Choreografie
Einleitung
Choreografie ist das bewusste Gestalten und Ordnen von Bewegungen in Zeit und Raum. Du lernst, wie aus einzelnen Schritten eine ausdrucksstarke Tanzfolge entsteht. Zielgruppe: Jugendliche ab Klasse 7 und Einsteigerinnen und Einsteiger in Tanz, Theater und Bewegungskunst. Du benötigst Platz, bequeme Kleidung und gegebenenfalls Musik. Achte auf sichere Abstände und respektiere körperliche Grenzen.
Grundlagen und Gestaltung
Eine Choreografie verbindet Bewegung, Rhythmus, Raum und Ausdruck. Ein Motiv ist eine kurze charakteristische Bewegungsidee. Durch Wiederholung, Variation und Kontrast wird daraus eine erkennbare Form. Du kannst beispielsweise eine Drehung zweimal wiederholen und anschließend in eine langsame Bodenbewegung übergehen. Eine Choreografie muss nicht zu Musik entstehen; auch Stille, Sprache und Geräusche können ihren zeitlichen Rahmen bilden.
Rhythmus und musikalische Struktur
Ein Takt ordnet Schläge in wiederkehrende Gruppen. Im Tanz werden Bewegungen häufig in Achtzählzeiten organisiert, aber nicht jede Musik hat acht Schläge pro Takt. Das Tempo beschreibt die Geschwindigkeit des Pulses. Akzente setzen einzelne Momente hervor. Probiere eine Folge über acht Zählzeiten: zwei Schritte, eine Pause, eine Drehung und eine gehaltene Pose. Vergleiche die Wirkung bei langsamem und schnellem Tempo.
Raum, Ebenen und Formationen
Der Bühnenraum lässt sich durch Wege, Richtungen, Abstände und Höhenebenen gestalten. Eine Diagonale wirkt anders als ein Kreis. Eine Formation ist die räumliche Anordnung mehrerer Tanzender. Hohe, mittlere und tiefe Ebenen schaffen Kontraste. Plane Übergänge so, dass niemand zusammenstößt. Nutze eine Skizze mit Startpunkten, Laufwegen und Endpositionen; überprüfe die Sichtlinien aus dem Publikum.
Dynamik, Ausdruck und Zusammenarbeit
Dynamik beschreibt hier Bewegungsqualitäten wie kraftvoll, weich, plötzlich oder fließend. Mimik, Blickrichtung und Körperhaltung können eine Aussage unterstützen. Bei einer Gruppenarbeit sind klare Absprachen und freiwillige Teilnahme wichtig. Unisono bedeutet, dass alle dieselbe Bewegung gleichzeitig ausführen; beim Kanon beginnt dieselbe Folge zeitversetzt. Beide Verfahren verändern die Wirkung, ohne dass neue Schritte nötig sind.
Entwurf, Probe und Aufführung
Beginne mit einer Idee, wähle drei bis fünf Bewegungsmotive und ordne sie in Anfang, Hauptteil und Schluss. Notiere Zählzeiten und Raumwege in einer einfachen Tanznotation. Proben helfen, Timing, Übergänge und Sicherheit zu verbessern. Nimm eine Probe nur mit Einwilligung aller Beteiligten auf. Gib konkretes Feedback: Was war gut erkennbar? Wo waren Übergänge unklar? Eine Aufführung kann live oder als freiwillig freigegebenes Video erfolgen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Prüfe dein Wissen
Was bezeichnet Choreografie? (Bewusste Gestaltung von Bewegungen) (!Nur die Auswahl eines Kostüms) (!Ausschließlich spontanes Tanzen) (!Nur das Abspielen von Musik)
Was ist ein Bewegungsmotiv? (Eine kurze charakteristische Bewegungsfolge) (!Eine Bühnenlampe) (!Ein Musikinstrument) (!Ein Tanzschuh)
Was bedeutet Unisono? (Gleichzeitige gleiche Bewegung) (!Zeitversetzter Einsatz) (!Tanzen ohne Musik) (!Beliebige Wege)
Was beschreibt ein Kanon? (Zeitversetzte Wiederholung derselben Folge) (!Alle stehen still) (!Nur schnelle Schritte) (!Eine einzelne Pose)
Was bedeutet Tempo? (Geschwindigkeit des Grundpulses) (!Lautstärke allein) (!Größe der Bühne) (!Anzahl der Personen)
Was ist eine Formation? (Räumliche Anordnung der Tanzenden) (!Farbe der Kleidung) (!Art des Lautsprechers) (!Länge der Pause)
