Werkzeugbau Formenbau und Vorrichtungen – Ein Werkzeugwartungskonzept erstellen
Werkzeugbau Formenbau und Vorrichtungen – Ein Werkzeugwartungskonzept erstellen
Zielgruppe: Ausbildung, besonders Werkzeugmechanikerinnen und Werkzeugmechaniker in den Einsatzgebieten Formtechnik und Vorrichtungstechnik.
Kurzbeschreibung: Du entwickelst für ein Werkzeug oder eine Vorrichtung ein nachvollziehbares Wartungskonzept. Im Mittelpunkt stehen Prüfung, Reinigung, Austausch und Dokumentation. Maschinenabläufe werden zuerst als sichere Simulation bearbeitet. Reale Arbeiten erfolgen ausschließlich unter geeigneter Fachaufsicht, nach betrieblicher Freigabe und nach den geltenden Betriebs-, Sicherheits- und Herstelleranweisungen. Schutzeinrichtungen werden niemals umgangen oder manipuliert.

Einleitung
Werkzeuge und Vorrichtungen müssen zuverlässig, maßhaltig und sicher funktionieren. Wartung ist dabei kein „Putzen nach Gefühl“, sondern Teil der Instandhaltung. Ein gutes Konzept verbindet den tatsächlichen Zustand mit Zeichnungen, Wartungsplänen, Herstellerangaben, Qualitätsanforderungen und einer lückenlosen Dokumentation.
Für die Ausbildung ist wichtig: Du lernst nicht nur einzelne Handgriffe, sondern planst einen vollständigen Auftrag. Du begründest, was geprüft wird, wann eine Maßnahme notwendig ist, womit gereinigt oder gemessen werden darf, wann ein Bauteil ausgetauscht wird und wie der Zustand anschließend dokumentiert und freigegeben wird.

Beobachtungsauftrag zur Animation: Notiere drei Stellen, an denen Verschleiß, Verschmutzung oder Fehlfunktion die Bauteilqualität beeinflussen könnten. Trenne dabei Werkzeugfunktion und Maschinenfunktion.
Arbeitsauftrag zum Video: Zeichne ein vereinfachtes Spritzgießwerkzeug mit Düsenseite, Auswerferseite, Kavität und Auswerfersystem. Markiere anschließend vier mögliche Prüfpunkte für eine Wartung.
Lernziele und Ausbildungsbezug
Nach dem Kurs kannst Du ein Wartungskonzept für Werkzeuge, Formen oder Vorrichtungen erstellen und begründen. Du kannst Zustandsprüfungen planen, Reinigungsschritte auswählen, Austauschentscheidungen aus Zeichnung und Befund ableiten, Wartungsdaten dokumentieren und eine Freigabe vorbereiten.
Die Ausbildung zum Werkzeugmechaniker umfasst unter anderem das Warten von Betriebsmitteln, Montage und Demontage, Instandhaltung, Prüfen sowie Qualitätssicherung. Die Einsatzgebiete schließen Formtechnik und Vorrichtungstechnik ein. Der Kurs greift diese beruflichen Handlungen als vollständigen Wartungsauftrag auf.
| Kompetenz | Du kannst … |
|---|---|
| Prüfen | Soll- und Ist-Zustand vergleichen und Auffälligkeiten beschreiben. |
| Reinigen | ein geeignetes Verfahren anhand von Oberfläche, Verschmutzung und Vorgaben auswählen. |
| Austauschen | Verschleißteile anhand freigegebener Unterlagen identifizieren und eine Austauschentscheidung begründen. |
| Dokumentieren | Befund, Maßnahme, Teile, Messwerte, Status und nächste Aktion nachvollziehbar festhalten. |
| Sicher handeln | Simulation und reale Arbeit trennen und Schutzmaßnahmen nicht umgehen. |
Sicherheitsrahmen: Erst simulieren, dann freigeben
Grundregel: Instandhaltung kann besondere Gefährdungen erzeugen. Deshalb wird in diesem Kurs kein realer Maschinenablauf automatisch angesteuert. Es gibt keine Anleitung zum Überbrücken von Schutztüren, Verriegelungen, Lichtschranken oder anderen Schutzeinrichtungen.
