Idealismus Gesellschaftskritik und Existenz - Philosophie verstehen
Idealismus Gesellschaftskritik und Existenz - Philosophie verstehen
Zielgruppe: Klasse 11–13, gymnasiale Oberstufe
Fach: Philosophie / Ethik
Kurzbeschreibung: Denken, Geschichte, Arbeit und individuelle Existenz werden auf verschiedene Weise untersucht. Du lernst, philosophische Aussagen zu verstehen und Argumente anhand ihrer Begriffe und ihrer historischen Situation zu prüfen.
Leitfrage: Wie frei ist der Mensch – durch sein Denken, in der Gesellschaft und in seinem eigenen Leben?
Einleitung
Was kannst Du wissen? Wer bestimmt über Deine Arbeit? Wie frei bist Du bei Deinen Entscheidungen?
Diese Fragen verbinden den Deutschen Idealismus, die Gesellschaftskritik und die Existenzphilosophie.
Du lernst sechs Denkerinnen und Denker kennen: Immanuel Kant, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Karl Marx, Søren Kierkegaard, Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir.
Die Ideen werden nicht als fertige Wahrheiten dargestellt. Du prüfst ihre Gründe und Grenzen.

Bildimpuls: Das Gemälde zeigt den Sturm auf die Bastille von 1789. Die Französische Revolution veränderte das europäische Nachdenken über Freiheit und Gesellschaft.
Denke nach: Bedeutet politischer Wandel automatisch mehr Freiheit für alle?
Lernziele und Hilfen
Nach dem Kurs kannst Du zentrale Begriffe erklären, philosophische Positionen vergleichen und eigene begründete Urteile formulieren.
Hilfe 1 – Einstieg: Frage zuerst: Welches Problem möchte die Philosophin oder der Philosoph lösen?
Hilfe 2 – Vertiefung: Suche nach einer Behauptung, ihrer Begründung und einem möglichen Gegenargument.
Hilfe 3 – Transfer: Überlege, ob die Idee auch auf ein heutiges Problem passt.
Denken und Erkenntnis: Idealismus
Immanuel Kant: Wie erkennen wir die Welt?
Immanuel Kant (1724–1804) gehört zu den wichtigsten Denkern der Aufklärung.
Kant fragt, wie menschliche Erkenntnis möglich ist. Wir nehmen die Welt nicht völlig unabhängig von unseren Erkenntnisbedingungen wahr.
Nach Kant sind Raum und Zeit Formen unserer Anschauung. Wir erkennen Gegenstände, wie sie uns erscheinen. Wie die Dinge unabhängig von unserer Erkenntnis beschaffen sind, können wir nicht auf dieselbe Weise wissen.
Diese Position heißt transzendentaler Idealismus.
Beispiel: Du siehst einen Baum. Kant fragt nicht nur, was Du siehst, sondern auch, welche Bedingungen Dein Erkennen ermöglichen.
Wichtig: Idealismus bedeutet hier nicht, besonders optimistisch zu sein.

Hilfe 1: Unterscheide zwischen einem Gegenstand und Deiner Erkenntnis des Gegenstands.
Hilfe 2: Prüfe, warum Kant Raum und Zeit nicht einfach als Eigenschaften der Dinge an sich versteht.
Mini-Aufgabe: Erkläre den Unterschied zwischen einem Ding, wie es erscheint, und einem Ding an sich mit eigenen Worten.
Quelle: Stanford Encyclopedia of Philosophy – Kant's Transcendental Idealism
Geschichte und Gesellschaft: Hegel
Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Wie entsteht Freiheit?
Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770–1831) entwickelt eine Philosophie, in der Denken und Geschichte zusammenhängen.
Für Hegel kann sich das Bewusstsein von Freiheit geschichtlich entwickeln. Freiheit braucht auch Anerkennung und gesellschaftliche Einrichtungen.
Ein wichtiger Begriff ist Dialektik. Dabei werden die Grenzen und Widersprüche von Begriffen untersucht. Hegels Dialektik lässt sich nicht einfach auf das starre Schema von These, Antithese und Synthese reduzieren.
