Literatur verstehen - Der Mörder - Arthur Schnitzler
Einleitung
Der Mörder ist eine kurze Erzählung von Arthur Schnitzler. Alfred liebt zwei Frauen. Er will sich nicht entscheiden und versucht, die Folgen seines Handelns zu vermeiden. Schließlich begeht er einen Mord. Doch sein erhofftes Glück bleibt aus. Die Erzählung stellt Fragen nach Verantwortung, Selbsttäuschung und Macht über andere Menschen.
Zielgruppe: Klassen 11 bis 13. Lernziele: Du kannst den Handlungsverlauf erklären, Textstellen genau lesen, Figuren und Erzählweise untersuchen und eigene Urteile begründen. Die Einführung ist bewusst kurz und leicht verständlich; für die Deutung arbeitest du am vollständigen Text.
Achtung: Die Erzählung handelt von einer gezielten Tötung, Krankheit, Schuld und einem tödlichen Duell. Wir analysieren dies kritisch und ohne drastische Darstellungen oder praktische Anleitungen.
Volltext und Buchausgabe: Vorhandene MOOCwiki-Buchseite „Der Mörder“ – Arthur Schnitzler. Nutze diese Seite als Hauptzugang zum Volltext. Zur Prüfung konkreter Stellen gibt es zusätzlich die vollständige Ausgabe „Der Mörder. Eine Novelle“ bei Project Gutenberg nach einer historischen Druckausgabe aus dem Verlag Paul Knepler (von der Österreichischen Nationalbibliothek auf 1921 datiert). Es wird keine zweite Buchseite angelegt. Seitenzahlen unten beziehen sich ausschließlich auf die verlinkte Gutenberg-Transkription und können bei der MOOCwiki-Ausgabe abweichen.

Arthur Schnitzler, um 1912. Historisches Porträt: Ferdinand Schmutzer, gemeinfrei; Quelle und Rechte unten.
So arbeitest du mit dem Text
- Lies die vollständige Erzählung über die vorhandene Buchseite oder die verlinkte Ausgabe.
- Notiere für jede Behauptung die Stelle und, soweit verfügbar, die Seite deiner Ausgabe.
- Trenne Textbeobachtung, Deutung und eigenes Urteil. Eine Deutung muss zum belegten Text passen.
- Verwende bei wörtlichen Zitaten die genaue Schreibweise deiner Ausgabe. Kürzungen kennzeichnest du; Formulierungen dürfen nicht unbemerkt modernisiert werden.
Lesehilfe in drei Stufen: Hilfe 1 – Suche Namen, Orte und Wendepunkte. Hilfe 2 – Markiere, was Alfred denkt, sagt und wirklich tut. Hilfe 3 – Prüfe, ob die Erzählerdarstellung Alfreds Gedanken bestätigt oder kritisch sichtbar macht.
Kurzbeschreibung und Handlung
Anfang (Druckausgabe S. 5–18): Alfred ist wohlhabend und muss nicht arbeiten. Seine Geliebte Elise hat für das gemeinsame Leben ihre Arbeit aufgegeben. Alfred interessiert sich zusätzlich für Adele, die Tochter eines reichen Fabrikanten. Adeles Vater verlangt eine einjährige Trennungs- und Prüfzeit. Alfred reist mit Elise.
Reise (S. 19–36): Beide besuchen mehrere Länder und fahren später nach Ceylon, dem heutigen Sri Lanka. Elise leidet unter Herzbeschwerden. Alfred bleibt äußerlich liebevoll, möchte sich innerlich aber von ihr lösen. Seine Gedanken kreisen immer stärker um Adele.
Entscheidung und Tat (S. 37–52): Auf der Rückreise handelt Alfred nicht mehr nur in Gedanken. Er besorgt unter falschen Angaben ein gefährliches Mittel und vergiftet Elise heimlich. Später holt er einen Arzt, der sie nicht retten kann. Wir untersuchen die Täuschung und seine Verantwortung, nicht die medizinischen Einzelheiten der Tat.
Folgen (S. 53–82): Alfred kehrt nach Wien zurück. Adele hat sich bereits für einen anderen Mann entschieden. Alfred erzählt ihr von seiner Tat, doch sie weist ihn zurück. Ein Baron, der Elise kannte, stellt Alfred zur Rede. Bei einem Duell wird Alfred tödlich getroffen. Die letzten Zeilen zeigen seine subjektive Sicht auf Tod und Schuld.
