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Weinkultur - Baden-Württemberg

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Weinkultur - Baden-Württemberg




Einleitung

Die Weinkultur in Baden-Württemberg lässt sich als Teil einer über Jahrhunderte entstandenen Kulturlandschaft lesen. Weinberge prägen Hänge am Oberrhein, am Kaiserstuhl, im Markgräflerland, in der Ortenau, im Kraichgau, entlang des Neckars, im Remstal, um Heilbronn und an weiteren Standorten. Dabei geht es nicht nur um eine landwirtschaftliche Kulturpflanze, sondern um das Zusammenspiel von Naturraum, Handarbeit, Technik, Eigentumsverhältnissen, Siedlungen, Verkehrswegen, gemeinschaftlichen Einrichtungen und regionaler Sprache.

Dieser aiMOOC behandelt Weinkultur ausdrücklich ohne Konsumwerbung. Im Mittelpunkt stehen Landschaft, Arbeit, Kulturgeschichte, ökologische Fragen und historische Veränderungen. Verkostung oder Alkoholkonsum sind kein Bestandteil des Lernangebots. Du untersuchst stattdessen, wie Menschen Landschaft verändert haben, welche Arbeit hinter Weinbergen steckt und wie sich gesellschaftliche Entwicklungen in Mauern, Wegen, Keltern und Rebflächen ablesen lassen.

Baden-Württemberg umfasst mit Baden und Württemberg zwei der deutschen Weinbaugebiete. Beide besitzen unterschiedliche Landschaftsräume und Traditionen, sind aber durch ähnliche Grundfragen verbunden: Wie wird ein Hang bewirtschaftbar? Wie lässt sich Boden vor Erosion schützen? Wie verändern Technik und Arbeitsorganisation eine Kulturlandschaft? Und wie kann historisches Erbe erhalten werden, wenn sich Klima, Wirtschaft und Landwirtschaft wandeln?


Landschaft als Ergebnis von Natur und Arbeit


Baden und Württemberg als Kulturräume

Weinberge entstehen dort, wo natürliche Bedingungen und menschliche Entscheidungen zusammenwirken. Hangneigung, Höhenlage, Sonneneinstrahlung, Wind, Niederschlag und Boden beeinflussen die Nutzung. Gleichzeitig verändert die Bewirtschaftung selbst den Naturraum. Terrassen werden angelegt, Mauern gebaut, Wege geschaffen, Reben in Reihen gepflanzt und Böden bearbeitet oder begrünt. Ein Weinberg ist deshalb weder reine „Natur“ noch bloße Produktionsfläche, sondern eine historisch gewachsene Kulturlandschaft.

Im badischen Raum sind etwa der Kaiserstuhl und Teile des Oberrheingebiets besonders markante Beispiele. Der Kaiserstuhl ist vulkanisch geprägt und besitzt vielerorts mächtige Lössdecken. Im württembergischen Raum folgen viele Rebflächen den Tälern von Neckar und Nebenflüssen. Gerade in Stuttgart wird sichtbar, wie Weinbau, Großstadt, Verkehr und Hanglandschaft unmittelbar aufeinandertreffen.


Terrassen und Trockenmauern

Steile Hänge sind schwer zu bearbeiten. Deshalb wurden vielerorts Terrassen angelegt und mit Trockenmauern abgestützt. Eine Trockenmauer besteht aus aufgeschichteten Steinen ohne Mörtel. Sie hält Boden zurück, gliedert den Hang und kann Wege und schmale Arbeitsflächen sichern. Gleichzeitig entstehen Fugen, Hohlräume sowie warme und trockene Kleinstandorte. Dadurch besitzen alte Weinbergmauern neben ihrer kulturgeschichtlichen auch eine ökologische Bedeutung.

Solche Mauern erfordern viel Handarbeit. Beschädigte Abschnitte müssen fachgerecht neu gesetzt werden, Wasser muss ablaufen können und die Stabilität des Hanges muss erhalten bleiben. Der Erhalt historischer Terrassen ist deshalb eine Verbindung von Denkmalpflege, Landschaftspflege, Naturschutz und landwirtschaftlicher Praxis.