| Im Lernkurs erlaubt | Nur unter Fachaufsicht und betrieblicher Freigabe |
|---|---|
| Ablaufkarten, digitale Simulationen, Fotos, Zeichnungen und Musterteile auswerten | Werkzeug aus einer Produktionsmaschine ausbauen oder wieder einbauen |
| Messstrategie planen und Messwerte aus Fallkarten beurteilen | reale Energiequellen sicher beherrschen und Maschinenzustände herstellen |
| Reinigungsverfahren vergleichen | reale Reinigungs- oder Schmierstoffe einsetzen |
| Ersatzteilentscheidung an Stücklisten simulieren | Bauteile demontieren, austauschen, einstellen oder Funktionsproben durchführen |
| Dokumentation und Freigabeformular erstellen | Maschine oder Werkzeug nach realer Instandhaltung wieder freigeben |
Wichtig: Vor realen Arbeiten gelten die Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung, Herstellerunterlagen, Qualifikation, persönliche Schutzausrüstung und betriebliche Freigaberegeln. Eine reale Instandhaltung wird grundsätzlich in einem sicher beherrschten Zustand geplant. Schutzeinrichtungen bleiben wirksam.
Ausbildungsfall: Werkzeug WT-17
Der Fall ist didaktisch erfunden, die Arbeitsweise ist realitätsnah.
Du arbeitest im Werkzeugbau eines Kunststoffbetriebs. Das Spritzgießwerkzeug WT-17 produziert ein vierfaches Gehäuseteil. In der Qualitätskontrolle wurden drei Auffälligkeiten gemeldet: leichter Grat an einer Kavität, ein ungleichmäßiger Auswurf und ein verringerter Durchfluss in einem Temperierkreis. Das Werkzeug soll nicht einfach „weiterlaufen“, sondern systematisch beurteilt werden.
Dein Auftrag: Erstelle für WT-17 ein Wartungskonzept. Es muss Prüfstellen, Reinigungsbedarf, mögliche Verschleißteile, Kriterien für Austausch oder Weiterverwendung, Dokumentationsfelder und einen Freigabeschritt enthalten.
Vorgaben des Falls: Es gibt keine pauschalen Verschleißgrenzen. Zulässige Maße und Zustände werden aus Zeichnung, Wartungsplan, Herstellerunterlagen oder betrieblicher Prüfvorschrift entnommen. Wo Daten fehlen, wird nicht geraten, sondern Rücksprache eingeplant.
Lerneinheit 1: Auftrag klären
Ein Wartungsauftrag beginnt mit Informationen. Ohne Werkzeug-ID, Zeichnungsstand und Fehlerbild kann ein Befund später kaum sicher zugeordnet werden.
| Prüffrage | Beispiel WT-17 |
|---|---|
| Was ist betroffen? | Vierfach-Spritzgießwerkzeug WT-17 |
| Warum wird gewartet? | Qualitätsabweichung und Zustandsauffälligkeiten |
| Welche Unterlagen werden gebraucht? | Gesamtzeichnung, Stückliste, Wartungsplan, letzte Wartungsberichte, Qualitätsmeldung |
| Welche Zustände sind kritisch? | Trennbereich, Auswerfersystem, Führungen, Temperierkreis |
| Wer darf freigeben? | zuständige betriebliche Fachkraft nach interner Regelung |
Mini-Auftrag: Formuliere aus der Meldung „Grat, Auswurf ungleichmäßig, Durchfluss reduziert“ drei getrennte Prüfhypothesen. Eine Hypothese ist noch keine Diagnose.
Lerneinheit 2: Prüfen und bewerten
Beim Prüfen vergleichst Du den Ist-Zustand mit einem Soll-Zustand. Der Soll-Zustand kommt nicht aus Erinnerung, sondern aus freigegebenen Unterlagen.

