervor
Vorlage S. 593
217
Zuwagen und der Sonne Licht zu sehn –
Vorlage S. 593
218
Du siehst es jetzt und hassest seinen Strahl!
Vorlage S. 593
219
PHÄDRA.
Vorlage S. 593
220
Glanzvoller Stifter meines traurigen Geschlechts!
Vorlage S. 593
221
Du, dessen Enkeltochter ich mich rühme!
Vorlage S. 593
222
Der über meine schmähliche Verwirrung
Vorlage S. 593
223
Vielleicht errötet – hoher Sonnengott!
Vorlage S. 593
224
Zum letztenmale seh ich deine Strahlen.
Vorlage S. 593
225
OENONE.
Vorlage S. 593
226
Weh mir, noch immer nährst du, Königin,
Vorlage S. 593
227
Den traurgen Vorsatz und entsagst dem Leben?
Vorlage S. 593
228
PHÄDRA
Vorlage S. 593
229
schwärmerisch.
Vorlage S. 593
230
O säß ich draußen in der Wälder Grün! –
Vorlage S. 593
231
Wann wird mein Aug auf der bestäubten Bahn
Vorlage S. 593
232
Des raschen Wagens flüchtgen Lauf verfolgen?
Vorlage S. 593
233
OENONE.
Vorlage S. 594
234
Wie, Königin? Was ist das?
Vorlage S. 594
235
PHÄDRA.
Vorlage S. 594
236
Ach, ich bin
Vorlage S. 594
237
Von Sinnen – Was hab ich gesagt? – Oenone –
Vorlage S. 594
238
Ich weiß nicht, was ich wünsche, was ich sage,
Vorlage S. 594
239
Ein Gott hat die Besinnung mir geraubt –
Vorlage S. 594
240
Fühl her, wie meine Wange glüht, Oenone,
Vorlage S. 594
241
Zu sehr verriet ich meine Schwäche dir,
Vorlage S. 594
242
Und wider Willen stürzen mir die Tränen.
Vorlage S. 594
243
OENONE.
Vorlage S. 594
244
Musst du erröten, über dieses Schweigen
Vorlage S. 594
245
Erröte, diesen strafbarn Widerstand,
Vorlage S. 594
246
Der nur die Stacheln deiner Schmerzen schärft.
Vorlage S. 594
247
Willst du, von unserm Flehen ungerührt,
Vorlage S. 594
248
Hartnäckig alle Hülfe von dir stoßen
Vorlage S. 594
249
Und rettungslos dein Leben schwinden sehn?
Vorlage S. 594
250
Was für ein Wahnsinn setzt ihm vor der Zeit
Vorlage S. 594
251
Ein frühes Ziel? Was für ein Zauber, welch
Vorlage S. 594
252
Ein heimlich Gift macht seine Quellen stocken?
Vorlage S. 594
253
Dreimal umzog den Himmel schon die Nacht,
Vorlage S. 594
254
Seitdem kein Schlummer auf dein Auge sank,
Vorlage S. 594
255
Und dreimal wich die Finsternis dem Tag,
Vorlage S. 594
256
Seitdem dein Körper ohne Nahrung schmachtet.
Vorlage S. 594
257
Welch gräßlichem Entschlusse gibst du Raum?
Vorlage S. 594
258
Darfst du mit Frevelmut dich selbst zerstören?
Vorlage S. 594
259
Das heißt den Göttern trotzen, ist Verrat
Vorlage S. 594
260
Am Gatten, dem du Treue schwurst, Verrat
Vorlage S. 594
261
An deinen Kindern, den unschuldgen Seelen,
Vorlage S. 594
262
Die du zu hartem Sklavenjoch verdammst.
Vorlage S. 594
263
Der Tag, der ihre Mutter ihnen raubt,
Vorlage S. 594
264
Bedenk es, Königin, er gibt dem Sohn
Vorlage S. 594
265
Der Amazone seine Hoffnung wieder,
Vorlage S. 594
266
Dem stolzen Feinde deines Blutes, ihm,
Vorlage S. 594
267
Dem Fremdling, diesem Hippolyt –
Vorlage S. 594
268
PHÄDRA.
Vorlage S. 594
269
Ihr Götter!
Vorlage S. 594
270
OENONE.
Vorlage S. 594
271
Ergreift die Wahrheit dieses Vorwurfs dich?
Vorlage S. 594
272
PHÄDRA.
Vorlage S. 594
273
Unglückliche! Wen hast du jetzt genannt?
Vorlage S. 594
274
OENONE.
Vorlage S. 595
275
Mit Recht empört sich dein Gemüt, mich freuts,
Vorlage S. 595
276
Dass dieser Unglücksname dich entrüstet!
Vorlage S. 595
277
Drum lebe! Lass die Liebe, lass die Pflicht
Vorlage S. 595
278
Es dir gebieten! Lebe! Dulde nicht,
Vorlage S. 595
279
Dass dieser Scythe das verhaßte Joch
Vorlage S. 595
280
Auf deine Kinder lege! der Barbar
Vorlage S. 595
281
Dem schönsten Blute Griechenlands gebiete!
Vorlage S. 595
282
Jetzt aber eile – jeder Augenblick,
Vorlage S. 595
283
Den du versäumst, bringt näher dich dem Tode.
Vorlage S. 595
284
Verschiebs nicht länger, die erliegende
Vorlage S. 595
285
Natur zu stärken, weil die Lebensflamme
Vorlage S. 595
286
Noch brennt und noch aufs neu sich lässt entzünden.
Vorlage S. 595
287
PHÄDRA.
Vorlage S. 595
288
Schon allzu lang nährt ich ein schuldvoll Dasein.
Vorlage S. 595
289
OENONE.
Vorlage S. 595
290
So klagt dein Herz geheimer Schuld dich an?
Vorlage S. 595
291
Ists ein Verbrechen, das dich so beängstigt?
Vorlage S. 595
292
Du hast doch nicht unschuldig Blut verspritzt?
Vorlage S. 595
293
PHÄDRA.
Vorlage S. 595
294
Die Hand ist rein. Wär es mein Herz wie sie!
Vorlage S. 595
295
OENONE.
Vorlage S. 595
296
Und welches Ungeheure sann dein Herz
Vorlage S. 595
297
Sich aus, das solchen Schauder dir erregt?
Vorlage S. 595
298
PHÄDRA.
Vorlage S. 595
299
Genug sagt ich, verschone mich. Ich sterbe,
Vorlage S. 595
300
Um das Unselige nicht zu gestehen!
Vorlage S. 595
301
OENONE.
Vorlage S. 595
302
So stirb! Beharr auf deinem trotzgen Schweigen!
Vorlage S. 595
303
Doch dir das Aug im Tode zu verschließen,
Vorlage S. 595
304
Such eine andre Hand! Obgleich dein Leben
Vorlage S. 595
305
Auf deiner Lippe schon entfliehend schwebt,
Vorlage S. 595
306
Dräng ich mich doch im Tode dir voran;
Vorlage S. 595
307
Es führen tausend Steige dort hinab,
Vorlage S. 595
308
Mein Jammer wählt den kürzesten sich aus.
Vorlage S. 595
309
