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Fachübungen 1 – Das Unternehmen und die eigene Rolle im Betrieb beschreiben - Fachinformatiker

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Fachübungen 1 – Das Unternehmen und die eigene Rolle im Betrieb beschreiben - Fachinformatiker

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Einleitung

Du beginnst die Ausbildung zur Fachinformatikerin oder zum Fachinformatiker und fragst dich, welchen Nutzen dein Betrieb stiftet, wer welche Entscheidungen trifft und welchen Beitrag du selbst leisten kannst. In diesem vollständigen Kurs zu Lernfeld 1 erstellst du aus einem erfundenen IT-Betrieb eine sachlich begründete Unternehmensdarstellung mit Organigramm, Wertschöpfungskette, Kennzahlen, reflektierter Rollenbeschreibung und überprüfbarem Arbeitsprodukt. Du lernst schrittweise auf den Niveaus leicht, Standard und schwer. Alle betrieblichen Beispieldaten sind synthetisch; verwende keine echten Beschäftigten-, Kunden- oder Zugangsdaten.

Curricularer Bezug: KMK-Rahmenlehrplan vom 13. Dezember 2019, Lernfeld 1 im ersten Ausbildungsjahr mit einem Zeitrichtwert von 40 Unterrichtsstunden. Ziel ist, das Unternehmen entlang seiner Wertschöpfung darzustellen und die eigene Rolle sowie Handlungsspielräume zu beschreiben. Der Lehrplan verlangt außerdem Marktanalyse, Organisationsstruktur, Unternehmensziele, Teampräsentation und kriteriengeleitete Reflexion. Vertiefungen bauen auf Wirtschaftskunde, Projektmanagement, Informatik und Datenschutz auf.


Der Ausbildungsberuf und das Unternehmen


Beruf, Fachrichtungen und Ausbildung

Die Berufsausbildung ist dual organisiert: Betrieb und Berufsschule ergänzen sich. Nach der Fachinformatikerausbildungsverordnung vom 28. Februar 2020, die am 1. August 2020 in Kraft trat, dauert die reguläre Ausbildung 36 Monate. Es bestehen vier Fachrichtungen: Anwendungsentwicklung (Software konzipieren und umsetzen), Systemintegration (IT-Systeme planen, integrieren und betreiben), Daten- und Prozessanalyse (Datenqualität und digitale Geschäftsprozesse bearbeiten) sowie Digitale Vernetzung (vernetzte und cyber-physische Systeme). In Lernfeld 1 stehen gemeinsame berufliche Kompetenzen im Vordergrund; die spätere fachrichtungsspezifische Spezialisierung beginnt nicht mit vier verschiedenen Versionen dieses Lernfelds.

Die geltende Ausbildungsordnung sieht eine gestreckte Abschlussprüfung aus Teil 1 und Teil 2 vor. Art und Fachrichtung sind für die späteren Prüfungsbereiche entscheidend; verbindliche Einzeltermine legt die zuständige Stelle fest. Hier werden bewusst keine ungeprüften Prüfungstermine, Zeitdauern, Gewichtungen oder Originalaufgaben verwendet. Prüfe deinen Ausbildungsbeginn und die auf deinen Vertrag anwendbare Ordnung mit Betrieb und Kammer. BIBB-Berufsprofil und Berufsportal Fachinformatiker dienen als Einstieg.

Berufsvideo (BIBB, Vorstellung eines konkreten Ausbildungsbetriebs und der Fachrichtung Systemintegration):

Der Film zeigt nur ein Beispiel; Unternehmensgrößen, Fachrichtungen und Aufgabengebiete unterscheiden sich zwischen Betrieben.


Was leistet ein IT-Unternehmen?

Ein Geschäftsmodell erklärt, für welche Kundengruppe welche Leistung erbracht wird, wodurch Nutzen entsteht und wie sich Leistungen finanzieren. Ein IT-Dienstleister kann Beratung, Entwicklung, Betrieb, Schulung und Wartung anbieten. Interne Kunden sind andere Abteilungen desselben Unternehmens, externe Kunden sind Auftraggebende außerhalb. Ein Leistungsversprechen benennt den angestrebten Kundennutzen, beispielsweise verständliche Beratung, verlässliche Betreuung und dokumentierte Veränderungen; es ist nicht automatisch eine rechtlich zugesagte Garantie.

Frage Beispiel bei einem erfundenen IT-Dienstleister Prüfkriterium
Wer erhält Nutzen? Kleine Betriebe ohne eigene IT-Abteilung Kundengruppe klar genannt
Was wird geleistet? Einrichtung und Betreuung digitaler Arbeitsplätze Leistung konkret beschrieben
Wie entsteht Erlös? Vereinbarte Projekt- und Serviceentgelte Erlös von Gewinn unterschieden
Welche Ressourcen sind nötig? Fachwissen, Zeit, Software, Ersatzgeräte Kosten und Zuständigkeiten beachtet


Leitbild und Unternehmensziele

Das Unternehmensleitbild beschreibt Orientierung, Werte und Selbstverständnis. Daraus sollen überprüfbare Ziele abgeleitet werden. Ökonomisch bedeutet zum Beispiel wirtschaftlich tragfähige Leistungen, ökologisch etwa längere Gerätenutzung oder weniger Fahrten, sozial faire Zusammenarbeit und barrierearme Kommunikation. Solche Zielbereiche können Zielkonflikte bilden: Ein preisgünstiges Gerät kann etwa höhere Betriebskosten oder eine kurze Nutzungsdauer haben. Ein gutes Arbeitsprodukt benennt Kriterien, statt nur mit Schlagworten zu werben.

Abbildung: Drei Perspektiven unternehmerischer Nachhaltigkeit; die Beschriftung der Commons-Grafik ist teilweise englisch. Beispielziel: bis zum Jahresende die Zahl unnötiger Vor-Ort-Termine dokumentiert reduzieren, ohne die Kundenzufriedenheit zu senken. Aussage, Baseline, Messgröße und Zeitpunkt gehören zu einem überprüfbaren Ziel.


