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Buch - König Lear - Shakespeare, William

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Deutsche Übersetzung · Lesefassung

König Lear

Shakespeare, William

König Lear von Shakespeare, William. Volltext der angegebenen historischen deutschen Übersetzung.

DramaKlasse 9–10 · 11–136 Abschnitte
Historische Illustration zu König Lear
Historische Illustration zu „König Lear“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Edwin Austin Abbey · Public domain Bildquelle ↗

Deutsche Übersetzung: Wolf Heinrich von Baudissin

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 2 von 6

Erster Aufzug

1
Erste Szene
Vorlage S. 498
2
König Lears Palast.
Vorlage S. 498
3
Kent, Gloster und Edmund.
Vorlage S. 498
4
KENT.
Vorlage S. 498
5
Ich dachte, der König sei dem Herzog von Albanien gewogener, als dem von Cornwall.
Vorlage S. 498
6
GLOSTER.
Vorlage S. 498
7
So schien es uns immer; doch jetzt, bei der Teilung des Reichs, zeigt sich's nicht, welchen der beiden Herzoge er höher schätzt. Denn so gleichmäßig sind die Teile abgewogen, dass die genaueste Forschung selbst sich für keine der Hälften entscheiden könnte.
Vorlage S. 498
8
KENT.
Vorlage S. 498
9
Ist das nicht Euer Sohn, Mylord?
Vorlage S. 498
10
GLOSTER.
Vorlage S. 498
11
Seine Erziehung ist mir zur Last gefallen: ich musste so oft erröten, ihn anzuerkennen, dass ich nun dagegen gestählt bin.
Vorlage S. 498
12
KENT.
Vorlage S. 498
13
Ich verstehe Euch nicht.
Vorlage S. 498
14
GLOSTER.
Vorlage S. 498
15
Seine Mutter und ich verstanden uns nur zu gut, und dies Einverständnis verschaffte ihr früher einen Sohn für ihre Wiege, als einen Mann für ihr Bett. Merkt Ihr was von einem Fehltritt?
Vorlage S. 498
16
KENT.
Vorlage S. 498
17
Ich kann den Fehltritt nicht ungeschehen wünschen, da der Erfolg davon so anmutig ist.
Vorlage S. 498
18
GLOSTER.
Vorlage S. 498
19
Doch habe ich auch einen rechtmäßigen Sohn, einige Jahre älter als dieser, den ich aber darum nicht höher schätze. Obgleich dieser Schelm etwas vorwitzig in die Welt kam, eh' er gerufen ward, so war doch seine Mutter schön, es ging lustig her bei seinem Entstehen, und der Bankert durfte nicht verleugnet werden. Kennst du diesen edeln Herrn, Edmund?
Vorlage S. 498
20
EDMUND.
Vorlage S. 498
21
Nein, Mylord.
Vorlage S. 498
22
GLOSTER.
Vorlage S. 498
23
Mylord von Kent: gedenke sein hinfort als meines geehrten Freundes!
Vorlage S. 499
24
EDMUND.
Vorlage S. 499
25
Mein Dienst sei Euer Gnaden gewidmet.
Vorlage S. 499
26
KENT.
Vorlage S. 499
27
Ich muss Euch lieben und bitte um Eure nähere Bekanntschaft.
Vorlage S. 499
28
EDMUND.
Vorlage S. 499
29
Ich werde sie zu verdienen suchen.
Vorlage S. 499
30
GLOSTER.
Vorlage S. 499
31
Er war neun Jahre im Auslande, und soll wieder fort. Der König kommt!
Vorlage S. 499
32
Man hört Trompeten.
Vorlage S. 499
33
König Lear, Cornwall, Albanien, Goneril, Regan, Cordelia und Gefolge treten auf.
Vorlage S. 499
34
LEAR.
Vorlage S. 499
35
Führt ein die Herrn von Frankreich und Burgund, Gloster!
Vorlage S. 499
36
GLOSTER.
Vorlage S. 499
37
Sehr wohl, mein König!
Vorlage S. 499
38
Gloster und Edmund ab.
Vorlage S. 499
39
LEAR.
Vorlage S. 499
40
Derweil enthüll'n wir den verschwiegnen Vorsatz.
Vorlage S. 499
41
Die Karte dort! – Wisst, dass wir unser Reich
Vorlage S. 499
42
Geteilt in drei. 's ist unser fester Schluss,
Vorlage S. 499
43
Von unserm Alter Sorg' und Müh' zu schütteln,
Vorlage S. 499
44
Sie jüngerer Kraft vertrauend, während wir
Vorlage S. 499
45
Zum Grab entbürdet wanken. Sohn von Cornwall,
Vorlage S. 499
46
Und Ihr, gleich sehr geliebter Sohn Albanien,
Vorlage S. 499
47
Wir sind jetzund gewillt, bekannt zu machen
Vorlage S. 499
48
Der Töchter festbeschiedne Mitgift, dass
Vorlage S. 499
49
Wir künft'gem Streite so begegnen. –
Vorlage S. 499
50
Die Fürsten Frankreich und Burgund, erhabne
Vorlage S. 499
51
Mitwerber um der jüngern Tochter Gunst,
Vorlage S. 499
52
Verweilten lange hier in Liebeswerbung
Vorlage S. 499
53
Und harr'n auf Antwort. – Sagt mir, meine Töchter
Vorlage S. 499
54
(Da wir uns jetzt entäußern der Regierung,
Vorlage S. 499
55
Des Landbesitzes und der Staatsgeschäfte),
Vorlage S. 499
56
Welche von euch liebt uns nun wohl am meisten?
Vorlage S. 499
57
Dass wir die reichste Gabe spenden, wo
Vorlage S. 499
58
Verdienst sie und Natur heischt. Goneril,
Vorlage S. 499
59
Du Erstgeborne, sprich zuerst!
Vorlage S. 499
60
GONERIL.
Vorlage S. 499
61
Mein Vater,
Vorlage S. 499
62
Mehr lieb' ich Euch, als Worte je umfassen,
Vorlage S. 499
63
Weit inniger als Licht und Luft und Freiheit,
Vorlage S. 500
64
Weit mehr, als was für reich und selten gilt,
Vorlage S. 500
65
Wie Schmuck des Lebens, Wohlsein, Schönheit, Ehre,
Vorlage S. 500
66
Wie je ein Kind geliebt, ein Vater Liebe fand.
Vorlage S. 500
67
Der Atem dünkt mich arm, die Sprache stumm,
Vorlage S. 500
68
Weit mehr als alles das lieb' ich Euch noch.
Vorlage S. 500
69
CORDELIA
Vorlage S. 500
70
beiseit.
Vorlage S. 500
71
Was sagt Cordelia nun? Sie liebt und schweigt.
Vorlage S. 500
72
LEAR.
Vorlage S. 500
73
All dies Gebiet, von dem zu jenem Strich,
Vorlage S. 500
74
An schatt'gen Forsten und Gefilden reich,
Vorlage S. 500
75
An vollen Strömen und weit grünen Triften,
Vorlage S. 500
76
Beherrsche du: dir und Albaniens Stamm
Vorlage S. 500
77
Sei dies auf ewig! Was sagt unsre zweite Tochter,
Vorlage S. 500
78
Die teure Regan, Cornwalls Gattin? Sprich!
Vorlage S. 500
79
REGAN.
Vorlage S. 500
80
Ich bin vom selben Stoff wie meine Schwester
Vorlage S. 500
81
Und schätze mich ihr gleich. Mein treues Herz
Vorlage S. 500
82
Fühlt, all mein Lieben hat sie Euch genannt;
Vorlage S. 500
83
Nur bleibt sie noch zurück: denn ich erkläre
Vorlage S. 500
84
Mich als die Feindin jeder andern Lust,
Vorlage S. 500
85
Die in der Sinne reichstem Umkreis wohnt,
Vorlage S. 500
86
Und fühl' in Eurer teuren Hoheit Liebe
Vorlage S. 500
87
Mein einzig Glück.
Vorlage S. 500
88
CORDELIA
Vorlage S. 500
89
beiseit.
Vorlage S. 500
90
Arme Cordelia dann! –
Vorlage S. 500
91
Und doch nicht arm; denn meine Lieb', ich weiß,
Vorlage S. 500
92
Wiegt schwerer als mein Wort.
Vorlage S. 500
93
LEAR.
Vorlage S. 500
94
Dir und den Deinen bleib' als Erb' auf immer
Vorlage S. 500
95
Dies zweite Dritteil unsers schönen Reichs,
Vorlage S. 500
96
An Umfang, Wert und Anmut minder nicht,
Vorlage S. 500
97
Als was ich Gon'ril gab. Nun unsre Freude,
Vorlage S. 500
98
Du jüngste, nicht geringste, deren Liebe
Vorlage S. 500
99
Die Weine Frankreichs und die Milch Burgunds
Vorlage S. 500
100
Nachstreben; was sagst du, dir zu gewinnen
Vorlage S. 500
101
Ein reichres Dritteil als die Schwestern? Sprich!
Vorlage S. 500
102
CORDELIA.
Vorlage S. 500
103
Nichts, gnäd'ger Herr!
Vorlage S. 500
104
LEAR.
Vorlage S. 500
105
Nichts?
Vorlage S. 500
106
CORDELIA.
Vorlage S. 500
107
Nichts.
Vorlage S. 500
108
LEAR.
Vorlage S. 500
109
Aus nichts kann nichts entstehn: sprich noch einmal!
Vorlage S. 500
110
CORDELIA.
Vorlage S. 500
111
Ich Unglücksel'ge, ich kann nicht mein Herz
Vorlage S. 500
112
Auf meine Lippen heben; ich lieb' Eu'r Hoheit,
Vorlage S. 501
113
Wie's meine Pflicht geziemt, nicht mehr, nicht minder.
Vorlage S. 501
114
LEAR.
Vorlage S. 501
115
Wie? Wie? Cordelia! Beßre deine Rede,
Vorlage S. 501
116
Sonst schad'st du deinem Glück!
Vorlage S. 501
117
CORDELIA.
Vorlage S. 501
118
Mein teurer Herr,
Vorlage S. 501
119
Ihr zeugtet, pflegtet, liebtet mich; und ich
Vorlage S. 501
120
Erwidr' Euch diese Wohltat, wie ich muss,
Vorlage S. 501
121
Gehorch' Euch, lieb' Euch und verehr' Euch hoch.
Vorlage S. 501
122
Wozu den Schwestern Männer, wenn sie sagen,
Vorlage S. 501
123
Sie lieben Euch nur? Würd' ich je vermählt,
Vorlage S. 501
124
So folgt dem Mann, der meinen Schwur empfing,
Vorlage S. 501
125
Halb meine Treu', halb meine Lieb' und Pflicht.
Vorlage S. 501
126
Gewiss, nie werd' ich frein wie meine Schwestern,
Vorlage S. 501
127
Den Vater nur allein zu lieben.
Vorlage S. 501
128
LEAR.
Vorlage S. 501
129
Und kommt dir das von Herzen?
Vorlage S. 501
130
CORDELIA.
Vorlage S. 501
131
Ja, mein Vater!
Vorlage S. 501
132
LEAR.
Vorlage S. 501
133
So jung und so unzärtlich?
Vorlage S. 501
134
CORDELIA.
Vorlage S. 501
135
So jung, mein Vater, und so wahr.
Vorlage S. 501
136
LEAR.
Vorlage S. 501
137
Sei's drum! Nimm deine Wahrheit dann zur Mitgift:
Vorlage S. 501
138
Denn bei der Sonne heil'gem Strahlenkreis,
Vorlage S. 501
139
Bei Hekates Verderben, und der Nacht,
Vorlage S. 501
140
Bei allen Kräften der Planetenbahn,
Vorlage S. 501
141
Durch die wir leben und dem Tod verfallen,
Vorlage S. 501
142
Sag' ich mich los hier aller Vaterpflicht,
Vorlage S. 501
143
Aller Gemeinsamkeit und Blutsverwandtschaft,
Vorlage S. 501
144
Und wie ein Fremdling meiner Brust und mir
Vorlage S. 501
145
Sei du von jetzt auf ewig! Der rohe Scythe,
Vorlage S. 501
146
Ja, der die eignen Kinder macht zum Fraß,
Vorlage S. 501
147
Zu sätt'gen seine Gier, soll meinem Herzen
Vorlage S. 501
148
So nah stehn, gleichen Trost und Mitleid finden,
Vorlage S. 501
149
Als du, mein weiland Kind.
Vorlage S. 501
150
KENT.
Vorlage S. 501
151
O edler König!
Vorlage S. 501
152
LEAR.
Vorlage S. 501
153
Schweig', Kent!
Vorlage S. 501
154
Tritt zwischen den Drachen nicht und seinen Grimm;
Vorlage S. 501
155
Sie war mein Liebling, und ich hofft' auf Trost
Vorlage S. 501
156
Von ihrer sanften Pflege. Fort! mir aus den Augen! –
