Deutsch als Zweitsprache

Deutsch als Zweitsprache
Einleitung
Deutsch als Zweitsprache (kurz: DaZ) bedeutet: Du lernst Deutsch in einer Umgebung, in der Deutsch im Alltag wichtig ist. Das kann zum Beispiel in Deutschland, Österreich oder in der deutschsprachigen Schweiz sein. Du begegnest Deutsch nicht nur im Unterricht, sondern auch in der Schule, beim Einkaufen, im Bus, bei der Arbeit, beim Arzt oder im Gespräch mit anderen Menschen.
Dieser aiMOOC richtet sich vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene ab etwa 12 Jahren mit Deutschkenntnissen auf den Niveaus A1 bis A2. Einzelne Inhalte führen bereits zu B1. Der Kurs passt zu Vorbereitungsklassen, Regelklassen mit Sprachförderung, Berufsvorbereitung und selbstständigem Lernen.

Beim Lernen von Deutsch als Zweitsprache geht es nicht nur um Grammatik. Wichtig sind auch Wortschatz, Aussprache, Hörverstehen, Leseverstehen, Sprechen und Schreiben. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, Sprache in echten Situationen zu verwenden.
DaZ und DaF: Was ist der Unterschied?
Deutsch als Zweitsprache wird meist dort gelernt, wo Deutsch eine wichtige Sprache des täglichen Lebens ist. Du hörst und benutzt Deutsch also auch außerhalb des Unterrichts. Beim Deutsch als Fremdsprache (DaF) wird Deutsch häufig in einem Land oder Umfeld gelernt, in dem Deutsch im Alltag nicht ständig gebraucht wird.
Die Grenze ist nicht immer scharf. Jemand kann Deutsch im Kurs lernen und gleichzeitig täglich mit deutschsprachigen Menschen sprechen. Deshalb gehören bei DaZ oft gesteuertes Lernen und Spracherwerb im Alltag zusammen.

Die Karte zeigt deutschsprachige Gebiete in Europa. Für DaZ ist wichtig: Sprache wird immer in einer konkreten Umgebung gebraucht. Welche Wörter und Formen Du zuerst brauchst, hängt deshalb auch von Deinem Alltag ab.
Mehrsprachigkeit als Ausgangspunkt
Viele DaZ-Lernende sprechen bereits eine oder mehrere Sprachen. Diese Sprachen sind kein Hindernis, sondern vorhandenes Wissen. Du kannst Wörter vergleichen, Satzmuster erkennen und Lernstrategien aus anderen Sprachen nutzen. Manchmal sind Strukturen ähnlich, manchmal verschieden.

Mehrsprachigkeit gehört für viele Menschen zum Alltag. Es ist normal, dass Du in verschiedenen Situationen verschiedene Sprachen verwendest. Beim Deutschlernen hilft es, Unterschiede bewusst wahrzunehmen, ohne andere Sprachen abzuwerten.
Sprache im Alltag
DaZ ist besonders alltagsnah. Du lernst Sprache, damit Du handeln kannst. Am Anfang sind kurze, verständliche Sätze wichtiger als lange, komplizierte Formulierungen.
Typische Situationen sind: sich vorstellen, nach dem Weg fragen, einen Termin vereinbaren, etwas kaufen, nachfragen, wenn man etwas nicht verstanden hat, über Schule oder Arbeit sprechen und wichtige Informationen verstehen.
Sich vorstellen und Informationen geben
Ein guter Anfang ist, über Dich selbst sprechen zu können. Typische Sätze sind: „Ich heiße …“, „Ich komme aus …“, „Ich wohne in …“, „Ich spreche …“ und „Ich lerne Deutsch seit …“.
Achte auf die Wortstellung: In einem einfachen Aussagesatz steht das konjugierte Verb meistens an zweiter Stelle.
Beispiele:
- Heute lerne ich Deutsch.
- In Stuttgart wohne ich mit meiner Familie.
- Nach der Schule treffe ich Freunde.
Bei einer W-Frage steht das Fragewort zuerst und das Verb danach: „Wo wohnst Du?“, „Wie heißt Du?“ oder „Welche Sprachen sprichst Du?“.
Nachfragen und Verständigung sichern
Du musst nicht jedes Wort kennen. Gute Lernende fragen nach. Nützliche Sätze sind: „Kannst Du das bitte wiederholen?“, „Was bedeutet dieses Wort?“, „Kannst Du langsamer sprechen?“ und „Wie schreibt man das?“.
Solche Sätze helfen Dir, Gespräche aktiv zu steuern. Das ist eine wichtige kommunikative Fähigkeit.