Leitfrage: Warum versucht Alfred, sich als Opfer von Umständen zu sehen, obwohl er Entscheidungen trifft?
Lesen am Originaltext: sechs Schlüsselstellen
| Stelle in der verlinkten Druckausgabe | Beobachtungsauftrag | Deutungsfrage |
|---|---|---|
| S. 5–9: Vorstellung Alfreds und Elises. Der Erzähler nennt Alfred einen „Doktor beider Rechte“. Für Alfred wird die Beziehung zur „lästigen Fessel“. | Markiere die Angaben über Beruf, Geld und Abhängigkeit. Prüfe, wem welche Beurteilung zuzuschreiben ist. | Was verrät die Wortwahl über gesellschaftliche Unterschiede und Alfreds Haltung? |
| S. 15–18: Gespräch mit Adeles Vater und Beginn der Reise. | Finde die Bedingung des Vaters und Alfreds Reaktion darauf. | Warum erleichtert Alfred der Aufschub, obwohl er vorgibt, rasch heiraten zu wollen? |
| S. 21–26: Elisens Beschwerden und der Telegrammwechsel. Alfred schreibt „Ewig der Deine“; Adele antwortet „Und ich die Deine für ebensolang“. | Vergleiche Zusage und Antwort buchstabengetreu. | Welche Unsicherheit liegt in Adeles Antwort? Was liest Alfred hinein? |
| S. 37–49: Neapel, falsche Angaben, nächtliches Glas und verspäteter Hilferuf. | Erstelle eine Folge von Tatentscheidung, Vorbereitung und Handlung, ohne praktische Einzelheiten wiederzugeben. | Woran erkennt man die Verantwortung Alfreds? Warum ist seine Rede vom Schicksal problematisch? |
| S. 69–79: Begegnung mit Adele. | Vergleiche Alfreds Erwartung mit Adeles eigener Entscheidung und ihrer Reaktion. | Welche Vorstellung von Liebe und Besitz wird sichtbar? |
| S. 80–82: Gespräch mit dem Baron und Schluss. | Lies den letzten Satz langsam. Das Wort „Entsühnter“ bezeichnet Alfreds Empfinden. | Ist das eine objektive Freisprechung? Unterscheide Innenperspektive und moralisches Urteil. |
Belegregel: Jede Zeile nennt eine auffindbare Passage; die Deutungen sind Fragen, keine angeblichen Originalzitate.
Figuren und Konflikte
Alfred
Alfred besitzt Geld, Bildung und gesellschaftliche Freiheiten. Er will die Vorteile verschiedener Beziehungen, aber nicht ihre Folgen. Häufig verwandelt er Wünsche in scheinbar zwingende Gründe. Untersuche: Wo erzählt er sich selbst eine Entschuldigung? Wo wird daraus eine bewusste Tat?
Elise
Elise liebt Alfred und vertraut ihm. Ihre frühere Erwerbsarbeit hat sie auf seinen Wunsch beendet. Dadurch entsteht auch materielle Abhängigkeit. Ihr begrenztes Wissen ist wichtig: Sie kennt Alfreds zweite Liebesbeziehung nicht. Untersuche: Was weiß Elise tatsächlich, und was lässt Alfred sie glauben? Schreibe ihre Perspektive nicht als erfundenes Originalzitat.
Adele
Adele gehört zum wohlhabenden Wiener Bürgertum. Sie wartet nicht so, wie Alfred es sich erträumt. Ihre neue Bindung und ihre Ablehnung sind eigene Entscheidungen. Untersuche: Warum versteht Alfred ihre Freiheit zuerst kaum?
Der Baron und weitere Figuren
Der Baron ist ein Mitreisender, der Elise Aufmerksamkeit entgegenbringt und Alfred später zur Rede stellt. Der Vater Adeles setzt zu Beginn die Prüfzeit. Der Schiffsarzt hilft Elise, kennt aber nicht alle Hintergründe. Untersuche: Welche Figuren können das Doppelspiel erkennen und welche nicht?
