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Zur Einleitung - Chamisso, Adelbert von - Gedichtanalyse

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Zur Einleitung - Chamisso, Adelbert von - Gedichtanalyse

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Einleitung

Zur Einleitung - Chamisso, Adelbert von - Gedichtanalyse
Für Klasse 9–10. Du liest ein Gedicht über das Dichten selbst: Aus Freude und Schmerz werden Lieder. Später fragt die sprechende Stimme, ob Kunst in einer ernsten Zeit noch Platz hat.

Dein Ziel: Du verstehst den Inhalt, findest Textbelege und schreibst eine kurze eigene Deutung. Die 64 Verse stehen in acht Strophen.

Historisches Porträt Chamissos, nicht die lyrische Stimme. Mediennachweis: Stahlstich von Friedrich Schauer, Sammlung Rijksmuseum; Wikimedia Commons, CC0 1.0; hier unverändert eingebunden.


Textgrundlage und Fassungen

Autor: Adelbert von Chamisso (1781–1838), Schriftsteller und Naturforscher.
Werk: Zur Einleitung des deutschen Musenalmanachs 1833. Es gehört in der Ausgabe letzter Hand von 1837 zur Abteilung Gelegenheits-Gedichte.

Ausgangspunkt: Zeno.org, Ausgabe letzter Hand. Der unten wiedergegebene historische Wortlaut wurde anhand der Bibliotheca Augustana, Ausgabe letzter Hand 1837 geprüft. Die Einordnung des Gedichts in Chamissos Arbeit am Deutschen Musenalmanach stützt sich zusätzlich auf die Chamisso-Gesellschaft. Es handelt sich um eine digitale Abschrift, nicht um ein Faksimile einer Druckseite.

Wichtig: Die Quellfassung erhält ältere Schreibungen wie „unbewußt“ und „Priesterthum“. Die Lesefassung ändert nur einige Schreibweisen. Sie ist keine Übersetzung und keine freie Nacherzählung. Die Zeilenzählung bleibt in beiden Fassungen gleich.


Quellfassung: 64 Verse

Wortlaut nach der digitalen Ausgabe letzter Hand (1837); die gesperrte Druckinitiale „W as“ ist zu „Was“ zusammengezogen.

Strophe 1 · Verse 1–8
Was mir im Busen schwoll, mir unbewußt,
Ich konnt es nicht verhindern, ward Gesang;
Zum Liede ward mir jede süße Lust,
Zum Liede jeder Schmerz, mit dem ich rang;
Das Lied erhob aus zornerkrankter Brust
Sich sturmbeflügelt in der Zeiten Drang;
Ich hörte nur die eigne Stimme rauschen
Und sorgte nicht, man könne mich belauschen.

Strophe 2 · Verse 9–16
Doch ihr, die ich bewundert wie die Sterne
Des Himmels über mir, so hoch und klar,
Die nur entblößten Hauptes aus der Ferne
Zu grüßen, mir ein Traum des Dünkels war,
Ihr meine hohen Meister, lauschtet gerne
Dem schlichten Laut, aufblickend nahm ich wahr,
So wie des Liedes Wogen ausgebrandet,
Daß lächelnd ihr im Kreise mich umstandet.

Strophe 3 · Verse 17–24
Und eurem hohen Chor war's mir beschieden,
Erröthend faß ich's nicht, mich anzureihn;
Wohl herrlich ist es, von den Homeriden –
Ein Größrer sprach's – der letzte noch zu sein;
Ihr schmücktet mit der Binde mich hienieden,
Ich werde nicht das Priesterthum entweihn;
Der Ernst, die Liebe wohnen mir im Busen,
Und also schreit ich zum Altar der Musen.

Strophe 4 · Verse 25–32
Ihr habet auf die Stufen dieser Halle
Als Wächter mich und Herold hingestellt;
Zum Feste des Gesanges lad ich alle,
Die einer Sprache Mutterlaut gesellt;
Herein, herein! das deutsche Lied erschalle
Volltönig, kräftig in die ernste Welt;
Herein! du Meister mit der Lorbeer-Krone;
Du Jünger, der noch ringt nach gleichem Lohne.

