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Buch - Julius Cäsar - Shakespeare, William

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Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Julius Cäsar

Shakespeare, William

Julius Cäsar von Shakespeare, William. Volltext der angegebenen historischen deutschen Übersetzung.

DramaKlasse 9–10 · 11–136 Abschnitte
Historische Illustration zu Julius Cäsar
Historische Illustration zu „Julius Cäsar“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · William Blake · Public domain Bildquelle ↗

Deutsche Übersetzung: August Wilhelm Schlegel

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 2 von 6

Erster Aufzug

1
Erste Szene
Vorlage S. 182
2
Rom. Eine Straße.
Vorlage S. 182
3
Flavius, Marullus und ein Haufe von Bürgern.
Vorlage S. 182
4
FLAVIUS.
Vorlage S. 182
5
Packt euch nach Haus, ihr Tagediebe! Fort!
Vorlage S. 182
6
Ist dies ein Feiertag? Was? Wisst ihr nicht,
Vorlage S. 182
7
Dass ihr als Handwerksleut' an Werkeltagen
Vorlage S. 182
8
Nicht ohn' ein Zeichen der Hantierung dürft
Vorlage S. 182
9
Umhergehn? – Welch Gewerbe treibst du? Sprich!
Vorlage S. 182
10
ERSTER BÜRGER.
Vorlage S. 182
11
Nun, Herr, ich bin ein Zimmermann.
Vorlage S. 182
12
MARULLUS.
Vorlage S. 182
13
Wo ist dein ledern Schurzfell und dein Maß?
Vorlage S. 182
14
Was machst du hier in deinen Sonntagskleidern? –
Vorlage S. 182
15
Ihr, Freund, was treibt Ihr?
Vorlage S. 182
16
ZWEITER BÜRGER.
Vorlage S. 182
17
Die Wahrheit zu gestehn, Herr, gegen einen feinen Arbeiter gehalten, mache ich nur, so zu sagen, Flickwerk.
Vorlage S. 182
18
MARULLUS.
Vorlage S. 182
19
Doch welch Gewerb'? Antworte grade zu!
Vorlage S. 182
20
ZWEITER BÜRGER.
Vorlage S. 182
21
Ein Gewerbe, Herr, das ich mit gutem Gewissen treiben kann, wie ich hoffe. Es besteht darin, einen schlechten Wandel zu verbessern.
Vorlage S. 182
22
MARULLUS.
Vorlage S. 182
23
Welch ein Gewerb', du Schuft? welch ein Gewerb'?
Vorlage S. 182
24
ZWEITER BÜRGER.
Vorlage S. 182
25
Nein, ich bitte Euch, Herr, lasst Euch die Geduld nicht reißen! Wenn aber ja was reißt, so gebt Euch nur in meine Hand!
Vorlage S. 182
26
MARULLUS.
Vorlage S. 182
27
Was meinst du damit? Mich in deine Hand geben, du naseweiser Bursch?
Vorlage S. 182
28
ZWEITER BÜRGER.
Vorlage S. 182
29
Nun ja, Herr, damit ich Euch flicken kann.
Vorlage S. 182
30
FLAVIUS.
Vorlage S. 182
31
Du bist ein Schuhflicker, nicht wahr?
Vorlage S. 182
32
ZWEITER BÜRGER.
Vorlage S. 182
33
Im Ernst, Herr, ich bin ein Wundarzt für alte Schuhe: wenn's gefährlich mit ihnen steht, so mache ich sie wieder heil. So hübsche Leute, als jemals auf Rindsleder getreten, sind auf meiner Hände Werkeinhergegangen.
Vorlage S. 182
34
FLAVIUS.
Vorlage S. 183
35
Doch warum bist du in der Werkstatt nicht?
Vorlage S. 183
36
Was führst du diese Leute durch die Gassen?
Vorlage S. 183
37
ZWEITER BÜRGER.
Vorlage S. 183
38
Meiner Treu, Herr, um ihre Schuhe abzunutzen, damit ich wieder Arbeit kriege. Doch im Ernst, Herr, wir machen Feiertag, um den Cäsar zu sehen und uns über seinen Triumph zu freuen.
Vorlage S. 183
39
MARULLUS.
Vorlage S. 183
40
Warum euch freun? Was hat er wohl erobert?
Vorlage S. 183
41
Was für Besiegte führt er heim nach Rom
Vorlage S. 183
42
Und fesselt sie zur Zier an seinen Wagen?
Vorlage S. 183
43
Ihr Blöck'! ihr Steine! schlimmer als gefühllos!
Vorlage S. 183
44
O harte Herzen! arge Männer Roms!
Vorlage S. 183
45
Habt ihr Pompejus nicht gekannt? Wie oft
Vorlage S. 183
46
Stiegt ihr hinan auf Mauern und auf Zinnen,
Vorlage S. 183
47
Auf Türme, Fenster, ja auf Feueressen,
Vorlage S. 183
48
Die Kinder auf dem Arm, und saßet da
Vorlage S. 183
49
Den lieben langen Tag, geduldig wartend,
Vorlage S. 183
50
Bis durch die Straßen Roms Pompejus zöge?
Vorlage S. 183
51
Und saht ihr seinen Wagen nur von fern,
Vorlage S. 183
52
Erhobt ihr nicht ein allgemeines Jauchzen,
Vorlage S. 183
53
So dass die Tiber bebt' in ihrem Bett,
Vorlage S. 183
54
Wenn sie des Lärmes Widerhall vernahm
Vorlage S. 183
55
An ihren hohlen Ufern?
Vorlage S. 183
56
Und legt ihr nun die Feierkleider an?
Vorlage S. 183
57
Und spart ihr nun euch einen Festtag aus?
Vorlage S. 183
58
Und streut ihr nun ihm Blumen auf den Weg,
Vorlage S. 183
59
Der siegprangt über des Pompejus Blut?
Vorlage S. 183
60
Hinweg!
Vorlage S. 183
61
In eure Häuser lauft, fallt auf die Knie,
Vorlage S. 183
62
Und fleht die Götter an, die Not zu wenden,
Vorlage S. 183
63
Die über diesen Undank kommen muss!
Vorlage S. 183
64
FLAVIUS.
Vorlage S. 183
65
Geht, geht, ihr guten Bürger! und versammelt
Vorlage S. 183
66
Für dies Vergehen eure armen Brüder;
Vorlage S. 183
67
Führt sie zur Tiber, weinet eure Tränen
Vorlage S. 183
68
Ins Flußbett, bis ihr Strom, wo er am flachsten,
Vorlage S. 183
69
Die höchsten ihrer Uferhöhen küsst.
Vorlage S. 183
70
Die Bürger ab.
Vorlage S. 183
71
Sieh, wie die Schlacken ihres Innern schmelzen!
Vorlage S. 184
72
Sie schwinden weg, verstummt in ihrer Schuld.
Vorlage S. 184
73
Geht Ihr den Weg, hinab zum Kapitol;
Vorlage S. 184
74
Hierhin will ich. Entkleidet dort die Bilder,
Vorlage S. 184
75
Seht Ihr mit Ehrenzeichen sie geschmückt!
Vorlage S. 184
76
MARULLUS.
Vorlage S. 184
77
Ist das erlaubt?
Vorlage S. 184
78
Ihr wisst, es ist das Luperkalienfest.
Vorlage S. 184
79
FLAVIUS.
Vorlage S. 184
80
Es tut nichts: lasst mit den Trophäen Cäsars
Vorlage S. 184
81
Kein Bild behängt sein! Ich will nun umher,
Vorlage S. 184
82
Und will den Pöbel von den Gassen treiben.
Vorlage S. 184
83
Das tut auch Ihr, wo Ihr gedrängt sie seht!
Vorlage S. 184
84
Dies wachsende Gefieder, ausgerupft
Vorlage S. 184
85
Der Schwinge Cäsars, wird den Flug ihm hemmen,
Vorlage S. 184
86
Der, über Menschenblicke hoch hinaus,
Vorlage S. 184
87
Uns alle sonst in knecht'scher Furcht erhielte.
Vorlage S. 184
88
Beide ab.
Vorlage S. 184
89
Zweite Szene
Vorlage S. 184
90
Ein öffentlicher Platz.
Vorlage S. 184
91