Vorlage S. 501
157
Sei Friede so mein Grab, als ich von ihr
Vorlage S. 501
158
Mein Vaterherz losreiße! – Ruft mir Frankreich!
Vorlage S. 501
159
Wer rührt sich? Ruft Burgund! – Ihr, Cornwall und Albanien,
Vorlage S. 502
160
Zu meiner Töchter Mitgift schlagt dies Dritteil! –
Vorlage S. 502
161
Stolz, den sie Gradheit nennt, vermähle sie!
Vorlage S. 502
162
Euch beide kleid' ich hier in meine Macht,
Vorlage S. 502
163
Vorrang der Würd' und allerhöchsten Glanz,
Vorlage S. 502
164
Der Majestät umgibt. Wir, nach der Monde Lauf,
Vorlage S. 502
165
Mit Vorbehalt allein von hundert Rittern,
Vorlage S. 502
166
Die ihr erhaltet, wohnen dann bei euch,
Vorlage S. 502
167
Nach Ordnung wechselnd. Wir bewahren nur
Vorlage S. 502
168
Den Namen und des Königs Ehrenrecht; –
Vorlage S. 502
169
Die Macht,
Vorlage S. 502
170
Verwaltung, Rent' und alle Staatsgewalt,
Vorlage S. 502
171
Geliebte Söhn', ist euer. Des zum Zeugnis
Vorlage S. 502
172
Teilt diesen goldnen Reif!
Vorlage S. 502
173
KENT.
Vorlage S. 502
174
Erhabner Lear,
Vorlage S. 502
175
Den ich als meinen König stets geehrt,
Vorlage S. 502
176
Geliebt als Vater, und als Herrn begleitet,
Vorlage S. 502
177
Als höchsten Hort einschloß in mein Gebet, –
Vorlage S. 502
178
LEAR.
Vorlage S. 502
179
Der Bogen ist gespannt, entflieh' dem Pfeil! –
Vorlage S. 502
180
KENT.
Vorlage S. 502
181
Er falle nur, ob auch die Spitze
Vorlage S. 502
182
Ins Herz mir bohrt: Sei Kent nur ohne Sitte,
Vorlage S. 502
183
Wenn Lear verrückt! Was tust du, alter Mann?
Vorlage S. 502
184
Meinst du, dass Pflicht zu reden scheut, weil Macht
Vorlage S. 502
185
Zum Schmeicheln sinkt? – Die Ehre fordert Gradheit,
Vorlage S. 502
186
Wenn Kön'ge töricht werden. Bleibe Herrscher,
Vorlage S. 502
187
Und mit der besten Überlegung hemme
Vorlage S. 502
188
Die frevle Eil'! Mit meinem Leben bürg' ich,
Vorlage S. 502
189
Die jüngre Tochter liebt dich minder nicht,
Vorlage S. 502
190
Noch ist der ohne Herz, des schwacher Klang
Vorlage S. 502
191
Nicht Hohlheit widertönt.
Vorlage S. 502
192
LEAR.
Vorlage S. 502
193
Schweig', Kent, bei deinem Leben!
Vorlage S. 502
194
KENT.
Vorlage S. 502
195
Mein Leben galt mir stets nur als ein Pfand;
Vorlage S. 502
196
Zu wagen gegen deinen Feind; gern opfr' ich's
Vorlage S. 502
197
Für deine Wohlfahrt.
Vorlage S. 502
198
LEAR.
Vorlage S. 502
199
Aus den Augen mir!
Vorlage S. 502
200
KENT.
Vorlage S. 502
201
Sieh besser, Lear, und lass mich immer bleiben
Vorlage S. 502
202
Den Zielpunkt deines Auges!
Vorlage S. 502
203
LEAR.
Vorlage S. 502
204
Nun, beim Apoll! –
Vorlage S. 502
205
KENT.
Vorlage S. 502
206
Nun, beim Apollo, König,
Vorlage S. 503
207
Du rufst vergeblich deine Götter an.
Vorlage S. 503
208
LEAR.
Vorlage S. 503
209
O Sklav'! – Abtrünn'ger!
Vorlage S. 503
210
Legt die Hand ans Schwert.
Vorlage S. 503
211
ALBANIEN UND CORNWALL.
Vorlage S. 503
212
Teurer Herr, lass ab! –
Vorlage S. 503
213
KENT.
Vorlage S. 503
214
Tu's, töte deinen Arzt und gib den Lohn
Vorlage S. 503
215
Der schnöden Krankheit! Nimm zurück die Schenkung,
Vorlage S. 503
216
Sonst, bis der Kehle Kraft versagt zu schrein,
Vorlage S. 503
217
Sag' ich dir, du tust Unrecht.
Vorlage S. 503
218
LEAR.
Vorlage S. 503
219
Höre mich,
Vorlage S. 503
220
Rebell, bei deiner Lehnspflicht, höre mich!
Vorlage S. 503
221
Weil du zum Wortbruch uns verleiten wolltest
Vorlage S. 503
222
(Den wir noch nie gewagt) und stolz verwegen
Vorlage S. 503
223
Dich drängtest zwischen unsern Spruch und Thron
Vorlage S. 503
224
(Was unser Blut und Rang nicht dulden darf),
Vorlage S. 503
225
Sprech' ich als Herrscher jetzt; – nimm deinen Lohn!
Vorlage S. 503
226
Fünf Tage gönnen wir, dich zu versehn
Vorlage S. 503
227
Mit Schirmung vor des Lebens Ungemach:
Vorlage S. 503
228
Am sechsten kehrst du den verhaßten Rücken
Vorlage S. 503
229
Dem Königreich, und weilt am zehnten Tag
Vorlage S. 503
230
In unserm Lande dein verbannter Leib,
Vorlage S. 503
231
So ist's dein Tod. Hinweg! Bei Jupiter,
Vorlage S. 503
232
Dies widerruf' ich nicht.
Vorlage S. 503
233
KENT.
Vorlage S. 503
234
So leb' denn wohl, Fürst! Zeigst du so dich, Lear,
Vorlage S. 503
235
Lebt Freiheit auswärts und Verbannung hier.
Vorlage S. 503
236
Dir, Jungfrau, sei'n die Götter mächt'ger Hort,
Vorlage S. 503
237
Die richtig denkt und sprach das rechte Wort!
Vorlage S. 503
238
Eu'r breites Reden sei durch Tat bewährt!
Vorlage S. 503
239
Dass Liebeswort willkommne Frucht gebärt!
Vorlage S. 503
240
Fahrt wohl, ihr Fürsten all': Kent muss von hinnen,
Vorlage S. 503
241
Im neuen Land ein Schicksal zu gewinnen.
Vorlage S. 503
242
Er geht ab.
Vorlage S. 503
243
Gloster kommt zurück mit Frankreich, Burgund und Gefolge.
Vorlage S. 503
244
GLOSTER.
Vorlage S. 503
245
Hier sind Burgund und Frankreich, hoher Herr!
Vorlage S. 503
246
LEAR.
Vorlage S. 503
247
Fürst von Burgund,
Vorlage S. 503
248
Zu Euch erst sprech' ich, der mit diesem König
Vorlage S. 503
249
Um unsre Tochter warb. Was als das Mind'ste
Vorlage S. 503
250
Erwartet Ihr als Mitgift, oder steht
Vorlage S. 503
251
Von Euerm Antrag ab?
Vorlage S. 503
252
BURGUND.
Vorlage S. 503
253
Erhabner König,
Vorlage S. 504
254
Mir g'nügt, was Ihr freiwillig habt geboten,
Vorlage S. 504
255
Und minder gebt Ihr nicht.
Vorlage S. 504
256
LEAR.
Vorlage S. 504
257
Mein würd'ger Herzog,
Vorlage S. 504
258
Als sie uns wert war, schätzten wir sie so;
Vorlage S. 504
259
Nun ist ihr Preis gesunken. Seht, da steht sie:
Vorlage S. 504
260
Wenn etwas an der kleinen, schmucken Larve
Vorlage S. 504
261
Oder sie ganz mit unserm Zorn dazu,
Vorlage S. 504
262
Und weiter nichts, Eu'r Hoheit noch gefällt,
Vorlage S. 504
263
So nehmt sie, sie ist Eu'r.
Vorlage S. 504
264
BURGUND.
Vorlage S. 504
265
Mir fehlt die Antwort.
Vorlage S. 504
266
LEAR.
Vorlage S. 504
267
Herr!
Vorlage S. 504
268
Wollt Ihr mit allen Mängeln, die ihr eigen,
Vorlage S. 504
269
Freundlos und neuverschwistert unserm Haß,
Vorlage S. 504
270
Zur Mitgift Fluch, durch Schwur von uns entfremdet,
Vorlage S. 504
271
Sie nehmen oder lassen?
Vorlage S. 504
272
BURGUND.
Vorlage S. 504
273
Herr, verzeiht,
Vorlage S. 504
274
Mit der Bedingung endigt jede Wahl.
Vorlage S. 504
275
LEAR.
Vorlage S. 504
276
So lasst sie; bei der Macht, die mich erschuf,
Vorlage S. 504
277
Ich nannt' Euch all' ihr Gut.
Vorlage S. 504
278
Zu Frankreich.
Vorlage S. 504
279
Ihr, großer König, –
Vorlage S. 504
280
Nicht so weit möcht' ich Eurer Lieb' entwandern,
Vorlage S. 504
281
Euch zu vermählen, wo ich hasse. Lenkt
Vorlage S. 504
282
Zu besserm Ziel, ich bitt' Euch, Eure Wünsche,
Vorlage S. 504
283
Als auf dies Wesen, das Natur errötet
Vorlage S. 504
284
Anzuerkennen.
Vorlage S. 504
285
FRANKREICH.
Vorlage S. 504
286
Wahrlich, dies ist seltsam! –
Vorlage S. 504
287
Dass sie, die eben noch Eu'r Kleinod war,
Vorlage S. 504
288
Der Inhalt Eures Lobs, Balsam des Alters,
Vorlage S. 504
289
Eu'r Bestes, Teuerstes, in diesem Nu
Vorlage S. 504
290
So Unerhörtes tat, ganz zu zerreißen
Vorlage S. 504
291
Solch reichgewebte Gunst! Traun, ihr Vergehn
Vorlage S. 504
292
Muss unnatürlich, ungeheuer sein,
Vorlage S. 504
293
Oder die Liebe, deren Ihr Euch rühmtet,
Vorlage S. 504
294
Ist tadelnswert. So schlimm von ihr zu denken,
Vorlage S. 504
295
Heischt Glauben, wie Vernunft ihn ohne Wunder
Vorlage S. 504
296
Mir nimmer einimpft.
Vorlage S. 504
297
CORDELIA.
Vorlage S. 504
298
Dennoch bitt' ich, Herr
Vorlage S. 504
299
(Ermangl' ich auch der schlüpfrig glatten Kunst,
Vorlage S. 505
300
Zu reden nur zum Schein: denn, was ich ernstlich will,
Vorlage S. 505
301
Vollbring' ich, eh' ich's sage), dass Ihr zeugt,
Vorlage S. 505
302
Es sei kein schnöder Makel, Mord noch Schmach,
Vorlage S. 505
303
Kein zuchtlos Tun, noch ehrvergeßner Schritt,
Vorlage S. 505
304
Der mir geraubt hat Eure Gnad' und Huld.
Vorlage S. 505
305
Nur, weil mir fehlt, – wodurch ich reicher bin, –
Vorlage S. 505
306
Ein stets begehrend Aug' und eine Zunge,
Vorlage S. 505
307
Die ich mit Stolz entbehr', obgleich ihr Mangel
Vorlage S. 505
308
Mir Euern Beifall raubte.
Vorlage S. 505
309
LEAR.
Vorlage S. 505
310
Besser wär's,
Vorlage S. 505
311
Du lebtest nicht, als mir zur Kränkung leben!
Vorlage S. 505
312
FRANKREICH.
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313
Ist es nur das? Ein Zaudern der Natur,
Vorlage S. 505
314
Das oft die Tat unausgesprochen lässt,
Vorlage S. 505
315
Die es zu tun denkt? – Herzog von Burgund,
Vorlage S. 505
316
Was sagt Ihr zu der Braut? Lieb' ist nicht Liebe,
Vorlage S. 505
317
Wenn sie vermengt mit Rücksicht, die seitab
Vorlage S. 505
318
Vom wahren Ziel sich wendet. Wollt Ihr sie?
Vorlage S. 505
319
Sie selbst ist ihre Mitgift.
Vorlage S. 505
320
BURGUND.
Vorlage S. 505
321
Hoher Lear,
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322
Gebt mir den Anteil, den Ihr selbst bestimmt,
Vorlage S. 505
323
Und hier nehm' ich Cordelia bei der Hand
Vorlage S. 505
324
Als Herzogin Burgunds.
Vorlage S. 505
325
LEAR.
Vorlage S. 505
326
Nichts! Ich beschwor's, ich bleibe fest.
Vorlage S. 505
327
BURGUND.
Vorlage S. 505
328
Dann tut mir's leid, dass Ihr zugleich den Vater
Vorlage S. 505
329
Verliert und den Gemahl.
Vorlage S. 505
330
CORDELIA.
Vorlage S. 505
331
Fahr' hin, Burgund! –
Vorlage S. 505
332
Da Wunsch nur nach Besitz sein Lieben ist,
Vorlage S. 505
333
Werd' ich nie seine Gattin.
Vorlage S. 505
334
FRANKREICH.
Vorlage S. 505
335
Schönste Cordelia, du bist arm höchst reich;
