Mitreden bedeutet gehört werden - Gemeinschaftskunde 1-4
Einleitung
Mitreden bedeutet gehört werden - Gemeinschaftskunde 1-4
Kurzbeschreibung: Den Unterschied zwischen Anhörung und alleiniger Entscheidung nachvollziehen.
Für Klasse 1 bis 4
Du darfst deine Meinung sagen. Andere sollen dir zuhören. Aber nicht immer kannst du selbst entscheiden.
In diesem aiMOOC lernst du:
- Was es bedeutet, gehört zu werden.
- Was eine Anhörung ist.
- Was eine Alleinentscheidung ist.
- Warum Zuhören und gute Gründe wichtig sind.
- Wie du eine faire Entscheidung erkennst.
Klasse 1 und 2: Schau Bilder an, höre Geschichten und antworte mündlich oder mit Zeichen.
Klasse 3 und 4: Lies kurze Texte, vergleiche Entscheidungen und erkläre deine Gründe.
Alle Geschichten und Personen sind erfunden. Du musst nichts Privates erzählen. Du darfst auch erst zuhören oder eine Aufgabe auslassen.
Mitreden und Zuhören
Bild A: Ich möchte etwas sagen

Die Sprechblase bedeutet: Ich habe eine Idee. Ich möchte etwas sagen.
Deine Frage: Was möchtest du einer erfundenen Klasse für ihre neue Leseecke vorschlagen?
Bild B: Ich höre zu

Das Ohr bedeutet: Ich höre aufmerksam zu.
Deine Frage: Was ist besser: Jemanden ausreden lassen oder ständig unterbrechen? Warum?
Bild C: Ich melde mich

Die Hand bedeutet: Ich möchte sprechen.
Deine Frage: Woran erkennen die anderen, dass jemand etwas sagen möchte?
Bild D: Ich höre aufmerksam hin

Zuhören bedeutet mehr als nur Geräusche hören.
Du versuchst zu verstehen, was jemand sagt.
Deine Frage: Wie kannst du zeigen, dass du eine andere Meinung verstanden hast?
Bild E: Wir sprechen miteinander

Miteinander sprechen bedeutet: Verschiedene Ideen werden gehört und besprochen.
Deine Frage: Können zwei Kinder unterschiedliche Ideen haben und trotzdem freundlich miteinander sprechen?
Bild F: Wir stimmen ab

Abstimmen bedeutet: Menschen geben ihre Stimme für eine Möglichkeit ab.
Achtung: Eine Abstimmung ist nicht dasselbe wie eine Anhörung. Bei einer Anhörung werden Meinungen gehört und berücksichtigt. Dabei muss nicht abgestimmt werden.
Deine Frage: Was ist der Unterschied zwischen einer Meinung sagen und einer Stimme abgeben?
Erste Bildaufgabe
Schau dir die Bilder A bis F an.
- Welches Bild passt zum Wort Sprechen?
- Welches Bild passt zum Wort Zuhören?
- Welches Bild passt zum Wort Melden?
- Welches Bild passt zu Gespräch?
- Welches Bild passt zu Abstimmung?
Für Klasse 1 und 2: Zeige auf das passende Bild. Eine andere Person kann dir die Wörter vorlesen.
Für Klasse 3 und 4: Erkläre, warum du das Bild ausgewählt hast. Beschreibe auch, was das Bild allein noch nicht beweist.
Merke: Ein Bild kann etwas erklären. Ob eine Person tatsächlich aufmerksam zuhört, erfahren wir erst durch ihr Verhalten.
Eine Geschichte zum Anhören
Die neue Leseecke
Die Geschichte spielt in einer erfundenen Grundschule.
Frau Sommer möchte die Leseecke verändern.
Mila möchte die Leseecke am Fenster haben.
Ben möchte die Leseecke an einer ruhigen Wand haben.
Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Frau Sommer entscheiden könnte.
Geschichte A: Eine Person entscheidet allein
Vorlesetext:
Frau Sommer sagt:
„Die neue Leseecke kommt an die Wand.“
Sie hat vorher keines der Kinder nach seiner Meinung gefragt.
Mila und Ben hatten keine Gelegenheit, ihre Ideen zu sagen.
Fragen:
- Wer entscheidet?
- Werden Mila und Ben vorher gefragt?
- Haben die Kinder Gelegenheit, ihre Meinung einzubringen?