In einem feierlichen Aufzuge mit Musik kommen Cäsar; Antonius, zum Wettlauf gerüstet; Calpurnia, Portia, Decius, Cicero, Brutus, Cassius und Casca; hinter ihnen ein großes Gedränge, darunter ein Wahrsager.
Vorlage S. 184
92
CÄSAR.
Vorlage S. 184
93
Calpurnia!
Vorlage S. 184
94
CASCA.
Vorlage S. 184
95
Still da! Cäsar spricht.
Vorlage S. 184
96
Die Musik hält inne.
Vorlage S. 184
97
CÄSAR.
Vorlage S. 184
98
Calpurnia!
Vorlage S. 184
99
CALPURNIA.
Vorlage S. 184
100
Hier, mein Gemahl!
Vorlage S. 184
101
CÄSAR.
Vorlage S. 184
102
Stellt dem Antonius grad' Euch in den Weg,
Vorlage S. 184
103
Wenn er zur Wette läuft! – Antonius!
Vorlage S. 184
104
ANTONIUS.
Vorlage S. 184
105
Erlauchter Cäsar?
Vorlage S. 184
106
CÄSAR.
Vorlage S. 184
107
Vergesst, Antonius, nicht in Eurer Eil',
Vorlage S. 184
108
Calpurnia zu berühren; denn es ist
Vorlage S. 184
109
Ein alter Glaube, unfruchtbare Weiber,
Vorlage S. 184
110
Berührt bei diesem heil'gen Wettlauf,
Vorlage S. 184
111
Entladen sich des Fluchs.
Vorlage S. 184
112
ANTONIUS.
Vorlage S. 184
113
Ich werd' es merken.
Vorlage S. 185
114
Wenn Cäsar sagt: »Tu' das«, so ist's vollbracht.
Vorlage S. 185
115
CÄSAR.
Vorlage S. 185
116
Beginnt; lasst nichts von den Gebräuchen aus!
Vorlage S. 185
117
Musik.
Vorlage S. 185
118
WAHRSAGER.
Vorlage S. 185
119
Cäsar!
Vorlage S. 185
120
CÄSAR.
Vorlage S. 185
121
He, wer ruft?
Vorlage S. 185
122
CASCA.
Vorlage S. 185
123
Es schweige jeder Lärm: noch einmal still!
Vorlage S. 185
124
Die Musik hält inne.
Vorlage S. 185
125
CÄSAR.
Vorlage S. 185
126
Wer ist es im Gedräng', der mich begehrt?
Vorlage S. 185
127
Durch die Musik dringt gellend eine Stimme,
Vorlage S. 185
128
Die: »Cäsar!« ruft. Sprich! Cäsar neigt sein Ohr.
Vorlage S. 185
129
WAHRSAGER.
Vorlage S. 185
130
Nimm vor des Märzen Idus dich in acht!
Vorlage S. 185
131
CÄSAR.
Vorlage S. 185
132
Wer ist der Mann?
Vorlage S. 185
133
BRUTUS.
Vorlage S. 185
134
Ein Wahrsager; er warnt Euch vor des Märzen Idus.
Vorlage S. 185
135
CÄSAR.
Vorlage S. 185
136
Führt ihn mir vor, lasst sein Gesicht mich sehn!
Vorlage S. 185
137
CASCA.
Vorlage S. 185
138
Komm aus dem Haufen, Mensch: tritt vor den Cäsar!
Vorlage S. 185
139
CÄSAR.
Vorlage S. 185
140
Was sagst du nun zu mir? Sprich noch einmal!
Vorlage S. 185
141
WAHRSAGER.
Vorlage S. 185
142
Nimm vor des Märzen Idus dich in acht!
Vorlage S. 185
143
CÄSAR.
Vorlage S. 185
144
Er ist ein Träumer: lasst ihn gehn, und kommt!
Vorlage S. 185
145
Ein Marsch. Alle bis auf Brutus und Cassius gehn ab.
Vorlage S. 185
146
CASSIUS.
Vorlage S. 185
147
Wollt Ihr den Hergang bei dem Wettlauf sehn?
Vorlage S. 185
148
BRUTUS.
Vorlage S. 185
149
Ich nicht.
Vorlage S. 185
150
CASSIUS.
Vorlage S. 185
151
Ich bitt' Euch, tut's!
Vorlage S. 185
152
BRUTUS.
Vorlage S. 185
153
Ich hab' am Spiel nicht Lust, mir fehlt ein Teil
Vorlage S. 185
154
Vom muntern Geiste des Antonius:
Vorlage S. 185
155
Doch muss ich Euch in Eurem Wunsch nicht hindern.
Vorlage S. 185
156
Ich lass' Euch, Cassius.
Vorlage S. 185
157
CASSIUS.
Vorlage S. 185
158
Brutus, seit kurzem geb' ich acht auf Euch:
Vorlage S. 185
159
Ich find' in Eurem Blick die Freundlichkeit,
Vorlage S. 185
160
Die Liebe nicht, an die Ihr mich gewöhnt.
Vorlage S. 185
161
Zu störrisch und zu fremd begegnet Ihr
Vorlage S. 185
162
Dem Freunde, der Euch liebt.
Vorlage S. 185
163
BRUTUS.
Vorlage S. 185
164
Mein Cassius,
Vorlage S. 185
165
Betrügt Euch nicht: Hab' ich den Blick verschleiert,
Vorlage S. 185
166
So kehrt die Unruh' meiner Mienen sich
Vorlage S. 185
167
Nur gegen mich allein. Seit kurzem quälen
Vorlage S. 186
168
Mich Regungen von streitender Natur,
Vorlage S. 186
169
Gedanken, einzig für mich selbst geschickt,
Vorlage S. 186
170
Die Schatten wohl auf mein Betragen werfen.
Vorlage S. 186
171
Doch lasst dies meine Freunde nicht betrüben
Vorlage S. 186
172
(Wovon Ihr einer sein müsst, Cassius),
Vorlage S. 186
173
Noch mein achtloses Wesen anders deuten,
Vorlage S. 186
Historische Illustration zu Julius Cäsar
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Julius Cäsar“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Sir John Gilbert · Public domain Bildquelle ↗
174
Als dass, mit sich im Krieg, der arme Brutus
Vorlage S. 186
175
Den andern Liebe kund zu tun vergisst.
Vorlage S. 186
176
CASSIUS.
Vorlage S. 186
177
Dann, Brutus, mißverstand ich Euren Unmut.
Vorlage S. 186
178
Deshalb begrub hier diese Brust Entwürfe
Vorlage S. 186
179
Von großem Werte, würdige Gedanken.
Vorlage S. 186
180
Sagt, Brutus, könnt Ihr Euer Antlitz sehn?
Vorlage S. 186
181
BRUTUS.
Vorlage S. 186
182
Nein, Cassius, denn das Auge sieht sich nicht,
Vorlage S. 186
183
Als nur im Widerschein, durch andre Dinge.
Vorlage S. 186
184
CASSIUS.
Vorlage S. 186
185
So ist's:
Vorlage S. 186
186
Und man beklagt sich sehr darüber, Brutus,
Vorlage S. 186
187
Dass Ihr nicht solche Spiegel habt, die Euren
Vorlage S. 186
188
Verborgnen Wert Euch in die Augen rückten,
Vorlage S. 186
189
Auf dass Ihr Euren Schatten säht. Ich hörte,
Vorlage S. 186
190
Wie viele von den ersten Männern Roms
Vorlage S. 186
191
(Nur Cäsarn nehm' ich aus), vom Brutus redend,
Vorlage S. 186
192
Und seufzend unter dieser Zeiten Joch,
Vorlage S. 186
193
Dem edlen Brutus ihre Augen wünschten.
Vorlage S. 186
194
BRUTUS.
Vorlage S. 186
195
Auf welche Wege, Cassius, lockt Ihr mich,
Vorlage S. 186
196
Dass Ihr mich heißt in meinem Innern suchen,
Vorlage S. 186
197
Was doch nicht in mir ist?
Vorlage S. 186
198
CASSIUS.
Vorlage S. 186
199
Drum, lieber Brutus, schickt Euch an zu hören.
Vorlage S. 186
200
Und weil Ihr wisst, Ihr könnt Euch selbst so gut
Vorlage S. 186
201
Nicht sehn als durch den Widerschein, so will
Vorlage S. 186
202
Ich, Euer Spiegel, Euch bescheidentlich
Vorlage S. 186
203
Von Euch entdecken, was Ihr noch nicht wisst.
Vorlage S. 186
204
Und denkt von mir kein Arges, werter Brutus:
Vorlage S. 186
205
Wär' ich ein Lacher aus der Menge; pflegt' ich
Vorlage S. 186
206
Mein Herz durch Alltagsschwüre jedem neuen
Vorlage S. 186
207
