Zustandsüberwachung und vorausschauende Wartung – Einfache Wartungsmodelle mit Testdaten prüfen
Zustandsüberwachung und vorausschauende Wartung – Einfache Wartungsmodelle mit Testdaten prüfen
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Einleitung
Zustandsüberwachung und vorausschauende Wartung – Einfache Wartungsmodelle mit Testdaten prüfen
Zielgruppe: Ausbildung in Mechatronik, Industriemechanik, Elektronik und Automatisierungstechnik
Lernzeit: ca. 75–90 Minuten
Leitfrage: Wie kannst Du überprüfen, ob ein einfaches Wartungsmodell auch mit neuen Messdaten zuverlässig arbeitet?
Das lernst Du:
- Zustandsüberwachung und Prädiktive Instandhaltung unterscheiden.
- Ein einfaches Modell mit Trainingsdaten festlegen.
- Unbekannte Prüfdaten getrennt auswerten.
- Fehlalarme und übersehene Wartungsfälle beurteilen.
- Messergebnisse und Quellen kritisch prüfen.
Sicherheitsregel: Arbeite ausschließlich mit den fiktiven Daten dieses Kurses, lokalen Simulationen oder ausdrücklich autorisierten Testumgebungen. Greife nicht auf fremde Netze, Produktivanlagen, Zugangsdaten oder Kundendaten zu. Übertrage keine betrieblichen Daten ungefragt an externe Dienste. Das Unterrichtsmodell darf keine Maschine automatisch steuern oder abschalten.

Medieneinstieg: Animation eines Elektromotors. Überlege, welche beweglichen Teile mit der Zeit verschleißen können.
Lerneinheit 1: Maschinenzustände erkennen
Dauer: 10 Minuten
Zustandsüberwachung
Zustandsüberwachung bedeutet, den aktuellen Zustand einer Maschine anhand von Messwerten zu beurteilen.
Typische Messgrößen sind Schwingung, Temperatur, Stromaufnahme und Geräusche.

Animation eines Kugellagers: Ein Lager kann durch Verschleiß veränderte Schwingungen verursachen.

Ein piezoelektrischer Beschleunigungssensor als Beispiel für Schwingungsmesstechnik.
Merke: Ein auffälliger Messwert beweist noch keinen bestimmten Schaden. Drehzahl, Belastung, Messort und Sensorfehler können das Signal beeinflussen.
Videodemonstration: Grundlagen der Schwingungsanalyse – ADASH.
Beobachtungsauftrag: Notiere zwei mögliche Ursachen auffälliger Schwingungen. Unterscheide dabei zwischen einer Messung und einer bestätigten Schadensdiagnose.
Feedback: Lagerprobleme und Unwucht sind mögliche Ursachen. Eine hohe Schwingung allein erlaubt keine eindeutige Ursachenbestimmung, weil mehrere Betriebs- und Fehlerzustände ähnliche Messwerte erzeugen können.
Von der Messung zur Wartungsentscheidung
| Strategie | Entscheidung |
|---|---|
| Reaktive Instandhaltung | Reaktion nach einem Ausfall |
| Zeitbasierte Wartung | Maßnahme nach festem Intervall |
| Zustandsorientierte Wartung | Maßnahme anhand des festgestellten Zustands |
| Vorausschauende Wartung | Planung anhand einer Prognose des künftigen Zustands |
Wichtig: Ein reiner Grenzwertalarm ist zunächst Zustandsüberwachung. Wird er mit später bestätigtem Wartungsbedarf verglichen, lässt sich seine Eignung als einfaches Vorhersagemodell prüfen. Eine zuverlässige Restlebensdauerprognose entsteht dadurch noch nicht.
Forschungsdemonstration: Fraunhofer ITWM.
Reflexion: Warum reicht es nicht aus, möglichst viele Sensordaten zu sammeln?
Feedback: Die Daten müssen zur Fragestellung passen, ausreichend zuverlässig sein und unter vergleichbaren Betriebsbedingungen entstehen. Mehr Daten bedeuten nicht automatisch bessere Prognosen.
Lerneinheit 2: Der Ausbildungsfall
Dauer: 15 Minuten
Die fiktive Pumpe P-17
Du arbeitest in einer Ausbildungswerkstatt. Eine erfundene Förderpumpe trägt die Kennzeichnung P-17.