Welche Gestaltung nutzt Ebenen? (Wechsel zwischen hoch und tief) (!Nur gleiche Blickrichtung) (!Nur ein Kostümwechsel) (!Ausschließlich Klatschen)
Warum sind Übergänge wichtig? (Sie verbinden Bewegungen sicher und verständlich) (!Sie ersetzen jede Probe) (!Sie verhindern Ausdruck) (!Sie legen Musikrechte fest)
Welche Rückmeldung ist hilfreich? (Der Wechsel in den Kreis war noch unklar) (!Das war einfach schlecht) (!Du kannst gar nichts) (!Mir ist alles egal)
Was ist bei Probeaufnahmen wichtig? (Einwilligung der Beteiligten) (!Automatische Veröffentlichung) (!Heimliche Aufzeichnung) (!Verzicht auf Absprachen)
Memory
| Motiv | Kurze wiedererkennbare Bewegungsidee |
| Kanon | Zeitversetzter Beginn derselben Folge |
| Unisono | Gleichzeitige Ausführung derselben Bewegung |
| Formation | Räumliche Anordnung einer Gruppe |
| Akzent | Besonders hervorgehobener Zeitpunkt |
Drag and Drop
| Ordne den Begriff zu | Beschreibung |
|---|---|
| Raumweg | Verlauf einer Bewegung über die Fläche |
| Pose | Bewusst gehaltene Körperposition |
| Variation | Gezielte Veränderung eines Motivs |
| Kontrast | Deutlicher Gegensatz zweier Bewegungen |
| Probe | Wiederholtes Üben und Überprüfen |
Kreuzworträtsel
| Rhythmus | Zeitliche Ordnung von Schlägen und Bewegungen? |
| Motiv | Kurze wiedererkennbare Bewegungsidee? |
| Kanon | Zeitversetzte Ausführung derselben Folge? |
| Tempo | Geschwindigkeit des Grundpulses? |
| Pose | Bewusst gehaltene Körperposition? |
| Bühne | Ort einer szenischen Aufführung? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Bewegungsmotiv: Erfinde ein Motiv mit vier Bewegungen und führe es vor.
- Rhythmus: Klatsche acht Zählzeiten und ergänze passende Schritte.
- Raumwege: Zeichne zwei unterschiedliche Wege durch einen sicheren Bewegungsraum.
- Ausdruck: Zeige dieselbe Pose einmal freudig und einmal nachdenklich.
Standard
- Variation: Verändere ein Motiv durch Tempo und Richtung.
- Formation: Entwirf zwei Formationen für vier Personen.
- Kanon: Erprobe einen zeitversetzten Einsatz mit deiner Gruppe.
- Feedback: Beobachte eine freiwillige Vorführung und gib zwei konkrete Hinweise.
Schwer
- Dramaturgie: Entwirf eine Choreografie mit erkennbarem Anfang, Höhepunkt und Schluss.
- Tanznotation: Dokumentiere Zählzeiten, Wege und Übergänge für eine Gruppe.
- Vergleich: Vergleiche die Wirkung von Unisono und Kanon anhand eigener Proben.
- Aufführung: Präsentiere ein sicheres Gruppenstück und begründe deine Gestaltungsentscheidungen.


Lernkontrolle
- Rhythmus: Erkläre, wie ein Wechsel des Tempos die Wirkung einer Bewegungsfolge verändert.
- Raum: Begründe, warum eine Kreisformation andere Sichtlinien als eine Reihe bietet.
- Kanon: Entwickle einen Einsatzplan für drei Gruppen und erläutere ihn.
- Dynamik: Vergleiche eine fließende und eine abgehackte Ausführung desselben Motivs.
- Sicherheit: Überarbeite einen Raumweg, damit Begegnungen ohne Zusammenstoß möglich sind.
Lernnachweis
Du kannst eine Choreografie mit Anfang, Entwicklung und Schluss gestalten, Rhythmus und Raumwege erläutern, Unisono und Kanon praktisch unterscheiden, Sicherheitsabstände einhalten und anhand nachvollziehbarer Kriterien Feedback geben. Als Produkte eignen sich eine Skizze, eine Bewegungsnotation und eine freiwillige Livepräsentation.
OER und Wikipedia
Weiterführende offene Nachschlagewerke: Choreografie in der Wikipedia und Wikimedia Commons: Choreography. Für die Medienauswahl prüfst du auf der jeweiligen Commons-Dateiseite Urheber, Lizenz, Namensnennung und mögliche Persönlichkeitsrechte. Nicht verifizierte Bild-, Audio- und Videodateien werden hier bewusst nicht eingebettet.
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