D10 E - Einen freien Redebeitrag gestalten

D10 E - Einen freien Redebeitrag gestalten
D10 E - Einen freien Redebeitrag gestalten
Einleitung
Du entwickelst einen klar strukturierten freien Redebeitrag, wählst bewusst eine Redestrategie, setzt Medien funktional ein und prüfst, wie Deine Rede auf eine konkrete Zielgruppe wirkt. Auf E-Niveau arbeitest Du mit komplexeren Materialien, berücksichtigst Mehrdeutigkeit und Kontext und überträgst Deine Erkenntnisse auf neue Redesituationen.

Freie Illustration auf Wikimedia Commons; Lizenzangaben stehen auf der Dateiseite.
Leitfrage: Wie wird aus guten Informationen ein Redebeitrag, dem ein Publikum folgen kann und folgen will?
Einordnung Baden-Württemberg
Der Bildungsplan Deutsch Sekundarstufe I verbindet Sprechen und Zuhören mit adressaten- und situationsgerechter Sprache, klarer Struktur, reflektierter Wirkung, freier Rede und mediengestütztem Präsentieren. Für diesen Kurs ist besonders wichtig: Ein Redebeitrag wird nicht nur inhaltlich richtig, sondern auch strategisch, sprachlich und medial passend gestaltet.
Bildungsplan Baden-Württemberg: Deutsch – Sprechen und Zuhören
Wichtig für 2026 und spätere Prüfungsjahre: E-Niveau, Prüfungsjahr und angestrebter Schulabschluss sind nicht dasselbe. Welche Prüfungsform tatsächlich verbindlich ist, hängt von Schulart, Abschlussziel und Prüfungsjahr ab. Prüfe deshalb immer die aktuellen Vorgaben Deiner Schule und des Kultusministeriums Baden-Württemberg.
Kultusministerium Baden-Württemberg
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du:
- Adressatenbezug: Erwartungen, Vorwissen und mögliche Einwände eines Publikums berücksichtigen.
- Redestrategie: eine passende Strategie aus Information, Argumentation, Erklärung, Beispiel, Erzählung und Appell kombinieren.
- Redeaufbau: Einstieg, Leitgedanke, Hauptteil und Schluss funktional verbinden.
- Beleg: Aussagen mit überprüfbaren Quellen, Beispielen und Daten absichern.
- Sprechgestaltung: Stimme, Tempo, Pausen, Betonung, Blickkontakt und Körpersprache bewusst einsetzen.
- Medieneinsatz: Bilder, Grafiken, Stichwörter oder kurze Audio- und Videoelemente nur dann einsetzen, wenn sie eine Aufgabe erfüllen.
- Wirkungsreflexion: zwischen beabsichtigter Wirkung und tatsächlich beobachteter Wirkung unterscheiden.
- KI-Kompetenz: KI erst nach eigener Materialarbeit gezielt nutzen, Ergebnisse unabhängig prüfen und KI-Hilfe transparent machen.
Vorwissen
Prüfe Dich kurz selbst. Markiere gedanklich: sicher – teilweise – noch offen.
| Ich kann … | Selbstcheck |
|---|---|
| aus mehreren Quellen eine belastbare Kernaussage bilden | sicher / teilweise / offen |
| Behauptung, Begründung und Beleg unterscheiden | sicher / teilweise / offen |
| eine Zielgruppe konkret beschreiben | sicher / teilweise / offen |
| mit Stichwörtern statt ausformuliertem Manuskript sprechen | sicher / teilweise / offen |
| Quellen nennen und Medienrechte beachten | sicher / teilweise / offen |
Einstieg: 45 Sekunden freie Rede
Wähle spontan eines dieser Themen: Pausen im Schulalltag, digitale Lernhilfen, ein sinnvoller Projekttag oder ein Ort, den Deine Klasse kennen sollte. Sprich 45 Sekunden ohne ausformuliertes Manuskript.
Danach notierst Du nur drei Beobachtungen:
- Leitgedanke: Was war meine wichtigste Aussage?
- Struktur: Woran konnte man Anfang, Mitte und Ende erkennen?
- Wirkung: Was sollte das Publikum denken, fühlen oder tun?
Medienauftrag: Sieh Dir das Video nicht nur inhaltlich an. Notiere, wie Bild, Ton, Beispiel und Struktur zusammenspielen. Übernimm keine Formulierung, sondern nur ein beobachtetes Gestaltungsprinzip.