Die Aufgabe besteht darin, anhand historischer Schwingungswerte einen möglichen kurzfristigen Wartungsbedarf einzuschätzen.
Vereinfachte Annahmen:
- Messgröße: Schwinggeschwindigkeit als Effektivwert in mm/s.
- Messort: immer dieselbe Lagerstelle.
- Betriebszustand: vergleichbare Drehzahl und Belastung.
- Zielvariable: Wartungsbedarf innerhalb der folgenden zwei Tage, nachträglich durch eine fiktive Fachprüfung bestätigt.
- Modell: Ein Alarm wird ausgelöst, sobald der Messwert einen festgelegten Schwellenwert erreicht.
Alle Zahlen sind frei erfundene Übungsdaten. Sie sind keine realen Pumpenmessungen und stellen insbesondere keine allgemeingültigen Grenzwerte oder Sicherheitsnormen dar.

Schema eines Rillenkugellagers als Orientierung für den möglichen Überwachungsbereich.
Trainingsdaten: Aus bekannten Fällen lernen
Die ersten acht Tage bilden die Trainingsdaten.
| Tag | Schwingung in mm/s | Wartungsbedarf innerhalb von zwei Tagen |
|---|---|---|
| 1 | 1,2 | Nein |
| 2 | 2,0 | Nein |
| 3 | 4,9 | Ja |
| 4 | 2,8 | Nein |
| 5 | 4,2 | Ja |
| 6 | 3,4 | Nein |
| 7 | 3,9 | Nein |
| 8 | 5,8 | Ja |
Die höchsten Werte ohne Wartungsbedarf liegen bei 3,9 mm/s. Die niedrigsten Werte mit Wartungsbedarf beginnen bei 4,2 mm/s.
Wir legen deshalb vor der Prüfung die Unterrichtsregel fest:
Modell A: Ab 4,0 mm/s wird ein Prüfhinweis ausgelöst.
Ein Messwert unter 4,0 mm/s führt zu keinem Prüfhinweis.
Vergleichsmodell B: Es wird grundsätzlich kein Prüfhinweis ausgelöst.
Diese Regeln werden jetzt eingefroren. Eine spätere Änderung anhand der Prüfergebnisse würde die unabhängige Bewertung beeinträchtigen.
Warum Trainingsdaten und Prüfdaten trennen?
Trainingsdaten dienen dazu, Regeln oder Modellparameter festzulegen.
Prüfdaten dienen dazu, eine vorher festgelegte Regel auf unbekannten Fällen zu bewerten.
Bei zeitlich geordneten Maschinendaten ist eine chronologische Trennung häufig sinnvoll. Informationen aus der Zukunft dürfen nicht in die Modellerstellung gelangen.
Zeitliche Aufteilung unseres Beispiels:
| Zeitraum | Verwendung |
|---|---|
| Tage 1–8 | Training und Festlegung des Modells |
| Tage 9–10 | Zeitlicher Abstand wegen des zweitägigen Prognosehorizonts |
| Tage 11–18 | Unabhängige Prüfung nach Festlegung der Regel |
Die tatsächlichen Ergebnisse der Prüftage werden erst nach Ablauf ihres jeweiligen zweitägigen Prognosezeitraums ausgewertet.
Merksatz: Erst festlegen, dann unabhängig prüfen – nicht umgekehrt.
Fachquelle: scikit-learn: TimeSeriesSplit
Lerneinheit 3: Ein Wartungsmodell prüfen
Dauer: 15 Minuten
Die unbekannten Prüfdaten
Du verwendest Modell A unverändert.
| Tag | Schwingung in mm/s | Tatsächlicher Wartungsbedarf | Modell A |
|---|---|---|---|
| 11 | 2,1 | Nein | Kein Alarm |
| 12 | 4,1 | Ja | Alarm |
| 13 | 3,7 | Ja | Kein Alarm |
| 14 | 4,8 | Ja | Alarm |
| 15 | 4,3 | Nein | Alarm |
| 16 | 1,9 | Nein | Kein Alarm |
| 17 | 3,2 | Nein | Kein Alarm |
| 18 | 5,1 | Ja | Alarm |
Deine Aufgabe: Markiere die richtigen und falschen Entscheidungen.
