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Werkstoffverträglichkeit bei Fügeverbindungen - Schmied 1

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Werkstoffverträglichkeit bei Fügeverbindungen - Schmied 1




Einleitung

Die Werkstoffverträglichkeit bei Fügeverbindungen entscheidet darüber, ob eine Verbindung nicht nur unmittelbar hält, sondern auch unter Wärme, wechselnder Belastung, Feuchtigkeit und Korrosion dauerhaft funktionsfähig bleibt. Für Dich als Auszubildende oder Auszubildender im schmiedetechnischen Arbeitsfeld ist das besonders wichtig: Ein geschmiedetes Bauteil kann geometrisch einwandfrei sein und trotzdem versagen, wenn Grundwerkstoff, Zusatzwerkstoff, Verbindungselement, Beschichtung und Fügeverfahren nicht zusammenpassen.

Der Kurs richtet sich an die berufliche Ausbildung im Metallbau, besonders an die Fachrichtung Metallgestaltung, sowie an Lernende in Schmieden. Der Begriff Schmied wird hier als handwerklicher Tätigkeitsbezug verwendet. Ausbildungsrechtlich ist in Deutschland besonders der Beruf Metallbauerin und Metallbauer mit der Fachrichtung Metallgestaltung anschlussfähig.[1]

Du lernst, Werkstoffpaarungen zu beurteilen, typische Risiken zu erkennen und ein geeignetes Fügeverfahren auszuwählen. Im Mittelpunkt stehen Schweißen, Feuerschweißen, Löten, Nieten, Schrauben und ergänzend Kleben. Die praktische Ausführung erfolgt immer nach betrieblicher Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und freigegebenen Arbeitsunterlagen.


Grundlagen des Fügens

Fügen ist das Herstellen oder Vermehren des Zusammenhalts zwischen Werkstücken. In der Systematik der Fertigungsverfahren gehört Fügen zur Hauptgruppe 4 der DIN 8580. Einzelne Fügeverfahren werden in der Normenreihe DIN 8593 weiter unterteilt.[2][3]

Eine Verbindung kann nach ihrer Wirkungsweise beschrieben werden:

Wirkungsweise Kennzeichen Typische Beispiele
Stoffschluss Der Zusammenhalt entsteht durch Bindung im Werkstoff oder durch einen stofflichen Zusatz. Schweißen, Löten, Kleben
Formschluss Die Geometrie verhindert die Relativbewegung der Teile. Nieten, Bolzen, Haken, Passungen
Kraftschluss Reibkräfte übertragen die Belastung. Vorgespannte Schraubverbindungen, Klemmverbindungen

In realen Bauteilen wirken häufig mehrere Mechanismen zusammen. Eine vorgespannte Schraubverbindung überträgt Kräfte zunächst über Reibung. Kommt es zum Gleiten, können Schraubenschaft und Lochleibung zusätzlich formschlüssig belastet werden.


Was bedeutet Werkstoffverträglichkeit?

Werkstoffverträglichkeit ist keine feste Eigenschaft eines einzelnen Metalls. Sie beschreibt, ob eine konkrete Kombination aus Grundwerkstoffen, Zusatzwerkstoff, Verbindungselement, Oberfläche, Verfahren, Konstruktion und Einsatzbedingungen eine sichere und dauerhafte Verbindung ermöglicht.

Vor der Verfahrenswahl prüfst Du insbesondere:

Prüffeld Leitfragen Mögliche Folge bei Fehlbeurteilung
Werkstoff und Legierung Welche Stahlsorte, Gusseisensorte oder Nichteisenlegierung liegt vor? Ist der Werkstoff gehärtet oder kaltverfestigt? Risse, Versprödung, Festigkeitsverlust
Thermische Eigenschaften Wie unterscheiden sich Schmelzbereich, Wärmeleitfähigkeit und Wärmeausdehnung? Verzug, Eigenspannungen, ungleichmäßige Erwärmung
Metallurgische Reaktion Können harte Gefüge, spröde Phasen oder unerwünschte Aufmischungen entstehen? Kaltrisse, Heißrisse, spröder Bruch
Oberfläche Liegen Zunder, Rost, Öl, Lack, Zink oder andere Beschichtungen vor? Bindefehler, Poren, schädliche Emissionen
Korrosionsumgebung Treffen unterschiedliche Metalle bei Feuchtigkeit oder Elektrolyten aufeinander? Kontaktkorrosion
Belastung Wirken Zug, Scherung, Biegung, Schwingung, Stoß oder hohe Temperatur? Ermüdung, Lockern, Kriechen
Reparatur und Demontage Muss die Verbindung später lösbar oder nachstellbar sein? Unwirtschaftliche oder zerstörende Demontage