Strophe 5 · Verse 33–40
Herein! du Jünger; zaudre nicht zu neigen
Dein lock'ges Haupt vor deinen Meistern hier;
Dir ziemt vor ihnen Ehrfurcht wohl zu zeigen,
Du ringst hinan zu ihrem Lichtrevier;
Und wehte nicht aus ihres Lorbeers Zweigen
Des Gottes Schöpferathem erst zu dir?
Bin so wie du, obschon in grauen Haaren,
Ein Jünger nur; vertraue meinen Jahren.

Strophe 6 · Verse 41–48
Herein! du Dichterfürst in deinem Ruhme,
Und laß die Mächte deiner Lieder walten;
Beschirme diese du im Heiligtume,
Dir ziemt die Jugend ehrenvoll zu halten;
Wer weiß, ob nicht die erst erschloßne Blume
Zur schönern Frucht sich werde noch entfalten?
Du hast, wie sie, im niedern Wald verborgen
Gerungen und gestrebt an deinem Morgen.

Strophe 7 · Verse 49–56
Wer will, sei mit im Uns; die Kunst ist frei,
Es singe, wem ein Gott Gesang gegeben;
Die Sonne weckt die Blumen auf im Mai,
Und reift im Herbst das flüß'ge Gold der Reben;
Ob später Herbst, ob Frühling in uns sei,
Es steigt der Saft, es reget sich das Leben,
Und so wir rauschend in die Saiten greifen,
Die Blumen wachen auf, die Früchte reifen.

Strophe 8 · Verse 57–64
Doch seht am Himmel welch ein trüber Flor
Gewitterdrohend in des Tages Schwüle!
Die Welt ist ernst geworden, sie verlor
In Sturmesdrang die Lust am Saitenspiele;
Wer, Freunde, lauschte jetzt noch unserm Chor?
Wer ist, der in der Dichtung sich gefiele?
Laßt friedsam uns und fromm im Liedergarten
Des uns vertrauten heil'gen Funkens warten.


Lesefassung: 64 Verse

Behutsam modernisierte Orthografie; alte Wörter und der Versrhythmus bleiben erhalten. Keine Übersetzung. Zum Beispiel: unbewußt → unbewusst, Priesterthum → Priestertum.

Strophe 1 · Verse 1–8
Was mir im Busen schwoll, mir unbewusst,
Ich konnt es nicht verhindern, ward Gesang;
Zum Liede ward mir jede süße Lust,
Zum Liede jeder Schmerz, mit dem ich rang;
Das Lied erhob aus zornerkrankter Brust
Sich sturmbeflügelt in der Zeiten Drang;
Ich hörte nur die eigne Stimme rauschen
Und sorgte nicht, man könne mich belauschen.

Strophe 2 · Verse 9–16
Doch ihr, die ich bewundert wie die Sterne
Des Himmels über mir, so hoch und klar,
Die nur entblößten Hauptes aus der Ferne
Zu grüßen, mir ein Traum des Dünkels war,
Ihr meine hohen Meister, lauschtet gerne
Dem schlichten Laut, aufblickend nahm ich wahr,
So wie des Liedes Wogen ausgebrandet,
Dass lächelnd ihr im Kreise mich umstandet.

Strophe 3 · Verse 17–24
Und eurem hohen Chor war's mir beschieden,
Errötend fass ich's nicht, mich anzureihn;
Wohl herrlich ist es, von den Homeriden –
Ein Größrer sprach's – der letzte noch zu sein;
Ihr schmücktet mit der Binde mich hienieden,
Ich werde nicht das Priestertum entweihn;
Der Ernst, die Liebe wohnen mir im Busen,
Und also schreit ich zum Altar der Musen.

Strophe 4 · Verse 25–32
Ihr habet auf die Stufen dieser Halle
Als Wächter mich und Herold hingestellt;
Zum Feste des Gesanges lad ich alle,
Die einer Sprache Mutterlaut gesellt;
Herein, herein! das deutsche Lied erschalle
Volltönig, kräftig in die ernste Welt;
Herein! du Meister mit der Lorbeer-Krone;
Du Jünger, der noch ringt nach gleichem Lohne.