Das Kernmodell für freie Redebeiträge
Redeauftrag klären
Vor jeder Formulierung beantwortest Du vier Fragen.
| Frage | E-Niveau-Fokus |
|---|---|
| Was ist mein Thema? | so eng, dass es in der verfügbaren Zeit wirklich bearbeitet werden kann |
| Was ist mein Leitgedanke? | eine präzise Hauptaussage statt einer bloßen Themenüberschrift |
| Wer hört zu? | Vorwissen, Interessen, mögliche Einwände und Situation berücksichtigen |
| Was soll sich verändern? | Wissen, Einschätzung, Aufmerksamkeit oder Handlungsbereitschaft |
Merksatz: Thema ist der Gegenstand. Leitgedanke ist das, was Dein Publikum über diesen Gegenstand mitnehmen soll.
Adressatenbezug herstellen
Adressatenbezug bedeutet nicht, dem Publikum einfach zu gefallen. Du wählst Informationen, Sprache, Beispiele und Medien so, dass sie für diese konkrete Hörsituation verständlich und relevant sind.
E-Niveau: Rechne mit unterschiedlichen Perspektiven. Ein Beispiel kann für einen Teil der Zuhörenden überzeugend, für andere aber unpassend sein. Prüfe deshalb Kontext und mögliche Gegenlesarten.

Freies Foto auf Wikimedia Commons; nutze es zur Analyse von Blickrichtung, Haltung und räumlicher Situation.
Bildanalyse: Welche Wirkung könnte Blickkontakt in dieser Situation haben? Welche alternative Deutung wäre ebenfalls möglich? Begründe beide Deutungen am sichtbaren Material.
Eine Redestrategie entwerfen
Eine gute freie Rede nutzt meist mehrere Strategien.
| Strategie | Funktion | Beispielhafte Frage |
|---|---|---|
| informieren | verlässliches Wissen geben | Was muss das Publikum wissen? |
| erklären | Zusammenhänge verständlich machen | Warum hängt A mit B zusammen? |
| argumentieren | eine begründete Position entwickeln | Welche Gründe tragen meine Aussage? |
| erzählen | abstrakte Inhalte anschaulich machen | Welcher kurze Fall macht das Problem sichtbar? |
| vergleichen | Unterschiede und Kriterien zeigen | Was wird durch den Vergleich klar? |
| appellieren | zu einer begründeten Handlung auffordern | Was soll das Publikum anschließend tun? |
E-Niveau: Eine Strategie ist kein Selbstzweck. Prüfe, ob sie zur Sache, zur Zielgruppe und zur Rededauer passt.
Argumentative Wirkung differenziert planen
Ein verbreitetes Analysemodell unterscheidet Logos, Ethos und Pathos. Nutze es als Prüfraster, nicht als starre Schablone.

CC0-Grafik auf Wikimedia Commons.
| Dimension | Prüffrage |
|---|---|
| Logos | Sind Gedankengang, Begründungen und Belege nachvollziehbar? |
| Ethos | Wirkt die sprechende Person sachkundig, fair und transparent? |
| Pathos | Werden Gefühle angesprochen, ohne Belege oder Logik zu ersetzen? |
Mehrdeutigkeit: Eine emotionale Passage kann Nähe schaffen, aber auch manipulativ wirken. Entscheidend sind Kontext, Intensität, Beleglage und Publikum.
Einen klaren Aufbau bilden
Ein belastbarer Redebeitrag kann so geplant werden:
| Abschnitt | Aufgabe |
|---|---|
| Einstieg | Aufmerksamkeit auf das Problem oder die Leitfrage lenken |
| Orientierung | Thema, Anlass und Leitgedanke erkennbar machen |
| Hauptteil | wenige zentrale Gedanken entwickeln, belegen und verknüpfen |
| Zuspitzung | wichtigste Einsicht oder Konsequenz herausarbeiten |
| Schluss | Leitgedanke aufnehmen und einen klaren Endpunkt setzen |
Kein Rezept: Du darfst Reihenfolge und Form variieren, wenn die Funktion für das Publikum klar bleibt.
Videovergleich: Notiere aus dem Video ein Prinzip für einen roten Faden. Prüfe anschließend an Deiner eigenen Rede, ob jeder Abschnitt zum Leitgedanken beiträgt.