| Prüfebene | Typische Beobachtung | Mögliche Unterlage |
|---|---|---|
| Sichtprüfung | Gratspuren, Ablagerungen, Korrosion, Beschädigungen | Wartungsplan, Vergleichsfoto, Prüfanweisung |
| Maßprüfung | Maßabweichung an Verschleiß- oder Passstelle | Zeichnung, Prüfplan |
| Funktionsprüfung | schwergängige Bewegung, ungleichmäßige Rückstellung | Funktionsbeschreibung, Herstellerangaben |
| Medienkreis | Durchfluss auffällig, Leckageverdacht | Schaltplan, Wartungsanweisung |
| Dokumentenprüfung | fehlende letzte Maßnahme oder unklare Teilehistorie | Werkzeuglebenslauf, Wartungsprotokoll |
Bewertungsregel: Eine Auffälligkeit wird zuerst beschrieben, dann gemessen oder mit Unterlagen verglichen und erst danach bewertet. „Sieht schlecht aus“ ist kein ausreichender Befund.
Lerneinheit 3: Reinigen
Reinigung soll Verschmutzung entfernen, ohne Funktionsflächen, Beschichtungen, Dichtungen oder Oberflächen zu schädigen. Verfahren und Mittel werden deshalb aus Hersteller- und Betriebsangaben ausgewählt. Sicherheitsdatenblätter und betriebliche Vorgaben sind zu beachten.
| Vor der Auswahl klären | Warum? |
|---|---|
| Welche Verschmutzung liegt vor? | Öl, Kunststoffreste, Korrosion oder Staub benötigen unterschiedliche Verfahren. |
| Welche Oberfläche liegt vor? | Polierte, beschichtete und gehärtete Flächen dürfen nicht ungeprüft gleich behandelt werden. |
| Welche Stofffreigabe gilt? | Reinigungs- und Schmierstoffe müssen zum Werkzeug und Betrieb passen. |
| Welche Rückstände sind zulässig? | Rückstände können Funktion, Oberfläche oder späteren Prozess beeinflussen. |
| Wie wird das Ergebnis geprüft? | Reinigung ist erst abgeschlossen, wenn der definierte Sollzustand kontrolliert wurde. |
Übertragungsauftrag: Das Video zeigt Wartung an einem Spannmittel. Übertrage das Prinzip auf eine Vorrichtung: Welche Führungs-, Spann- und Anlageflächen müssen in einem Wartungsplan getrennt erfasst werden? Nenne außerdem eine Stelle, an der eine falsche Schmierung oder Verschmutzung die Wiederholgenauigkeit beeinflussen könnte.
Lerneinheit 4: Austausch und Montageentscheidung
Ein Bauteil wird nicht allein deshalb ersetzt, weil es „alt“ ist. Entscheidend sind dokumentierter Zustand, zulässige Grenzwerte, Funktion, Ersatzteilverfügbarkeit, Ausfallfolgen und betriebliche Strategie.

| Bauteilgruppe | Prüffrage | Entscheidung |
|---|---|---|
| Auswerfer | Maß, Oberfläche, Geradheit und Beweglichkeit innerhalb der Vorgaben? | weiterverwenden, beobachten oder austauschen |
| Führung | Laufspuren, Spiel oder Beschädigung außerhalb der Vorgaben? | reinigen, prüfen, gegebenenfalls ersetzen |
| Dichtung | Leckage, Verformung oder Alterung? | nach freigegebener Spezifikation ersetzen |
| Einsatz | Kontur oder Oberfläche außerhalb der Zeichnung? | Reparatur- oder Austauschfreigabe einholen |
| Spann- oder Anschlagelement | Funktion und Wiederholgenauigkeit gegeben? | weiterverwenden oder Instandsetzung planen |
Merksatz: Ersatzteile werden nach eindeutiger Identifikation aus Zeichnung, Stückliste und freigegebener Spezifikation ausgewählt. Ähnlich aussehende Teile sind nicht automatisch austauschbar.