Strophe 5 · Verse 33–40
Herein! du Jünger; zaudre nicht zu neigen
Dein lock'ges Haupt vor deinen Meistern hier;
Dir ziemt vor ihnen Ehrfurcht wohl zu zeigen,
Du ringst hinan zu ihrem Lichtrevier;
Und wehte nicht aus ihres Lorbeers Zweigen
Des Gottes Schöpferatem erst zu dir?
Bin so wie du, obschon in grauen Haaren,
Ein Jünger nur; vertraue meinen Jahren.

Strophe 6 · Verse 41–48
Herein! du Dichterfürst in deinem Ruhme,
Und lass die Mächte deiner Lieder walten;
Beschirme diese du im Heiligtume,
Dir ziemt die Jugend ehrenvoll zu halten;
Wer weiß, ob nicht die erst erschlossne Blume
Zur schönern Frucht sich werde noch entfalten?
Du hast, wie sie, im niedern Wald verborgen
Gerungen und gestrebt an deinem Morgen.

Strophe 7 · Verse 49–56
Wer will, sei mit im Uns; die Kunst ist frei,
Es singe, wem ein Gott Gesang gegeben;
Die Sonne weckt die Blumen auf im Mai,
Und reift im Herbst das flüss'ge Gold der Reben;
Ob später Herbst, ob Frühling in uns sei,
Es steigt der Saft, es reget sich das Leben,
Und so wir rauschend in die Saiten greifen,
Die Blumen wachen auf, die Früchte reifen.

Strophe 8 · Verse 57–64
Doch seht am Himmel welch ein trüber Flor
Gewitterdrohend in des Tages Schwüle!
Die Welt ist ernst geworden, sie verlor
In Sturmesdrang die Lust am Saitenspiele;
Wer, Freunde, lauschte jetzt noch unserm Chor?
Wer ist, der in der Dichtung sich gefiele?
Lasst friedsam uns und fromm im Liedergarten
Des uns vertrauten heil'gen Funkens warten.


Das Gedicht verstehen


Was sagt die lyrische Stimme?

Verse 1–8: Gefühle werden zu Liedern. Die Stimme singt zuerst für sich selbst. Dazu passt: „Zum Liede jeder Schmerz“ (V. 4).

Hörbeispiel: Harfenton, keine Aufnahme des Chamisso-Gedichts. Welche Stimmung löst der Ton aus? Mediennachweis: Daniel Musiklexikon, Harfen-Klangbeispiel; Wikimedia Commons, gemeinfrei (PD-self); hier unverändert eingebunden.

Animation: Ein Lautsprecher erzeugt Schall. Vergleiche echten Klang und das bildliche „Rauschen“ in V. 7. Mediennachweis: KyleThayer; Wikimedia Commons, CC0 1.0; hier unverändert eingebunden.

Verse 9–24: Die Stimme staunt: Bewunderte Meister hören zu und nehmen sie in ihren Kreis auf. Der „Altar der Musen“ (V. 24) macht Kunst zu etwas sehr Wertvollem.

Historische Zeichnung mit Leier und Buch. Sie zeigt die Verbindung von Lied und Dichtung. Mediennachweis: Illustration aus einer Veröffentlichung von 1888; Frances Clare als Buchautorin, Illustrator nicht genannt; Wikimedia Commons, gemeinfrei (US-PD); hier unverändert eingebunden.

Verse 25–40: Die Stimme lädt andere zum Dichten ein. Auch sie selbst will weiter lernen: „Ein Jünger nur“ (V. 40).

Geräusch zum Vergleich: Wie verändert Anerkennung eine schreibende Person? Dies ist kein historischer Originalton. Mediennachweis: thore, Aufnahme von Publikumsapplaus; Wikimedia Commons, gemeinfrei (PD-author); hier unverändert eingebunden.