Vier mögliche Ergebnisse
| Ergebnis | Bedeutung | Anzahl |
|---|---|---|
| True Positive – TP | Wartungsbedarf erkannt | 3 |
| True Negative – TN | Kein Wartungsbedarf und kein Alarm | 3 |
| False Positive – FP | Fehlalarm | 1 |
| False Negative – FN | Wartungsbedarf übersehen | 1 |

Allgemeine Darstellung einer Konfusionsmatrix. Übertrage die vier Kategorien auf den Pumpenfall.
Begründetes Feedback: Tag 15 ist ein Fehlalarm, weil das Modell einen Wartungsbedarf meldet, der tatsächlich nicht vorliegt. Tag 13 ist ein übersehener Wartungsfall, weil trotz Wartungsbedarfs kein Alarm erfolgt.
Drei Kennzahlen
Accuracy – Gesamtgenauigkeit:
(3 + 3) / 8 = 75 %
Precision – Anteil richtiger Alarme:
3 / (3 + 1) = 75 %
Recall – Anteil erkannter Wartungsfälle:
3 / (3 + 1) = 75 %
Was bedeutet das? In dieser kleinen Testgruppe werden drei von vier tatsächlichen Wartungsfällen erkannt. Einer bleibt unerkannt. Einer von vier ausgelösten Alarmen ist unbegründet.
Das Vergleichsmodell B, das niemals Alarm gibt, erreicht hier nur 50 % Gesamtgenauigkeit und 0 % Recall.
Achtung: Acht Prüffälle sind viel zu wenig für einen belastbaren Nachweis industrieller Zuverlässigkeit. Die Kennzahlen beschreiben ausschließlich dieses fiktive Unterrichtsbeispiel.
Lernvideo: Konfusionsmatrix – StatQuest.
Auftrag: Erkläre, weshalb die Gesamtgenauigkeit allein kein ausreichendes Entscheidungskriterium ist.
Feedback: Wenn Schäden selten sind, kann ein Modell trotz hoher Gesamtgenauigkeit nahezu alle wichtigen Schadensfälle übersehen.
Lerneinheit 4: Modelle interaktiv untersuchen
Dauer: 15 Minuten
Interaktives Modell A: Schwellenwert verändern
Interaktive Schwellenwert-Simulation von Google
Hier kannst Du den Entscheidungsschwellenwert verändern und beobachten, wie sich richtige und falsche Klassifikationen verändern.
Experiment:
- Verschiebe den Schwellenwert zunächst nach unten.
- Beobachte, wie sich die Anzahl der erkannten positiven Fälle verändert.
- Verschiebe ihn anschließend nach oben.
- Vergleiche Fehlalarme und übersehene Fälle.
Feedback: Ein niedriger Schwellenwert erzeugt normalerweise mehr positive Meldungen. Dadurch können zusätzliche tatsächliche Fälle erkannt werden, zugleich können weitere Fehlalarme entstehen.
Datenschutzhinweis: Verwende ausschließlich die bereitgestellten Demonstrationsdaten. Die externe Website kann beim Aufruf technische Verbindungsdaten verarbeiten. Gib keine Betriebsdaten ein.
Interaktives Modell B: Precision und Recall
Interaktive Kennzahlen-Demonstration von Google
Experiment: Suche eine Einstellung mit möglichst hohem Recall. Erkläre, was dadurch bei der Precision passieren kann.
Feedback: Höherer Recall kann mit mehr Fehlalarmen erkauft werden. Ob das vertretbar ist, hängt von Risiken und Kosten ab.
Lokales Modell C: Mit Orange experimentieren
Orange Data Mining – offizielle Downloadseite
Orange ermöglicht die visuelle Untersuchung einfacher Klassifikationsmodelle.
Lokaler Ausbildungsversuch:
- Übertrage die erfundenen Trainings- und Prüfdaten in zwei getrennte lokale CSV-Dateien.
- Kennzeichne den Wartungsbedarf als Zielvariable.
- Lade beide Dateien in Orange.
- Verbinde einen einfachen Klassifikations-Lerner, beispielsweise einen Entscheidungsbaum, mit „Test and Score“.
- Verwende ausdrücklich die Einstellung „Test on test data“ mit getrenntem Prüfsatz.
- Untersuche die Ergebnisse mit „Confusion Matrix“.
Hinweis: Der Entscheidungsbaum ist ein zusätzliches Modell. Seine Vorhersagen müssen nicht mit dem festen Schwellenwertmodell übereinstimmen.