Vorlage S. 505
336
Verbannt höchst wert; verachtet höchst geliebt! –
Vorlage S. 505
337
Dich nehm' ich in Besitz und deinen Wert:
Vorlage S. 505
338
Gesetzlich sei, zu nehmen, was man wegwarf.
Vorlage S. 505
339
Wie seltsam, Götter! Meiner Liebe Glühn
Vorlage S. 505
340
Und Ehrfurcht muss aus kaltem Hohn erblühn.
Vorlage S. 505
341
Sie musste Erb' und Glück bei dir verlieren,
Vorlage S. 505
342
Um über uns und Frankreich zu regieren.
Vorlage S. 505
343
Kein Herzog von Burgunds stromreichen Auen
Vorlage S. 505
344
Erkauft von mir die teuerste der Frauen!
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345
Den Harten gib ein mildes Abschiedswort:
Vorlage S. 506
346
Das Hier verlierst du für ein beßres Dort.
Vorlage S. 506
347
LEAR.
Vorlage S. 506
348
Du hast sie, Frankreich: sie sei dein; denn nie
Vorlage S. 506
349
Hatt' ich solch Kind, und nimmer grüße sie
Vorlage S. 506
350
Mein altes Auge mehr! Folg' deinen Wegen
Vorlage S. 506
351
Ohn' unsre Lieb' und Gunst, ohn' unsren Segen!
Vorlage S. 506
352
Kommt, edler Fürst Burgund!
Vorlage S. 506
353
Trompetengetön. Lear, Burgund, Cornwall, Albanien, Gloster und Gefolge gehn ab.
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354
FRANKREICH.
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Historische Darstellung von William Shakespeare
Kontextbild zum Werk. Historische Darstellung von William Shakespeare — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · Martin Droeshout · Public domain Bildquelle ↗
355
Sag deinen Schwestern Lebewohl!
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356
CORDELIA
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357
beiseit.
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358
Des Vaters Edelsteinen! –
Vorlage S. 506
359
Laut.
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360
Nassen Blicks
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361
Verlässt Cordelia euch.
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362
Beiseit.
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363
Ich kenn' euch wohl,
Vorlage S. 506
364
Und nenn' als Schwester eure Fehler nicht
Vorlage S. 506
365
Beim wahren Namen.
Vorlage S. 506
366
Laut.
Vorlage S. 506
367
Liebt denn unsern Vater,
Vorlage S. 506
368
Ich leg' ihn euch ans vielberedte Herz: –
Vorlage S. 506
369
Beiseit.
Vorlage S. 506
370
Doch ach, wär' ich ihm lieb noch wie vor Zeiten,
Vorlage S. 506
371
Wollt' ich ihm einen bessern Platz bereiten.
Vorlage S. 506
372
Laut.
Vorlage S. 506
373
So lebt denn beide wohl!
Vorlage S. 506
374
REGAN.
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375
Lehr' uns nicht unsre Pflichten!
Vorlage S. 506
376
GONERIL.
Vorlage S. 506
377
Dem Gemahl
Vorlage S. 506
378
Such' zu genügen, der als Glücksalmosen
Vorlage S. 506
379
Dich aufnahm! Du verschmähst der Liebe Band,
Vorlage S. 506
380
Mit Recht entzieht sich dir, was du verkannt.
Vorlage S. 506
381
CORDELIA.
Vorlage S. 506
382
Was List verborgen, wird ans Licht gebracht,
Vorlage S. 506
383
Wer Fehler schminkt, wird einst mit Spott verlacht.
Vorlage S. 506
384
Es geh' euch wohl!
Vorlage S. 506
385
FRANKREICH.
Vorlage S. 506
386
Komm, liebliche Cordelia!
Vorlage S. 506
387
Frankreich und Cordelia gehn ab.
Vorlage S. 506
388
GONERIL.
Vorlage S. 506
389
Schwester, ich habe nicht wenig zu sagen, was uns beide sehr nahe angeht. Ich denke, unser Vater will heut abend fort.
Vorlage S. 506
390
REGAN.
Vorlage S. 506
391
Ja, gewiss, und zu dir; nächsten Monat zu uns.
Vorlage S. 506
392
GONERIL.
Vorlage S. 506
393
Du siehst, wie launisch sein Alter ist; was wir darüber beobachten konnten, war bedeutend. Er hat immer unsere Schwester am meisten geliebt, und mit wie armseligem Urteil er sie jetzt verstieß, ist zu auffallend.
Vorlage S. 506
394
REGAN.
Vorlage S. 506
395
's ist die Schwäche seines Alters: doch hat er sich von jeher nur obenhin gekannt.
Vorlage S. 507
396
GONERIL.
Vorlage S. 507
397
Schon in seiner besten und kräftigsten Zeit war er zu hastig: wir müssen also von seinen Jahren nicht nur die Unvollkommenheiten längst eingewurzelter Gewohnheiten erwarten, sondern außerdem noch den störrischen Eigensinn, den gebrechliches und reizbares Alter mit sich bringt.
Vorlage S. 507
398
REGAN.
Vorlage S. 507
399
Solch haltungsloses Auffahren wird uns nun auch bevorstehen, wie diese Verbannung Kents.
Vorlage S. 507
400
GONERIL.
Vorlage S. 507
401
Dergleichen Abschiedskomplimente wird's noch mehr geben, wie zwischen Frankreich und ihm: bitt' Euch, lasst uns zusammenhalten: Behauptet unser Vater sein Ansehn mit solchen Gesinnungen, so wird jene letzte Übertragung seiner Macht uns nur zur Kränkung.
Vorlage S. 507
402
REGAN.
Vorlage S. 507
403
Wir wollen es weiter überlegen.
Vorlage S. 507
404
GONERIL.
Vorlage S. 507
405
Es muss etwas geschehen, und in der ersten Hitze.
Vorlage S. 507
406
Sie gehn ab.
Vorlage S. 507
407
Zweite Szene
Vorlage S. 507
408
Schloß des Grafen Gloster.
Vorlage S. 507
409
Edmund mit einem Briefe.
Vorlage S. 507
410
EDMUND.
Vorlage S. 507
411
Natur, du meine Göttin! Deiner Satzung
Vorlage S. 507
412
Gehorch' ich einzig. Weshalb sollt' ich dulden
Vorlage S. 507
413
Die Plagen der Gewohnheit und gestatten,
Vorlage S. 507
414
Dass mich der Völker Eigensinn enterbt,
Vorlage S. 507
415
Weil ich ein zwölf, ein vierzehn Mond' erschien
Vorlage S. 507
416
Nach einem Bruder? – Was Bastard? Weshalb unecht?
Vorlage S. 507
417
Wenn meiner Glieder Maß so stark gefügt,
Vorlage S. 507
418
Mein Sinn so frei, so adlig meine Züge,
Vorlage S. 507
419
Als einer Eh'gemahlin Frucht? Warum
Vorlage S. 507
420
Mit unecht uns brandmarken? Bastard? Unecht?
Vorlage S. 507
421
Uns, die im heißen Diebstahl der Natur
Vorlage S. 507
422
Mehr Stoff empfahn und kräft'gern Feuergeist,
Vorlage S. 507
423
Als in verdumpftem, trägem, schalem Bett
Vorlage S. 507
424
Verwandt wird auf ein ganzes Heer von Tröpfen,
Vorlage S. 507
425
Halb zwischen Schlaf gezeugt und Wachen? Drum,
Vorlage S. 507
426
Echtbürt'ger Edgar! Mein wird noch dein Land: –
Vorlage S. 508
427
Des Vaters Liebe hat der Bastard Edmund
Vorlage S. 508
428
Wie der Echtbürt'ge. Schönes Wort: echtbürtig!
Vorlage S. 508
429
Wohl, mein Echtbürt'ger, wenn dies Brieflein wirkt
Vorlage S. 508
430
Und mein Erfinden glückt, stürzt den Echtbürt'gen
Vorlage S. 508
431
Der Bastard Edmund. Ich gedeih', ich wachse!
Vorlage S. 508
432
Nun, Götter, schirmt Bastarde! –
Vorlage S. 508
433
Gloster kommt.
Vorlage S. 508
434
GLOSTER.
Vorlage S. 508
435
Kent so verbannt! – Frankreich im Zorn gegangen!
Vorlage S. 508
436
Der König fort zu Nacht! – Der Kron' entsagt! –
Vorlage S. 508
437
Beschränkt auf Unterhalt! – Und alles das
Vorlage S. 508
438
Im Nu! – Edmund! Was gibt's? Was hast du Neues?
Vorlage S. 508
439
EDMUND
Vorlage S. 508
440
steckt den Brief ein.
Vorlage S. 508
441
Verzeih' Euer Gnaden, nichts.
Vorlage S. 508
442
GLOSTER.
Vorlage S. 508
443
Warum steckst du so eilig den Brief ein? –
Vorlage S. 508
444
EDMUND.
Vorlage S. 508
445
Ich weiß nichts Neues, Mylord.
Vorlage S. 508
446
GLOSTER.
Vorlage S. 508
447
Was für ein Blatt lasest du?
Vorlage S. 508
448
EDMUND.
Vorlage S. 508
449
Nichts, Mylord.
Vorlage S. 508
450
GLOSTER.
Vorlage S. 508
451
Nichts? –Wozu denn die erschreckliche Eil' damit in deine Tasche? – Ein eigentliches Nichts bedarf keiner solchen Hast, sich zu verstecken. Lass sehn! Gib! Wenn es Nichts ist, brauche ich keine Brille.
Vorlage S. 508
452
EDMUND.
Vorlage S. 508
453
Ich bitte, Herr, verzeiht; es ist ein Brief meines Bruders, den ich noch nicht ganz durchgesehen, und so weit ich bis jetzt las, finde ich den Inhalt nicht für Eure Durchsicht geeignet.
Vorlage S. 508
454
GLOSTER.
Vorlage S. 508
455
Gib mir den Brief, sag' ich!
Vorlage S. 508
456
EDMUND.
Vorlage S. 508
457
Ich werde Unrecht tun, ich mag ihn geben oder behalten. Der Inhalt, so weit ich ihn verstehe, ist zu tadeln.
Vorlage S. 508
458
GLOSTER.
Vorlage S. 508
459
Lass sehn, lass sehn!
Vorlage S. 508
460
EDMUND.
Vorlage S. 508
461
Ich hoffe zu meines Bruders Rechtfertigung, er schrieb dies nur als Prüfung und Versuchung meinerTugend.
Vorlage S. 508
462
GLOSTER
Vorlage S. 508
463
liest.
Vorlage S. 508
464
»Dieses Herkommen, diese Ehrfurcht vor dem Alter verbittert uns die Welt für unsre besten Jahre; entzieht uns unser Vermögen, bis unsre Hinfälligkeit es nicht mehr genießen kann. Ich fange an, eine alberne, törichte Sklaverei in diesem Druck bejahrter Tyrannei zu finden, die da herrscht, nicht weil sie Macht hat, sondern weil man sie duldet. Komm zu mir, dass ich weiter hierüber rede! Wenn unser Vater schlafen wollte, bis ich ihn weckte, solltest du für immer die Hälfte seiner Einkünfte genießen und der Liebling sein deines Bruders Edgar.« – Hum! – Verschwörung! – »Schlafen wollte, bis ich ihn weckte, – die Hälfte seiner Einkünfte genießen,« – mein Sohn Edgar! Hatte er eine Hand, dies zu schreiben? ein Herz und ein Gehirn, dies auszubrüten? Wann bekamst du dies? Wer brachte dir's?
Vorlage S. 508
465
EDMUND.
Vorlage S. 509
466
Es ward mir nicht gebracht, Mylord, das ist die Feinheit; ich fand's durch das Fenster meines Zimmers geworfen.
Vorlage S. 509
467
GLOSTER.
Vorlage S. 509
468
Du erkennst deines Bruders Handschrift?
Vorlage S. 509
469
EDMUND.
Vorlage S. 509
470
Wäre der Inhalt gut, Mylord, so wollte ich darauf schwören; aber, wenn ich auf diesen sehe, so möchte ich lieber glauben, sie sei es nicht.
Vorlage S. 509