Merksatz: Eine Werkstoffpaarung darf nie allein nach einer allgemeinen Tabelle freigegeben werden. Maßgeblich sind Zeichnung, Werkstoffnachweis, betriebliche Arbeitsanweisung, gegebenenfalls Schweißanweisung und die tatsächlichen Einsatzbedingungen.


Schweißbarkeit und Wärmeeinfluss

Beim Schweißen wird die Eignung eines Bauteils durch drei Bereiche bestimmt: Schweißeignung des Werkstoffs, Schweißsicherheit der Konstruktion und Schweißmöglichkeit der Fertigung. Erst ihr Zusammenwirken ergibt die Schweißbarkeit eines Bauteils.[4]

Neben der Schweißnaht entsteht die Wärmeeinflusszone. Dort schmilzt der Grundwerkstoff nicht, sein Gefüge und seine Eigenschaften können sich durch den Temperaturzyklus dennoch verändern. Bei härtbaren Stählen kann rasche Abkühlung ein hartes, rissgefährdetes Gefüge erzeugen. Eine fachlich festgelegte Vorwärmung, begrenzte Wärmeeinbringung, passende Zwischenlagentemperatur und kontrollierte Abkühlung können das Risiko vermindern.

Das Kohlenstoffäquivalent ist ein Kennwert zur Abschätzung der Schweißeignung bestimmter Stähle. Es ersetzt weder die genaue Werkstoffbezeichnung noch eine freigegebene Schweißanweisung. Je nach Norm, Werkstoffgruppe und Anwendungsfall werden unterschiedliche Berechnungsansätze verwendet.


Typische Werkstoffpaarungen in der Schmiedepraxis

Die folgende Übersicht zeigt typische Tendenzen. Sie ist eine Entscheidungshilfe, keine Arbeitsfreigabe.

Werkstoffpaarung Typische Eignung Wichtige Risiken und Maßnahmen
Niedriglegierter oder unlegierter Baustahl mit ähnlichem Stahl Häufig gut schweißbar, nietbar und schraubbar; je nach Sorte auch feuerschweißbar Werkstoffbezeichnung, Bauteildicke, Wärmeeinbringung und Oberflächenzustand beachten
Höherkohlenstoffhaltiger Stahl mit Baustahl Nur mit abgestimmtem Verfahren Aufhärtung, Kaltrisse und unterschiedliche Wärmebehandlung; Vorwärmen und Zusatzwerkstoff nur nach Vorgabe
Nichtrostender Stahl mit unlegiertem Stahl Mit geeignetem Zusatz und Verfahren möglich Aufmischung, unterschiedliche Wärmeausdehnung, Korrosion und Verunreinigung der Edelstahloberfläche beachten
Verzinkter Stahl mit Stahl Mechanisch oft gut verbindbar; thermisches Fügen nur nach freigegebenem Verfahren Zink stört den Prozess und erzeugt Gefahrstoffe; Beschichtung im Fügebereich betrieblich geregelt behandeln und Korrosionsschutz wiederherstellen
Gusseisen mit Stahl Schweißtechnisch anspruchsvoll; Löten oder mechanisches Fügen kann günstiger sein Hoher Kohlenstoffgehalt, geringe Verformbarkeit und Rissgefahr; Spezialverfahren erforderlich
Kupfer oder Messing mit Stahl Hartlöten, Schrauben oder Nieten oft zweckmäßig Stark unterschiedliche Wärmeleitfähigkeit und Ausdehnung; bei Messing Zinkdämpfe vermeiden; Kontaktkorrosion prüfen
Aluminium mit Stahl Direktes Schmelzschweißen meist problematisch Spröde intermetallische Phasen; häufig mechanisch fügen, kleben oder geprüfte Übergangselemente einsetzen