Markt, Anspruchsgruppen und Wertschöpfung


Marktstruktur untersuchen

Ein Markt beschreibt das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage. Analysiere Konkurrenz, Zielgruppen, regionale oder digitale Absatzräume sowie die Abhängigkeit von Zulieferern. Ein Marktsegment ist eine abgrenzbare Kundengruppe. Ein Alleinstellungsmerkmal ist ein nachvollziehbarer Unterschied zu konkurrierenden Angeboten, nicht bloß ein unbelegtes Versprechen. Bei einem regionalen IT-Service können kurze Reaktionswege eine Stärke, die Abhängigkeit von einem Großkunden eine Schwäche und steigender Schulungsbedarf eine Chance sein.

Die SWOT-Analyse trennt interne Stärken und Schwächen von externen Chancen und Risiken. Die Zuordnung ist entscheidend: Eine eigene dokumentierte Wissensdatenbank ist eher interne Stärke; neue gesetzliche Anforderungen an Kunden sind zunächst externe Rahmenbedingungen und können sowohl Chance als auch Risiko sein. SWOT ersetzt weder Datenquellen noch konkrete Entscheidungen.

Abbildung: SWOT-Matrix, englische Begriffe strengths, weaknesses, opportunities und threats. Lege zu jeder Aussage einen Beleg oder eine prüfbare Annahme bei.


Stakeholder und Geschäftsbeziehungen

Stakeholder sind Personen oder Gruppen, deren Interessen durch das Unternehmen betroffen sind oder die das Unternehmen beeinflussen. Dazu können Auszubildende, Mitarbeitende, Führungskräfte, Kundschaft, Lieferbetriebe, Behörden und Nachbarschaft zählen. Shareholder bezeichnet dagegen Eigentümerinnen oder Anteilseigner und ist nur ein Teil der Anspruchsgruppen. Interessen können konkurrieren: Kundschaft wünscht geringe Preise und kurze Bearbeitungszeiten, Beschäftigte benötigen ausreichend Zeit für Prüfung und Dokumentation.

Abbildung: Interne und externe Anspruchsgruppen eines Betriebs (englisch beschriftet). Leite für eine Gruppe je ein Interesse, einen möglichen Konflikt und ein Gesprächsangebot ab.

Anspruchsgruppe Erwartung Geeigneter Umgang
Kundschaft Verständliche Leistungen und Termine Anforderungen protokollieren und Rückfragen stellen
Beschäftigte Sichere Abläufe und Lernmöglichkeiten Zuständigkeiten klären und Feedback einholen
Lieferunternehmen Klare Bestellungen und verlässliche Kommunikation Freigaben und Lieferstatus dokumentieren
Geschäftsführung Qualität und Wirtschaftlichkeit Kennzahlen mit ihrer Aussagegrenze berichten


Wertschöpfungskette und Prozesse

Die Wertschöpfungskette zeigt, durch welche aufeinanderfolgenden Tätigkeiten aus Ressourcen eine für Kundschaft nützliche Leistung entsteht. In Porters allgemeinem Modell werden primäre und unterstützende Aktivitäten unterschieden. Für einen IT-Dienstleister ist eine angepasste Prozesskette häufig verständlicher als eine wörtliche Übernahme industrieller Logistikschritte. Wertschöpfung ist nicht gleich Umsatz: Die Leistung muss betrachtet werden, ebenso die beanspruchten Mittel und die Beiträge anderer Beteiligter.

Abbildung: Allgemeines Wertkettenmodell nach Porter (englisch); für IT-Service als Denkmodell verwenden, nicht unbesehen als verbindlichen Betriebsablauf.

Beispielhafte Prozesszeichnung für einen IT-Serviceauftrag:

Eingabe / Auftrag Bearbeitungsschritt Verantwortlicher Bereich Prüfnachweis
Kundenanfrage Bedarf und Einschränkungen klären Service/Vertrieb Anforderungsnotiz
Freigegebener Bedarf Lösung, Aufwand und Angebot planen IT und Vertrieb Kalkulation / Angebot
Auftrag Berechtigte Umsetzung im vereinbarten Rahmen IT-Betrieb/Entwicklung Arbeitsprotokoll
Umsetzungsergebnis Funktion fachlich prüfen Zuständiges Fachteam Testergebnis / Abnahme
Abgenommene Leistung Dokumentieren, erklären, Rechnung veranlassen Service/Verwaltung Übergabe / Rückmeldung

Ablauforganisation beantwortet hier die Frage „Welche Arbeit folgt auf welche und wann?“. Sie ist von der Aufbauorganisation mit ihren Stellen und Berichtswegen zu unterscheiden. Eine nachvollziehbare Prozessdarstellung enthält Auslöser, Eingaben, Entscheidungspunkte, Verantwortliche, Ergebnis und Qualitätskontrolle.


Aufbauorganisation, Rechtsform und die eigene Rolle


Organigramm lesen und selbst zeichnen

Die Aufbauorganisation regelt Stellen, Aufgabenbereiche und Führungsbeziehungen. Ein Organigramm stellt diese Beziehung grafisch dar. Es zeigt nicht automatisch, wer in einer konkreten Situation welche verbindliche Freigabe erteilen darf: Dafür braucht man zusätzliche Rollen-, Berechtigungs- und Vollmachtsregeln. Typische Abteilungen sind Geschäftsführung, Kundenservice, technische Betreuung, Softwareentwicklung, Einkauf oder Verwaltung. Kleine Firmen bündeln Aufgaben oft anders als Konzerne.

Abbildung: Allgemeines hierarchisches Organigramm; es ist keine Darstellung des späteren Modellbetriebs.

Erklärvideo zur Unterscheidung von Aufbau- und Ablauforganisation:

Das Video richtet sich ursprünglich an kaufmännische Fortbildung; übertrage die Definitionen auf das IT-Beispiel, statt Prüfungsanforderungen einer anderen Ausbildung zu übernehmen.