Erklärung: Das ist in dieser Geschichte eine Alleinentscheidung ohne Anhörung.
Geschichte B: Die Kinder werden angehört
Vorlesetext:
Frau Sommer fragt:
„Wo soll unsere Leseecke sein?“
Mila sagt: „Am Fenster ist es hell.“
Ben sagt: „An der Wand ist es ruhiger.“
Frau Sommer hört beiden zu.
Sie erklärt:
„Eure Ideen sind wichtig. Wir schauen, wo genug Platz ist. Ich entscheide mich für die ruhige Wand. Dort stören wir die anderen weniger.“
Fragen:
- Wer durfte sprechen?
- Hat Frau Sommer zugehört?
- Warum entscheidet sie sich für die Wand?
- Hat Mila ihre Wunschentscheidung bekommen?
Erklärung: Das ist eine Anhörung. Beide Kinder konnten ihre Meinung sagen. Frau Sommer hat sie berücksichtigt und ihren Beschluss erklärt.
Was ist der Unterschied?
| Alleinentscheidung ohne Anhörung | Anhörung |
|---|---|
| Eine Person bestimmt, ohne die Betroffenen vorher zu fragen. | Betroffene dürfen vor dem Beschluss ihre Meinung sagen. |
| Andere Ideen werden vorher nicht eingeholt. | Die verantwortliche Person hört zu und berücksichtigt die Ideen. |
| Es gibt keine vorherige Beteiligung. | Die Entscheidung kann trotzdem bei der verantwortlichen Person liegen. |
Wichtiger Merksatz:
Mitreden bedeutet, gehört zu werden. Es bedeutet nicht automatisch, alles selbst entscheiden zu dürfen.
Wichtige Wörter
Meinung: Das ist, was du über eine Sache denkst.
Zuhören: Du achtest darauf, was eine andere Person sagt.
Anhörung: Du kannst deine Meinung vor einer Entscheidung sagen. Sie wird ernst genommen und berücksichtigt.
Alleinentscheidung: Eine Person trifft die Entscheidung. In unseren Beispielen unterscheiden wir besonders, ob sie andere vorher anhört oder nicht.
Abstimmung: Menschen geben Stimmen ab, um zwischen Möglichkeiten zu entscheiden.
Begründung: Du erklärst, warum du etwas möchtest oder entscheidest.
Rücksichtnahme: Du denkst auch an die Bedürfnisse anderer.
Was heißt gehört werden?
Bei einer guten Anhörung geschieht Folgendes:
- Die Kinder erfahren, worum es geht.
- Sie dürfen ihre Ideen sagen oder anders mitteilen.
- Die verantwortliche Person hört zu.
- Sie denkt über die Wünsche und Gründe nach.
- Sie erklärt die Entscheidung verständlich.
Nicht jeder Wunsch kann erfüllt werden. Manchmal sind mehrere Wünsche unterschiedlich. Manchmal sind Sicherheit oder die Rechte anderer wichtig.
Wichtig: Nur so zu tun, als ob man zuhört, reicht nicht. Die Meinung soll wirklich in die Überlegung einfließen.
Kinder haben Rechte
Auch Kinder haben Kinderrechte.
In Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention steht, dass Kinder bei Angelegenheiten, die sie betreffen, ihre Meinung frei äußern dürfen. Ihre Meinung muss angemessen und entsprechend ihrem Alter und ihrer Reife berücksichtigt werden.
Das bedeutet:
Du darfst mitreden. Deine Meinung ist wichtig.
Erwachsene müssen aber nicht immer genau das entscheiden, was ein Kind vorschlägt.
Kinder können ihre Meinung auch auf unterschiedliche Weise ausdrücken, zum Beispiel mit Worten, Zeichen oder anderen geeigneten Ausdrucksformen.
Menschenwürde und Grundrechte gelten für alle. Niemand soll wegen seiner Herkunft, Sprache, einer Behinderung oder einer anderen persönlichen Eigenschaft ausgeschlossen werden.
Fachliche Grundlage: UN-Kinderrechtskonvention, besonders Artikel 12 und Bundesfamilienministerium: VN-Kinderrechtskonvention.
Stand der Quellenprüfung: 17.10.2026.
Tatsache, Meinung und Werturteil
Tatsache: In Geschichte B hat Frau Sommer Mila und Ben gefragt. Das steht im Text und lässt sich überprüfen.