Schweißfehler als Hinweis auf Unverträglichkeit

Risse, Poren, Bindefehler und Einschlüsse können aus falschen Parametern, ungeeigneten Zusatzwerkstoffen, verschmutzten Oberflächen oder ungünstigem Gefüge entstehen. Nicht jeder Fehler ist allein durch Werkstoffunverträglichkeit verursacht. Deshalb werden Nahtbild, Prozessdaten, Werkstoffnachweise und Belastung gemeinsam ausgewertet.

Bei tragenden oder sicherheitsrelevanten Bauteilen darfst Du Risse nicht einfach überschweißen. Die Ursache muss geklärt und das Reparaturverfahren freigegeben werden.


Feuerschweißen im Schmiedehandwerk

Feuerschweißen ist ein Pressschweißverfahren. Die Fügeflächen werden im Schmiedefeuer auf die für den Werkstoff geeignete Temperatur gebracht und anschließend durch Hammerschläge oder Presskraft verbunden. Die Oberflächen müssen metallisch wirksam zusammenkommen. Zunder, Oxide, zu niedrige Temperatur oder eine falsche Feuerführung verhindern eine sichere Bindung.

Für eine gute Werkstoffverträglichkeit sind beim Feuerschweißen besonders wichtig:

  1. Werkstoffidentifikation: Nur bekannte und geeignete Werkstoffe miteinander verbinden.
  2. Fügefläche: Geometrie so vorbereiten, dass Zunder und Flussmittelreste aus der Fuge austreten können.
  3. Temperaturführung: Überhitzen, Verbrennen, Entkohlen und starkes Kornwachstum vermeiden.
  4. Umformgrad: Ausreichenden Druck erzeugen, ohne die Verbindung seitlich aufzuschieben.
  5. Abkühlung: An Werkstoff und späterer Wärmebehandlung ausrichten.

Bei Damast- und Laminatstählen werden verschiedene Stähle gezielt feuerverschweißt. Unterschiedliche Kohlenstoff- und Legierungsgehalte beeinflussen Schweißfenster, Diffusion, Härteverhalten und spätere Wärmebehandlung. Dekorative Muster sind kein Nachweis für eine fehlerfreie Verbindung.


Löten und Werkstoffverträglichkeit

Beim Löten schmilzt der Grundwerkstoff nicht. Ein Lot mit niedrigerer Arbeitstemperatur benetzt die Fügeflächen und bildet nach dem Erstarren die Verbindung. Beim Hartlöten liegt die Liquidustemperatur des Lots über 450 °C.[5]

Für eine zuverlässige Lötverbindung müssen Lot, Grundwerkstoffe, Flussmittel, Lötspalt und Temperaturführung zusammenpassen. Eine saubere, oxidfreie und benetzbare Oberfläche ist entscheidend. Bei geeigneter Spaltbreite zieht die Kapillarwirkung das flüssige Lot in die Fuge. Ein zu großer Spalt schwächt die Kapillarwirkung, ein zu kleiner Spalt kann das Eindringen des Lots behindern.

Löten eignet sich häufig für unterschiedliche Metalle, weil die Grundwerkstoffe nicht aufgeschmolzen werden. Trotzdem können galvanische Elemente, spröde Reaktionsschichten oder unpassende Wärmeausdehnung auftreten. Flussmittelreste müssen entsprechend der Arbeitsanweisung entfernt werden, da sie Korrosion fördern können.


Nieten und Schrauben

Beim Nieten wird ein Niet durch vorbereitete Löcher geführt und durch Umformen geschlossen. Die Kraftübertragung erfolgt überwiegend über Formschluss und Lochleibung. Nietwerkstoff, Bauteilwerkstoff und Lochqualität müssen zusammenpassen. Ein zu harter Niet kann beim Setzen reißen, ein zu weicher Niet kann sich unter Last unzulässig verformen.