Verse 41–48: Erfahrene Dichter sollen den Nachwuchs achten und schützen. Die junge „Blume“ (V. 45) kann später „Frucht“ tragen (V. 46).

Kunstbild aus späterer Zeit: eine Person mit Leier. Nicht als Illustration von Chamisso entstanden. Mediennachweis: Nicolae Vermont, Allegorie der Musik (1903); Wikimedia Commons, gemeinfrei; hier unverändert eingebunden.

Verse 49–56: „Die Kunst ist frei“ (V. 49). Frühling, Blumen und Reben stehen bildlich für neues Leben und künstlerisches Schaffen.

Datei:Wiese mit bunten Frühlingsblumen.JPG

Frühlingsblumen: Denke an das Bild in V. 51 und V. 56. Mediennachweis: 4028mdk09, Foto einer Blumenwiese; Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0; hier unverändert eingebunden.

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:

Reben als Bild für Wachstum und Reifen (V. 52). Mediennachweis: Joseph Martin Kronheim, historische Weinreben-Zeichnung; Wikimedia Commons, gemeinfrei; hier unverändert eingebunden.

Verse 57–64: Der Ton wird ernst. Das „Gewitter“ (V. 57–58) deutet Unruhe an. Das Ende fordert Geduld: Die Dichtung soll ihren „heil'gen Funken“ (V. 64) bewahren.

Datei:Stormy Sky (35590927960).jpg

Heutiges Foto als Bildhilfe zu V. 57–60; kein Bild aus Chamissos Zeit. Mediennachweis: Amanda Slater, Gewitterhimmel-Fotografie; Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0; hier unverändert eingebunden.

Hörbeispiel: Donner, nicht eine historische Aufnahme. Welche Wirkung hat der Gegensatz zum Harfenton? Mediennachweis: Bidgee, Donneraufnahme aus Australien; Wikimedia Commons, CC BY 3.0; hier unverändert eingebunden.


Kurze Wörterhilfe

Busen: Hier meint das Wort die Brust und das Innere des Menschen. Herold: Ein Bote, der etwas ankündigt. Homeriden: Dichter in der Tradition des antiken Homer. Musen: Gestalten der griechischen Mythologie, die für die Künste stehen.

Lorbeer: Zeichen für Ruhm und Anerkennung. Jünger: Hier ein lernender, noch nicht so erfahrener Dichter. Flor: Ein Schleier. Reben: Weinstöcke. Saitenspiel: Im Gedicht ein Bild für Musik und Dichtung. „mit im Uns“: Zur Gruppe dazugehören.


Form, Sprache und mögliche Deutung

Das Gedicht hat acht Strophen mit je acht Versen. In Strophe 1 reimen sich „unbewußt“ und „Lust“ sowie „Gesang“ und „rang“. Das Reimschema lautet abababcc; dieses Muster kehrt in den weiteren Strophen wieder.

Die Wiederholung „Zum Liede“ (V. 3–4) betont, wie wichtig das Dichten ist. „Wie die Sterne“ (V. 9) ist ein Vergleich. „Altar der Musen“ (V. 24) ist ein sprachliches Bild. Die Fragen in V. 61–62 zeigen Unsicherheit.

Mögliche Deutung: Kunst verbindet die Generationen. Doch eine schwierige Zeit kann das Dichten bedrängen. Das Gedicht nennt an dieser Stelle kein bestimmtes historisches Ereignis. Eine andere Deutung ist möglich, wenn Du sie mit Versen belegst.

Wichtig beim Schreiben: Chamisso ist der Autor. Die sprechende Instanz im Gedicht heißt lyrische Stimme oder lyrisches Ich. Du darfst ihre Gefühle nicht automatisch als Chamissos private Gefühle ausgeben.


So schreibst Du eine Gedichtanalyse

Schritt 1 – Beobachten: Was fällt auf? Beispiel: Die Stimme wiederholt „Herein!“ (V. 29–32).
Schritt 2 – Belegen: Notiere ein kurzes Zitat und den Vers.
Schritt 3 – Deuten: Erkläre die Wirkung. Beispiel: Die Wiederholung wirkt wie eine offene Einladung.