471
GLOSTER.
Vorlage S. 509
472
Es ist seine Hand.
Vorlage S. 509
473
EDMUND.
Vorlage S. 509
474
Sie ist's, Mylord, aber ich hoffe, sein Herz ist dem Inhalte fern.
Vorlage S. 509
475
GLOSTER.
Vorlage S. 509
476
Hat er dich nie zuvor über diesen Punkt ausgeforscht?
Vorlage S. 509
477
EDMUND.
Vorlage S. 509
478
Niemals, Mylord; doch habe ich ihn oft behaupten hören, wenn Söhne in reifen Jahren und die Väter auf der Neige ständen, dann sei von Rechts wegen der Vater des Sohnes Mündel, und der Sohn Verwalter des Vermögens.
Vorlage S. 509
479
GLOSTER.
Vorlage S. 509
480
O Schurke, Schurke! – Völlig der Sinn seines Briefes! – Verruchter Bube! Unnatürlicher, abscheulicher, viehischer Schurke! Schlimmer als viehisch! – Geh gleich, such' ihn auf, ich will ihn festnehmen. – Verworfner Bösewicht! – Wo ist er? –
Vorlage S. 509
481
EDMUND.
Vorlage S. 509
482
Ich weiß es nicht genau, Mylord. Wenn es Euch gefiele, Euren Unwillen gegen meinen Bruder zurückzuhalten, bis Ihr ihm ein beßres Zeugnis seiner Absichten entlocken könnt, so würdet Ihr sichrer gehen; wollt Ihr aber gewaltsam gegen ihn verfahren, und hättet Euch in seiner Absicht geirrt, so würde es Eure Ehre tödlich verwunden und das Herz seines Gehorsams zertrümmern. Ich möchte mein Leben für ihn zum Pfande setzen, dass er dies geschrieben hat, um meine Ergebenheit gegen Euch, Mylord, auf die Probe zu stellen, ohne eine gefährliche Absicht.
Vorlage S. 509
483
GLOSTER.
Vorlage S. 510
484
Meinst du?
Vorlage S. 510
485
EDMUND.
Vorlage S. 510
486
Wenn's Eu'r Gnaden genehm ist, stell' ich Euch an einen Ort, wo Ihr uns darüber reden hören und Euch durch das Zeugnis Eures eignen Ohrs Gewissheit verschaffen sollt; und das ohne Verzug, noch diesen Abend.
Vorlage S. 510
487
GLOSTER.
Vorlage S. 510
488
Er kann nicht solch ein Ungeheuer sein.
Vorlage S. 510
489
EDMUND.
Vorlage S. 510
490
Und ist's gewiss nicht.
Vorlage S. 510
491
GLOSTER.
Vorlage S. 510
492
Gegen seinen Vater, der ihn so ganz, so zärtlich liebt! Himmel und Erde! Edmund, such' ihn auf! – Forsche mir ihn aus, ich bitte dich, führe das Geschäft nach deiner eignen Klugheit: ich könnte nicht Vater sein, wenn ich hierzu die nötige Entschlossenheit besäße.
Vorlage S. 510
493
EDMUND.
Vorlage S. 510
494
Ich will ihn sogleich aufsuchen, Mylord, die Sache fördern, wie ich's vermag, und Euch von allem Nachricht geben.
Vorlage S. 510
495
GLOSTER.
Vorlage S. 510
496
Jene letzten Verfinsterungen an Sonne und Mond weissagen uns nichts Gutes. Mag die Wissenschaft der Natur sie so oder anders auslegen, die Natur empfindet ihre Geißel an den Wirkungen, die ihnen folgen: Liebe erkaltet, Freundschaft fällt ab, Brüder entzweien sich; in Städten Meuterei, auf dem Lande Zwietracht, in Palästen Verrat; das Band zwischen Sohn und Vater zerrissen: dieser mein Bube bestätiget diese Vorzeichen; da ist Sohn gegen Vater. Der König weicht aus dem Gleise der Natur, da ist Vater gegen Kind. Wir haben das Beste unsrer Zeit gesehn: Ränke, Herzlosigkeit, Verrat und alle zerstörenden Umwälzungen folgen uns rastlos bis an unser Grab. Erforsche mir den Buben, Edmund, es soll dein Schade nicht sein; tu's mit allem Eifer! Und der edle, treugeherzte Kent verbannt! Sein Verbrechen, Redlichkeit! – Seltsam, seltsam! – Geht ab.
Vorlage S. 510
497
EDMUND.
Vorlage S. 510
498
Das ist die ausbündige Narrheit dieser Welt, dass, wenn wir an Glück krank sind – oft durch die Übersättigung unsres Wesens –, wir die Schuld unsrer Unfälle auf Sonne, Mond und Sterne schieben, als wenn wir Schurken wären durch Notwendigkeit; Narren durch himmlische Einwirkung; Schelme, Diebe und Verräter durch die Übermacht der Sphären; Trunkenbolde, Lügner und Ehebrecher durch erzwungene Abhängigkeit von planetarischem Einfluss; und alles, worin wir schlecht sind, durch göttlichen Anstoß. Eine herrliche Ausflucht für den Lüderlichen, seine hitzige Natur den Sternen zur Last zu legen! – Mein Vater ward mit meiner Mutter einig unterm Drachenschwanz, und meine Nativität fiel unter ursa major; und so folgt denn, ich müsse rauh und verbuhlt sein. Ei was, ich wäre geworden, was ich bin, wenn auch der jungfräulichste Stern am Firmament auf meine Bastardisierung geblinkt hätte. Edgar, –
Vorlage S. 510
499
Edgar tritt auf.
Vorlage S. 511
500
Und husch ist er da, wie die Katastrophe in der alten Komödie. Mein Stichwort ist »spitzbübische Melancholei« und ein Seufzer wie Thoms aus Bedlam. – Oh, diese Verfinsterungen deuten diesen Zwiespalt! Fa, sol, la, mi –
Vorlage S. 511
501
EDGAR.
Vorlage S. 511
502
Wie geht's, Bruder Edmund? In was für tiefsinnigen Betrachtungen?
Vorlage S. 511
503
EDMUND.
Vorlage S. 511
504
Ich sinne, Bruder, über eine Weissagung, die ich dieserTage las, was auf diese Verfinsterungen folgen werde!
Vorlage S. 511
505
EDGAR.
Vorlage S. 511
506
Gibst du dich mit solchen Dingen ab?
Vorlage S. 511
507
EDMUND.
Vorlage S. 511
508
Ich versichre dich, die Wirkungen, von denen er schreibt, treffen leider ein! – Unnatürlichkeit zwischen Vater und Kind, – Tod, Teuerung, Auflösung alter Freundschaft, Spaltung im Staat, Drohungen und Verwünschungen gegen König und Adel, grundloses Misstrauen, Verbannung von Freunden, Auflösung des Heers, Trennung der Ehen und was noch alles?
Vorlage S. 511
509
EDGAR.
Vorlage S. 511
510
Seit wann gehörst du zur astronomischen Sekte?
Vorlage S. 511
511
EDMUND.
Vorlage S. 511
512
Wann sahst du meinen Vater zuletzt?
Vorlage S. 511
513
EDGAR.
Vorlage S. 511
514
Nun, gestern abend.
Vorlage S. 511
515
EDMUND.
Vorlage S. 511
516
Sprachst du mit ihm?
Vorlage S. 511
517
EDGAR.
Vorlage S. 511
518
Ja, zwei volle Stunden.
Vorlage S. 511
519
EDMUND.
Vorlage S. 511
520
Schiedet ihr in gutem Vernehmen? Bemerktest du kein Missfallen an ihm in Worten oder Mienen? –
Vorlage S. 511
521
EDGAR.
Vorlage S. 511
522
Durchaus nicht.
Vorlage S. 511
523
EDMUND.
Vorlage S. 511
524
Besinne dich, womit du ihn beleidiget haben könntest, und ich bitte dich, meide seine Gegenwart, bis eine kurze Zwischenzeit die Hitze seines Zorns abgekühlt hat, der jetzt so in ihm wütet, dass ihn kaum eine Mißhandlung an deiner Person besänftigen würde.
Vorlage S. 511
525
EDGAR.
Vorlage S. 512
526
Irgendein Schurke hat mich angeschwärzt!
Vorlage S. 512
527
EDMUND.
Vorlage S. 512
528
Das fürcht' ich auch. Ich bitte dich, weiche ihm sorgfältig aus, bis die Heftigkeit seines Ingrimms nachläßt, und, wie gesagt, verbirg dich bei mir in meinem Zimmer, wo ich's einrichten will, dass du den Grafen reden hören sollst. Ich bitte dich, geh, hier ist mein Schlüssel. Wagst du dich hervor, so geh bewaffnet!
Vorlage S. 512
529
EDGAR.
Vorlage S. 512
530
Bewaffnet, Bruder?
Vorlage S. 512
531
EDMUND.
Vorlage S. 512
532
Bruder, ich rate dir dein Bestes: geh bewaffnet: ich will nicht ehrlich sein, wenn man Gutes gegen dich im Schilde führt. Ich habe dir nur schwach angedeutet, was ich sah und hörte; längst noch nicht, wie entsetzlich die Wirklichkeit ist. Bitte dich, fort! –
Vorlage S. 512
533
EDGAR.
Vorlage S. 512
534
Werd' ich bald von dir hören?
Vorlage S. 512
535
EDMUND.
Vorlage S. 512
536
Zähle auf mich in dieser Sache!
Vorlage S. 512
537
Edgar geht ab.
Vorlage S. 512
538
Ein gläub'ger Vater und ein edler Bruder,
Vorlage S. 512
539
So fern von allem Unrecht, dass er nie
Vorlage S. 512
540
Argwohn gekannt, des dumme Ehrlichkeit
Vorlage S. 512
541
Mir leichtes Spiel gewährt! Ich seh' den Ausgang:
Vorlage S. 512
542
Wenn nicht Geburt, schafft List mir Land und Leute;
Vorlage S. 512
543
Und was mir nützt, das acht' ich gute Beute.
Vorlage S. 512
544
Er geht ab.
Vorlage S. 512
545
Dritte Szene
Vorlage S. 512
546
Vor dem Palast des Herzogs von Albanien.
Vorlage S. 512
547
Goneril und der Haushofmeister.
Vorlage S. 512
548
GONERIL.
Vorlage S. 512
549
Schlug mein Vater meinen Diener, weil er seinen
Vorlage S. 512
550
Narren schalt?
Vorlage S. 512
551
HAUSHOFMEISTER.
Vorlage S. 512
552
Ja, gnäd'ge Frau!
Vorlage S. 512
553
GONERIL.
Vorlage S. 512
554
Bei Tag und Nacht! er kränkt mich! – Jede Stunde
Vorlage S. 512
555
Bricht er hervor mit der und jener Unbill,
Vorlage S. 512
556
Die uns verstimmt und stört: ich duld' es nicht.
Vorlage S. 512
557
Die Ritter werden frech, er selber schilt
Vorlage S. 513
558
Um jeden Tand. Wenn er vom Jagen kommt,
Vorlage S. 513
559
Will ich ihn jetzt nicht sehn; sag, ich sei krank.
Vorlage S. 513
560
Wenn Ihr in Eurem Dienst saumsel'ger werdet,
Vorlage S. 513
561
So tut Ihr recht; die Schuld nehm' ich auf mich.
Vorlage S. 513
562
Trompeten.
Vorlage S. 513
563
HAUSHOFMEISTER.
Vorlage S. 513
564
Jetzt kommt er, gnäd'ge Frau, ich hör' ihn schon.
Vorlage S. 513
565
GONERIL.
Vorlage S. 513
566
Zeigt ihm so träge Lässigkeit ihr wollt,
Vorlage S. 513
567
Du und die andern; ich wollt', es käm' zur Sprache.
Vorlage S. 513
568
Wenn's ihm missfällt, so zieh' er hin zur Schwester,
Vorlage S. 513
569
Die darin, weiß ich, einig ist mit mir,
Vorlage S. 513
570
Und sich nicht meistern lässt. Der greise Tor,
Vorlage S. 513
571
Der immer noch die Macht behaupten will,
Vorlage S. 513
572
Die er verschenkt hat! Nun, bei meinem Leben,
Vorlage S. 513
573
Das Alter kehrt zur Kindheit, und es braucht
Vorlage S. 513
574
Der strengen Zucht, wenn Güte ward missbraucht.
Vorlage S. 513
575
Merk' dir, was ich gesagt! –
Vorlage S. 513
576
HAUSHOFMEISTER.
Vorlage S. 513
577
Wohl, gnäd'ge Frau!
Vorlage S. 513
578
GONERIL.
Vorlage S. 513
579
Und seinen Rittern gönnt nur kalte Blicke,