Wichtig: Führe Orange ausschließlich lokal und ohne Cloud-Synchronisierung aus. Ändere nach der ersten unabhängigen Prüfung nicht fortlaufend das Modell anhand derselben Prüfdaten. Für eine erneute unabhängige Bewertung benötigst Du weitere unberührte Daten.
Vertiefungsbild: Schwingungssignale

Vertiefung für Fortgeschrittene: Vergleich verschiedener Darstellungen von Schwingungssignalen.
Reflexion: Warum kann eine einzelne Schwingungskennzahl Informationen verlieren?
Feedback: Unterschiedliche Fehlerursachen können ähnliche Gesamtwerte erzeugen. Frequenzinformationen und Betriebsbedingungen können bei der Diagnose zusätzliche Hinweise geben.
Lerneinheit 5: Praxistransfer und Quellenkritik
Dauer: 10 Minuten
Aktuelle fachliche Demonstrationen
Forschungsbeispiel 2026: Fraunhofer ITWM – Condition Monitoring und Predictive Maintenance
Die Seite bietet fachliche Informationen und einen Vortrag über Restnutzungsdauerprognosen.
Praxisdemonstration 2026: ifm Academy – Schwingungsüberwachung
Hier stehen die Parametrierung von Überwachungsgrenzen und die Interpretation von Messwerten im Vordergrund.
Gerätedemonstration: SKF Microlog dBX DataCollector.
Beobachte die Funktionen zur Datenerfassung. Die Demonstration ist keine Aufforderung, Messungen an einer laufenden Maschine eigenständig durchzuführen.
Quellenvergleich: Fraunhofer erläutert methodische Zusammenhänge aus Forschung und Anwendung. ifm und SKF zeigen herstellerspezifische Technik. Herstellerdemonstrationen können fachlich aufschlussreich sein, ersetzen aber keinen unabhängigen Leistungsnachweis.
Quellen und Medienrechte prüfen
| Quelle | Fachlicher Nutzen | Kritischer Hinweis |
|---|---|---|
| Fraunhofer ITWM | Forschungs- und Anwendungswissen | Kein allgemeiner Wirksamkeitsnachweis für unsere fiktive Pumpe |
| scikit-learn | Dokumentiert zeitlich getrennte Modellprüfung | Die richtige Aufteilung hängt vom Datensatz ab |
| Google ML Crash Course | Kennzahlen und interaktive Übungen | Allgemeine Klassifikationsbeispiele, keine industrielle Freigabe |
| UCI – AI4I 2020 | Synthetischer Demonstrationsdatensatz | Keine reale Maschinenvalidierung; Datensatz unter CC BY 4.0 |
| ifm Academy | Praktische Herstellerdemonstration | Produktbezogene Perspektive |
| SKF Technical Support | Dokumentierte Gerätevideos | Kein unabhängiger Vergleichstest |
Medienrechte: Die verwendeten Wikimedia-Commons-Dateien sind auf ihren Dateiseiten mit freien Lizenzen dokumentiert:
- Electric motor.gif: Abnormaal, CC BY-SA 3.0.
- BallBearing.gif: PlusMinus, CC BY-SA 3.0.
- Pcb accelerometer.jpg: Matheusbrf, CC BY-SA 4.0.
- Schema Ball bearing, deep groove.svg: Carnaubo, unter anderem CC BY-SA 4.0.
- Confusion Matrix Metrics.png: Hssiqueira, CC0.
- Comparison of Vibration Analysis in Time, Frequency, Cycle, and Order Domains.svg: Omri Matania und Mitautoren, CC BY 4.0.
Bei einer Weiterverwendung sind die Bedingungen der jeweiligen Dateilizenz einzuhalten. Für die YouTube-Videos ist hier keine freie Nachnutzungslizenz nachgewiesen. Sie werden deshalb lediglich verlinkt beziehungsweise eingebettet, nicht als frei kopierbare OER ausgewiesen.
Prüfstand der Quellen: Oktober 2026.
Gestufte Hilfen
Hilfe 1 – Orientierung: Vergleiche bei jedem Prüffall zuerst den Messwert mit 4,0 mm/s.
Hilfe 2 – Zuordnung: Vergleiche danach den ausgelösten oder ausgebliebenen Alarm mit dem tatsächlichen Wartungsbedarf.