Figurenkonstellation
| Beziehung | Sichtbarer Konflikt | Belegsuche |
|---|---|---|
| Alfred – Elise | Vertrauen gegen Heimlichkeit | S. 5–10 und S. 29–49 |
| Alfred – Adele | Erwartung gegen Selbstbestimmung | S. 15–18 und S. 69–79 |
| Alfred – Baron | gesellschaftliche Höflichkeit gegen moralischen Vorwurf | S. 30–33 und S. 79–82 |
| Alfred – eigene Gedanken | Selbstdarstellung gegen Handlung | S. 37–49 und S. 69–71 |
Sprache und Erzählweise
Erzähler: Der Text wird in der dritten Person erzählt. Wir erfahren besonders viel von Alfreds Empfindungen und Gedanken. Das macht seine Selbsttäuschung erkennbar, ohne dass der Text ihn automatisch rechtfertigt.
Psychologisches Erzählen: Kurze äußere Handlungen werden mit langen inneren Überlegungen verbunden. Alfred deutet sein Verhalten wiederholt so, dass er selbst gut dasteht.
Kontraste: Nähe und Distanz, Liebe und Besitz, Wahrheit und Verstellung stehen sich gegenüber. Die Reisefreiheit der Wohlhabenden ist nicht dasselbe wie moralische Freiheit.
Sprache: Die Erzählung nutzt teils lange, verschachtelte Sätze und ältere Schreibweisen. Zerlege schwierige Sätze in Hauptaussage, Begründung und Wirkung. Ersetze Originalzitate nicht durch unmarkierte Vereinfachungen.
Ironische Distanz: Achte auf Stellen, an denen Alfred etwas hofft, das für Lesende fragwürdig wirkt. Die kritische Wirkung entsteht aus der Differenz zwischen seiner Sicht und seinem Tun.
Mini-Aufgabe: Suche auf S. 37–45 ein Beispiel für Alfreds Gedanken und eine dazu passende Handlung. Beschreibe den Widerspruch in zwei eigenen Sätzen.
Aufbau und Spannungsentwicklung
Ausgangslage: Zwei Beziehungen werden geheim gehalten. Verzögerung: Die einjährige Reise verschiebt eine Entscheidung. Zuspitzen: Alfred wünscht sich eine Lösung, bei der er keine Verantwortung tragen müsste. Wendepunkt: Aus Gedanken wird planvolles Handeln. Folgen: Die versprochene Zukunft zerfällt. Schluss: Eine letzte subjektive Selbstdeutung steht neben dem tatsächlichen Tod.
Lernfrage: Gibt es ein frühes Warnsignal für die spätere Tat? Belege es im Volltext, statt den Ausgang als unvermeidliches Schicksal zu behandeln.

Animation: rotierende Erde (AzaToth, CC BY-SA 3.0). Nur Sinnbild für die weite Reise; sie zeigt keine authentische Route Alfreds.
Historischer und literarischer Kontext
Wien um 1900: Die Gesellschaft der späten Habsburgermonarchie war durch soziale Unterschiede, bürgerliche Erwartungen und Diskussionen über Moral geprägt. Im Text erkennt man diese Fragen an Arbeit, Vermögen und Beziehungsspielräumen der Figuren.

Wiener Ringstraßenkorso, Theodor Zasche, um 1900; gemeinfrei. Das Bild zeigt Milieu und gesellschaftliche Sichtbarkeit, keine Szene aus der Erzählung.
Wiener Moderne: Für die Wiener Moderne sind die Beobachtung innerer Konflikte, Unsicherheit und die Kritik an bloßen gesellschaftlichen Fassaden bedeutsam. Schnitzler war auch Arzt. Die Figur Alfred darf aber nicht als direkte Stimme des Autors gelesen werden.
Verschiedene Strömungen: Zwischen etwa 1890 und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bestanden Moderne, Symbolismus, literarischer Impressionismus, Expressionismus und später etwa Neue Sachlichkeit nebeneinander oder nacheinander. Diese Begriffe beschreiben verschiedene Schwerpunkte, keine einheitliche Stilrichtung. Die psychologische Erzählweise ist hier ein gut begründbarer Ansatz; einzelne symbolische Bilder machen das Werk nicht automatisch zu einem durchgehend symbolistischen Text.

Wiener Parlamentsgebäude um 1900, historische Photochrom-Ansicht, Library of Congress; gemeinfrei. Kontextbild, nicht Schauplatz einer belegten Szene.