Lerneinheit 5: Dokumentieren und freigeben
Die Dokumentation verbindet einzelne Wartungen zu einer Werkzeughistorie. Sie macht wiederkehrende Fehler, Verschleißtrends und Ersatzteilbedarf sichtbar.
| Pflichtfeld | Beispiel |
|---|---|
| Werkzeug-ID | WT-17 |
| Anlass | Grat an Kavität, Auswurf auffällig, Durchfluss reduziert |
| Befund | Ort, Art, Messwert oder Beobachtung |
| Maßnahme | geprüft, gereinigt, Teil ersetzt oder weitere Diagnose angefordert |
| Ersatzteil | eindeutige Positions- und Teilenummer |
| Ergebnis | Sollzustand erreicht, offen oder gesperrt |
| Verantwortlichkeit | ausführende und freigebende Person nach Betriebsregel |
| Folgeaktion | nächster Prüfzeitpunkt oder zustandsabhängiger Trigger |
Dokumentationsregel: Schreibe so, dass eine andere Fachkraft später erkennen kann, was vorher war, was gemacht wurde und warum das Werkzeug freigegeben oder gesperrt wurde.
Ein Werkzeugwartungskonzept aufbauen
Ein wirksames Konzept kombiniert mehrere Strategien. Intervalle werden nicht pauschal aus diesem Kurs übernommen, sondern aus Herstellerangaben, Erfahrung, Betriebsdaten, Zustandsmessungen und Kritikalität abgeleitet.
| Strategie | Idee | Geeignetes Beispiel |
|---|---|---|
| intervallorientiert | Maßnahme nach festgelegtem Zeitraum oder Nutzungsumfang | planmäßige Kontrolle eines bekannten Verschleißteils |
| zustandsorientiert | Maßnahme folgt einem gemessenen oder beobachteten Zustand | Spiel, Verschleiß, Durchfluss oder Oberflächenzustand |
| störungsbedingt | Maßnahme erst nach erkannter Störung | nur dort vertretbar, wo Folgen beherrschbar sind |
| kombiniert | Zeit, Zustand und Ausfallfolge werden gemeinsam bewertet | produktionskritisches Werkzeug mit bekannten Verschleißstellen |
Wartungsplan für WT-17
| Objekt | Prüfmerkmal | Auslöser | Methode | Sollquelle | Folge bei Abweichung | Nachweis |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Trennbereich | Oberfläche und Gratspuren | Qualitätsmeldung oder planmäßige Wartung | Sicht- und Maßprüfung | Zeichnung und Prüfanweisung | reinigen, messen, Reparaturentscheidung | Befundfoto und Protokoll |
| Auswerfersystem | Beweglichkeit und Zustand | ungleichmäßiger Auswurf | simulierte Funktionsanalyse, reale Prüfung nur freigegeben | Funktionsbeschreibung | reinigen, messen, Austausch prüfen | Wartungsbericht |
| Führung | Laufbild und Spiel | Wartungsplan oder Auffälligkeit | Sicht- und Maßprüfung | Hersteller- oder Zeichnungsangabe | reinigen, schmieren nach Freigabe, Austausch prüfen | Messwert |
| Temperierkreis | Durchfluss und Dichtheit | Prozessabweichung oder Wartungsplan | betriebliche Prüfprozedur | freigegebene Prozesswerte | reinigen oder weitere Diagnose | Prüfprotokoll |
| Dokumentation | Vollständigkeit | vor Freigabe | Vier-Augen-Prüfung nach Betriebsregel | internes Formular | nacharbeiten | Werkzeuglebenslauf |
Sichere Fertigungssimulationen
Simulation bedeutet hier: Du steuerst keine echte Maschine. Du arbeitest mit Ablaufkarten, Bildern, Messwerttabellen oder einer digitalen Prozessdarstellung.

Animationsauftrag: Beobachte nur den dargestellten Prozess. Benenne Werkzeug schließen, Einspritzen, Abkühlen, Öffnen und Entformen. Leite daraus ab, welche Werkzeugfunktionen nach einer Wartung kontrolliert werden müssten, ohne eine reale Maschine anzusteuern.
Simulation 1: Wartungsablauf ordnen
Arbeitsauftrag: Erstelle eine Ablaufkarte mit den Stationen Auftrag klären, sicheren Zustand planen, prüfen, reinigen, erneut prüfen, Austauschentscheidung, dokumentieren und Freigabe vorbereiten. Markiere jeden Punkt, an dem eine falsche Entscheidung zu Qualitäts- oder Sicherheitsproblemen führen kann.