Meinung: „Ich mag die Leseecke am Fenster lieber.“ Das ist ein persönlicher Wunsch.
Werturteil: „Ich finde die Entscheidung gerecht, weil beide Kinder angehört wurden.“ Das ist eine Bewertung mit einer Begründung.
Übung: Ist der Satz „Ben möchte die Leseecke an der Wand“ eine überprüfbare Angabe aus der Geschichte oder deine eigene Meinung?
Rückmeldung: Er ist eine überprüfbare Angabe aus der Geschichte. Ob die Wand der beste Ort ist, kann man unterschiedlich beurteilen.
Zwei gute Gründe, zwei verschiedene Meinungen
Mila findet das Fenster besser, weil es hell ist.
Ben findet die Wand besser, weil es dort ruhiger ist.
Beide haben einen verständlichen Grund.
Frage für Klasse 3 und 4: Welche Lösung würdest du bevorzugen? Erkläre deinen Grund. Überlege auch, was gegen deine Lösung sprechen könnte.
Es gibt hier nicht nur eine erlaubte Meinung. Entscheidend ist, ob du die Angaben der Geschichte beachtest, andere Sichtweisen ernst nimmst und deine Wahl begründest.
Deine freiwillige Hilfekarte
Du darfst diese Hilfe jederzeit erneut lesen oder dir vorlesen lassen. Du musst sie nicht benutzen.
Hilfe 1 – Die Wörter:
Sagen → Zuhören → Nachdenken → Entscheiden → Erklären
Hilfe 2 – Satzanfänge:
„Ich denke, dass ...“
„Mein Grund ist ...“
„Eine andere Idee wäre ...“
„Ich verstehe den Vorschlag, aber ...“
Hilfe 3 – Drei Fragen:
Wer wird gefragt?
Wer entscheidet?
Wird die Entscheidung erklärt?
Hilfe 4 – Ohne Lesen:
Zeige auf die Sprechblase für Sprechen, auf das Ohr für Zuhören oder auf die Hand für Melden.
Videos für Kinder
Video 1: Die Kinderrechte
Deutsches Kinderhilfswerk: Kinderrechte – Erklärfilm für Kinder (2023).
Direkt zum Abschnitt über Beteiligung ab Minute 3:56
Textalternative zum Lerninhalt: Kinder haben besondere Rechte. Zu ihnen gehört das Recht, bei Fragen, die sie betreffen, gehört und beteiligt zu werden. Kinder dürfen Ideen äußern. Erwachsene sollen diese ernst nehmen.
Leitfrage: Warum brauchen Kinder die Möglichkeit, mitzureden?
Hinweis: Für diese Unterrichtseinheit genügt der Abschnitt zum Beteiligungsrecht. Die Lehrkraft kann den Ausschnitt vorab prüfen und gezielt auswählen.
Video 2: Das sind die Kinderrechte
ZDF logo!: Das sind die Kinderrechte – einfach erklärt (2024).
Textalternative zum Lerninhalt: Kinderrechte schützen Kinder. Dazu gehören Schutz, Bildung und Beteiligung. Auch die Meinung von Kindern ist wichtig. Kinderrechte gelten für alle Kinder.
Leitfrage: Welches Kinderrecht hilft dir dabei, mitreden zu dürfen?
Hinweis zur Barrierefreiheit: Die Textalternativen können ohne Video gelesen oder vorgelesen werden. Du musst die Videos nicht ansehen, um die Aufgaben zu lösen.
Interaktive Aufgaben
Du kannst die Aufgaben mehrfach bearbeiten. Fehler gehören zum Lernen. Am Ende der Übungen findest du erklärende Rückmeldungen.
