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Buch - Eulenspiegel - Nestroy, Johann

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Originalwerk · Lesefassung

Eulenspiegel

Nestroy, Johann · 1801–1862

Eulenspiegel von Nestroy, Johann. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

DramaKlasse 9–10 · 11–136 Abschnitte
Porträt von Nestroy, Johann; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Nestroy, Johann · Unknown photographer · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 6

1. Akt

1
Erster Auftritt
Vorlage S. 348
2
Mädchen und Pursche, festlich geschmückt, füllen die Bühne; es werden Blumenkränze und Körbe unter sie verteilt, währenddem wird folgender Chor gesungen.
Vorlage S. 348
3
CHOR.
Vorlage S. 348
4
Das wird ein Tag der Freude sein,
Vorlage S. 348
5
Heut' ziehet unser Gutsherr ein.
Vorlage S. 348
6
Schwingt in der Luft den Blumenkranz,
Vorlage S. 348
7
Beim Feste winkt uns Spiel und Tanz,
Vorlage S. 348
8
Da wird gescherzt, da wird gelacht,
Vorlage S. 348
9
Der Jubel währt bis in die Nacht;
Vorlage S. 348
10
Heut' ziehet unser Gutsherr ein,
Vorlage S. 348
11
Das wird ein Tag der Freude sein!
Vorlage S. 348
12
Nach dem Chor alle links in den Hintergrund ab.
Vorlage S. 348
13
Zweiter Auftritt
Vorlage S. 348
14
Heinrich, Johann kommen in reicher Livree rechts aus dem Hintergrunde hervor und sehen sich vorsichtig nach allen Seiten um.
Vorlage S. 348
15
HEINRICH.
Vorlage S. 348
16
Jetzt, hoffe ich, wird der günstige Augenblick sein.
Vorlage S. 348
17
JOHANN.
Vorlage S. 348
18
Alles eilt schon zum Schloß hinauf, der Müller ist früher schon fortgegangen, du kannst also ungestört eine Viertelstunde bei deiner Geliebten zubringen.
Vorlage S. 348
19
HEINRICH.
Vorlage S. 349
20
Wenn nur auf dem Schloß alles in Ordnung ist! Der gnädige Herr kann jeden Augenblick hier sein.
Vorlage S. 349
21
JOHANN.
Vorlage S. 349
22
Sei unbesorgt! Du bist vor acht Tagen angekommen, um den Empfang unserer Herrschaft vorzubereiten; in der ersten Stunde deines Hierseins hast du dich verliebt, folglich in acht Tagen nichts getan als geseufzt und geschmachtet. Der gnädige Herr müsste also alle Anstalten jetzt selbst treffen, wenn ich nicht alles für dich getan hätte. Ich rechne bei Gelegenheit auf deine Gegendienste, denn dein Beispiel zeigt mir leider, dass der gescheiteste, fidelste, jovialste Mensch sich auch verlieben kann. Traurige Entdeckung!
Vorlage S. 349
23
HEINRICH.
Vorlage S. 349
24
Der verdammte Mehlwurm will seine Mündel selbst heiraten. O Lenchen! Geliebtes Lenchen!
Vorlage S. 349
25
JOHANN.
Vorlage S. 349
26
Solche wahnsinnige Heiratsideen haben die Vormünder sehr häufig, sind aber in allen Jahrhunderten zu Tausenden geprellt worden. Bei dem wird man auch keine Ausnahme machen.
Vorlage S. 349
27
HEINRICH.
Vorlage S. 349
28
Wenn unterdessen auf dem Schloß –
Vorlage S. 349
29
JOHANN.
Vorlage S. 349
30
Sei unbesorgt, ich avisiere dich von allem. Und jetzt geh hin, Glücklicher, lass dich immer fester und fester von den Rosenketten der Liebe umschlingen, ich beneide dich nicht. Wohl mir, unter meiner bordierten Weste schlägt noch ein freies Herz. Geht links in den Hintergrund ab.
Vorlage S. 349
31
Dritter Auftritt
Vorlage S. 349
32
Heinrich.
Vorlage S. 349
33
HEINRICH.
Vorlage S. 349
34
Auf meinem guten gnädigen Herrn beruht meine einzige Hoffnung. Er ist mir gewogen, er wird gewiss meine Liebe begünstigen, unterstützen und des Müllers Eigensinn zu Paaren treiben. Geht an die Haustüre des Müllers und horcht.
Vorlage S. 349
35
Vierter Auftritt
Vorlage S. 349
36
Mehlwurm kommt eilig aus dem Hintergrunde rechts.
Vorlage S. 350
37
Der Vorige.
Vorlage S. 350
38
MEHLWURM.
Vorlage S. 350
39
Das ist zum Totärgern! Vergiss ich, den Geldkasten zuzusperren, und muss den weiten Weg zurücklaufen – Will in sein Haus und erblickt den Jäger; prallt ergrimmt zurück und spricht leise. Du verdammtes Gepack! Schleicht der wieder zu meiner Mündel –!? Wart, Pursche!
Vorlage S. 350
40
HEINRICH
Vorlage S. 350
41
ohne Mehlwurm zu bemerken.
Vorlage S. 350
42
Alles ist so still im Hause, der Brummbär ist gewiss fort.
Vorlage S. 350
43
MEHLWURM
Vorlage S. 350
44
grimmig, aber leise.
Vorlage S. 350
45
Brummbär –?!
Vorlage S. 350
46
HEINRICH
Vorlage S. 350
47
wie oben, blickt aufs Fenster.
Vorlage S. 350
48
Der Blumenstock ist auch nicht am Fenster; das sichere Zeichen, dass der fatale Mehlwurm ausgekrochen ist.
Vorlage S. 350
49
MEHLWURM
Vorlage S. 350
50
wie oben.
Vorlage S. 350
51
Also das ist das Zeichen? O Bagage!
Vorlage S. 350
52
HEINRICH.
Vorlage S. 350
53
Frisch gewagt ist halb gewonnen! Lenchen, ich eile in deine Arme! Geht ins Haus.
Vorlage S. 350
54
Fünfter Auftritt
Vorlage S. 350
55
Mehlwurm allein, dem abgehenden Heinrich nachrufend.
Vorlage S. 350
56
MEHLWURM.
Vorlage S. 350
57
Brich dir fünfmal 's G'nack auf jedem Staffel, du Madlverführer! Ich werd' dich lernen, einem ehrenfesten Mann seine Braut abspenstig machen! – Was tu' ich jetzt –? Ich lauf' in die Mühl', hol' alle meine Knecht' zusamm' –! Doch nein – das macht Aufsehen, ich dreh' ihm eigenhändig den Hals einigemal um und um, kratz' ihm die Augen aus, brich ihm Arm und Bein, zervierteil' ihn, und wenn das g'schehn is, so wird er erst hernach massakriert. Will ins Haus ab.
Vorlage S. 350
58
Sechster Auftritt
Vorlage S. 350
59
Specht; Der Vorige.
Vorlage S. 351
60
SPECHT
Vorlage S. 351
61
tritt aus der Kulisse neben des Müllers Haus auf und hält ihn zurück.
Vorlage S. 351
62
Gevatter, auf ein Wort!
Vorlage S. 351
63
MEHLWURM.
Vorlage S. 351
64
Kann nicht, hab' keine Zeit.
Vorlage S. 351
65
SPECHT
Vorlage S. 351
66
hält Mehlwurm fest.
Vorlage S. 351
67
Musst Zeit haben, wenn die Obrigkeit mit dir spricht.
Vorlage S. 351
68
MEHLWURM.
Vorlage S. 351
69
Ganz recht, aber –
Vorlage S. 351
70
SPECHT.
Vorlage S. 351
71
Die Obrigkeit leidet kein Aber.
Vorlage S. 351
72
MEHLWURM
Vorlage S. 351
73
in größter Ungeduld.
Vorlage S. 351
74
Also ohne Aber! Was willst, G'vatter?
Vorlage S. 351
75
SPECHT
Vorlage S. 351
76
ihn immer am Rockschoß festhaltend.
Vorlage S. 351
77
Ich bin Vater einer Tochter.