Zeitgenössische Psychologie: In Wien wurden um 1900 neue Modelle von Bewusstsein und unbewussten Motiven diskutiert. Man kann Alfreds Selbsttäuschung damit vergleichen. Daraus folgt nicht, dass die Novelle Freuds Theorie einfach illustriert.

Sigmund Freud um 1905, Fotografie Ludwig Grillich; gemeinfrei. Ein historischer Vergleichspunkt, keine Abbildung der Romanfiguren.
Entstehung, Erstdruck, Sprache und Ausgaben
Die Erzählung entstand 1910. Sie erschien zuerst am 28. Mai und am 1. Juni 1911 in einer russischen Übersetzung in der Zeitschrift Rjetsch. Der deutsche Originaltext wurde am 4. Juni 1911 in der Wiener Neuen Freien Presse gedruckt. 1912 folgte die Sammlung Masken und Wunder.
Wichtig beim Übersetzungsvergleich: Schnitzlers Werk ist ursprünglich deutschsprachig; die zuerst erschienene russische Fassung ist deshalb nicht der sprachliche Originaltext. Vergleiche die Titel, Datierungen und – nur wenn eine belegbare russische Textstelle vorliegt – einzelne Formulierungen. Erfinde keine russischen Zitate und behaupte keine Übersetzungsunterschiede ohne Vorlage.
Die hier verlinkte spätere Buchausgabe enthält Holzschnitte von Ernst Huber. Die digitale Transkription weist eine ausdrücklich korrigierte Druckstelle aus. Für genaue Zitate nenne daher immer die benutzte Ausgabe.
Vergleichsauftrag: Erstelle zwei Spalten: (1) bibliografisch gesicherte Tatsachen wie Jahr, Erscheinungsort und Sprache; (2) deine Interpretation des Textes. Falls du keine russische Textfassung vorliegen hast, beschränke den Vergleich auf die überprüfbaren Publikationsangaben und kennzeichne diese Grenze.
Hören und Sehen
Hörbuch: Höre zuerst einen selbst gewählten zusammenhängenden Abschnitt und verfolge ihn parallel im Text. Die Aufnahme ist eine Bearbeitung als gesprochener Vortrag; für ein wörtliches Zitat gilt weiterhin die Schriftquelle.
Bookstream Hörbücher: „Der Mörder“, vollständige Hörbuchfassung auf YouTube (2020). Die Videoveröffentlichung ist keine nachgewiesene CC-Lizenz; nicht kopieren oder neu hochladen.
Historische Einordnung: Der folgende universitäre Archivhinweis führt zu einem Beitrag über Schnitzler als Autor der Wiener Moderne.
Arthur Schnitzler: Vom Dichter der Wiener Moderne zum Weltautor; verlinkt durch das Schnitzler-Archiv der Universität Freiburg. Die Einbettung ersetzt keine Lizenz für eine eigene Wiederveröffentlichung.
Audio von Wikimedia Commons – nur die Aussprache des Autorennamens, nicht der Novellentext: Jeuwre, deutsche Ausspracheaufnahme vom 26. September 2026, CC BY-SA 4.0. Keine Kürzung und keine Bearbeitung vorgenommen.