Quiz: Teste Dein Wissen
1. Was geschieht bei einer Anhörung? (Die Meinung wird angehört und berücksichtigt) (!Ein Kind entscheidet immer allein) (!Niemand darf eine Meinung sagen) (!Eine Entscheidung wird zufällig getroffen)
2. Was ist eine Alleinentscheidung ohne Anhörung? (Eine Person entscheidet ohne vorheriges Fragen) (!Alle Kinder dürfen vorher sprechen) (!Alle Stimmen werden gezählt) (!Alle treffen gemeinsam eine Entscheidung)
3. Was bedeutet gehört werden? (Die eigene Meinung wird ernst genommen) (!Der eigene Wunsch gewinnt immer) (!Man muss eine andere Meinung übernehmen) (!Man darf niemals widersprechen)
4. Wofür steht Bild A mit der Sprechblase? (Eine Idee mitteilen) (!Eine Stimme zählen) (!Ein Buch aufräumen) (!Eine Uhr stellen)
5. Wofür steht Bild B mit dem Ohr? (Aufmerksam zuhören) (!Schnell weglaufen) (!Eine Entscheidung geheim halten) (!Eine Stimme abgeben)
6. Frau Sommer fragt die Kinder vor ihrer Entscheidung. Was tut sie? (Sie hört die Kinder an) (!Sie verbietet jede Meinung) (!Sie lässt nur sich selbst sprechen) (!Sie entscheidet durch Zufall)
7. Eine Lehrkraft hört zu und erklärt dann eine andere Entscheidung. Was ist richtig? (Eine Anhörung kann trotzdem stattgefunden haben) (!Die Anhörung war automatisch verboten) (!Jeder Wunsch muss erfüllt werden) (!Kinder haben keine Rechte)
8. Was ist eine Begründung? (Ein erklärter Grund für eine Meinung oder Entscheidung) (!Eine Zahl ohne Bedeutung) (!Ein zufälliges Geräusch) (!Ein Bild ohne Aussage)
9. Zwei Kinder haben verschiedene Ideen. Was ist sinnvoll? (Beide Meinungen anhören und Gründe prüfen) (!Nur die lautere Person beachten) (!Die ruhigere Person ausschließen) (!Keine Fragen erlauben)
10. Was sagt Artikel 12 der Kinderrechtskonvention? (Kinder haben ein Recht auf Äußerung und Berücksichtigung ihrer Meinung) (!Nur Erwachsene dürfen eine Meinung haben) (!Kinder entscheiden immer über alle Angelegenheiten) (!Kinder dürfen bei keiner Entscheidung beteiligt werden)
Memory
Welche Bilder und Begriffe passen zusammen?
| Bild A: Sprechblase | Eine Idee mitteilen |
| Bild B: Ohr | Aufmerksam zuhören |
| Bild C: Meldehand | Um das Wort bitten |
| Bild D: Zuhörende Person | Jemandem aufmerksam folgen |
| Bild E: Gesprächssymbol | Verschiedene Ideen besprechen |
| Bild F: Abstimmungszeichen | Eine Stimme abgeben |
Rückmeldung: Alle sechs Bilder zeigen etwas Wichtiges. Aber nur wenn die Meinungen wirklich berücksichtigt werden, ist mehr geschehen als bloßes Sprechen.
Drag and Drop
Ordne die passenden Begriffe und Erklärungen zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Erklärung |
|---|---|
| Anhörung | Meinungen vor einer Entscheidung anhören und berücksichtigen |
| Alleinentscheidung ohne Anhörung | Ohne vorheriges Fragen eine Entscheidung treffen |
| Begründung | Einen verständlichen Grund nennen |
| Abstimmung | Stimmen für verschiedene Möglichkeiten abgeben |
| Rücksichtnahme | Auch an die Bedürfnisse anderer denken |
Rückmeldung: Besonders wichtig ist der Unterschied zwischen Anhörung und Abstimmung. Bei der Anhörung muss die angehörte Person nicht selbst entscheiden.
Kreuzworträtsel
| Anhörung | Wie heißt es, wenn Menschen vor einer Entscheidung ihre Meinung sagen können und diese berücksichtigt wird? |
| Meinung | Wie heißt das, was eine Person über eine Sache denkt? |
| Zuhören | Was tust du, wenn du aufmerksam auf eine sprechende Person achtest? |
| Abstimmung | Wie nennt man eine Entscheidung durch abgegebene Stimmen? |
| Begründung | Wie heißt die Erklärung, warum jemand etwas denkt oder entscheidet? |
| Rücksicht | Was nimmst du auf andere, wenn du ihre Bedürfnisse beachtest? |
LearningApps
Hier kannst du nach weiteren Übungen zum Thema suchen. Die Suche ist freiwillig. Die gefundenen Einzelübungen sind nicht Bestandteil der fachlichen Prüfung dieses aiMOOCs.
Lückentext
Vervollständige die Sätze.
Lösungen und erklärende Rückmeldungen
Zum Quiz:
- Bei einer Anhörung wird die Meinung nicht nur gehört, sondern auch berücksichtigt.
- Ohne Anhörung wird vorher keine Meinung der Betroffenen eingeholt.