Erwartung: Der Ablauf enthält mindestens eine Kontrollschleife. Nach Reinigung oder Austausch wird nicht direkt freigegeben, sondern erneut geprüft.
Simulation 2: Befundkarten auswerten
Arbeitsauftrag: Bewerte diese drei fiktiven Befunde:
- Befund A: Trennfläche verschmutzt, keine sichtbare Beschädigung. Zeichnung und Reinigungsfreigabe liegen vor.
- Befund B: Auswerfer zeigt messbare Abweichung; zulässiger Grenzwert fehlt im Auftrag.
- Befund C: Temperierkreis zeigt verringerten Durchfluss; betriebliche Prüfanweisung verlangt eine gesonderte Dichtheits- und Durchflussprüfung.
Sichere Entscheidung: Bei A kann eine freigegebene Reinigung geplant werden. Bei B wird ohne Grenzwert keine Austausch- oder Weiterverwendungsentscheidung erfunden. Bei C wird die vorhandene Prüfanweisung eingeplant.
Simulation 3: Ersatzteilentscheidung
Arbeitsauftrag: Nutze eine fiktive Stückliste mit drei ähnlich aussehenden Auswerferstiften. Wähle nicht nach Foto, sondern nur anhand Positionsnummer, Abmessung, Werkstoff- beziehungsweise Spezifikationsangabe und Zeichnungsstand. Begründe, welche Angaben zwingend übereinstimmen müssen.
Simulation 4: Sichere Freigabeentscheidung
Arbeitsauftrag: Entscheide zwischen freigabefähig, weitere Prüfung nötig und gesperrt. Begründe die Entscheidung aus dem Befund. Ein Werkzeug gilt im Lernfall nur dann als freigabefähig, wenn alle geforderten Prüfungen abgeschlossen, Abweichungen bewertet und Dokumente vollständig sind.
Gestufte Hilfen
| Stufe | Hilfe |
|---|---|
| Hilfe 1 | Frage Dich: Was ist Soll, was ist Ist, und woher kenne ich den Sollwert? |
| Hilfe 2 | Ordne jeden Befund einer Funktion zu: führen, formen, auswerfen, temperieren, spannen oder positionieren. |
| Hilfe 3 | Nutze die Kette: Befund → Unterlage → Bewertung → Maßnahme → Kontrolle → Dokumentation. |
| Hilfe 4 | Wenn Grenzwerte oder Freigaben fehlen, formuliere eine Rückfrage statt eine Zahl zu erfinden. |
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben mit Feedback
Basisaufgabe
Auftrag: Ordne die Begriffe Prüfen, Reinigen, Austauschen und Dokumentieren den vier passenden Arbeitsschritten im Fall WT-17 zu.
Begründetes Feedback: Eine gute Lösung trennt die Schritte, zeigt aber ihre Abhängigkeit. Reinigung ersetzt keine Prüfung; Austausch braucht einen begründeten Befund; Dokumentation begleitet den gesamten Auftrag.
Anwendungsaufgabe
Auftrag: Entwirf für den auffälligen Auswerfer ein Prüfblatt mit Merkmal, Sollquelle, Prüfmethode, Ergebnisfeld und Folgeaktion.
Begründetes Feedback: Die Lösung ist belastbar, wenn sie keine erfundenen Toleranzen enthält. Entscheidend ist, dass der Sollwert aus Zeichnung oder freigegebener Prüfvorschrift kommt und eine Abweichung eine definierte Folge auslöst.
Transferaufgabe
Auftrag: Übertrage das Konzept von WT-17 auf eine Montagevorrichtung mit Anschlägen, Führungen und Spannern. Welche Prüfpunkte bleiben gleich, welche ändern sich?
Begründetes Feedback: Übertragbar sind der Soll-Ist-Vergleich, Reinigung, Verschleißbewertung, Ersatzteilidentifikation und Dokumentation. Neu gewichtet werden bei Vorrichtungen vor allem Positioniergenauigkeit, Spannfunktion und Wiederholbarkeit.