Medienvergleich: Wähle im Hörbuch eine Szene von etwa zwei Minuten. Wie verändert Sprechtempo oder Betonung deinen Eindruck von Alfred? Trenne deine Wahrnehmung von einer gesicherten Aussage über den Erzähler.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste dein Wissen
Was ist die Grundkonstellation am Anfang? (Alfred ist mit Elise verbunden und wirbt zugleich um Adele) (!Alfred und der Baron planen eine Hochzeit) (!Adele und Elise sind Schwestern) (!Alfred reist allein als Arzt)
Warum beginnt die lange Reise? (Adeles Vater verlangt eine einjährige Zeit der Prüfung) (!Elise wird offiziell mit dem Baron verlobt) (!Alfred soll als Matrose arbeiten) (!Adele verlässt Wien wegen einer Prüfung)
Welche wichtige Information fehlt Elise? (Alfreds Werbung um Adele) (!Die Existenz Wiens) (!Ihr eigener Name) (!Die Schiffsroute nach Hamburg)
Was zeigt Alfreds Umgang mit seinen Gedanken besonders? (Er rechtfertigt eigene Wünsche und verdrängt Verantwortung) (!Er erklärt immer offen alle Pläne) (!Er kennt die Zukunft genau) (!Er handelt ohne jede Entscheidung)
Was ist die Originalsprache der Erzählung? (Deutsch) (!Russisch) (!Französisch) (!Englisch)
Was ist über die frühen Veröffentlichungen belegt? (Eine russische Übersetzung erschien vor dem deutschen Erstdruck) (!Der deutsche Originaltext entstand erst nach 1930) (!Es gab nur eine französische Ausgabe) (!Die Erzählung wurde ausschließlich als Film veröffentlicht)
Welche Perspektive dominiert große Teile der Erzählung? (Ein Erzähler in dritter Person mit Einblicken in Alfreds Inneres) (!Ein durchgehender Ichbericht Elises) (!Ein Bühnenstück ohne Erzähler) (!Ein Tagebuch des Barons)
Warum ist der Mord nicht nur ein unglücklicher Zufall? (Alfred bereitet die Tat bewusst vor und handelt) (!Adele ordnet Alfred die Tat an) (!Der Baron plant alles für Alfred) (!Es gibt im Text keinen Hinweis auf eine Entscheidung)
Wie reagiert Adele nach Alfreds Rückkehr? (Sie weist ihn zurück und hält an ihrer eigenen Entscheidung fest) (!Sie heiratet ihn sofort) (!Sie reist mit Elise ab) (!Sie fordert den Vater zum Duell)
Was ist am Wort Entsühnter am Schluss zu beachten? (Es beschreibt Alfreds Empfinden und ist kein objektives Freispruchurteil) (!Es ist das Urteil eines Gerichts) (!Es ist die Überschrift eines Kapitels) (!Es wird von Elise bei ihrer Rettung gesagt)
Memory-Spiel
Ordne jeweils den Fachbegriff seiner Bedeutung zu.
| Erzählperspektive | Blickwinkel, aus dem Ereignisse und Gedanken dargestellt werden |
| Selbsttäuschung | Ein Mensch macht sich ein günstiges, aber falsches Bild von sich |
| Kontrast | Deutlicher Gegensatz zwischen zwei Zuständen oder Aussagen |
| Wendepunkt | Entscheidende Änderung des bisherigen Geschehens |
| Textbeleg | Auffindbare Stelle, die eine Beobachtung stützt |
| Übersetzung | Übertragung eines vorhandenen Textes in eine andere Sprache |
Drag and Drop
Ordne jedem Schritt die passende Beobachtung zu.
| Passender Begriff | Textbeobachtung |
|---|---|
| Doppelbeziehung | Alfred hält die Verbindung zu Elise geheim, während er Adele umwirbt. |
| Aufschub | Der Vater Adeles fordert eine längere Reise als Prüfung. |
| Selbsttäuschung | Alfred deutet seine Wünsche als angebliche Notwendigkeit. |
| Tatentscheidung | Alfred verlässt die Ebene bloßer Hoffnungen und handelt geplant. |
| Ernüchterung | Adele entscheidet sich unabhängig von Alfred für einen anderen Mann. |
Kreuzworträtsel
Die Antworten sind einzelne Wörter aus dem Kurs.
| Alfred | Wie heißt die Hauptfigur, deren Gedanken oft im Mittelpunkt stehen? |
| Elise | Wie heißt Alfreds langjährige Geliebte? |
| Adele | Welche Frau weist Alfred nach seiner Rückkehr zurück? |
| Baron | Welcher Mitreisende stellt Alfred schließlich zur Rede? |
| Novelle | Wie heißt eine kürzere erzählende Prosagattung? |
| Moderne | Zu welchem übergeordneten literaturgeschichtlichen Zeitraum zählt man Schnitzler? |
LearningApps
Suche nach passenden Übungen zu Arthur Schnitzler und der Erzählung. Prüfe die Treffer selbst: Eine Suchseite garantiert keine fertige passende LernApp.
Lückentext
Ergänze zentrale Begriffe. Pro Satz fehlt genau ein Wort.
Offene Aufgaben
Drei Hauptaufgaben in unterschiedlichen Niveaus: Jeweils die erste Aufgabe der folgenden Bereiche bildet eine vollständige Kernaufgabe. Weitere Aufgaben dienen zum Üben und Vertiefen. Du kannst Belege aus der MOOCwiki-Buchausgabe verwenden; notiere ihre dortige Position.