Weinberg als Lebensraum

Traditionelle Weinberglandschaften bestanden häufig nicht nur aus Reben. Trockenmauern, Raine, Hecken, einzelne Bäume, Steinriegel, Böschungen und Weinbergwege bildeten ein kleinteiliges Mosaik. Solche Strukturen können Rückzugsräume für Insekten, Reptilien, Vögel und spezialisierte Pflanzen bieten.

Mit der Vereinfachung von Landschaftsstrukturen gingen vielerorts Lebensräume verloren. Heute wird deshalb verstärkt untersucht, wie landwirtschaftliche Nutzung und Biodiversität miteinander verbunden werden können. Begrünte Zwischenzeilen, zurückhaltende Bodenbearbeitung, der Erhalt von Mauern und Gehölzen oder neue Formen der Beweidung gehören zu den Ansätzen, die in Forschung und Praxis erprobt werden.


Arbeit im Weinberg

Weinbau ist jahreszeitlich organisiert. Viele Arbeitsschritte hängen vom Entwicklungsstand der Rebe und vom Wetter ab. Trotz Mechanisierung bleiben insbesondere in Steillagen zahlreiche Arbeiten körperlich anspruchsvoll. Regional begegnet Dir in Württemberg für Weinbautreibende auch der Begriff Wengerter beziehungsweise Wengerterin.

Jahresphase Typische Arbeit Bedeutung
Winter Rebschnitt und Reparatur von Anlagen Der Rebschnitt beeinflusst den Aufbau der Rebe und bereitet die nächste Vegetationsperiode vor.
Frühjahr Binden, Bodenpflege und Kontrolle des Austriebs Junge Triebe reagieren empfindlich auf Wetterereignisse und mechanische Schäden.
Frühsommer Laubarbeit, Heften und Regulierung des Pflanzenbestands Licht, Luftbewegung und Arbeitszugänglichkeit werden beeinflusst.
Sommer Boden- und Begrünungsmanagement, Pflanzengesundheit und Pflege Hier treffen Ertragssicherung, Bodenschutz und ökologische Ziele aufeinander.
Herbst Weinlese und Transport Der Erntezeitpunkt bündelt viele Arbeitskräfte, organisatorische Entscheidungen und Wetterrisiken.

Werkzeuge und Maschinen haben sich stark verändert. Handgeräte, Zugtiere, Seilzüge, Schmalspurtechnik, Traktoren und Spezialmaschinen stehen für unterschiedliche Phasen der Arbeitsgeschichte. In engen Steillagen können Maschinen nur eingeschränkt eingesetzt werden. Dort bleibt sichtbar, wie stark die Form einer Landschaft die Arbeitsweise bestimmt.


Kelter und Verarbeitung als gemeinschaftliche Infrastruktur

Eine Kelter ist eine Presse beziehungsweise auch die Bezeichnung für ein Gebäude, in dem Trauben verarbeitet wurden. Historische Kelterhäuser waren oft zentrale Orte dörflicher Arbeitsorganisation. Eigentumsrechte, Abgaben und die Nutzung gemeinsamer Einrichtungen beeinflussten, wer wann und unter welchen Bedingungen keltern durfte.

Keltern sind deshalb kulturgeschichtlich mehr als alte Technik. Sie verweisen auf Grundherrschaft, Gemeindestrukturen, Zünfte, Arbeitsteilung und technische Innovation. Archäologische Funde und erhaltene Keltergebäude in Baden-Württemberg machen diese Entwicklung anschaulich.


Kulturgeschichte des Weinbaus


Mittelalter und Frühe Neuzeit

Schriftliche Quellen belegen den Weinbau im Gebiet des heutigen Baden-Württemberg bereits im frühen Mittelalter. Klöster, weltliche Grundherren, Städte und bäuerliche Haushalte waren an Besitz, Bewirtschaftung und Handel beteiligt. Weinberge waren Teil einer Gesellschaft, in der Landnutzung eng mit Abgaben, Zehntrechten und Herrschaft verbunden war.

Für Württemberg ist Weinbau im 8. Jahrhundert urkundlich nachweisbar. Auch im Raum Stuttgart reichen schriftliche Belege weit zurück. Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit nahm die Rebfläche in vielen Orten stark zu. Weinbau konnte Haupterwerb, Nebenerwerb oder Teil einer gemischten Landwirtschaft sein.