Rechtsformen und Außenwirkung

Die Rechtsform beeinflusst unter anderem Vertretung, Haftung und formale Organisationspflichten. Eine GmbH ist eine juristische Person; grundsätzlich haftet die Gesellschaft mit ihrem Vermögen, wobei gesetzliche Sonderfälle bestehen können. Bei einem eingetragenen Einzelkaufmann oder einer eingetragenen Einzelkauffrau liegt dagegen grundsätzlich persönliche unbeschränkte Haftung vor. „UG (haftungsbeschränkt)“ bezeichnet eine besondere Variante der GmbH mit rechtlichen Besonderheiten. Aus einer Rechtsform allein lässt sich weder Qualität noch wirtschaftliche Stabilität ableiten. Eine verantwortliche Prüfung erfolgt bei Bedarf mit fachkundiger Anleitung und anhand aktueller Rechtsquellen.

Vollmacht ist eine rechtlich eingeräumte Befugnis zur Vertretung. Sie ist von einer technischen Administratorberechtigung zu unterscheiden: Wer Zugriff auf ein IT-System hat, darf deshalb noch lange keine Verträge abschließen. Prokura ist eine besondere handelsrechtliche Vertretungsmacht und entsteht nicht durch eine gewöhnliche Stellenbezeichnung oder einen Ausbildungsbeginn. Auszubildende stimmen Zusagen, Bestellungen, Vertragsänderungen und sicherheitsrelevante Eingriffe mit ihrer zuständigen Ansprechperson ab. Erfrage die interne Freigabematrix, statt Befugnisse zu vermuten.

Situation Verantwortliches Vorgehen Häufiger Fehler
Kunde wünscht zusätzliche Leistung Wunsch protokollieren, Kosten und Freigabe durch zuständige Stelle klären Ohne Befugnis Zusatzleistung zusagen
Neue Software soll eingesetzt werden Freigabe, Datenschutz und Lizenzlage prüfen lassen Technische Möglichkeit als Genehmigung ansehen
Unklarer Arbeitsauftrag Rückfrage an betreuende Fachkraft Ohne Rückfrage produktive Systeme verändern
Präsentation über den Betrieb Nur öffentliche oder ausdrücklich freigegebene Angaben verwenden Kunden- oder Personaldaten veröffentlichen


Kompetenzen, Zusammenarbeit und Entwicklung

Beschreibe deine Rolle entlang dreier Fragen: Was kann ich? (z. B. Anforderungen strukturiert erfassen), was darf ich? (nur beauftragte und begleitete Tätigkeiten) und wen informiere ich? (Fachbetreuung, Team, zuständige Führung). Berufliche Handlungskompetenz schließt Fach-, Sozial-, Methoden- und Selbstkompetenz ein. Vereinbare Lernziele und Feedbacktermine; eine Weiterbildung kann beispielsweise ein dokumentiertes Übungsprojekt, ein Fachgespräch oder ein herstellerunabhängiges Lernmodul sein. Ein Fehlerbericht beschreibt Problem, Ursachenhypothese, geprüfte Belege, Korrektur und neue Kontrolle – niemals Schuldzuweisung.


Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Qualität prüfen


Mit betrieblichen Kennzahlen rechnen

Kennzahlen verdichten Daten und müssen mit Zeitraum, Einheit, Grundgesamtheit und Rechenweg angegeben werden. Verwende in Übungen nur erfundene Datensätze. Eine Quote ist Anteil geteilt durch passende Gesamtzahl, multipliziert mit 100 %. Durchschnittliche Bearbeitungszeit ist Summe der Bearbeitungszeiten geteilt durch die Zahl der erfassten Vorgänge, sofern alle vergleichbar gemessen wurden. Deckungsbeitrag ist Nettoerlös minus zuordenbare variable Kosten; er ist nicht der Jahresgewinn.

Kennzahl Formel Beispiel mit synthetischen Zahlen Einordnung
Fristgerechte Tickets 72 / 80 × 100 % 90 % Acht Tickets außerhalb der definierten Frist
Zeit je Ticket 40 Stunden / 80 Tickets 0,5 Stunden = 30 Minuten Arithmetischer Mittelwert, keine Aussage über Ausreißer
Auftragskosten 12 Stunden × 48 € + 96 € 672 € Angenommene direkte Kosten eines Beispielauftrags
Deckungsbeitrag 960 € − 672 € 288 € Deckt noch nicht erfasste Fixkosten mit
Deckungsbeitragsquote 288 € / 960 € × 100 % 30 % Bezogen auf Erlös, nicht auf Kosten

Prüfe Einheiten und Bezugsgrößen: 72/80 ergibt 0,9 und damit 90 %, nicht 0,9 %. 40/80 ergibt 0,5 Stunden je Ticket, nicht 0,5 Minuten. Bei einem Deckungsbeitrag von 288 € darf nicht „Gewinn 288 €“ geschrieben werden, weil zum Beispiel Büromiete und allgemeine Verwaltung unberücksichtigt sind.


Nachhaltigkeit anhand überprüfbarer Indikatoren

Drei Zieldimensionen können in Entscheidungen einfließen: wirtschaftliche Tragfähigkeit, Umweltwirkungen und soziale Verantwortung. Nutze prüfbare Indikatoren, zum Beispiel wiederverwendete Geräte, dokumentierte Reparaturen, Ausfallzeiten, erreichbare Supportzeiten oder Teilnahme an Schulungen. Der Verzicht auf sechs Dienstfahrten zu je 20 km Hin- und Rückweg vermeidet rechnerisch 6 × 20 km = 120 km Wege. Daraus folgt ohne gesonderten, geprüften Emissionsfaktor keine belastbare CO₂-Einsparung. Nicht jeder Vor-Ort-Termin ist vermeidbar; Sicherheit, Zugänglichkeit und Qualität bleiben Kriterien.