Grausame, wann betrog ich deine Treu?
Vorlage S. 595
310
Vergaßest du, wer deine Kindheit pflegte?
Vorlage S. 595
311
Um deinetwillen Freunde, Vaterland
Vorlage S. 595
312
Und Kind verließ? So lohnst du meiner Liebe!
Vorlage S. 595
313
PHÄDRA.
Vorlage S. 595
314
Was hoffst du durch dein Flehn mir abzustürmen?
Vorlage S. 595
315
Entsetzen wirst du dich, brech ich mein Schweigen.
Vorlage S. 595
316
OENONE.
Vorlage S. 595
317
Was kannst du mir Entsetzlicheres nennen,
Vorlage S. 595
318
Als dich vor meinen Augen sterben sehn!
Vorlage S. 595
319
PHÄDRA.
Vorlage S. 596
320
Weißt du mein Unglück, weißt du meine Schuld,
Vorlage S. 596
321
Nicht minder sterb ich drum, nur schuldger sterb ich.
Vorlage S. 596
322
OENONE
Vorlage S. 596
323
vor ihr niederfallend.
Vorlage S. 596
324
Bei allen Tränen, die ich um dich weinte,
Vorlage S. 596
325
Bei deinem zitternden Knie, das ich umfasse,
Vorlage S. 596
326
Mach meinem Zweifel, meiner Angst ein Ende!
Vorlage S. 596
327
PHÄDRA.
Vorlage S. 596
328
Du willst es so, steh auf.
Vorlage S. 596
329
OENONE.
Vorlage S. 596
330
O sprich, ich höre.
Vorlage S. 596
Porträt von Jean Baptiste Racine
Kontextbild zum Werk. Porträt von Jean Baptiste Racine — Bildnis zur Autorschaft; keine Szene aus dem Buch. · After Jean-Baptiste Santerre · Public domain Bildquelle ↗
331
PHÄDRA.
Vorlage S. 596
332
Gott! Was will ich ihr sagen! Und wie will ichs?
Vorlage S. 596
333
OENONE.
Vorlage S. 596
334
Mit deinen Zweifeln kränkst du mich, vollende!
Vorlage S. 596
335
PHÄDRA.
Vorlage S. 596
336
O schwerer Zorn der Venus! Strenge Rache!
Vorlage S. 596
337
Zu welchem Wahnsinn triebst du meine Mutter!
Vorlage S. 596
338
OENONE.
Vorlage S. 596
339
Sprich nicht davon, ein ewiges Vergessen
Vorlage S. 596
340
Bedecke das unselige Vergehn!
Vorlage S. 596
341
PHÄDRA.
Vorlage S. 596
342
O Ariadne, Schwester! Welch Geschick
Vorlage S. 596
343
Hat Liebe dir am öden Strand bereitet!
Vorlage S. 596
344
OENONE.
Vorlage S. 596
345
Was ist dir? Welcher Wahnsinn treibt dich an,
Vorlage S. 596
346
In allen Wunden deines Stamms zu wühlen?
Vorlage S. 596
347
PHÄDRA.
Vorlage S. 596
348
So will es Venus! Von den Meinen allen
Vorlage S. 596
349
Soll ich, die letzte, soll am tiefsten fallen!
Vorlage S. 596
350
OENONE.
Vorlage S. 596
351
Du liebst?
Vorlage S. 596
352
PHÄDRA.
Vorlage S. 596
353
Der ganze Wahnsinn rast in mir.
Vorlage S. 596
354
OENONE.
Vorlage S. 596
355
Wen liebst du?
Vorlage S. 596
356
PHÄDRA.
Vorlage S. 596
357
Sei auf Gräßliches gefasst.
Vorlage S. 596
358
Ich liebe – das Herz erzittert mir, mir schaudert,
Vorlage S. 596
359
Es herauszusagen – Ich liebe –
Vorlage S. 596
360
OENONE.
Vorlage S. 596
361
Wen?
Vorlage S. 596
362
PHÄDRA.
Vorlage S. 596
363
– Du kennst ihn,
Vorlage S. 596
364
Den Jüngling, ihn, den ich so lang verfolgte,
Vorlage S. 596
365
Den Sohn der Amazone –
Vorlage S. 596
366
OENONE.
Vorlage S. 596
367
Hippolyt!
Vorlage S. 596
368
Gerechte Götter!
Vorlage S. 596
369
PHÄDRA.
Vorlage S. 596
370
Du nanntest ihn, nicht ich.
Vorlage S. 596
371
OENONE.
Vorlage S. 596
372
Gott! All mein Blut erstarrt in meinen Adern.
Vorlage S. 596
373
O Jammer! O verbrechenvolles Haus
Vorlage S. 596
374
Des Minos! Unglückseliges Geschlecht!
Vorlage S. 596
375
O dreimal unglückselge Fahrt! dass wir
Vorlage S. 596
376
An diesem Unglücksufer mussten landen!
Vorlage S. 597
377
PHÄDRA.
Vorlage S. 597
378
Schon früher fing mein Unglück an. Kaum war
Vorlage S. 597
379
Dem Sohn des Aegeus meine Treu verpfändet,
Vorlage S. 597
380
Mein Friede schien so sicher mir gegründet,
Vorlage S. 597
381
Mein Glück mir so gewiss, da zeigte mir
Vorlage S. 597
382
Zuerst Athenä meinen stolzen Feind.
Vorlage S. 597
383
Ich sah ihn, ich errötete, verblaßte
Vorlage S. 597
384
Bei seinem Anblick; meinen Geist ergriff
Vorlage S. 597
385
Unendliche Verwirrung, finster wards
Vorlage S. 597
386
Vor meinen Augen, mir versagte die Stimme,
Vorlage S. 597
387
Ich fühlte mich durchschauert und durchflammt,
Vorlage S. 597
388
Der Venus furchtbare Gewalt erkannt ich
Vorlage S. 597
389
Und alle Qualen, die sie zürnend sendet.
Vorlage S. 597
390
Durch fromme Opfer hofft ich sie zu wenden,
Vorlage S. 597
391
Ich baut ihr einen Tempel, schmückt ihn reich,
Vorlage S. 597
392
Ich ließ der Göttin Hekatomben fallen,
Vorlage S. 597
393
Im Blut der Tiere sucht ich die Vernunft,
Vorlage S. 597
394
Die mir ein Gott geraubt – Ohnmächtige
Vorlage S. 597
395
Schutzwehren gegen Venus' Macht! Umsonst
Vorlage S. 597
396
Verbrannt ich köstlich Räuchwerk auf Altären,
Vorlage S. 597
397
In meinem Herzen herrschte Hippolyt,
Vorlage S. 597
398
Wenn meine Lippe zu der Göttin flehte.
Vorlage S. 597
399
Ihn sah ich überall und ihn allein,
Vorlage S. 597
400
Am Fuße selbst der rauchenden Altäre
Vorlage S. 597
401
War er der Gott, dem ich die Opfer brachte.
Vorlage S. 597
402
Was frommte mirs, dass ich ihn überall
Vorlage S. 597
403
Vermied – O unglückseliges Verhängnis!
Vorlage S. 597
404
In des Vaters Zügen fand ich ihn ja wieder.
Vorlage S. 597
405