Vorlage S. 351
78
MEHLWURM.
Vorlage S. 351
79
Das ist möglich.
Vorlage S. 351
80
SPECHT.
Vorlage S. 351
81
Deine Schwester Cordula ist Mutter eines Sohnes.
Vorlage S. 351
82
MEHLWURM.
Vorlage S. 351
83
Das is gewiss.
Vorlage S. 351
84
SPECHT.
Vorlage S. 351
85
Beide halten mit der Hand einen Blumenstrauß und mit dem Mund eine Anrede, wenn der Gutsherr ankommt.
Vorlage S. 351
86
MEHLWURM
Vorlage S. 351
87
immer ungeduldiger.
Vorlage S. 351
88
Schön – recht schön – aber –
Vorlage S. 351
89
SPECHT.
Vorlage S. 351
90
Ich habe alles selbst gedichtet, und mir kommen immer zweierlei Freudentränen in die Augen, so oft ich meine Verse von meiner Tochter deklamieren höre, einmal aus poetischer und hernach wiederum aus naturgesetzlicher Vaterfreude.
Vorlage S. 351
91
MEHLWURM
Vorlage S. 351
92
desperat beiseite.
Vorlage S. 351
93
Der bringt mich um mit seinem Geschwätz!
Vorlage S. 351
94
SPECHT
Vorlage S. 351
95
ihn immer festhaltend.
Vorlage S. 351
96
Beim Einstudieren haben sich die beiden Kinder gesehen. Meine Tochter Dorothea –
Vorlage S. 351
97
MEHLWURM
Vorlage S. 351
98
beiseite.
Vorlage S. 351
99
Ist eine Gans!
Vorlage S. 351
100
SPECHT
Vorlage S. 351
101
fortfahrend.
Vorlage S. 351
102
Und dein Schwestersohn Natzi –
Vorlage S. 351
103
MEHLWURM
Vorlage S. 351
104
beiseite.
Vorlage S. 351
105
Ist ein Esel!
Vorlage S. 351
106
SPECHT
Vorlage S. 351
107
fortfahrend.
Vorlage S. 351
108
Sind zusammen ein herrliches Paar. Deine Schwester –
Vorlage S. 351
109
MEHLWURM
Vorlage S. 352
110
beiseite.
Vorlage S. 352
111
Ist eine alte Närrin!
Vorlage S. 352
112
SPECHT
Vorlage S. 352
113
fortfahrend.
Vorlage S. 352
114
Ist mir immer sehr geneigt gewesen, und ich bin –
Vorlage S. 352
115
MEHLWURM
Vorlage S. 352
116
in höchster Unruhe.
Vorlage S. 352
117
Du bist eine alte Plaudertaschen, die mich aufhalt't, währenddem in meinem Haus das verliebte Volk – mir brennt bei Kopf bei dem bloßen Gedanken! – Sich losreißend. Lass mich aus, ich zerspring' vor Wut und Eifersucht! Läuft grimmig in sein Haus.
Vorlage S. 352
118
Siebenter Auftritt
Vorlage S. 352
119
Specht allein.
Vorlage S. 352
120
SPECHT.
Vorlage S. 352
121
Dem lasst wieder die Eifersucht keine Ruh'! Armer Gevatter! Ja, so geht's, wenn man sich in ein Mädel verliebt. Ich bin auch verliebt, aber nicht in das schöne Geschlecht, sondern in das Flaschengeschlecht Dabei lebt man ruhig und vergnügt. Ich umarm' eine um die andere, und 's gibt keinen Zank, keine Eifersucht; höchstens die letzte wird manchmal grob und wirft mich um die Erde. Aber was tut das? Die Kellner tragen einen um ein Billiges nach Haus, man schlaft süß und sanft, der Nebel verschwindet, und man tritt dann wieder im Sonnenglanz seiner Solidität hervor und nickt in stattlicher Ruhe dem Volke zu, welches einem einen guten Morgen wünscht. Geht in sein Haus links ab.
Vorlage S. 352
122
Achter Auftritt
Vorlage S. 352
123
Till Eulenspiegel allein.
Vorlage S. 352
124
Liedes, währenddem tritt Eulenspiegel auf.
Vorlage S. 352
125
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 352
126
Lied
Vorlage S. 352
127
1.
Vorlage S. 352
128
So recht fidel leb'n und umsunst,
Vorlage S. 352
129
Das, sag' ich, das ist d' größte Kunst.
Vorlage S. 352
130
Ein' tüchtigen Zins zahl'n zweimal alle Jahr'
Vorlage S. 352
131
Und drum ein Quartier hab'n, das kann jeder Narr;
Vorlage S. 353
132
Den Wirt zahl'n fürs Essen, den Schneider fürs G'wand,
Vorlage S. 353
133
Dazu braucht der Mensch noch kein Quintel Verstand –
Vorlage S. 353
134
Aber ganz ohne Geld leb'n wie i,
Vorlage S. 353
135
Dazu g'hört sich schon ein Genie.
Vorlage S. 353
136
2.
Vorlage S. 353
137
Verliebten hilf ich, wo ich kann,
Vorlage S. 353
138
Denn das Geschäft nährt seinen Mann.
Vorlage S. 353
139
Wenn's heißt: Na, da nehmt's euch und schließet den Bund,
Vorlage S. 353
140
Da kann man leicht heiraten zu jeder Stund';
Vorlage S. 353
141
Doch wenn es heißt: Nein, aus der Hochzeit wird nix,
Vorlage S. 353
142
Dem Madel drohn Schläg', dem Amanten gar Wichs' –
Vorlage S. 353
143
Aus solcher Verleg'nheit hilf i,
Vorlage S. 353
144
Dazu g'hört sich schon ein Genie.
Vorlage S. 353
145
Ich bin ein Künstler, das kann mir kein Mensch abstreiten, ich betreibe die große Kunst, auf Unkosten andrer Leut' zu leben. Mein Bleiben ist nirgends, aber meine Werkstatt ist überall. Ich steh' jetzt häufig den Verliebten in ihren verwickelten Angelegenheiten bei, und das is ein Geschäft, bei dem man nicht zugrundgehen kann. Dieser Ort is zwar sehr klein, allein er könnte viel größer sein, wenn er mehr Häuser und Inwohner hätt'. Übrigens, für mich ist auch die kleinste Bevölkerung groß genug; denn ich hab' es bloß mit Liebesleuten zu tun und unter hundert Einwohnern gibt es immer einen Geizhals, fünf Säufer, einen Gelehrten, fünf Gescheite und achtundachtzig Verliebte. Auf diese statistische Bemerkung gründ' ich mein Metier und hab' noch immer meine Rechnung g'funden dabei. Man hört Lärm im Hause des Müllers. Was ist denn das für ein Lärm? Da muss ich mich auf die Lauer legen. Zieht sich zurück.
Vorlage S. 353
146
Neunter Auftritt
Vorlage S. 353
147
Mehlwurm, Heinrich; Der Vorige.
Vorlage S. 354
148
MEHLWURM
Vorlage S. 354
149
führt Heinrich zur Haustüre heraus.
Vorlage S. 354
150
Jäger hin, Jäger her! Mein Haus is kein Revier, und gibt's was drin zum Schießen, so schieß' ich selber.
Vorlage S. 354
151
HEINRICH.
Vorlage S. 354
152
So mach' der Herr doch kein Aufsehen!
Vorlage S. 354
153
MEHLWURM.
Vorlage S. 354
154
Heut' nicht; aber wenn Er sich wieder blicken lasst, so werden schon meine Mühlknecht' das gehörige Aufsehen machen.
Vorlage S. 354
155
HEINRICH.
Vorlage S. 354
156
Lass der Herr nur reden mit sich!
Vorlage S. 354
157
MEHLWURM.
Vorlage S. 354
158
Nichts da, meine Mündel is meine Braut, und meine Braut is meine Mündel. Ich brauch' keinen Hausfreund, weder vor noch nach der Hochzeit.
Vorlage S. 354
159
HEINRICH.
Vorlage S. 354
160
Der Herr will also im Ernst das holde Geschöpf unglücklich machen?