Beteurer auszubieten; wenn Ihr wisst,
Vorlage S. 186
208
Dass ich die Menschen streichle, fest sie herze,
Vorlage S. 186
209
Und dann sie lästre; oder wenn Ihr wisst,
Vorlage S. 186
210
Dass ich beim Schmaus mich mit der ganzen Schar
Vorlage S. 187
211
Verbrüdern mag, – dann hütet Euch vor mir!
Vorlage S. 187
212
Trompeten und Freudengeschrei.
Vorlage S. 187
213
BRUTUS.
Vorlage S. 187
214
Was heißt dies Jauchzen? Wie ich fürchte, wählt
Vorlage S. 187
215
Das Volk zum König Cäsarn.
Vorlage S. 187
216
CASSIUS.
Vorlage S. 187
217
Fürchtet Ihr's?
Vorlage S. 187
218
Das hieße ja, Ihr möchtet es nicht gern.
Vorlage S. 187
219
BRUTUS.
Vorlage S. 187
220
Nein, Cassius, nicht gern; doch lieb' ich ihn.
Vorlage S. 187
221
Doch warum haltet Ihr mich hier so lange?
Vorlage S. 187
222
Was ist es, das Ihr mir vertrauen möchtet?
Vorlage S. 187
223
Ist's etwas, dienlich zum gemeinen Wohl,
Vorlage S. 187
224
Stellt Ehre vor ein Auge, Tod vor's andre,
Vorlage S. 187
225
Und beide seh' ich gleiches Mutes an.
Vorlage S. 187
226
Die Götter sei'n mir günstig, wie ich mehr
Vorlage S. 187
227
Die Ehre lieb', als vor dem Tod mich scheue!
Vorlage S. 187
228
CASSIUS.
Vorlage S. 187
229
Ich weiß, dass diese Tugend in Euch wohnt,
Vorlage S. 187
230
So gut ich Euer äußres Ansehn kenne.
Vorlage S. 187
231
Wohl! Ehre ist der Inhalt meiner Rede.
Vorlage S. 187
232
Ich weiß es nicht, wie Ihr und andre Menschen
Vorlage S. 187
233
Von diesem Leben denkt; mir, für mich selbst,
Vorlage S. 187
234
Wär' es so lieb, nicht da sein, als zu leben
Vorlage S. 187
235
In Furcht vor einem Wesen wie ich selbst.
Vorlage S. 187
236
Ich kam wie Cäsar frei zur Welt, so Ihr;
Vorlage S. 187
237
Wir nährten uns so gut, wir können beide
Vorlage S. 187
238
So gut wie er des Winters Frost ertragen.
Vorlage S. 187
239
Denn einst, an einem rauhen stürm'schen Tage,
Vorlage S. 187
240
Als wild die Tiber an ihr Ufer tobte,
Vorlage S. 187
241
Sprach Cäsar zu mir: »Wagst du, Cassius, nun,
Vorlage S. 187
242
Mit mir zu springen in die zorn'ge Flut
Vorlage S. 187
243
Und bis dorthin zu schwimmen?« – Auf dies Wort,
Vorlage S. 187
244
Bekleidet, wie ich war, stürzt' ich hinein,
Vorlage S. 187
245
Und hieß ihn folgen; wirklich tat er's auch.
Vorlage S. 187
246
Der Strom brüllt' auf uns ein; wir schlugen ihn
Vorlage S. 187
247
Mit wackern Sehnen, warfen ihn beiseit',
Vorlage S. 187
248
Und hemmten ihn mit einer Brust des Trotzes.
Vorlage S. 187
249
Doch eh' wir das gewählte Ziel erreicht,
Vorlage S. 187
250
Rief Cäsar: »Hilf mir, Cassius! Ich sinke!«
Vorlage S. 187
251
Ich, wie Äneas, unser großer Ahn,
Vorlage S. 188
252
Aus Trojas Flammen einst auf seinen Schultern
Vorlage S. 188
253
Den alten Vater trug, so aus den Wellen
Vorlage S. 188
254
Zog ich den müden Cäsar. – Und der Mann
Vorlage S. 188
255
Ist nun zum Gott erhöht, und Cassius ist
Vorlage S. 188
256
Ein arm Geschöpf, und muss den Rücken beugen,
Vorlage S. 188
257
Nickt Cäsar nur nachlässig gegen ihn.
Vorlage S. 188
258
Als er in Spanien war, hatt' er ein Fieber,
Vorlage S. 188
259
Und wenn der Schau'r ihn ankam, merkt' ich wohl
Vorlage S. 188
260
Sein Beben: ja, er bebte, dieser Gott!
Vorlage S. 188
261
Das feige Blut der Lippen nahm die Flucht,
Vorlage S. 188
262
Sein Auge, dessen Blick die Welt bedräut,
Vorlage S. 188
263
Verlor den Glanz, und ächzen hört' ich ihn.
Vorlage S. 188
264
Ja, dieser Mund, der horchen hieß die Römer
Vorlage S. 188
265
Und in ihr Buch einzeichnen seine Reden,
Vorlage S. 188
266
Ach, rief: »Titinius! Gib mir zu trinken!«,
Vorlage S. 188
267
Wie 'n krankes Mädchen. Götter! ich erstaune,
Vorlage S. 188
268
Wie nur ein Mann so schwächlicher Natur
Vorlage S. 188
269
Der stolzen Welt den Vorsprung abgewann
Vorlage S. 188
270
Und nahm die Palm' allein.
Vorlage S. 188
271
Jubelgeschrei. Trompeten.
Vorlage S. 188
272
BRUTUS.
Vorlage S. 188
273
Ein neues Jauchzen!
Vorlage S. 188
274
Ich glaube, dieser Beifall gilt die Ehren,
Vorlage S. 188
275
Die man auf Cäsars Haupt von neuem häuft.
Vorlage S. 188
276
CASSIUS.
Vorlage S. 188
277
Ja, er beschreitet, Freund, die enge Welt
Vorlage S. 188
278
Wie ein Colossus, und wir kleinen Leute,
Vorlage S. 188
279
Wir wandeln unter seinen Riesenbeinen
Vorlage S. 188
280
Und schaun umher nach einem schnöden Grab.
Vorlage S. 188
281
Der Mensch ist manchmal seines Schicksals Meister:
Vorlage S. 188
282
Nicht durch die Schuld der Sterne, lieber Brutus,
Vorlage S. 188
283
Durch eigne Schuld nur sind wir Schwächlinge.
Vorlage S. 188
284
Brutus und Cäsar – was steckt doch in dem Cäsar,
Vorlage S. 188
285
Dass man den Namen mehr als Euren spräche?
Vorlage S. 188
286
Schreibt sie zusammen: ganz so schön ist Eurer;
Vorlage S. 188
287
Sprecht sie: er steht den Lippen ganz so wohl;
Vorlage S. 188
288
Wägt sie: er ist so schwer; beschwört mit ihnen:
Vorlage S. 188
289
Brutus ruft Geister auf so schnell wie Cäsar.
Vorlage S. 188
290
Jubelgeschrei.
Vorlage S. 188
291
(Nun denn, im Namen der gesamten Götter,
Vorlage S. 189
292
Mit was für Speise nährt der Cäsar sich,
Vorlage S. 189
293
Dass er so groß ward? Zeit, du bist entehrt!
Vorlage S. 189
294
Rom, du verlorst die Kraft des Heldenstamms!
Vorlage S. 189
295
Welch Alter schwand wohl seit der großen Flut,
Vorlage S. 189
296
Das nicht geglänzt durch mehr als einen Mann?
Vorlage S. 189
297
Wer sagte jemals wenn er sprach von Rom
Vorlage S. 189
298
Es fass' ihr weiter Kreis nur einen Mann?)
Vorlage S. 189
299
Nun ist in Rom fürwahr des Raums genug:
Vorlage S. 189
300
Find't man darin nur einen einz'gen Mann.
Vorlage S. 189
301
Oh, beide hörten wir von unsern Vätern,
Vorlage S. 189
302
Einst gab es einen Brutus, der so gern
Vorlage S. 189
303
Des alten Teufels Hof als einen König
Vorlage S. 189
304
Geduldet hätt' in Rom.
Vorlage S. 189
305
BRUTUS.
Vorlage S. 189
306
Dass Ihr mich liebt, bezweifl' ich keineswegs;
Vorlage S. 189
307
Worauf Ihr bei mir dringt, das ahnd' ich wohl;
Vorlage S. 189
308
Was ich davon gedacht und von den Zeiten,
Vorlage S. 189