Mit Ernst bekämpft ich endlich mein Gefühl,
Vorlage S. 597
406
Ich tat Gewalt mir an, ihn zu verfolgen.
Vorlage S. 597
407
Stiefmütterliche Launen gab ich mir,
Vorlage S. 597
408
Den allzuteuern Feind von mir zu bannen.
Vorlage S. 597
409
Ich ruhte nicht, bis er verwiesen ward,
Vorlage S. 597
410
In den Vater stürmt ich ein mit ewgem Dringen,
Vorlage S. 597
411
Bis ich den Sohn aus seinem Arm gerissen –
Vorlage S. 597
412
Ich atmete nun wieder frei, Oenone,
Vorlage S. 597
413
In Unschuld flossen meine stillen Tage,
Vorlage S. 598
414
Verschlossen blieb in tiefer Brust mein Gram,
Vorlage S. 598
415
Und unterwürfig meiner Gattinpflicht
Vorlage S. 598
416
Pflegt ich die Pfänder unsrer Unglücksehe!
Vorlage S. 598
417
Verlorne Müh! O Tücke des Geschicks!
Vorlage S. 598
418
Mein Gatte bringt ihn selbst mir nach Trözene,
Vorlage S. 598
419
Ich muss ihn wiedersehn, den ich verbannt –
Vorlage S. 598
420
Und neu entbrennt die nie erstickte Glut.
Vorlage S. 598
421
Kein heimlich schleichend Feuer ist es mehr,
Vorlage S. 598
422
Mit voller Wut treibt mich der Venus Zorn.
Vorlage S. 598
423
Ich schaudre selbst vor meiner Schuld zurück,
Vorlage S. 598
424
Mein Leben hass ich und verdamme mich,
Vorlage S. 598
425
Ich wollte schweigend zu den Toten gehn,
Vorlage S. 598
426
Im tiefen Grabe meine Schuld verhehlen –
Vorlage S. 598
427
Dein Flehn bezwang mich, ich gestand dir alles,
Vorlage S. 598
428
Und nicht bereuen will ich, dass ichs tat,
Vorlage S. 598
429
Wenn du fortan mit ungerechtem Tadel
Vorlage S. 598
430
Die Sterbende verschonst, mit eitler Müh
Vorlage S. 598
431
Mich nicht dem Leben wiedergeben willst.
Vorlage S. 598
432
Vierter Auftritt.
Vorlage S. 598
433
Phädra. Oenone. Panope.
Vorlage S. 598
434
PANOPE.
Vorlage S. 598
435
Gern, Königin, erspart ich dir den Schmerz,
Vorlage S. 598
436
Doch nötig ists, dass du das Ärgste wissest.
Vorlage S. 598
437
Den Gatten raubte dir der Tod. Dies Unglück
Vorlage S. 598
438
Ist kein Geheimnis mehr als dir allein.
Vorlage S. 598
439
OENONE.
Vorlage S. 598
440
Panope, was sagst du?
Vorlage S. 598
441
PANOPE.
Vorlage S. 598
442
Die Königin
Vorlage S. 598
443
Erfleht des Gatten Wiederkehr vergebens.
Vorlage S. 598
444
Ein Schiff, das eben einlief, überbringt
Vorlage S. 598
445
Dem Hippolyt die Kunde seines Todes.
Vorlage S. 598
446
PHÄDRA.
Vorlage S. 598
447
O Himmel!
Vorlage S. 598
448
PANOPE.
Vorlage S. 598
449
Die neue Königswahl teilt schon Athen:
Vorlage S. 598
450
Der eine stimmt für deinen Sohn, ein andrer
Vorlage S. 598
451
Wagt es, den Landesordnungen zum Hohn,
Vorlage S. 598
452
Sich für den Sohn der Fremden zu erklären.
Vorlage S. 599
453
Aricia selbst, der Pallantiden Blut,
Vorlage S. 599
454
Hat einen Anhang – dies wollt ich dir melden.
Vorlage S. 599
455
Schon rüstet Hippolyt sich, abzureisen,
Vorlage S. 599
456
Und alles fürchtet, wenn er plötzlich sich
Vorlage S. 599
457
In dieser Gärung zeigt, er möchte leicht
Vorlage S. 599
458
Die wankelmütgen Herzen an sich reißen.
Vorlage S. 599
459
OENONE.
Vorlage S. 599
460
Genug, Panope! Die Königin hat es
Vorlage S. 599
461
Gehört und wird die große Botschaft nutzen.
Vorlage S. 599
462
Panope geht ab.
Vorlage S. 599
463
Fünfter Auftritt.
Vorlage S. 599
464
Phädra. Oenone.
Vorlage S. 599
465
OENONE.
Vorlage S. 599
466
Gebieterin, ich drang nicht mehr in dich,
Vorlage S. 599
467
Zu leben – selbst entschlossen, dir zu folgen,
Vorlage S. 599
468
Bestritt ich deinen tödlichen Entschluss
Vorlage S. 599
469
Nicht länger – Dieser neue Schlag des Unglücks
Vorlage S. 599
470
Gebietet anders und verändert alles.
Vorlage S. 599
471
– Der König ist tot, an seinen Platz trittst du,
Vorlage S. 599
472
Dem Sohn, den er dir lässt, bist du dich schuldig.
Vorlage S. 599
473
Dein Sohn ist König oder Sklav, wie du
Vorlage S. 599
474
Lebst oder stirbst. Verliert er auch noch dich,
Vorlage S. 599
475
Wer soll den ganz Verlassenen beschützen?
Vorlage S. 599
476
Drum lebe! – Aller Schuld bist du jetzt ledig,
Vorlage S. 599
477
Gemeine Schwäche nur ists, was du fühlst.
Vorlage S. 599
478
Zerrissen sind mit Theseus' Tod die Bande,
Vorlage S. 599
479
Die deine Liebe zum Verbrechen machten.
Vorlage S. 599
480
Nicht mehr so furchtbar ist dir Hippolyt,
Vorlage S. 599
481
Du kannst fortan ihn ohne Vorwurf sehn.
Vorlage S. 599
482
Er glaubt sich jetzt von dir gehaßt und stellt
Vorlage S. 599
483
Vielleicht sich an die Spitze der Empörer.
Vorlage S. 599
484
Reiß ihn aus seinem Wahn, such ihn zu rühren,
Vorlage S. 599
485
Sein Erbteil ist das glückliche Trözen,
Vorlage S. 599
486
Hier ist er König; deinem Sohn gehören
Vorlage S. 599
487
Die stolzen Mauern der Minervenstadt,
Vorlage S. 600
488
Euch beiden droht derselbe Feind Gefahr,
Vorlage S. 600
489
Verbindet euch, Aricia zu bekämpfen.
Vorlage S. 600
490
PHÄDRA.
Vorlage S. 600
491
Wohlan, ich gebe deinen Gründen nach:
Vorlage S. 600
492
Wenn Leben möglich ist, so will ich leben,
Vorlage S. 600
493
Wenn Liebe zu dem hülfberaubten Sohn
Vorlage S. 600
494
Mir die verlorne Kraft kann wiedergeben.
Vorlage S. 600