Vorlage S. 354
161
MEHLWURM.
Vorlage S. 354
162
Unglücklich? Das bitt' ich mir aus! Nur keine Grobheiten! Ein Müllner und Hauseigentümer macht kein Mädl unglücklich, von Jägern wär' so etwas eher zu erzählen. Das leichtsinnige Mädl wird jetzt zu ihrem Besten eingesperrt bei Wasser und Brot.
Vorlage S. 354
163
HEINRICH.
Vorlage S. 354
164
Diese Grausamkeit werd' ich zu hindern wissen.
Vorlage S. 354
165
MEHLWURM.
Vorlage S. 354
166
Das will ich sehn, wer in meinem Haus etwas hindern kann. Wenn Ihm wieder verliebte Gedanken kommen, Herr Jäger, so denk' Er an meine Mühlknecht', vielleicht vergeht Ihm hernach die Schwärmerei. Verstanden? Schlägt die Haustüre ungestüm zu.
Vorlage S. 354
167
Zehnter Auftritt
Vorlage S. 354
168
Heinrich, Eulenspiegel.
Vorlage S. 354
169
HEINRICH.
Vorlage S. 354
170
So ist doch alles wider meine Liebe verschworen!
Vorlage S. 354
171
EULENSPIEGEL
Vorlage S. 354
172
welcher die vorige Szene behorcht hat, für sich.
Vorlage S. 354
173
Da ist ein verliebtes Paar, dem geholfen, und ein Vormund, der geprellt werden muss. Da bin ich in meinem Element.
Vorlage S. 354
174
HEINRICH
Vorlage S. 355
175
ohne Eulenspiegel zu bemerken.
Vorlage S. 355
176
Welcher Mißhandlung ist das arme Mädchen ausgesetzt!?
Vorlage S. 355
177
EULENSPIEGEL
Vorlage S. 355
178
nähertretend, zu Heinrich.
Vorlage S. 355
179
Armer, hinausgeworfener Jüngling!
Vorlage S. 355
180
HEINRICH
Vorlage S. 355
181
unwillig.
Vorlage S. 355
182
Geht das Ihn was an?
Vorlage S. 355
183
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 355
184
Nein, dasmal is's nur Ihnen an'gangen. Ich bin überhaupt noch gar nicht oft hinausg'worfen worden. Ich hab' darin sehr einen feinen Takt; wie ich seh', dass sich einer die Ärmeln aufstreckt und mich packen will, da geh' ich selber.
Vorlage S. 355
185
HEINRICH.
Vorlage S. 355
186
Lass' Er mich zufrieden!
Vorlage S. 355
187
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 355
188
Das tät' ich recht gern, aber Sie sein ja nicht zufrieden, Sie unglücklicher Liebhaber übereinand'.
Vorlage S. 355
189
HEINRICH.
Vorlage S. 355
190
Ich weiß nicht, soll ich mich ärgern, oder –
Vorlage S. 355
191
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 355
192
Nein, heiraten sollen Sie, und der Müllner soll sich ärgern, dass er schwarz wird.
Vorlage S. 355
193
HEINRICH.
Vorlage S. 355
194
Das ist leicht gesagt –
Vorlage S. 355
195
EULENSPIEGEL
Vorlage S. 355
196
einfallend.
Vorlage S. 355
197
Und ebenso leicht getan, wenn Sie sich mir anvertraun.
Vorlage S. 355
198
HEINRICH.
Vorlage S. 355
199
Wer bist du?
Vorlage S. 355
200
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 355
201
Ich bin der Eulenspiegel.
Vorlage S. 355
202
HEINRICH
Vorlage S. 355
203
freudig überrascht.
Vorlage S. 355
204
Was, der Gauner? Der Vagabund? Der Galgenstrick?
Vorlage S. 355
205
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 355
206
Sie kennen mich also schon par renommée?
Vorlage S. 355
207
HEINRICH.
Vorlage S. 355
208
Wem sind deine Schelmenstreiche nicht bekannt? Aber sprich, wie kann ich dir trauen?
Vorlage S. 355
209
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 355
210
Gehn Sie meine ganze Lebensgeographie durch, so werden Sie nirgends finden, dass ich einem Liebespaar einen Schabernack gespielt hab'.
Vorlage S. 355
211
HEINRICH.
Vorlage S. 355
212
Wenn du mir mein Lenchen verschaffst, dann bin ich überglücklich.
Vorlage S. 355
213
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 355
214
Ist sie wahrhaft in Ihnen verliebt?
Vorlage S. 355
215
HEINRICH.
Vorlage S. 355
216
Soeben hat sie mir's aufs zärtlichste geschworen.
Vorlage S. 355
217
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 355
218
Sie hat Ihnen was weis g'macht.
Vorlage S. 355
219
HEINRICH.
Vorlage S. 355
220
Weh dir, wenn du dich unterstehst, das Geringste gegen diesen Engel sagen zu wollen!
Vorlage S. 355
221
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 356
222
Nein, nein, schauen S' Ihnen an, ich mein' ja nur beim Ärmel.
Vorlage S. 356
223
HEINRICH
Vorlage S. 356
224
sieht, daß sein Ärmel voll Mehlstaub ist.
Vorlage S. 356
225
Ja so!
Vorlage S. 356
226
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 356
227
Wenn das Herz Mehlgeschäfte treibt, muss man immer eine Bürste im Sack haben; es ist wegen die Leut'.
Vorlage S. 356
228
HEINRICH.
Vorlage S. 356
229
Da hast recht.
Vorlage S. 356
230
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 356
231
Da hab' ich's viel ärger g'habt. Ich war verliebt in eine Kohlenbrennerstochter; die hat ihrem Vater immer g'holfen beim Aufladen; so oft mir die ein Bussel hat 'geben, hab' ich ein G'sicht 'kriegt als wie ein Schlosserbub'.
Vorlage S. 356
232
HEINRICH.
Vorlage S. 356
233
Zur Sache also! Kannst und willst du mir helfen?
Vorlage S. 356
234
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 356
235
Ums Geld kann ich alles; übrigens tu' ich es ohne Intresse. Also rucken S' aus!
Vorlage S. 356
236
HEINRICH.
Vorlage S. 356
237
Ums Geld und ohne Intresse, wie geht das zusammen?
Vorlage S. 356
238
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 356
239
Auf die natürlichste Weis' von der Welt. Für das Geld, was Sie mir geben, dürfen Sie mir keine Intressen zahlen, also tu' ich es ohne Intresse. Schaun Sie, ich nähmet gar kein Geld, aber 's Geld braucht man halt zum Leben, und leben tu' ich in einemfort, also brauch' ich halt in einemfort ein Geld.
Vorlage S. 356
240
HEINRICH
Vorlage S. 356
241
gibt ihm Geld.
Vorlage S. 356
242
Da, nimm indessen die sechs Taler, die ich bei mir habe; wenn dein Plan gelingt, so wirst du reichlich belohnt.
Vorlage S. 356
243
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 356
244
Ha! Wie diese Laschi mich begeistert! Noch eh' der Kukuruz verblüht – was sag' ich – noch eh' die heurigen Maikäfer hinwerden – was sag' ich – noch eh' die morgige Sonne sich in die Abendwolken verhaspelt und ins Meer hineinplumpst – eher noch ist die Müllnerische als Gattin in Ihren Armen. Hören Sie, das is ein Schwur, der sich g'waschen hat.
Vorlage S. 356
245
HEINRICH.
Vorlage S. 356
246
Wohlan, ans Werk! Auf dich bau' ich mein Glück!
Vorlage S. 356
247
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 357
248
Jetzt wär's ganz am Platz, wenn wir zwei das Duett singeten aus 'n »Barbier von Sevilla«, ich den Figaro und Sie den Almaviva. Aber nein, tun wir's lieber nicht, wir könnten ein Malheur haben, und es lasst überhaupt viel bescheidener, wenn wir uns ganz in der Still' empfehlen; es muss ja nicht allweil gesungen sein. Geht mit Heinrich im Hintergrunde ab.
Vorlage S. 357
249
Die folgende Dekoration fällt vor.