Qualitätsmanagement und typische Fehler diagnostizieren

Der PDCA-Zyklus unterstützt Verbesserungen: Planen (Ziel und Messung festlegen), Do (vereinbarte Maßnahme umsetzen), Check (Ergebnis gegen Maßstab prüfen), Act (anpassen oder standardisieren). Ein Test ohne dokumentiertes Soll ist nicht automatisch Qualitätskontrolle. Reklamationen werden anhand belastbarer Daten analysiert, nicht anhand einzelner Vermutungen.

Abbildung: Plan–Do–Check–Act, englisch beschriftetes Qualitätsmodell. Beispiel: Für kurze Antwortzeiten zuerst die Ticketdefinitionen und Fristen klären, dann einen Prozess testen, Zahlen überprüfen und die Prozessbeschreibung verbessern.

Auffälligkeit Wahrscheinlicher Denkfehler Diagnose / Korrektur
Quote über 100 % Zähler und Nenner aus verschiedenen Zeiträumen Tickets auf denselben Stichtag beziehen
„Höchster Umsatz = beste Leistung“ Umsatz mit Nutzen und Ergebnis verwechselt Kosten, Qualität und Kundeneffekt ergänzen
Niemand übernimmt eine Rückfrage Keine Zuständigkeit definiert Rolle und Eskalationsweg festhalten
Organigramm als Zeitplan verwendet Aufbau- mit Ablauforganisation verwechselt Zweites Prozessdiagramm erstellen
Kundennamen auf Lernfolie Fehlende Datenminimierung Anonymisieren oder ausschließlich synthetische Werte nutzen


Vollständiger berufstypischer Modellfall: NovaDesk IT GmbH


Auftrag und synthetische Ausgangslage

Du bist im ersten Ausbildungsjahr bei der NovaDesk IT GmbH tätig – einem vollständig erfundenen IT-Dienstleister. Für einen fiktiven Informationstag soll das Ausbildungsteam eine sechsseitige Unternehmenspräsentation für neue Auszubildende erstellen. Sie soll Unternehmenszweck, Geschäftsbeziehungen, Aufgabenteilung, Ablauf eines Kundenauftrags, Kennzahlen, Nachhaltigkeit und deine eigene Rolle verständlich darstellen. Die Präsentation darf weder echte Kundennamen noch reale interne Zugänge zeigen.

Datenblatt des Modellbetriebs (sämtliche Daten frei erfunden):

Bereich Angabe
Zielgruppe und Leistung Kleine Betriebe; IT-Arbeitsplätze einrichten, Software pflegen, Support leisten
Mitarbeitende gesamt 18 Personen: Geschäftsführung 1, Vertrieb 3, IT-Betrieb 7, Entwicklung 4, Verwaltung 3
April: Tickets 80 abgeschlossen, davon 72 innerhalb einer vorher festgelegten Frist
April: Zeitaufwand Tickets Zusammen 40 dokumentierte Bearbeitungsstunden
Beispielauftrag: Verkaufspreis 960 € netto
Beispielauftrag: direkt zurechenbare Personalkosten 12 Stunden zu je 48 €
Beispielauftrag: weitere variable Kosten 96 € für Verbrauchsmaterial und Leistungen
Mobilität Sechs remote lösbare Termine hätten je 20 km Gesamtfahrweg verursacht


Vorgehen: vom Kundenauftrag zum Arbeitsprodukt

Schritt A – Informationsanalyse: Die Ausgangsdaten werden auf Widersprüche geprüft. Die Personalzahlen ergeben 1 + 3 + 7 + 4 + 3 = 18. „Fristgerecht“ ist erst aussagekräftig, wenn die Frist und der Messzeitraum festgelegt sind; ohne solche Definition keine allgemeine Zuverlässigkeitsgarantie ableiten.

Schritt B – Markt und Wertschöpfung: Zielgruppe sind kleine Betriebe ohne große interne IT-Teams. Der beispielhafte Leistungsprozess lautet Kundenanfrage → Anforderungsklärung → Freigabe und Angebot → fachlich angeleitete Umsetzung → Funktionstest → Übergabe und Rückmeldung. Vertrieb und IT-Betrieb arbeiten zusammen; Verwaltung dokumentiert kaufmännische Ergebnisse. Die eigene Rolle im ersten Ausbildungsjahr ist etwa, einen freigegebenen Teilauftrag zu dokumentieren und ungeklärte Wünsche weiterzugeben.

Schritt C – Organigramm: Unter der Geschäftsführung stehen Vertrieb, IT-Betrieb, Entwicklung und Verwaltung als funktionale Bereiche. Diese vereinfachte Skizze zeigt noch keine einzelvertraglichen Befugnisse und muss als Modell gekennzeichnet sein. Ergänze eine eigene Rollenbeschreibung: „Ich dokumentiere Testbeobachtungen unter Anleitung; zusätzliche Leistungen und produktive Änderungen muss die zuständige Person freigeben.“

Schritt D – Auswertung: Die fristgerechte Quote beträgt 72 ÷ 80 × 100 = 90 %; der arithmetische Bearbeitungsdurchschnitt 40 h ÷ 80 = 0,5 h = 30 min. Auftragspersonalkosten: 12 × 48 € = 576 €. Zuzüglich 96 € ergibt das 672 € variable Kosten. Der angenommene Deckungsbeitrag ist 960 € − 672 € = 288 €, also 288 ÷ 960 × 100 = 30 % des Erlöses. Das ist kein ausgewiesener Reingewinn. Bei sechs verhinderten Fahrten zu je 20 km Gesamtstrecke werden 120 km Fahrt vermieden; ohne weitere Daten wird kein Umwelteffekt in kg CO₂ behauptet.

Schritt E – Fehlerprüfung: Kontrolliere die vier Rechenoperationen, den Nenner der Prozentquoten, das gemeinsame Bezugsintervall und die Plausibilität des Personalbestands. Grenze die Aussagen ein: 90 % fristgerecht sagt nichts über Kundenzufriedenheit, Sicherheit oder Problemlösungsqualität. Notiere, welche ergänzenden Kennzahlen notwendig wären.