Vorschriften regelten unter anderem Lesebeginn, Verarbeitung und Handel. Solche Ordnungen zeigen, dass Weinbau nicht allein private Tätigkeit war, sondern von Gemeinden und Landesherrschaften überwacht wurde. Sie geben Einblick in frühneuzeitliche Wirtschaftspolitik und in Konflikte zwischen Ertrag, Qualität, Steuern und Versorgung.


Arbeit, Besitz und soziale Unterschiede

Ein Weinberg machte viel Arbeit und erforderte langfristige Pflege. Wer Land besaß, wer es tatsächlich bearbeitete und wer Abgaben erhielt, konnte jedoch sehr unterschiedlich sein. Kleinparzellierter Besitz entstand teilweise durch Erbteilung. Gerade in Württemberg prägte die Realteilung viele Agrarlandschaften. Kleine und verstreute Parzellen erschwerten später die Mechanisierung.

Die Geschichte der Weinkultur ist deshalb auch Sozialgeschichte. Sie betrifft Familienarbeit, Tagelohn, saisonale Arbeitskräfte, Eigentumsrechte und die Rolle von Frauen in Landwirtschaft und Haushalt. Viele Tätigkeiten wurden historisch nicht gleich sichtbar dokumentiert, obwohl sie für den Betrieb notwendig waren.


Genossenschaften und gemeinschaftliche Organisation

Seit dem späten 19. und im 20. Jahrhundert gewannen Genossenschaften große Bedeutung. Kleinere Betriebe konnten Verarbeitung, Lagerung und Vermarktung gemeinsam organisieren. In Württemberg entwickelte sich ein besonders dichtes Netz von Weingärtnergenossenschaften.

Genossenschaften veränderten damit nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die soziale Organisation in den Orten. Entscheidungen über Technik, Investitionen und Verarbeitung wurden stärker kollektiv getroffen. Für die Kulturgeschichte ist interessant, wie sich individuelle Arbeit im Weinberg mit gemeinschaftlichen Einrichtungen verband.


Flurbereinigung und Landschaftswandel im 20. Jahrhundert

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der Druck zur Rationalisierung zu. Viele Menschen arbeiteten zunehmend in Industrie und Dienstleistungsberufen; zugleich sollte die Landwirtschaft mit Maschinen effizienter werden. In Weinbauregionen wurden deshalb Wege verbreitert, Parzellen neu geordnet und Hänge teilweise großflächig umgestaltet.

Besonders am Kaiserstuhl zeigen Rebflurbereinigungen der 1960er und 1970er Jahre, wie tief technische Modernisierung in eine Landschaft eingreifen kann. Großterrassen erleichterten die maschinelle Bewirtschaftung. Gleichzeitig verschwanden an manchen Orten kleinteilige Strukturen, Böschungen und alte Terrassen. Damit veränderten sich Landschaftsbild, Wasserhaushalt und Lebensräume.

Der Vergleich historischer und heutiger Bilder eignet sich besonders gut für eine Quellenanalyse: Welche Strukturen sind verschwunden? Welche Wege wurden verbreitert? Wo wurden Hänge eingeebnet? Und welche Vorteile brachte die Veränderung für die Arbeit? Eine differenzierte Bewertung berücksichtigt sowohl Arbeitsentlastung als auch ökologische und kulturhistorische Folgen.


Stadt, Dorf und regionale Identität

Weinbau ist nicht auf ländliche Räume begrenzt. Stuttgart zeigt besonders deutlich, wie Rebflächen in einer modernen Großstadt fortbestehen. Weinberge liegen neben Wohngebieten, Straßen, Industrieflächen und Verkehrsachsen. Damit werden sie zu sichtbaren Zeugnissen früherer Landnutzung innerhalb eines stark urbanisierten Raumes.

Auch Sprache gehört zur Weinkultur. Regionale Begriffe wie Wengerter, Namen historischer Lagen, Flurnamen oder Bezeichnungen von Wegen speichern Wissen über Nutzung und Landschaft. Museen wie das Weinbaumuseum Stuttgart in Uhlbach dokumentieren Werkzeuge, Arbeitsweisen und Veränderungen der Weinbaukultur.