Vorlage S. 357
250
Verwandlung
Vorlage S. 357
251
Zimmer im Hause des Müllners mit Mittel- und Seitentüren.
Vorlage S. 357
252
Elfter Auftritt
Vorlage S. 357
253
Natzi allein.
Vorlage S. 357
254
Mit der Verwandlung beginnt das Ritornell des folgenden Liedes, Natzi tritt zur Mitte auf.
Vorlage S. 357
255
NATZI.
Vorlage S. 357
256
Lied
Vorlage S. 357
257
1.
Vorlage S. 357
258
Ein Umgang und Einzug, das is halt eine Freud',
Vorlage S. 357
259
Da produzier'n ihre schön' Kinder die Leut',
Vorlage S. 357
260
Ein neu's G'wandl hat mir d' Frau Mutter gekauft,
Vorlage S. 357
261
Das alte war z'rissen, ich hab' mit d' Bub'n g'rauft.
Vorlage S. 357
262
Jetzt heißt es halt acht geb'n aufs neue Gewand,
Vorlage S. 357
263
Denn wenn man nicht sauber ist, ist es a Schand.
Vorlage S. 357
264
2.
Vorlage S. 357
265
Der gnädige Herr wird zu schauen was hab'n,
Vorlage S. 357
266
Z'erst kommen die Mädln, dann ich unter d' Knab'n,
Vorlage S. 357
267
Bleibt er hier, hab' ich Aussichten, das is a Pracht,
Vorlage S. 357
268
Vor drei Jahr'n hat er's g'sehn, wie ich Prüfung hab' g'macht;
Vorlage S. 357
269
Können hab' ich zwar nichts, doch hat er g'sagt: Aus mir,
Vorlage S. 357
270
Da wird ohne Zweifel ein recht großes Tier.
Vorlage S. 357
271
Nach dem Liede.
Vorlage S. 357
272
Ich werd' wieder unter die Umgangskinder das allerschönste sein. Ich bin in meinem Alltagsanzug schon ein liebes Bubi, hat die Frau Mutter gesagt, jetzt erst, wenn ich mit Blumen geschmückt bin, da is es gar nicht zum Aushalten. Schad', und an so ein' Festtag muss wieder ein Verdruss im Haus sein. Der Lenerl ihre Jagdgeschichte wirkt störend auf den müllnerischen Frieden unsers Hauses. Das Madl soll froh sein, dass sie der Vetter heiraten will, für was braucht sie den Jäger? Ich wollt' nix sagen, wenn sie schlechte Augen hätt', denn da soll es sehr gesund sein für ein Mädl, wenn sie eine Amour mit ein' Jäger hat, weil sie allweil ins Grüne schaut. Aber eine mit fünf ganze Sinn', die soll doch einsehen, dass es nicht leicht eine reizendere Naturerscheinung gibt als einen Müllner, alleweil voll Mehl, schneeweiß; es is kein Wunder, wenn ein Madl völlig verblendet wird, wenn's a Weil' auf ein' Müllner schaut. Ich sage – Man hört zanken. mir scheint, der Familienzwist zieht sich in diese Gegend.
Vorlage S. 358
273
Zwölfter Auftritt
Vorlage S. 358
274
Mehlwurm, Cordula, Lenchen; Der Vorige.
Vorlage S. 358
275
CORDULA.
Vorlage S. 358
276
Da her, du ungeratenes Mädel! Du kommst mir jetzt nicht mehr aus den Augen.
Vorlage S. 358
277
LENCHEN.
Vorlage S. 358
278
Aber was hab' ich denn Unrechtes getan?
Vorlage S. 358
279
MEHLWURM.
Vorlage S. 358
280
Du kannst noch fragen? Verstockte Sünderin! Verraten, verkauft, betrogen hast du mich, deinen Vormund und Bräutigam.
Vorlage S. 358
281
CORDULA.
Vorlage S. 358
282
Aber weh dir, wenn ich dir noch auf das Geringste komme!
Vorlage S. 358
283
MEHLWURM.
Vorlage S. 358
284
Weh dir! Da wirst du eingesperrt auf vier Wochen, vierzehn Tag' bei Wasser und vierzehn Tag' bei Brot.
Vorlage S. 358
285
NATZI.
Vorlage S. 358
286
Vetter, das geht nicht. Wasser und Brot muss sie allweil zugleich kriegen, sonst wird s' hin.
Vorlage S. 358
287
MEHLWURM.
Vorlage S. 359
288
Halt's Maul, Dummkopf!
Vorlage S. 359
289
LEHNCHEN.
Vorlage S. 359
290
Ach, wie unglücklich ist doch ein Mädchen, wenn es so früh seine Eltern verliert! Weint.
Vorlage S. 359
291
MEHLWURM
Vorlage S. 359
292
sanfter.
Vorlage S. 359
293
Schau', Lenerl – weinen musst nicht – aber schau', ich mein's so gut mit dir, ich werd' der zärtlichste Eh'mann sein – weinen musst nicht – ich werd' dich auf den Händen tragen – weinen musst nicht – wir werden leben wie die Turteltauben – wennst nicht aufhörst zum Weinen, so wein' ich auch.
Vorlage S. 359
294
CORDULA.
Vorlage S. 359
295
Bruder, du bist zu weich; sie verdient deine Nachsicht nicht.
Vorlage S. 359
296
MEHLWURM
Vorlage S. 359
297
zu Cordula.
Vorlage S. 359
298
Lass gut sein, wenn ich auch wein', wenn ich auch zerfließ' vor Rührung, auslassen tu' ich s' deswegen doch nicht; heiraten darf sie doch kein' andern als mich.
Vorlage S. 359
299
LENCHEN.
Vorlage S. 359
300
Für mich gibt's kein Glück mehr auf der Welt!
Vorlage S. 359
301
MEHLWURM.
Vorlage S. 359
302
Kein Glück? So sei nur g'scheit! Wenn einer ein Mädel sitzen lasst, so sagt man, er hat's unglücklich gemacht; wenn einer ein Mädel heiratet, so sagt man, er hat's glücklich g'macht; ich will dich heiraten, du musst mich heiraten, also –
Vorlage S. 359
303
LENCHEN.
Vorlage S. 359
304
Also bin ich erst ganz unglücklich; denn mein Herz gehört meinem Heinrich, nur ihn kann ich lieben.
Vorlage S. 359
305
MEHLWURM
Vorlage S. 359
306
erzürnt.
Vorlage S. 359
307
Untersteh dich!
Vorlage S. 359
308
CORDULA.
Vorlage S. 359
309
Kecke Personage!
Vorlage S. 359
310
NATZI.
Vorlage S. 359
311
So einen Eigensinn, wie die hat, den find't man nicht in alle fünf Weltteil', nicht in Europa, Amerika, Asina, Afrika und Paprika.
Vorlage S. 359
312
MEHLWURM.
Vorlage S. 359
313
Ich könnt' rasend werden.
Vorlage S. 359
314
CORDULA
Vorlage S. 359
315
zu Mehlwurm.
Vorlage S. 359
316
Du wirst es noch zu spät einsehen, dass es niemand mit dir so aufrichtig meint als mein Sohn, mein Natzi!
Vorlage S. 359
317
MEHLWURM.
Vorlage S. 359
318
Lass mich aus mit dein' dalketen Buben!
Vorlage S. 359
319
CORDULA
Vorlage S. 359
320
zu Natzi.
Vorlage S. 359
321
Komm, mein Söhnchen!
Vorlage S. 359
322
NATZI
Vorlage S. 359
323
zu Mehlwurm.
Vorlage S. 359
324
War die letzte Rede des Vetters eine Anspielerei auf mich?
Vorlage S. 359
325
MEHLWURM.
Vorlage S. 360
326
Pack' dich zum Guckguck!
Vorlage S. 360
327
NATZI
Vorlage S. 360
328
mit Pikanterie zu Mehlwurm.