Die vier Grundfertigkeiten
Beim Sprachenlernen werden oft vier Grundfertigkeiten unterschieden: Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben. In echten Situationen wirken sie zusammen. Du hörst zum Beispiel eine Durchsage, liest eine Anzeige, stellst eine Frage und schreibst anschließend eine Nachricht.
Hören
Beim Hörverstehen musst Du nicht sofort jedes Wort verstehen. Konzentriere Dich zuerst auf die Hauptinformation: Wer spricht? Wo? Worum geht es? Was soll passieren?
Hilfreich ist, einen kurzen Hörtext mehrmals zu hören. Beim ersten Mal hörst Du auf das Thema. Beim zweiten Mal achtest Du auf wichtige Wörter. Beim dritten Mal kannst Du Einzelheiten prüfen.
Sprechen
Beim Sprechen ist Verständlichkeit wichtiger als Perfektion. Nutze kurze Satzbausteine, die Du häufig brauchst. Solche festen Verbindungen nennt man auch Chunks, zum Beispiel „Ich hätte gern …“, „Können Sie mir helfen?“ oder „Ich bin nicht sicher, aber …“.
Das Video zeigt eine Alltagssituation beim Einkaufen. Solche Situationen eignen sich gut für Rollenspiele.
Lesen
Beim Leseverstehen hilft es, zuerst Überschriften, Bilder, Zahlen und bekannte Wörter anzusehen. Danach kannst Du gezielt nach wichtigen Informationen suchen.
Datei:Lesen 5 Modelltext 2.pdf
Kurze Anzeigen, Fahrpläne, Nachrichten, Formulare und Schultexte sind für DaZ besonders wichtig, weil sie im Alltag oft vorkommen.
Schreiben
Beim Schreiben helfen klare Schritte: Idee sammeln, Sätze ordnen, schreiben und am Ende kontrollieren. Für kurze Texte reichen oft einfache Strukturen.
Eine kurze Nachricht kann zum Beispiel so aufgebaut sein: Begrüßung, Grund der Nachricht, wichtige Information oder Frage, Abschluss.
Wortschatz lernen
Wörter lernst Du leichter, wenn Du sie in Zusammenhängen speicherst. Lerne deshalb nicht nur „der Termin“, sondern zum Beispiel „einen Termin haben“, „einen Termin vereinbaren“ und „einen Termin absagen“.
Ordne Wörter nach Themen wie Schule, Wohnen, Arbeit, Gesundheit, Verkehr oder Freizeit. Verbinde neue Wörter mit Bildern, Situationen, Gegenteilen oder Beispielsätzen.
Artikel und Plural
Im Deutschen gehören Nomen zu einem grammatischen Genus: der, die oder das. Lerne den Artikel deshalb möglichst zusammen mit dem Wort: „der Tisch“, „die Schule“, „das Fenster“.
Auch der Plural ist nicht immer regelmäßig. Es ist sinnvoll, wichtige Nomen gleich mit ihrer Pluralform zu lernen, zum Beispiel „die Stadt – die Städte“ oder „das Kind – die Kinder“.
Grammatik für die Kommunikation
Grammatik hilft Dir, verständliche Sätze zu bilden. Für den Anfang sind einige Strukturen besonders wichtig.
Verben und Satzstellung
Im Hauptsatz steht das konjugierte Verb meist an zweiter Stelle: „Ich lerne heute Deutsch.“ Auch wenn ein anderes Satzglied vorne steht, bleibt das Verb an zweiter Stelle: „Heute lerne ich Deutsch.“
Bei einer Ja-Nein-Frage steht das Verb meistens zuerst: „Kommst Du morgen?“ Bei einer W-Frage folgt das Verb auf das Fragewort: „Wann kommst Du morgen?“.
Akkusativ und Dativ im Alltag
Kasusformen lernst Du am besten in häufigen Mustern. Beispiele sind: „Ich brauche einen Termin“, „Ich helfe dem Schüler“ oder „Ich fahre mit dem Bus“.
Du musst nicht jede Regel gleichzeitig lernen. Wichtig ist, häufige Formen wiederzuerkennen und in passenden Sätzen selbst zu verwenden.
Zeitformen
Für viele Alltagssituationen reicht zuerst das Präsens: „Ich wohne hier.“ Für Erzählungen über Vergangenes ist im gesprochenen Deutsch oft das Perfekt wichtig: „Ich habe gestern gearbeitet.“ Bei einigen häufigen Verben kommt auch das Präteritum oft vor, zum Beispiel „war“ und „hatte“.
Aussprache und Alphabet
Eine verständliche Aussprache hilft, dass andere Dich gut verstehen. Wichtig sind unter anderem lange und kurze Vokale, Umlaute, Wortakzent und typische Laute wie „ch“.