Bei warm gesetzten Nieten entsteht beim Abkühlen eine Klemmwirkung. Bei Reparaturen an historischen Schmiedearbeiten muss geprüft werden, ob Originalwerkstoff, Nietart, Setztemperatur und Korrosionsschutz erhalten oder fachgerecht ersetzt werden können.

Bei Schraubverbindungen sind Festigkeitsklasse, Gewinde, Vorspannkraft, Reibwert und Korrosionsschutz entscheidend. Hochfeste Schrauben dürfen nicht beliebig durch optisch ähnliche Verbindungselemente ersetzt werden. Nichtrostende Schrauben können in unlegierten Stahlteilen Kontaktkorrosion begünstigen, wenn Feuchtigkeit vorhanden ist und keine geeignete Trennung oder Beschichtung vorgesehen wurde.


Kontaktkorrosion bei Mischverbindungen

Kontaktkorrosion kann entstehen, wenn drei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind: Zwei unterschiedliche Metalle sind elektrisch leitend verbunden, zwischen ihnen besteht ein elektrochemischer Potentialunterschied und ein Elektrolyt wie Wasser oder feuchte Verschmutzung ist vorhanden. Das unedlere Metall wird zur Anode und bevorzugt angegriffen.

Besonders ungünstig ist eine kleine anodische Fläche in Verbindung mit einer großen kathodischen Fläche. Deshalb kann zum Beispiel ein kleines unedles Verbindungselement in einer großen edleren Konstruktion stark beansprucht werden.

Mögliche Schutzmaßnahmen sind eine passende Werkstoffwahl, elektrische Trennung durch geeignete Zwischenlagen, geschlossene Beschichtungssysteme, konstruktive Entwässerung, Vermeidung von Spalten und ein abgestimmtes Verhältnis der Metallflächen. Die Maßnahme muss zur mechanischen Belastung und zur Einsatztemperatur passen.


Arbeitsschutz und Umweltschutz

Thermische Fügeverfahren erzeugen Gefährdungen durch Strahlung, heiße Oberflächen, Brand, Explosion, elektrische Energie, Gase und Rauche. Beschichtungen und Verunreinigungen können zusätzliche Gefahrstoffe freisetzen und den Prozess stören. Die BGHM weist darauf hin, dass Schweißrauch stark von Verfahren, Zusatzwerkstoff, Parametern und Oberfläche beeinflusst wird.[6]

Vor Arbeitsbeginn gelten mindestens folgende Grundsätze:

  1. Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung beachten.
  2. Werkstoff, Beschichtung und mögliche Gefahrstoffe ermitteln.
  3. Technische Absaugung und Lüftung wirksam einsetzen.
  4. Persönliche Schutzausrüstung vollständig und passend verwenden.
  5. Brandgefährdete Bereiche sichern und geeignete Löschmittel bereitstellen.
  6. Gasflaschen, Schläuche, Rückschlagsicherungen und elektrische Geräte prüfen.
  7. Unbekannte beschichtete oder verunreinigte Werkstücke nicht ohne Freigabe erhitzen.

Die praktische Durchführung im Ausbildungsbetrieb erfolgt nur nach Unterweisung und unter fachlicher Aufsicht. Dieser Lernkurs ersetzt keine Schweißberechtigung, keine Arbeitsanweisung und keine Prüfung der betrieblichen Schutzmaßnahmen.


Systematische Auswahl des Fügeverfahrens

Für eine betriebliche Fügeaufgabe kannst Du in sechs Schritten vorgehen:

Schritt Arbeitsauftrag Dokumentation
1. Werkstoff klären Zeichnung, Stempelung, Lieferzeugnis und Materiallager prüfen; unbekannte Werkstoffe kennzeichnen Werkstoffbezeichnung und Zustand
2. Anforderung erfassen Belastung, Temperatur, Korrosion, Optik, Dichtheit und Lösbarkeit bestimmen Anforderungsliste
3. Verfahren vergleichen Schweißen, Löten, Nieten, Schrauben, Kleben oder Hybridfügen bewerten Bewertungsmatrix
4. Zusatz und Oberfläche festlegen Zusatzwerkstoff, Verbindungselement, Flussmittel, Vorbehandlung und Beschichtung auswählen Stückliste und Arbeitsplan
5. Prozess absichern WPS, Parameter, Vorwärmung, Spannfolge, Vorrichtung, Absaugung und Prüfplan festlegen Freigegebene Arbeitsunterlagen
6. Ergebnis prüfen Sichtprüfung, Maßprüfung und gegebenenfalls weitere Prüfverfahren durchführen Prüfprotokoll und Rückverfolgbarkeit

Eine gute Entscheidung berücksichtigt nicht nur die Herstellungskosten. Auch Lebensdauer, Reparierbarkeit, Korrosionsschutz, Energiebedarf und spätere Trennung der Werkstoffe gehören zur Bewertung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wovon hängt die Werkstoffverträglichkeit einer Fügeverbindung ab? (Von Werkstoffpaarung, Verfahren, Konstruktion, Oberfläche und Einsatzbedingungen) (!Nur von der Härte des Grundwerkstoffs) (!Nur vom Preis des Zusatzwerkstoffs) (!Nur von der Farbe der Oberfläche)




Welche drei Bedingungen ermöglichen Kontaktkorrosion? (Unterschiedliche Metalle, elektrische Verbindung und Elektrolyt) (!Gleiche Metalle, trockene Luft und Kunststofftrennung) (!Hohe Härte, Magnetismus und Schmierstoff) (!Große Bauteildicke, Lack und Wärmebehandlung)




Was unterscheidet Löten grundsätzlich vom Schmelzschweißen? (Beim Löten schmilzt der Grundwerkstoff nicht) (!Beim Löten wird kein Zusatzwerkstoff verwendet) (!Beim Löten entsteht immer eine lösbare Verbindung) (!Beim Löten ist keine Oberflächenvorbereitung nötig)




Was ist die Wärmeeinflusszone? (Ein nicht aufgeschmolzener Bereich mit möglicher Gefügeänderung) (!Der vollständig geschmolzene Zusatzwerkstoff) (!Der kalte Bereich außerhalb des Werkstücks) (!Die Schutzgasflasche neben dem Arbeitsplatz)




Warum sind höherkohlenstoffhaltige Stähle beim Schweißen oft anspruchsvoll? (Sie können aufhärten und rissgefährdet sein) (!Sie leiten grundsätzlich keinen elektrischen Strom) (!Sie lassen sich niemals erwärmen) (!Sie bestehen überwiegend aus Aluminium)




Warum ist direktes Schmelzschweißen von Aluminium und Stahl meist problematisch? (Es können spröde intermetallische Phasen entstehen) (!Beide Werkstoffe haben exakt denselben Schmelzpunkt) (!Aluminium ist immer magnetisch) (!Stahl kann grundsätzlich nicht gefügt werden)




Wie lässt sich Kontaktkorrosion an Schraubverbindungen vermindern? (Durch passende Werkstoffe, Trennung, Beschichtung und Entwässerung) (!Durch beliebiges Erhöhen des Anziehdrehmoments) (!Durch Entfernen aller Unterlegscheiben) (!Durch Vergrößern jeder Spaltfuge)




Was ist beim Feuerschweißen für eine sichere Bindung besonders wichtig? (Saubere Fügeflächen und eine passende Temperaturführung) (!Möglichst viel Zunder in der Fuge) (!Eine vollständig kalte Fügefläche) (!Ein Werkstoff ohne bekannte Bezeichnung)




Warum müssen Beschichtungen vor thermischem Fügen geprüft werden? (Sie können den Prozess stören und Gefahrstoffe freisetzen) (!Sie erhöhen immer automatisch die Nahtfestigkeit) (!Sie machen Absaugung grundsätzlich unnötig) (!Sie ersetzen jede Schweißanweisung)




Wozu dient eine Schweißanweisung? (Sie legt wesentliche Bedingungen für die Ausführung fest) (!Sie ersetzt die Werkstoffprüfung vollständig) (!Sie erlaubt jede beliebige Parameteränderung) (!Sie ist nur eine dekorative Zeichnung)