Vorlage S. 360
329
Wenn wir zwei nebeneinander stehn, so ist das grad als wie zwei Mehlsäck'; einer is der Ausschuß, der andre is der Auszug. Mit Beziehung auf Mehlwurm. Der Ausschuß is das Grobe, da drum is wenig Nachfrag', das bleibt zurück. Mit Beziehung auf sich. Der Auszug is das Beste, das wird gesucht, das geht stark, drum geh' ich. Komm' d' Frau Mutter! Geht mit Cordula zur Mitte ab.
Vorlage S. 360
330
Dreizehnter Auftritt
Vorlage S. 360
331
Mehlwurm; Lenchen.
Vorlage S. 360
332
MEHLWURM
Vorlage S. 360
333
sanft.
Vorlage S. 360
334
Siehst, Lenerl! Alles macht mir meine übertriebene Lieb' zu dir zum Vorwurf, aber ich bleib' unveränderlich.
Vorlage S. 360
335
LENCHEN.
Vorlage S. 360
336
Ja, leider! Das raubt mir alle Hoffnung.
Vorlage S. 360
337
MEHLWURM
Vorlage S. 360
338
erzürnt.
Vorlage S. 360
339
Undankbares Geschöpf! Ich treib' dir den Jäger aus. Wenn er sich noch einmal bei dir sehn lasst, so hetz' ich ihn mit die Hund' aus 'n Haus! Wieder sanfter und am Ende zärtlicher. Lenerl! Lenerl! Du weißt noch kein' rechten Unterschied zu machen, man muss dich zwingen zu deinem Glück.
Vorlage S. 360
340
Vierzehnter Auftritt
Vorlage S. 360
341
Eulenspiegel; die Vorigen.
Vorlage S. 360
342
EULENSPIEGEL
Vorlage S. 360
343
als Müllerknecht gekleidet, tritt ein paar Schritte zur Tür herein.
Vorlage S. 360
344
Is es erlaubt, dass man hereingeht?
Vorlage S. 360
345
MEHLWURM
Vorlage S. 360
346
unwillig.
Vorlage S. 360
347
Zum Teuxel, so muss man doch immer gestört sein!
Vorlage S. 360
348
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 360
349
Wenn ich ungelegen komm', so geh' ich halt wieder. Ich dräng' mich nicht hinein, wenn ich seh', dass die Leut' miteinander Geheimniss' haben. Geht zur Türe zurück.
Vorlage S. 360
350
MEHLWURM.
Vorlage S. 361
351
Das is ein kurioser Mensch. Heda!
Vorlage S. 361
352
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 361
Porträt von Nestroy, Johann; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Nestroy, Johann · Unknown photographer · Public domain Bildquelle ↗
353
Nein, nein, ich will niemanden genieren. Geht hinaus.
Vorlage S. 361
354
MEHLWURM.
Vorlage S. 361
355
So bleib' Er nur herin, weil Er schon einmal da is.
Vorlage S. 361
356
EULENSPIEGEL
Vorlage S. 361
357
von außen.
Vorlage S. 361
358
Ich mag nicht, wenn die Leut' Heimlichkeiten haben, so –
Vorlage S. 361
359
MEHLWURM
Vorlage S. 361
360
ihm nachrufend.
Vorlage S. 361
361
Ob Er hergehn wird, wenn ich Ihn ruf' –?
Vorlage S. 361
362
EULENSPIEGEL
Vorlage S. 361
363
tritt wieder ein.
Vorlage S. 361
364
Na, da bin ich.
Vorlage S. 361
365
MEHLWURM.
Vorlage S. 361
366
Wer ist Er und was will Er?
Vorlage S. 361
367
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 361
368
Das wer'n S' mir ansehn, dass ich kein Rauchfangkehrer bin. Wir Menschen sein auf der Welt, einer dem andern zu helfen. Ich brauch' eine Arbeit und der Meister braucht Leut', die arbeiten, also nimm mich der Meister in Dienst, so is uns allen zwei'n g'holfen.
Vorlage S. 361
369
MEHLWURM.
Vorlage S. 361
370
Er hat eine kuriose Manier, einen Dienst zu suchen. Für sich. Er g'fallt mir aber nit übel. Zu Eulenspiegel. Wo kommt Er denn her?
Vorlage S. 361
371
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 361
372
Von – von Dings da – jetzt hab' ich den Namen vergessen.
Vorlage S. 361
373
MEHLWURM.
Vorlage S. 361
374
Is es weit?
Vorlage S. 361
375
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 361
376
Es is so beiläufig – eine Distanz wird es sein, wie von dort bis daher.
Vorlage S. 361
377
MEHLWURM.
Vorlage S. 361
378
Wo hat Er Seine Kundschaft?
Vorlage S. 361
379
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 361
380
Hab' keine.
Vorlage S. 361
381
MEHLWURM.
Vorlage S. 361
382
Was?!
Vorlage S. 361
383
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 361
384
Wie ich durch 'n Wald 'gangen bin, stell' ich mich unter einen Baum, zieh' meine Kundschaft heraus und will z'samm'zählen, bei wieviel Meister als ich schon war; schlagt auf einmal der Blitz ein in 'n Baum, und die Kundschaft verbrennt mir in 'n Händen.
Vorlage S. 361
385
MEHLWURM.
Vorlage S. 361
386
Is mir leid, aber ohne Kundschaft trau' ich kein' Knecht; da kann Er gehen, wo Er herkommen is.
Vorlage S. 361
387
EULENSPIEGEL
Vorlage S. 362
388
mit komischer Bestürzung.
Vorlage S. 362
389
Das is sehr traurig für mich. Jetzt bleibt mir nichts übrig, als ich muss betteln oder stehl'n. G'freu'n S' Ihnen, wenn ich wieder daherkomme, denn es is sehr die Frag', ob ich bei Ihnen betteln werd' – mir scheint immer, bei Ihnen wird g'stohl'n.
Vorlage S. 362
390
MEHLWURM.
Vorlage S. 362
391
Na, sei Er so gut!
Vorlage S. 362
392
EULENSPIEGEL
Vorlage S. 362
393
leise zu Lenchen.
Vorlage S. 362
394
Ich bin ein Abgesandter von Ihrem Heinrich.
Vorlage S. 362
395
MEHLWURM.
Vorlage S. 362
396
Was gibt's da für eine Wisplerei, für eine verdächtige?
Vorlage S. 362
397
EULENSPIEGEL
Vorlage S. 362
398
laut zu Mehlwurm.
Vorlage S. 362
399
Ich hab' mich an die schöne Hausfrau gewendet, dass sie ein gut's Wort einlegt für mich.
Vorlage S. 362
400
MEHLWURM
Vorlage S. 362
401
lächelnd zu Lenchen.
Vorlage S. 362
402
Hausfrau? Hörst du, Lenerl, wie angenehm das klingt? Zu Eulenspiegel. Er is im Irrtum, Freund, bis jetzt sind wir noch nicht Mann und Frau.
Vorlage S. 362
403
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 362
404
Nicht? Ah, das is ewig schad'! Nein, wie Sie zwei zusamm'passeten! Beiseite. Als wie ein Kanarienvogel und ein Wiedhopf. Laut. Da wird man nicht bald zwei Leut' finden –, ah, Sie müssen einander heiraten.
Vorlage S. 362
405
MEHLWURM.
Vorlage S. 362
406
Ich gedenk' auch mit nächstem –
Vorlage S. 362
407
LENCHEN.
Vorlage S. 362
408
Ich aber nicht.
Vorlage S. 362
409
EULENSPIEGEL
Vorlage S. 362
410
zu Lenchen.
Vorlage S. 362
411
Was? Sie wollen nicht! Ah, hör'n Sie, da sein Sie ja verruckt! Zu Mehlwurm. Sie verzeihn, wenn ich etwas zu scharf red', aber da kann ich mich nicht mäßigen. Zu Lenchen. Wenn Ihnen der Müllner nicht recht is, so wird man der Jungfer ein' andern malen. Es is unbegreiflich! Sie spreizen Ihnen? Ich möcht' bloß deswegen ein Frauenzimmer sein, wegen dem Müllner, den ließ' ich nicht aus, um kein' Preis, das muss ja eine Seligkeit sein!
Vorlage S. 362
412
MEHLWURM
Vorlage S. 362
413
beiseite.