Frei sprechen statt spontan improvisieren
Freie Rede bedeutet hier: Du sprichst vorbereitet, aber nicht Satz für Satz vom Manuskript ab. Stichwortkarten, Gliederung oder eine reduzierte Präsentation können helfen.
Beobachtungsauftrag: Vergleiche vier mögliche Präsentationsweisen: auswendig, abgelesen, mit Stichwörtern, weitgehend ohne Notizen. Welche Risiken und Chancen entstehen jeweils für Blickkontakt, Genauigkeit und Spontaneität?
Stimme und Körpersprache funktional einsetzen
Sprich nicht „theatralisch“, sondern verständlich und bedeutungsbezogen.

CC0-Symbol auf Wikimedia Commons.
Kurzes frei lizenziertes Aussprachebeispiel von Wikimedia Commons.
Achte besonders auf:
- Sprechtempo: langsam genug für komplexe Gedanken, variabel genug für Gewichtung.
- Pause: Gliederung hörbar machen und Wirkung ermöglichen.
- Betonung: Schlüsselbegriffe hervorheben.
- Artikulation: deutlich sprechen, ohne künstlich zu überformen.
- Blickkontakt: das Publikum einbeziehen, ohne einzelne Personen unangenehm zu fixieren.
- Körpersprache: Gesten und Haltung sollen den Inhalt unterstützen.
Audio-Experiment: Sprich denselben Satz dreimal ein: neutral, mit falscher Betonung, mit sinnvoller Betonung. Vergleiche nur die Wirkung – nicht Deine Stimme als persönliche Eigenschaft.
Medien funktional einsetzen
Ein Medium ist gut, wenn es etwas leistet, was bloßes Sprechen schlechter leisten würde.
| Medium | Sinnvoll, wenn … | Problematisch, wenn … |
|---|---|---|
| Bild | ein Gegenstand, Ort, Ablauf oder Kontrast sichtbar werden soll | es nur dekoriert |
| Diagramm | Zahlen oder Beziehungen schneller erfasst werden | Achsen, Quelle oder Maßstab unklar sind |
| Stichwortfolie | Orientierung nötig ist | ganze Sätze abgelesen werden |
| Audio | Klang, Stimme oder akustische Wirkung selbst Untersuchungsgegenstand ist | der Ausschnitt zu lang oder ohne Analyseauftrag ist |
| Video | Bewegung, Ablauf oder Körpersprache relevant sind | es die eigene Rede ersetzt |
Grundregel: Zeigen – fokussieren – deuten – wieder zum Publikum sprechen.
Adressatenauftrag: Beobachte, mit welchen Mitteln Verbindung zum Publikum hergestellt wird. Trenne dabei sichtbare beziehungsweise hörbare Beobachtung und Deine Interpretation.
Medienlabor
Material A: Eigenes Kurzbeispiel
Eigenes Lernmaterial dieses aiMOOCs, frei weiterbearbeitbar.
Ausgangstext: „Viele von uns nutzen beim Lernen gleichzeitig Heft, Browser, Messenger und Musik. Das wirkt effizient, kann aber Aufmerksamkeit zerteilen. Mein Vorschlag ist deshalb kein pauschales Handyverbot. Sinnvoller ist eine klare Lernphase: zehn Minuten nur eine Aufgabe, danach eine kurze bewusste Unterbrechung. Entscheidend ist nicht das Gerät, sondern ob wir unsere Aufmerksamkeit steuern.“
Auftrag: Bestimme Leitgedanke, Redestrategie, Adressatenbezug und mögliche Gegenposition. Formuliere danach einen stärkeren Einstieg.
Feedbackkriterium: Ein starker Einstieg muss zum Leitgedanken führen; bloße Lautstärke, Provokation oder ein beliebiger Witz reichen nicht.
Material B: Bild und Rede koppeln
Nutze die folgende Illustration als Planungsimpuls.

Auftrag: Entwickle zwei völlig unterschiedliche Redeeinstiege zum selben Bild:
- sachlich-analytisch
- problemorientiert mit kurzer Frage
Lösungskern: Beide Einstiege können funktionieren. Entscheidend ist, ob sie direkt zum Thema und zur Zielgruppe führen.