Vorlage S. 513
580
Was draus erwächst, gleichviel; sagt das den andern auch:
Vorlage S. 513
581
Ich nehme wohl Gelegenheit hieraus,
Vorlage S. 513
582
Mich zu erklären. Meiner Schwester schreib' ich gleich,
Vorlage S. 513
583
Dass sie verfährt wie ich. Besorg' das Mahl!
Vorlage S. 513
584
Sie gehn ab.
Vorlage S. 513
585
Vierte Szene
Vorlage S. 513
586
Ebendaselbst.
Vorlage S. 513
587
Kent tritt auf, verkleidet.
Vorlage S. 513
588
KENT.
Vorlage S. 513
589
Kann ich so gut nur fremde Sprache borgen,
Vorlage S. 513
590
Die meine Red' entstellt, so mag vielleicht
Vorlage S. 513
591
Mein guter Will' in vollem Maß erstreben
Vorlage S. 513
592
Das Ziel, um das mein Wesen ich verhüllte. –
Vorlage S. 513
593
Nun, du verbannter Kent,
Vorlage S. 513
594
Kannst du dort dienen, wo man dich verdammt,
Vorlage S. 513
595
(Und geb' es Gott!) soll dein geliebter Herr
Vorlage S. 514
596
Dich unermüdlich finden.
Vorlage S. 514
597
Jagdhörner hinter der Szene; Lear, Ritter und Gefolge treten auf.
Vorlage S. 514
598
LEAR.
Vorlage S. 514
599
Lasst mich keinen Augenblick auf das Essen warten; geht, lasst anrichten!
Vorlage S. 514
600
Einer vom Gefolge geht ab.
Vorlage S. 514
601
Nun, wer bist du?
Vorlage S. 514
602
KENT.
Vorlage S. 514
603
Ein Mann, Herr!
Vorlage S. 514
604
LEAR.
Vorlage S. 514
605
Was ist dein Beruf? Was willst du von uns?
Vorlage S. 514
606
KENT.
Vorlage S. 514
607
Mein Beruf ist, nicht weniger zu sein, als ich scheine; dem treu zu dienen, der's mit mir versuchen will; den zu lieben, der ehrlich ist; mit dem zu verkehren, der Verstand hat und wenig spricht; den guten Leumund zu achten, zu fechten, wenn ich's nicht ändern kann, und keine Fische zu essen.
Vorlage S. 514
608
LEAR.
Vorlage S. 514
609
Wer bist du?
Vorlage S. 514
610
KENT.
Vorlage S. 514
611
Ein recht treuherziger Kerl und so arm als der König.
Vorlage S. 514
612
LEAR.
Vorlage S. 514
613
Wenn du als Untertan so arm bist, wie er als König, dann bist du arm genug. Was willst du?
Vorlage S. 514
614
KENT.
Vorlage S. 514
615
Dienst.
Vorlage S. 514
616
LEAR.
Vorlage S. 514
617
Wem willst du dienen?
Vorlage S. 514
618
KENT.
Vorlage S. 514
619
Euch.
Vorlage S. 514
620
LEAR.
Vorlage S. 514
621
Kennst du mich, Alter? –
Vorlage S. 514
622
KENT.
Vorlage S. 514
623
Nein; aber Ihr habt etwas in Eurem Wesen, das ich gern Herr nennen möchte.
Vorlage S. 514
624
LEAR.
Vorlage S. 514
625
Was ist das?
Vorlage S. 514
626
KENT.
Vorlage S. 514
627
Hoheit.
Vorlage S. 514
628
LEAR.
Vorlage S. 514
629
Was für Dienste kannst du tun?
Vorlage S. 514
630
KENT.
Vorlage S. 514
631
Ich kann ein erlaubtes Geheimnis verschweigen, reiten, laufen, eine hübsche Geschichte langweilig erzählen, und eine deutliche Botschaft schlicht bestellen: wozu ein gewöhnlicher Mensch brauchbar ist, dafür tauge ich, und das Beste an mir ist Fleiß.
Vorlage S. 514
632
LEAR.
Vorlage S. 514
633
Wie alt bist du?
Vorlage S. 514
634
KENT.
Vorlage S. 514
635
Nicht so jung, Herr, ein Mädchen ihres Gesanges wegen zu lieben, noch so alt, um ohne alle Ursache in sie vergafft zu sein; ich habe achtundvierzig Jahre auf dem Rücken.
Vorlage S. 514
636
LEAR.
Vorlage S. 514
637
Folge mir, du sollst mir dienen; wenn du mir nach dem Essen nicht schlechter gefällst, so trennen wir uns nicht so bald. – Das Essen, holla! das Essen! – Wo ist mein Bursch, mein Narr? – Geh' einer und ruf' mir meinen Narren her!
Vorlage S. 515
638
Der Haushofmeister kommt.
Vorlage S. 515
639
Ihr da! – He! – Wo ist meine Tochter?
Vorlage S. 515
640
HAUSHOFMEISTER.
Vorlage S. 515
641
Verzeiht mir – Er geht ab.
Vorlage S. 515
642
LEAR.
Vorlage S. 515
643
Was sagt der Schlingel da? Ruft den Tölpel zurück! Wo ist mein Narr, he? – Ich glaube, die Welt liegt im Schlaf. Nun? Wo bleibt der Lümmel? –
Vorlage S. 515
644
RITTER.
Vorlage S. 515
645
Er sagt, Mylord, Eurer Tochter sei nicht wohl.
Vorlage S. 515
646
LEAR.
Vorlage S. 515
647
Warum kam denn der Flegel nicht zurück, als ich ihn rief?
Vorlage S. 515
648
RITTER.
Vorlage S. 515
649
Herr, er sagte mir sehr rund heraus, er wolle nicht.
Vorlage S. 515
650
LEAR.
Vorlage S. 515
651
Er wolle nicht?
Vorlage S. 515
652
RITTER.
Vorlage S. 515
653
Mylord, ich weiß nicht, was vorgeht; aber nach meiner Ansicht begegnet man Eurer Hoheit nicht mehr mit der ehrerbietigen Aufmerksamkeit, wie man pflegte; es zeigt sich ein großes Abnehmen der Höflichkeit sowohl bei der Dienerschaft als auch beim Herzog und Eurer Tochter selbst.
Vorlage S. 515
654
LEAR.
Vorlage S. 515
655
Ha! Meinst du? –
Vorlage S. 515
656
RITTER.
Vorlage S. 515
657
Ich bitte Euch, verzeiht mir, Mylord, wenn ich mich irre, denn mein Diensteifer kann nicht schweigen, wenn ich Eure Hoheit beleidigt glaube.
Vorlage S. 515
658
LEAR.
Vorlage S. 515
659
Du erinnerst mich nur an meine eigne Wahrnehmung. Ich bemerkte seit kurzem eine sehr kalte Vernachlässigung, doch schob ich's mehr auf meine argwöhnische Gemütsart, als auf einen wirklichen Vorsatz und absichtliche Unfreundlichkeit. – Ich will genauer darauf acht geben. Aber wo ist mein Narr? Ich hab' ihn in zwei Tagen nicht gesehn.
Vorlage S. 515
660
RITTER.
Vorlage S. 515
661
Seit der jungen Fürstin Abreise nach Frankreich, gnädiger Herr, hat sich der Narr ganz abgehärmt.
Vorlage S. 515
662
LEAR.
Vorlage S. 515
663
Still davon; ich hab' es wohl bemerkt. Geht, und sagt meiner Tochter, ich wolle sie sprechen. Und Ihr, ruft meinen Narren!
Vorlage S. 515
664
Der Haushofmeister kommt.
Vorlage S. 515
665
O mein Freund, kommt doch näher! Wer bin ich, Kerl?
Vorlage S. 515
666
HAUSHOFMEISTER.
Vorlage S. 515
667
Myladys Vater.
Vorlage S. 516
668
LEAR.
Vorlage S. 516
669
Myladys Vater? Mylords Schurk'! Du verdammter Hund, du Lump, du Schuft!
Vorlage S. 516
670
HAUSHOFMEISTER.
Vorlage S. 516
671
Ich bin nichts von alle dem, Mylord, ich bitte mir's aus.
Vorlage S. 516
672
LEAR.
Vorlage S. 516
673
Wirfst du mir Blicke zu, du Hundsfott? Er schlägt ihn.
Vorlage S. 516
674
HAUSHOFMEISTER.
Vorlage S. 516
675
Ich lasse mich nicht schlagen, Mylord.
Vorlage S. 516
676
KENT
Vorlage S. 516
677
schlägt ihm ein Bein unter.
Vorlage S. 516
678
Auch kein Bein stellen, du niederträchtiger Fußballspieler?
Vorlage S. 516
679
LEAR.
Vorlage S. 516
680
Ich danke dir, Bursch, du dienst mir, und ich will dich lieben.
Vorlage S. 516
681
KENT.
Vorlage S. 516
682
Kommt, Freund, steht auf, packt Euch! Ich will Euch Unterschied lehren; fort, fort! – Wollt Ihr Eure Flegelslänge noch einmal messen, so bleibt: sonst packt Euch! Fort! Seid Ihr klug? –so! –
Vorlage S. 516
683
Er stößt den Haushofmeister hinaus.
Vorlage S. 516
684
LEAR.
Vorlage S. 516
685
Nun, mein freundlicher Gesell, ich danke dir, hier ist Handgeld auf deinen Dienst. Er gibt Kent Geld.
Vorlage S. 516
686
Der Narr kommt.
Vorlage S. 516
687
NARR.
Vorlage S. 516
688
Lass mich ihn auch dingen; hier ist meine Kappe.
Vorlage S. 516
689
LEAR.
Vorlage S. 516
690
Nun, mein schmuckes Bürschchen? Was machst du?
Vorlage S. 516
691
NARR.
Vorlage S. 516
692
Höre, Freund, du tätst am besten, meine Kappe zu nehmen.
Vorlage S. 516
693
LEAR.
Vorlage S. 516
694
Warum, mein Kind?
Vorlage S. 516
695
NARR.
Vorlage S. 516
696
Warum? Weil du's mit einem hältst, der in Ungnade gefallen ist. Ja, wenn du nicht lächeln kannst, je nachdem der Wind kommt, so wirst du bald einen Schnupfen weghaben. Da, nimm meine Kappe: Sieh, dieser Mensch da hat zwei von seinen Töchtern verbannt und der dritten wider Willen seinen Segen gegeben; wenn du dem folgen willst, musst du notwendig meine Kappe tragen. Nun, wie steht's, Gevatter? Ich wollt', ich hätte zwei Kappen und zwei Töchter! –
Vorlage S. 516
697
LEAR.
Vorlage S. 516
698
Warum, mein Söhnchen?
Vorlage S. 516
699
NARR.
Vorlage S. 516
700
Wenn ich ihnen all meine Habe geschenkt hätte, die Kappen behielt' ich für mich; ich habe meine; bettle du dir eine zweite von deinen Töchtern!
Vorlage S. 516
701
LEAR.
Vorlage S. 516
702
Nimm dich in acht, du! – Die Peitsche! –
Vorlage S. 517
703
NARR.
Vorlage S. 517
704
Wahrheit ist ein Hund, der ins Loch muss und hinausgepeitscht wird, während Madame Schoßhündin am Feuer stehen und stinken darf.
Vorlage S. 517
705
LEAR.
Vorlage S. 517
706
Eine bittre Pille für mich! –
Vorlage S. 517
707
NARR
Vorlage S. 517
Historische Illustration zu König Lear
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „König Lear“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Edwin Austin Abbey · Public domain Bildquelle ↗
708
zu Kent.
Vorlage S. 517
709
Hör', guter Freund, ich will dich einen Reim lehren.
Vorlage S. 517
710
LEAR.
Vorlage S. 517
711
Lass hören!
Vorlage S. 517
712
NARR.
Vorlage S. 517
713
Gib acht, Gevatter!
Vorlage S. 517
714
Halt', was du verheißt,
Vorlage S. 517
715
Verschweig', was du weißt,
Vorlage S. 517
716
Hab' mehr, als du leihst,
Vorlage S. 517
717
Reit' immer zumeist,
Vorlage S. 517
718
Sei wachsam im Geist,
Vorlage S. 517
719
Nicht würfle zu dreist,
Vorlage S. 517
720
Lass Dirnen und Wein
Vorlage S. 517
721
Und Tanz und Schalmei'n,
Vorlage S. 517
722
So findst du den Stein
Vorlage S. 517
723
Der Weisen allein.
Vorlage S. 517
724
LEAR.
Vorlage S. 517
725
Das ist nichts, Narr.
Vorlage S. 517
726
NARR.
Vorlage S. 517
727
Dann ist's gleich dem Wort eines unbezahlten Advokaten; du gabst mir nichts dafür. Kannst du von nichts keinen Gebrauch machen, Gevatter?
Vorlage S. 517
728
LEAR.
Vorlage S. 517
729
Ei nein, Söhnchen, aus nichts wird nichts.
Vorlage S. 517
730
NARR.