Beispiel: Du willst völlig unabhängig sein. Aber ohne andere Menschen kannst Du viele Deiner Ziele nicht erreichen. Was bedeutet dann Freiheit?

Video: Hegels Philosophie – Dialektik, Freiheit und soziale Wirklichkeit. Kanal: MOOCit The Monkey Dance.
Kritische Frage: Hegels Geschichtsbild enthält eurozentrische Bewertungen. Wer kommt in seiner Vorstellung von Fortschritt zu wenig vor?
Hilfe 1: Anerkennung bedeutet, andere Menschen als Personen ernst zu nehmen.
Hilfe 2: Unterscheide Hegels Deutung der Geschichte von historisch überprüfbaren Ereignissen.
Quelle: Stanford Encyclopedia of Philosophy – Hegel
Arbeit und Gesellschaftskritik: Marx
Karl Marx: Wem gehört die Arbeit?
Karl Marx (1818–1883) untersucht die wirtschaftlichen Bedingungen der Gesellschaft.
Im 19. Jahrhundert verändert die Industrialisierung die Arbeitswelt. Viele Menschen arbeiten gegen Lohn in Betrieben und Fabriken.
Marx kritisiert, dass Menschen unter kapitalistischen Bedingungen die Kontrolle über ihre Arbeit und ihre Produkte verlieren können.
Dies nennt er Entfremdung. Sie betrifft die Arbeitstätigkeit, das Produkt, andere Menschen und die eigenen menschlichen Möglichkeiten.
Für Marx sind nicht Maschinen an sich das Problem. Entscheidend ist, wie Arbeit und Eigentum gesellschaftlich organisiert sind.

Bildquelle zur Arbeitswelt: Adolph von Menzel, Das Eisenwalzwerk, entstanden 1872–1875.

Bildfrage: Was kannst Du über Arbeitsbedingungen erkennen? Was lässt sich aus dem Gemälde allein nicht sicher wissen?
Hörtext: Karl Marx, Thesen über Feuerbach, gelesen von Rolf Kaiser. Deutschsprachige LibriVox-Aufnahme auf Wikimedia Commons.
Hörauftrag: Achte auf den Unterschied zwischen der Deutung der Welt und ihrer praktischen Veränderung.
Video: Karl Marx – Analyse kapitalistischer Gesellschaftsverhältnisse. Kanal: MOOCit The Monkey Dance.
Hilfe 1: Entfremdung bedeutet hier eine problematische Trennung des Menschen von seiner Tätigkeit oder ihren Ergebnissen.
Hilfe 2: Frage, wer über Arbeitsabläufe, Gewinne und Arbeitsbedingungen entscheidet.
Transfer: Könnte Marx' Begriff der Entfremdung bei der Arbeit für eine digitale Plattform hilfreich sein?
Quelle: Stanford Encyclopedia of Philosophy – Karl Marx
Individuelle Existenz: Kierkegaard
Søren Kierkegaard: Wie soll ich leben?
Søren Kierkegaard (1813–1855) betont die persönliche Existenz und die Verantwortung des einzelnen Menschen.
Ein philosophisches System kann nach seiner Auffassung nicht einfach für Dich entscheiden, wie Du leben sollst.
Kierkegaard untersucht Angst als Erfahrung, die mit menschlichen Möglichkeiten und Entscheidungen verbunden sein kann. Auch sein christlicher Glaube prägt sein Denken.
Beispiel: Du stehst vor zwei Lebenswegen. Beide haben Chancen und Risiken. Niemand kann Dir die Entscheidung vollständig abnehmen.

Video: Søren Kierkegaard und die Frage nach der Angst. Kanal: Christina – Wahrheit bringt Freiheit – Philosophie.
Hilfe 1: Unterscheide Angst vor einer konkreten Gefahr von Angst angesichts offener Möglichkeiten.
Hilfe 2: Erkläre, weshalb eine allgemeine Regel nicht jede persönliche Lebensentscheidung ersetzt.