Leicht
- Hauptaufgabe leicht – Zeitstrahl: Zeichne sechs Stationen von Alfreds Beziehungen bis zum Schluss. Zu jeder Station nennst du ein Textsignal. Hilfe 1: Suche Ortswechsel. Hilfe 2: Frage, was Alfred erwartet. Hilfe 3: Trenne Erwartung und tatsächlichen Ausgang.
- Figurenkarte: Stelle Elise, Adele, Alfred und den Baron mit Verbindungslinien dar. Schreibe zu jeder Figur zwei gesicherte Informationen.
- Leseprotokoll: Notiere zu den Seiten 5–18 der Gutenberg-Ausgabe drei wichtige Ereignisse und die entsprechende Stelle deiner Ausgabe.
- Wortwahl prüfen: Untersuche die beiden Ausdrücke zur gesellschaftlichen Stellung und zu Alfreds Beziehung am Anfang. Erkläre die Wertung in eigenen Worten.
Standard
- Hauptaufgabe Standard – Motiv und Handlung: Analysiere die Entwicklung von Alfreds Wunsch zur geplanten Tat anhand zweier Stellen zwischen S. 29 und S. 49. Hilfe 1: Markiere sein inneres Hoffen. Hilfe 2: Markiere sein bewusstes Tun. Hilfe 3: Erläutere den Unterschied zwischen Erklärung und Entschuldigung.
- Erzählperspektive vergleichen: Finde eine Stelle über Alfreds Innenleben und eine Stelle über eine andere Figur. Prüfe, wer was wissen kann.
- Telegramme analysieren: Vergleiche Alfreds und Adeles kurze Nachrichten von S. 25–26. Erkläre, warum ihre Bedeutungen auseinandergehen können.
- Rollen und soziale Lage: Vergleiche die Möglichkeiten von Elise und Adele. Beziehe Geld, Arbeit und ihre Entscheidungen ein; vermeide pauschale Aussagen über alle Frauen der Zeit.
Schwer
- Hauptaufgabe schwer – Schlussdeutung: Erörtere, ob Alfreds letzter Gedanke eine Einsicht, eine erneute Selbsttäuschung oder beides zeigt. Belege den Schluss und eine frühe Passage. Hilfe 1: Bestimme, wer etwas empfindet. Hilfe 2: Prüfe den Unterschied zwischen Figurenurteil und Erzählerdarstellung. Hilfe 3: Formuliere eine begründete Gegenlesart.
- Literaturgeschichtlicher Vergleich: Vergleiche eine belegte Eigenschaft des Textes mit Merkmalen der Wiener Moderne und einer anderen Strömung. Behaupte keine eindeutige Gesamteinordnung ohne Begründung.
- Quellen- und Editionsvergleich: Vergleiche die MOOCwiki-Buchfassung mit der verlinkten Gutenberg-Ausgabe an einer kurzen Stelle. Dokumentiere Unterschiede, falls vorhanden, und unterscheide sie von Interpretationen; falls keine Unterschiede nachweisbar sind, benenne das.
- Hörbuch und Drucktext: Höre eine konkrete Szene des verlinkten Hörbuchs und untersuche, ob die Vortragsweise Alfred sympathischer erscheinen lässt. Belege schriftlich, was im Text steht und was nur eine Wirkung der Stimme ist.


Lernkontrolle
- Textgestützte Begründung: Erkläre mit zwei konkreten Stellen, warum Alfred die Verantwortung für die Tat nicht dem Schicksal zuschieben kann.
- Perspektivwechsel als Prüfung: Beschreibe, was eine Szene aus Elises Sicht sichtbar machen würde. Kennzeichne jede erfundene Ergänzung klar als hypothetisch.
- Schluss erörtern: Stelle zwei Deutungen des letzten Satzes gegenüber und entscheide, welche der Text besser stützt.
- Historische Einordnung: Erkläre mit Merkmalen des Werkes die Nähe zur Wiener Moderne und warum Symbolismus oder Expressionismus nicht automatisch den ganzen Text definieren.
- Original und Übersetzung: Ordne die russische Erstveröffentlichung und den deutschen Erstdruck richtig ein. Begründe, was als sprachliches Original gilt.