Memory

Wärmeeinflusszone Nicht aufgeschmolzener Bereich mit möglicher Gefügeänderung
Kohlenstoffäquivalent Kennwert zur Abschätzung der Schweißeignung bestimmter Stähle
Kontaktkorrosion Elektrochemischer Angriff zwischen unterschiedlichen Metallen
Kapillarwirkung Einziehen des flüssigen Lots in einen geeigneten Spalt
Schweißanweisung Festgelegte Bedingungen für eine Schweißaufgabe
Loskopf Beim Nieten durch Umformen erzeugter zweiter Kopf
Intermetallische Phase Reaktionsschicht mit häufig sprödem Verhalten





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Feuerschweißen Fügen durch Schmiedewärme und Druck
Hartlöten Nur das Lot schmilzt bei einer Liquidustemperatur über 450 Grad Celsius
Nieten Schließen eines Verbindungselements durch Umformen
Schrauben Lösbare Gewindeverbindung mit definierter Vorspannung
Kleben Verbindung durch Aushärten eines Klebstoffs






Kreuzworträtsel

Elektrolyt Welche leitfähige Flüssigkeit ermöglicht zusammen mit zwei Metallen Kontaktkorrosion?
Gefüge Welche innere Werkstoffstruktur kann sich in der Wärmeeinflusszone verändern?
Flussmittel Welcher Hilfsstoff löst oder bindet Oxide beim Löten?
Niete Welches Verbindungselement wird durch Umformen geschlossen?
Anode Wie heißt das bei Kontaktkorrosion bevorzugt angegriffene Metall?
Vorwärmen Welche Maßnahme kann die Abkühlgeschwindigkeit beim Schweißen verringern?





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Lückentext

Vervollständige den Text.

Die Eignung einer konkreten Kombination aus Werkstoffen, Verfahren und Einsatzbedingungen heißt

. Der nicht aufgeschmolzene Bereich neben einer Schweißnaht heißt

. Zur Abschätzung der Schweißeignung bestimmter Stähle kann das

herangezogen werden. Beim Löten unterstützt ein geeignetes

die Entfernung von Oxiden. Kontaktkorrosion benötigt neben zwei unterschiedlichen Metallen einen

. Das unedlere Metall wirkt bei der Kontaktkorrosion als

. Für Aluminium-Stahl-Verbindungen kann ein geprüftes

eingesetzt werden. Wesentliche Schweißbedingungen werden in einer

festgelegt. Schweißrauche sollen möglichst nahe an der Entstehungsstelle durch eine

erfasst werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Werkstoffsteckbrief: Erstelle einen Steckbrief für einen im Ausbildungsbetrieb häufig verwendeten Stahl mit Bezeichnung, Lieferzustand, typischen Fügeverfahren und Korrosionsschutz.
  2. Fügeverfahren-Fotodokumentation: Fotografiere nach betrieblicher Freigabe je eine geschweißte, genietete und geschraubte Verbindung und beschrifte die sichtbaren Merkmale.
  3. Korrosionsskizze: Zeichne eine Mischverbindung aus Stahl und Kupfer und markiere elektrische Verbindung, Elektrolyt, Anode und Kathode.
  4. Sicherheitscheck: Entwickle eine einseitige Checkliste für die Vorbereitung eines thermischen Fügearbeitsplatzes.


Standard

  1. Vergleichsprobe: Fertige unter fachlicher Aufsicht zwei freigegebene Proben mit unterschiedlichen Fügeverfahren an und vergleiche Verzug, Bearbeitungszeit und Oberflächenqualität.
  2. Verbindungsentwurf: Entwirf eine lösbare Verbindung für ein geschmiedetes Geländerelement und begründe Schraubenwerkstoff, Korrosionsschutz und Zugang für die Montage.
  3. Fehleranalyse: Untersuche eine bereitgestellte fehlerhafte Schweiß- oder Lötprobe und formuliere mindestens drei mögliche Ursachen sowie geeignete Prüfungen.
  4. Experteninterview: Befrage eine Schweißaufsicht, Ausbilderin oder einen Ausbilder zur Auswahl von Zusatzwerkstoffen und fasse die Entscheidungsregeln zusammen.


