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Buch - Katha-Upanishad - Altindische Überlieferung

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Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Katha-Upanishad

Altindische Überlieferung

Der junge Nachiketas begegnet dem Todesgott Yama und fragt nach dem, was über den Tod hinaus Bestand hat. In sechs Lehrabschnitten werden Vergänglichkeit, Selbstkenntnis und die Unterscheidung zwischen dem Angenehmen und dem Guten verhandelt.

PhilosophieKlasse 11–134 Abschnitte
Katha-Upanishad – Textüberlieferung
Katha-Upanishad – Textüberlieferung — Historisches Textzeugnis der Katha-Upanishad mit den Versen 1.1.1 bis 1.1.3. · Ms Sarah Welch · CC BY-SA 4.0 Bildquelle ↗

Deutsche Übersetzung: Deussen, Paul

Hinweise für den Unterricht
  • Historische philosophische, religiöse und naturkundliche Aussagen sowie zeitgebundene gesellschaftliche Wertungen kritisch einordnen. Diese Texte vermitteln keine heutigen wissenschaftlichen, medizinischen oder rechtlichen Handlungsempfehlungen. Klassenangaben sind eine redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 3 von 4

Kâṭhaka-Upanishad.

1
Kâṭhaka-Upanishad.
Vorlage S. 264
2
Erster Adhyâya.
Vorlage S. 265
3
Erste Vallî.
Vorlage S. 265
4
§ 1-9, die einleitende Erzählung. Sie beginnt mit denselben Worten wie Taitt. Br. 3,11,8, als wollte sie damit auf jene Stelle verweisen, setzt sodann den weitern Gang der Handlung als von dorther bekannt voraus und beschränkt sich auf ein lyrisches Ausmalen der einzelnen Situationen.
Vorlage S. 265
5
1. Willig gab einstmals Vâjaçravasa [bei einem Opfer] seine ganze Habe dahin. Ihm war ein Sohn mit Namen Naciketas. 2. Den, obgleich er erst ein Knabe war, überkam, als die Opferlohnkühe [zur Verteilung an die Brahmanen] hergetrieben wurden der Glaube [an die Wirksamkeit des Allhabeopfers], und er bedachte:
Vorlage S. 265
6
3. »Wasser trinkend und Gras essend,
Vorlage S. 265
7
Ausgemolken und lendenlahm! –
Vorlage S. 265
8
Ach! diese Welten sind freudlos[1],
Vorlage S. 265
9
In die er, solche spendend, geht.«
Vorlage S. 265
10
4. Und er sprach zu seinem Vater [sich selbst anbietend, um das Allhabeopfer vollständig zu machen]: »Mein Vater, wem wirst du mich geben?« – so sprach er, [in ihn dringend] zum zweitenmal und drittenmal. Ihm antwortete [von Zorn über diese Unterschätzung seiner Opfergaben ergriffen] der Vater: »Dem Tode gebe ich dich.«[2]
Vorlage S. 265
11
Naciketas spricht:
Vorlage S. 265
12
5. »Zwar bin ich besser als viele,
Vorlage S. 266
13
Doch viele sind an Wert mir gleich;
Vorlage S. 266
14
Was mag wohl Yama vorhaben,
Vorlage S. 266
15
Dass er jetzt schon nach mir begehrt?«[3]
Vorlage S. 266
16
6. Sieh auf die Früheren rückwärts,
Vorlage S. 266
17
Sieh vorwärts auf die Folgenden;
Vorlage S. 266
18
Zur Ernte reift der Mensch korngleich,
Vorlage S. 266
19
Korngleich ersteht er wieder neu.[4]
Vorlage S. 266
20
7. Ein Brahmane als Gast eintritt
Vorlage S. 266
21
Ins Haus gleichwie ein Feuerbrand;
Vorlage S. 266
22
Ihn zu löschen, bring her eilig
Vorlage S. 266
23
Das Fusswasser, Vaivasvata![5]
Vorlage S. 266
24
8. Um Hoffnung, Aussicht, Freundes Verkehr und Zuspruch,
Vorlage S. 266
25
Um Opfer, fromme Werke, Kinder und Herden, –
Vorlage S. 266
26
Um alles dieses bringt den unverständigen Mann
Vorlage S. 266
27
Ein nicht von ihm bewirteter Brahmanengast.[6]
Vorlage S. 266
28
Yama:
Vorlage S. 266
29
9. »Weil du, Brahmane, der als Gast zu ehren,
Vorlage S. 266
30
Drei Nächte ungespeist bei mir geweilt hast, –
Vorlage S. 266
31
Verehrung dir! und Heil sei mir, Brahmane! –
Vorlage S. 266
32
Darum, entsprechend, wähle dir drei Wünsche!«
Vorlage S. 266
33
Vers 10-11. Der erste Wunsch (irdisches Wohlergehen betreffend).
Vorlage S. 266
34
Naciketas:
Vorlage S. 267
35
10. »Beruhigten Gemüts und wohlgesinnt sei,
Vorlage S. 267
36
Verwichnen Grolles, Gautama, mir wieder;
Vorlage S. 267
37
Froh grüss' er mich, den du, o Tod, entlassen! –
Vorlage S. 267
38
Das wähle ich als ersten der drei Wünsche.«
Vorlage S. 267
39
Yama:
Vorlage S. 267
40
11. »Auddâlaki Âruṇi wird wie vordem
Vorlage S. 267
41
Froh werden, seines Worts von mir entbunden;
Vorlage S. 267
42
Verwichnen Grolles schlaf er sanft die Nächte,
Vorlage S. 267
43
Befreit dich sehend aus des Todes Rachen.«
Vorlage S. 267
44
Vers 12-19. Der zweite Wunsch, die vorübergehende (vgl. 2,10) himmlische Seligkeit betreffend. Dass dieselbe nur vorübergehend sei, wird bei ihrer enthusiastischen Schilderung im folgenden nicht streng festgehalten. Das Mittel zu ihr ist die Schichtung des Nâciketa-Feuers, welche hier den Opferkultus im allgemeinen zu repräsentieren scheint.
Vorlage S. 267
45
Naciketas:
Vorlage S. 267
46
12. »In der Welt des Himmels gibt es keine Furcht mehr,
Vorlage S. 267
47
Dort bist nicht du, nicht macht besorgt das Alter;
Vorlage S. 267
48
Beiden entrückt, dem Hunger und dem Durste,
Vorlage S. 267
49
Von Leid frei, freut man in der Himmelswelt sich.
Vorlage S. 267
50
13. Du kennst, o Tod, das Feuer, das den Himmel
Vorlage S. 267
51
Erwirbt; mir, der dir gläubig horcht, erklär' es!
Vorlage S. 267
52
Unsterblich sind, die dort im Himmel weilen, –