- Transfer in die Gegenwart: Diskutiere, wie Macht durch Geld, Informationsvorsprung und emotionale Abhängigkeit entsteht. Stelle klar, wo der historische Text keine sichere Aussage über heutige Beziehungen erlaubt.
Lernnachweis
Du hast die Ziele erreicht, wenn du Folgendes vorweisen kannst:
- Eine vollständige Handlungsübersicht mit mindestens sechs nachvollziehbaren Stationen.
- Eine Figurenkarte, die die verschiedenen Wissensstände von Elise, Adele, Alfred und Baron korrekt trennt.
- Eine kurze Interpretation mit mindestens drei genau lokalisierbaren Textbelegen.
- Eine begründete Analyse, die Alfreds Gedanken, seine tatsächlichen Handlungen und das Erzählerurteil unterscheidet.
- Einen sachgerechten Vergleich der deutschen Originalsprache mit der früher gedruckten russischen Übersetzung auf bibliografischer Ebene.
- Eine Quellenliste mit Ausgabe, Medienurhebern und erkennbaren Nutzungsrechten.
Selbstkontrolle: Formuliere zu jeder Deutung den Satz: „Meine Behauptung wird durch folgende Textstelle gestützt: …“ Prüfe danach, ob sie wirklich zum Wortlaut passt.
OER und Wikipedia
Volltext und sachliche Quellen:
- Vorhandene MOOCwiki-Buchseite – Volltext und Lesegrundlage.
- Arthur Schnitzler: Der Mörder. Eine Novelle, digitalisierte historische Ausgabe, vollständiger deutscher Text. Nach der Buchausgabe mit Holzschnitten von Ernst Huber; die Transkription weist eine korrigierte Druckstelle ausdrücklich aus. Druckausgabe laut Österreichischer Nationalbibliothek 1921.
- Wikipedia: Der Mörder – erste Veröffentlichungen und Werküberblick als Orientierung; Aussagen am Text nachprüfen.
- Schnitzler-Archiv an der Universität Freiburg – Archiv und Kontext.
- Wikimedia Commons – Dateiseiten mit Rechteangaben für die hier genutzten Medien.
Mediennachweise: Alle Dateien werden unverändert eingebunden, nicht selbst hergestellt. Die genannten Lizenzen beziehen sich auf die jeweilige verlinkte Commons-Dateiseite, nicht pauschal auf sämtliche Inhalte dieser Website.
| Verwendetes Medium | Nachprüfbare Quelle | Urheber oder Rechteangabe | Lizenz oder Nutzungsstatus |
|---|---|---|---|
| File:Arthur Schnitzler 1912 (cropped).jpg | Commons-Dateiseite | Ferdinand Schmutzer; Ausschnitt eines historischen Porträts | Public Domain Mark, gemeinfrei |
| File:Ringstraßenkorso Theo Zasche (1862–1922) OeNB 19008577.png | Commons-Dateiseite | Theodor Zasche | Public Domain Mark, gemeinfrei |
| File:Wien Parlament um 1900.jpg | Commons-Dateiseite | Urheber nicht bekannt; Photochrom, Library of Congress | Historische Gemeinfreiheitsnachweise laut Commons; länderbezogene Hinweise beachten |
| File:Sigmund freud um 1905.jpg | Commons-Dateiseite | Ludwig Grillich | Public Domain Mark, gemeinfrei |
| File:Rotating globe-small.gif | Commons-Dateiseite | AzaToth | CC BY-SA 3.0, Namensnennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen bei Bearbeitung |
| File:De-Arthur Schnitzler.ogg | Commons-Dateiseite | Jeuwre, Sprecher und Aufnahme | CC BY-SA 4.0, unveränderte Einbindung |
| https://www.youtube.com/watch?v=cnBPlQQPveY | YouTube: Der Mörder – komplettes Hörbuch | Bookstream Hörbücher | Rechte des Videokanals vorbehalten; YouTube-Nutzungsbedingungen, keine bestätigte freie Lizenz |
| https://www.youtube.com/watch?v=velkKYCH0HM | YouTube: Schnitzler als Weltautor; Archiv-Verweis | Videobeitrag von David Grisot, institutionell verlinkt durch das Schnitzler-Archiv | Keine bestätigte freie Lizenz; nur verlinkt oder über den YouTube-Player eingebunden |
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