Beim Buchstabieren ist es hilfreich, Namen, Adressen und E-Mail-Adressen langsam und deutlich zu sprechen. Du kannst schwierige Wörter aufnehmen und Deine Aussprache mit einem Vorbild vergleichen.

Die Lautkarte ist eher für fortgeschrittene Lernende gedacht. Sie zeigt, dass deutsche Vokale an unterschiedlichen Stellen im Mund gebildet werden.
Sprache in Schule und Ausbildung
In Schule und Ausbildung brauchst Du neben Alltagssprache auch Bildungssprache. Sie ist oft genauer, dichter und stärker an Fachinhalte gebunden.
Wichtige Arbeitsaufträge sind zum Beispiel: „beschreibe“, „erkläre“, „vergleiche“, „begründe“ und „bewerte“. Diese Wörter sagen Dir, was Du mit einem Inhalt tun sollst.
Sprachsensibler Fachunterricht
In Mathematik, Biologie, Geschichte oder Technik musst Du nicht nur Fachwissen verstehen, sondern auch die Sprache des Fachs. Ein Satz wie „Begründe Deine Entscheidung“ verlangt eine andere Antwort als „Nenne drei Beispiele“.
Hilfreich sind Satzanfänge wie „Ich vermute, dass …“, „Ein Grund dafür ist …“, „Im Gegensatz dazu …“ oder „Das Ergebnis zeigt …“. Solche sprachlichen Gerüste werden oft Scaffolds genannt.
Sprachniveaus A1 bis B1
Sprachkenntnisse werden häufig mit dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen beschrieben.
A1 bedeutet: Du kannst sehr einfache Wörter und Sätze in vertrauten Situationen verstehen und verwenden. A2 bedeutet: Du kannst in häufigen Alltagssituationen kurze Informationen austauschen. B1 bedeutet: Du kannst viele vertraute Situationen selbstständiger bewältigen, zusammenhängend über Erfahrungen sprechen und die Hauptpunkte klarer Texte verstehen.
Die Niveaus beschreiben Fähigkeiten. Sie sagen nicht, wie intelligent jemand ist oder wie gut jemand in anderen Sprachen oder Fachgebieten ist.
Lernstrategien
Sprachenlernen braucht Zeit und regelmäßige Anwendung. Kurze, häufige Lernphasen sind oft hilfreicher als seltene sehr lange Lernphasen.
- Wortschatzarbeit: Lerne Wörter in Sätzen und Themenfeldern.
- Lernkartei: Wiederhole Wörter in passenden Abständen.
- Sprachtandem: Sprich regelmäßig mit einer anderen Person.
- Lesestrategie: Suche zuerst Hauptinformationen und dann Details.
- Selbstkorrektur: Prüfe nach dem Schreiben wenige ausgewählte Fehlerarten.
- Lerntagebuch: Notiere, was Du schon kannst und was Du als Nächstes üben willst.
Lernen in wichtigen Alltagssituationen
Wohnen
Beim Thema Wohnen brauchst Du Wörter für Räume, Möbel, Adresse, Miete und Nachbarschaft. Übe Sätze wie „Ich wohne in einer Wohnung“, „Das Zimmer ist hell“ oder „Die Miete beträgt …“.
Einkaufen
Beim Einkaufen sind Mengen, Preise und höfliche Fragen wichtig: „Was kostet das?“, „Ich hätte gern …“, „Haben Sie …?“ und „Kann ich mit Karte bezahlen?“.
Gesundheit
Beim Arzt musst Du Beschwerden beschreiben und Fragen verstehen können. Wichtige Wörter sind zum Beispiel „Schmerzen“, „Fieber“, „Termin“, „Medikament“ und „Versicherungskarte“.
Wenn etwas medizinisch wichtig ist und Du sprachlich unsicher bist, solltest Du nachfragen, um Wiederholung bitten oder – wenn verfügbar – professionelle Sprachmittlung nutzen.
Schule, Arbeit und Behörden
Formulare, Termine und schriftliche Informationen können sprachlich schwierig sein. Lies zuerst, welche Information verlangt wird. Markiere unbekannte Wörter und frage nach, wenn eine Formulierung unklar ist.
Bei Schule und Arbeit sind Pünktlichkeit, Aufgabenstellungen, Rückfragen und kurze schriftliche Nachrichten besonders wichtig. Bei Behörden ist genaue Verständigung wichtig; Unklarheiten sollten nicht geraten, sondern geklärt werden.