Schritt F – Darstellung und Freigabe: Präsentiere mit verständlichen Diagrammen und kennzeichne alle Zahlen als synthetisch. Vor einer echten Unternehmensvorstellung wären Materialien, Datenschutz, Urheberrechte, Firmenlogo und Aussagen zu Kundenbeziehungen durch den Betrieb freizugeben; im Kurs findet keine reale Freigabe statt.


Musterarbeitsprodukt: sechs Folien mit überprüfbaren Aussagen

Folie Beispielinhalt Fachliche Qualitätsanforderung
1 – Wer wir sind Fiktive IT-GmbH für kleinere Betriebe; Kundenprobleme verständlich lösen Zielgruppe und Leistung ausdrücklich nennen
2 – Unser Leitbild Wirtschaftlich tragfähig, ressourcenschonend, kooperativ Zu jeder Zieldimension einen überprüfbaren Indikator angeben
3 – Mit wem wir arbeiten Kunden, Mitarbeitende, Lieferpartner und ihre Interessen Interne/externe Stakeholder und Konflikte unterscheiden
4 – So entsteht Nutzen Anfrage → Planung → Umsetzung → Prüfung → Übergabe Mindestens eine verantwortliche Funktion pro Phase
5 – Begründete Zahlen 90 % fristgerecht, 30 min je Ticket, 288 € Deckungsbeitrag Zeitraum, Rechenweg, Einheit und Deutungsgrenze
6 – Meine Rolle und Ausblick Angeletete Dokumentation, Rückfragen, Lerntagebuch; Verbesserung über PDCA Befugnisgrenzen, Reflexion und datensparsame Darstellung


Fachliches Bewertungsraster für den Modellfall

Kriterium Maximalpunkte Beschreibung für die volle Punktzahl
Unternehmen, Leitbild, Stakeholder 25 Geschäftsmodell, drei Zieldimensionen, Kunden- und Marktbezug nachvollziehbar
Wertschöpfung und Prozessdarstellung 20 Fachlich korrekte Prozesskette, Schnittstellen und Prüfnachweise
Datenanalyse und Rechenwege 15 Alle Rechnungen richtig, Einheiten und Aussagegrenzen genannt
Aufbauorganisation und Handlungsbefugnis 15 Personalzahl stimmt, Rollen getrennt, Freigabewege korrekt
Mediengestaltung und adressatengerechte Sprache 15 Lesbares Organigramm, passendes Diagramm, Quellen und klare Dramaturgie
Datenschutz, Reflexion, Verbesserung 10 Nur synthetische Daten, eigene Lernschritte und PDCA-Verbesserung
Summe 100 Bewertung: erreichte Punkte geteilt durch 100 × 100 %; Kriterien transparent besprechen

Mögliche Musterbewertung: Alle Anforderungen sind vollständig und fachlich korrekt nachgewiesen → 100/100 Punkte. Ein Arbeitsprodukt ohne Rechenwege verliert bis zu 15 Punkte, selbst wenn die Folien gut aussehen. Das Raster ist ein didaktisches Beispiel, kein amtlicher Prüfungsschlüssel.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Fachwissen überprüfen

Welche Aussage beschreibt das Ziel von Lernfeld 1 am treffendsten? (Das Unternehmen entlang seiner Wertschöpfung darstellen und die eigene Rolle reflektieren) (!Ausschließlich Quellcode für eine mobile Anwendung programmieren) (!Ohne Freigabe reale Serversysteme produktiv administrieren) (!Alle Kaufverträge der Geschäftsleitung selbst unterschreiben)



Rückmeldung: Lernfeld 1 verknüpft Unternehmensanalyse, Präsentation, Zuständigkeit und Reflexion; Spezialaufgaben ersetzen dieses gemeinsame Grundlagenziel nicht.

Welche Fachrichtung gehört zur 2020 geregelten Ausbildung Fachinformatiker? (Daten- und Prozessanalyse) (!Maschinen- und Antriebstechnik) (!Kaufmännisches Gebäudemanagement) (!Zahnmedizinische Assistenz)



Rückmeldung: Daten- und Prozessanalyse ist neben Anwendungsentwicklung, Systemintegration und Digitaler Vernetzung eine der vier Fachrichtungen.

Was zeigt ein Organigramm in erster Linie? (Organisationseinheiten und die Beziehungen zwischen ihren Stellen) (!Die Reihenfolge aller Arbeitsschritte eines Kundenauftrags) (!Die gemessene Antwortzeit eines einzelnen Tickets) (!Den Gewinn jeder Abteilung für das kommende Jahr)



Rückmeldung: Ein Organigramm zeigt Aufbau und Berichtswege; eine Prozessbeschreibung zeigt den zeitlichen Ablauf.

Was ist im IT-Service eine sinnvolle Abfolge der Wertschöpfung? (Bedarf klären dann planen dann umsetzen dann prüfen dann übergeben) (!Erst abrechnen dann Anforderungen ohne Gespräch erfinden) (!Zuerst produktiv ändern dann die Befugnis erfragen) (!Nur werben ohne eine technische Leistung zu liefern)



Rückmeldung: Ein nachvollziehbarer Auftrag beginnt mit geklärtem Bedarf und endet mit geprüfter Übergabe und Rückmeldung.

Welche Zuordnung in einer SWOT-Analyse ist sachgerecht? (Eigene dokumentierte Serviceprozesse sind eine interne Stärke) (!Steigende Wettbewerbszahl ist immer eine interne Stärke) (!Eine fehlende eigene Kompetenz ist eine externe Chance) (!Neue Marktanforderungen sind stets eine interne Schwäche)



Rückmeldung: SWOT trennt interne Merkmale von externen Entwicklungen; erst die belegte Situation macht eine Einordnung sinnvoll.