Quelle: Stanford Encyclopedia of Philosophy – Søren Kierkegaard
Freiheit und Existenzialismus
Jean-Paul Sartre: Existenz vor Essenz
Jean-Paul Sartre (1905–1980) gehört zum französischen Existentialismus des 20. Jahrhunderts.
Er vertritt die These: Die Existenz geht der Essenz voraus.
Damit meint er: Der Mensch hat keinen vollständig vorgegebenen Lebenszweck. Er entwickelt durch seine Entscheidungen und Handlungen, wer er ist.
Freiheit bringt deshalb Verantwortung mit sich.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Menschen alles erreichen können. Ihre Möglichkeiten sind durch Lebensumstände begrenzt.

Video: Existenzialismus – Jean-Paul Sartre einfach erklärt. Kanal: StudioEinfach.
Hilfe 1: Existenz bedeutet hier, dass ein Mensch lebt und handelt. Essenz meint ein festgelegtes Wesen.
Hilfe 2: Unterscheide die Freiheit, eine Haltung zu wählen, von der Macht, äußere Hindernisse zu beseitigen.
Quelle: Stanford Encyclopedia of Philosophy – Jean-Paul Sartre
Simone de Beauvoir: Freiheit braucht Bedingungen
Simone de Beauvoir (1908–1986) verbindet Existentialismus mit Gesellschafts- und Geschlechterkritik.
In Das andere Geschlecht von 1949 untersucht sie, wie gesellschaftliche Erwartungen die Möglichkeiten von Frauen einschränken.
Menschen handeln in konkreten sozialen und historischen Situationen. Ihre Freiheit ist deshalb nicht bei allen gleich groß.
Beauvoir betont: Echte Freiheit muss auch die Freiheit anderer Menschen berücksichtigen.

Video: Das andere Geschlecht – Simone de Beauvoir. Kanal: Ethik-Abi by BOE.
Hilfe 1: Eine gesellschaftliche Rolle ist eine Erwartung daran, wie sich jemand verhalten soll.
Hilfe 2: Unterscheide persönliche Entscheidungen von gesellschaftlichen Hindernissen.
Quelle: Stanford Encyclopedia of Philosophy – Simone de Beauvoir
Existenzialismus im historischen Zusammenhang
Der französische Existenzialismus wurde besonders nach dem Zweiten Weltkrieg bekannt. Krieg, Gewalt, Unsicherheit und die Frage nach persönlicher Verantwortung prägten die Zeit.
Das Café de Flore in Paris ist als Treffpunkt von Intellektuellen bekannt und mit Sartre und Beauvoir verbunden. Die Abbildung zeigt das Café im Jahr 2005, nicht die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.
Merke: Existenzialismus ist keine vollständig einheitliche Lehre. Kierkegaard gilt als wichtiger Vorläufer. Sartre und Beauvoir gehören zu seinen ausdrücklich existentialistischen Vertretern.
Grundlage des Kurses: Stanford Encyclopedia of Philosophy – Existentialism
Philosophische Positionen vergleichen
| Denkerin oder Denker | Leitfrage | Zentraler Gedanke |
|---|---|---|
| Immanuel Kant | Was kann ich erkennen? | Erkenntnis hat menschliche Bedingungen. |
| Georg Wilhelm Friedrich Hegel | Wie entwickelt sich Freiheit? | Denken, Geschichte und Anerkennung hängen zusammen. |
| Karl Marx | Wie prägt Arbeit das Leben? | Gesellschaftliche Verhältnisse können Entfremdung erzeugen. |
| Søren Kierkegaard | Wie entscheide ich persönlich? | Die eigene Existenz kann nicht durch ein System ersetzt werden. |
| Jean-Paul Sartre | Wer werde ich? | Entscheidungen und Handlungen prägen die eigene Existenz. |
| Simone de Beauvoir | Wer kann frei handeln? | Soziale Bedingungen beeinflussen die Möglichkeiten zur Freiheit. |
Gemeinsame Frage: Welche Rolle spielen Denken, Geschichte, Gesellschaft und eigene Entscheidungen für die Freiheit?