Fehler und Fortschritt
Fehler gehören zum Sprachenlernen. Sie zeigen, welche Strukturen Du schon ausprobierst. Nicht jeder Fehler muss sofort korrigiert werden.
Bei einer Präsentation kann zuerst der Inhalt wichtig sein. In einer Grammatikübung kann dagegen eine bestimmte Form im Mittelpunkt stehen. Gute Korrektur richtet sich deshalb nach dem Lernziel.
Fortschritt erkennst Du daran, dass Du mehr verstehst, schneller reagierst, längere Aussagen machen kannst und zunehmend passende Wörter und Strukturen auswählst.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wann spricht man typischerweise von Deutsch als Zweitsprache? (Wenn Deutsch in einer deutschsprachigen Umgebung auch im Alltag gebraucht wird) (!Wenn Deutsch nur als Geheimschrift verwendet wird) (!Wenn Deutsch nur aus einem Wörterbuch gelernt wird) (!Wenn Deutsch ausschließlich eine historische Sprache ist)
Welche vier Grundfertigkeiten gehören zum Sprachenlernen? (Hören Sprechen Lesen Schreiben) (!Rechnen Zeichnen Messen Singen) (!Lesen Springen Malen Rechnen) (!Hören Kochen Fahren Zeichnen)
Wo steht das konjugierte Verb im einfachen deutschen Hauptsatz meistens? (An zweiter Stelle) (!Immer am Satzende) (!Immer an erster Stelle) (!Es gibt kein Verb im Hauptsatz)
Was ist eine hilfreiche Strategie beim Hörverstehen? (Zuerst auf die Hauptinformation achten) (!Jedes unbekannte Wort sofort übersetzen) (!Nach dem ersten Satz aufhören) (!Nur auf die Lautstärke achten)
Wie lernst Du neue Nomen besonders sinnvoll? (Mit Artikel und möglichst auch mit Plural) (!Nur mit dem letzten Buchstaben) (!Ohne Bedeutung) (!Nur als Abkürzung)
Was hilft beim Sprechen in Alltagssituationen? (Häufige Satzbausteine verwenden) (!Nur einzelne Buchstaben sagen) (!Jeden Satz auswendig übersetzen) (!Nie nachfragen)
Was bedeutet Bildungssprache in diesem Zusammenhang? (Sprache die für Lernen Fachinhalte und schulische Aufgaben wichtig ist) (!Eine Sprache die nur in Museen gesprochen wird) (!Eine Sprache ohne Verben) (!Eine Sprache die nur aus Fremdwörtern besteht)
Welche Form ist eine passende Bitte um Wiederholung? (Kannst Du das bitte wiederholen) (!Ich höre nie zu) (!Sprich gar nicht mehr) (!Das Wort ist verboten)
Welches Niveau folgt im GER auf A2? (B1) (!A0) (!C3) (!D1)
Warum sind Fehler beim Sprachenlernen nützlich? (Sie zeigen welche Strukturen noch geübt werden können) (!Sie beweisen dass Lernen unmöglich ist) (!Sie müssen immer versteckt werden) (!Sie machen jede Kommunikation wertlos)
Memory
| DaZ | Deutsch im deutschsprachigen Alltag lernen |
| Wortschatz | Wörter und feste Verbindungen |
| Hörverstehen | Gesprochene Informationen verstehen |
| Bildungssprache | Sprache für Lernen und Fachinhalte |
| Artikel | der die das |
| Perfekt | Häufige Vergangenheitsform im gesprochenen Deutsch |
| Scaffolding | Sprachliche Hilfen und Satzgerüste |
| Mehrsprachigkeit | Mehrere Sprachen im eigenen Repertoire |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Begrüßung | Hallo wie geht es Dir |
| Einkaufen | Ich hätte gern ein Brot |
| Gesundheit | Ich habe seit gestern Schmerzen |
| Wegbeschreibung | Gehen Sie an der Ampel links |
| Nachfragen | Können Sie das bitte wiederholen |
Kreuzworträtsel
| Alltag | Wo wird Deutsch bei DaZ neben dem Unterricht besonders häufig gebraucht? |
| Wortschatz | Wie heißt die Gesamtheit der Wörter die Du kennst und lernst? |
| Grammatik | Wie heißt das System von Formen und Satzregeln einer Sprache? |
| Aussprache | Wie nennt man die Art wie Laute und Wörter gesprochen werden? |
| Mehrsprachigkeit | Wie heißt die Fähigkeit oder Lebenssituation mehrere Sprachen zu verwenden? |
| Dialog | Wie nennt man ein Gespräch zwischen zwei oder mehreren Personen? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Vorstellung: Nimm eine kurze Audioaufnahme auf, in der Du Dich in sechs bis acht einfachen Sätzen vorstellst.