309
Erklär' ich Euch in Zukunft. Doch für jetzt
Vorlage S. 189
310
Möcht' ich, wenn ich Euch freundlich bitten darf,
Vorlage S. 189
311
Nicht mehr getrieben sein. Was Ihr gesagt,
Vorlage S. 189
312
Will ich erwägen; was Ihr habt zu sagen,
Vorlage S. 189
313
Mit Ruhe hören, und gelegne Zeit,
Vorlage S. 189
314
So hohe Dinge zu besprechen, finden.
Vorlage S. 189
315
Bis dahin, edler Freund, beherzigt dies:
Vorlage S. 189
316
Brutus wär' lieber eines Dorfs Bewohner,
Vorlage S. 189
317
Als sich zu zählen zu den Söhnen Roms
Vorlage S. 189
318
In solchem harten Stand, wie diese Zeit
Vorlage S. 189
319
Uns aufzulegen droht.
Vorlage S. 189
320
CASSIUS.
Vorlage S. 189
321
Ich bin erfreut, dass meine schwachen Worte
Vorlage S. 189
322
Dem Brutus so viel Funken nur entlockt.
Vorlage S. 189
323
Cäsar und sein Zug kommen zurück.
Vorlage S. 189
324
BRUTUS.
Vorlage S. 189
325
Das Spiel ist aus, und Cäsar kehrt zurück.
Vorlage S. 189
326
CASSIUS.
Vorlage S. 189
327
Wenn sie uns nahn, zupft Casca nur am Ärmel:
Vorlage S. 189
328
Er wird nach seiner mürr'schen Art Euch sagen,
Vorlage S. 189
329
Was von Belang sich heut ereignet hat.
Vorlage S. 189
330
BRUTUS.
Vorlage S. 189
331
Ich will es tun. Doch seht nur, Cassius,
Vorlage S. 189
332
Auf Cäsars Stirne glüht der zorn'ge Fleck,
Vorlage S. 189
333
Die andern sehn gescholtnen Dienern gleich.
Vorlage S. 190
334
Calpurnias Wang' ist blass, und Cicero
Vorlage S. 190
335
Blickt mit so feurigen und roten Augen,
Vorlage S. 190
336
Wie wir ihn wohl im Kapitol gesehn,
Vorlage S. 190
337
Wenn Senatoren ihn im Rat bestritten.
Vorlage S. 190
338
CASSIUS.
Vorlage S. 190
339
Casca wird uns berichten, was es gibt.
Vorlage S. 190
340
CÄSAR.
Vorlage S. 190
341
Antonius!
Vorlage S. 190
342
ANTONIUS.
Vorlage S. 190
343
Cäsar?
Vorlage S. 190
344
CÄSAR.
Vorlage S. 190
345
Lasst wohlbeleibte Männer um mich sein,
Vorlage S. 190
Historische Illustration zu Julius Cäsar
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Julius Cäsar“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · William Williams · Public domain Bildquelle ↗
346
Mit glatten Köpfen, und die nachts gut schlafen:
Vorlage S. 190
347
Der Cassius dort hat einen hohlen Blick;
Vorlage S. 190
348
Er denkt zu viel: die Leute sind gefährlich.
Vorlage S. 190
349
ANTONIUS.
Vorlage S. 190
350
Oh, fürchtet den nicht: er ist nicht gefährlich.
Vorlage S. 190
351
Er ist ein edler Mann und wohl gesinnt.
Vorlage S. 190
352
CÄSAR.
Vorlage S. 190
353
Wär' er nur fetter! – Zwar ich fürcht' ihn nicht;
Vorlage S. 190
354
Doch wäre Furcht nicht meinem Namen fremd,
Vorlage S. 190
355
Ich kenne niemand, den ich eher miede
Vorlage S. 190
356
Als diesen hagern Cassius. Er liest viel;
Vorlage S. 190
357
Er ist ein großer Prüfer und durchschaut
Vorlage S. 190
358
Das Tun der Menschen ganz; er liebt kein Spiel,
Vorlage S. 190
359
Wie du, Antonius; hört nicht Musik;
Vorlage S. 190
360
Er lächelt selten, und auf solche Weise,
Vorlage S. 190
361
Als spott' er sein, verachte seinen Geist,
Vorlage S. 190
362
Den irgend was zum Lächeln bringen konnte.
Vorlage S. 190
363
Und solche Männer haben nimmer Ruh',
Vorlage S. 190
364
Solang' sie jemand größer sehn als sich.
Vorlage S. 190
365
Das ist es, was sie so gefährlich macht.
Vorlage S. 190
366
Ich sag' dir eher, was zu fürchten stände,
Vorlage S. 190
367
Als was ich fürchte: ich bin stets doch Cäsar.
Vorlage S. 190
368
Komm mir zur Rechten, denn dies Ohr ist taub,
Vorlage S. 190
369
Und sag mir wahrhaft, was du von ihm denkst!
Vorlage S. 190
370
Cäsar und sein Gefolge ab. Casca bleibt zurück.
Vorlage S. 190
371
CASCA.
Vorlage S. 190
372
Ihr zogt am Mantel mich: wollt Ihr mich sprechen?
Vorlage S. 190
373
BRUTUS.
Vorlage S. 190
374
Ja, Casca; sag uns, was sich heut begeben,
Vorlage S. 190
375
Dass Cäsar finster sieht.
Vorlage S. 190
376
CASCA.
Vorlage S. 190
377
Ihr wart ja bei ihm: wart Ihr nicht?
Vorlage S. 190
378
BRUTUS.
Vorlage S. 190
379
Dann fragt' ich Casca nicht, was sich begeben.
Vorlage S. 190
380
CASCA.
Vorlage S. 190
381
Nun, man bot ihm eine Krone an, und als man sie ihm anbot, schob er sie mit dem Rücken der Hand zurück: so –; und da erhob das Volk ein Jauchzen.
Vorlage S. 191
382
BRUTUS.
Vorlage S. 191
383
Worüber jauchzten sie zum andern Mal?
Vorlage S. 191
384
CASCA.
Vorlage S. 191
385
Nun, auch darüber.
Vorlage S. 191
386
CASSIUS.
Vorlage S. 191
387
Sie jauchzten dreimal ja: warum zuletzt?
Vorlage S. 191
388
CASCA.
Vorlage S. 191
389
Nun, auch darüber.
Vorlage S. 191
390
BRUTUS.
Vorlage S. 191
391
Wurd' ihm die Krone dreimal angeboten?
Vorlage S. 191
392
CASCA.
Vorlage S. 191
393
Ei, meiner Treu, wurde sie's, und er schob sie dreimal zurück, jedesmal sachter als das vorige Mal; und bei jedem Zurückschieben jauchzten meine ehrlichen alten Freunde.
Vorlage S. 191
394
CASSIUS.
Vorlage S. 191
395
Wer bot ihm die Krone an?
Vorlage S. 191
396
CASCA.
Vorlage S. 191
397
Je nun, Antonius.
Vorlage S. 191
398
BRUTUS.
Vorlage S. 191
399
Sagt uns die Art und Weise, lieber Casca!
Vorlage S. 191
400
CASCA.
Vorlage S. 191
401
Ich kann mich ebenso gut hangen lassen, als euch die Art und Weise erzählen: es waren nichts als Possen, ich gab nicht acht darauf. Ich sah den Mark Anton ihm eine Krone anbieten – doch eigentlich war's keine rechte Krone, es war so 'ne Art von Stirnband –, und wie ich euch sagte, er schob sie einmal beiseite; aber bei allem dem hätte er sie nach meinem Bedünken gern gehabt. Dann bot er sie ihm nochmals an, und dann schob er sie nochmals zurück; aber nach meinem Bedünken kam es ihm hart an, die Finger wieder davon zu tun. Und dann bot er sie ihm zum dritten Male an; er schob sie zum dritten Male zurück: und jedesmal, dass er sie ausschlug, kreischte das Gesindel und klatschte in die rauhen Fäuste, und warfen die schweißigen Nachtmützen in die Höhe, und gaben eine solche Last stinkenden Atems von sich, weil Cäsar die Krone ausschlug, dass Cäsar fast daran erstickt wäre; denn er ward ohnmächtig und fiel nieder, und ich für mein Teil wagte nicht zu lachen, aus Furcht, ich möchte den Mund auftun und die böse Luft einatmen.