Hilfe 3 – Kontrolle: Die Summe aus TP, TN, FP und FN muss acht ergeben. Rechne die drei Kennzahlen mit ihren jeweiligen Nennern nach.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist das Ziel der Zustandsüberwachung? (Den aktuellen Maschinenzustand anhand von Messwerten beurteilen) (!Die Maschinenfarbe bestimmen) (!Den Materialpreis automatisch senken) (!Die Ausbildung vollständig ersetzen)
Welche Größe wird im fiktiven Pumpenbeispiel untersucht? (Schwinggeschwindigkeit) (!Luftfeuchtigkeit) (!Strompreis) (!Raumbeleuchtung)
Wozu dienen die Trainingsdaten? (Zur Festlegung des Modells) (!Zum Veröffentlichen von Kundendaten) (!Zum endgültigen Nachweis der Modellqualität) (!Zur Steuerung fremder Maschinen)
Warum werden Prüfdaten getrennt verwendet? (Um eine festgelegte Regel mit unbekannten Fällen zu bewerten) (!Um zukünftige Daten bereits beim Training zu verwenden) (!Um Fehler automatisch auszuschließen) (!Um zusätzliche Sensoren überflüssig zu machen)
Welche Datenaufteilung passt häufig zu zeitlich geordneten Maschinenmessungen? (Chronologische Aufteilung) (!Beliebiges Vermischen aller Zeitpunkte) (!Ausschließlich die neuesten Messwerte zum Training) (!Doppelte Verwendung derselben Daten für jede Prüfung)
Was meldet Modell A bei genau 4,0 mm/s? (Alarm) (!Keinen Alarm) (!Automatischen Maschinenstillstand) (!Einen garantierten Lagerschaden)
Was bedeutet ein False Positive? (Alarm trotz fehlendem Wartungsbedarf) (!Wartungsbedarf ohne Alarm) (!Richtiger Alarm) (!Richtig ausgebliebener Alarm)
Was bedeutet ein False Negative? (Wartungsbedarf ohne Alarm) (!Richtiger Alarm) (!Fehlalarm ohne Wartungsbedarf) (!Richtig ausgebliebener Alarm)
Wie viele tatsächliche Wartungsfälle erkennt Modell A richtig? (Drei) (!Einen) (!Fünf) (!Acht)
Welche Schlussfolgerung ist aus acht Prüffällen zulässig? (Das Modell erreicht im Unterrichtsbeispiel einen Recall von 75 Prozent) (!Das Modell ist für jede industrielle Anlage sicher) (!Das Modell darf ohne Prüfung Anlagen abschalten) (!Das Modell liefert eine garantierte Restlebensdauer)
Memory
| Schwingungssensor | Erfasst mechanische Bewegung |
| Trainingsdatensatz | Grundlage der Modellfestlegung |
| Prüfsatz | Unbekannte Fälle zur Bewertung |
| Schwellenwert | Grenze für einen Prüfhinweis |
| Fehlalarm | Meldung ohne bestätigten Bedarf |
| Übersehener Wartungsfall | Bedarf ohne Warnmeldung |
| Recall | Anteil erkannter Bedarfsfälle |
| Precision | Anteil berechtigter Alarmmeldungen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Bedeutung |
|---|---|
| Zustandsüberwachung | Gegenwärtige Maschinensignale beobachten und bewerten |
| Vorausschauende Wartung | Künftigen Instandhaltungsbedarf abschätzen |
| Training | Modellparameter mit bekannten Beispielen festlegen |
| Prüfung | Festgelegtes Modell mit unbekannten Fällen bewerten |
| Fehlalarm | Positive Vorhersage bei tatsächlich fehlendem Bedarf |
| Übersehener Fall | Negative Vorhersage trotz tatsächlichem Bedarf |
Kreuzworträtsel
| Sensor | Wie nennt man ein Bauteil zur Erfassung physikalischer Messgrößen? |
| Lager | Welches Maschinenelement ermöglicht eine geführte Drehbewegung? |
| Schwelle | Wie bezeichnet man eine Grenze für das Auslösen eines Alarms? |
| Fehlalarm | Wie heißt eine Warnung ohne tatsächlichen Wartungsbedarf? |
| Testdaten | Welche Daten dienen der unabhängigen Modellprüfung? |
| Recall | Welche Kennzahl beschreibt den Anteil erkannter positiver Fälle? |
LearningApps
Die Suche zeigt gegebenenfalls vorhandene externe Lernbausteine. Überprüfe vor der Verwendung deren fachliche Richtigkeit und Nutzungsbedingungen.