Vorlage S. 362
414
Das is ein braver Putsch! Laut. Wie heißt du?
Vorlage S. 362
415
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 363
416
Ulrich. Für sich. Wenn ich 'n nur aus 'n Zimmer brächt'! Zu Mehlwurm. Da mach' ich Ihnen aber gleich drauf aufmerksam, Herr Meister, achtgeben heißt's kurios, denn es schleicht heutzutag ein Volk herum auf den Gassen, was eigens drauf ausgeht, Eh'männer zu beunruhigen und g'setzte Bräutigam' zu sakrifizieren.
Vorlage S. 363
417
MEHLWURM.
Vorlage S. 363
418
Leider, leider, – ich weiß's!
Vorlage S. 363
419
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 363
420
Ein fufzig Schritt von hier steht auch einer; wie ein Jäger schaut er aus, der spekuliert immer auf das Haus herüber. Was kann er wollen? Mehlsäck' schnipfen g'wiß nit, also hat er andere Absichten.
Vorlage S. 363
421
MEHLWURM.
Vorlage S. 363
422
Die will ich ihm vertreiben. Will fort, kehrt aber gleich wieder um. Du, Lenerl, gehst jetzt in das Zimmer hinein!
Vorlage S. 363
423
EULENSPIEGEL
Vorlage S. 363
424
für sich.
Vorlage S. 363
425
Das is mir ungelegen.
Vorlage S. 363
426
LENCHEN
Vorlage S. 363
427
zögernd.
Vorlage S. 363
428
Warum? Ich könnte ja –
Vorlage S. 363
429
MEHLWURM.
Vorlage S. 363
430
Geh nur, liebe See!', ich lass' dich nicht lang allein, bin gleich wieder bei dir! Führt sie in die Seitentüre links.
Vorlage S. 363
431
EULENSPIEGEL
Vorlage S. 363
432
für sich.
Vorlage S. 363
433
Der sitzt mir schon auf, da is mir gar nicht bang.
Vorlage S. 363
434
MEHLWURM.
Vorlage S. 363
435
Jetzt will ich dem da unten das Handwerk legen.
Vorlage S. 363
436
Fünfzehnter Auftritt
Vorlage S. 363
437
Die Vorigen ohne Lenchen, dazu Cordula.
Vorlage S. 363
438
CORDULA.
Vorlage S. 363
439
Der gnädige Herr muss bald hier sein; mein Natzi schaut vom Bodenfenster in die Gegend, wo –
Vorlage S. 363
440
MEHLWURM.
Vorlage S. 363
441
Lass mich in Ruh' –
Vorlage S. 363
442
CORDULA.
Vorlage S. 363
443
Von der Herrschaft Birkenstein sind zwei Leute hier, Mehl zu kaufen.
Vorlage S. 363
444
MEHLWURM.
Vorlage S. 363
445
Ich hab' keine Zeit, mir gehn jetzt ganz andere Sachen in Kopf herum. Zu Eulenspiegel. Mach' Er sich kommod', Er g'fallt mir, und wenn Er auch keine Kundschaft hat, so will ich's doch a vierzehn Tage versuchen mit Ihm. Zur Mitte ab.
Vorlage S. 363
446
Sechzehnter Auftritt
Vorlage S. 363
447
Cordula; Eulenspiegel.
Vorlage S. 364
448
EULENSPIEGEL
Vorlage S. 364
449
für sich.
Vorlage S. 364
450
Den Haushund hab' ich wegg'lockt, jetzt bleibt der Hausdrach' da.
Vorlage S. 364
451
CORDULA
Vorlage S. 364
452
Eulenspiegel betrachtend, für sich.
Vorlage S. 364
453
Der Mensch wär' so übel nicht, er hat so gewiss –
Vorlage S. 364
454
EULENSPIEGEL
Vorlage S. 364
455
für sich.
Vorlage S. 364
456
Die Alte schaut mich an als wie ein Pudel ein kälbernes Bein; jetzt, Keckheit, steh mir bei, die werd' ich gleich auf meiner Seiten haben.
Vorlage S. 364
457
CORDULA.
Vorlage S. 364
458
Woher ist Er?
Vorlage S. 364
459
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 364
460
Aus Sachsen, das kennt man ja gleich aus mein' Dialekt.
Vorlage S. 364
461
CORDULA.
Vorlage S. 364
462
Mein Bruder ist sehr leichtgläubig, dass er einen Menschen ohne Kundschaft aufnimmt.
Vorlage S. 364
463
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 364
464
Ja wohl is er ein leichtgläubiger Mann! Cordula scharf betrachtend. Ich bin das nicht, ich bin meiner Sache gewiss.
Vorlage S. 364
465
CORDULA.
Vorlage S. 364
466
Welcher Sache ist Er gewiss?
Vorlage S. 364
467
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 364
468
Dass ich die schöne Mündel des Meister Mehlwurm vor mir sehe.
Vorlage S. 364
469
CORDULA
Vorlage S. 364
470
lächelnd.
Vorlage S. 364
471
Er hat sich geirrt, ich bin Cordula, die Schwester des Müllers.
Vorlage S. 364
472
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 364
473
O, wenn ich so eine Schwester hätt', wie selig wär' ich, jeder Liebe würde ich entsagen und ganz, aber ganz Bruder sein.
Vorlage S. 364
474
CORDULA
Vorlage S. 364
475
für sich.
Vorlage S. 364
476
Was der Mensch für süße Redensarten führt!
Vorlage S. 364
477
EULENSPIEGEL
Vorlage S. 364
478
verschämt.
Vorlage S. 364
479
Ihr betrachtet mich so befremdend –?
Vorlage S. 364
480
CORDULA.
Vorlage S. 364
481
Will Er wirklich Arbeit nehmen bei uns?
Vorlage S. 364
482
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 364
483
Ich wünsche es, oder – Sich verlegen stellend. sollte ich mich verraten haben?
Vorlage S. 364
484
CORDULA.
Vorlage S. 364
485
Verraten!?
Vorlage S. 364
486
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 364
487
Du hättest mich erkannt, liebenswürdigste deines Geschlechts?
Vorlage S. 364
488
CORDULA
Vorlage S. 365
489
äußerst verlegen.
Vorlage S. 365
490
Gerechter Himmel, was will Er von mir?
Vorlage S. 365
491
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 365
492
Leben oder Tod aus deinem Munde. Hinweg mit jeder Verstellung! Dieses Kleid war ein Vorwand, ins Haus zu kommen, ich bin – Marquis –
Vorlage S. 365
493
CORDULA
Vorlage S. 365
494
aufschreiend.
Vorlage S. 365
495
Marquis!?
Vorlage S. 365
496
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 365
497
Marquis Amoroso, Edler von Vehementissimo.
Vorlage S. 365
498
CORDULA.
Vorlage S. 365
499
Aus Italien?
Vorlage S. 365
500
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 365
501
Aus dem Land der welschen Glut. Auf 'n Ätna, grad das Haus neb'n 'n Krater, bin ich geboren. Jetzt können Sie sich denken, mein ganzes Geblüt is reine Lava.
Vorlage S. 365
502
CORDULA
Vorlage S. 365
503
sich kaum zu fassen wissend.
Vorlage S. 365
504
Edler Herr –
Vorlage S. 365
505
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 365
506
Überall, in London, Paris, Stockerau, Neapel, Konstantinopel, Adrianopel und noch ein paar Opl hab' ich sprechen gehört von der schönen Mündel des Müllers Mehlwurm in Nelkenstein.
Vorlage S. 365
507
CORDULA.
Vorlage S. 365
508
Ich bin so verlegen –
Vorlage S. 365
509
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 365
510
Das sieht man Ihnen an, dass Sie verlegen sein. Unwiderstehliche Sehnsucht zog mich hierher, gestern bin ich angekommen und habe diese Verkleidung gewählt, und –
Vorlage S. 365
511
CORDULA
Vorlage S. 365
512
mit Koketterie.
Vorlage S. 365
513
Jetzt haben Sie sich überzeugt, dass Sie sich geirrt haben?