Mediengestützte Vertiefung
Videoauftrag: Erstelle nach dem Video eine achtteilige Prozesskarte für systematische Werkzeugwartung. Vergleiche sie anschließend mit Deinem WT-17-Ablauf. Übernimm nur Schritte, die mit den betrieblichen Sicherheits- und Herstellerregeln vereinbar sind.

Bildauftrag: Markiere gedanklich die Grenze zwischen Maschine und Werkzeug. Welche Wartungsinformation gehört in den Werkzeuglebenslauf, welche in die Maschineninstandhaltung?
Quellencheck und Medienrechte
Die fachlichen Kernaussagen wurden mit offiziellen beziehungsweise fachlich geeigneten Quellen abgeglichen. Für reale betriebliche Arbeiten haben Herstellerunterlagen, Gefährdungsbeurteilung und betriebliche Vorgaben Vorrang vor diesem Lernkurs.
- Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Metallberufen: Ausbildungsberuf Werkzeugmechaniker, darunter Warten, Instandhaltung, Prüfen sowie die Einsatzgebiete Formtechnik und Vorrichtungstechnik.
- Ausbildungsrahmenplan Werkzeugmechaniker: berufsspezifische Fachqualifikationen.
- DGUV Regel 113-606, Branche Kunststoffindustrie – Spritzgießen: Gefährdungen und Schutzmaßnahmen bei Spritzgießarbeiten und Instandhaltung.
- DGUV, Instandhaltung von Maschinen und Anlagen: Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung als Bereiche der Instandhaltung.
- DGUV Information 209-066: sichere Instandhaltung und unterschiedliche Instandhaltungsstrategien.
- BAuA: kontrolliert bewegte ungeschützte Teile: Schutzmaßnahmen für Wartung, Inspektion und Störungsbeseitigung.
- DIN 31051 – Grundlagen der Instandhaltung: Normhinweis; Normtext selbst ist nicht Bestandteil dieses Kurses.
- GRESSEL Betriebsanleitung R-C2: Beispiel für herstellerbezogene Wartungs-, Reinigungs- und Schmierhinweise an einer Spannvorrichtung.
Geprüfte Wikimedia-Commons-Medien: Die verwendeten Dateinamen sind auf Wikimedia Commons vorhanden. Die jeweiligen Lizenzbedingungen bleiben maßgeblich.
- Injection mold - (2).jpg: CC0.
- Injection molding die side A.JPG: CC BY-SA 3.0.
- Injection molding die B side.JPG: CC BY-SA 3.0.
- Ejector pin.jpg: CC0.
- Guide pin.JPG: CC BY-SA 3.0.
- Mold x-section3 orycon.png: CC BY-SA 3.0 und weitere auf der Dateiseite genannte freie Lizenz.
- Injection-moulding-animation.gif: CC BY-SA 4.0.
- Injection moulding.png: CC BY 3.0.
- InjectionMolding.gif: Public Domain.
Geprüfte YouTube-Verweise: Die Videos sind reale externe Lernmedien. Ihre Einbettung macht sie nicht zu freien OER; die Rechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern. Es erfolgt keine Übernahme als eigene Datei.
- Spritzgießen – Animation: Link zusätzlich über eine Fachseite zur Kunststoffverarbeitung verifiziert.
- GRESSEL Wartungsvideo: Link in der Hersteller-Betriebsanleitung des Spannmittels R-C2 ausgewiesen.
- Simulation im 2K-Spritzguss: Link auf der Herstellerseite RICO zur Simulation ausgewiesen.