Feste, Bräuche, Vereinsleben und lokale Erinnerungskultur können ebenfalls untersucht werden, ohne den Konsum alkoholischer Getränke in den Mittelpunkt zu stellen. Für eine kulturwissenschaftliche Perspektive ist entscheidend, welche sozialen Funktionen Veranstaltungen erfüllen, wie Tradition dargestellt wird und welche Gruppen daran beteiligt sind.


Gegenwart: Klima, Technik und Nachhaltigkeit

Der heutige Weinbau steht vor mehreren miteinander verbundenen Herausforderungen. Höhere Temperaturen, längere Trockenphasen, Starkregen, Spätfrost und neue Krankheitsrisiken können Arbeitsabläufe verändern. Gleichzeitig steigen Anforderungen an Boden- und Gewässerschutz, Biodiversität, Ressourceneffizienz und wirtschaftliche Tragfähigkeit.

Digitale Wetterdaten, Prognosemodelle und sensorgestützte Beobachtung können Entscheidungen unterstützen. Forschungseinrichtungen wie das Staatliche Weinbauinstitut Freiburg verbinden dabei praktische Versuche mit wissenschaftlicher Auswertung.

Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang nicht eine einzelne Maßnahme. Es geht um ein Abwägen zwischen Arbeitsaufwand, Wirtschaftlichkeit, Pflanzengesundheit, Boden, Wasser, Artenvielfalt und Landschaftserhalt. Gerade historische Steillagen machen deutlich, dass der Erhalt einer Kulturlandschaft selbst Arbeit verursacht.


Perspektive: Kulturlandschaft lesen

Wenn Du einen Weinberg betrachtest, kannst Du ihn wie eine historische Quelle untersuchen. Mauern verraten etwas über frühere Bautechniken. Wege zeigen, für welche Transportmittel sie angelegt wurden. Große Terrassen können auf Flurbereinigungen hinweisen. Keltern erzählen von gemeinschaftlicher Verarbeitung. Flurnamen verweisen auf ältere Besitz- oder Nutzungsformen. Moderne Technik wiederum zeigt, wie sich Landwirtschaft an neue ökonomische und ökologische Bedingungen anpasst.

Weinkultur wird damit zu einem Zugang, um Geographie, Geschichte, Biologie, Technik, Wirtschaft und Kulturwissenschaft miteinander zu verbinden.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche beiden Weinbaugebiete prägen Baden-Württemberg besonders? (Baden und Württemberg) (!Mosel und Rheingau) (!Ahr und Nahe) (!Sachsen und Saale-Unstrut)




Warum wurden in steilen Weinbergen Trockenmauern gebaut? (Sie stützen Terrassen und halten Boden zurück) (!Sie ersetzen vollständig die Bodenpflege) (!Sie dienen hauptsächlich als Werbeflächen) (!Sie verhindern jede Form von Niederschlag)




Was bezeichnet der württembergische Begriff Wengerter? (Eine Person, die Weinbau betreibt) (!Eine historische Maßeinheit) (!Eine bestimmte Mauerform) (!Ein Fluss im Neckartal)




Welche Funktion hatte eine historische Kelter? (Sie diente der Verarbeitung und dem Pressen von Trauben) (!Sie war ausschließlich ein Wohnhaus) (!Sie war ein mittelalterlicher Aussichtsturm) (!Sie diente nur der Lagerung von Werkzeugen)




Warum wurden im 20. Jahrhundert Rebflurbereinigungen durchgeführt? (Sie sollten Parzellen und Wege für eine rationellere Bewirtschaftung neu ordnen) (!Sie sollten alle Weinberge in Wald umwandeln) (!Sie dienten ausschließlich archäologischen Grabungen) (!Sie sollten Flüsse in die Weinberge umleiten)




Welche Aussage beschreibt eine Kulturlandschaft am besten? (Sie entsteht durch langfristiges Zusammenwirken von Natur und menschlicher Nutzung) (!Sie ist vollständig frei von menschlichen Einflüssen) (!Sie besteht ausschließlich aus Gebäuden) (!Sie entsteht nur innerhalb von Großstädten)