Vorlage S. 191
402
CASSIUS.
Vorlage S. 191
403
Still doch! ich bitt' Euch: Wie? er fiel in Ohnmacht?
Vorlage S. 191
404
CASCA.
Vorlage S. 191
405
Er fiel auf dem Marktplatze nieder, hatte Schaum vor dem Munde und war sprachlos.
Vorlage S. 191
406
BRUTUS.
Vorlage S. 191
407
Das mag wohl sein: er hat die fallende Sucht.
Vorlage S. 191
408
CASSIUS.
Vorlage S. 191
409
Nein, Cäsar hat sie nicht. Doch Ihr und ich
Vorlage S. 191
410
Und unsrer wackrer Casca: wir haben sie.
Vorlage S. 191
411
CASCA.
Vorlage S. 191
412
Ich weiß nicht, was Ihr damit meint; aber ich bin gewiss, Cäsar fiel nieder. Wenn das Lumpenvolk ihn nicht beklatschte und auszischte, je nachdem er ihnen gefiel oder mißfiel, wie sie es mit den Komödianten auf dem Theater machen, so bin ich kein ehrlicher Kerl.
Vorlage S. 192
413
BRUTUS.
Vorlage S. 192
414
Was sagt' er, als er zu sich selber kam?
Vorlage S. 192
415
CASCA.
Vorlage S. 192
416
Ei nun, eh' er hinfiel, als er merkte, dass der gemeine Haufe sich freute, dass er die Krone ausschlug, so riss er euch sein Wams auf und bot ihnen seinen Hals zum Abschneiden – triebe ich irgend' ne Hantierung, so will ich mit den Schuften zur Hölle fahren, wo ich ihn nicht beim Wort genommen hätte-, und damit fiel er hin. Als erwieder zu sich selbst kam, sagte er, wenn er irgend was Unrechtes getan oder gesagt hätte, so bäte er Ihre Edeln, es seinem Übel beizumessen. Drei oder vier Weibsbilder, die bei mir standen, riefen: »Ach, die gute Seele!« und vergaben ihm von ganzem Herzen. Doch das gilt freilich nicht viel; wenn er ihre Mütter tot geschlagen hätte, sie hätten's ebenso gut getan.
Vorlage S. 192
417
BRUTUS.
Vorlage S. 192
418
Und darauf ging er so verdrießlich weg?
Vorlage S. 192
419
CASCA.
Vorlage S. 192
420
Ja.
Vorlage S. 192
421
CASSIUS.
Vorlage S. 192
422
Hat Cicero etwas gesagt?
Vorlage S. 192
423
CASCA.
Vorlage S. 192
424
Ja, er sprach Griechisch.
Vorlage S. 192
425
CASSIUS.
Vorlage S. 192
426
Was wollt' er denn?
Vorlage S. 192
427
CASCA.
Vorlage S. 192
428
Ja, wenn ich euch das sage, so will ich euch niemals wieder vor die Augen kommen. Aber die ihn verstanden, lächelten einander zu und schüttelten die Köpfe. Doch was mich anlangt, mir war es Griechisch. Ich kann euch noch mehr Neues erzählen: dem Marullus und Flavius ist das Maul gestopft, weil sie Binden von Cäsars Bildsäulen gerissen haben. Lebt wohl! Es gab noch mehr Possen, wenn ich mich nur darauf besinnen könnte.
Vorlage S. 192
429
CASSIUS.
Vorlage S. 192
430
Wollt Ihr heute abend bei mir speisen, Casca?
Vorlage S. 192
431
CASCA.
Vorlage S. 192
432
Nein, ich bin schon versagt.
Vorlage S. 192
433
CASSIUS.
Vorlage S. 192
434
Wollt Ihr morgen bei mir zu Mittag speisen?
Vorlage S. 192
435
CASCA.
Vorlage S. 192
436
Ja, wenn ich lebe, und Ihr bei Eurem Sinne bleibt, und Eure Mahlzeit das Essen verlohnt.
Vorlage S. 192
437
CASSIUS.
Vorlage S. 192
438
Gut, ich erwart' Euch.
Vorlage S. 192
439
CASCA.
Vorlage S. 192
440
Tut das: lebt beide wohl! Ab.
Vorlage S. 192
441
BRUTUS.
Vorlage S. 193
442
Was für ein plumper Bursch ist dies geworden?
Vorlage S. 193
443
Er war voll Feuer als mein Schulgenoß.
Vorlage S. 193
444
CASSIUS.
Vorlage S. 193
445
Das ist er jetzt noch bei der Ausführung
Vorlage S. 193
446
Von jedem kühnen, edlen Unternehmen,
Vorlage S. 193
447
Stellt er sich schon so unbeholfen an.
Vorlage S. 193
448
Dies rauhe Wesen dient gesundem Witz
Vorlage S. 193
449
Bei ihm zur Brüh': es stärkt der Leute Magen,
Vorlage S. 193
450
Eßlustig seine Reden zu verdaun.
Vorlage S. 193
451
BRUTUS.
Vorlage S. 193
452
So ist es auch. Für jetzt verlass' ich Euch,
Vorlage S. 193
453
Und morgen, wenn Ihr wünscht mit mir zu sprechen,
Vorlage S. 193
454
Komm' ich zu Euch ins Haus; doch wenn Ihr wollt,
Vorlage S. 193
455
So kommt zu mir, und ich will Euch erwarten.
Vorlage S. 193
456
CASSIUS.
Vorlage S. 193
457
Das will ich: bis dahin gedenkt der Welt!
Vorlage S. 193
458
Brutus ab.
Vorlage S. 193
459
Gut, Brutus, du bist edel; doch ich sehe,
Vorlage S. 193
460
Dein löbliches Gemüt kann seiner Art
Vorlage S. 193
461
Entwendet werden. Darum ziemt es sich,
Vorlage S. 193
462
Dass Edle sich zu Edlen immer halten.
Vorlage S. 193
463
Wer ist so fest, den nichts verführen kann?
Vorlage S. 193
464
Cäsar ist feind mir, und er liebt den Brutus.
Vorlage S. 193
465
Doch wär' ich Brutus nun, er Cassius,
Vorlage S. 193
466
Er sollte mich nicht lenken. Diese Nacht
Vorlage S. 193
467
Werf' ich ihm Zettel von verschiednen Händen,
Vorlage S. 193
468
Als ob sie von verschiednen Bürgern kämen,
Vorlage S. 193
469
Durchs Fenster, alle voll der großen Meinung,
Vorlage S. 193
470
Die Rom von seinem Namen hegt, wo dunkel
Vorlage S. 193
471
Auf Cäsars Ehrsucht soll gedeutet sein.
Vorlage S. 193
472
Dann denke Cäsar seines nahen Falles;
Vorlage S. 193
473
Wir stürzen bald ihn, oder dulden alles.
Vorlage S. 193
474
Ab.
Vorlage S. 193
475
Dritte Szene
Vorlage S. 193
476
Eine Straße. Ungewitter.
Vorlage S. 193
477
Casca, mit gezognem Schwert, und Cicero kommen von verschiednen Seiten.
Vorlage S. 193
478
CICERO.
Vorlage S. 193
479
Guten Abend, Casca! Kommt Ihr her vom Cäsar?
Vorlage S. 193
480
Warum so atemlos und so verstört?
Vorlage S. 193
481
CASCA.
Vorlage S. 193
482
Bewegt's Euch nicht, wenn dieses Erdballs Feste
Vorlage S. 194
483
Wankt wie ein schwaches Rohr? O Cicero!
Vorlage S. 194
484
Ich sah wohl Stürme, wo der Winde Schelten
Vorlage S. 194
485
Den knot'gen Stamm gespaltet, und ich sah
Vorlage S. 194
486
Das stolze Meer anschwellen, wüten, schäumen,
Vorlage S. 194
487
Als wollt' es an die droh'nden Wolken reichen.
Vorlage S. 194
488
Doch nie bis heute nacht, noch nie bis jetzt
Vorlage S. 194
489
Ging ich durch einen Feuerregen hin.
Vorlage S. 194
490
Entweder ist im Himmel innrer Krieg,
Vorlage S. 194
491
Wo nicht, so reizt die Welt durch Übermut