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Den Namen gab – Was …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Obgleich« in diesem Textausschnitt? »Obgleich dein Leben Auf deiner Lippe schon entfliehend schwebt, Dräng ich mich doch im Tode dir voran;«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

4. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Gestehs, du bist der vorige nicht mehr,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »– Du selbst, o Königin, besinn dich doch,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Ich fühlte mich durchschauert und durchflammt,« B: »Was für ein Wahnsinn setzt ihm vor der Zeit Ein frühes Ziel?« C: »Das stirbt, und das entschlossen ist zu sterben?«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Nicht minder sterb ich …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Kaum war Dem Sohn des Aegeus meine Treu […], Mein Friede schien so sicher mir gegründet, Mein Glück mir so gewiss, da zeigte mir Zuerst Athenä meinen stolzen Feind.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Sich für den Sohn …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »Das stirbt, und das entschlossen ist zu sterben?«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »Das stirbt, und das entschlossen ist zu sterben?« und »Doch nötig ists, dass du das Ärgste wissest«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Dem Sohn des Aegeus meine Treu verpfändet,«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Beschlossen ists, ich gehe, Theramen,«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Ach, ich bin Von Sinnen – Was hab ich gesagt? – Oenone – Ich weiß nicht, was ich wünsche, was ich sage, Ein Gott hat die Besinnung mir geraubt – Fühl her, wie meine Wange glüht, Oenone, Zu sehr verriet ich meine Schwäche dir, Und wider Willen stürzen mir die Tränen.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Mir die verlorne Kraft kann wiedergeben.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autor und namentlich belegte Übersetzung sind nach den geprüften Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE bereit.