Lückentext
Offene Aufgaben
Bearbeite Aufgaben in aufsteigendem Schwierigkeitsgrad. Nutze nur erfundene Werte und lokal verfügbare Werkzeuge.
Leicht – Basisaufgaben
- Signalweg zeichnen: Zeichne Sensor, Messwert, Modellentscheidung und Wartungshinweis als einfache Prozessgrafik.
- Alarmregel anwenden: Entscheide für die Werte 3,2 mm/s, 4,0 mm/s und 5,1 mm/s, ob Modell A einen Alarm auslöst.
- Datengrenzen markieren: Stelle die Trainingsphase, den zeitlichen Abstand und die Prüfphase auf einem Zeitstrahl dar.
- Videobeobachtung: Erstelle eine kurze Bildnotiz zu zwei möglichen Schwingungsursachen aus dem ADASH-Video.
Feedback zur Basisstufe: Ein guter Signalweg trennt Messung, Modellentscheidung und fachliche Handlung, weil eine Alarmmeldung noch keine gesicherte Diagnose ist. Die drei Beispielwerte führen zu keinem Alarm, einem Alarm und einem Alarm. Ein korrekter Zeitstrahl verhindert, dass Zukunftsinformationen versehentlich in das Training gelangen.
Standard – Anwendungsaufgaben
- Ergebnistabelle erstellen: Ordne alle acht Prüffälle den Kategorien TP, TN, FP und FN zu.
- Kennzahlen berechnen: Ermittle Accuracy, Precision und Recall von Modell A.
- Vergleichsmodell beurteilen: Vergleiche Modell A mit der Regel, niemals einen Alarm auszulösen.
- Lokalen Modellversuch gestalten: Erstelle mit erfundenen Daten in Orange einen einfachen Entscheidungsbaum und dokumentiere die getrennte Prüfung.
Feedback zur Anwendungsstufe: Korrekt sind TP = 3, TN = 3, FP = 1 und FN = 1. Daraus folgen jeweils 75 % für Accuracy, Precision und Recall. Das Vergleichsmodell erreicht nur 50 % Accuracy und erkennt keinen Wartungsfall. Ein neuer Entscheidungsbaum kann andere Ergebnisse liefern; deshalb muss die jeweilige Modellregel genau dokumentiert werden.
Schwer – Transferaufgaben
- Wartungskosten bewerten: Nutze die fiktive Annahme, dass ein Fehlalarm 20 Euro und ein übersehener Wartungsfall 200 Euro kostet. Begründe, welche Fehlerart Du stärker vermeiden möchtest.
- Veränderte Betriebsbedingungen untersuchen: Entwerfe einen fiktiven zweiten Datensatz mit höherer Last und erkläre, warum sich die Aussagekraft des bisherigen Modells verändern könnte.
- Hersteller und Forschung vergleichen: Vergleiche eine Herstellerdemonstration mit einer Fraunhofer-Quelle. Gestalte ein Quellenprüfblatt mit Aussagen, Nachweisen, Interessen und Medienrechten.
- Einen neuen Prüfplan entwickeln: Plane eine weitere unabhängige Prüfung mit zusätzlichen fiktiven Tagen, klaren Zieldefinitionen und einer fachlichen Freigabeentscheidung.
Feedback zur Transferstufe: Im Kostenbeispiel wiegt ein übersehener Wartungsfall zehnmal so schwer wie ein Fehlalarm. Eine niedrigere Schwelle könnte deshalb erwogen werden, muss aber vor einer neuen unabhängigen Prüfung festgelegt werden. Andere Lastbedingungen verändern möglicherweise die Schwingungen auch ohne Defekt. Eine seriöse Freigabe erfordert deshalb neue repräsentative Daten, eine dokumentierte Fehlerbewertung und eine verantwortliche Fachentscheidung.


Lernkontrolle
Bearbeite die Aufgaben mit Begründung, Skizzen, Rechenwegen oder einem kurzen Erklärvideo.
- Fehlerhafte Datentrennung erkennen: Eine Auszubildende verändert den Grenzwert mehrfach, bis die Prüfdaten besonders gute Ergebnisse liefern. Erkläre das Problem und entwickle eine bessere Vorgehensweise.