Vorlage S. 517
731
Bitt' dich, sag ihm doch, gerade so viel trage ihm die Rente seines Landes; er wird's einem Narren nicht glauben.
Vorlage S. 517
732
LEAR.
Vorlage S. 517
733
Ein bittrer Narr!
Vorlage S. 517
734
NARR.
Vorlage S. 517
735
Weißt du den Unterschied, mein Junge, zwischen einem bittren Narren und einem süßen Narren?
Vorlage S. 517
736
LEAR.
Vorlage S. 517
737
Nein, Bursch, lehr' ihn mich!
Vorlage S. 517
738
NARR.
Vorlage S. 517
739
Der dir's geraten, Lear,
Vorlage S. 517
740
Dein Land zu geben hin,
Vorlage S. 517
741
Den stell' hierher zu mir,
Vorlage S. 517
742
Oder stehe du für ihn:
Vorlage S. 517
743
Der süß' und bittre Narr
Vorlage S. 517
744
Zeigt sich dir nun sofort,
Vorlage S. 517
745
Der ein' im scheck'gen Wams,
Vorlage S. 517
746
Den andern siehst du dort.
Vorlage S. 517
747
LEAR.
Vorlage S. 517
748
Nennst du mich Narr, Junge?
Vorlage S. 518
749
NARR.
Vorlage S. 518
750
Alle deine andern Titel hast du weggeschenkt, mit diesem bist du geboren.
Vorlage S. 518
751
KENT.
Vorlage S. 518
752
Darin ist er nicht so ganz Narr, Mylord.
Vorlage S. 518
753
NARR.
Vorlage S. 518
754
Nein, mein' Seel', Lords und andere große Herren würden's mir auch nicht ganz lassen; hätt' ich ein Monopol darauf, sie müssten ihr Teil daran haben, und die Damen ebenso, die würden mir auch den Narren nicht allein lassen; sie würden was abhaben wollen. Gib mir ein Ei, Gevatter, ich will dir zwei Kronen geben.
Vorlage S. 518
755
LEAR.
Vorlage S. 518
756
Was für zwei Kronen werden das sein?
Vorlage S. 518
757
NARR.
Vorlage S. 518
758
Nun, nachdem ich das Ei durchgeschnitten und das Inwendige herausgegessen habe, die beiden Kronen des Eis. Als du deine Krone mitten durchspaltetest und beide Hälften weggabst, da trugst du deinen Esel auf dem Rücken durch den Dreck; du hattest wenig Witz in deiner kahlen Krone, als du deine goldne wegschenktest. Wenn ich diesmal in meiner eignen Manier rede, so lass den peitschen, der's zuerst so findet.
Vorlage S. 518
759
Singt.
Vorlage S. 518
760
Nie machten Narr'n so wenig Glück,
Vorlage S. 518
761
Denn Weise wurden täppisch;
Vorlage S. 518
762
Ihr bisschen Scharfsinn ging zurück,
Vorlage S. 518
763
Und all ihr Tun ward läppisch.
Vorlage S. 518
764
LEAR.
Vorlage S. 518
765
Seit wann bist du so reich an Liedern, he? –
Vorlage S. 518
766
NARR.
Vorlage S. 518
767
Das ward ich, Gevatter, seit du deine Töchter zu deinen Müttern machtest; denn als du ihnen die Rute gabst und dir selbst deine Hosen herunterzogst,
Vorlage S. 518
768
Da weinten sie aus freud'gem Schreck,
Vorlage S. 518
769
Ich sang aus bitterm Gram,
Vorlage S. 518
770
Dass solch ein König spielt' Versteck
Vorlage S. 518
771
Und zu den Narren kam.
Vorlage S. 518
772
Bitt' dich, Gevatter, nimm einen Schulmeister an, der deinen Narren lügen lehre: ich möchte gern lügen lernen.
Vorlage S. 518
773
LEAR.
Vorlage S. 518
774
Wenn du lügst, Bursch, so werden wir dich peitschen lassen.
Vorlage S. 518
775
NARR.
Vorlage S. 518
776
Mich wundert, wie du mit deinen Töchtern verwandt sein magst: sie wollen mich peitschen lassen, wenn ich die Wahrheit sage; du willst mich peitschen lassen, wenn ich lüge, und zuweilen werde ich gepeitscht, weil ich's Maul halte. Lieber wollt' ich alles in der Welt sein, als ein Narr: und doch möchte ich nicht du sein, Gevatter. Du hast deinen Witz von beiden Seiten abgestutzt und nichts in der Mitte gelassen. Da kommt so ein Abgestutztes.
Vorlage S. 518
777
Es tritt Goneril auf.
Vorlage S. 519
778
LEAR.
Vorlage S. 519
779
Nun, Tochter? Wieder deine Stirn umwölkt? –
Vorlage S. 519
780
Mir deucht, sie ward die letzte Zeit zu finster!
Vorlage S. 519
781
NARR.
Vorlage S. 519
782
Du warst ein hübscher Gesell, als du noch nicht nötig hattest, auf ihre Runzeln zu achten; nun bist du eine Null ohne Ziffern: ich bin jetzt mehr als du: ich bin ein Narr, du bist nichts. – Ja doch, ich will ja schweigen; das befiehlt mir Euer Gesicht, obgleich Ihr nichts sagt.
Vorlage S. 519
783
Mum, mum,
Vorlage S. 519
784
Wer nicht Kruste hat noch Krum,
Vorlage S. 519
785
Was er auch bittet, er gilt für stumm.
Vorlage S. 519
786
Er zeigt auf Lear.
Vorlage S. 519
787
Das ist so 'ne leere Erbsenschote! –
Vorlage S. 519
788
GONERIL.
Vorlage S. 519
789
Nicht dieser freche Narr allein, Mylord,
Vorlage S. 519
790
Auch mancher Eurer zügellosen Ritter
Vorlage S. 519
791
Sucht stündlich Zank und Unfug, schwelgt und rauft
Vorlage S. 519
792
In unerträglich läst'ger Wildheit. Herr,
Vorlage S. 519
793
Ich glaubte, wenn ich dies Euch angezeigt,
Vorlage S. 519
794
Ihr würdet's ändern; doch befürcht' ich nun
Vorlage S. 519
795
Nach dem, was Ihr seit kurzem spracht und tatet,
Vorlage S. 519
796
Ihr schützt dies Treiben selbst und reizt dazu
Vorlage S. 519
797
Durch Euern Beifall: steht es so, dann fehlt
Vorlage S. 519
798
Die Rüge nicht, noch schläft die scharfe Zucht,
Vorlage S. 519
799
Die, zwar nur strebend nach wohltät'gem Frieden,
Vorlage S. 519
800
Vielleicht in ihrem Lauf Euch Kränkung bringt,
Vorlage S. 519
801
Was Schmach uns wäre sonst; doch weise Vorsicht,
Vorlage S. 519
802
Wenn es die Not gebeut.
Vorlage S. 519
803
NARR.
Vorlage S. 519
804
Denn du weißt, Gevatter,
Vorlage S. 519
805
Grasmücke so lange den Kuckuck speist,
Vorlage S. 519
806
Bis sein Junges ihr endlich den Kopf abreißt.
Vorlage S. 519
807
Und da ging das Licht aus, und wir saßen im Dunkeln.
Vorlage S. 519
808
LEAR.
Vorlage S. 519
809
Bist du meine Tochter?
Vorlage S. 520
810
GONERIL.
Vorlage S. 520
811
Hört mich:
Vorlage S. 520
812
Ich wollt', Ihr brauchtet den gesunden Sinn,
Vorlage S. 520
813
Der sonst, ich weiß, Euch ziert; und legtet ab
Vorlage S. 520
814
Die Launen, die seit kurzem Euch verkehrt
Vorlage S. 520
815
Zu einer Sinnsart, die Euch unnatürlich.
Vorlage S. 520
816
NARR.
Vorlage S. 520
817
Kann's nicht ein Esel merken, wenn der Karrn das
Vorlage S. 520
818
Pferd zieht? – Heißa, Hans, ich liebe dich.
Vorlage S. 520
819
LEAR.
Vorlage S. 520
820
Kennt mich hier jemand? – Nein, das ist nicht Lear! –
Vorlage S. 520
821
Geht Lear so? Spricht so? Wo sind seine Augen?
Vorlage S. 520
822
Sein Kopf muss schwach sein, oder seine Denkkraft
Vorlage S. 520
823
Im Todesschlaf. Ha, bin ich wach? – Es ist nicht so.
Vorlage S. 520
824
Wer kann mir sagen, wer ich bin?
Vorlage S. 520
825
NARR.
Vorlage S. 520
826
Lears Schatten.
Vorlage S. 520
827
LEAR.
Vorlage S. 520
828
Ich wüßt' es gern; denn nach den Zeichen
Vorlage S. 520
829
Des Königtums, der Einsicht und Vernunft
Vorlage S. 520
830
War's Täuschung, wenn ich glaubt', ich hätte Töchter.
Vorlage S. 520
831
NARR.
Vorlage S. 520
832
Die dich zum gehorsamen Vater machen werden.
Vorlage S. 520
833
LEAR.
Vorlage S. 520
834
Euer Name, schöne Frau? –
Vorlage S. 520
835
GONERIL.
Vorlage S. 520
836
O geht, Mylord! –
Vorlage S. 520
837
Dieses Erstaunen schmeckt zu sehr nach andern
Vorlage S. 520
838
Von Euern neuen Grillen. Ich ersuch' Euch,
Vorlage S. 520
839
Nicht meine wahre Absicht mißzudeuten.
Vorlage S. 520
840
So alt und würdig, seid verständig auch;
Vorlage S. 520
841
Ihr haltet hundert Ritter hier und Knappen,
Vorlage S. 520
842
So wildes Volk, so schwelgerisch und frech,
Vorlage S. 520
843
Dass unser Hof, befleckt durch ihre Sitten,
Vorlage S. 520
844
Gemeiner Schenke gleicht. Unzucht und Lust
Vorlage S. 520
845
Stempelt ihn mehr zum Weinhaus und Bordell,
Vorlage S. 520
846
Als fürstlichen Palast. Scham selber heischt
Vorlage S. 520
847
Abhülfe schleunig: Seid deshalb ersucht
Vorlage S. 520
848
Von der, die sonst sich nimmt, um was sie bat,
Vorlage S. 520
849
Ein wenig zu vermindern Euern Schwarm:
Vorlage S. 520
850
Und wählt den Rest, der Euerm Dienst verbleibt,
Vorlage S. 520
851
Aus Männern, wohlanständig Euerm Alter,
Vorlage S. 520
852
Die sich und Euch erkennen!
Vorlage S. 520
853
LEAR.
Vorlage S. 520
854
Höll' und Teufel! –
Vorlage S. 520
855
Sattelt die Pferde, ruft all mein Gefolg';
Vorlage S. 520
856
Entarteter Bastard, ich will dich nicht
Vorlage S. 521
857
Belästigen; noch bleibt mir eine Tochter.
Vorlage S. 521
858
GONERIL.
Vorlage S. 521
859
Ihr schlagt mein Dienstvolk, und Eu'r frecher Troß
Vorlage S. 521
860
Macht beßre sich zu Knechten.
Vorlage S. 521
861
Albanien tritt auf.
Vorlage S. 521
862
LEAR.
Vorlage S. 521
863
Weh, wer zu spät bereut! O Herr, seid Ihr's?
Vorlage S. 521
864
Ist das Eu'r Wille? Sprecht! – Bringt meine Pferde!
Vorlage S. 521
865
Undankbarkeit, du marmorherz'ger Teufel,
Vorlage S. 521
866
Abscheulicher, wenn du dich zeigst im Kinde
Vorlage S. 521
867
Als Meeresungeheuer! –
Vorlage S. 521
868
ALBANIEN.
Vorlage S. 521
869
Fasst Euch, Mylord!
Vorlage S. 521
870
LEAR.
Vorlage S. 521
871
Verruchter Gei'r, du lügst! –
Vorlage S. 521
872
Mein Volk sind ausgewählt' und wackre Männer,
Vorlage S. 521
873
Höchst kundig aller Pflichten ihres Dienstes,
Vorlage S. 521
874
Und die mit strenger Achtsamkeit genau
Vorlage S. 521
875
Auf ihre Ehre halten. O du kleiner Fehl,
Vorlage S. 521
876
Wie schienst du an Cordelien mir so greulich,
Vorlage S. 521
877
Dass du, wie folternd, mein Naturgefühl
Vorlage S. 521
878
Verrenkt, dem Herzen alle Lieb' entrissest,
Vorlage S. 521
879
In Galle sie zu wandeln! O Lear, Lear, Lear!
Vorlage S. 521
880
Schlägt sich an die Stirn.
Vorlage S. 521
881
Schlag' an dies Tor, das deinen Blödsinn einließ,
Vorlage S. 521
882
Hinaus die Urteilskraft! Geht, gute Leute! –
Vorlage S. 521
883
ALBANIEN.
Vorlage S. 521
884
Herr, ich bin schuldlos, ja ich ahnde nicht,