Gestufte Hilfe: Wenn Du unsicher bist, suche zuerst ein auffälliges Wort. Dann erkläre es in Alltagssprache. Schreibe zuletzt: „Das wirkt …, weil …“.

Video: Gedichtanalyse am Beispiel eines anderen Gedichts (How to – Deutsch, vom Hessischen Bildungsserver empfohlen). Nutze die Methode, nicht die dortige Inhaltsdeutung.

Videoquelle: HowToDeutschOfficial auf YouTube; Rechte bei den Videorechteinhabern, nur verlinkter Player, kein freies Commons-Medium.

Video: Stilmittel finden (Learnhard). Achte besonders auf Vergleich, Metapher und Wiederholung.

Videoquelle: Learnhard auf YouTube; Rechte bei den Videorechteinhabern, keine freie Nachnutzung behauptet.


Interaktive Aufgaben

Die Quizze kontrollieren einzelne Lernpunkte. Die Schreibaufgaben weiter unten sind offen und haben keine automatische Bewertung.


Quiz: Teste Dein Wissen

Lesequiz mit Zitaten und Versangaben. Schau bei Bedarf in die Quellfassung.

„Zum Liede ward mir jede süße Lust“ (V. 3). Was wird im Anfang auch zum Lied? (Der erlebte Schmerz) (!Ein Gedichtband) (!Ein Kranz aus Lorbeer) (!Ein Gewitter)




„Ich hörte nur die eigne Stimme rauschen“ (V. 7). Was beschreibt das? (Die Stimme achtet zunächst auf ihr eigenes Singen) (!Die Stimme hört einem Chor zu) (!Die Stimme spricht nur über Naturkunde) (!Die Stimme schweigt)




„Ihr meine hohen Meister“ (V. 13). Wer wird angesprochen? (Bewunderte Dichter) (!Gärtner im Frühling) (!Schüler aus der Zukunft) (!Wissenschaftliche Prüfer)




„Altar der Musen“ (V. 24). Wofür steht das Bild? (Für die hohe Bedeutung der Kunst) (!Für ein wirklich beschriebenes Gotteshaus) (!Für eine Reise über das Meer) (!Für eine Ernte auf dem Feld)




„Als Wächter mich und Herold hingestellt“ (V. 26). Welche Aufgabe hat die Stimme? (Sie lädt zum Fest des Gesanges ein) (!Sie beendet den Gesang für immer) (!Sie nimmt allen das Singen weg) (!Sie verkauft Bücher)




„Herein, herein!“ (V. 29). Was betont die Wiederholung? (Die Einladung zur Dichtung) (!Eine Warnung vor Liedern) (!Die genaue Uhrzeit) (!Das Ende einer Freundschaft)




„Ein Jünger nur“ (V. 40). Wie sieht sich die Stimme? (Als weiterhin lernend) (!Als unfehlbaren Lehrer) (!Als Gegner jeder Kunst) (!Als König des Landes)




„Die Jugend ehrenvoll zu halten“ (V. 44). Was sollen bekannte Dichter tun? (Junge Dichter achten) (!Junge Dichter ausschließen) (!Nur alte Gedichte vorlesen) (!Nie wieder schreiben)




„Die Kunst ist frei“ (V. 49). Welche Aussage passt dazu? (Wer möchte darf sich am Dichten beteiligen) (!Nur die berühmtesten Dichter dürfen schreiben) (!Gedichte haben keine Wörter) (!Jedes Gedicht muss gleich klingen)




„trüber Flor“ (V. 57). Welche Stimmung entsteht am Schluss? (Eine ernste und bedrohliche Stimmung) (!Eine ausgelassene Feststimmung) (!Ein heiterer Sommertag ohne Sorgen) (!Ein völlig sorgenfreier Tanz)





Memory

Finde die acht passenden Wortpaare.