Material C: Medienbeleg prüfen
Nimm eine Grafik oder Statistik aus einer frei zugänglichen Quelle. Prüfe:
- Wer ist Urheber oder herausgebende Institution?
- Welche Datenbasis wird genannt?
- Aus welchem Jahr stammen die Daten?
- Ist die Darstellung vollständig genug für Deine Aussage?
- Welche Aussage ist belegt und welche wäre nur Vermutung?
E-Niveau-Transfer: Formuliere einen Satz, der Unsicherheit transparent macht, ohne den Beleg wertlos erscheinen zu lassen.
Praxiswerkstatt: Vom Material zur freien Rede
Aufgabe 1: Leitgedanke verdichten
Du erhältst vier Informationen zu einem Thema. Formuliere daraus einen Leitgedanken in höchstens 20 Wörtern.
Hilfestufe 1: Beginne mit „Entscheidend ist, dass …“.
Hilfestufe 2: Streiche Details, die nur Beispiele sind.
Hilfestufe 3: Prüfe, ob jemand Deiner Aussage begründet widersprechen könnte. Falls nein, ist sie vielleicht zu allgemein.
Lösungskern: Ein Leitgedanke ist eine präzise, begründbare Kernaussage – keine Themenangabe wie „Heute rede ich über …“.
Feedback: Wenn Dein Satz zugleich Thema, Perspektive und Richtung der Rede erkennen lässt, ist er tragfähig.
Aufgabe 2: Strategie und Publikum abstimmen
Situation: Du sprichst drei Minuten vor Deiner Klasse über die Frage, ob Unterrichtsmaterial stärker digital bereitgestellt werden sollte.
Entwirf zwei Varianten:
- für Mitschülerinnen und Mitschüler
- für eine schulische Arbeitsgruppe aus Lernenden und Lehrkräften
Hilfestufe 1: Welche Erfahrungen teilt die jeweilige Zielgruppe?
Hilfestufe 2: Welche Einwände sind wahrscheinlich?
Hilfestufe 3: Wähle pro Zielgruppe genau ein Beispiel und einen Beleg.
Lösungskern: Die Kerninformation kann gleich bleiben; Wortwahl, Beispiele, Vorwissen, Einwandbehandlung und Schluss können sich deutlich unterscheiden.
Feedback: Adressatenbezug zeigt sich an konkreten Entscheidungen – nicht am Satz „Ich passe meine Rede an“.
Aufgabe 3: Medium mit Funktion
Plane zu einem Deiner Hauptgedanken genau eine Visualisierung.
Hilfestufe 1: Was kann das Publikum schwer nur durch Zuhören erfassen?
Hilfestufe 2: Wähle Bild, Diagramm oder drei Stichwörter.
Hilfestufe 3: Formuliere den Satz, den Du direkt vor dem Zeigen und direkt danach sagst.
Lösungskern: Ein Medium braucht eine erkennbare Funktion und muss sprachlich in die Rede eingebunden werden.
Feedback: Wenn Du das Medium entfernen könntest, ohne dass Information oder Verständnis leiden, war es wahrscheinlich nur Dekoration.
KI-Spirale
KI kann Dich unterstützen, aber sie ersetzt keine eigene Text- und Materialarbeit.
- Aufgabe verstehen: Kläre Redeanlass, Zielgruppe, Zeit und erwartete Leistung selbst.
- Material erschließen: Lies, sieh oder höre Quellen zuerst selbst und notiere eigene Beobachtungen.
- Eigenen Ansatz entwickeln: Formuliere Leitgedanke, Aufbau und erste Belege ohne KI.
- KI gezielt befragen: Nutze eine konkrete Frage, zum Beispiel: „Welche Gegenargumente fehlen in meinem Entwurf?“
- Unabhängig prüfen: Kontrolliere Texttreue, Fakten, Logik, Quellen und mögliche Auslassungen an Originalquellen.
- Eigene Lösung verbessern: Entscheide selbst, welche Hinweise Du übernimmst, veränderst oder verwirfst.
- KI-Hilfe transparent machen: Notiere kurz, wobei KI geholfen hat und was Du selbst geprüft hast.