- Gehört werden bedeutet ernst genommen werden, nicht automatisch Recht bekommen.
- Die Sprechblase steht für das Mitteilen von Ideen und Meinungen.
- Das Ohr hilft uns, an aufmerksames Zuhören zu denken.
- Frau Sommer fragt vor ihrer Entscheidung und führt deshalb eine Anhörung durch.
- Eine andere Entscheidung kann trotzdem aus einer guten Anhörung entstehen. Wichtig sind die Berücksichtigung und die Gründe.
- Eine Begründung erklärt, warum eine Person etwas denkt oder entscheidet.
- Verschiedene Meinungen dürfen nebeneinanderstehen. Beide sollen angehört werden.
- Artikel 12 schützt das Recht, eine Meinung frei zu äußern und angemessen berücksichtigt zu werden.
Zum Memory: Die Bilder sind Zeichen für einzelne Handlungen. Eine gehobene Hand beweist noch nicht, dass eine Meinung später beachtet wird.
Zum Drag and Drop: Anhörung, Entscheidung und Abstimmung sind verschiedene Vorgänge. Sie können zusammen vorkommen, müssen es aber nicht.
Zum Lückentext: Lies die Sätze erneut. Prüfe bei jeder Lücke, ob das eingesetzte Wort zum ganzen Satz passt.
Du kannst danach jede Übung erneut versuchen.
Offene Aufgaben
Hinweis: Du darfst alle Aufgaben mit erfundenen Personen bearbeiten. Eigene private Erlebnisse sind nicht nötig.
Leicht – Klasse 1 und 2
- Sprechblase entdecken: Schau Bild A an. Sage mündlich einen erfundenen Wunsch für eine Leseecke. Wenn du möchtest, lass ihn von einer anderen Person vorlesen.
- Ohren auf: Schau Bild B an. Höre Geschichte A und Geschichte B an. Zeige anschließend, bei welcher Geschichte die Kinder gehört werden.
- Melden üben: Schau Bild C an. Spiele mit einer anderen Person ein kurzes Gespräch. Eine Person spricht, die andere hört zu. Danach werden die Rollen getauscht.
- Bildpaare finden: Wähle aus den Bildern A bis F zwei Bilder, die für eine gute Anhörung wichtig sind. Sage, warum du sie ausgewählt hast.
Standard – Klasse 2 bis 4
- Geschichten vergleichen: Schreibe oder erzähle zwei Unterschiede zwischen Geschichte A und Geschichte B.
- Andere Wünsche: Erfinde zwei weitere Wünsche für die Leseecke. Überlege, wie beide Kinder fair gehört werden können.
- Eine Entscheidung erklären: Entscheide dich im erfundenen Fall für den Fensterplatz oder die ruhige Wand. Nenne mindestens zwei Gründe.
- Mitreden oder abstimmen: Erfinde eine Klassensituation. Beschreibe, ob eine Anhörung, eine Abstimmung oder beides sinnvoll sein könnte. Erkläre deine Wahl.
Schwer – Klasse 3 und 4
- Eine schwierige Entscheidung: Eine erfundene Klasse möchte ihre Leseecke direkt vor der Tür einrichten. Die Lehrkraft erklärt, dass die Tür frei bleiben muss. Beurteile, wie die Kinder trotzdem beteiligt werden können.
- Eine Anhörung planen: Plane für eine erfundene Klasse ein kurzes Gespräch über zwei neue Spielangebote. Lege fest, wie alle Ideen gesammelt und anschließend berücksichtigt werden.
- Fair oder unfair: Prüfe Geschichte B. Erkläre, welche Gründe dafür sprechen, dass die Entscheidung fair war. Nenne auch eine Frage, die noch offenbleibt.
- Zwei Sichtweisen: Schreibe einen kurzen Dialog zwischen Mila und Ben. Beide sollen einen Grund für ihren Wunsch nennen und auf den Grund des anderen reagieren.


So werden offene Urteile bewertet
Es gibt bei begründeten Entscheidungen nicht immer nur eine richtige Meinung.
Für eine gute Antwort sind diese Kriterien wichtig:
- Verstehen: Du erklärst, wer gehört wird und wer entscheidet.
- Beleg: Du verwendest eine passende Angabe aus der Geschichte.
- Begründung: Du nennst einen verständlichen Grund.
- Andere Sichtweisen: Du berücksichtigst mindestens einen weiteren Wunsch oder Einwand.