Philosophische Argumente prüfen
Ein Argument besteht aus einer Behauptung und Gründen, die sie stützen sollen.
Prüfe dabei fünf Fragen: Was wird behauptet? Was bedeuten die Begriffe? Welche Gründe werden genannt? In welcher historischen Situation entstand die Aussage? Welche Einwände sind möglich?
Beispiel: „Jeder kann durch seine Entscheidungen frei sein.“
Sartres Philosophie macht verständlich, warum Entscheidungen wichtig sind. Marx und Beauvoir machen deutlich, warum gesellschaftliche Bedingungen berücksichtigt werden müssen.
Animation: Die Grafik zeigt modellhaft, wie Argumente in einer Diskussion aufrechterhalten oder zurückgewiesen werden können. Sie ist keine Darstellung von Hegels historischer Dialektik.

Hilfe 1: Formuliere die Behauptung in einem kurzen Satz.
Hilfe 2: Nenne einen Grund für die Behauptung und einen begründeten Einwand.
Übung: Prüfe den Satz „Arbeit macht Menschen frei“ anhand von Marx' Begriff der Entfremdung. Achte auch auf die historische Belastung dieser Formulierung durch den Nationalsozialismus.
Interaktive Aufgaben
Die folgenden Übungen prüfen zentrale Lernpunkte. Die offenen Aufgaben weiter unten haben keine automatische Bewertung.
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet transzendentaler Idealismus bei Kant? (Unsere Erkenntnis hängt von Bedingungen unseres Anschauens und Denkens ab) (!Alle Dinge sind nur erfunden) (!Menschen sollen immer optimistisch sein) (!Jede Wahrnehmung ist grundsätzlich falsch)
Welche Rolle spielen Raum und Zeit in Kants Philosophie? (Sie sind Formen unserer sinnlichen Anschauung) (!Sie sind politische Einrichtungen) (!Sie entstehen erst durch Lohnarbeit) (!Sie sind Formen der gesellschaftlichen Anerkennung)
Womit verbindet Hegel die Entwicklung der Geschichte? (Mit der Entwicklung des Bewusstseins von Freiheit) (!Mit einer zufälligen Sammlung von Ereignissen ohne Zusammenhang) (!Mit der Abschaffung jedes Denkens) (!Mit der Ablehnung aller gesellschaftlichen Beziehungen)
Was beschreibt Dialektik bei Hegel besonders? (Die Untersuchung von Begrenzungen und Widersprüchen in Begriffen) (!Die Vermeidung aller Widersprüche ohne Prüfung) (!Das bloße Auswendiglernen von Jahreszahlen) (!Eine naturwissenschaftliche Messmethode)
Was meint Marx mit Entfremdung bei der Arbeit? (Eine problematische Trennung von Menschen und ihrer Tätigkeit oder deren Ergebnissen) (!Eine besonders lange Anreise zum Arbeitsplatz) (!Jede Verwendung technischer Maschinen) (!Jede Form selbst gewählter kreativer Arbeit)
Welche Frage ist für Marx' Gesellschaftskritik besonders wichtig? (Wie Eigentum und Arbeitsverhältnisse das Leben der Menschen prägen) (!Welche Gegenstände Menschen nur im Traum sehen) (!Welche Philosophie ohne Geschichte auskommt) (!Warum persönliche Freiheit keine sozialen Bedingungen besitzt)
Was betont Kierkegaard besonders? (Die persönliche Existenz und die eigene Entscheidung) (!Die vollständige Ersetzbarkeit jeder Entscheidung durch ein System) (!Die Bedeutungslosigkeit persönlicher Erfahrungen) (!Die Entstehung aller Probleme durch Maschinen)
Was bedeutet Sartres These von Existenz und Essenz? (Der Mensch hat keinen vollständig vorgegebenen Lebenszweck) (!Jeder Mensch besitzt einen unveränderlichen Berufsplan) (!Äußere Umstände lassen sich immer frei bestimmen) (!Verantwortung entsteht nur durch staatliche Gesetze)
Was zeigt Simone de Beauvoirs Verständnis von Freiheit? (Soziale Verhältnisse können Möglichkeiten zur Freiheit einschränken) (!Alle Menschen besitzen unter allen Bedingungen dieselben Chancen) (!Gesellschaftliche Rollen sind biologisch vollständig festgelegt) (!Die Freiheit anderer Menschen spielt keine Rolle)
Wie prüfst Du ein philosophisches Argument sinnvoll? (Durch Begriffsanalyse und die Prüfung von Gründen und historischem Kontext) (!Indem Du nur den Namen des Philosophen auswendig lernst) (!Indem Du jede Aussage ungeprüft übernimmst) (!Indem Du alle Gegenargumente grundsätzlich ausschließt)
Memory
Ordne die philosophischen Namen und Begriffe den passenden Erklärungen zu.