Phädra

Schiller, Friedrich: Phädra. Trauerspiel von Racine, in: Friedrich Schiller: Sämtliche Werke, Dritter Band: Übersetzungen, herausgegeben von Gerhard Fricke und Herbert G. Göpfert in Verbindung mit Herbert Stubenrauch, München: Carl Hanser, 1960, S. 587–645 Racine, Jean Baptiste 588- München

Das Werk Phädra von Racine, Jean Baptiste ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Französisch

Vollständige französische Tragödie in fünf Akten, mit Racines Vorrede und Personenverzeichnis aus der Didot-Ausgabe1854. Die wenigen historischen Quellanmerkungen bleiben erhalten. Deutsche und französische Ausgabe besitzen eine unabhängige Navigation.

Racine, Jean Baptiste; Wikisource contributors, CC BY-SA4.0.

Autorschaft und Ausgabe: Racine, Jean Baptiste

Originaltext und Ausgabe ↗ · Wikisource · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.

Titelblatt einer französischen Ausgabe von 1678, nicht der Erstausgabe von 1677. Sébastien Le Clerc; Vorlage: Bibliothèque nationale de France. Quelle: Wikimedia Commons. Lizenzstatus: gemeinfrei.


Inhalt und Figuren


Die fünf Aufzüge

Erster Aufzug: Hippolyt möchte fortgehen. Phädra gesteht ihrer Vertrauten Oenone, dass sie Hippolyt liebt. Dann kommt die Nachricht, Theseus sei tot.

Zweiter Aufzug: Hippolyt liebt Aricia. Phädra gesteht Hippolyt ihre Gefühle. Er weist sie zurück.

Dritter Aufzug: Theseus kehrt überraschend zurück. Oenone beschuldigt Hippolyt zu Unrecht, um Phädra zu schützen.

Vierter Aufzug: Theseus glaubt der falschen Beschuldigung. Er verflucht seinen Sohn. Phädra erfährt, dass Hippolyt Aricia liebt.

Fünfter Aufzug: Hippolyt stirbt infolge des Fluchs seines Vaters. Phädra gesteht die Wahrheit. Sie hat Gift genommen und stirbt.

Video: Phèdre – Résumé-analyse de la pièce commenté scène par scène, Mediaclasse.fr / Romain Boussot, 2015. Französische Zusammenfassung mit Erläuterungen zu allen fünf Aufzügen. Quelle und Rechte: YouTube, Originalkanal Mediaclasse.fr. Das Video ist eingebettet, nicht als frei lizenziertes Material ausgegeben.

Videoauftrag: Stoppe nach jedem Aufzug. Erkläre in einem Satz, welche Entscheidung die Handlung verändert.


Die wichtigsten Figuren

Figur Rolle Innerer oder äußerer Konflikt
Phädra Ehefrau von Theseus Sie liebt Hippolyt und fühlt sich schuldig.
Hippolyt Sohn von Theseus Er liebt Aricia, wird aber falsch beschuldigt.
Theseus König und Vater Er glaubt einer Anschuldigung, ohne sie ausreichend zu prüfen.
Oenone Phädras Amme und Vertraute Sie will Phädra schützen und lügt dafür.
Aricia Junge Frau aus einer gegnerischen Herrscherfamilie Sie liebt Hippolyt trotz politischer Hindernisse.
Theramen Hippolyts Erzieher Er berichtet am Ende von Hippolyts Tod.

Denkfrage: Ist Oenones Hilfe wirklich hilfreich? Begründe Deine Meinung mit einer Szene.

Antike Darstellung des Stoffes um Phaedra und Hippolytus aus Pompeji. Sie zeigt die ältere Stofftradition, nicht Racines Aufführung von 1677. Foto: Wmpearl; Quelle: Wikimedia Commons. Lizenzstatus: vom Urheber gemeinfrei freigegeben.