Vorlage S. 267
53
Das wähle ich mir als die zweite Gabe.«
Vorlage S. 267
54
Yama:
Vorlage S. 267
55
14. »Wohlan! ich will das Feuer, das den Himmel
Vorlage S. 267
56
Erwirbt, dir sagen, hör' es mit Verständnis; –
Vorlage S. 267
57
Das Feuer, das der ew'gen Welt Erlangung
Vorlage S. 267
58
Und Grund ist, wisse im Versteck (vgl. 4,8) verborgen.«
Vorlage S. 267
59
15. Da lehrt' er ihm das Feuer, das die Welt baut,
Vorlage S. 267
60
Die Backsteine, wie gross und wie zu schichten.
Vorlage S. 267
61
Er aber wiederholt' es nach der Reihe. –
Vorlage S. 267
62
Und wieder nahm der Tod das Wort voll Freude,
Vorlage S. 267
63
16. Und sprach zu ihm befriedigt, hohen Sinnes:
Vorlage S. 267
64
»Noch ein Geschenk sollst obendrein du haben:
Vorlage S. 267
65
Nach deinem Namen nenne sich dies Feuer;
Vorlage S. 268
66
Dazu nimm dieses Spruchs verschlungne Kette[7]:
Vorlage S. 268
67
17. ›Drei-Nâciketa-Feuer-haft[8], Drei-Bund-haft[9],
Vorlage S. 268
68
Drei-Werk-haft[10] streift man ab Geburt und Sterben;
Vorlage S. 268
69
Den Gott erkennend, der, was Brahman schuf, weiss[11],
Vorlage S. 268
70
Und schichtend[12] geht man ein zur Ruh für immer.‹
Vorlage S. 268
71
18. Drei-Nâciketa-Feuer-haft, Drei-kundig[13], –
Vorlage S. 268
72
Wer so das Nâciketafeuer schichtet,
Vorlage S. 268
73
Stösst vor sich weg des Todesgottes Schlingen;
Vorlage S. 268
74
Von Leid frei freut er in der Himmelswelt sich.
Vorlage S. 268
75
19. Das ist das Himmelsfeuer, Naciketas,
Vorlage S. 268
76
Das du dir wähltest als der Gaben zweite.
Vorlage S. 268
77
Nach deinem Namen wird die Welt es nennen.[14] –
Vorlage S. 268
78
Jetzt, Naciketas, sprich den dritten Wunsch aus.«
Vorlage S. 268
79
Vers 20-29. Der dritte Wunsch, nicht sowohl (wie es nach der Fragestellung, Vers 20 scheinen kann) auf das Wissen von dem Fortleben nach dem Tode, – denn dieses wird ja schon in der vor hergehenden Frage als feststehend vorausgesetzt, – sondern vielmehr auf die Erkenntnis des Âtman als der wahren Wesenheit des Menschen und damit auf die ewige Erlösung gerichtet.
Vorlage S. 268
80
Naciketas:
Vorlage S. 269
81
20. »Ein Zweifel waltet, wenn der Mensch dahin ist:
Vorlage S. 269
82
›Er ist!‹ sagt dieser; ›er ist nicht!‹ sagt jener.
Vorlage S. 269
83
Das möchte ich, von dir belehrt, ergründen,
Vorlage S. 269
84
Das sei die dritte Gabe, die ich wähle!«
Vorlage S. 269
85
Yama:
Vorlage S. 269
86
21. »Auch von den Göttern ward hier einst gezweifelt;
Vorlage S. 269
87
Schwer zu erkennen, dunkel ist die Sache.
Vorlage S. 269
88
Wähl' einen andern Wunsch dir, Naciketas,
Vorlage S. 269
89
Bedränge mich nicht, diesen Wunsch erlass mir.«
Vorlage S. 269
90
Naciketas:
Vorlage S. 269
91
22. »Auch Götter also haben hier gezweifelt,
Vorlage S. 269
92
Und du sagst selbst, dass schwer, es zu erkennen.
Vorlage S. 269
93
Kein andrer kann es so wie du erklären,
Vorlage S. 269
94
Kein andrer Wunsch kommt diesem gleich an Werte.«
Vorlage S. 269
95
Yama:
Vorlage S. 269
96
23. »Wähl' hundertjährige Kinder dir und Enkel,
Vorlage S. 269
97
Viel Herden, Elefanten, Gold und Rosse,
Vorlage S. 269
98
Erwähle grossen Grundbesitz an Land dir,
Vorlage S. 269
99
Und lebe selbst soviel du willst der Herbste!
Vorlage S. 269
100
24. Wenn dies als Wunsch du schätzest gleich an Werte,
Vorlage S. 269
101
So wähle Reichtum dir und langes Leben,
Vorlage S. 269
102
Ein Grosser, Naciketas, sei auf Erden,
Vorlage S. 269
103
Ich mache zum Geniesser aller Lust dich.
Vorlage S. 269
104
25. Was schwer erlangbar ist an Lust hienieden,
Vorlage S. 269
105
Erbitte nach Belieben alle Lust dir, –
Vorlage S. 269
106
Schau hier auf Wagen holde Frau'n mit Harfen,
Vorlage S. 269
107
Wie solche nicht von Menschen zu erlangen,
Vorlage S. 269
108
Ich schenke dir sie, dass sie dich bedienen,
Vorlage S. 270
109
Nur frag' nicht, Naciketas, nach dem Sterben!«
Vorlage S. 270
110
Naciketas:
Vorlage S. 270
111
26. »Was uns, o Tod, gegönnt an Kraft der Sinne,
Vorlage S. 270
112
Die Sorge für das Morgen macht es welken.
Vorlage S. 270
113
Auch ganz gelebt, ist doch nur kurz das Leben. –
Vorlage S. 270
114
Behalte deine Wagen, Tanz und Spiele.
Vorlage S. 270
115
27. Durch Reichtum ist der Mensch nicht froh zu machen!
Vorlage S. 270
116
Wen lockte Reichtum, der dir sah ins Auge?
Vorlage S. 270
117
Lass leben uns, so lang' es dir genehm ist!
Vorlage S. 270
118
Als Gabe aber wähle ich nur jene.
Vorlage S. 270
119
28. Wer, der geschmeckt hat, was nicht stirbt, nicht altert,
Vorlage S. 270
120
Hier unten steht und weiss sich altern, sterben,
Vorlage S. 270
121
Und wägt die Farbenpracht und Lust und Freuden, –
Vorlage S. 270
122
Wer mag an längerm Leben Freude haben!
Vorlage S. 270
123
29. Worüber jener Zweifel herrscht hienieden,
Vorlage S. 270
124
Was bei dem grossen Hingang wird, das sag' uns;
Vorlage S. 270
125
Der Wunsch, der forschend dringt in dies Geheimnis,
Vorlage S. 270
126
Den wählt, und keinen andern, Naciketas.«
Vorlage S. 270
127
Fußnoten
Vorlage S. 270
128
1 Zitat aus einem Spruche, der, mit Variationen, Bṛih. 4,4,11. Îçâ 3 erhalten ist.
Vorlage S. 270
129