| Kant | Bedingungen menschlicher Erkenntnis |
| Hegel | Geschichte und Anerkennung |
| Marx | Entfremdete Arbeit |
| Kierkegaard | Persönliche Entscheidung |
| Sartre | Existenz vor Essenz |
| Beauvoir | Gesellschaftlich eingeschränkte Freiheit |
| Dialektik | Denken mit Widersprüchen |
| Faktizität | Vorgegebene Lebensumstände |
Drag and Drop
Ordne jedem philosophischen Schwerpunkt den passenden Namen oder Begriff zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Erkenntnisbedingungen | Kant |
| Geschichtsphilosophie | Hegel |
| Arbeitsentfremdung | Marx |
| Individuelle Glaubensentscheidung | Kierkegaard |
| Existenz vor Essenz | Sartre |
| Situierte Freiheit | Beauvoir |
Kreuzworträtsel
| Idealismus | Welche philosophische Richtung untersucht bei Kant die Bedingungen menschlicher Erkenntnis? |
| Dialektik | Wie heißt die philosophische Methode zur Untersuchung von Widersprüchen und begrifflichen Entwicklungen? |
| Entfremdung | Wie nennt Marx eine problematische Trennung des Menschen von seiner Arbeit? |
| Freiheit | Welcher Begriff steht im Mittelpunkt von Hegels Geschichtsdeutung? |
| Existenz | Welcher Begriff bezeichnet das menschliche Dasein? |
| Verantwortung | Was folgt bei Sartre aus der menschlichen Entscheidungsfreiheit? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Hinweis: Diese Aufgaben werden nicht automatisch bewertet. Du kannst Deine Ergebnisse schriftlich, mündlich oder als eigenes Lernprojekt vorstellen.
Leicht
- Idealismus: Erstelle eine Begriffskarte zu Kants Unterscheidung zwischen Erscheinung und Ding an sich. Nutze ein eigenes Beispiel. Hilfe: Beginne mit „Wir erkennen ...“.
- Geschichtsphilosophie: Wähle ein historisches Bild aus dem Kurs. Beschreibe zunächst nur, was Du siehst. Erkläre danach, welche Frage nach Freiheit das Bild aufwirft. Hilfe: Trenne Beschreibung und Deutung.
- Entfremdung: Schreibe eine kurze Alltagsszene, in der eine Person wenig Einfluss auf ihre Arbeit hat. Hilfe: Frage, wer Entscheidungen trifft.
- Existenzphilosophie: Formuliere drei Fragen, die jemand vor einer wichtigen Lebensentscheidung stellen könnte. Hilfe: Denke an Möglichkeiten und Folgen.
Standard
- Hegel: Gestalte eine kleine historische Zeitleiste zu Revolution, Industrialisierung und Existenzialismus. Verwende überprüfte Daten und passende Quellen.
- Marxismus: Vergleiche selbstbestimmte und fremdbestimmte Arbeit an zwei konkreten Beispielen. Nutze Marx' Begriff der Entfremdung.
- Jean-Paul Sartre: Schreibe einen Dialog zwischen einer Person, die frei wählen möchte, und einer Person, die auf äußere Grenzen hinweist.