Herold Bote einer Ankündigung
Musen Gestalten für die Künste
Lorbeer Zeichen des Ruhms
Jünger Noch lernender Dichter
Flor Dunkler Schleier
Reben Weinstöcke
Homeriden Dichter in Homers Tradition
Strophe Abschnitt eines Gedichts





Drag and Drop

Verbinde Beobachtungen mit der passenden Bedeutung.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung
Freude und Schmerz Antrieb für das Dichten
Meister Bewunderte Vorbilder
Herold Einladender Bote
Frühlingsblumen Bild für neues künstlerisches Leben
Gewitterwolken Bild für eine belastete Gegenwart





Kreuzworträtsel

Finde die Begriffe aus dem Gedicht.

Herold Wie nennt V. 26 den Boten, der das Fest ankündigt?
Musen Welche Gestalten stehen in V. 24 für die Künste?
Meister Wie heißen die bewunderten Vorbilder in V. 13?
Jünger Wie heißt in V. 40 ein noch Lernender?
Lorbeer Welche Pflanze steht in V. 31 für Ruhm?
Gewitter Welche Wettergefahr wird in V. 58 angedeutet?





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Weitere Übungen suchen. Suchtreffer gehören nicht automatisch zu diesem Gedicht.


Lückentext

Eine Lücke pro Satz. Nutze die Texte und die Wörterhilfe.

Vervollständige den Text.
Adelbert von Chamisso ist der

des Gedichts.
Das Gedicht hat insgesamt acht

.
In den ersten Versen werden Gefühle zu

.
Die sprechende Instanz heißt lyrisches

.
Ihre bewunderten Vorbilder nennt sie

.
Ein Bote der Einladung heißt

.
Der Lorbeer steht für

.
Das Bild der Blume erinnert an den

.
In Vers 49 wird die Kunst als

beschrieben.
Am Schluss wird die Stimmung durch ein

verdunkelt.
Die Gedichte sollen ihren heiligen

bewahren.
Eine Deutung muss man mit Versen

.



Offene Aufgaben

Hier zählt Dein eigener Text. Es gibt keine automatische Bewertung. Bei jeder Aufgabe hilft Dir der genannte Versbereich.


Leicht

  1. Gefühle finden: Markiere in V. 1–8 Wörter für Freude und Leid. Schreibe zwei Sätze über ihre Verbindung zum Dichten. Hilfe: V. 3–4.
  2. Wer spricht?: Schreibe drei Sätze aus Sicht der lyrischen Stimme. Formuliere danach einen Satz, warum Du sie nicht mit Chamisso gleichsetzen darfst. Hilfe: V. 7 und V. 40.
  3. Strophentitel: Gib jeder der acht Strophen eine kurze Überschrift. Hilfe: Beginne mit „Gefühle werden Lieder“.
  4. Vortragsprobe: Lies V. 25–32 laut und setze beim Wort „Herein“ deutliche Pausen. Beschreibe die Wirkung schriftlich. Hilfe: Was klingt wie eine Einladung?


Standard

  1. Reime untersuchen: Markiere die Endreime in V. 1–8 und erkläre, wie die feste Form zum Thema Gesang passt. Hilfe: abababcc.
  2. Bildkarte gestalten: Wähle Blume, Rebe oder Gewitter aus. Zeichne das Bild und notiere daneben ein passendes Textzitat samt Vers. Hilfe: V. 45–46, 51–56 oder 57–60.
  3. Dichtergespräch: Verfasse einen Dialog zwischen einem erfahrenen Meister und einem jungen Dichter. Beide sollen auf V. 41–48 Bezug nehmen. Hilfe: Was bedeutet „ehrenvoll“?
  4. Deutungsabsatz: Schreibe fünf Sätze zu V. 49–56. Baue ein Zitat, eine Versangabe und eine Wirkungserklärung ein. Hilfe: „Die Kunst ist frei“ (V. 49).