Vorlage S. 521
885
Was Euch bewegt.
Vorlage S. 521
886
LEAR.
Vorlage S. 521
887
Es kann wohl sein, Mylord. –
Vorlage S. 521
888
Hör' mich, Natur, hör', teure Göttin, hör' mich!
Vorlage S. 521
889
Hemm' deinen Vorsatz, wenn's dein Wille war,
Vorlage S. 521
890
Ein Kind zu schenken dieser Kreatur! –
Vorlage S. 521
891
Unfruchtbarkeit sei ihres Leibes Fluch! –
Vorlage S. 521
892
Vertrockn' ihr die Organe der Vermehrung:
Vorlage S. 521
893
Aus ihrem entarteten Blut erwachse nie
Vorlage S. 521
894
Ein Säugling, sie zu ehren! Muss sie kreißen,
Vorlage S. 521
895
So schaff' ihr Kind aus Zorn, auf dass es lebe
Vorlage S. 521
896
Als widrig quälend Missgeschick für sie! –
Vorlage S. 521
897
Es grab' ihr Runzeln in die junge Stirn,
Vorlage S. 521
898
Mit unversiegten Tränen ätz' es Furchen
Vorlage S. 522
899
In ihre Wangen: alle Muttersorg' und Wohltat
Vorlage S. 522
900
Erwidr' es ihr mit Spott und Hohngelächter;
Vorlage S. 522
901
Dass sie empfinde, wie es schärfer nage,
Vorlage S. 522
902
Als Schlangenzahn, ein undankbares Kind
Vorlage S. 522
903
Zu haben! – Fort, hinweg! –
Vorlage S. 522
904
Er geht ab.
Vorlage S. 522
905
ALBANIEN.
Vorlage S. 522
906
Nun, ew'ge Götter, was bedeutet dies?
Vorlage S. 522
907
GONERIL.
Vorlage S. 522
908
Nicht kümmert Euch, die Ursach' zu erfahren;
Vorlage S. 522
909
Lasst seiner wilden Laune nur das Ziel,
Vorlage S. 522
910
Das Torheit ihr gesteckt! –
Vorlage S. 522
911
Lear kommt zurück.
Vorlage S. 522
912
LEAR.
Vorlage S. 522
913
Was? Funfzig meiner Leut' auf einen Schlag? –
Vorlage S. 522
914
In vierzehn Tagen? –
Vorlage S. 522
915
ALBANIEN.
Vorlage S. 522
916
Gnäd'ger Herr, was ist's?
Vorlage S. 522
917
LEAR.
Vorlage S. 522
918
Ja, hör' mich: – Höll' und Tod! Ich bin beschämt,
Vorlage S. 522
919
Dass du so meine Mannheit kannst erschüttern:
Vorlage S. 522
920
Dass heiße Tränen, die mir wider Willen
Vorlage S. 522
921
Entstürzen, dir geweint sein müssen. Pest
Vorlage S. 522
922
Und Giftqualm über dich! –
Vorlage S. 522
923
Des Vaterfluchs grimmtödliche Verwundung
Vorlage S. 522
924
Durchbohre jeden Nerven deines Wesens! –
Vorlage S. 522
925
Ihr alten kind'schen Augen, weint noch einmal
Vorlage S. 522
926
Um dies Beginnen, so reiß' ich euch aus
Vorlage S. 522
927
Und werf' euch mit den Tränen hin, die ihr vergießt,
Vorlage S. 522
928
Den Staub zu löschen. Ha, so mag's denn sein! –
Vorlage S. 522
929
Ich hab' noch eine Tochter,
Vorlage S. 522
930
Die ganz gewiss mir freundlich ist und liebreich.
Vorlage S. 522
931
Wenn sie dies von dir hört, mit ihren Nägeln
Vorlage S. 522
932
Zerfleischt sie dir dein Wolfsgesicht. Dann find'st du
Vorlage S. 522
933
Mich in der Bildung wieder, die du denkst,
Vorlage S. 522
934
Ich habe sie auf immer abgeworfen;
Vorlage S. 522
935
Du sollst, das schwör' ich dir!
Vorlage S. 522
936
Lear, Kent und Gefolge gehn ab.
Vorlage S. 522
937
GONERIL.
Vorlage S. 522
938
Habt Ihr's gehört, Mylord?
Vorlage S. 522
939
ALBANIEN.
Vorlage S. 522
940
Bei meiner großen Liebe, Goneril,
Vorlage S. 522
941
Kann ich nicht so parteiisch sein. –
Vorlage S. 522
942
GONERIL.
Vorlage S. 522
943
Ich bitt' Euch, lasst das gut sein! – Oswald, he! –
Vorlage S. 523
944
Zum Narren.
Vorlage S. 523
945
Ihr da, mehr Schurk' als Narr, folgt Eurem Herrn!
Vorlage S. 523
946
NARR.
Vorlage S. 523
947
Gevatter Lear, Gevatter Lear, wart' und nimm den Narren mit dir!
Vorlage S. 523
948
Ein Fuchs, den man gefangen,
Vorlage S. 523
949
Und solche Rangen,
Vorlage S. 523
950
Die müssten am Baum mir hangen,
Vorlage S. 523
951
Könnt' ich 'nen Strick erlangen:
Vorlage S. 523
952
Der Narr kommt nachgegangen.
Vorlage S. 523
953
Geht ab.
Vorlage S. 523
954
GONERIL.
Vorlage S. 523
955
Der Mann war gut beraten. – Hundert Ritter!
Vorlage S. 523
956
Politisch wär's und sicher, hundert Ritter
Vorlage S. 523
957
Zur Hand ihm lassen: dass bei jedem Traum,
Vorlage S. 523
958
Bei jeder Grill' und Laune, Klag' und Unlust,
Vorlage S. 523
959
Er seine Torheit stützt' auf ihre Macht,
Vorlage S. 523
960
Und unser Leben hing' an seinem Wink.
Vorlage S. 523
961
He, Oswald! he!
Vorlage S. 523
962
ALBANIEN.
Vorlage S. 523
963
Du fürchtest wohl zu sehr. –
Vorlage S. 523
964
GONERIL.
Vorlage S. 523
965
Besser, als traut' ich ihm zu sehr.
Vorlage S. 523
966
Lass mich die Kränkung hemmen, die ich fürchte,
Vorlage S. 523
967
Nicht eigne Hemmung fürchten: Ja, ich kenn' ihn;
Vorlage S. 523
968
Was er geäußert, schrieb ich meiner Schwester.
Vorlage S. 523
969
Nimmt sie ihn auf mit seinen hundert Rittern,
Vorlage S. 523
970
Da ich den Nachteil ihr gezeigt, –Nun, Oswald,
Vorlage S. 523
971
Der Haushofmeister kommt.
Vorlage S. 523
972
Hast du an meine Schwester dies geschrieben?
Vorlage S. 523
973
HAUSHOFMEISTER.
Vorlage S. 523
974
Ja, gnäd'ge Frau!
Vorlage S. 523
975
GONERIL.
Vorlage S. 523
976
Nimm dir Begleitung mit und schnell zu Pferd:
Vorlage S. 523
977
Belehre sie, was ich besonders fürchte,
Vorlage S. 523
978
Und füge selbst ihr solchen Grund hinzu,
Vorlage S. 523
979
Der dies noch mehr verstärkt! Nun, mach' dich auf, –
Vorlage S. 523
980
Und kehre bald zurück!
Vorlage S. 523
981
Der Haushofmeister geht ab.
Vorlage S. 523
982
Nein, nein, Mylord,
Vorlage S. 523
983
Dies Eu'r milchsanftes, allzugüt'ges Wesen,
Vorlage S. 523
984
Ich will's nicht schelten; doch Euch trifft, verzeiht,
Vorlage S. 524
985
Mehr Tadel, wegen Mangel an Verstand,
Vorlage S. 524
986
Als Lob für tör'ge Sanftmut.
Vorlage S. 524
987
ALBANIEN.
Vorlage S. 524
988
Ob du das Rechte triffst, entscheid' ich nimmer:
Vorlage S. 524
989
Wer bessern will, macht oft das Gute schlimmer. –
Vorlage S. 524
990
GONERIL.
Vorlage S. 524
991
Nun also –
Vorlage S. 524
992
ALBANIEN.
Vorlage S. 524
993
Gut, gut, – der Ausgang. –
Vorlage S. 524
994
Sie gehn ab.
Vorlage S. 524
995
Fünfte Szene
Vorlage S. 524
996
Ebendaselbst.
Vorlage S. 524
997
Es treten auf Lear, Kent und der Narr.
Vorlage S. 524
998
LEAR.
Vorlage S. 524
999
Geh du voraus nach Gloster mit diesem Brief; sag meiner Tochter von dem, was du weißt, nicht mehr, als was sie nach dem Brief von dir erfragen wird. Wenn du nicht sehr eilst, werd' ich noch vor dir dort sein.
Vorlage S. 524
1000
KENT.
Vorlage S. 524
1001
Ich will nicht schlafen, Mylord, bis ich Euern Brief bestellt habe. Geht ab.
Vorlage S. 524
1002
NARR.
Vorlage S. 524
1003
Wenn einem das Hirn in den Beinen säße, wär's da nicht in Gefahr, Schwielen zu bekommen? –
Vorlage S. 524
1004
LEAR.
Vorlage S. 524
1005
Ja, Bursch.
Vorlage S. 524
1006
NARR.
Vorlage S. 524
1007
Dann bitt' ich dich, sei lustig, dein Verstand wird nie auf Schlappschuhen gehen dürfen.
Vorlage S. 524
1008
LEAR.
Vorlage S. 524
1009
Ha, ha, ha!
Vorlage S. 524
1010
NARR.
Vorlage S. 524
1011
Gib acht, deine andre Tochter wird dir artig begegnen; denn obgleich sie dieser so ähnlich sieht, wie der Holzapfel dem Apfel, so weiß ich doch, was ich weiß.
Vorlage S. 524
1012
LEAR.
Vorlage S. 524
1013
Nun, was weißt du denn, mein Junge?
Vorlage S. 524
1014
NARR.
Vorlage S. 524
1015
Sie wird ihr an Geschmack so gleich sein, als ein Holzapfel einem Holzapfel. Das weißt du, warum einem die Nase mitten im Gesicht steht?
Vorlage S. 524
1016
LEAR.
Vorlage S. 524
1017
Nein.
Vorlage S. 524
1018
NARR.
Vorlage S. 524
1019
Ei, um die beiden Augen nach beiden Seiten der Nase hin zu gebrauchen, damit man in das, was man nicht heraus riechen kann, ein Einsehen habe.
Vorlage S. 524
1020
LEAR.
Vorlage S. 524
1021
Ich tat ihr Unrecht.
Vorlage S. 524
1022
NARR.
Vorlage S. 524
1023
Kannst du mir sagen, wie die Auster ihre Schale macht?
Vorlage S. 525
1024
LEAR.
Vorlage S. 525
1025
Nein.
Vorlage S. 525
1026
NARR.
Vorlage S. 525
1027
Ich auch nicht; aber ich weiß, warum die Schnecke ein Haus hat.
Vorlage S. 525
1028
LEAR.
Vorlage S. 525
1029
Warum?
Vorlage S. 525
1030
NARR.
Vorlage S. 525
1031
Nun, um ihren Kopf hineinzustecken, nicht um's an ihre Töchter zu verschenken und ihre Hörner ohne Futteral zu lassen.
Vorlage S. 525
1032
LEAR.
Vorlage S. 525
1033
Ich will meine Natur vergessen. Solch güt'ger Vater! Sind meine Pferde bereit?
Vorlage S. 525
1034
NARR.
Vorlage S. 525
1035
Deine Esel sind nach ihnen gegangen. Der Grund, warum die sieben Sterne nicht mehr sind als sieben, ist ein hübscher Grund.
Vorlage S. 525
1036
LEAR.
Vorlage S. 525
1037
Weil's nicht acht sind.
Vorlage S. 525
1038
NARR.
Vorlage S. 525
1039
Ja, wahrhaftig, du würdest einen guten Narren abgeben.
Vorlage S. 525
1040
LEAR.
Vorlage S. 525
1041
Mit Gewalt muss ich's wiedernehmen. Scheusal, Undankbarkeit! –
Vorlage S. 525
1042
NARR.
Vorlage S. 525
1043
Wenn du mein Narr wärst, Gevatter, so bekämst du Schläge, weil du vor der Zeit alt geworden bist.
Vorlage S. 525
1044
LEAR.
Vorlage S. 525
1045
Was soll's?
Vorlage S. 525
1046
NARR.
Vorlage S. 525
1047
Du hätt'st nicht alt werden sollen, eh' du klug geworden wärst.
Vorlage S. 525
1048
LEAR.
Vorlage S. 525
1049
O schützt vor Wahnsinn mich, vor Wahnsinn, Götter! Schenkt Fassung mir: ungern wär' ich wahnsinnig!
Vorlage S. 525
1050
Ein Ritter kommt.
Vorlage S. 525
1051
Nun, sind die Pferde bereit?
Vorlage S. 525
1052
RITTER.
Vorlage S. 525
1053
Bereit, Mylord!
Vorlage S. 525
1054
LEAR.
Vorlage S. 525
1055
Komm, Junge!
Vorlage S. 525
1056
NARR.
Vorlage S. 525
1057
Die jetzt noch Jungfer ist und spottet mein und stichelt,
Vorlage S. 525
1058
Die bleibt's nicht lange, wird nicht alles weggesichelt.
Vorlage S. 525
1059
Sie gehn ab.
Vorlage S. 525