- Tooling Docs Mold Maintenance Training: Link in einem beruflichen Learner Guide für Dies & Molds Maker ausgewiesen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist der erste fachliche Schritt bei einer Zustandsbewertung? (Soll- und Ist-Zustand anhand geeigneter Unterlagen vergleichen) (!Sofort jedes auffällige Teil austauschen) (!Die Maschine schneller fahren lassen) (!Schutzeinrichtungen für bessere Sicht öffnen)
Welche Quelle liefert einen zulässigen Grenzwert für ein konkretes Werkzeugbauteil am zuverlässigsten? (Freigegebene Zeichnung oder Prüfvorschrift) (!Eigene Schätzung) (!Ein beliebiges Internetforum) (!Die Farbe des Bauteils)
Was gehört zu einer nachvollziehbaren Wartungsdokumentation? (Befund Maßnahme Ergebnis und Status) (!Nur der Name des Werkzeugs) (!Nur die Reinigungsdauer) (!Nur die Stückzahl der Produktion)
Wie wird in diesem Kurs mit realen Maschinenabläufen umgegangen? (Sie werden zuerst sicher simuliert) (!Sie werden automatisch live angesteuert) (!Schutztüren werden für die Übung überbrückt) (!Verriegelungen werden außer Kraft gesetzt)
Wann ist eine Austauschentscheidung fachlich begründet? (Wenn Zustand Vorgaben und Funktion bewertet wurden) (!Wenn ein Teil alt aussieht) (!Wenn ein ähnliches Teil im Lager liegt) (!Wenn keine Zeichnung verfügbar ist)
Was ist bei der Reinigung einer Werkzeugoberfläche besonders wichtig? (Verfahren und Mittel müssen zur Oberfläche und Vorgabe passen) (!Möglichst stark abrasiv reinigen) (!Verschiedene Reiniger ungeprüft mischen) (!Nach der Reinigung auf Kontrolle verzichten)
Wozu dient eine zustandsorientierte Instandhaltungsstrategie? (Maßnahmen aus gemessenen oder beobachteten Zuständen abzuleiten) (!Jedes Teil täglich auszutauschen) (!Nur nach einem Totalausfall zu reagieren) (!Alle Werkzeuge gleich zu behandeln)
Welche Aussage zu Schutzeinrichtungen ist richtig? (Sie dürfen bei Lern- und Wartungsarbeiten nicht manipuliert werden) (!Sie dürfen bei Zeitdruck überbrückt werden) (!Sie sind nur im Serienbetrieb wichtig) (!Sie können durch Erfahrung ersetzt werden)
Was ist bei fehlenden Grenzwerten im Wartungsauftrag zu tun? (Rückfrage und Klärung einplanen) (!Einen plausiblen Wert erfinden) (!Das Teil ohne Prüfung freigeben) (!Die Abweichung aus der Dokumentation löschen)
Welche Information hilft bei der eindeutigen Ersatzteilwahl? (Positionsnummer und freigegebene Spezifikation) (!Ähnliche Oberflächenfarbe) (!Ungefähr gleiche Länge) (!Beliebiger Herstellername)
Memory
| Inspektion | Zustand feststellen und beurteilen |
| Reinigung | Verschmutzung mit freigegebenem Verfahren entfernen |
| Ersatzteil | eindeutig identifiziertes Bauteil für den Austausch |
| Werkzeuglebenslauf | chronologische Dokumentation von Befunden und Maßnahmen |
| Freigabe | bestätigter Status nach abgeschlossener Prüfung |
| Sollzustand | definierter Vergleichswert aus geeigneter Unterlage |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Auftrag klären | Unterlagen und Fehlerbild |
| Prüfen | Soll Ist Vergleich |
| Reinigen | freigegebenes Verfahren |
| Austausch bewerten | Zustand und Spezifikation |
| Dokumentieren | Befund Maßnahme Ergebnis |
Kreuzworträtsel
| Inspektion | Wie heißt das Feststellen und Beurteilen des Zustands? |
| Auswerfer | Welches Werkzeugbauteil unterstützt die Entformung? |
| Reinigung | Wie heißt das Entfernen von Verschmutzungen? |
| Führung | Welche Funktion sorgt für gerichtete Bewegung von Werkzeugteilen? |
| Freigabe | Wie heißt der bestätigte Status nach erfolgreicher Prüfung? |
| Wartungsplan | Welches Dokument ordnet Prüfpunkte und Maßnahmen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Wartungskarte: Gestalte eine Karte mit den vier Feldern Prüfen, Reinigen, Austauschen und Dokumentieren.