2 So wie die Opferlohnkühe nicht etwa geschlachtet, sondern lebend an die Brahmanen verschenkt werden, ebenso handelt es sich hier nicht um eine Opferung (Tötung) oder ein Sterben des Sohnes, sondern derselbe wird (wie der Zusammenhang unsrer Stelle und auch die Parallelstelle, Taitt. Br. 3,11,8,2 parehi mṛityor gṛihân, beweist) lebend dem Gotte Yama zum Geschenk gemacht. – Wäre es anders, so würden alle mit Naciketas am selben Tage gestorbenen Brahmanen ebensogut wie er Anspruch auf ein Entgelt für das dreitägige Warten in der Unterwelt haben. – Freilich wird im folgenden zwischen diesem Lebend-Herabsteigen und dem wirklichen Sterben nicht immer ganz deutlich geschieden.
Vorlage S. 270
130
3 Diese Bemerkung setzt voraus, dass der Tod (wie Taitt. Br. 3,11,8,2: »Gautama! Kumâram!«) an die Erfüllung des Versprechens gemahnt hat.
Vorlage S. 270
131
4 Diese allgemeine Sentenz (deren Einschiebung sich leicht erklärt) redet von einem wirklichen Sterben und passt auch sonst wenig in den Zusammenhang, mag man nun annehmen, dass der Vater oder der Sohn sich selbst damit tröstet oder durch einen andern getröstet wird.
Vorlage S. 270
132
5 Beim Eintritte des Jünglings in Yama's (Vaivasvata's) Wohnung wird mit diesen Worten – von wem, ist nicht gesagt – der Todesgott aufgefordert, die Pflicht der Gastfreundschaft (vgl. Manu 3,99 fg). zu üben. Er ist aber abwesend und kehrt erst nach drei Tagen heim.
Vorlage S. 270
133
6 Reflexion des Erzählers, beruhend auf Taitt. Br. 3,11,8,3-4, aber hier wie dort wenig zur Situation passend. Denn was bedeuten Nachkommenschaft, Herden und gute Werke des Gottes Yama?
Vorlage S. 270
134
7 Das Wort sṛi kâ (überhaupt nur hier und noch 2,3 vorkommend) muss erraten werden. Die von uns angenommene Bedeutung sucht, in Anlehnung an die verwandten Wurzeln und Wörter sṛi, sṛi-ka, sṛi-j, sraj, den Punkt zu treffen, an dem die Linien der an beiden Stellen möglichen Bedeutungen sich schneiden. An unsrer Stelle scheint der nun folgende Sinnspruch mit seinen dreimal drei Bedingungen des Heils bildlich als eine kunstvoll aus neun Strähnen geflochtene (etwa als Talisman, wie die spätern Mâlâmantra's zu tragende) Halskette bezeichnet zu werden.
Vorlage S. 270
135
8 Wer dreimal das Feuer Nâciketa (Taitt. Br. 3,11) schichtet.
Vorlage S. 270
136
9 Wer den Bund mit Vater, Mutter und Lehrer eingeht.
Vorlage S. 270
137
10 Wer Opfer, Studium und Almosen vollbringt.
Vorlage S. 270
138
11 Dass brahmaja-jña ein verschleiertes jâta-vedas sei, war meine Meinung, lange bevor ich derselben Ansicht in M. Müller's Übersetzung begegnete. Vgl. auch oben S. 109 Anm.
Vorlage S. 270
139
12 Auch Taitt. Br. 3,11 ist immer wieder von diesen beiden Bedingungen, Schichtung und Erkenntnis des Nâciketafeuers, die Rede.
Vorlage S. 270
140
13 Da hier Yama den Inhalt des oben mitgeteilten Kettenspruches nochmals resümiert, so kann trayam etad wohl nur die in ihm enthaltene Dreiheit von je drei Bedingungen sein.
Vorlage S. 270
141
14 Warum trägt nur dieses Feuer und nicht vielmehr die nachfolgende, gleichfalls vom Todesgott offenbarte und viel höher stehende Wissenschaft den Namen des Naciketas (analog der Upakosala-vidyâ, Çâṇḍilya-vidyâ u.a).? – Hierauf gibt es nur zwei Antworten: entweder, die ursprüngliche Legende von Naciketas kannte nichts Höheres von ihm, als das Nâciketafeuer, – oder die ganze Voraussetzung der Frage trifft nicht zu, der nâciketa agni ist ursprünglich gar kein nâciketasa agni, kein nach Naciketas benanntes Feuer, und erst die Brâhmaṇa's haben den Nâciketa-Ritus mit der Naciketas-Sage, zufolge des Gleichklangs beider Namen, sekundär verknüpft. Ist ja doch auch nicht abzusehen, warum gerade der Todesgott als Offenbarer der Nâciketa-Zeremonie auftritt! Oder hat die ganze Nâciketa-Zeremonie ihren Grund in der Legende Ṛigv. 10,51? Vgl. dort Vers 3: taṃ tvâ Yamo aciket: citrabhâno! und Vers 4: etam arthaṃ na ciketa aham, Agniḥ.
Vorlage S. 270
142
Zweite Vallî.
Vorlage S. 270
143
Vers 1-6. Das Nichtwissen und das Wissen, gegenübergestellt als das Liebere und das Bessere.
Vorlage S. 270
144
Yama:
Vorlage S. 270
145
1. »Ein andres ist das Bessere, und ein andres
Vorlage S. 270
146
Das Liebere, die, verschiednen Ziels, euch fesseln; –
Vorlage S. 270
147
Wer sich das Bessere wählt, dem ist's zum Heile,
Vorlage S. 270
148
Des Zwecks geht, wer das Liebere wählt, verlustig.
Vorlage S. 270
149
2. Das Bessere und das Liebere naht dem Menschen;
Vorlage S. 270
150
Umwandelnd beide, scheidet sie der Weise;
Vorlage S. 270
151
Das Bessere zieht der Weise vor dem Liebern,
Vorlage S. 270
152
Erwerbend, wahrend, wählt der Tor das Lieb're.
Vorlage S. 270
153
3. Du hast die holden, scheinbar holden Lüste
Vorlage S. 270
154
Erwägend, Naciketas, abgewiesen;
Vorlage S. 270
155
Nicht hat gefesselt dich des Reichtums Kette,
Vorlage S. 270
156
In die verstrickt so viele untersinken.
Vorlage S. 270
157
4. Ja, weit verschieden und entgegenstehend
Vorlage S. 271
158
Ist, was genannt wird Wissen und Nichtwissen;
Vorlage S. 271
159
Nach Wissen seh' ich Naciketas trachten,
Vorlage S. 271
160
Der Lüste Heerschar hat dich nicht zerrüttet.
Vorlage S. 271
161
5. In des Nichtwissens Tiefe hin sich windend,
Vorlage S. 271
162