Nicht ausreichend: „Schreibe mir eine perfekte Rede über …“
Besser: „Hier ist mein eigener Gliederungsentwurf. Nenne zwei mögliche Gegenargumente und markiere, welche davon ich mit einer Quelle prüfen muss.“
KI-Prüfprotokoll
| Prüfschritt | Meine Notiz |
|---|---|
| Eigene Vorarbeit vorhanden? | |
| KI-Frage eng und überprüfbar? | |
| Fakten an unabhängiger Quelle geprüft? | |
| Logik selbst kontrolliert? | |
| Quellen wirklich geöffnet? | |
| Übernommene KI-Hilfe transparent gemacht? |
Recht, Quellen und Datenschutz
- Urheberrecht: Bevorzuge gemeinfreie, CC-lizenzierte oder eigene Materialien.
- Zitat: Nutze nur kurze, funktionale Zitate und nenne die Quelle.
- Ganzschrift: Geschützte Reden, Bücher oder Transkripte werden nicht vollständig übernommen.
- Video: Verlinke oder bette legale Angebote ein, statt geschützte Inhalte zu kopieren.
- Persönlichkeitsrecht: Veröffentliche Aufnahmen anderer nur mit passender Einwilligung.
- Datenschutz: Verwende für Übungsaufnahmen keine unnötigen Namen, Kontaktdaten oder privaten Informationen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was kennzeichnet einen tragfähigen Leitgedanken? (Eine präzise Hauptaussage mit erkennbarer Richtung) (!Eine möglichst breite Themenüberschrift) (!Eine Sammlung aller recherchierten Fakten) (!Ein auswendig gelernter Schlusssatz)
Was bedeutet Adressatenbezug am treffendsten? (Inhalt Sprache Beispiele und Medien an die konkrete Hörsituation anpassen) (!Dem Publikum grundsätzlich zustimmen) (!Nur besonders einfache Wörter verwenden) (!Möglichst viele persönliche Informationen nennen)
Wann ist ein Medium funktional eingesetzt? (Wenn es Verständnis Orientierung oder Belegfunktion verbessert) (!Wenn jede Folie möglichst viel Text enthält) (!Wenn es unabhängig vom Inhalt beeindruckend wirkt) (!Wenn die Rede ohne Erklärung durch das Medium ersetzt wird)
Was ist freie Rede in diesem Kurs? (Eine vorbereitete Rede die nicht Satz für Satz abgelesen wird) (!Eine völlig ungeplante spontane Äußerung) (!Eine Rede ohne Quellen) (!Eine Rede ohne Gliederung)
Welche Funktion hat eine Sprechpause besonders häufig? (Sie kann Gliederung und Gewichtung hörbar machen) (!Sie ersetzt einen fehlenden Beleg) (!Sie macht jedes Argument automatisch stärker) (!Sie verhindert Rückfragen)
Was gehört zu einer belastbaren Argumentation? (Behauptung Begründung und überprüfbarer Beleg) (!Behauptung Wiederholung und Lautstärke) (!Beispiel Witz und möglichst viele Folien) (!Gefühl Blickkontakt und Zeitdruck)
Wie gehst Du mit einer KI-Antwort sinnvoll um? (Du prüfst Fakten Logik Texttreue und Quellen unabhängig) (!Du übernimmst sie wenn sie flüssig klingt) (!Du ersetzt damit Deine Materialanalyse) (!Du nennst die KI als einzige Quelle)
Welche Beobachtung ist zunächst beschreibend? (Die sprechende Person macht nach dem Leitgedanken eine Pause) (!Die Pause wirkt auf alle Zuhörenden überzeugend) (!Die Person ist deshalb besonders kompetent) (!Das Publikum stimmt innerlich zu)
Wann ist ein emotionaler Redeanteil fachlich vertretbar? (Wenn er zur Aussage passt und Belege oder Logik nicht ersetzt) (!Wenn dadurch jede Gegenposition ausgeschlossen wird) (!Wenn Quellen dadurch unnötig werden) (!Wenn möglichst starke Gefühle erzeugt werden)
Was unterscheidet Prüfungsjahr und Schulabschluss? (Das Prüfungsjahr bezeichnet den Zeitpunkt während der Abschluss das angestrebte Bildungsziel bezeichnet) (!Beide Begriffe bedeuten immer dasselbe) (!Das Prüfungsjahr legt automatisch das E Niveau fest) (!Der Schulabschluss bestimmt allein die aktuelle Aufgabenform)
Memory
| Leitgedanke | zentrale Hauptaussage |
| Adressatenbezug | Ausrichtung auf das konkrete Publikum |
| Blickkontakt | visuelle Publikumsbindung |
| Beleg | überprüfbare Stütze einer Aussage |
| Sprechpause | hörbares Gliederungssignal |
| Visualisierung | bildliche Verdichtung von Information |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Einstieg | Aufmerksamkeit |
| Leitgedanke | Kernaussage |
| Beleg | Absicherung |
| Pause | Gliederung |
| Schluss | Zuspitzung |
Kreuzworträtsel
| Adressatenbezug | Wie heißt die bewusste Ausrichtung einer Rede auf das konkrete Publikum? |
| Leitgedanke | Wie heißt die zentrale Hauptaussage einer Rede? |
| Blickkontakt | Welches nonverbale Mittel kann Verbindung zum Publikum unterstützen? |
| Körpersprache | Wie nennt man Haltung Gestik und weitere sichtbare Ausdrucksmittel zusammen? |
| Visualisierung | Wie heißt die bildliche Darstellung von Informationen? |
| Argumentation | Wie heißt das begründete Entwickeln und Stützen einer Position? |
LearningApps
Lückentext
Selbstkontrolle
Bewerte Deinen aktuellen Redebeitrag mit 0, 1 oder 2 Punkten je Kriterium: 0 fehlt – 1 teilweise – 2 sicher.