Schwer

  1. Anfang und Ende: Vergleiche V. 1–8 mit V. 57–64. Erkläre mit zwei Zitaten, warum die Stimmung wechselt. Hilfe: Gefühle, Wetterbild, Fragen.
  2. Kunst in Krisen: Übertrage die Frage aus V. 61–62 auf eine schwierige Situation heute. Begründe Deine Meinung mit einem Textbeleg. Hilfe: Unterscheide Beobachtung und eigene Meinung.
  3. Neuer Schluss: Schreibe acht eigene Verse als mögliche Antwort auf V. 61–64. Markiere klar, dass dies Deine Fortsetzung und nicht Chamissos Text ist. Hilfe: Verwende die Bilder von Lied, Garten und Funken.
  4. Leseabend planen: Entwirf einen Ablauf für einen kleinen Lyrikabend mit verschiedenen Stimmen. Erkläre, wie V. 25–32 Deine Planung inspiriert. Hilfe: Wer wird eingeladen, wie wird Vielfalt sichtbar?




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Bearbeite diese Transferaufgaben in ganzen Sätzen. Eine Lehrkraft oder Lernpartnerin kann Dir Rückmeldung geben; es gibt keine automatische Note.

  1. Wirkung erklären: Warum kann die gleiche Aussage in einem gereimten Gedicht anders wirken als in einem Sachtext? Beziehe Dich auf V. 1–8.
  2. Sprecher und Autor: Ein Mitschüler sagt: „Chamisso war beim Schreiben traurig.“ Prüfe die Aussage und formuliere sie als vorsichtige Textdeutung um.
  3. Bild übertragen: Erkläre, welches Bild aus V. 49–56 Du für eine Schülerzeitung nutzen würdest und warum.
  4. Eine Streitfrage: „In Krisenzeiten braucht man keine Gedichte.“ Nimm Stellung und nutze V. 57–64 als Ausgangspunkt.
  5. Einladung für heute: Formuliere eine kurze Einladung zu einem Poetry-Abend. Übernimm die einladende Wirkung von V. 25–32, ohne die Verse einfach abzuschreiben.
  6. Fassungen prüfen: Vergleiche in der Quell- und Lesefassung zwei alte Schreibungen. Erkläre, warum man bei Zitaten die benutzte Fassung angeben sollte.


Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis zeigst Du:

  1. Inhalt: Du kannst den Weg von den Gefühlen zum besorgten Schluss in eigenen Worten erklären.
  2. Textbelege: Du verwendest mindestens zwei kurze Zitate mit richtiger Versangabe.
  3. Form: Du benennst Strophen, Verse und ein Reimschema korrekt.
  4. Sprache: Du deutest mindestens zwei sprachliche Mittel mit ihrer Wirkung.
  5. Perspektive: Du unterscheidest lyrische Stimme, Autor und Deine eigene Deutung.
  6. Quellen: Du nennst die genutzte Gedichtfassung und bei Medien Urheber sowie Lizenz.


OERs zum Thema

Text und Kontext: Zeno.org: Zur Einleitung · Bibliotheca Augustana: Ausgabe letzter Hand, Gelegenheits-Gedichte · Chamisso-Gesellschaft: Lebensdaten und Werkchronik.

Wikipedia: Der folgende Artikel behandelt den Autor, nicht dieses einzelne Gedicht.


Medienrechte und Hinweise zur Nutzung

Die Bilder, die Animation und die Tonbeispiele stammen aus Wikimedia Commons. Direkt unter jedem Medium stehen Urheber, Dateiseite und Lizenz. Die Bilder veranschaulichen Begriffe aus dem Gedicht; sie sind keine Originalillustrationen der Ausgabe von 1837. Die Tonaufnahmen sind keine historische Lesung und kein Hörbuch dieses Gedichts.

Bei CC-BY-Medien ist die Namensnennung und Lizenzverlinkung nötig; bei CC-BY-SA gilt für Bearbeitungen zusätzlich die Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Hier wurden die Dateien unverändert eingebunden. Die YouTube-Videos sind nur über ihre Player verknüpft; das macht sie nicht zu frei lizenzierten OER und erlaubt nicht das Herunterladen oder Umarbeiten.

Das Gedicht von Chamisso ist wegen des Todesjahres 1838 in Deutschland gemeinfrei. Die modernisierte Lesefassung ist als orthografische Bearbeitung gekennzeichnet. Im Lernnachweis gibst Du stets an, aus welcher Fassung Du zitierst.


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