Eine Textstelle genau lesen


Phädras Geständnis – erster Aufzug, dritter Auftritt

Phädra erzählt Oenone, wie sie Hippolyt zum ersten Mal sah.

Französischer Text aus der Ausgabe von 1854:

Je le vis, je rougis, je pâlis à sa vue ;

Schillers historische deutsche Übersetzung:

Ich sah ihn, ich errötete, verblasste

Erklärung: Phädra berichtet von einem Blick. Sofort reagiert ihr Körper. Sie wird rot und dann blass. Die schnellen Verben machen ihre Aufregung deutlich.

Beobachtung: Racine benutzt eine Reihe kurzer Tätigkeitswörter. Schiller erhält diese Steigerung, verteilt den Gedanken aber auf einen anderen deutschen Versrhythmus.

Belege: Französisch, I,3 und Schiller, I,3.

Französische Lesung: Phèdre – Acte 1 Scène 3 – Jean Racine, Kanal Azelit, 2015. Quelle und Rechte: YouTube, Azelit. Es handelt sich um eine moderne Lesung, nicht um eine historische Tonaufnahme.

Hörauftrag: Achte auf Pausen, Betonung und den Wechsel zwischen Phädra und Oenone. Verändert das Hören Deine Vorstellung von den Figuren?


Liebe, Macht und die Göttin Venus

Eine weitere Stelle aus demselben Auftritt lautet im französischen Lesetext:

C’est Vénus tout entière à sa proie attachée.

Schillers Übertragung verwendet an entsprechender Stelle die Worte:

Mit voller Wut treibt mich der Venus Zorn.

Erklärung: Racine beschreibt Venus als eine Macht, die sich an ihre Beute heftet. Schiller betont den Zorn der Göttin. In beiden Fassungen erlebt Phädra ihre Gefühle als etwas, das sie schwer beherrschen kann.

Vergleich: Im Französischen steht das Bild von Beute. Im Deutschen stehen Wut, treibt und Zorn im Vordergrund. Das ist eine Übersetzungsentscheidung, keine wortgleiche Übertragung.

Belege: Französisch, I,3 und Schiller, I,3.

Audio: Wie klingt der französische Name der Göttin?

Aussprache von Vénus, eingesprochen von ZoliveR, 2005. Quelle: Wikimedia Commons. Lizenz: durch den Urheber weltweit gemeinfrei freigegeben. Die Aufnahme enthält nur die Aussprache des Namens, keinen Text aus Phèdre.


Schuld: Was ist geschehen, was wird empfunden?

Phädra sagt in Schillers Übersetzung:

Die Hand ist rein. Wär’ es mein Herz, wie sie!

Erklärung: Phädra unterscheidet zwischen Handlungen und Gefühlen. Sie hat in diesem Moment keine blutige Gewalttat begangen. Trotzdem erlebt sie ihre Liebe als Schuld.

Interpretation: Der Satz zeigt einen inneren Konflikt. Er beweist nicht, dass jede Schuld nur eingebildet ist. Später muss Phädra auch Verantwortung für ihr Schweigen übernehmen.

Textquelle: Schiller, I,3. Die französische entsprechende Stelle beginnt in der verwendeten Ausgabe mit „Grâces au ciel, mes mains ne sont point criminelles.“


Sprache und Aufbau

Racines Tragödie besteht aus fünf Aufzügen. Sie ist überwiegend in gereimten französischen Alexandrinern geschrieben. Diese Verse haben normalerweise zwölf Silben und eine deutliche Pause in der Mitte.

Drei Grundideen der französischen Klassik prägen das Stück:

  1. Einheit der Handlung: Ein großer Konflikt verbindet die Ereignisse.
  2. Einheit des Ortes: Die Handlung spielt in Trözen.
  3. Einheit der Zeit: Die Handlung umfasst ungefähr einen Tag.

Auch die Schicklichkeit war wichtig: Besonders grausame Ereignisse wurden oft durch Berichte vermittelt. So erfahren wir von Hippolyts Tod durch Theramen. Phädras eigener Tod erfolgt dagegen auf der Bühne.

Merke: Ein Bericht kann genauso spannend sein wie eine sichtbare Handlung.

Illustration zu Phèdre, vierter Aufzug, zweiter Auftritt, aus einer Racine-Ausgabe von 1801. Herausgeber: Pierre Didot. Sammlung: Metropolitan Museum of Art. Quelle: Wikimedia Commons. Lizenz: CC0 1.0.

Bildauftrag: Beschreibe die Körperhaltung der Figuren. Welche Spannung kannst Du erkennen? Trenne sichtbare Details von Deiner Deutung.


Historischer Kontext


Barock und französische Klassik

Im 17. Jahrhundert lebten viele europäische Menschen in einer Zeit von Krieg, religiösen Streitigkeiten und starker Fürstenmacht.

Im deutschsprachigen Raum wird ein großer Teil der Literatur dieser Zeit dem Barock zugeordnet. Häufige Themen sind Vergänglichkeit, Tod, Lebensgenuss und Gegensätze.

In Frankreich entwickelte sich die französische Klassik. Sie legte im Theater großen Wert auf klare Formen, sprachliche Ordnung und glaubwürdige Handlungen.

Wichtig: Französische Klassik und deutschsprachiger Barock überschneiden sich zeitlich. Sie sind aber nicht dieselbe literarische Strömung. Auch innerhalb beider Traditionen gab es Unterschiede.