| Kriterium | 0 | 1 | 2 |
|---|---|---|---|
| Leitgedanke ist präzise und begründbar | |||
| Aufbau führt erkennbar zum Leitgedanken | |||
| Zielgruppe ist konkret berücksichtigt | |||
| zentrale Aussagen sind belegt | |||
| Gegenposition oder Mehrdeutigkeit wird fair behandelt | |||
| Medium erfüllt eine erkennbare Funktion | |||
| Stimme und Körpersprache unterstützen den Inhalt | |||
| Quellen und KI-Hilfe sind transparent |
Auswertung: Suche nicht nur die höchste Punktzahl. Wähle das Kriterium mit dem größten Verbesserungshebel und überarbeite genau dort.
Transfer
Du hast fünf Minuten Redezeit und sollst eine schulische Öffentlichkeit zu einem selbst gewählten Thema informieren und zu einer begründeten Entscheidung führen.
Erstelle:
- einen Leitgedanken in einem Satz
- eine Zielgruppenanalyse in drei Stichworten
- zwei Hauptargumente mit je einem überprüfbaren Beleg
- eine faire Gegenposition
- genau ein funktionales Medium
- einen Schluss mit klarer Konsequenz
Transferfrage: Was würdest Du verändern, wenn dieselbe Rede nicht vor Deiner Klasse, sondern vor Eltern, einer Fachgruppe oder einer jüngeren Lerngruppe gehalten würde?
Kompetenzcheck
| Kompetenz | Ich kann es | Ich brauche noch Übung |
|---|---|---|
| komplexe Materialien auf einen Leitgedanken verdichten | ||
| Mehrdeutigkeit und Gegenpositionen berücksichtigen | ||
| Redestrategien begründet kombinieren | ||
| Medien nach Funktion statt nach Effekt auswählen | ||
| Wirkung anhand beobachtbarer Merkmale reflektieren | ||
| KI-Hilfe kontrolliert und transparent nutzen |
Reflexion
Beantworte nach Deiner Rede schriftlich:
- Welche Wirkung wollte ich erzielen?
- Welche konkrete Reaktion oder Rückmeldung habe ich tatsächlich beobachtet?
- Wo wich die Wirkung von meiner Absicht ab?
- Welche Stelle war für verschiedene Zuhörende möglicherweise mehrdeutig?
- Welches Medium hat wirklich geholfen?
- Welche Änderung würde meinen nächsten Redebeitrag am stärksten verbessern?
Folgekurs-Empfehlung
Als nächster Schritt eignet sich ein Kurs zu Redeanalyse, Argumentation, Debatte, Präsentationstechnik oder Medienkritik. Besonders sinnvoll ist die Verbindung von eigener Redeproduktion und anschließender kriteriengeleiteter Analyse.
Offene Aufgaben
Leicht
- Stichwortkarte: Erstelle eine Karte mit höchstens zwölf Stichwörtern für eine einminütige Rede.
- Einstiegssatz: Formuliere zu einem Thema drei verschiedene Einstiege und erkläre ihre jeweilige Funktion.