- Soll-Ist-Vergleich: Formuliere für drei Werkzeugmerkmale jeweils einen möglichen Soll- und Ist-Eintrag.
- Befundfoto: Fotografiere nur ein freigegebenes Schulungs- oder Musterteil und beschrifte sichtbare Prüfpunkte; keine laufende Maschine aufnehmen.
- Sicherheitscheck: Erstelle eine Liste mit fünf Gründen, warum Schutzeinrichtungen bei Wartungsarbeiten nicht umgangen werden dürfen.
Standard
- Wartungsplan: Entwickle für eine einfache Übungsvorrichtung einen Wartungsplan mit Prüfmerkmal, Sollquelle, Auslöser, Maßnahme und Nachweis.
- Fehlerbaum: Erstelle für „ungleichmäßiger Auswurf“ einen Fehlerbaum mit mindestens drei prüfbaren Ursachen, ohne voreilig eine Ursache festzulegen.
- Ersatzteilmatrix: Vergleiche drei fiktive Ersatzteile und begründe, welche Angaben zur eindeutigen Auswahl notwendig sind.
- Übergabegespräch: Simuliere zu zweit eine Übergabe zwischen Produktion und Werkzeugbau. Eine Person meldet den Fehler, die andere klärt die fehlenden Daten.
Schwer
- Strategievergleich: Entwickle für ein Werkzeug eine kombinierte intervall- und zustandsorientierte Strategie und begründe die Auswahl für drei Bauteilgruppen.
- Trendbewertung: Erzeuge eine fiktive Messreihe über mehrere Wartungen und entscheide, ab wann eine zusätzliche Prüfung sinnvoll wäre. Begründe ohne erfundene Normgrenze.
- Transfer Vorrichtung: Übertrage WT-17 auf eine Bohr- oder Montagevorrichtung und entwickle Prüfkriterien für Positionierung, Führung und Spannung.
- Digitaler Werkzeuglebenslauf: Entwirf eine Datenstruktur für einen digitalen Werkzeuglebenslauf mit Versionierung, Befunden, Maßnahmen, Ersatzteilen, Freigabestatus und Folgeaktionen.


Lernkontrolle
- Konzept begründen: Erkläre an WT-17, warum Prüfung, Reinigung, Austausch und Dokumentation nicht unabhängig voneinander geplant werden können.
- Strategie wählen: Entscheide für Führung, Auswerfer und Temperierkreis jeweils, ob ein intervall-, zustands- oder kombinationsorientierter Ansatz sinnvoll ist. Begründe Deine Entscheidung.
- Informationslücke: Im Wartungsauftrag fehlt der Grenzwert für einen Auswerfer. Beschreibe den fachlich richtigen Umgang mit dieser Lücke und erkläre, warum eine Schätzung problematisch ist.
- Sicherheitsentscheidung: Ein Kollege schlägt vor, eine Verriegelung für eine schnellere Prüfung zu überbrücken. Begründe fachlich, wie Du stattdessen vorgehst.
- Transfer: Übertrage das Wartungskonzept auf eine Spannvorrichtung. Zeige, welche Kriterien aus dem Formenbau erhalten bleiben und welche sich ändern.
- Rückverfolgbarkeit: Bewerte zwei fiktive Wartungsberichte, von denen einer nur „gereinigt und okay“ enthält. Begründe, welche Angaben für eine spätere Ursachenanalyse fehlen.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:
- einen Wartungsauftrag strukturiert analysieren kannst,
- Soll- und Ist-Zustände aus geeigneten Unterlagen ableitest,
- Prüf- und Reinigungsmaßnahmen fachlich begründest,
- Austauschentscheidungen nicht ohne Grenzwerte oder Spezifikation triffst,
- eine Wartungsstrategie passend zur Kritikalität auswählst,
- Befunde und Maßnahmen nachvollziehbar dokumentierst,
- Simulation und reale Maschinenarbeit klar trennst,
- Schutzeinrichtungen nicht umgehst und reale Arbeiten nur mit Fachaufsicht und betrieblicher Freigabe vorsiehst,
- Dein Konzept auf eine andere Form oder Vorrichtung übertragen kannst.
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