Sich selbst als Weise, als Gelehrte wähnend,
Vorlage S. 271
163
So laufen ziellos hin und her die Toren,
Vorlage S. 271
164
Wie Blinde, die ein selbst auch Blinder anführt.[1]
Vorlage S. 271
165
6. Das Sterbenmüssen geht nicht ein dem Toren,
Vorlage S. 271
166
Dem Taumelnden, durch Reichtums Blendung Blinden;
Vorlage S. 271
167
›Dies ist die Welt, kein Jenseits gibt's!‹ so wähnend
Vorlage S. 271
168
Verfällt er immer wieder meiner Herrschaft.
Vorlage S. 271
169
Vers 7-9. Schwierigkeit der Erkenntnis; sie ist nicht erreichbar durch Nachdenken, sondern nur durch Offenbarung; diese aber erfordert, zu ihrer Vermittlung, einen geeigneten Lehrer.
Vorlage S. 271
170
7. Von dem auch zu hören, vielen nicht beschieden,
Vorlage S. 271
171
Den viele, von ihm hörend, nicht begriffen, –
Vorlage S. 271
Katha-Upanishad – Textüberlieferung
Kontextbild zum Werk. Katha-Upanishad – Textüberlieferung — Historisches Textzeugnis der Katha-Upanishad mit den Versen 1.1.1 bis 1.1.3. · Ms Sarah Welch · CC BY-SA 4.0 Bildquelle ↗
172
Ein Wunder, wer ihn lehrt, kundig, wer ihn auffasst,
Vorlage S. 271
173
Ein Wunder, wer ihn kennt, belehrt von Kund'gen.
Vorlage S. 271
174
8. Nicht, wenn verkündigt von gemeinen Menschen,
Vorlage S. 271
175
Ist leicht er fassbar, selbst bei vielem Sinnen;
Vorlage S. 271
176
Und ohne Lehrer ist hier gar kein Zugang:
Vorlage S. 271
177
Zu tief ist er für eignes tiefes Denken.
Vorlage S. 271
178
9. Nicht ist durch Grübeln dieser Sinn zu fassen,
Vorlage S. 271
179
Doch fassbar wohl, wenn einer dir ihn lehrt, Freund;
Vorlage S. 271
180
Dir ward er jetzt, denn treu war dein Beharren;
Vorlage S. 271
181
Ja, solche Frager wünschen wir, wie du bist!
Vorlage S. 271
182
Vers 10-11. Vergänglichkeit des Schatzes der guten Werke und Wertlosigkeit irdischer Güter.
Vorlage S. 271
183
10. Ich weiss etwas, Schatz heisst es, doch vergänglich;
Vorlage S. 271
184
Das Wechselnde kann Bleibendes nicht wirken.
Vorlage S. 271
185
Darum baut' ich das Nâciketa-Feuer;
Vorlage S. 272
186
Nichtew'gen Stoffs erschloss es mir das Ew'ge.[2]
Vorlage S. 272
187
11. Was Wunschvollendung, was der Welten Grund ist,
Vorlage S. 272
188
Des Werks Unendlichkeit, das Rettungsufer,
Vorlage S. 272
189
Des Ruhmes Grossheit, Weitverbreitung, Gründung,
Vorlage S. 272
190
Du (sahst und) hast mit Festigkeit sie abgewiesen.
Vorlage S. 272
191
Vers 12-13. Nochmals von der Schwierigkeit der Erkenntnis. Der Âtman ist (als Subjekt des Erkennens) in der Höhle versteckt; hier kann er nur, nachdem man alles Äusserliche (Objektive, dharmyam) von ihm abgezogen (pravṛihya, vgl. die Hüllen, Taitt. 2), »durch Erlan gung des auf das eigne Selbst bezüglichen (in das eigne Selbst sich vertiefenden) Yoga« erkannt werden.
Vorlage S. 272
192
12. Den schwer zu schauenden, geheimnisvollen,
Vorlage S. 272
193
Den in der Höhle tief versteckten Alten,
Vorlage S. 272
194
Wer den durch Hingebung (yoga) im eignen Innern
Vorlage S. 272
195
Als Gott erfasst, lässt Lust und Leid dahinten.
Vorlage S. 272
196
13. Der Sterbliche, der dies vernahm und fasste,
Vorlage S. 272
197
Abtat was äusserlich (dharmyam), ergriff das Feine,
Vorlage S. 272
198
Der wird sein froh; ja, er besitzt was froh macht!
Vorlage S. 272
199
Naciketas ist als Wohnung ihm bereitet.[3]
Vorlage S. 272
200
Vers 14-17. Zunächst wird in Vers 14 die allem Endlichen (allen moralischen, kausalen und zeitlichen Bestimmungen) gegenüber negative Natur des Âtman auf das schärfste hervorgehoben. Dieser Vers (ursprünglich wohl eine alte Rätselfrage der Âtmanlehre, die hier dem Zusammenhang eingeflochten wurde) pflegt seit Ça kara (zur Stelle und zu Brahmasûtra p. 348. 780) dem Naciketas zugeteilt zu werden; es ist aber besser, in ihm eine Frage des Lehrers an den Schüler zu sehen, was er sich unter diesen negativen Bestimmungen wohl vorstellen könne? Auf sein ratloses Schweigen reicht ihm dann der Lehrer als Vehikel (als »Stütze«, âlambanam) der Brahmanerkenntnis den (bedeutungslosen und eben darum allein geeigneten) Laut Om dar.
Vorlage S. 272
201
14. Was frei von Gutem und Bösem,
Vorlage S. 273
202
Frei von Geschehn und Nichtgeschehn,
Vorlage S. 273
203
Frei von Vergangnem und Künft'gem –
Vorlage S. 273
204
Was du als solches siehst, – sag' an! –
Vorlage S. 273
205
(Naciketas schweigt).
Vorlage S. 273
206
15. Das Wort, das alle Veden uns verkünden,
Vorlage S. 273
207
Das sich in jeglicher Kasteiung ausdrückt,
Vorlage S. 273
208
Um das in Brahmanschülerschaft sie leben,
Vorlage S. 273
209
Dies Wort vernimm in einem Inbegriffe:
Vorlage S. 273
210
Om! so lautet es.
Vorlage S. 273
211
16. Ja, diese Silbe ist Brahman,
Vorlage S. 273
212
Diese Silbe das Höchste ist;
Vorlage S. 273
213
Wer dieser Silbe ist kundig,
Vorlage S. 273
214
Was er wünschen mag, fällt ihm zu,
Vorlage S. 273
215
17. Dies ist der Stützen vornehmste,
Vorlage S. 273
216
Diese Stütze die höchste ist;
Vorlage S. 273
217
Wer dieser Stütze ist kundig,
Vorlage S. 273
218
Lebt selig in der Brahmanwelt.
Vorlage S. 273
219
Vers 18-22 folgt nun eine glänzende Schilderung der aller empirischen Weltordnung widersprechenden Natur des »Sehers« (vipaçcit) d.h. des Âtman.
Vorlage S. 273
220