Was darf aus einer technischen Administratorberechtigung geschlossen werden? (Sie ist keine automatische Befugnis zum Abschluss rechtsverbindlicher Verträge) (!Sie ersetzt jeden betrieblichen Freigabeprozess) (!Sie verleiht allen Auszubildenden Prokura) (!Sie erlaubt die Veröffentlichung beliebiger Kundendaten)



Rückmeldung: Technische Zugriffsrechte, Arbeitsauftrag und rechtsgeschäftliche Vertretungsmacht sind unterschiedliche Kategorien.

72 von 80 Tickets wurden innerhalb der definierten Frist abgeschlossen. Welche Quote ergibt sich? (90 Prozent) (!72 Prozent) (!80 Prozent) (!112 Prozent)



Rückmeldung: 72 geteilt durch 80 ergibt 0,9; mit 100 multipliziert sind es 90 Prozent.

40 Bearbeitungsstunden entfallen auf 80 Tickets. Wie groß ist der arithmetische Durchschnitt? (30 Minuten je Ticket) (!2 Minuten je Ticket) (!40 Minuten je Ticket) (!80 Minuten je Ticket)



Rückmeldung: 40 durch 80 entspricht 0,5 Stunden; eine halbe Stunde sind 30 Minuten.

Welchen Wert hat der Deckungsbeitrag bei 960 Euro Erlös und 672 Euro variablen Kosten? (288 Euro) (!672 Euro) (!1632 Euro) (!960 Euro)



Rückmeldung: Deckungsbeitrag ist Erlös minus variable Kosten; fixe Kosten sind noch nicht abgedeckt.

Was ist eine angemessene Reflexion nach der Präsentation? (Die Ergebnisse anhand festgelegter Kriterien prüfen und Verbesserungen vorschlagen) (!Kritik ohne Belege immer ablehnen) (!Quellenangaben als überflüssig streichen) (!Interne personenbezogene Daten als Illustration veröffentlichen)



Rückmeldung: Kriteriengeleitete Rückmeldungen helfen, Sachfehler, Verständlichkeit und Datenschutzprobleme gezielt zu verbessern.


Memory

Verbinde jeweils genau einen Fachbegriff mit seiner passenden Bedeutung. Versuche anschließend, zu jedem Begriff ein betriebliches Beispiel zu erklären.

Unternehmensleitbild Grundsätze, Werte und Orientierung einer Organisation
Organigramm Darstellung von Stellen und ihren hierarchischen Beziehungen
Stakeholder Von Tätigkeiten des Unternehmens betroffene oder einflussnehmende Gruppe
Wertschöpfungskette Abfolge zusammenwirkender Tätigkeiten zur Erstellung eines Kundennutzens
Vollmacht Eingeräumte rechtliche Befugnis zur Vertretung
Deckungsbeitrag Nettoerlös abzüglich zurechenbarer variabler Kosten





Drag-and-drop

Ordne jeder beruflichen Handlung die richtige Dokumentation oder Kontrolle zu.

Berufliche Handlung zuordnen Passender Nachweis
Kundenbedarf erfragen Anforderungsnotiz mit Ziel und Rückfragen
Zuständigkeit klären Rollenübersicht mit Freigabeweg
Serviceleistung umsetzen Arbeitsprotokoll mit ausgeführten Schritten
Ergebnis kontrollieren Testnachweis mit Soll und Ist
Präsentation verbessern Feedbackprotokoll mit priorisierten Änderungen





Kreuzworträtsel

Trage jeweils den gesuchten Fachbegriff als ein einzelnes Wort ein.

Organigramm Wie heißt die grafische Darstellung der Stellen und Leitungswege im Betrieb?
Leitbild Welches Wort bezeichnet die grundlegenden Werte und Zielvorstellungen eines Unternehmens?
Stakeholder Wie heißt eine durch Unternehmenstätigkeit betroffene Anspruchsgruppe?
Prozess Wie bezeichnet man eine geordnete Folge von Tätigkeiten mit einem Ergebnis?
Vollmacht Wie heißt eine eingeräumte Befugnis zur rechtlichen Vertretung?
Marge Welcher kurze Begriff bezeichnet allgemein eine Differenzspanne zwischen Erlösen und einer Bezugsgröße?





LearningApps

Suche ergänzende Übungen und kontrolliere vor der Nutzung selbst, ob sie fachlich zum deutschen Lernfeld passen. Eine Trefferliste ist nicht mit einer fachlich geprüften Einzelübung gleichzusetzen.


Lückentext

Setze die zutreffenden Fachbegriffe und berechneten Werte ein. Jeder Satz prüft einen zentralen Zusammenhang.

Ergänze die Lücken im Text.
Die organisatorischen Stellen und Weisungsbeziehungen eines Betriebs veranschaulicht ein

. Die zeitliche Folge eines Kundenauftrags stellt dagegen die

dar. Das Selbstverständnis und die Werte eines Unternehmens werden im

zusammengefasst. Die betroffenen und einflussnehmenden Interessengruppen nennt man

. Eine aufeinander abgestimmte Folge nutzenstiftender Aktivitäten ist eine

. Von achtzig Tickets waren zweiundsiebzig fristgerecht, sodass die Quote

Prozent beträgt. Vierzig Stunden verteilt auf achtzig Tickets entsprechen im Mittel

Minuten. Bei 960 Euro Erlös und 672 Euro variablen Kosten beträgt der Deckungsbeitrag

Euro. Eine technische Benutzerberechtigung ersetzt keine rechtsgeschäftliche

. Beim Qualitätszyklus folgt auf das Umsetzen das Überprüfen im Schritt

.



Offene Aufgaben

Arbeite ausschließlich mit erfundenen Betriebsdaten oder ausdrücklich öffentlich freigegebenem Material. Nutze die Musterlösungen und fachlichen Kriterien im Lernnachweis für die Selbst- und Partnerkontrolle.