Schwer

  1. Prüfplan: Erstelle für eine sicherheitsrelevante Fügeverbindung einen Prüfplan mit Eingangsprüfung, Prozesskontrolle, Endprüfung und Dokumentation.
  2. Mischverbindung: Entwickle ein Konzept für die Verbindung eines Edelstahl-Zierelements mit einer unlegierten Stahlkonstruktion im Außenbereich.
  3. Reparaturkonzept: Plane die Reparatur eines gerissenen geschmiedeten Bauteils, ohne die Ausführung selbst vorzunehmen. Berücksichtige Werkstoffnachweis, Rissursache, Verfahren, Wärmeführung und Freigabe.
  4. Lehrvideo: Produziere ein kurzes Lernvideo, das an einem Modell erklärt, warum eine kleine unedle Anode neben einer großen edlen Kathode besonders korrosionsgefährdet ist.




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Lernkontrolle

  1. Fallanalyse Außengeländer: Ein unlegiertes Stahlgeländer erhält ein Zierelement aus nichtrostendem Stahl. Vergleiche Schweißen, Schrauben und Nieten hinsichtlich Werkstoffverträglichkeit, Korrosion, Montage und Reparatur.
  2. Werkzeugreparatur: Ein höherkohlenstoffhaltiges Schmiedewerkzeug soll mit Baustahl ergänzt werden. Erkläre, welche Informationen vor einer Verfahrensentscheidung fehlen und warum eine spontane Reparaturschweißung riskant ist.
  3. Beschichtetes Bauteil: Für ein verzinktes Bauteil ist eine thermische Verbindung vorgesehen. Entwickle einen sicheren Arbeitsablauf von der Werkstoffermittlung bis zur Wiederherstellung des Korrosionsschutzes.
  4. Rissursache: Eine Schweißnaht reißt einige Stunden nach dem Abkühlen. Stelle eine begründete Hypothese auf und nenne Prozess- und Werkstoffdaten, mit denen Du sie prüfen würdest.
  5. Kontaktkorrosion: An einer Stahlplatte mit Kupfernieten tritt lokaler Angriff auf. Erkläre den Mechanismus und entwickle zwei konstruktiv unterschiedliche Abhilfen.
  6. Nachhaltige Verfahrenswahl: Bewerte eine geschweißte und eine geschraubte Verbindung über den gesamten Lebenszyklus. Beziehe Herstellung, Nutzung, Instandsetzung und Werkstofftrennung ein.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du:

  1. Werkstoffe und Oberflächen anhand geeigneter Unterlagen identifizieren kannst.
  2. Stoffschlüssige, formschlüssige und kraftschlüssige Verbindungen fachlich unterscheidest.
  3. thermische, metallurgische und elektrochemische Risiken einer Werkstoffpaarung erklärst.
  4. für eine Fügeaufgabe mehrere Verfahren vergleichst und eine begründete Auswahl triffst.
  5. eine Schweißanweisung, einen Arbeitsplan oder einen Prüfplan sinngemäß auswertest.
  6. Maßnahmen gegen Kontaktkorrosion und Spaltkorrosion konstruktiv begründest.
  7. Arbeitsschutz, Absaugung, Brandschutz und fachliche Aufsicht in die Planung einbeziehst.
  8. Prüfergebnisse nachvollziehbar dokumentierst und Abweichungen meldest.




OERs zum Thema


Quellen und Fachhinweise

  1. BIBB: Metallbauer/Metallbauerin – Fachrichtung Metallgestaltung
  2. Verordnung über die Berufsausbildung zum Metallbauer und zur Metallbauerin
  3. DIN Media: DIN 8580 – Fertigungsverfahren
  4. DIN Media: DIN 8593-6 – Fügen durch Schweißen
  5. BGHM: Schweißrauch, Exposition und Schutzmaßnahmen
  6. DGUV Information 209-011: Gasschweißen
  7. Wikipedia: Fügen
  8. Wikipedia: Schweißen


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