Racine schrieb unter Ludwig XIV. für ein Theaterpublikum, das mit höfischen Regeln, Rang und Ansehen vertraut war. Sein Stück zeigt zugleich Gefühle, die diese Ordnung gefährden.


Philosophie des 17. Jahrhunderts

René Descartes beschäftigte sich unter anderem mit Vernunft und Gefühlen. Blaise Pascal untersuchte die Grenzen menschlicher Vernunft und die religiöse Situation des Menschen.

Racine wurde in der Nähe von Port-Royal ausgebildet. Dort spielten religiöse Fragen, unter anderem im Umfeld des Jansenismus, eine große Rolle.

Vorsicht bei der Deutung: Die Tragödie enthält antike Götter und menschliche Konflikte. Sie ist kein einfacher Beweis für eine einzelne philosophische oder religiöse Lehre.

Vergleichsfrage: Weiß Phädra, was richtig wäre, obwohl ihre Gefühle sie in eine andere Richtung drängen?


Übersetzung und spätere Wirkung

Friedrich Schiller übertrug Racines Phèdre 1805 ins Deutsche. Er gehörte zur Weimarer Klassik. Seine Sprache stammt also aus einer anderen Zeit als das französische Original.

Wenn Du Schiller liest, liest Du Racines Handlung in Schillers deutscher Gestaltung. Beide Autoren müssen bei einer Textanalyse unterschieden werden.

Friedrich Schiller, Porträt von Gerhard von Kügelgen. Quelle: Wikimedia Commons. Lizenzstatus: gemeinfrei, Public Domain Mark.

Auch die Theaterdarstellung verändert sich über die Zeit. Die berühmte Schauspielerin Rachel verkörperte Phädra im 19. Jahrhundert.

Die Schauspielerin Rachel als Phädra. Holzstich von J. W. Evans nach einem Gemälde von Jean-Léon Gérôme aus dem Jahr 1861, veröffentlicht 1909. Quelle: Wikimedia Commons. Lizenzstatus: gemeinfrei, Public Domain Mark.

Denkfrage: Welche Wirkung hat die Kleidung der Schauspielerin? Was verrät das Bild über die Aufführungsgeschichte, und was verrät es nicht über das Jahr 1677?


Gestufte Hilfen


Hilfe 1: Leicht – verstehen

Lies die Inhaltsübersicht. Schreibe zu Phädra, Hippolyt und Theseus je einen einfachen Satz: „Die Figur möchte …“, „Die Figur befürchtet …“.


Hilfe 2: Standard – untersuchen

Suche eine konkrete Textstelle. Notiere Figur, Aufzug, Auftritt und verwendete Ausgabe. Unterscheide dann: „Im Text steht …“ und „Ich deute das so …“.


Hilfe 3: Schwer – vergleichen

Lege die französische und die deutsche Textstelle nebeneinander. Unterstreiche Wörter, die ähnlich wirken. Markiere Wörter oder Bilder, die Schiller verändert. Erkläre, welche Wirkung diese Entscheidung hat.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

In welchem Jahr wurde Racines Phèdre uraufgeführt? (1677) (!1755) (!1805) (!1914)




Zu welcher literarischen Gattung gehört Phädra? (Tragödie) (!Komödie) (!Reisebericht) (!Märchen)




In wen verliebt sich Phädra? (Hippolyt) (!Theramen) (!Neptun) (!Minos)




Wer ist Phädras Vertraute? (Oenone) (!Aricia) (!Ismene) (!Panope)




Wen liebt Hippolyt? (Aricia) (!Oenone) (!Pasiphae) (!Panope)




Welche überraschende Nachricht stellt sich als falsch heraus? (Theseus sei tot) (!Hippolyt sei König) (!Aricia sei verschwunden) (!Venus sei gestorben)




Wer beschuldigt Hippolyt zu Unrecht? (Oenone) (!Theramen) (!Aricia) (!Ismene)




Was kennzeichnet den Aufbau des Stückes? (Fünf Aufzüge) (!Ein einziger Monolog) (!Zwanzig Kapitel) (!Drei selbständige Romane)




Zu welcher literarischen Strömung gehört Racines Theater vor allem? (Französische Klassik) (!Deutscher Expressionismus) (!Naturalismus) (!Romantik)




Welches Bild nutzt Racine für Venus in der untersuchten Textstelle? (Eine Macht mit Beute) (!Eine friedliche Lehrerin) (!Eine reisende Händlerin) (!Eine schweigende Richterin)





Memory

Phädra Königin mit verbotenen Gefühlen
Hippolyt Sohn des Theseus
Oenone Amme und Vertraute
Aricia Geliebte des jungen Prinzen
Alexandriner Zwölfsilbiger Vers
Katharsis Wirkung von Furcht und Mitleid





Drag and Drop

Ordne das Ereignis dem passenden Abschnitt zu. Abschnitt
Phädras Geständnis gegenüber Oenone Erster Aufzug
Phädras Geständnis gegenüber Hippolyt Zweiter Aufzug
Die Rückkehr des Theseus Dritter Aufzug
Theseus verflucht seinen Sohn Vierter Aufzug
Phädra gesteht die Wahrheit und stirbt Fünfter Aufzug





Kreuzworträtsel

Racine Wie heißt der französische Autor der Tragödie?
Hippolyt Wie heißt der zu Unrecht beschuldigte Sohn des Theseus?
Oenone Wie heißt Phädras Amme und Vertraute?
Aricia Wie heißt die Frau, die Hippolyt liebt?
Venus Welche Göttin steht für die Macht der Liebe?
Alexandriner Wie heißt die typische französische Versform des Stückes?