18. Nicht wird geboren und nicht stirbt der Seher,
Vorlage S. 273
221
Stammt nicht von jemand, wird auch nicht zu jemand.
Vorlage S. 273
222
Von ewig her, bleibt ewig er der Alte,
Vorlage S. 273
223
Wird nicht getötet, wenn den Leib man tötet.
Vorlage S. 273
224
19. Wer, tötend, glaubt, dass er töte,
Vorlage S. 273
225
Wer, getötet, zu sterben glaubt,
Vorlage S. 273
226
Irr gehen dieser wie jener:
Vorlage S. 273
227
Der stirbt nicht, und der tötet nicht!
Vorlage S. 273
228
20. Des Kleinen Kleinstes und des Grossen Grösstes (Chând. 3,14,3),
Vorlage S. 273
229
Wohnt er als Selbst hier dem Geschöpf im Herzen;
Vorlage S. 273
230
Frei von Verlangen schaut man, fern von Kummer,
Vorlage S. 273
231
Gestillten Sinnendrangs[4] des Âtman Herrlichkeit.
Vorlage S. 273
232
21. Er sitzt und wandert doch fernhin,
Vorlage S. 274
233
Er liegt und schweift doch allerwärts,
Vorlage S. 274
234
Des Gottes Hin- und Her-Wogen,
Vorlage S. 274
235
Wer verstände es ausser mir?[5]
Vorlage S. 274
236
22. In den Leibern den Leiblosen,
Vorlage S. 274
237
Im Unsteten den Stetigen,
Vorlage S. 274
238
Den Âtman, gross, alldurchdringend,
Vorlage S. 274
239
Schaut der Weise und grämt sich nicht.
Vorlage S. 274
240
Vers 23-25. Den Abschluss dieser metaphysischen Betrachtungen bildet wieder (wie Vers 7-9. 12-13) die Frage nach den Bedingungen der Erkenntnis des Âtman. Dieselbe ist nicht durch individuelle Bemühungen, sondern nur durch eine Art Gnadenwahl zu erlangen (Vers 23); diese wird aber auf keinen fallen, der nicht die sittlichen Vorbedingungen erfüllt (Vers 24-25).
Vorlage S. 274
241
23. Nicht durch Belehrung wird erlangt der Âtman,
Vorlage S. 274
242
Nicht durch Verstand und viele Schriftgelehrtheit;
Vorlage S. 274
243
Nur wen er wählt, von dem wird er begriffen:
Vorlage S. 274
244
Ihm macht der Âtman offenbar sein Wesen.[6]
Vorlage S. 274
245
24. Nicht wer von Frevel nicht ablässt,
Vorlage S. 274
246
Unruhig, ungesammelt ist,
Vorlage S. 274
247
Nicht, dessen Herz noch nicht stille,
Vorlage S. 274
248
Kann durch Forschen erlangen ihn.
Vorlage S. 274
249
25. Er, der Brahmanen und Krieger
Vorlage S. 274
250
Beide aufzehrt, als wär' es Brot,
Vorlage S. 274
251
Eingetaucht in des Tod's Brühe, –
Vorlage S. 274
252
Wer, der ein solcher (Vers 24), fände ihn?
Vorlage S. 274
253
Fußnoten
Vorlage S. 274
254
1 Ev. Matth. 23,24: ὁδηγοὶ τυφλοί. Jedem, der im Orient gereist ist, werden die Ketten der sich aneinander haltenden Blinden erinnerlich sein, wie sie auf den Jahrmärkten bettelnd umherziehen. – Derselbe Spruch Muṇḍ. 1,2,8, vermutlich (vgl. den Vers vorher) aus unsrer Stelle herübergenommen. Direkt zitiert werden Vers 4 und 5 Maitr. 7,9.
Vorlage S. 274
255
2 Im Gegensatze zu dem vergänglichen Schatze der übrigen Opferwerke ist das Nâciketa-Feuer zwar auch nur mit vergänglichen Stoffen geschichtet, ist aber doch als vorbereitendes Mittel (vgl. 3,2) des Âtmanwissens anzuerkennen. – Andre Auswege wären, prâptavân asmi nityam als Frage oder als neuen Satz zu nehmen, oder nityam von relativer Ewigkeit zu verstehen, oder prâptavân asmy anityam zu konjizieren.
Vorlage S. 274
256
3 Die beste Interpretation liefert Muṇḍ. 3,2,4: »in dessen Brahmanheim (das Haus des Herzens, Chând. 8,1,1) geht ein der Âtman«.
Vorlage S. 274
257
4 dhâtu-prasâdâd; oder dhâtuḥ prasâdâd »durch des Schöpfers Gnade«; die Handschriften schwanken an den drei Stellen, wo der Ausdruck vorkommt. Sâyaṇa zu Taitt. Âr. 10,10,1 gibt die zweite, Ça kara zu unsrer Stelle die erste Erklärung; Ça k. zu Çvet. 3,20 und Nârâyaṇa zu Mahânâr. 8,3 (Taitt. Âr. 10,10,1) bieten beide Erklärungen. – Wir unterschieden schon oben (S. 247) eine theologische Lesung des Verses (mit akratum, dhâtuh prasâdâd, îçam), die sich Taitt. Âr. 10,10,1 und Çvet. 3,20, und eine philosophische (mit akratuḥ, dhâtu-prasâdâd, âtmanas), die sich an unsrer Stelle findet.
Vorlage S. 274
258
5 Fast möchten wir die Übersetzung wagen: »wer ist so trunken (von Begeisterung), das zu sehn?«
Vorlage S. 274
259
6 Oder: »Sein Selbst erwählt der Âtman als sein eignes.« Der ganze Vers kehrt wieder Muṇḍ. 3,2,3.
Vorlage S. 274
260
Dritte Vallî.
Vorlage S. 274
261
Vers 1-2. Der Âtman als Licht und der ihn umgebende psychische Apparat als Schatten (der ihn verhüllt, als upâdhi) wohnen, in ihrer Vereinigung als individuelle Seele (bhoktar, »Geniesser«), nachdem sie im Jenseits die Vergeltung der Werke getrunken haben, zusammen in der Höhle des Herzens, wie dies nicht nur dem Brahmanwisser, sondern auch schon dem Vollbringer hervorragender ritueller Leistungen kund ist, – eine Bemerkung, welche Anlass gibt, in Vers 2 nochmals das Nâciketa-Feuer als Mittel (als »Brücke«, setu), der Brahmanerkenntnis zu empfehlen.
Vorlage S. 274
262
1. Zwei, Trinker der Vergeltung ihrer Werke
Vorlage S. 275
263
Droben im Jenseits, fuhren in die Höhle;
Vorlage S. 275
264
Schatten und Licht nennt sie, wer Brahman's kundig,
Vorlage S. 275
265
Fünffeuerhaft, Drei-Nâciketa-Zünder.[1]
Vorlage S. 275
266
2. Um's Nâciketa-Feu'r müht euch!
Vorlage S. 275
267
Brücke ist es den Opfernden,
Vorlage S. 275
268
Zum Ufer ohne Furcht führend,
Vorlage S. 275
269
Zum ew'gen höchsten Brahman hin.
Vorlage S. 275