Welche ökologische Bedeutung können Trockenmauern besitzen? (Sie bieten wärmeliebenden Arten Fugen und Kleinlebensräume) (!Sie verhindern grundsätzlich jedes Pflanzenwachstum) (!Sie ersetzen sämtliche Naturschutzmaßnahmen) (!Sie kühlen den Boden unabhängig von der Witterung stark ab)




Welche Organisationsform wurde für viele kleinere Weinbaubetriebe besonders wichtig? (Genossenschaft) (!Ritterorden) (!Zollverein) (!Hansebund)




Welche technische Entwicklung unterstützt heute Entscheidungen im Weinberg? (Digitale Wetter- und Prognosesysteme) (!Dampfmaschinen als Standardtechnik) (!Mechanische Schreibmaschinen) (!Optische Telegraphen)




Welchen Schwerpunkt setzt dieser aiMOOC? (Landschaft Arbeit und Kulturgeschichte) (!Werbung für alkoholische Getränke) (!Bewertung einzelner Weinmarken) (!Kaufberatung für Getränke)





Memory

Kaiserstuhl Vulkanisch geprägter Landschaftsraum am Oberrhein
Trockenmauer Stütze und Lebensraum im Terrassenweinberg
Kelter Historische Einrichtung zum Pressen und Verarbeiten
Wengerter Regionaler Begriff für Weinbautreibende
Flurbereinigung Neuordnung von Grundstücken und Wegen
Genossenschaft Gemeinschaftliche wirtschaftliche Organisation
Rebschnitt Typische Winterarbeit an der Rebe





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Rebschnitt Winterarbeit
Heften Laubarbeit
Begrünungspflege Bodenmanagement
Weinlese Erntearbeit
Mauerpflege Landschaftserhalt






Kreuzworträtsel

Kaiserstuhl Welcher badische Landschaftsraum ist für vulkanischen Untergrund und Weinbau bekannt?
Kelter Wie heißt eine historische Einrichtung zum Pressen von Trauben?
Wengerter Welcher regionale Begriff bezeichnet in Württemberg eine Person im Weinbau?
Trockenmauer Welche Mauerart wird ohne Mörtel gebaut und stützt häufig Terrassen?
Flurbereinigung Wie heißt die Neuordnung landwirtschaftlicher Grundstücke und Wege?
Genossenschaft Welche gemeinschaftliche Organisationsform ist im württembergischen Weinbau bedeutend?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Baden-Württemberg umfasst die Weinbaugebiete

und Württemberg.
In Württemberg wird für Weinbautreibende regional der Begriff

verwendet.
Ein Weinberg ist als vom Menschen geprägter Raum eine

.
Mörtellos gesetzte Steinwände im Hang heißen

.
Eine historische Presse beziehungsweise ein entsprechendes Gebäude wird als

bezeichnet.
Die Neuordnung von Parzellen und Wegen heißt

.
Gemeinschaftliche wirtschaftliche Organisationen heißen im Weinbau häufig

.
Der Kaiserstuhl besitzt einen deutlich

geologischen Ursprung.
Der Schnitt der Reben gehört typischerweise zur Arbeit im

.
Digitale Wetterdaten können heute die landwirtschaftliche

unterstützen.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Bildanalyse: Wähle eines der eingebundenen Weinbergfotos und beschreibe fünf sichtbare Spuren menschlicher Landschaftsgestaltung.
  2. Trockenmauer: Zeichne einen schematischen Querschnitt durch eine Weinbergterrasse und kennzeichne Hang, Mauer, Boden und Weg.
  3. Fachsprache: Erstelle ein kleines Glossar mit zehn Begriffen aus dem aiMOOC und erkläre sie in eigenen Worten.
  4. Jahreslauf: Gestalte eine Zeitleiste, die typische Arbeiten im Weinberg den Jahreszeiten zuordnet.