LearningApps

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Lückentext

Vervollständige den Text.
Jean Racine schrieb die Tragödie in französischer

.
Das Stück wurde im Jahr

uraufgeführt.
Phädra ist die Ehefrau von

.
Sie liebt ihren Stiefsohn

.
Ihre Vertraute heißt

.
Hippolyt liebt die junge Frau

.
Das Drama besteht aus fünf

.
Die französische Versform heißt

.
Racines Theater zählt zur französischen

.
Die historische deutsche Übersetzung stammt von Friedrich

.
Die Göttin

steht in der untersuchten Textstelle für Phädras überwältigende Leidenschaft.
Am Ende gesteht Phädra die

.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Figurenkonstellation: Zeichne die Beziehungen zwischen fünf wichtigen Figuren auf Papier. Nutze Pfeile für Liebe, Familie und Konflikt. Schreibe zwei Sätze dazu, wie ein Missverständnis entstehen kann. Verwende die Figurenübersicht als Hilfe.


Standard

  1. Szenenanalyse: Lies den dritten Auftritt des ersten Aufzugs in Schillers Übersetzung. Untersuche Phädras Gefühle an zwei kurzen, wortgetreuen Zitaten. Vergleiche anschließend die Wirkung der Stelle „Ich sah ihn, ich errötete, verblasste“ mit dem französischen Text.


Schwer

  1. Literaturvergleich: Verfasse einen kurzen Vergleich von etwa 400 Wörtern. Untersuche, wie Schuld und Leidenschaft in Racines französischem Text und in Schillers deutscher Fassung ausgedrückt werden. Erkläre zusätzlich, warum die französische Klassik des 17. Jahrhunderts nicht einfach mit dem deutschsprachigen Barock gleichzusetzen ist. Belege mindestens zwei Aussagen mit genauen Textstellen und Quellen.




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Lernkontrolle

  1. Moralisches Dilemma: Oenone möchte Phädra schützen und beschuldigt Hippolyt zu Unrecht. Entwickle eine alternative Handlung und erkläre, wie sich dadurch die Tragödie verändern könnte.
  2. Textinterpretation: Erkläre am Gegensatz zwischen „Hand“ und „Herz“, warum Phädra zwischen ihren Gefühlen und ihren Handlungen unterscheidet. Beurteile, ob diese Unterscheidung später noch ausreicht.
  3. Übersetzungsvergleich: Vergleiche die Bilder von Venus als einer Macht mit Beute und von Venus als zorniger Göttin. Welche Vorstellung menschlicher Freiheit vermittelt die jeweilige Formulierung?
  4. Historischer Vergleich: Stelle eine Gemeinsamkeit und zwei Unterschiede zwischen französischer Klassik und deutschsprachigem Barock dar. Erkläre, warum gleiche Entstehungszeiten nicht gleiche Stile bedeuten.
  5. Quellenkritik: Du findest eine angebliche Originalzeile Racines in deutscher Sprache. Beschreibe, wie Du prüfst, ob es das französische Original, eine historische Übersetzung oder eine moderne Nacherzählung ist.
  6. Theatergestaltung: Erkläre, warum Theramens Bericht über Hippolyts Tod spannend wirken kann, obwohl der Tod nicht direkt gezeigt wird.
  7. Medienkritik: Vergleiche ein Bild aus der Zeit nach 1800 mit dem Frontispiz von 1677. Begründe, weshalb spätere Bilder nicht ohne Weiteres als Belege für die erste Aufführung gelten.




Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis kannst Du:

  1. den zentralen Konflikt und den Verlauf der fünf Aufzüge richtig erklären;
  2. die Beziehungen und Entscheidungen der wichtigsten Figuren untersuchen;
  3. eine konkrete Textstelle mit Aufzug, Auftritt und Ausgabe nachweisen;
  4. französischen Originaltext, historische deutsche Übersetzung und eigene Interpretation unterscheiden;
  5. sprachliche Bilder und den Aufbau der Tragödie erklären;
  6. die französische Klassik mit dem deutschsprachigen Barock vergleichen, ohne beide gleichzusetzen;
  7. den Zusammenhang von Schuld, Freiheit, Liebe und Verantwortung begründet beurteilen;
  8. bei verwendeten Medien Urheber, Quelle und Lizenzstatus angeben.

Möglicher Leistungsnachweis: eine zweiseitige Textanalyse oder ein mündlicher Vergleich zweier Textstellen mit kurzer Quellenliste.




OERs zum Thema

Texte und Nachschlagewerke:

  1. MOOCwiki: bestehende Buchausgabe
  2. Racine: französische Erstausgabe von 1677, Wikimedia Commons
  3. Racine: französischer Lesetext, Wikisource, Ausgabe von 1854
  4. Schiller: historische deutsche Übersetzung im Volltext
  5. Schiller-Übersetzung, Druckausgabe von 1879, Projekt Gutenberg
  6. Lumni: Phèdre, Jean Racine, Bildungsvideo von 2022
  7. Lumni: Anleitung zur Textanalyse, erster Aufzug, dritter Auftritt
  8. Réseau Canopé: Theateraufzeichnungen und Unterrichtsanregungen

Wikipedia-Artikel:

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