Vorlage S. 365
514
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 365
515
Im Namen wohl, aber nicht in der minniglichen Gestalt, nicht in den wonniglichen Eigenschaften; jünger kann die andere wohl sein Schwärmerisch. aber was ist Jugend gegen diesen ehrwürdigen Anstand, gegen diese reifliche, auf vieljährige Erfahrung gegründete Sanftmut? – O Gott –!!
Vorlage S. 365
516
CORDULA.
Vorlage S. 365
517
Wie fein Hochdieselben schmeicheln können!
Vorlage S. 365
518
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 365
519
So wahr ich Marquis bin, kein unwahres Wort kommt über meine Lippen. O Geliebte –! Erfasst ihre Hand und stürzt ihr zu Füßen.
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520
CORDULA.
Vorlage S. 365
521
Was tun Sie?
Vorlage S. 365
522
EULENSPIEGEL
Vorlage S. 365
523
küßt unaufhörlich ihre Hand.
Vorlage S. 365
524
O!
Vorlage S. 365
525
CORDULA.
Vorlage S. 365
526
Stehen Sie auf –
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527
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 366
528
Nicht eher, bis du mir gestattest, so lange hier unerkannt zu bleiben, bis du Gelegenheit gefunden, mich und meine Liebe zu prüfen! Küsst ihre Hand.
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529
Siebzehnter Auftritt
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530
Natzi; die Vorigen.
Vorlage S. 366
531
NATZI
Vorlage S. 366
532
stürzt herein, er ist mit Blumen geschmückt.
Vorlage S. 366
533
Der Gutsherr is da, Frau Mutter, der Gutsherr! Eulenspiegel springt verlegen auf, Cordula prallt zurück.
Vorlage S. 366
534
NATZI.
Vorlage S. 366
535
O Jegerl, was is das? Ein Mühlknecht kniet vor der Frau Mutter –?!
Vorlage S. 366
536
CORDULA
Vorlage S. 366
537
unwillig.
Vorlage S. 366
538
Was stürmst du denn herein, als ob das Haus brennte?
Vorlage S. 366
539
NATZI.
Vorlage S. 366
540
D' Frau Mutter is rot im G'sicht als wie ein Pipperhahn! Lacht tölpisch.
Vorlage S. 366
541
EULENSPIEGEL
Vorlage S. 366
542
führt Cordula vor, nach einer Pause, im Tone des Vorwurfes.
Vorlage S. 366
543
Das ist dein Sohn?
Vorlage S. 366
544
CORDULA
Vorlage S. 366
545
mit gepreßter Stimme.
Vorlage S. 366
546
Ich bin Witwe –!
Vorlage S. 366
547
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 366
548
Ist schon über acht Jahr', der Knab' –?
Vorlage S. 366
549
CORDULA
Vorlage S. 366
550
wie oben.
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551
Etwas –
Vorlage S. 366
552
EULENSPIEGEL.
Vorlage S. 366
553
Ich hoffte dich als Mädchen zu finden.
Vorlage S. 366
554
CORDULA.
Vorlage S. 366
555
Im Gegenteil!
Vorlage S. 366
556
EULENSPIEGEL
Vorlage S. 366
557
wendet sich ab und verhüllt sich mit beiden Händen das Gesicht.
Vorlage S. 366
558
O Cordulia! Warum hast du mir das getan!? Geht in die Seitentüre links ab.
Vorlage S. 366
559
NATZI.
Vorlage S. 366
560
Der ist erst fünf Minuten im Dienst, was kann denn der schon ang'stellt haben, dass er sich niederkniet und d' Frau Mutter um Verzeihn bitt't?
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561
CORDULA.
Vorlage S. 366
562
Du bist ein Esel!
Vorlage S. 366
563
NATZI.
Vorlage S. 366
564
Versteht sich! Der Vetter bedauert oft, dass ich keiner bin; denn er sagt, wenn ich einer wär', so wär' ich in der Mühl' ein nützliches Geschöpf.
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565
CORDULA
Vorlage S. 366
566
für sich.
Vorlage S. 366
567
Wie soll ich den Aufruhr in meinem Innern verbergen?
Vorlage S. 366
568
Festliche Musik inner der Szene.
Vorlage S. 366
569
NATZI.
Vorlage S. 367
570
Der gnädige Herr kommt! Komm d' Frau Mutter, die Festivität fangt an. Er zieht sie mit sich fort. Sie wirft Küsse gegen die Türe, durch welche Eulenspiegel abging.
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571
Verwandlung
Vorlage S. 367
572
Freier Platz vor dem Schlosse.
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573
Achtzehnter Auftritt
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574
Mädchen und Pursche mit Blumenkränzen stehen zu beiden Seiten gereiht. Specht ist beschäftigt, Ordnung im Ganzen zu halten. Mit dem Aufziehen der Kurtine beginnt folgender Chor, an dessen Schlusse Nelkenstein, von Dienerschaft begleitet, eintritt.
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575
CHOR.
Vorlage S. 367
576
Ihr habt in unsre Mitte hier
Vorlage S. 367
577
Gnädig Euch herbegeben,
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578
So große Freude hofften wir
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579
Schon nicht mehr zu erleben.
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580
Mit Euch zieht Glück in diese Hallen ein,
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581
Aus vollem Herzen lasst uns Vivat schrein!
Vorlage S. 367
582
ALLE.
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583
Vivat!
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584
Dorothea und Natzi treten hinter dem Gutsherrn auf und stellen sich zu Specht links in den Vordergrund.
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585
NELKENSTEIN
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586
nach dem Chore.
Vorlage S. 367
587
Ich dank' euch, liebe Leute! Euer Empfang war herzlich; hat mir viel Freude gemacht.
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588
SPECHT.
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589
Zu gnädig, Euer Gnaden; aber Hochdieselben glauben nicht, wie mühsam ich ihnen das eingebleut hab'! Todesstrafe auf ein Vivat zu wenig oder zu viel, darum ist es gegangen.
Vorlage S. 367
590
NELKENSTEIN.
Vorlage S. 367
591
Nun, mein alter Specht –
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592
SPECHT.
Vorlage S. 367
593
Erlauben Hochdieselben höchst untertänigst – Zu Dorothea. fang dein Gedicht jetzt an!
Vorlage S. 367
594
DOROTHEA.
Vorlage S. 367
595
Ja, Papa!
Vorlage S. 367
596
SPECHT.
Vorlage S. 367
597
Langsam und deutlich!
Vorlage S. 367
598
DOROTHEA.
Vorlage S. 368
599
Ja, Papa!
Vorlage S. 368
600
SPECHT.
Vorlage S. 368
601
Wird's werden oder nicht?
Vorlage S. 368
602
DOROTHEA.
Vorlage S. 368
603
Ja, Papa! Tritt vor, verneigt sich und fängt an, mit ungeschickter Ängstlichkeit ohne Bewegung zu deklamieren.
Vorlage S. 368
604
Von fernen Ländern kommt Ihr her,
Vorlage S. 368
605
Schon lange stand dies Schloß hier leer,
Vorlage S. 368
606
Wir – wir –
Vorlage S. 368
607
SPECHT
Vorlage S. 368
608
zupft sie am Kleid und souffliert.
Vorlage S. 368
609
Wir sahen –
Vorlage S. 368
610
DOROTHEA
Vorlage S. 368
611
deklamiert.
Vorlage S. 368
612
Wir sahen –
Vorlage S. 368
613
SPECHT
Vorlage S. 368
614
wie oben.
Vorlage S. 368
615
Her –
Vorlage S. 368
616
DOROTHEA
Vorlage S. 368
617
wie oben.
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618
Wir sahen her – her –
Vorlage S. 368
619
SPECHT
Vorlage S. 368
620
wie oben.
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621
Wir sahen hin.
Vorlage S. 368
622
DOROTHEA
Vorlage S. 368
623
zu Specht.
Vorlage S. 368
624
Aber zupf' mich der Papa nicht immer, das ganze schöne Kleid wird ruiniert.
Vorlage S. 368
625
SPECHT
Vorlage S. 368
626
leise und grimmig.
Vorlage S. 368
627
Wirst weiter deklamieren!
Vorlage S. 368
628
DOROTHEA.