- Simone de Beauvoir: Untersuche ein gesellschaftliches Rollenbild aus Schule, Beruf oder Werbung. Erkläre, wie es Handlungsmöglichkeiten beeinflussen kann.
Schwer
- Philosophische Argumentation: Untersuche eine Aussage von Kant, Hegel oder Sartre mithilfe eines kurzen Originaltextes. Erkläre Behauptung, Begriffe, Gründe und einen Einwand.
- Arbeitssoziologie: Führe mit Einwilligung ein anonymisiertes Interview über Selbstbestimmung bei der Arbeit. Vergleiche die Aussagen vorsichtig mit Marx' Theorie.
- Freiheit: Verfasse einen Essay zur Frage, ob persönliche Freiheit ohne gerechte gesellschaftliche Bedingungen möglich ist. Vergleiche Sartre und Beauvoir.
- Gesellschaftskritik: Entwickle eine begründete Stellungnahme zur Arbeit auf digitalen Plattformen. Nutze mindestens zwei philosophische Positionen und kennzeichne Gegenargumente.


Lernkontrolle
Die folgenden Aufgaben verlangen Zusammenhänge, Anwendungen und eigene Urteile statt bloßes Faktenwissen.
- Erkenntnistheorie: Prüfe, ob unterschiedliche Wahrnehmungen derselben Situation Kants Idealismus beweisen. Begründe, wo das Beispiel hilfreich ist und wo es zu kurz greift.
- Geschichtsphilosophie: Erkläre, wie Hegels Freiheitsbegriff auf eine heutige demokratische Gesellschaft angewendet werden könnte. Nenne auch eine Grenze.
- Entfremdung: Analysiere eine selbst gewählte Arbeitssituation mit Marx. Unterscheide beobachtbare Tatsachen und theoretische Deutung.
- Existentialismus: Beurteile die Aussage „Jeder ist allein für seinen Erfolg verantwortlich“ mithilfe von Sartre und Beauvoir.
- Vergleichende Philosophie: Vergleiche die Bedeutung von Freiheit bei Hegel, Marx und Beauvoir. Zeige eine Gemeinsamkeit und zwei Unterschiede.
- Argumentation: Formuliere eine begründete Antwort auf die Leitfrage des Kurses. Verwende mindestens drei Fachbegriffe und berücksichtige einen Einwand.
Lernnachweis
Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du philosophische Positionen verstehst und kritisch anwenden kannst.
- Begriffe: Erkläre mindestens fünf zentrale Begriffe fachlich richtig und verständlich.
- Historische Einordnung: Ordne die untersuchten Positionen ihren geschichtlichen Zusammenhängen zu.
- Vergleich: Zeige wichtige Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen mindestens drei Positionen.
- Argumentation: Stelle eine klare These, mindestens zwei begründende Gedanken und einen Einwand dar.
- Transfer: Untersuche eine heutige gesellschaftliche oder persönliche Frage mit philosophischen Begriffen.
- Quellenarbeit: Gib Quellen und verwendete Medien an. Beachte Urheberrecht und Lizenzbedingungen.
Bewertungskriterien: Fachliche Genauigkeit, Verständlichkeit, Nachvollziehbarkeit der Argumentation, kritische Reflexion und sorgfältige Quellenarbeit.
OERs zum Thema
Wikipedia
Als frei zugänglichen Einstieg kannst Du den Wikipedia-Artikel zum Existentialismus nutzen. Er behandelt einen wichtigen Teilbereich dieses Kurses.
Hinweis: Wikipedia-Texte stehen grundsätzlich unter freien Lizenzen mit Bedingungen. Prüfe die konkrete Versionsgeschichte und Lizenzangaben, wenn Du Inhalte weiterverwenden möchtest.
Fachliche Quellen
Die folgenden Artikel der Stanford Encyclopedia of Philosophy bilden die wissenschaftliche Grundlage des Kurses. Sie sind frei lesbar, aber nicht automatisch als frei nachnutzbare OER lizenziert.
- Existentialism – Ausgangspunkt für Existenz, Freiheit und historischen Kontext.
- Idealism – verschiedene Formen des Idealismus.