- Kinderrechte: Du achtest darauf, dass die betroffenen Kinder respektvoll behandelt und ihre Meinungen berücksichtigt werden.
Bei einer leichten Aufgabe genügen oft ein Bild, eine mündliche Erklärung und ein einfacher Grund. Bei schweren Aufgaben werden mehrere Gründe und Sichtweisen erwartet.
Wichtig: Bewertet werden deine Belege und deine Begründung. Nicht, ob du dieselbe Meinung wie die Lehrkraft hast.
Lernkontrolle
Bearbeite die folgenden Aufgaben. Benutze Beispiele und Gründe, nicht nur einzelne Merkwörter.
- Fall prüfen: Eine Lehrkraft fragt die Klasse, hört zu und trifft dann selbst die Entscheidung. Erkläre, weshalb das eine Anhörung sein kann und keine gemeinsame Abstimmung sein muss.
- Perspektiven vergleichen: Mila möchte Licht, Ben möchte Ruhe. Entwickle eine Lösung, die beide Wünsche möglichst gut berücksichtigt.
- Grenzen erklären: Ein Kind bekommt trotz Anhörung nicht seinen gewünschten Platz. Erkläre, warum daraus allein noch nicht folgt, dass sein Beteiligungsrecht verletzt wurde.
- Entscheidung beurteilen: Eine verantwortliche Person sagt nur „Weil ich es will“. Erkläre, was an dieser Begründung fehlt und wie sie verbessert werden könnte.
- Beteiligung planen: Eine fiktive Schule will den Pausenbereich ändern. Entwirf einen einfachen Ablauf, damit Kinder ihre Meinungen mitteilen können und erfahren, was daraus geworden ist.
- Ein Urteil begründen: Vergleiche zwei erfundene Entscheidungen. Bei der ersten werden Kinder gefragt, bei der zweiten nicht. Beurteile beide und berücksichtige dabei auch die Verantwortung der entscheidenden Person.
Rückmeldung zur Lernkontrolle: Gute Antworten zeigen, wie Anhören, Berücksichtigen, Entscheiden und Begründen zusammenhängen. Unterschiedliche Ergebnisse können überzeugend sein, wenn sie mit passenden Belegen erklärt werden und die Rechte aller achten.
Lernnachweis
Das kannst du nach dem aiMOOC zeigen:
- Du kannst anhand eines Bildes oder Beispiels erklären, was Mitreden und Zuhören bedeuten.
- Du erkennst den Unterschied zwischen einer Anhörung und einer Alleinentscheidung ohne Anhörung.
- Du weißt, dass Kinder bei Angelegenheiten, die sie betreffen, ein Recht auf angemessene Beteiligung haben.
- Du kannst erklären, warum eine Anhörung nicht jeden Wunsch erfüllen muss.
- Du kannst eine Entscheidung mit einem Grund und einer Angabe aus der Geschichte begründen.
- Du kannst auch eine andere Meinung respektvoll beschreiben.
- Du kannst einen Vorschlag machen, wie eine Entscheidung fairer vorbereitet oder erklärt werden könnte.
Mögliche Formen des Lernnachweises: Mündliches Erklären, Bildzuordnung, kurze Sätze, ein erfundenes Rollenspiel oder ein begründetes Urteil.
Für Klasse 1 und 2: Zwei Bilder richtig zuordnen und einen Unterschied zwischen den beiden Geschichten mündlich erklären.
Für Klasse 3 und 4: Einen Fall vergleichen, zwei Gründe nennen und eine andere Sichtweise berücksichtigen.
Es sind keine persönlichen Berichte, politischen Bekenntnisse oder selbst produzierten Medien erforderlich.
OERs zum Thema
Wikipedia: Kinderrechte
Die Wikipedia-Seite bietet weiterführende Informationen. Jüngere Kinder können sich die wichtigen Abschnitte von Erwachsenen erklären lassen.
Fachlich geprüfte Quellen
- UNICEF: UN-Kinderrechtskonvention – Wortlaut der Kinderrechte, insbesondere Artikel 12.
- Bundesfamilienministerium: VN-Kinderrechtskonvention – rechtliche Einordnung und Beteiligungsrechte.
- Bundesfamilienministerium: Kinderrechte im Alltag – Beteiligung und Berücksichtigung von Kindesinteressen.