Leicht

  1. Ausbildungsprofil: Erstelle eine übersichtliche Karte zu den vier Fachrichtungen mit je einer typischen Aufgabe und dem gemeinsamen Ziel von Lernfeld 1; nutze BIBB und Ausbildungsordnung als Quellen.
  2. Leitbild: Formuliere für die erfundene NovaDesk IT GmbH je ein wirtschaftliches, ökologisches und soziales Ziel mit einer überprüfbaren Messgröße.
  3. Anspruchsgruppen: Ordne sechs erfundene Anspruchsgruppen nach intern und extern und nenne je ein plausibles Interesse.
  4. Organigramm: Zeichne die fünf Bereiche der NovaDesk IT GmbH einschließlich Geschäftsführung und prüfe, dass sich genau 18 Beschäftigte ergeben.


Standard

  1. Wertschöpfungskette: Visualisiere die fünf Schritte eines fiktiven Serviceauftrags mit zuständigen Bereichen, Eingabe und Prüfnachweis.
  2. Marktanalyse: Erstelle eine SWOT-Matrix für einen regionalen IT-Dienstleister mit je zwei internen und externen begründeten Faktoren; unterscheide Beobachtung und Vermutung.
  3. Kennzahlenbericht: Berechne aus 72 von 80 Tickets die Fristquote und aus 40 Stunden den mittleren Zeitbedarf pro Ticket; formuliere zwei Grenzen der Kennzahlen.
  4. Informationsfolie: Gestalte eine barrierearm lesbare Folie über deine fiktive Rolle im Team, einschließlich Eskalationsweg, Zuständigkeit und Datenminimierung.


Schwer

  1. Auftragskalkulation: Berechne Personalkosten, variable Gesamtkosten, Deckungsbeitrag und Deckungsbeitragsquote des 960-Euro-Beispielauftrags und begründe, weshalb dies kein Gewinnnachweis ist.
  2. Fehlerdiagnose: Prüfe einen absichtlich falschen Bericht mit den Aussagen „72/80 = 72 %“, „0,5 Stunden = 5 Minuten“ und „Adminrecht = Prokura“; korrigiere die drei Fehler fachlich.
  3. Entscheidung und Zielkonflikt: Vergleiche Remote-Support mit Vor-Ort-Besuchen für sechs Termine von jeweils 20 km Gesamtfahrweg; beachte Wege, Qualität, Zugänglichkeit und unbelegte CO₂-Aussagen.
  4. Multimediales Teamprojekt: Erstelle mit deinem Team die sechs Folien des Modellfalls einschließlich Wertschöpfung, Organigramm, Diagramm, Quellenliste, Freigaberegel und einer Reflexion anhand des 100-Punkte-Rasters.




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Lernkontrolle

Bearbeite diese zusätzlichen Transferaufgaben ohne reale Unternehmensdaten. Begründe deine Entscheidungen anhand der Fachkapitel.

  1. Transferfall Kundenabhängigkeit: Ein fiktiver IT-Betrieb erzielt 60 % seiner Einnahmen mit einem Kunden; erläutere zwei Risiken, eine mögliche Chance und einen sinnvollen Prüfindikator.
  2. Prozesslücke: Ein Auftrag wird umgesetzt, aber nicht getestet; beschreibe Risiko, fehlenden Nachweis, verantwortlichen Bereich und eine PDCA-Verbesserung.
  3. Grenzen des Organigramms: Erkläre, warum eine Abteilung „IT“ im Organigramm nicht belegt, dass eine Auszubildende einen Vertrag unterschreiben darf.
  4. Kostenvergleich: Zwei Leistungen erlösen jeweils 1000 €; bei A betragen variable Kosten 650 €, bei B 780 €. Berechne beide Deckungsbeiträge und entscheide begründet, welche weiteren Angaben für die Geschäftsentscheidung fehlen.
  5. Sichere Betriebspräsentation: Für eine Infografik liegen echte Kundentickets vor. Begründe, warum eine synthetische Datentabelle geeigneter ist und welche Qualitätskontrollen trotzdem nötig bleiben.
  6. Reflexion: Entwirf drei messbare persönliche Lernziele für das erste Ausbildungsjahr und beschreibe, wie Feedback und Dokumentation deren Erreichung zeigen.


Musterlösungen zur Lernkontrolle

Aufgabe Fachlich begründete Lösung / Bewertungskriterium
Kundenabhängigkeit Konzentrationsrisiko bei Ausfall und Verhandlungsmacht; Chance durch langfristige Zusammenarbeit; Anteil des größten Kunden am Gesamtumsatz mit klarem Zeitraum
Prozesslücke Fehler können unerkannt bleiben; dokumentierter Funktionstest vor Übergabe; zuständiges Fachteam festlegen; im PDCA-Zyklus Prüfcheckliste testen und nachkontrollieren
Organigramm Darstellung beschreibt Zuständigkeiten, nicht automatisch rechtsgeschäftliche Vertretungsmacht; interne Freigabe oder nachgewiesene Vollmacht erforderlich
Kostenvergleich A: 1000 − 650 = 350 €; B: 1000 − 780 = 220 €; für die Entscheidung zusätzlich Fixkosten, Qualität, Risiko und Arbeitskapazität prüfen
Betriebspräsentation Keine Veröffentlichung echter Kundendaten; synthetische Fälle mit klaren Rechenwegen, Quellen, Plausibilitätskontrolle und Kennzeichnung
Lernziele Zum Beispiel innerhalb von vier Wochen zwei Übungstickets dokumentieren, ein Organigramm erklären und bei drei Rückfragen den richtigen Freigabeweg anwenden; Nachweis durch Kriterien und Feedback


Lernnachweis

Kompetenznachweis: Reiche ein Portfolio mit einseitigem Betriebsprofil, Organigramm, nachvollziehbarer Prozesskette, SWOT-Kurzanalyse, Rechnungsblatt, sechs Folien und eigener Reflexion ein. Ergänze ein Quellenverzeichnis, Bildlizenzen und die Kennzeichnung „Alle Betriebsdaten synthetisch“. Die Präsentation muss nicht mit echten Unternehmensdaten gefüllt werden. Für den Lernfortschritt sind die Qualität deiner Begründungen, die Richtigkeit von Einheiten und Rechenwegen sowie der sichere Umgang mit Zuständigkeiten wichtiger als dekorative Effekte.