Standard

  1. Kulturlandschaft: Vergleiche einen terrassierten Weinberg mit einer großflächig flurbereinigten Anlage und bewerte Unterschiede für Arbeit und Landschaft.
  2. Oral History: Führe ein Interview mit einer Person aus Landwirtschaft, Landschaftspflege oder Heimatgeschichte über Veränderungen einer Kulturlandschaft durch.
  3. Weinbaumuseum Stuttgart: Plane einen Museumsbesuch oder eine digitale Recherche und formuliere Leitfragen zu Arbeit, Technik und Sozialgeschichte.
  4. Biodiversität: Untersuche, welche Strukturen eines Weinbergs als Lebensräume dienen können, und entwickle eine kommentierte Skizze.


Schwer

  1. Flurbereinigung: Analysiere historische und aktuelle Luftbilder eines Weinbaugebiets und rekonstruiere Veränderungen von Parzellen, Wegen und Terrassen.
  2. Agrargeschichte: Recherchiere anhand historischer Quellen, wie Besitz, Realteilung oder Abgaben die Struktur eines Weinbauorts beeinflusst haben.
  3. Klimawandel: Entwickle ein begründetes Anpassungskonzept für einen fiktiven Steillagenweinberg, das Boden, Wasser, Biodiversität und Arbeitsaufwand berücksichtigt.
  4. Kulturdenkmal: Entwirf ein Schutzkonzept für eine historische Weinberglandschaft und diskutiere mögliche Konflikte zwischen Denkmalschutz, Naturschutz und landwirtschaftlicher Nutzung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Landschaftswandel: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, wie eine technische Innovation gleichzeitig Arbeitsbedingungen verbessern und historische Landschaftsstrukturen verändern kann.
  2. Nutzungskonflikt: Beurteile, wie eine Kommune mit einer aufgegebenen historischen Steillage umgehen sollte. Berücksichtige Naturschutz, Denkmalschutz, Kosten und öffentliche Nutzung.
  3. Quellenkritik: Vergleiche ein historisches Foto einer Rebflurbereinigung mit einem heutigen Landschaftsfoto. Welche Aussagen sind möglich, und welche bleiben unsicher?
  4. Sozialgeschichte: Zeige, wie Eigentumsformen, Familienarbeit und Genossenschaften die Organisation des Weinbaus beeinflusst haben können.
  5. Nachhaltigkeit: Entwickle Kriterien, mit denen sich zwei unterschiedliche Bewirtschaftungsformen vergleichen lassen, ohne nur Ertrag oder Kosten zu betrachten.
  6. Stadtgeographie: Erkläre am Beispiel Stuttgart, warum innerstädtische Weinberge zugleich landwirtschaftliche Flächen, historische Zeugnisse und Bestandteile des Stadtbildes sein können.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du Zusammenhänge nachvollziehbar erklären und nicht nur Einzelbegriffe wiedergeben kannst.

  1. Du kannst Baden und Württemberg als unterschiedliche, aber verbundene Weinbau- und Kulturräume einordnen.
  2. Du kannst erklären, warum Terrassen, Trockenmauern und Wege historische Arbeitsformen sichtbar machen.
  3. Du kannst den Jahreslauf wichtiger Arbeiten im Weinberg beschreiben.
  4. Du kannst Kelter, Genossenschaft und Flurbereinigung kulturgeschichtlich einordnen.
  5. Du kannst Veränderungen des 20. Jahrhunderts hinsichtlich Arbeitserleichterung und Landschaftsfolgen abwägen.
  6. Du kannst ökologische Funktionen von Weinbergstrukturen erklären.
  7. Du kannst aktuelle Herausforderungen wie Klimawandel, Bodenschutz und Digitalisierung mit historischen Entwicklungen verbinden.
  8. Du kannst Bilder, Karten oder Sachquellen kritisch auswerten und zwischen Beobachtung und Interpretation unterscheiden.




OERs zum Thema


Quellen und Vertiefung

  1. Weinbau – Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Baden-Württemberg
  2. Netzwerk Lebendiger Weinberg – Umweltakademie Baden-Württemberg
  3. Lebensraum Weinberg – Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg
  4. Flurbereinigung am Kaiserstuhl – LEO-BW
  5. Staatliches Weinbauinstitut Freiburg
  6. Wikimedia Commons – Medien zum Weinbau in Baden-Württemberg


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte