Deutsch · Abschnitt 2 von 7
Erster Aufzug
1 Erste Szene
Vorlage S. 596 2 In einem Schiffe auf der See. Ein Ungewitter mit Donner und Blitz.
Vorlage S. 596 3 Ein Schiffspatron und ein Bootsmann.
Vorlage S. 596 4 SCHIFFSPATRON.
Vorlage S. 596 5 Bootsmann –
Vorlage S. 596 6 BOOTSMANN.
Vorlage S. 596 7 Hier, Patron! Was gibt's?
Vorlage S. 596 8 SCHIFFSPATRON.
Vorlage S. 596 9 Gut! Sprecht mit den Matrosen! Greift frisch an, oder wir treiben auf den Strand. Rührt euch! rührt euch! Ab.
Vorlage S. 596 10 Matrosen kommen.
Vorlage S. 596 11 BOOTSMANN.
Vorlage S. 596 12 Heisa, Kinder! Lustig, lustig, Kinder! Frisch daran! Zieht das Bramsegel ein! Passt auf des Patrons Pfeife! – Ei so blase, dass du bersten möchtest, wenn Platz genug da ist!
Vorlage S. 596 13 Alonso, Sebastian, Antonio, Ferdinand, Gonzalo und andre kommen.
Vorlage S. 596 15 Guter Bootsmann, trage Sorge! Wo ist der Patron? Haltet euch brav!
Vorlage S. 596 16 BOOTSMANN.
Vorlage S. 596 17 Ich bitte Euch, bleibt unten!
Vorlage S. 596 19 Wo ist der Patron, Bootsmann?
Vorlage S. 596 20 BOOTSMANN.
Vorlage S. 596 21 Hört Ihr ihn nicht? Ihr seid uns im Wege; bleibt in der Kajüte! Ihr steht dem Sturme bei!
Vorlage S. 596 23 Freund, seid doch ruhig!
Vorlage S. 596 24 BOOTSMANN.
Vorlage S. 596 25 Wenn's die See ist. Fort! Was fragen die Brausewinde nach dem Namen König? In die Kajüte! Still! Stört uns nicht!
Vorlage S. 596 27 Gut, aber bedenk', wen du am Bord hast!
Vorlage S. 596 28 BOOTSMANN.
Vorlage S. 596 29 Niemand, den ich lieber habe als mich selbst. Ihr seid Rat; könnt Ihr diesen Elementen Stillschweigen gebieten und auf der Stelle Frieden stiften, so wollen wir kein Tau mehr anrühren: gebraucht nur Euer Ansehen! Wo nicht, so dankt Gott, dass Ihr so lange gelebt habt, und bereitet Euch in der Kajüte auf Euer Stündlein, wenn es schlagen sollte. – Lustig, liebe Kinder! – Aus dem Wege, sag' ich! Ab.
Vorlage S. 596 31 Der Kerl gereicht mir zu großem Trost; mir deucht, er sieht nicht nach dem Ersaufen aus: er hat ein echtes Galgengesicht. Gutes Schicksal, bestehe drauf, ihn zu hängen! Mach' den Strick seines Verhängnisses zu unserm Ankertau, denn unsres hilft nicht viel. Wenn er nicht zum Hängen geboren ist, so steht es kläglich mit uns.
Vorlage S. 597 33 Der Bootsmann kommt wieder.
Vorlage S. 597 34 BOOTSMANN.
Vorlage S. 597 35 Herunter mit der Bramstange! Frisch! Tiefer! Tiefer! Versucht mit dem Schönfahrsegel zu treiben!
Vorlage S. 597 36 Ein Geschrei drinnen.
Vorlage S. 597 37 Hol' der Henker das Heulen! Sie überschreien das Ungewitter und unsre Verrichtungen. –
Vorlage S. 597 38 Sebastian, Antonio und Gonzalo kommen zurück.
Vorlage S. 597 39 Doch wieder da? Was wollt ihr hier? Sollen wir's aufgeben und ersaufen? Habt ihr Lust, zu sinken?
Vorlage S. 597 40 SEBASTIAN.
Vorlage S. 597 41 Die Pest fahr' Euch in den Hals, bellender, gotteslästerlicher ‹,unchristlicher› Hund, der Ihr seid!
Vorlage S. 597 42 BOOTSMANN.
Vorlage S. 597 43 Arbeitet Ihr denn!
Vorlage S. 597 45 An den Galgen, du Hund! Du hundsföttischer, unverschämter Lärmer, wir fürchten uns weniger zu ersaufen als du.
Vorlage S. 597 47 Ich stehe ihm fürs Ersaufen, wenn das Schiff auch so dünne wie eine Nußschale wäre und so leck wie eine lockre Dirne.
Vorlage S. 597 48 BOOTSMANN.
Vorlage S. 597 49 Legt das Schiff hart an den Wind! Setzt zwei Segel auf! Wieder in See! Legt ein!
Vorlage S. 597 50 Matrosen mit durchnäßten Kleidern kommen.
Vorlage S. 597 51 MATROSEN.
Vorlage S. 597 52 Wir sind verloren! Betet! sind verloren!
Vorlage S. 597 53 BOOTSMANN.
Vorlage S. 597 54 Was? Müssen wir ins kalte Bad?
Vorlage S. 597 56 Der Prinz und König beten: tun wir's auch;
Vorlage S. 598 57 Wir sind in gleichem Fall.
Vorlage S. 598 58 SEBASTIAN.
Vorlage S. 598 59 Ich bin ganz wütend.
Vorlage S. 598 61 So prellen Säufer uns um unser Leben.
Vorlage S. 598 62 Der weitgemaulte Schurk'! – Lägst du ersaufend,
Vorlage S. 598 63 Zehn Fluten lang durchweicht!
Vorlage S. 598 65 Er wird doch hängen,
Vorlage S. 598 66 Schwür' jeder Tropfe Wassers auch dawider
Vorlage S. 598 67 Und gähnt', ihn zu verschlingen!
Vorlage S. 598 68 Ein verworrner Lärm im Schiffsraum; »Gott sei uns gnädig! – Wir scheitern! wir scheitern! – Lebt wohl, Weib und Kinder! – Leb wohl, Bruder! – Wir scheitern! wir scheitern! wir scheitern!«
Vorlage S. 598 70 So lasst uns alle mit dem König sinken! Ab.
Vorlage S. 598 71 SEBASTIAN.
Vorlage S. 598 72 Lasst uns Abschied von ihm nehmen! Ab.
Vorlage S. 598 74 Jetzt gäb' ich tausend Hufen See für einen Morgen dürren Landes: hohe Heide, braune Geniste, was es auch wäre. Der Wille droben geschehe, aber ich stürbe gern eines trocknen Todes! Ab.
Vorlage S. 598 75 Zweite Szene
Vorlage S. 598 76 Die bezauberte Insel, vor Prosperos Zelle.
Vorlage S. 598 77 Prospero und Miranda treten auf.
Vorlage S. 598 79 Wenn Eure Kunst, mein liebster Vater, so
Vorlage S. 598 80 Die wilden Wasser toben hieß, so stillt sie!
Vorlage S. 598 81 Der Himmel, scheint es, würde Schwefel regnen,
Vorlage S. 598 82 Wenn nicht die See, zur Stirn der Feste steigend,
Vorlage S. 598 83 Das Feuer löschte. Oh, ich litt mit ihnen,
Vorlage S. 598 84 Die ich so leiden sah: ein wackres Schiff,
Vorlage S. 598 85 Das sicher herrliche Geschöpfe trug,
Vorlage S. 598 86 In Stücke ganz zerschmettert! Oh, der Schrei
Vorlage S. 598 87 Ging mir ans Herz! Die Armen, sie versanken!
Vorlage S. 598 88 Wär' ich ein Gott der Macht gewesen, lieber
Vorlage S. 598 89 Hätt' ich die See versenket in den Grund,
Vorlage S. 598 90 Eh' sie das gute Schiff verschlingen dürfen
Vorlage S. 598 91 Samt allen Seelen drinnen.
Vorlage S. 598 92 PROSPERO.
Vorlage S. 598 93 Fasse dich!
Vorlage S. 598 94 Nichts mehr von Schreck! Sag deinem weichen Herzen:
Vorlage S. 599 95 Kein Leid geschah.
Vorlage S. 599 97 O Tag des Wehs!
Vorlage S. 599 98 PROSPERO.
Vorlage S. 599 99 Kein Leid.
Vorlage S. 599 100 Ich tat nichts als aus Sorge nur für dich,
Vorlage S. 599 101 Für dich, mein Teuerstes, dich, meine Tochter,
Vorlage S. 599 102 Die unbekannt ist mit sich selbst, nicht wissend,
Vorlage S. 599 103 Woher ich bin, und dass ich viel was Höhers
Vorlage S. 599 104 Als Prospero, Herr einer armen Zelle,
Vorlage S. 599 105 Und dein nicht größrer Vater.
Vorlage S. 599 106 MIRANDA.
Vorlage S. 599 107 Mehr zu wissen,
Vorlage S. 599 108 Geriet mir niemals in den Sinn.
Vorlage S. 599 109 PROSPERO.
Vorlage S. 599 110 's ist Zeit,
Vorlage S. 599 111 Dir mehr zu offenbaren. Leih' die Hand
Vorlage S. 599 112 Und nimm den Zaubermantel von mir!
Vorlage S. 599 113 Er legt den Mantel nieder.
Vorlage S. 599 115 Da lieg' nun, meine Kunst! Du, trockne dir
Vorlage S. 599 116 Die Augen; sei getrost! Das grause Schauspiel
Vorlage S. 599 117 Des Schiffbruchs, so des Mitleids ganze Kraft
Vorlage S. 599 118 In dir erregt, hab' ich mit solcher Vorsicht
Vorlage S. 599 119 Durch meine Kunst so sicher angeordnet,
Vorlage S. 599 120 Dass keine Seele – nein, kein Haar gekrümmt
Vorlage S. 599 121 Ist irgendeiner Kreatur im Schiff,
Vorlage S. 599 122 Die schrein du hörtest, die du sinken sahst.
Vorlage S. 599 123 Setz' dich! Du musst nun mehr erfahren.
Vorlage S. 599 124 MIRANDA.
Vorlage S. 599 126 Begannt Ihr mir zu sagen, wer ich bin.
Vorlage S. 599 127 Doch bracht Ihr ab, ließt mich vergebnem Forschen
Vorlage S. 599 128 Und schlosset: Wart'! Noch nicht!
Vorlage S. 599 129 PROSPERO.
Vorlage S. 599 130 Die Stund' ist da,
Vorlage S. 599 131 Ja die Minute fodert dein Gehör.
Vorlage S. 599 132 Gehorch' und merke! Kannst du dich einer Zeit
Vorlage S. 599 133 Erinnern, eh' zu dieser Zell' wir kamen?
Vorlage S. 599 134 Kaum glaub' ich, dass du's kannst: denn damals warst du
Vorlage S. 599 135 Noch nicht drei Jahr alt.
Vorlage S. 599 136 MIRANDA.
Vorlage S. 599 137 Allerdings, ich kann's.
Vorlage S. 599 138 PROSPERO.
Vorlage S. 599 139 Woran? An andern Häusern, andern Menschen?
Vorlage S. 599 140 Sag mir das Bild von irgendeinem Ding,
Vorlage S. 600 141 Das dir im Sinn geblieben.
Vorlage S. 600 142 MIRANDA.
Vorlage S. 600 143 's ist weit weg,
Vorlage S. 600 144 Und eher wie ein Traum als wie Gewissheit,
Vorlage S. 600 145 Die mein Gedächtnis aussagt. Hatt' ich nicht
Vorlage S. 600 146 Vier bis fünf Frauen einst zu meiner Wartung?
Vorlage S. 600 147 PROSPERO.
Vorlage S. 600 148 Die hatt'st du – mehr, Miranda: doch wie kömmt's,
Vorlage S. 600 149 Dass dies im Geist dir lebt? Was siehst du sonst
Vorlage S. 600 150 Im dunkeln Hintergrund und Schoß der Zeit?
Vorlage S. 600 151 Besinnst du dich auf etwas, eh' du herkamst,
Vorlage S. 600 152 So kannst du, wie du kamst.
Vorlage S. 600 153 MIRANDA.
Vorlage S. 600 154 Das tu' ich aber nicht.
Vorlage S. 600 155 PROSPERO.
Vorlage S. 600 156 Zwölf Jahr, Miranda, sind es her, zwölf Jahre,
Vorlage S. 600 157 Da war dein Vater Mailands Herzog, und
Vorlage S. 600 158 Ein mächt'ger Fürst.
Vorlage S. 600 159 MIRANDA.
Vorlage S. 600 160 Seid Ihr denn nicht mein Vater?
Vorlage S. 600 161 PROSPERO.
Vorlage S. 600 162 Ein Tugendbild war deine Mutter, und
Vorlage S. 600 163 Sie gab dich mir als Tochter, und dein Vater
Vorlage S. 600 164 War Mailands Herzog; seine einz'ge Erbin
Vorlage S. 600 165 Prinzessin, nichts Geringers.
Vorlage S. 600 166 MIRANDA.
Vorlage S. 600 167 Lieber Himmel!
Vorlage S. 600 168 Welch böser Streich, dass wir von dannen mussten.
Vorlage S. 600 169 Wie? Oder war's zum Glücke?
Vorlage S. 600 170 PROSPERO.
Vorlage S. 600 171 Beides, Liebe:
Vorlage S. 600 172 Ein böser Streich verdrängt' uns, wie du sagst,
Vorlage S. 600 173 Doch unser gutes Glück half uns hieher.
Vorlage S. 600 174 MIRANDA.
Vorlage S. 600 175 Oh, wie das Herz mir blutet, wenn ich denke,
Vorlage S. 600 176 Wie viel Beschwer ich damals Euch gemacht,
Vorlage S. 600 177 Wovon ich nichts mehr weiß! Beliebt's Euch, weiter?
Vorlage S. 600 178 PROSPERO.
Vorlage S. 600 179 Mein Bruder und dein Oheim – er hieß Antonio –
Vorlage S. 600 180 Ich bitte dich, gib Achtung! – dass ein Bruder
Vorlage S. 600 181 So treulos sein kann! – er, den ich nächst dir
Vorlage S. 600 182 Vor aller Welt geliebt und ihm die Führung
Vorlage S. 600 183 Des Landes anvertraut, das zu der Zeit
Vorlage S. 600 184 Die Krone aller Herzogtümer war,
Vorlage S. 600 185 Wie Prospero der Fürsten; dafür galt er
Vorlage S. 600 186 Der Würde nach und in den freien Künsten
Vorlage S. 600 187 Ganz ohnegleichen. Dieser nur beflissen,
Vorlage S. 601 188 Warf ich das Regiment auf meinen Bruder
Vorlage S. 601 189 Und wurde meinem Lande fremd, verzückt
Vorlage S. 601 190 Und hingerissen in geheimes Forschen.
Vorlage S. 601 191 Dein falscher Oheim – aber merkst du auf?
Vorlage S. 601 192 MIRANDA.
Vorlage S. 601 193 Mein Vater, sehr genau.
Vorlage S. 601 194 PROSPERO.
Vorlage S. 601 195 Sobald er ausgelernt, wie man Gesuche
Vorlage S. 601 196 Gewährt, wie abschlägt; wen man muss erhöhn,
Vorlage S. 601 197 Und wen als üpp'gen Schößling fällen: schuf er
Vorlage S. 601 198 Geschöpfe neu, die mir gehörten; tauschte,
Vorlage S. 601 199 Versteh' mich, oder formte neu sie. So
Vorlage S. 601 200 Hatt' er der Diener und des Dienstes Schlüssel
Vorlage S. 601 201 Und stimmte jedes Herz im Staat zur Weise,
Vorlage S. 601 202 Die seinem Ohr gefiel; war nun das Efeu,
Vorlage S. 601 203 Das meinen herzoglichen Stamm versteckt,
Vorlage S. 601 204 Das Grün mir ausgesogen. – Doch du hörst nicht.
Vorlage S. 601 205 MIRANDA.
Vorlage S. 601 206 O lieber Herr, ich tu's.
Vorlage S. 601 207 PROSPERO.
Vorlage S. 601 208 Ich bitte dich, gib Achtung!
Vorlage S. 601 209 Dass nun ich so mein zeitlich Teil versäumte,
Vorlage S. 601 210 Der Still' ergeben, mein Gemüt zu bessern
Vorlage S. 601 211 Bemüht mit dem, was, wär's nicht so geheim,
Vorlage S. 601 212 Des Volkes Schätzung überstieg', – dies weckte
Vorlage S. 601 213 In meinem falschen Bruder bösen Trieb.
Vorlage S. 601 Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Der Sturm“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Arthur Rackham · Public domain Bildquelle ↗ 214 Mein Zutraun, wie ein guter Vater, zeugte
Vorlage S. 601 215 Verrat von ihm, so groß im Gegenteil
Vorlage S. 601 216 Als mein Vertraun, das keine Grenzen hatte;
Vorlage S. 601 217 Ein ungemeßner Glaube. Er, nun Herr
Vorlage S. 601 218 Nicht nur von dem, was meine Renten trugen,
Vorlage S. 601 219 Auch allem sonst, was meiner Macht gebührte –
Vorlage S. 601 220 Wie einer, bis zur Wahrheit, durchs Erzählen
Vorlage S. 601 221 Zu solchem Sünder sein Gedächtnis macht,
Vorlage S. 601 222 Dass es der eignen Lüge traut – er glaubte,
Vorlage S. 601 223 Er sei der Herzog selbst, durch seine Stellvertretung
Vorlage S. 601 224 Und freies Walten mit der Hoheit äußerm Schein
Vorlage S. 601 225 Samt jedem Vorrecht; dadurch wuchs sein Ehrgeiz –
Vorlage S. 601 226 Hörst du?
Vorlage S. 601 227 MIRANDA.
Vorlage S. 601 228 Herr, die Geschichte könnte Taubheit heilen.
Vorlage S. 601 229 PROSPERO.
Vorlage S. 601 230 Um keine Scheid'wand zwischen dieser Rolle
Vorlage S. 601 231 Und dem zu sehn, für welchen er sie spielte,
Vorlage S. 602 232 Nimmt er sich vor, der unumschränkte Mailand
Vorlage S. 602 233 Durchaus zu sein. Mich armen Mann – mein Büchersaal
Vorlage S. 602 234 War Herzogtums genug –, für weltlich Regiment
Vorlage S. 602 235 Hält er mich ungeschickt; verbündet sich
Vorlage S. 602 236 (So lechzt' er nach Gewalt) mit Napels König,
Vorlage S. 602 237 Tribut zu zahlen, Huldigung zu tun,
Vorlage S. 602 238 Den Fürstenhut der Krone zu verpflichten,
Vorlage S. 602 239 Sein freies Herzogtum – ach, armes Mailand! –
Vorlage S. 602 240 Zu schnödem Dienst zu beugen.
Vorlage S. 602 241 MIRANDA.
Vorlage S. 602 242 Guter Himmel!
Vorlage S. 602 243 PROSPERO.
Vorlage S. 602 244 Hör', was er sich bedungen, und den Ausgang:
Vorlage S. 602 245 Dann sag mir, ob das wohl ein Bruder war.
Vorlage S. 602 246 MIRANDA.
Vorlage S. 602 247 Ich sündigte, wenn ich von Eurer Mutter
Vorlage S. 602 248 Nicht würdig dächte: mancher edle Schoß
Vorlage S. 602 249 Trug schlechte Söhne schon.
Vorlage S. 602 250 PROSPERO.
Vorlage S. 602 251 Nun die Bedingung.
Vorlage S. 602 252 Der König Napels, mein geschworner Feind,
Vorlage S. 602 253 Horcht dem Gesuche meines Bruders: nämlich
Vorlage S. 602 254 Er sollte, gegen die versprochnen Punkte
Vorlage S. 602 255 Von Lehnspflicht, und ich weiß nicht wie viel Zins,
Vorlage S. 602 256 Mich und die Meinen gleich vom Herzogtum
Vorlage S. 602 257 Austilgen und zu Lehn das schöne Mailand
Vorlage S. 602 258 Samt allen Würden meinem Bruder geben.
Vorlage S. 602 259 Drauf, als man ein Verräterheer geworben,
Vorlage S. 602 260 In einer Nacht, erkoren zu der Tat,
Vorlage S. 602 261 Schloß nun Antonio Mailands Tore auf,
Vorlage S. 602 262 Und in der mitternächt'gen Stille rissen
Vorlage S. 602 263 Die Diener seines Anschlags uns hinweg,
Vorlage S. 602 264 Mich und dich weinend Kind.
Vorlage S. 602 265 MIRANDA.
Vorlage S. 602 266 Ach, welch ein Jammer!
Vorlage S. 602 267 Ich, die vergessen, wie ich damals weinte,
Vorlage S. 602 268 Bewein' es jetzt aufs neu'; es ist ein Wink,
Vorlage S. 602 269 Der Tränen mir erpreßt.
Vorlage S. 602 270 PROSPERO.
Vorlage S. 602 271 Hör' noch ein wenig,
Vorlage S. 602 272 Dann bring' ich dich auf das Geschäft, das jetzt
Vorlage S. 602 273 Uns vorliegt, ohne welches die Geschichte
Vorlage S. 602 274 Sehr unnütz wär'.
Vorlage S. 602 275 MIRANDA.
Vorlage S. 602 276 Warum nicht brachten sie
Vorlage S. 603 277 Zur Stund' uns um?
Vorlage S. 603 278 PROSPERO.
Vorlage S. 603 279 Ja, Mädchen, gut gefragt!
Vorlage S. 603 280 Das Vor'ge heischt den Zweifel. Kind, sie wagten's nicht
Vorlage S. 603 281 (So treue Liebe trug das Volk zu mir),
Vorlage S. 603 282 Der Tat solch blutig Siegel aufzudrücken,
Vorlage S. 603 283 Und schminkten schöner den verruchten Zweck.
Vorlage S. 603 284 Sie rissen uns an eines Schiffleins Bord,
Vorlage S. 603 285 Dann ein paar Meilen seewärts; nahmen dort
Vorlage S. 603 286 Ein faul Geripp' von Boot, ganz abgetakelt,
Vorlage S. 603 287 Kein Mast noch Segel; selbst die Ratzen hatten's
Vorlage S. 603 288 Aus Furcht geräumt: da laden sie uns aus,
Vorlage S. 603 289 Zu weinen ins Gebrüll der See, zu seufzen
Vorlage S. 603 290 Den Winden, deren Mitleid, wieder seufzend,
Vorlage S. 603 291 Nur liebend weh uns tat.
Vorlage S. 603 292 MIRANDA.
Vorlage S. 603 293 Ach, welche Not
Vorlage S. 603 294 Macht' ich Euch damals!
Vorlage S. 603 295 PROSPERO.
Vorlage S. 603 296 Oh, ein Cherubim
Vorlage S. 603 297 Warst du, der mich erhielt! Du lächeltest,
Vorlage S. 603 298 Beseelt mit Unerschrockenheit vom Himmel,
Vorlage S. 603 299 Wann ich, die See mit salzen Tropfen füllend,
Vorlage S. 603 300 Ächzt' unter meiner Last; und das verlieh
Vorlage S. 603 301 Mir widersteh'nde Kraft, um auszuhalten,
Vorlage S. 603 302 Was auch mir widerführ'.
Vorlage S. 603 303 MIRANDA.
Vorlage S. 603 304 Wie kamen wir an Land?
Vorlage S. 603 305 PROSPERO.
Vorlage S. 603 306 Durch Gottes Lenkung.
Vorlage S. 603 307 Wir hatten etwas Speis' und frisches Wasser,
Vorlage S. 603 308 Das uns ein edler Neapolitaner,
Vorlage S. 603 309 Gonzalo, zum Vollbringer dieses Plans
Vorlage S. 603 310 Ernannt, aus Mitleid gab, nebst reichen Kleidern,
Vorlage S. 603 311 Auch Leinwand, Zeug und allerlei Gerät,
Vorlage S. 603 312 Das viel seitdem genützt: so, aus Leutseligkeit,
Vorlage S. 603 313 Da ihm bekannt, ich liebe meine Bücher,
Vorlage S. 603 314 Gab er mir Bänd' aus meinem Büchersaal,
Vorlage S. 603 315 Mehr wert mir als mein Herzogtum.
Vorlage S. 603 316 MIRANDA.
Vorlage S. 603 317 O könnt' ich
Vorlage S. 603 318 Den Mann je sehen!
Vorlage S. 603 319 PROSPERO.
Vorlage S. 603 320 Jetzt erheb' ich mich.
Vorlage S. 603 321 Bleib' still und hör' das Ende unsrer Seenot:
Vorlage S. 604 322 Zu diesem Eiland kamen wir, und hier
Vorlage S. 604 323 Hab' ich, dein Meister, weiter dich gebracht,
Vorlage S. 604 324 Als andre Fürsten können, bei mehr Muße
Vorlage S. 604 325 Zu eitler Lust und minder treuen Lehrern.
Vorlage S. 604 326 MIRANDA.
Vorlage S. 604 327 Der Himmel lohn' Euch das! Und nun, ich bitt' Euch
Vorlage S. 604 328 (Denn stets noch tobt mir's im Gemüt): Warum
Vorlage S. 604 329 Erregtet Ihr den Sturm?
Vorlage S. 604 330 PROSPERO.
Vorlage S. 604 331 So viel noch wisse:
Vorlage S. 604 332 Durch seltne Schickung hat das güt'ge Glück,
Vorlage S. 604 333 Jetzt meine werte Herrin, meine Feinde
Vorlage S. 604 334 An diesen Strand gebracht; mir zeigt die Kunde
Vorlage S. 604 335 Der Zukunft an, es hänge mein Zenit
Vorlage S. 604 336 An einem günst'gen Stern: versäum' ich's jetzt
Vorlage S. 604 337 Und buhl' um dessen Einfluss nicht, so richtet
Vorlage S. 604 338 Mein Glück sich nie mehr auf. – Hier lass dein Fragen.
Vorlage S. 604 339 Dich schläfert: diese Müdigkeit ist gut,
Vorlage S. 604 340 Und gib ihr nach! – Ich weiß, du kannst nicht anders.
Vorlage S. 604 341 Miranda schläft.
Vorlage S. 604 342 Herbei, mein Diener! Komm! Ich bin bereit.
Vorlage S. 604 343 Nah' dich, mein Ariel! Komm!
Vorlage S. 604 344 Ariel kommt.
Vorlage S. 604 346 Heil, großer Meister! Heil dir, weiser Herr!
Vorlage S. 604 347 Ich komme, deinen Winken zu begegnen.
Vorlage S. 604 348 Sei's Fliegen, Schwimmen, in das Feuer tauchen,
Vorlage S. 604 349 Auf krausen Wolken fahren: schalte nur
Vorlage S. 604 350 Durch dein gewaltig Wort mit Ariel
Vorlage S. 604 351 Und allen seinen Kräften.
Vorlage S. 604 352 PROSPERO.
Vorlage S. 604 353 Hast du, Geist,
Vorlage S. 604 354 Genau den Sturm vollbracht, den ich dir auftrug?
Vorlage S. 604 356 In jedem Punkt. Ich enterte das Schiff
Vorlage S. 604 357 Des Königs; jetzt am Schnabel, jetzt im Bauch,
Vorlage S. 604 358 Auf dem Verdeck, in jeglicher Kajüte
Vorlage S. 604 359 Flammt' ich Entsetzen; bald zerteilt' ich mich
Vorlage S. 604 360 Und brannt' an vielen Stellen; auf dem Mast,
Vorlage S. 604 361 An Stang' und Bugspriet flammt' ich abgesondert,
Vorlage S. 604 362 Floß dann in eins. Zeus' Blitze, die Verkünder
Vorlage S. 604 363 Des schreckbar'n Donnerschlags, sind schneller nicht
Vorlage S. 605 364 Und Blick-entrinnender; das Feu'r, die Stöße
Vorlage S. 605 365 Von schweflichtem Gekrach, sie stürmten, schien's,
Vorlage S. 605 366 Auf den gewaltigen Neptun und machten
Vorlage S. 605 367 Erbeben seine kühnen Wogen, ja
Vorlage S. 605 368 Den furchtbar'n Dreizack wanken.
Vorlage S. 605 369 PROSPERO.
Vorlage S. 605 370 Mein wackrer Geist! –
Vorlage S. 605 371 Wer war so fest, so standhaft, dem der Aufruhr
Vorlage S. 605 372 Nicht die Vernunft verwirrte?
Vorlage S. 605 374 Keine Seele,
Vorlage S. 605 375 Die nicht ein Fieber gleich den Tollen fühlte
Vorlage S. 605 376 Und Streiche der Verzweiflung übte. Alle,
Vorlage S. 605 377 Bis auf das Seevolk, sprangen in die schäum'ge Flut
Vorlage S. 605 378 Und flohn das Schiff, jetzt eine Glut durch mich.
Vorlage S. 605 379 Der Sohn des Königs, Ferdinand, sein Haar
Vorlage S. 605 380 Emporgesträubt wie Binsen, nicht wie Haar,
Vorlage S. 605 381 Sprang vor den andern, schrie: »Die Höll' ist ledig,
Vorlage S. 605 382 Und alle Teufel hier!«
Vorlage S. 605 383 PROSPERO.
Vorlage S. 605 384 Ei, lieber Geist!
Vorlage S. 605 385 Dies war doch nah beim Strand?
Vorlage S. 605 387 Ganz dicht, mein Meister!
Vorlage S. 605 388 PROSPERO.
Vorlage S. 605 389 Sie sind doch unversehrt?
Vorlage S. 605 391 Kein Haar gekrümmt,
Vorlage S. 605 392 Kein Fleck an den sie tragenden Gewändern,
Vorlage S. 605 393 Die frischer wie zuvor. Wie du mich hießest,
Vorlage S. 605 394 Zerstreut' ich sie in Rotten auf der Insel.
Vorlage S. 605 395 Den Sohn des Königs landet' ich für sich
Vorlage S. 605 396 Und ließ ihn dort, die Luft mit Seufzern kühlend:
Vorlage S. 605 397 In einem öden Winkel sitzt er, schlingt
Vorlage S. 605 398 Betrübt die Arme so.
Vorlage S. 605 399 PROSPERO.
Vorlage S. 605 400 Was machtest du,
Vorlage S. 605 401 Sag, mit dem Schiff des Königs, den Matrosen,
Vorlage S. 605 402 Der Flotte ganzem Rest?
Vorlage S. 605 404 Still liegt im Hafen
Vorlage S. 605 405 Des Königs Schiff in tiefer Bucht, allwo
Vorlage S. 605 406 Du einst um Mitternacht mich aufriefst, Tau
Vorlage S. 605 407 Zu holen von den stürmischen Bermudas;
Vorlage S. 605 408 Das Seevolk sämtlich in den Raum gepackt,
Vorlage S. 605 409 Wo ich durch Zauber nebst bestand'ner Müh'
Vorlage S. 606 410 Sie schlafend ließ; der Rest der Flotte endlich,
Vorlage S. 606 411 Den ich zerstreut, hat wieder sich vereint
Vorlage S. 606 412 Und kehrt nun auf der Mittelländ'schen Welle
Vorlage S. 606 413 Voll Trauer heim nach Napel,
Vorlage S. 606 414 Der Meinung, dass sie scheitern sahn das Schiff
Vorlage S. 606 415 Des Königs und sein hohes Haupt versinken.
Vorlage S. 606 416 PROSPERO.
Vorlage S. 606 417 Dein Auftrag, Ariel. ist genau erfüllt,
Vorlage S. 606 418 Doch gibt's noch mehr zu tun. Was ist's am Tage?
Vorlage S. 606 420 Schon über Mittagszeit.
Vorlage S. 606 421 PROSPERO.
Vorlage S. 606 422 Zwei Stundengläser
Vorlage S. 606 423 Aufs wenigste. Die Zeit von hier bis sechs
Vorlage S. 606 424 Bedürfen wir zum kostbarsten Gebrauch.
Vorlage S. 606 426 Mehr Arbeit noch? Da du mir Mühe gibst,
Vorlage S. 606 Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Der Sturm“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Arthur Rackham · Public domain Bildquelle ↗ 427 So lass mich dich an dein Versprechen mahnen,
Vorlage S. 606 428 Das mir noch nicht erfüllt ist.
Vorlage S. 606 429 PROSPERO.
Vorlage S. 606 430 Seht mir! Mürrisch?
Vorlage S. 606 431 Was kannst du denn verlangen?
Vorlage S. 606 433 Meine Freiheit.
Vorlage S. 606 434 PROSPERO.
Vorlage S. 606 435 Eh' deine Zeit noch um? Kein Wort!
Vorlage S. 606 437 O bitte!
Vorlage S. 606 438 Bedenk', ich hab' dir braven Dienst getan;
Vorlage S. 606 439 Ich log dir nie was vor, versah dir nichts,
Vorlage S. 606 440 Und murrt' und schmollte niemals. Du versprachst mir
Vorlage S. 606 441 Ein volles Jahr Erlass.
Vorlage S. 606 442 PROSPERO.
Vorlage S. 606 443 Vergisst du denn,
Vorlage S. 606 444 Von welcher Qual ich dich befreite?
Vorlage S. 606 447 PROSPERO.
Vorlage S. 606 448 Ja doch, und achtest groß es, zu betreten
Vorlage S. 606 449 Der salzen Tiefe Schlamm,
Vorlage S. 606 450 Zu rennen auf des Nordens scharfem Wind,
Vorlage S. 606 451 Mein Werk zu schaffen in der Erde Adern,
Vorlage S. 606 452 Wann sie von Froste starrt.
Vorlage S. 606 454 Fürwahr nicht, Herr.
Vorlage S. 606 455 PROSPERO.
Vorlage S. 606 456 Du lügst, boshaftes Ding! Vergaßest du
Vorlage S. 606 457 Die Hexe Sycorax, die Neid und Alter
Vorlage S. 606 458 Gekrümmt in einen Reif? Vergaßt du sie?
Vorlage S. 606 460 Nein, Herr.
Vorlage S. 606 461 PROSPERO.
Vorlage S. 607 462 Ja, sag' ich. Sprich, wo war sie her?
Vorlage S. 607 464 Aus Algier, Herr.
Vorlage S. 607 465 PROSPERO.
Vorlage S. 607 466 Ha, so? Ich muss dir einmal
Vorlage S. 607 467 In jedem Mond vorhalten, was du bist;
Vorlage S. 607 468 Denn du vergisst es. Die verruchte Hexe,
Vorlage S. 607 469 Die Sycorax, ward für unzähl'ge Frevel
Vorlage S. 607 470 Und Zauberei'n, wovor ein menschlich Ohr
Vorlage S. 607 471 Erschrecken muss, von Algier, wie du weißt,
Vorlage S. 607 472 Verbannt; um eines willen, das sie tat,
Vorlage S. 607 473 Verschonten sie ihr Leben. Ist's nicht wahr?
Vorlage S. 607 475 Ja, Herr.
Vorlage S. 607 476 PROSPERO.
Vorlage S. 607 477 Die Unholdin ward schwanger hergebracht.
Vorlage S. 607 478 Hier ließen sie die Schiffer. Du, mein Sklav'
Vorlage S. 607 479 (So sagst du selbst aus), warst ihr Diener damals.
Vorlage S. 607 480 Allein da du, ein allzuzarter Geist,
Vorlage S. 607 481 Ihr schnödes fleischliches Geheiß zu tun,
Vorlage S. 607 482 Dich ihrem großen Werk entzogst, verschloss sie
Vorlage S. 607 483 Mit ihrer stärkern Diener Hülfe dich,
Vorlage S. 607 484 In ihrer höchsten unbezähmbar'n Wut,
Vorlage S. 607 485 In einer Fichte Spalt; ein Dutzend Jahre
Vorlage S. 607 486 Hielt diese Kluft dich peinlich eingeklemmt.
Vorlage S. 607 487 Sie starb in dieser Zeit und ließ dich da,
Vorlage S. 607 488 Wo du Gestöhn ausstießest, unablässig,
Vorlage S. 607 489 Wie Mühlenräder klappern. Damals zierte
Vorlage S. 607 490 (Bis auf ein scheckig Wechselbalg, den Sohn,
Vorlage S. 607 491 Den sie hier warf) noch menschliche Gestalt
Vorlage S. 607 492 Dies Eiland nicht.
Vorlage S. 607 494 Ja, Caliban, ihr Sohn.
Vorlage S. 607 495 PROSPERO.
Vorlage S. 607 496 So sag' ich, dummes Ding! Der Caliban,
Vorlage S. 607 497 Der jetzt mir dienstbar ist. Du weißt am besten,
Vorlage S. 607 498 In welcher Marter ich dich fand. Dein Ächzen
Vorlage S. 607 499 Durchdrang der nie gezähmten Bären Brust
Vorlage S. 607 500 Und machte Wölfe heulen; eine Marter
Vorlage S. 607 501 War's für Verdammte, welche Sycorax
Vorlage S. 607 502 Nicht wieder lösen konnte: meine Kunst,
Vorlage S. 607 503 Als ich hieher kam und dich hörte, hieß
Vorlage S. 607 504 Die Fichte gähnen und heraus dich lassen.
Vorlage S. 607 506 Ich dank' dir, Meister.
Vorlage S. 607 507 PROSPERO.
Vorlage S. 607 508 Wenn du mehr noch murrst,
Vorlage S. 608 509 So will ich einen Eichbaum spalten und
Vorlage S. 608 510 Dich in sein knot'ges Eingeweide keilen,
Vorlage S. 608 511 Bis du zwölf Winter durchgeheult.
Vorlage S. 608 513 Verzeih'!
Vorlage S. 608 514 Ich will mich ja Befehlen fügen, Herr,
Vorlage S. 608 515 Und ferner zierlich spüken.
Vorlage S. 608 516 PROSPERO.
Vorlage S. 608 517 Tu' das, und in zwei Tagen
Vorlage S. 608 518 Entlass' ich dich.
Vorlage S. 608 520 Das sprach mein edler Meister.
Vorlage S. 608 521 Was soll ich tun? O sag, was soll ich tun?
Vorlage S. 608 522 PROSPERO.
Vorlage S. 608 523 Geh, werde gleich 'ner Nymphe! Dich erkenne
Vorlage S. 608 524 Nur mein und dein Gesicht: sei unsichtbar
Vorlage S. 608 525 Für jedes Auge sonst. Nimm diese Bildung
Vorlage S. 608 526 Und komm darin zurück. Geh! Fort! mit Eile!
Vorlage S. 608 527 Ariel ab.
Vorlage S. 608 528 Erwach', mein Herz! Erwach'! Hast wohl geschlafen:
Vorlage S. 608 529 Erwach'!
Vorlage S. 608 530 MIRANDA.
Vorlage S. 608 531 Das Wunderbare der Geschichte
Vorlage S. 608 532 Befing mit Schlaf mich.
Vorlage S. 608 533 PROSPERO.
Vorlage S. 608 534 Schüttl' ihn ab! Komm, lass uns
Vorlage S. 608 535 Zu Caliban, dem Sklaven, gehn, der nie
Vorlage S. 608 536 Uns freundlich Antwort gibt.
Vorlage S. 608 537 MIRANDA.
Vorlage S. 608 538 Er ist ein Bösewicht,
Vorlage S. 608 539 Den ich nicht ansehn mag.
Vorlage S. 608 540 PROSPERO.
Vorlage S. 608 541 Doch, wie's nun steht,
Vorlage S. 608 542 Ist er uns nötig; denn er macht uns Feuer,
Vorlage S. 608 543 Holt unser Holz, verrichtet mancherlei,
Vorlage S. 608 544 Das Nutzen schafft. He, Sklave! Caliban!
Vorlage S. 608 545 Du Erdkloß, sprich!
Vorlage S. 608 547 drinnen.
Vorlage S. 608 548 's ist Holz genug im Hause.
Vorlage S. 608 549 PROSPERO.
Vorlage S. 608 550 Heraus! sag' ich: es gibt noch andre Arbeit.
Vorlage S. 608 551 Schildkröte, komm! Wann wird's?
Vorlage S. 608 552 Ariel kommt zurück in Gestalt einer Wassernymphe.
Vorlage S. 608 553 Ach, schönes Luftbild! Schmucker Ariel,
Vorlage S. 608 554 Hör' insgeheim!
Vorlage S. 608 556 Mein Fürst, es soll geschehen.
Vorlage S. 608 558 PROSPERO.
Vorlage S. 608 559 Du gift'ger Sklav', gezeugt vom Teufel selbst
Vorlage S. 609 560 Mit deiner bösen Mutter! Komm heraus!
Vorlage S. 609 561 Caliban kommt.
Vorlage S. 609 562 CALIBAN.
Vorlage S. 609 563 So böser Tau, als meine Mutter je
Vorlage S. 609 564 Von faulem Moor mit Rabenfedern strich,
Vorlage S. 609 565 Fall' auf euch zwei! Ein Südwest blas' euch an
Vorlage S. 609 566 Und deck' euch ganz mit Schwären!
Vorlage S. 609 567 PROSPERO.
Vorlage S. 609 568 Dafür, verlaß dich drauf, sollst du zu Nacht
Vorlage S. 609 569 In Krämpfen liegen, Seitenstiche haben,
Vorlage S. 609 570 Die dir den Odem hemmen; Igel sollen
Vorlage S. 609 571 Die Nachtzeit durch, wo sie sich rühren dürfen,
Vorlage S. 609 572 An dir sich üben; zwicken soll dich's dicht
Vorlage S. 609 573 Wie Honigzellen, jeder Zwick mehr stechen
Vorlage S. 609 574 Als Bienen, die sie baun.
Vorlage S. 609 575 CALIBAN.
Vorlage S. 609 576 Ich muss zu Mittag essen. Dieses Eiland
Vorlage S. 609 577 Ist mein, von meiner Mutter Sycorax,
Vorlage S. 609 578 Das du mir wegnimmst. Wie du erstlich kamst,
Vorlage S. 609 579 Da streicheltest du mich und hielt'st auf mich,
Vorlage S. 609 580 Gabst Wasser mir mit Beeren drein und lehrtest
Vorlage S. 609 581 Das große Licht mich nennen und das kleine,
Vorlage S. 609 582 Die brennen tags und nachts; da liebt' ich dich
Vorlage S. 609 583 Und wies dir jede Eigenschaft der Insel:
Vorlage S. 609 584 Salzbrunnen, Quellen, fruchtbar Land und dürres.
Vorlage S. 609 585 Fluch, dass ich's tat, mir! Alle Zauberei
Vorlage S. 609 586 Der Sycorax, Molch, Schröter, Fledermaus befall' Euch!
Vorlage S. 609 587 Denn ich bin, was Ihr habt an Untertanen,
Vorlage S. 609 588 Mein eigner König sonst; und stallt mich hier
Vorlage S. 609 589 In diesen harten Fels, derweil Ihr mir
Vorlage S. 609 590 Den Rest des Eilands wehrt.
Vorlage S. 609 591 PROSPERO.
Vorlage S. 609 592 Du lügnerischer Sklav',
Vorlage S. 609 593 Der Schläge fühlt, nicht Güte! Ich verpflegte,
Vorlage S. 609 594 Kot wie du bist, dich menschlich; nahm dich auf
Vorlage S. 609 595 In meiner Zell', bis du versucht zu schänden
Vorlage S. 609 596 Die Ehre meines Kindes.
Vorlage S. 609 597 CALIBAN.
Vorlage S. 609 598 Ho, ho! Ich wollt', es wär' geschehn. Du kamst
Vorlage S. 609 599 Mir nur zuvor, ich hätte sonst die Insel
Vorlage S. 609 600 Mit Calibans bevölkert.
Vorlage S. 609 601 PROSPERO.
Vorlage S. 609 602 Schnöder Sklav',
Vorlage S. 610 603 In welchem keine Spur des Guten haftet,
Vorlage S. 610 604 Zu allem Bösen fähig! Ich erbarmte
Vorlage S. 610 605 Mich deiner, gab mir Müh', zum Sprechen dich
Vorlage S. 610 606 Zu bringen, lehrte jede Stunde dir
Vorlage S. 610 607 Dies oder jenes. Da du, Wilder, selbst
Vorlage S. 610 608 Nicht wusstest, was du wolltest, sondern nur
Vorlage S. 610 609 Höchst viehisch kollertest, versah ich dich
Vorlage S. 610 610 Mit Worten, deine Meinung kund zu tun.
Vorlage S. 610 611 Doch deiner niedern Art, obwohl du lerntest,
Vorlage S. 610 612 Hing etwas an, das edlere Naturen
Vorlage S. 610 613 Nicht um sich leiden konnten: darum wardst du
Vorlage S. 610 614 Verdienterweis' in diesen Fels gesperrt,
Vorlage S. 610 615 Der du noch mehr verdient als ein Gefängnis.
Vorlage S. 610 616 CALIBAN.
Vorlage S. 610 617 Ihr lehrtet Sprache mir, und mein Gewinn
Vorlage S. 610 618 Ist, dass ich weiß zu fluchen. Hol' die Pest Euch
Vorlage S. 610 619 Fürs Lehren Eurer Sprache!
Vorlage S. 610 620 PROSPERO.
Vorlage S. 610 621 Fort, Hexenbrut!
Vorlage S. 610 622 Schaff Holz her, und sei hurtig, rat' ich dir,
Vorlage S. 610 623 Um andres noch zu leisten! Zuckst du, Unhold?
Vorlage S. 610 624 Wenn du versäumest oder ungern tust,
Vorlage S. 610 625 Was ich befehle, foltr' ich dich mit Gichtern,
Vorlage S. 610 626 Füll' dein Gebein mit Schmerzen, mach' dich brüllen,
Vorlage S. 610 627 Dass Bestien zittern vor dem Lärm.
Vorlage S. 610 628 CALIBAN.
Vorlage S. 610 629 Nein, bitte!
Vorlage S. 610 630 Beiseit.
Vorlage S. 610 631 Ich muss gehorchen; seine Kunst bezwänge
Vorlage S. 610 632 Wohl meiner Mutter Gott, den Setebos,
Vorlage S. 610 633 Und macht' ihn zum Vasallen.
Vorlage S. 610 634 PROSPERO.
Vorlage S. 610 635 Fort denn, Sklav'!
Vorlage S. 610 636 Caliban ab.
Vorlage S. 610 637 Ariel kommt unsichtbar, spielend und singend. Ferdinand folgt ihm.
Vorlage S. 610 638 Ariels Lied
Vorlage S. 610 Kontextbild zum Werk. Historische Darstellung von William Shakespeare — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · Martin Droeshout · Public domain Bildquelle ↗ 640 Kommt auf diesen gelben Strand!
Vorlage S. 610 641 Fügt Hand in Hand!
Vorlage S. 610 642 Wann ihr euch geküsst, verneigt
Vorlage S. 610 643 (Die See nun schweigt):
Vorlage S. 610 644 Hier und dort behende springt,
Vorlage S. 610 645 Und den Chor, ihr Geister, singt!
Vorlage S. 611 646 Horch! Horch!
Vorlage S. 611 647 ZERSTREUTE STIMMEN.
Vorlage S. 611 648 Wau! Wau!
Vorlage S. 611 649 Es bellt der Hund:
Vorlage S. 611 650 ZERSTREUTE STIMMEN.
Vorlage S. 611 651 Wau! Wau!
Vorlage S. 611 652 Horch! Horch!
Vorlage S. 611 653 Der Hahn tut seine Wache kund,
Vorlage S. 611 654 Er kräht: Kikiriki!
Vorlage S. 611 655 FERDINAND.
Vorlage S. 611 656 Wo ist wohl die Musik? In der Luft? Auf Erden? –
Vorlage S. 611 657 Sie spielt nicht mehr: – sie dienet einem Gott
Vorlage S. 611 658 Der Insel sicherlich. Ich saß am Strand
Vorlage S. 611 659 Und weint' aufs neu' den König, meinen Vater:
Vorlage S. 611 660 Da schlich sie zu mir über die Gewässer
Vorlage S. 611 661 Und lindert' ihre Wut und meinen Schmerz
Vorlage S. 611 662 Mit süßer Melodie; dann folgt' ich ihr,
Vorlage S. 611 663 Sie zog vielmehr mich nach. Nun ist sie fort;
Vorlage S. 611 664 Da hebt sie wieder an.
Vorlage S. 611 667 Fünf Faden tief liegt Vater dein:
Vorlage S. 611 668 Sein Gebein wird zu Korallen;
Vorlage S. 611 669 Perlen sind die Augen sein:
Vorlage S. 611 670 Nichts an ihm, das soll verfallen,
Vorlage S. 611 671 Das nicht wandelt Meereshut
Vorlage S. 611 672 In ein reich und seltnes Gut.
Vorlage S. 611 673 Nymphen läuten stündlich ihm,
Vorlage S. 611 674 Da horch! ihr Glöcklein – Bim! Bim! Bim!
Vorlage S. 611 676 Bim! Bim! Bim!
Vorlage S. 611 677 FERDINAND.
Vorlage S. 611 678 Das Liedlein spricht von meinem toten Vater.
Vorlage S. 611 679 Dies ist kein sterblich Tun; der Ton gehört
Vorlage S. 611 680 Der Erde nicht: jetzt hör' ich droben ihn.
Vorlage S. 611 681 PROSPERO.
Vorlage S. 611 682 Zieh' deiner Augen Fransenvorhang auf
Vorlage S. 611 683 Und sag, was siehst du dort?
Vorlage S. 611 684 MIRANDA.
Vorlage S. 611 685 Was ist's? Ein Geist?
Vorlage S. 611 686 O Himmel, wie's umherschaut! Glaubt mir, Vater,
Vorlage S. 611 687 's ist herrlich von Gestalt; doch ist's ein Geist.
Vorlage S. 611 688 PROSPERO.
Vorlage S. 611 689 Nein, Kind, es isst und trinkt, hat solche Sinne
Vorlage S. 611 690 Wie wir ganz so. Der Knabe, den du siehst,
Vorlage S. 611 691 War bei dem Schiffbruch, und entstellt' ihn Gram,
Vorlage S. 611 692 Der Schönheit Wurm, nicht, nenntest du mit Recht
Vorlage S. 611 693 Ihn wohlgebildet. Er verlor die Freunde
Vorlage S. 612 694 Und schweift umher nach ihnen.
Vorlage S. 612 695 MIRANDA.
Vorlage S. 612 696 Nennen möcht' ich
Vorlage S. 612 697 Ein göttlich Ding ihn: nichts Natürliches
Vorlage S. 612 698 Sah ich so edel je.
Vorlage S. 612 699 PROSPERO
Vorlage S. 612 700 beiseit.
Vorlage S. 612 701 Ich seh', es geht
Vorlage S. 612 702 Nach Herzenswunsch. Geist! lieber Geist! Dafür
Vorlage S. 612 703 Wirst in zwei Tagen frei.
Vorlage S. 612 704 FERDINAND.
Vorlage S. 612 705 Gewiss die Göttin,
Vorlage S. 612 706 Der die Musik dient. – Gönnet meinem Wunsch
Vorlage S. 612 707 Zu wissen, ob Ihr wohnt auf dieser Insel;
Vorlage S. 612 708 Wollt Anleitung mir geben, wie ich hier
Vorlage S. 612 709 Mich muss betragen; meiner Bitten erste,
Vorlage S. 612 710 Zuletzt gesagt, ist diese: schönes Wunder,
Vorlage S. 612 711 Seid Ihr ein Mädchen oder nicht?
Vorlage S. 612 712 MIRANDA.
Vorlage S. 612 713 Kein Wunder,
Vorlage S. 612 714 Doch sicherlich ein Mädchen.
Vorlage S. 612 715 FERDINAND.
Vorlage S. 612 716 Meine Sprache! Himmel!
Vorlage S. 612 717 Ich bin der Höchste derer, die sie reden,
Vorlage S. 612 718 Wär' ich, wo man sie spricht.
Vorlage S. 612 719 PROSPERO.
Vorlage S. 612 720 Der Höchste? Wie?
Vorlage S. 612 721 Was wärst du, hörte dich der König Napels?
Vorlage S. 612 722 FERDINAND.
Vorlage S. 612 723 Ein Wesen, wie ich jetzo bin, erstaunt,
Vorlage S. 612 724 Dass du von Napel redest. Er vernimmt mich;
Vorlage S. 612 725 Ich weine, dass er's tut; ich selbst bin Napel
Vorlage S. 612 726 Und sah mit meinen Augen, ohne Ebbe
Vorlage S. 612 727 Seitdem, den König, meinen Vater, sinken.
Vorlage S. 612 728 MIRANDA.
Vorlage S. 612 729 O welch ein Jammer!
Vorlage S. 612 730 FERDINAND.
Vorlage S. 612 731 Ja glaubt es mir, samt allen seinen Edlen,
Vorlage S. 612 732 Der Herzog Mailands und sein guter Sohn
Vorlage S. 612 733 Auch unter dieser Zahl.
Vorlage S. 612 734 PROSPERO.
Vorlage S. 612 735 Der Herzog Mailands
Vorlage S. 612 736 Und seine beßre Tochter könnten leicht
Vorlage S. 612 737 Dich wider legen, wär' es an der Zeit. –
Vorlage S. 612 738 Beiseit.
Vorlage S. 612 739 Beim ersten Anblick tauschten sie die Augen.
Vorlage S. 612 740 Mein zarter Ariel, für diesen Dienst
Vorlage S. 612 741 Entlass' ich dich. – Ein Wort, mein Herr! Ich fürchte,
Vorlage S. 612 742 Ihr habt Euch selbst zu nah getan: ein Wort!
Vorlage S. 612 743 MIRANDA.
Vorlage S. 612 744 Was spricht mein Vater nur so rauh! Dies ist
Vorlage S. 613 745 Der dritte Mann, den ich gesehn; der erste,
Vorlage S. 613 746 Um den ich seufzte. Neig' auf meine Seite
Vorlage S. 613 747 Den Vater Mitleid doch!
Vorlage S. 613 748 FERDINAND.
Vorlage S. 613 749 Oh, wenn ein Mädchen,
Vorlage S. 613 750 Und Eure Neigung frei noch, mach' ich Euch
Vorlage S. 613 751 Zur Königin von Napel.
Vorlage S. 613 752 PROSPERO.
Vorlage S. 613 753 Sanft, Herr ! Noch ein Wort! –
Vorlage S. 613 754 Beiseit.
Vorlage S. 613 755 Eins ist des andern ganz: den schnellen Handel
Vorlage S. 613 756 Muss ich erschweren, dass nicht leichter Sieg
Vorlage S. 613 757 Den Preis verringre. – Noch ein Wort! Ich sag' dir,
Vorlage S. 613 758 Begleite mich! Du maßest einen Namen
Vorlage S. 613 759 Dir an, der dein nicht ist; und hast die Insel
Vorlage S. 613 760 Betreten als Spion, mir, ihrem Herrn,
Vorlage S. 613 761 Sie zu entwenden.
Vorlage S. 613 762 FERDINAND.
Vorlage S. 613 763 Nein, bei meiner Ehre!
Vorlage S. 613 764 MIRANDA.
Vorlage S. 613 765 Nichts Böses kann in solchem Tempel wohnen.
Vorlage S. 613 766 Hat ein so schönes Haus der böse Geist,
Vorlage S. 613 767 So werden gute Wesen neben ihm
Vorlage S. 613 768 Zu wohnen trachten.
Vorlage S. 613 769 PROSPERO.
Vorlage S. 613 770 Folge mir! – Du, sprich
Vorlage S. 613 771 Nicht mehr für ihn, 's ist ein Verräter. – Komm,
Vorlage S. 613 772 Ich will dir Hals und Fuß zusammen schließen;
Vorlage S. 613 773 Seewasser soll dein Trank sein, deine Nahrung
Vorlage S. 613 774 Bachmuscheln, welke Wurzeln, Hülsen, die
Vorlage S. 613 775 Der Eichel Wiege sind. Komm, folge!
Vorlage S. 613 776 FERDINAND.
Vorlage S. 613 778 Ich widerstehe der Begegnung, bis
Vorlage S. 613 779 Mein Feind mich übermannt.
Vorlage S. 613 780 Er zieht.
Vorlage S. 613 781 MIRANDA.
Vorlage S. 613 782 O lieber Vater,
Vorlage S. 613 783 Versucht ihn nicht zu rasch! Er ist ja sanft
Vorlage S. 613 784 Und nicht gefährlich.
Vorlage S. 613 785 PROSPERO.
Vorlage S. 613 786 Seht doch! will das Ei
Vorlage S. 613 787 Die Henne meistern? Weg dein Schwert, Verräter!
Vorlage S. 613 788 Du drohst, doch wagst du keinen Streich, weil Schuld
Vorlage S. 613 789 Dir das Gewissen drückt. Steh nicht zur Wehr!
Vorlage S. 613 790 Ich kann dich hier mit diesem Stab entwaffnen,
Vorlage S. 613 791 Dass dir das Schwert entsinkt.
Vorlage S. 613 792 MIRANDA.
Vorlage S. 614 793 Ich bitt' Euch, Vater!
Vorlage S. 614 794 PROSPERO.
Vorlage S. 614 795 Fort! Häng' dich nicht an meinen Rock!
Vorlage S. 614 796 MIRANDA.
Vorlage S. 614 797 Habt Mitleid!
Vorlage S. 614 798 Ich sage gut für ihn.
Vorlage S. 614 799 PROSPERO.
Vorlage S. 614 800 Schweig'! Noch ein Wort,
Vorlage S. 614 801 Und schelten müsst' ich dich, ja hassen. Was?
Vorlage S. 614 802 Wortführerin für den Betrüger? Still!
Vorlage S. 614 803 Du denkst, sonst gäb' es der Gestalten keine,
Vorlage S. 614 804 Weil du nur ihn und Caliban gesehn.
Vorlage S. 614 805 Du töricht Mädchen! Mit den meisten Männern
Vorlage S. 614 806 Verglichen, ist er nur ein Caliban,
Vorlage S. 614 807 Sie Engel gegen ihn.
Vorlage S. 614 808 MIRANDA.
Vorlage S. 614 809 So hat in Demut
Vorlage S. 614 810 Mein Herz gewählt; ich hege keinen Ehrgeiz,
Vorlage S. 614 811 Einen schönern Mann zu sehn.
Vorlage S. 614 812 PROSPERO
Vorlage S. 614 813 zu Ferdinand.
Vorlage S. 614 814 Komm mit! Gehorch'!
Vorlage S. 614 815 Denn deine Sehnen sind im Stand der Kindheit
Vorlage S. 614 816 Und haben keine Kraft.
Vorlage S. 614 817 FERDINAND.
Vorlage S. 614 818 Das sind sie auch:
Vorlage S. 614 819 Die Lebensgeister sind mir wie im Traum
Vorlage S. 614 820 Gefesselt. Meines Vaters Tod, die Schwäche,
Vorlage S. 614 821 So ich empfinde, aller meiner Freunde
Vorlage S. 614 822 Verderben, oder dieses Mannes Drohn,
Vorlage S. 614 823 In dessen Hand ich bin, ertrüg' ich leicht,
Vorlage S. 614 824 Dürft' ich nur einmal tags aus meinem Kerker
Vorlage S. 614 825 Dies Mädchen sehn! Mag Freiheit alle Winkel
Vorlage S. 614 826 Der Erde sonst gebrauchen: Raum genug
Vorlage S. 614 827 Hab' ich in solchem Kerker.
Vorlage S. 614 828 PROSPERO.
Vorlage S. 614 829 Es wirkt. – Komm mit!
Vorlage S. 614 830 Zu Ariel.
Vorlage S. 614 831 Das hast du gut gemacht, mein Ariel! –
Vorlage S. 614 832 Folgt mir!
Vorlage S. 614 833 Zu Ferdinand und Miranda.
Vorlage S. 614 834 Zu Ariel.
Vorlage S. 614 835 Vernimm, was sonst zu tun ist!
Vorlage S. 614 836 Spricht heimlich mit ihm.
Vorlage S. 614 837 MIRANDA.
Vorlage S. 614 838 Seid getrost!
Vorlage S. 614 839 Mein Vater, Herr, ist besserer Natur,
Vorlage S. 614 840 Als seine Red' ihn zeigt; was er jetzt tat,
Vorlage S. 614 841 Ist ungewohnt von ihm.
Vorlage S. 614 842 PROSPERO.
Vorlage S. 615 843 Frei sollst du sein.
Vorlage S. 615 844 Wie Wind' auf Bergen: tu' nur Wort für Wort,
Vorlage S. 615 845 Was ich dir aufgetragen!
Vorlage S. 615 847 Jede Silbe.
Vorlage S. 615 848 PROSPERO.
Vorlage S. 615 849 Kommt, folgt mir! – Sprich du nicht für ihn!
Vorlage S. 615 850 Alle ab.
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