Vorlage S. 194
492
Die Götter, uns Zerstörung herzusenden.
Vorlage S. 194
493
CICERO.
Vorlage S. 194
494
Ja, saht Ihr jemals wundervoll're Dinge?
Vorlage S. 194
495
CASCA.
Vorlage S. 194
496
Ein Sklave, den Ihr wohl von Ansehn kennt,
Vorlage S. 194
497
Hob seine linke Hand empor; sie flammte
Vorlage S. 194
498
Wie zwanzig Fackeln auf einmal, und doch,
Vorlage S. 194
499
Die Glut nicht fühlend, blieb sie unversengt.
Vorlage S. 194
500
Auch kam (seitdem steckt' ich mein Schwert nicht ein)
Vorlage S. 194
501
Beim Kapitol ein Löwe mir entgegen.
Vorlage S. 194
502
Er gaffte starr mich an, ging mürrisch weiter,
Vorlage S. 194
503
Und tat mir nichts. Auf einen Haufen hatten
Vorlage S. 194
504
Wohl hundert bleiche Weiber sich gedrängt,
Vorlage S. 194
505
Entstellt von Furcht; die schwuren, dass sie Männer
Vorlage S. 194
506
Mit feur'gen Leibern wandern auf und ab
Vorlage S. 194
507
Die Straßen sahn. Und gestern saß der Vogel
Vorlage S. 194
508
Der Nacht sogar am Mittag auf dem Markte,
Vorlage S. 194
509
Und kreischt' und schrie. Wenn dieser Wunderzeichen
Vorlage S. 194
510
So viel zusammentreffen, sage niemand:
Vorlage S. 194
511
»Dies ist der Grund davon, sie sind natürlich.«
Vorlage S. 194
512
Denn Dinge schlimmer Deutung, glaub' ich, sind's
Vorlage S. 194
513
Dem Himmelstrich, auf welchen sie sich richten.
Vorlage S. 194
514
CICERO.
Vorlage S. 194
515
Gewiss, die Zeit ist wunderbar gelaunt.
Vorlage S. 194
516
Doch Menschen deuten oft nach ihrer Weise
Vorlage S. 194
517
Die Dinge, weit entfernt vom wahren Sinn.
Vorlage S. 194
Historische Darstellung von William Shakespeare
Kontextbild zum Werk. Historische Darstellung von William Shakespeare — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · Martin Droeshout · Public domain Bildquelle ↗
518
Kommt Cäsar morgen auf das Kapitol?
Vorlage S. 194
519
CASCA.
Vorlage S. 194
520
Ja, denn er trug es dem Antonius auf,
Vorlage S. 194
521
Euch kund zu tun, er werde morgen kommen.
Vorlage S. 194
522
CICERO.
Vorlage S. 194
523
Schlaft wohl denn, Casca! Dieser Aufruhr lässt
Vorlage S. 194
524
Nicht draußen weilen.
Vorlage S. 194
525
CASCA.
Vorlage S. 194
526
Cicero, lebt wohl!
Vorlage S. 195
527
Cicero ab.
Vorlage S. 195
528
Cassius tritt auf.
Vorlage S. 195
529
CASSIUS.
Vorlage S. 195
530
Wer da?
Vorlage S. 195
531
CASCA.
Vorlage S. 195
532
Ein Römer.
Vorlage S. 195
533
CASSIUS.
Vorlage S. 195
534
Casca, nach der Stimme.
Vorlage S. 195
535
CASCA.
Vorlage S. 195
536
Eu'r Ohr ist gut. Cassius, welch eine Nacht!
Vorlage S. 195
537
CASSIUS.
Vorlage S. 195
538
Die angenehmste Nacht für wackre Männer.
Vorlage S. 195
539
CASCA.
Vorlage S. 195
540
Wer sah den Himmel je so zornig drohn?
Vorlage S. 195
541
CASSIUS.
Vorlage S. 195
542
Die, welche so voll Schuld die Erde sahn.
Vorlage S. 195
543
Ich, für mein Teil, bin durch die Stadt gewandert,
Vorlage S. 195
544
Mich unterwerfend dieser grausen Nacht,
Vorlage S. 195
545
Und so entgürtet, Casca, wie Ihr seht,
Vorlage S. 195
546
Hab' ich die Brust dem Donnerkeil entblößt.
Vorlage S. 195
547
Und wenn des Blitzes schlängelnd Blau zu öffnen
Vorlage S. 195
548
Des Himmels Busen schien, bot ich mich selbst
Vorlage S. 195
549
Dem Strahl des Wetters recht zum Ziele dar.
Vorlage S. 195
550
CASCA.
Vorlage S. 195
551
Warum versuchtet Ihr den Himmel so?
Vorlage S. 195
552
Es steht den Menschen Furcht und Zittern an,
Vorlage S. 195
553
Wenn die gewalt'gen Götter solche Boten
Vorlage S. 195
554
Furchtbarer Warnung, uns zu schrecken, senden.
Vorlage S. 195
555
CASSIUS.
Vorlage S. 195
556
O Casca! Ihr seid stumpf: der Lebensfunke,
Vorlage S. 195
557
Der glühen sollt' in Römern, fehlt Euch, oder
Vorlage S. 195
558
Ihr braucht ihn nicht. Ihr sehet bleich und starrt,
Vorlage S. 195
559
Von Furcht ergriffen und versenkt in Staunen,
Vorlage S. 195
560
Des Himmels ungewohnten Grimm zu schauen.
Vorlage S. 195
561
Doch wolltet Ihr den wahren Grund erwägen,
Vorlage S. 195
562
Warum die Feu'r, die irren Geister alle,
Vorlage S. 195
563
Was Tier' und Vögel macht vom Stamm entarten,
Vorlage S. 195
564
Und Greise faseln, Kinder prophezein;
Vorlage S. 195
565
Warum all diese Dinge ihr Gesetz,
Vorlage S. 195
566
Natur und angeschaffne Gaben wandeln
Vorlage S. 195
567
In Mißbeschaffenheit: nun, so erkennt Ihr,
Vorlage S. 195
568
Der Himmel hauchte diesen Geist in sie,
Vorlage S. 195
569
Dass sie der Furcht und Warnung Werkzeug würden
Vorlage S. 195
570
Für irgendeinen mißbeschaffnen Staat.
Vorlage S. 195
571
Nun könnt' ich, Casca, einen Mann dir nennen,
Vorlage S. 195
572
Ganz ähnlich dieser schreckenvollen Nacht,
Vorlage S. 195
573
Der donnert, blitzt, die Gräber öffnet, brüllt,
Vorlage S. 196
574
So wie der Löwe dort im Kapitol;
Vorlage S. 196
575
Ein Mann, nicht mächtiger als ich und du
Vorlage S. 196
576
An Leibeskraft, doch drohend angewachsen
Vorlage S. 196
577
Und furchtbar, wie der Ausbruch dieser Gärung.
Vorlage S. 196
578
CASCA.
Vorlage S. 196
579
s' ist Cäsar, den Ihr meint. Nicht, Cassius?
Vorlage S. 196
580
CASSIUS.
Vorlage S. 196
581
Es sei auch, wer es sei: die Römer haben
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582
Jetzt Mark und Bein, wie ihre Ahnen hatten.
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583
Doch weh uns! unsrer Väter Geist ist tot,
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584
Und das Gemüt der Mütter lenket uns,
Vorlage S. 196
585
Denn unser Joch und Dulden zeigt uns weibisch.
Vorlage S. 196
586
CASCA.
Vorlage S. 196
587
Ja freilich heißt's, gewillt sei der Senat,
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588
Zum König morgen Cäsarn einzusetzen;
Vorlage S. 196
589
Er soll zur See, zu Land die Krone tragen,
Vorlage S. 196
590
An jedem Ort, nur in Italien nicht.
Vorlage S. 196
591
CASSIUS.
Vorlage S. 196
592
Ich weiß, wohin ich diesen Dolch dann kehre:
Vorlage S. 196
593
Denn Cassius soll von Knechtschaft Cassius lösen.
Vorlage S. 196
594
Darin, ihr Götter, macht ihr Schwache stark,
Vorlage S. 196
595