- Wortschatz: Erstelle ein Bild-Wort-Netz zu einem Alltagsthema wie Wohnen, Schule oder Einkaufen.
- Dialog: Schreibe einen kurzen Dialog, in dem eine Person etwas nicht versteht und höflich nachfragt.
- Lesestrategie: Suche eine kurze öffentliche Information, zum Beispiel einen Aushang oder Fahrplan, und markiere die wichtigsten Angaben.
Standard
- Rollenspiel: Spielt zu zweit eine Situation beim Einkaufen, beim Arzt oder in der Schule und wechselt anschließend die Rollen.
- Mehrsprachigkeit: Vergleiche fünf deutsche Wörter oder Satzmuster mit einer anderen Sprache, die Du kennst, und beschreibe Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
- Bildungssprache: Sammle zehn typische Arbeitsaufträge aus Schulbüchern und erkläre mit eigenen Worten, was jeweils verlangt wird.
- Lerntagebuch: Führe eine Woche lang ein kurzes Lerntagebuch und notiere täglich eine neue Wendung, eine Schwierigkeit und einen Fortschritt.
Schwer
- Sprachbiografie: Erstelle eine Sprachbiografie, in der Du erklärst, wann, wo und mit wem Du Deine Sprachen verwendest und welche Lernwege für Dich funktionieren.
- Interview: Führe ein Interview mit einer Person, die Deutsch als Zweitsprache gelernt hat, und fasse ihre wichtigsten Lernstrategien zusammen.
- Sprachsensibler Fachunterricht: Wähle einen kurzen Fachtext und überarbeite ihn so, dass schwierige Wörter erklärt, Satzstrukturen vereinfacht und passende Satzanfänge angeboten werden.
- Videoprojekt: Produziere ein zwei- bis dreiminütiges Lernvideo zu einer Alltagssituation und ergänze Untertitel sowie fünf wichtige Redemittel.


Lernkontrolle
- Transfer Alltag: Eine neue Schülerin versteht eine Arbeitsanweisung nicht. Formuliere drei unterschiedliche Möglichkeiten, wie sie nachfragen kann, und erkläre, welche Form in welcher Situation passend ist.
- Sprachvergleich: Vergleiche die deutsche Verbposition im Hauptsatz mit einer Sprache, die Du kennst oder recherchierst. Erkläre, welche Schwierigkeiten dadurch beim Lernen entstehen können.
- Textüberarbeitung: Überarbeite einen kurzen, komplizierten Informationstext so, dass Lernende auf A2-Niveau die wichtigsten Informationen leichter finden.
- Kommunikationsstrategie: Entwickle einen Plan für eine Situation beim Arzt, in der Dir mehrere Wörter fehlen. Zeige, wie Du trotzdem verständlich kommunizieren kannst.
- Bildungssprache: Erkläre den Unterschied zwischen „nennen“, „beschreiben“, „erklären“ und „begründen“ an einem selbst gewählten Fachthema.
- Lernplanung: Erstelle für zwei Wochen einen realistischen Lernplan, der Hören, Sprechen, Lesen, Schreiben, Wortschatz und Wiederholung sinnvoll verbindet.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu Deutsch als Zweitsprache ist wichtig, dass Du Sprache nicht nur erkennst, sondern selbstständig verwendest.
- Du kannst erklären, was DaZ bedeutet und es von DaF unterscheiden.
- Du kannst einfache bis zunehmend zusammenhängende Gespräche in wichtigen Alltagssituationen führen.
- Du kannst Hauptinformationen aus kurzen Hör- und Lesetexten entnehmen.
- Du kannst verständliche kurze Texte und Nachrichten schreiben.
- Du kannst häufige grammatische Strukturen wie Verbposition, Fragen und wichtige Kasusformen anwenden.
- Du kannst passende Strategien nutzen, wenn Dir Wörter fehlen oder Du etwas nicht verstehst.
- Du kannst Bildungssprache in einfachen schulischen Arbeitsaufträgen erkennen und nutzen.
- Du kannst Deine eigenen Lernfortschritte einschätzen und nächste Lernziele formulieren.
OERs zum Thema
Einen allgemeinen Hintergrund bietet der Wikipedia-Artikel zum Zweitspracherwerb. Dort wird auch Deutsch als Zweitsprache als Bereich des Zweitspracherwerbs beschrieben.
Weitere freie oder kostenlos zugängliche Lernangebote findest Du unter anderem bei DW Deutsch lernen und in offenen Bildungsangeboten zu Mehrsprachigkeit, Spracherwerb und Sprachförderung.
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