- Kant's Transcendental Idealism – Erkenntnis und Dinge an sich.
- Georg Wilhelm Friedrich Hegel – Dialektik, Geschichte und Freiheit.
- Karl Marx – Arbeit, Entfremdung und Gesellschaftskritik.
- Søren Kierkegaard – persönliche Existenz und Entscheidung.
- Jean-Paul Sartre – Existenz, Freiheit und Verantwortung.
- Simone de Beauvoir – situierte Freiheit und Geschlechterkritik.
Wikimedia-Commons-Medien und Lizenznachweise
Die verwendeten Medien sind bereits veröffentlichte Werke auf Wikimedia Commons. Es wurden keine neuen Bilder, Animationen oder Tonaufnahmen für diesen Kurs erzeugt.
- Französische Revolution: Charles Thévenin, Prise de la Bastille, Gemälde um 1793. National Gallery of Art; CC0 1.0. Dateiseite.
- Immanuel Kant: Porträt um 1790, Urheber nicht sicher bekannt. Gemeinfrei, Public Domain Mark. Dateiseite.
- Hegel: Jakob Schlesinger, Porträt von 1831. Gemeinfrei, Public Domain Mark. Dateiseite.
- Karl Marx: Fotografie von John Jabez Edwin Mayall, vor August 1875. Gemeinfrei, Public Domain Mark. Dateiseite.
- Industriearbeit: Adolph von Menzel, Das Eisenwalzwerk, 1872–1875. Gemälde gemeinfrei; Digitalaufnahme auf Commons unter CC0 1.0, bereitgestellt von Wuselig. Dateiseite.
- Marx-Hörtext: Thesen über Feuerbach, gesprochen von Rolf Kaiser für LibriVox. Aufnahme auf Commons als gemeinfrei gekennzeichnet. Dateiseite.
- Kierkegaard: Historische Porträtdarstellung aus einer Ausgabe von 1923, Quelle Royal Library of Denmark. Gemeinfrei, Public Domain Mark. Dateiseite.
- Jean-Paul Sartre: Fotografie von 1967, Urheberangabe T1980. CC BY 3.0. Dateiseite.
- Simone de Beauvoir: Fotografie des Government Press Office Israel, Ausschnitt. CC BY-SA 3.0. Dateiseite.
- Café de Flore: Fotografie von Parisecrivain10 aus dem Jahr 2005. CC BY-SA 3.0. Dateiseite.
- Animation zur Argumentationsprüfung: Sophivorus, Debate algorithm.gif, 2016. CC BY-SA 4.0. Dateiseite.
Lizenzen: CC0 1.0, CC BY 3.0, CC BY-SA 3.0, CC BY-SA 4.0.
Die Namensnennungen und Dateiverweise ermöglichen es, die Lizenzbedingungen nachzulesen. Bei Bearbeitungen sind die Bedingungen der jeweiligen Lizenz, insbesondere die Kennzeichnung von Änderungen und gegebenenfalls die Weitergabe unter gleichen Bedingungen, zu beachten.
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Die eingebundenen Videos sind externe Inhalte der jeweiligen Kanäle. Die Einbettung bedeutet keine Freigabe zur Weiterverbreitung unter einer offenen Lizenz. Verfügbarkeit und Einbettungsmöglichkeiten können sich ändern.
- Hegels Philosophie – MOOCit The Monkey Dance.
- Karl Marx und Gesellschaftskritik – MOOCit The Monkey Dance.
- Kierkegaard und die Angst – Christina – Wahrheit bringt Freiheit – Philosophie.
- Sartres Existenzialismus – StudioEinfach.
- Das andere Geschlecht – Ethik-Abi by BOE.
Medienhinweis: Videoerklärungen können vereinfachen oder Positionen interpretieren. Vergleiche strittige Aussagen mit den wissenschaftlichen Quellen.
Prüfstand der Quellen- und Lizenzrecherche: 15. Oktober 2026. Die Lizenzinformationen beziehen sich auf die jeweils verlinkten Commons-Dateiseiten.
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