Vorlage S. 368
629
Ja, Papa! Deklamiert. Wir sahen hin –
Vorlage S. 368
630
SPECHT
Vorlage S. 368
631
leise.
Vorlage S. 368
632
Mach' doch Auktionen mit der Hand!
Vorlage S. 368
633
DOROTHEA
Vorlage S. 368
634
leise.
Vorlage S. 368
635
Sie machen mich konfus, Papa; ich weiß nit weiter –
Vorlage S. 368
636
SPECHT
Vorlage S. 368
637
leise und grimmig.
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638
Wie ein Stock is das Madel!
Vorlage S. 368
639
DOROTHEA
Vorlage S. 368
640
glaubt, er habe souffliert, deklamiert.
Vorlage S. 368
641
Wie ein Stock –
Vorlage S. 368
642
SPECHT
Vorlage S. 368
643
aufschreiend.
Vorlage S. 368
644
Halt ein, Unglückliche! Wie wir nach Haus kommen, so vernicht' ich dich.
Vorlage S. 368
645
NELKENSTEIN
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begütigend.
Vorlage S. 368
647
Ruhig, Specht, was kann das Mädchen davor? Eine kleine Verwirrung –
Vorlage S. 368
648
SPECHT.
Vorlage S. 368
649
Ich bin desparat –
Vorlage S. 368
650
NATZI.
Vorlage S. 368
651
Ich kann ja das Gedicht von lauter Zuhören, ich werd's gleich fertig deklamieren.
Vorlage S. 368
652
SPECHT
Vorlage S. 368
653
entzückt zu Natzi.
Vorlage S. 368
654
O Retter in der Not! Indem Natzi vortritt. Und nur schön, mit Agierung, Mussi Natzi!
Vorlage S. 368
655
NATZI
Vorlage S. 368
656
deklamiert monoton und äußerst schnell, mit den Bewegungen einer Marionettenfigur.
Vorlage S. 368
657
Von fernen Ländern kommt Ihr her,
Vorlage S. 368
658
Schon lange stand dies Schloß hier leer,
Vorlage S. 368
659
Wir sahen her, wir sahen hin,
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660
Im Schlosse war kein Gutsherr drin.
Vorlage S. 369
661
Und Euere Abwesenheit
Vorlage S. 369
662
Erfüllte uns mit Herzeleid,
Vorlage S. 369
663
Wir dachten nun in einemfort:
Vorlage S. 369
664
Warum weilt er am fernen Ort?
Vorlage S. 369
665
Wär't Ihr noch lange ausgeblieb'n,
Vorlage S. 369
666
Der Gram hätt' uns bald aufgerieb'n,
Vorlage S. 369
667
Allein das Schicksal
Vorlage S. 369
668
Stockt.
Vorlage S. 369
669
wol – wollte –
Vorlage S. 369
670
Bricht plötzlich ab. Jetzt kann ich nicht weiter. Jetzt soll wieder die Dorothee –
Vorlage S. 369
671
NELKENSTEIN
Vorlage S. 369
672
lächelnd.
Vorlage S. 369
673
Es ist genug – ich bin überzeugt –
Vorlage S. 369
674
SPECHT.
Vorlage S. 369
675
Aber der Natzi hätt' noch singen sollen.
Vorlage S. 369
676
NATZI
Vorlage S. 369
677
tritt sogleich vor.
Vorlage S. 369
678
Ja, jetzt kommt erst der G'sang.
Vorlage S. 369
679
NELKENSTEIN.
Vorlage S. 369
680
Nein, diesen Genuss will ich mir durchaus auf ein andermal versparen.
Vorlage S. 369
681
NATZI.
Vorlage S. 369
682
Wie es gefällig ist.
Vorlage S. 369
683
DOROTHEA
Vorlage S. 369
684
zu Natzi.
Vorlage S. 369
685
Wir haben keine Ehr' aufgehoben.
Vorlage S. 369
686
NATZI.
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687
Ah, ich hab' ihm sehr gefallen.
Vorlage S. 369
688
NELKENSTEIN.
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689
Mein lieber Specht, Ihr speist heute bei mir.
Vorlage S. 369
690
SPECHT
Vorlage S. 369
691
entzückt.
Vorlage S. 369
692
Diese Auszeichnung –
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693
NELKENSTEIN
Vorlage S. 369
694
zu den übrigen.
Vorlage S. 369
695
Und euch gebe ich allen nächsten Sonntag ein Fest. Jetzt geht nach Hause.
Vorlage S. 369
696
SPECHT.
Vorlage S. 369
697
Nur einmal Vivat schreien lassen s' Euer Gnaden noch! Winkt mit dem Hut.
Vorlage S. 369
698
ALLE.
Vorlage S. 369
699
Vivat! Sie gruppieren sich mit den Blumengirlanden gegen das Tor des Schlosses, in welches Nelkenstein, von der Dienerschaft begleitet, eintritt; währenddem wiederholt sich das Ende des vorigen Chores.
Vorlage S. 369
700
CHOR.
Vorlage S. 369
701
Mit Euch zieht Glück in diese Hallen ein,
Vorlage S. 369
702
Aus vollem Herzen lasst uns Vivat schrein!
Vorlage S. 369
703
Der Vorhang fällt.
Vorlage S. 369

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Brich dir fünfmal 's G'nack …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Die Kellner tragen einen um ein Billiges nach Haus, man schlaft süß und sanft, der Nebel […], und man tritt dann wieder im Sonnenglanz seiner Solidität hervor und nickt in stattlicher Ruhe dem Volke zu, welches einem einen guten Morgen wünscht.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Ich wollt' nix sagen, wenn sie schlechte Augen hätt', denn da soll es sehr gesund sein für ein Mädl, wenn sie eine Amour mit ein' Jäger hat, weil sie allweil ins Grüne schaut.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Bleibt er hier, hab' ich Aussichten, das is a Pracht,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Den Haushund hab' ich wegg'lockt, jetzt bleibt der Hausdrach' da.« B: »Ein Umgang und Einzug, das is halt eine Freud',« C: »Er ist mir gewogen, er wird gewiss meine Liebe begünstigen, unterstützen und des Müllers Eigensinn zu Paaren treiben.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »G'freu'n S' Ihnen, wenn ich wieder daherkomme, denn es is sehr die …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »So bleib' Er nur herin, weil Er schon einmal da is.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Tritt vor, verneigt sich und fängt an, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Mädchen und Pursche, festlich geschmückt, füllen die Bühne; es werden Blumenkränze und Körbe unter sie verteilt, währenddem wird folgender Chor gesungen.« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Der sitzt mir schon auf, da is mir gar nicht bang.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Also bin ich erst ganz unglücklich; denn mein Herz gehört meinem Heinrich, nur ihn kann ich lieben.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Geld oder Besitz geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Ums Geld und ohne Intresse, wie geht das zusammen?«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Macht oder Abhängigkeit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Von der Herrschaft Birkenstein sind zwei Leute hier, Mehl zu kaufen.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Da hab' ich's viel ärger g'habt. Ich war verliebt in eine Kohlenbrennerstochter; die hat ihrem Vater immer g'holfen beim […]« und »Jetzt will ich dem da unten das Handwerk legen.«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Mit Euch zieht Glück in diese Hallen ein, Aus vollem Herzen lasst uns Vivat schrein!« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Mädchen und Pursche, festlich geschmückt, füllen die Bühne; es werden Blumenkränze und Körbe unter sie […]« / »Mit Euch zieht Glück in diese Hallen ein, Aus vollem Herzen laßt uns Vivat schrein!«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Das wird ein Tag der Freude sein, Heut' ziehet unser Gutsherr ein.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Verraten, verkauft, betrogen hast du mich, deinen Vormund und Bräutigam.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Aus vollem Herzen lasst uns Vivat schrein!«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Eulenspiegel von Nestroy, Johann ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Eulenspiegel

Johann Nestroy: Gesammelte Werke. Ausgabe in sechs Bänden, Wien: Verlag von Anton Schroll & Co., 1962. Nestroy, Johann 348- Wien

Das Werk Eulenspiegel von Nestroy, Johann ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.