- Messfehler übertragen: Ein Schwingungssensor wird an einer anderen Stelle befestigt. Erkläre, weshalb das bestehende Modell möglicherweise nicht mehr zuverlässig bewertet werden kann.
- Entscheidungen begründen: Ein übersehener Schaden verursacht wesentlich höhere Kosten als ein Fehlalarm. Erläutere die möglichen Folgen für die gewünschte Sensitivität des Modells.
- Seltene Fehler betrachten: Von 100 fiktiven Fällen enthalten 99 keinen Wartungsbedarf. Ein Modell meldet nie einen Alarm. Begründe, warum 99 % Accuracy irreführend sein können.
- Quellen kritisch beurteilen: Ein Hersteller behauptet, seine Wartungslösung verhindere jeden Ausfall. Formuliere drei Prüfbedingungen, die Du vor der Übernahme dieser Aussage verlangen würdest.
- Neue Maschinendaten beurteilen: Ein Modell wird auf einen anderen Pumpentyp übertragen. Entwickle einen Prüfplan, der technische Unterschiede und unabhängige Testdaten berücksichtigt.
- Alarmreaktion gestalten: Entwickle einen Ablauf, wie ein fiktiver Alarm dokumentiert, fachlich kontrolliert und gegebenenfalls an autorisierte Fachkräfte weitergegeben werden sollte.
Bewertungshinweis: Entscheidend sind nachvollziehbare Zusammenhänge, korrekt begründete Schlussfolgerungen und die Berücksichtigung von Unsicherheit, Datentrennung und Sicherheit. Eine bloße Wiedergabe von Fachbegriffen genügt nicht.
Lernnachweis
Für einen erfolgreichen Lernnachweis dokumentierst Du:
- Fachverständnis: Unterschied zwischen Zustandsüberwachung und vorausschauender Wartung.
- Datenaufteilung: Nachvollziehbar getrennte Trainings- und Prüfdaten einschließlich Prognosehorizont.
- Modellbeschreibung: Messgröße, Zielvariable und vorab festgelegte Entscheidungsregel.
- Modellprüfung: Korrekte Konfusionsmatrix und Berechnung von Accuracy, Precision und Recall.
- Kritische Bewertung: Erklärung mindestens eines Fehlalarms und eines übersehenen Wartungsfalls.
- Transfer: Vorschlag für eine zusätzliche unabhängige Prüfung unter veränderten Bedingungen.
- Quellennachweis: Zwei geprüfte Fachquellen mit einer begründeten Aussage zu deren Grenzen und Medienrechten.
- Sicherheit: Bestätigung, dass ausschließlich fiktive Daten und lokale oder ausdrücklich autorisierte Übungsumgebungen verwendet wurden.
Empfohlenes Lernprodukt: Ein zweiseitiger Prüfbericht oder eine kurze Präsentation mit Datentabellen, einer Ergebnisgrafik, Quellenvergleich und einer begründeten Handlungsempfehlung.
Bestehensmaßstab: Die Trennung von Training und Prüfung ist korrekt, die Kennzahlen sind rechnerisch nachvollziehbar und es werden keine unzulässigen industriellen Sicherheitsversprechen aus den Übungsdaten abgeleitet.
OERs zum Thema
Wikipedia: Prädiktive Instandhaltung
Wikipedia: Condition-Monitoring
Weitere frei nutzbare Ressourcen:
- AI4I 2020 Predictive Maintenance Dataset: Synthetischer Datensatz unter CC BY 4.0. Die Daten wurden nicht für den erfundenen Pumpenfall übernommen.
- Google Machine Learning Crash Course: Fachliche Erläuterungen und interaktive Übungen. Die dort veröffentlichten Seiteninhalte stehen grundsätzlich unter CC BY 4.0, soweit nicht anders angegeben.
- Wikimedia Commons – Condition monitoring: Weitere Medien mit individuell zu prüfenden Dateilizenzen.
- Orange Data Mining – Dokumentation: Anleitungen für die lokale visuelle Modellierung.
Medienkompetenz: Frei zugängliche Videos sind nicht automatisch offen lizenziert. Prüfe insbesondere Urheber, Lizenz, Veröffentlichungskontext, Aktualität und mögliche Produktinteressen.
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