270
Vers 3-9. Der psychische Organismus (der Âtman verbunden mit Buddhi, Manas und Indriya's) und die daraus sich ergebende ethische Aufgabe.
Vorlage S. 275
271
3. Ein Wagenfahrer ist, wisse,
Vorlage S. 275
272
Der Âtman, Wagen ist der Leib,
Vorlage S. 275
273
Den Wagen lenkend ist Buddhi,
Vorlage S. 275
274
Manas, wisse, der Zügel ist.
Vorlage S. 275
275
4. Die Sinne, heisst es, sind Rosse,
Vorlage S. 275
276
Die Sinnendinge ihre Bahn;
Vorlage S. 275
277
Aus Âtman, Sinnen und Manas
Vorlage S. 275
278
Das Gefügte ›Geniesser‹ heisst.
Vorlage S. 275
279
5. Wer nun besinnungslos hinlebt,
Vorlage S. 275
280
Den Manaszügel ungespannt,
Vorlage S. 275
281
Des Sinne sind unbotmässig,
Vorlage S. 275
282
Wie schlechte Rosse ihrem Herrn.
Vorlage S. 275
283
6. Doch wer besonnen stets hinlebt,
Vorlage S. 275
284
Den Manaszügel wohlgespannt,
Vorlage S. 275
285
Des Sinne bleiben botmässig,
Vorlage S. 275
286
Wie gute Rosse ihrem Herrn.
Vorlage S. 275
287
7. Wer nun besinnungslos hinlebt,
Vorlage S. 275
288
Unverständig, unlautern Sinns,
Vorlage S. 275
289
Der kommt nicht zu dem Ort jenseits,
Vorlage S. 276
290
Im Saṃsâra verstrickt er bleibt.
Vorlage S. 276
291
8. Doch wer besonnen stets hinlebt,
Vorlage S. 276
292
Verständig und mit lauterm Sinn,
Vorlage S. 276
293
Der gelangt zu dem Ort jenseits,
Vorlage S. 276
294
Von wo keine Geburt mehr ist.
Vorlage S. 276
295
9. Wer mit Besonnenheit lenkte,
Vorlage S. 276
296
Mit Manas zügelnd, sein Gespann,
Vorlage S. 276
297
Der Mann erreicht des Wegs Endziel,
Vorlage S. 276
298
Dort, wo des Vishṇu höchster Schritt.[2]
Vorlage S. 276
299
Vers 10-13. Auf die ethische Forderung, die Sinne zu zügeln, folgt als höhere Aufgabe der Yoga, welcher darin besteht, die Sinne in dem Manas, dieses in der Buddhi, diese im »grossen Selbst« (mahân âtmâ), dieses endlich im Avyaktam (aus dem sie nach Sâ khya-Anschauung alle hervorgegangen) zu hemmen, wodurch der Purusha von ihnen allen isoliert, und das Ziel (die Erlösung) erreicht wird.
Vorlage S. 276
300
10. Höher als Sinne stehn Dinge,
Vorlage S. 276
301
Höher als Dinge Manas steht,
Vorlage S. 276
302
Höher als Manas steht Buddhi,
Vorlage S. 276
303
Höher als sie das ›grosse Selbst‹.
Vorlage S. 276
304
11. Höher als dies steht Avyaktam,
Vorlage S. 276
305
Höher als dies der Purusha;
Vorlage S. 276
306
Höher als dieser steht nichts mehr,
Vorlage S. 276
307
Er ist Endziel und höchster Gang.
Vorlage S. 276
308
12. In allen Wesen weilt dieser (der Purusha)
Vorlage S. 276
309
Als Âtman, unsichtbar, versteckt,
Vorlage S. 276
310
Dem schärfsten Denken nur sichtbar,
Vorlage S. 276
311
Dem feinsten des, der Feines sieht.
Vorlage S. 276
312
13. Es hemme Rede nebst Manas
Vorlage S. 276
313
Der Weise im Bewusstsein-Selbst (der Buddhi),
Vorlage S. 276
314
Dieses im ›grossen Selbst‹ hemm' er,
Vorlage S. 276
315
Dieses hemm' er im Ruhe-Selbst (dem Avyaktam).
Vorlage S. 276
316
Vers 14-15. Nachdem hiermit die höchste Aufgabe bezeichnet ist, folgt nunmehr die Peroratio, bestehend in einer kräftigen Aufforderung, den von den Weisen gewiesenen Weg zu gehen, und in einer nochmaligen Hinweisung auf das Ziel desselben.
Vorlage S. 276
317
14. Steht auf! wacht auf! erlangt habend
Vorlage S. 277
318
Treffliche Lehrer, merkt auf sie.
Vorlage S. 277
319
Wie schwer zu gehn auf scharfer Messerschneide ist[3],
Vorlage S. 277
320
Schwer ist der Weg! Den lehren euch die Weisen.
Vorlage S. 277
321
15. Was unhörbar, unfühlbar, unsichtbar beharrt,
Vorlage S. 277
322
Unschmeckbar und unriechbar, unvergänglich ist,
Vorlage S. 277
323
Anfanglos, endlos, grösser als Grosses, ewig bleibt,
Vorlage S. 277
324
Wer das erkennt, wird aus des Todes Rachen frei.«
Vorlage S. 277
325
Vers 16-17. Epilog, unzweifelhaft ursprünglich den Abschluss der Upanishad bildend.
Vorlage S. 277
326
16. Die Nâciketa-Mitteilung[4],
Vorlage S. 277
327
Die ew'ge, die der Tod gemacht,
Vorlage S. 277
328
Wer diese lehrt und hört weislich,
Vorlage S. 277
329
Der wird herrlich in Brahman's Welt.
Vorlage S. 277
330
17. Wer dies Geheimnisvoll-Höchste
Vorlage S. 277
331
Vorträgt in der Brahmanen Kreis,
Vorlage S. 277
332
Oder beim Totenmahl, zuchtvoll[5],
Vorlage S. 277
333
Dem hilft es zur Unendlichkeit,
Vorlage S. 277
334
– dem hilft es zur Unendlichkeit.
Vorlage S. 277
335
Fußnoten
Vorlage S. 277
336
1 Vgl. Manu 3,185.
Vorlage S. 277
337
2 Der »höchste Schritt des Vishṇu« (eigentlich: der Kulminationspunkt der Sonne) ist eine mythische, aus dem Ṛigveda (1,22,20. 154,5) überkommene Bezeichnungsweise des Aufenthaltes der Seligen. Vgl. Maitr. 6,26. Tejobindu 5.
Vorlage S. 277
338
3 Das Bild von dem Tänzer auf der Schwertschneide (Mahânâr. 9, oben S. 247) mag wohl auch hier vorschweben. Der Lebhaftigkeit der Rede entspricht der Wechsel des Versmasses.
Vorlage S. 277
339
4 Natürlich nicht »the story of Naciketas« (M. Müller), »die Erzählung von Naciketas« (Böhtlingk) – denn diese ist gar nicht mṛityuprokta, – sondern entweder »die Mitteilung des Feuers Nâciketa« und was sich weiter daran schliesst, – oder allenfalls »die dem Naciketas gemachte Mitteilung«.
Vorlage S. 277
340
5 Wie dies zu verstehen, lehrt Manu 3,188.
Vorlage S. 277