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Nur bleibt sie noch zurück: denn ich erkläre Mich als die Feindin …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Meinst du, dass Pflicht zu reden scheut, weil Macht«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt verweist mit einer Zeitangabe ausdrücklich auf eine frühere Zeit? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗

5. Was bedeutet »weiland« in diesem Ausschnitt? »Der rohe Scythe, Ja, der die eignen Kinder macht zum Fraß, Zu sätt'gen seine Gier, soll meinem Herzen So nah stehn, gleichen Trost und Mitleid finden, Als du, mein weiland Kind.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Was sagt unsre zweite Tochter, Die teure Regan, Cornwalls Gattin?« B: »Mich wundert, wie du mit deinen Töchtern verwandt sein magst: sie wollen mich peitschen lassen, wenn ich die Wahrheit sage; du willst mich peitschen lassen, wenn ich lüge, und zuweilen werde ich gepeitscht, weil ich's Maul halte.« C: »Ich werde Unrecht tun, ich mag ihn geben oder behalten.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Nun, mein freundlicher Gesell, ich danke …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Mich wundert, wie du mit deinen Töchtern verwandt sein magst: sie wollen mich peitschen lassen, wenn ich die Wahrheit sage; du willst mich peitschen lassen, wenn ich lüge, und zuweilen werde ich gepeitscht, weil ich's Maul halte.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Zur Hand ihm lassen: …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »ward, so war doch seine Mutter schön, es ging lustig her bei«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »ward, so war doch seine Mutter schön, es ging lustig her bei« und »Die Launen, die seit kurzem Euch«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Wer Fehler schminkt, wird einst mit Spott verlacht.«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Ich dachte, der König sei dem Herzog von Albanien gewogener, als dem von Cornwall.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Edmund, such' ihn auf! – Forsche mir ihn aus, ich bitte dich, führe das Geschäft nach deiner eignen Klugheit: ich könnte nicht Vater sein, wenn ich hierzu die nötige Entschlossenheit besäße.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Die bleibt's nicht lange, wird nicht alles weggesichelt.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autor und namentlich belegte Übersetzung sind nach den geprüften Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE bereit.

König Lear

William Shakespeare: Sämtliche Werke in vier Bänden. Band 4, Herausgegeben von Anselm Schlösser. Berlin: Aufbau, 1975. Shakespeare, William 498- Berlin

Das Werk König Lear von Shakespeare, William ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Englisch

Englischer Originaltext in der digitalen Project-Gutenberg-Ausgabe. Die Vorlage nennt keine historische Druckausgabe. Unterschiedliche Bühnenfassungen, Szenenteilungen und historische Übersetzungen können voneinander abweichen. Keine Behauptung einer Erstfassung oder zeilengetreuen Entsprechung. Wortlaut, Rechtschreibung und Interpunktion dieser Quelle bleiben erhalten; nur HTML-Layout wird in Lesetext übertragen.

William Shakespeare: King Lear. Project Gutenberg eBook 1532. Originalsprache Englisch; digitale Quelle unverändert archiviert.

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Originaltext und Ausgabe ↗ · Project Gutenberg · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.