Fachliche Musterlösungen und Kriterien zu den zwölf offenen Aufgaben

Niveau/Aufgabe Erwartetes Musterergebnis Prüfkriterium
Leicht 1 Vier Fachrichtungen mit den Schwerpunkten Software, IT-Systeme, Daten/Prozesse, Vernetzung Richtige Namen und verlässliche BIBB-Quelle
Leicht 2 Wirtschaftlich: Auftragskosten prüfen; ökologisch: unnötige Fahrten senken; sozial: dokumentierte Lernzeit sichern Je Ziel eine überprüfbare Messgröße
Leicht 3 Intern: Mitarbeitende, Leitung, Auszubildende; extern: Kundschaft, Lieferbetriebe, Behörden Interessen plausibel, Kategorien nachvollziehbar
Leicht 4 Geschäftsführung 1; Vertrieb 3; IT-Betrieb 7; Entwicklung 4; Verwaltung 3 1 + 3 + 7 + 4 + 3 = 18, Leitungsbeziehungen lesbar
Standard 5 Anfrage → Planung → Umsetzung → Prüfung → Übergabe mit Service, Vertrieb, IT und Verwaltung Verantwortung, Ein- und Ausgabe sowie Nachweis
Standard 6 Stärke: dokumentierte Abläufe; Schwäche: zu geringe Vertretung; Chance: Nachfrage; Risiko: Preisdruck Je zwei begründete interne und externe Faktoren
Standard 7 90 % fristgerecht; 0,5 h = 30 min je Ticket Gleicher Bezugszeitraum und zwei Grenzen korrekt
Standard 8 Folie mit „Ich dokumentiere unter Anleitung, eskaliere Zusatzwünsche an die Fachbetreuung“ Zielgruppenbezug, Datenschutz und Lesbarkeit
Schwer 9 576 € Personal + 96 € weitere Kosten = 672 €; 960 − 672 = 288 €; 30 % Nettoerlös und variable Kosten richtig verwendet
Schwer 10 90 % statt 72 %; 30 min statt 5 min; Adminrecht ist keine Prokura Drei unabhängige, nachvollziehbare Fehlerkorrekturen
Schwer 11 6 × 20 km = 120 km vermiedene Strecke bei geeigneten Remote-Terminen Keine unbelegte Emissionsbehauptung, Qualität berücksichtigt
Schwer 12 Sechs Folien mit geprüften Daten, Rollen, Wertschöpfung, Kennzahlen und Reflexion 100-Punkte-Raster transparent angewandt

Bewertungsweg: Prüfe zunächst selbst, lasse eine Partnerperson mithilfe der Kriterien Rückmeldung geben, formuliere eine Verbesserung und dokumentiere die korrigierte Version. Für offene Lösungen sind gleichwertige Alternativen zulässig, wenn sie fachlich belegt sind. Eine reine Prozentzahl ohne nachvollziehbaren Rechenweg ist als Kompetenznachweis unvollständig.


OER und Wikipedia

Primärquellen und berufliche Einordnung:

Offene Wissensressourcen:

Geprüfte Bildmedien (Wikimedia Commons):

Eingebundene Datei Nachprüfbare Dateiseite Urheberangabe Lizenznachweis
File:Triple Bottom Line graphic.svg Commons-Dateiseite Clonewayx, Vektorisierung CC BY-SA 4.0
File:SWOT analysis matrix diagram.svg Commons-Dateiseite Peter Gladdish CC BY 4.0
File:Stakeholder (en).svg Commons-Dateiseite Grochim CC BY-SA 3.0
File:Value chain analysis diagram.svg Commons-Dateiseite Peter Gladdish CC BY 4.0
File:Organizational chart.svg Commons-Dateiseite TotoBaggins CC BY-SA 3.0
File:PDCA Cycle.svg Commons-Dateiseite Karn Bulsuk (Karn-b) CC BY 4.0 gemäß Dateiseite

Die Medien werden unverändert und mit Namen, Quelle und Lizenz angegeben; weiterführende Änderungen erfordern Beachtung der jeweiligen Lizenz. Englischsprachige Grafiken dienen als Fachmodelle und werden im deutschen Kurs erklärt.

Fachvideos, als externe Einbettung verlinkt, nicht als frei lizenzierte Bearbeitungsmedien ausgegeben:

Einbettung Quelle Anbieter Rechtehinweis
https://www.youtube.com/watch?v=kqYYZDM2wdM Ausbildung im BIBB – Fachinformatiker/in Systemintegration Bundesinstitut für Berufsbildung Rechte beim Anbieter; Wiedergabe über YouTube-Einbettung, keine OER-Lizenz behauptet
https://www.youtube.com/watch?v=wLUvnvuCtiI Aufbauorganisation und Ablauforganisation Ausbilderwelt Rechte beim Anbieter; Wiedergabe über YouTube-Einbettung, keine OER-Lizenz behauptet

Eigene Materialien: Tabellen, Berechnungen, Textbeispiele, Prozessskizze, Fallunternehmen und Bewertungsraster wurden für diesen Kurs neu erstellt; sämtliche Personen-, Ticket-, Kosten- und Unternehmenszahlen sind frei erfunden. Die Angaben stellen keine amtliche Prüfung oder betriebliche Freigabe dar.

Wikipedia direkt lesen:


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Die Ausbildung verbindet berufliches Selbstverständnis, Wirtschaft, organisatorische Abläufe, Berechnungen, sichere IT-Arbeit, Mediengestaltung und Kommunikation. Nutze das Berufsportal Fachinformatiker als thematischen Einstieg; passende Anschlussgebiete sind Fachinformatiker, Arbeitsplätze nach Kundenwunsch ausstatten, Clients in Netzwerke einbinden, Schutzbedarfsanalyse, Wirtschafts- und Sozialkunde, Projektmanagement, Datenschutz und Nachhaltigkeit. Prüfe bei der Navigation den jeweiligen Kursstand und die konkrete Fachrichtung.


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