Darin, ihr Götter, bändigt ihr Tyrannen:
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596
Noch felsenfeste Burg, noch eh'rne Mauern,
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597
Noch dumpfe Kerker, noch der Ketten Last
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598
Sind Hindernisse für des Geistes Stärke.
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599
Das Leben, dieser Erdenschranken satt,
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600
Hat stets die Macht, sich selber zu entlassen.
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601
Und weiß ich dies, so wiss' auch alle Welt:
Vorlage S. 196
602
Den Teil der Tyrannei, der auf mir liegt,
Vorlage S. 196
603
Werf' ich nach Willkür ab.
Vorlage S. 196
604
CASCA.
Vorlage S. 196
605
Das kann auch ich.
Vorlage S. 196
606
So trägt ein jeder Sklav' in eigner Hand
Vorlage S. 196
607
Gewalt, zu brechen die Gefangenschaft.
Vorlage S. 196
608
CASSIUS.
Vorlage S. 196
609
Warum denn wäre Cäsar ein Tyrann?
Vorlage S. 196
610
Der arme Mann! Ich weiß, er wär' kein Wolf,
Vorlage S. 196
611
Wenn er nicht säh', die Römer sind nur Schafe.
Vorlage S. 196
612
Er wär' kein Leu, wenn sie nicht Rehe wären.
Vorlage S. 196
613
Wer eilig will ein mächtig Feuer machen,
Vorlage S. 196
614
Nimmt schwaches Stroh zuerst: was für Gestrüpp
Vorlage S. 196
615
Ist Rom, und was für Plunder, wenn es dient
Vorlage S. 196
616
Zum schlechten Stoff, der einem schnöden Dinge
Vorlage S. 196
617
Wie Cäsar Licht verleiht? Doch oh, mein Gram!
Vorlage S. 197
618
Wo führtest du mich hin? Ich spreche dies
Vorlage S. 197
619
Vielleicht vor einem will'gen Knecht: dann weiß ich,
Vorlage S. 197
620
Dass ich muss Rede stehn; doch führ' ich Waffen,
Vorlage S. 197
621
Und mich bekümmern die Gefahren nicht.
Vorlage S. 197
622
CASCA.
Vorlage S. 197
623
Ihr sprecht mit Casca, einem Mann, der nie
Vorlage S. 197
624
Ein Ohrenbläser war. Hier meine Hand!
Vorlage S. 197
625
Werbt nur Partei zur Abstellung der Übel,
Vorlage S. 197
626
Und dieser Fuß soll Schritt mit jedem halten,
Vorlage S. 197
627
Der noch so weit geht.
Vorlage S. 197
628
CASSIUS.
Vorlage S. 197
629
Ein geschloßner Handel!
Vorlage S. 197
630
Nun, Casca, wisst: ich habe manche schon
Vorlage S. 197
631
Der Edelmütigsten von Rom beredet,
Vorlage S. 197
632
Mit mir ein Unternehmen zu bestehn
Vorlage S. 197
633
Von ehrenvoll-gefährlichem Erfolg.
Vorlage S. 197
634
Ich weiß, sie warten in Pompejus' Halle
Vorlage S. 197
635
Jetzt eben mein: denn in der furchtbar'n Nacht
Vorlage S. 197
636
Kann niemand unter freiem Himmel dauern.
Vorlage S. 197
637
Des Elementes Antlitz und Gestalt
Vorlage S. 197
638
Ist wie das Werk beschaffen, das wir treiben,
Vorlage S. 197
639
Höchst blutig, feurig und höchst fürchterlich.
Vorlage S. 197
640
Cinna tritt auf.
Vorlage S. 197
641
CASCA.
Vorlage S. 197
642
Seid still ein Weilchen, jemand kommt in Eil'.
Vorlage S. 197
643
CASSIUS.
Vorlage S. 197
644
Ich hör' am Gange, dass es Cinna ist;
Vorlage S. 197
645
Er ist ein Freund. – Cinna, wohin so eilig?
Vorlage S. 197
646
CINNA.
Vorlage S. 197
647
Euch sucht' ich. Wer ist das? Metellus Cimber?
Vorlage S. 197
648
CASSIUS.
Vorlage S. 197
649
Nein, es ist Casca, ein Verbündeter
Vorlage S. 197
650
Zu unsrer Tat. Werd' ich erwartet, Cinna?
Vorlage S. 197
651
CINNA.
Vorlage S. 197
652
Das ist mir lieb. Welch eine grause Nacht!
Vorlage S. 197
653
Ein paar von uns sahn seltsame Gesichte.
Vorlage S. 197
654
CASSIUS.
Vorlage S. 197
655
Werd' ich erwartet, sagt mir?
Vorlage S. 197
656
CINNA.
Vorlage S. 197
657
Ja.
Vorlage S. 197
658
Ihr werdet es. O Cassius! könntet Ihr
Vorlage S. 197
659
In unsern Bund den edlen Brutus ziehn –
Vorlage S. 197
660
CASSIUS.
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661
Seid ruhig! Guter Cinna, diesen Zettel,
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662
Seht, wie Ihr in des Prätors Stuhl ihn legt,
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Dass Brutus nur ihn finde; diesen werft
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Ihm in das Fenster; diesen klebt mit Wachs
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665
Ans Bild des alten Brutus! Dies getan,
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666
Kommt zu Pompejus' Hall' und trefft uns dort!
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Ist Decius Brutus und Trebonius da?
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668
CINNA.
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669
Ja, alle bis auf Cimber, und der sucht
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670
In Eurem Haus Euch auf. Gut, ich will eilen,
Vorlage S. 198
671
Die Zettel anzubringen, wie Ihr wünscht.
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672
CASSIUS.
Vorlage S. 198
673
Dann stellt Euch ein bei des Pompejus Bühne!
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Cinna ab.
Vorlage S. 198
675
Kommt, Casca, lasst uns beide noch vor Tag
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676
In seinem Hause Brutus sehn: Drei Viertel
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Von ihm sind unser schon; der ganze Mann
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Ergibt sich bei dem nächsten Angriff uns.
Vorlage S. 198
679
CASCA.
Vorlage S. 198
680
Oh, er sitzt hoch in alles Volkes Herzen,
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Und was in uns als Frevel nur erschiene,
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682
Sein Ansehn wird es, wie der Stein der Weisen,
Vorlage S. 198
683
In Tugend wandeln und in Würdigkeit.
Vorlage S. 198
684
CASSIUS.
Vorlage S. 198
685
Ihn, seinen Wert, wie sehr wir ihn bedürfen,
Vorlage S. 198
686
Habt Ihr recht wohl getroffen. Lasst uns gehn,
Vorlage S. 198
687
Es ist nach Mitternacht: wir wollen ihn
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688
Vor Tage wecken und uns sein versichern.
Vorlage S. 198
689
Ab.
Vorlage S. 198