- Sprechpause: Nimm 30 Sekunden eigene Rede zweimal auf, einmal ohne bewusst gesetzte Pausen und einmal mit Pausen; vergleiche die Verständlichkeit.
- Bildimpuls: Wähle ein frei lizenziertes Commons-Bild und entwickle dazu einen 45-sekündigen Redebeitrag.
Standard
- Adressatenanalyse: Plane dieselbe Kernaussage für zwei unterschiedliche schulische Zielgruppen und begründe die Unterschiede.
- Medienvergleich: Vergleiche Bild, Diagramm und Stichwortfolie für denselben Hauptgedanken und entscheide anhand von Funktionen.
- Quellenprüfung: Suche zwei Quellen zu einer strittigen Sachfrage und dokumentiere, welche Aussage jeweils tatsächlich belegt ist.
- Feedbackbogen: Entwickle einen kurzen Beobachtungsbogen zu Struktur, Belegen, Stimme, Körpersprache und Medieneinsatz und teste ihn an einer Übungsrede.
Schwer
- Mehrdeutigkeit: Analysiere einen kurzen öffentlichen Redebeitrag und zeige zwei begründete Wirkungsdeutungen derselben Passage.
- Gegenargument: Baue in eine eigene Rede eine starke Gegenposition ein, beantworte sie fair und vermeide ein Strohmannargument.
- Medienproduktion: Erstelle eine eigene CC-lizenzierbare Visualisierung mit Quellenangabe und integriere sie funktional in Deine Rede.
- KI-Protokoll: Entwickle zuerst selbst eine Rede, nutze dann KI nur für Gegenargumente oder Strukturkritik, überprüfe alles unabhängig und dokumentiere jede übernommene Änderung.


Lernkontrolle
- Rededesign: Du erhältst Thema, Zielgruppe und drei Quellen. Entwickle daraus einen Leitgedanken, einen begründeten Aufbau und eine passende Redestrategie.
- Medienentscheidung: Zwei Visualisierungen stehen zur Wahl. Begründe, welche Information jede sichtbar macht und in welcher Redesituation sie nützlich oder störend wäre.
- Wirkungsanalyse: Eine Rede ist sachlich korrekt, wirkt aber unklar. Erkläre mögliche Ursachen in Aufbau, Sprechgestaltung und Adressatenbezug und entwickle Verbesserungen.
- Quellentransfer: Eine neue Quelle widerspricht einem Teil Deiner Rede. Zeige, wie Du Leitgedanke, Beleg und Formulierung verantwortungsvoll anpasst.
- Perspektivwechsel: Überarbeite einen Redebeitrag für eine deutlich andere Zielgruppe, ohne die Faktenlage zu verändern.
- KI-Kritik: Eine KI schlägt einen scheinbar überzeugenden Absatz ohne belastbare Quelle vor. Beschreibe Deinen Prüfweg und formuliere eine verbesserte, nachprüfbare Lösung.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:
- ein klar begrenztes Thema und ein präziser Leitgedanke
- erkennbare Zielgruppen- und Situationsorientierung
- nachvollziehbarer Aufbau mit sinnvoll verknüpften Redeabschnitten
- begründete Aussagen und überprüfbare Belege
- faire Behandlung relevanter Gegenpositionen oder Mehrdeutigkeiten
- funktionaler und sparsamer Medieneinsatz
- verständliche Sprechgestaltung mit bewussten Pausen und Betonungen
- reflektierter Einsatz von Blickkontakt und Körpersprache
- korrekte Quellenangaben und Beachtung von Urheberrecht und Datenschutz
- transparente Dokumentation möglicher KI-Unterstützung
- eigenständige Reflexion von beabsichtigter und beobachteter Wirkung
OERs zum Thema
Freie und offene Medien zum Weiterarbeiten
- Wikimedia Commons: Public speaking – freie Bilder und Medien, Lizenz jeweils auf der Dateiseite prüfen.
- Wikimedia Commons: Rhetoric – freie Materialien zur Rhetorik.
- TED-Ed: Public Speaking 101 – ergänzende Videos; Inhalte nur analysieren oder verlinken, nicht vollständig transkribieren.
- Toastmasters: Public Speaking Tips – zusätzliche Anregungen zu Stimme, Gestik und Vortrag.
Verknüpfte Lernbereiche
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