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Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

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Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Froh grüss' er mich, …«

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Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Weil« in diesem Textausschnitt? »»Weil du, Brahmane, der als Gast zu ehren,«

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Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt verweist mit einer Zeitangabe ausdrücklich auf eine frühere Zeit? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

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Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »nachdem« in diesem Textausschnitt? »Der Âtman als Licht und der ihn umgebende psychische Apparat als Schatten (der ihn verhüllt, als upâdhi) wohnen, in ihrer Vereinigung als individuelle Seele (bhoktar, »Geniesser«), nachdem sie im Jenseits die Vergeltung der Werke getrunken haben, zusammen in der Höhle des Herzens, wie dies«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Wer den durch Hingebung (yoga) im eignen Innern« B: »Kein andrer Wunsch kommt diesem gleich an Werte.«« C: »Das Mittel zu ihr ist die Schichtung des Nâciketa-Feuers, welche hier den Opferkultus im allgemeinen zu repräsentieren scheint.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Doch fassbar wohl, wenn …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Bemerkung, welche Anlass gibt, in Vers 2 nochmals das Nâ …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »»Weil du, Brahmane, der als Gast zu ehren,«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »»Weil du, Brahmane, der als Gast zu ehren,« und »khya-Anschauung alle hervorgegangen) zu hemmen, wodurch der Purusha von ihnen allen isoliert«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Wer den durch Hingebung (yoga) im eignen Innern«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Sie beginnt mit denselben Worten wie Taitt.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Das Bessere zieht der Weise vor dem Liebern,«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
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Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Der wird herrlich in Brahman's Welt.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
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Ausgabe, Herkunft und Rechte