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Deshalb« in diesem Textausschnitt? »Deshalb begrub hier diese Brust Entwürfe Von großem Werte, würdige Gedanken.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

4. Welcher Ausschnitt verweist mit einer Zeitangabe ausdrücklich auf eine frühere Zeit? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Als sich zu zählen zu den Söhnen Roms«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Möcht' ich, wenn ich Euch freundlich bitten darf,« B: »Betrügt Euch nicht: Hab' ich den Blick verschleiert,« C: »Doch weh uns! unsrer Väter Geist ist tot, Und das Gemüt der Mütter lenket uns, Denn unser Joch und Dulden zeigt uns weibisch.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Es gab noch mehr Possen, wenn …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »rauhen Fäuste, und warfen die schweißigen Nachtmützen in die Höhe, und gaben eine solche Last stinkenden Atems von sich, weil Cäsar die Krone ausschlug, dass Cäsar fast daran erstickt wäre; denn er ward ohnmächtig und fiel nieder, und ich für mein Teil wagte nicht zu«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »abzunutzen, damit ich wieder Arbeit kriege«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »abzunutzen, damit ich wieder Arbeit kriege« und »Von ihm sind unser schon; der ganze Mann«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Als sich zu zählen zu den Söhnen Roms«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Packt euch nach Haus, ihr Tagediebe!«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Lasst wohlbeleibte Männer um mich sein,«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Vor Tage wecken und uns sein versichern.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autor und namentlich belegte Übersetzung sind nach den geprüften Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE bereit.

Julius Cäsar

William Shakespeare: Sämtliche Werke in vier Bänden. Band 4, Herausgegeben von Anselm Schlösser. Berlin: Aufbau, 1975. Shakespeare, William 181- Berlin

Das Werk Julius Cäsar von Shakespeare, William ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Englisch

Englischer Originaltext in der digitalen Project-Gutenberg-Ausgabe. Die Vorlage nennt keine historische Druckausgabe. Unterschiedliche Bühnenfassungen, Szenenteilungen und historische Übersetzungen können voneinander abweichen. Keine Behauptung einer Erstfassung oder zeilengetreuen Entsprechung. Wortlaut, Rechtschreibung und Interpunktion dieser Quelle bleiben erhalten; nur HTML-Layout wird in Lesetext übertragen.

William Shakespeare: Julius Caesar. Project Gutenberg eBook 1522. Originalsprache Englisch; digitale Quelle unverändert archiviert.

Autorschaft und Ausgabe: William Shakespeare

Originaltext und Ausgabe ↗ · Project Gutenberg · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.