- Freistaat Sachsen: Kinderrechte erklärt – kindgerechte Informationen zum Recht auf Beteiligung.
- Kompetenznetzwerk Demokratiebildung: Kinderrechte-Erklärfilm – pädagogische Einordnung des Films für die Grundschule.
Quellenstand: 17. Oktober 2026.
Die kurzen Unterrichtsgeschichten und Aufgaben sind didaktische Beispiele. Sie beschreiben keine tatsächliche Schule und stellen keine zusätzlichen gesetzlichen Abstimmungsrechte auf.
Wikimedia Commons: Mediennachweise und Lizenzen
Alle folgenden Illustrationen sind bereits vorhandene Wikimedia-Commons-Dateien. Die konkreten Dateiseiten wurden auf Urheberangabe und Lizenz geprüft. Die Dateien werden unverändert eingebunden und nur für die Darstellung skaliert.
Bild A – Sprechblase
Datei: Speech bubble icon.svg
Urheber: Domdomegg.
Quelle: Eigenes Werk auf Wikimedia Commons.
Lizenz: CC0 1.0 Universal.
Namensnennung: Rechtlich nicht verpflichtend; Urheber und Quelle werden freiwillig angegeben. Keine Bearbeitung.
Bild B – Ohr
Datei: 395-ear.svg
Urheber und erforderliche Namensnennung: Vincent Le Moign.
Quelle: Streamline Emoji Project, Wikimedia Commons.
Lizenz: CC BY 4.0 International.
Namensnennung: Vincent Le Moign, Dateilink und Lizenzlink. Keine Bearbeitung.
Bild C – Meldehand
Datei: Noun raised hand.svg
Urheber und erforderliche Namensnennung: Stephen JB Thomas.
Quelle: The Noun Project, über Wikimedia Commons.
Lizenz: CC BY 3.0 Unported.
Namensnennung: Stephen JB Thomas, Dateilink und Lizenzlink. Keine Bearbeitung.
Bild D – Zuhörende Person
Datei: Listening.svg
Urheber: PhysicsEtc.
Quelle: Eigenes Werk auf Wikimedia Commons vom 6. September 2026.
Lizenz: CC0 1.0 Universal.
Namensnennung: Rechtlich nicht verpflichtend; Urheber und Quelle werden freiwillig angegeben. Keine Bearbeitung.
Bild E – Gesprächssymbol
Datei: Discussion.svg
Urheber: David Vignoni (ursprüngliche Grafik) und Keymap9 (SVG-Fassung). Die Dateiseite nennt außerdem die verwendeten grafischen Bestandteile.
Quelle: Wikimedia Commons.
Lizenz der eingebundenen Datei: CC BY-SA 4.0 International.
Namensnennung: David Vignoni und Keymap9, Dateilink und Lizenzlink. Keine Bearbeitung; bei Bearbeitungen sind die Share-Alike-Bedingungen zu beachten.
Bild F – Abstimmungszeichen
Datei: Vote modern.svg
Urheber und erforderliche Namensnennung: CreativeC38.
Quelle: Eigenes Werk auf Wikimedia Commons.
Lizenz: CC BY-SA 4.0 International.
Namensnennung: CreativeC38, Dateilink und Lizenzlink. Keine Bearbeitung; bei Bearbeitungen sind die Share-Alike-Bedingungen zu beachten.
Hinweis: Frei zugänglich bedeutet nicht automatisch lizenzfrei. Die jeweiligen Lizenzbedingungen gelten auch bei einer Weiterverwendung außerhalb dieses aiMOOCs.
Videonachweise
- Kinderrechte – Erklärfilm für Kinder, Deutsches Kinderhilfswerk e. V., veröffentlicht am 15.11.2023. Der Abschnitt über das Beteiligungsrecht beginnt bei etwa 3:56. Video auf YouTube; keine Commons-Lizenz für das Video behauptet.
- Das sind die Kinderrechte – logo! einfach erklärt, ZDF logo!, veröffentlicht am 25.11.2024. Video auf YouTube; keine Commons-Lizenz für das Video behauptet.
Die Videos sind verlinkt beziehungsweise eingebettet, nicht als frei lizenzierte Dateien übernommen. Für beide Videos stehen im Lerntext kurze inhaltliche Textalternativen bereit. Ein wörtliches Transkript wird nicht behauptet.
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
Schulfach+


aiMOOCs


aiMOOC Projekte


NEWSLernweltNOAH fragen