Katha-Upanishad – DTA DiBiPhil

Deutsches Textarchiv, BBAW, DiBiPhil-Korpus; Kuration Matthias Boenig, Susanne Haaf, Marius Hug und DTA-Team; ursprüngliche Digitalisierung Editura/Digitale Bibliothek. Historische Quellausgabe: Sechzig Upanishads des Veda. Aus dem Sanskrit übersetzt und mit Einleitungen und Anmerkungen versehen von Paul Deussen, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1963 [Nachdruck der 3. Aufl. Leipzig: F.A. Brockhaus 1921].

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY-SA 4.0 Lizenz

Originalsprache · Sanskrit

Originaltext in wissenschaftlicher IAST-Umschrift und der Worttrennung des Digital Corpus of Sanskrit. Die gespeicherten Sanskrit-Satzfelder werden unverändert wiedergegeben; dies ist keine moderne Übersetzung und keine automatisch rekonstruierte Sanskritfassung. Die sechs Vallīs stehen in zwei Adhyāyas. Die Versnummerierung der DCS-Ausgabe weicht in der zweiten Vallī von verbreiteten Ausgaben ab.

Oliver Hellwig: Digital Corpus of Sanskrit (DCS), 2010–2024; wissenschaftliche Sanskrit-Satzdaten, CC BY 4.0. Originale Worttrennung und IAST-Umschrift erhalten.

Autorschaft und Ausgabe: Altindische Überlieferung · Oliver Hellwig

Originaltext und Ausgabe ↗ · Digital Corpus of Sanskrit, Oliver Hellwig · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

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