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WIG-Schweißen und Lichtbogenhandschweißen – Stabelektroden nach Aufgabe auswählen

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WIG-Schweißen und Lichtbogenhandschweißen – Stabelektroden nach Aufgabe auswählen

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WIG-Schweißen und Lichtbogenhandschweißen – Stabelektroden nach Aufgabe auswählen


Einleitung

Kurzbeschreibung: Du lernst, WIG-Schweißen und Lichtbogenhandschweißen sicher zu unterscheiden, Kennzeichnungen von Schweißzusätzen zu lesen und Stabelektroden nur für freigegebene Werkstoff- und Aufgaben­kombinationen auszuwählen.

Zielgruppe: Ausbildung in Metalltechnik, Konstruktionstechnik, Instandhaltung und verwandten Berufen.

Sicherheitsrahmen: Dieser Lernkurs vermittelt Entscheidungswissen. Praktische Schweißarbeiten dürfen nur in einem dafür geeigneten Ausbildungsbereich, nach Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung sowie unter Fachaufsicht durchgeführt werden. Schweißrauch, Lichtbogenstrahlung, Hitze, elektrischer Strom, Druckgase und Brandgefahr müssen berücksichtigt werden. Der Kurs ersetzt weder eine betriebliche Unterweisung noch eine WPS, Herstellerangaben oder eine Schweißerqualifikation.

Persönlicher Schutz ist nur ein Teil des Schutzkonzepts beim Lichtbogenschweißen.
Persönlicher Schutz ist nur ein Teil des Schutzkonzepts beim Lichtbogenschweißen.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du in einem Ausbildungsfall erkennen, welches Schweißverfahren vorliegt, die Funktion von Wolframelektrode und Stabelektrode unterscheiden, eine Kennzeichnung wie E 46 3 B 42 H5 strukturiert lesen, geeignete Informationsquellen für eine Werkstofffreigabe nennen und begründen, warum eine Elektrode ohne passende WPS- oder Herstellerfreigabe nicht eingesetzt werden darf.


Ausbildungsfall: Zwei Aufträge, zwei Verfahren

Du arbeitest in der Ausbildungswerkstatt. Auf Deinem Arbeitsplatz liegen zwei Aufträge.

Auftrag Bauteil Vorgabe Deine Entscheidung
A Dünnes Bauteil aus nichtrostendem Stahl WIG-Verfahren; Zusatzwerkstoff nach Arbeitsunterlage WIG-Zusatzstab auswählen, keine umhüllte Stabelektrode verwenden
B Halter aus Baustahl Lichtbogenhandschweißen; Stabelektrode nach WPS und Werkstoffvorgabe auswählen Kennzeichnung, Umhüllung, Position, Stromart und Freigabe prüfen

Wichtig: Die Fallbeschreibung ist ein didaktischer Ausbildungsfall. Eine reale Werkstoffkombination darf erst verwendet werden, wenn die betriebliche WPS, Zeichnung, Werkstoffunterlagen und Herstellerdaten zusammenpassen.

Typische Fügeformen: Stoß-, Überlapp- und T-Verbindungen.
Typische Fügeformen: Stoß-, Überlapp- und T-Verbindungen.

Beobachtungsauftrag zum Bild: Ordne die Fügeformen einer möglichen Schweißaufgabe zu. Entscheide anschließend: Reicht die Fügeform allein zur Auswahl einer Stabelektrode?

Begründetes Feedback: Nein. Die Geometrie ist nur ein Auswahlkriterium. Zusätzlich brauchst Du mindestens Grundwerkstoff, geforderte Eigenschaften des Schweißguts, Schweißposition, Verfahren und die betriebliche Freigabe.


Lerneinheit 1: WIG oder E-Hand?


WIG-Schweißen erkennen

Beim WIG-Schweißen brennt der Lichtbogen zwischen Werkstück und einer nicht abschmelzenden Wolframelektrode. Falls Zusatzwerkstoff nötig ist, wird er separat als Stab oder Draht zugeführt. Das Schweißbad wird durch ein inertes Schutzgas abgeschirmt.

Prinzip des WIG-Schweißens.
Prinzip des WIG-Schweißens.

Beobachtungsauftrag: Suche in der Zeichnung Wolframelektrode, Schutzgas, Lichtbogen, Schmelzbad und Zusatzwerkstoff.

Entscheidungsfrage: Liegt eine Packung umhüllter Stabelektroden bereit. Gehört sie zum WIG-Auftrag?

Feedback: Nein. Die umhüllte Stabelektrode ist der abschmelzende Zusatz und Lichtbogenträger beim Lichtbogenhandschweißen. Beim WIG-Verfahren ist die Wolframelektrode nicht der Zusatzwerkstoff.

WIG-Schweißen in der Praxis.
WIG-Schweißen in der Praxis.

Videoauftrag: Beobachte im EWM-Fachvideo besonders die Abschnitte zur Wolframelektrode, zur Bauteilvorbereitung und zum eigentlichen Schweißvorgang. Notiere drei Merkmale, an denen Du WIG erkennst.

Entscheidungsauftrag: Im Video wird Aluminium geschweißt. Darfst Du die dort gezeigten Geräteeinstellungen ungeprüft auf den Ausbildungsfall mit einem anderen Werkstoff übertragen?

Feedback: Nein. Werkstoff, Bauteildicke, Elektrode, Schutzgas, Stromart und WPS müssen zur konkreten Aufgabe passen. Das Video zeigt das Verfahrensprinzip, keine allgemeingültige Einstellanweisung.


Lichtbogenhandschweißen erkennen

Beim Lichtbogenhandschweißen oder E-Hand-Schweißen brennt der Lichtbogen zwischen Werkstück und einer abschmelzenden, umhüllten Stabelektrode. Kernstab und Umhüllung werden verbraucht. Die Umhüllung trägt unter anderem zur Schutzgas- und Schlackenbildung bei.

Schematische Darstellung des Lichtbogenhandschweißens.
Schematische Darstellung des Lichtbogenhandschweißens.
Schweißzone beim Lichtbogenhandschweißen mit Stabelektrode, Lichtbogen, Schmelzbad und Schlacke.
Schweißzone beim Lichtbogenhandschweißen mit Stabelektrode, Lichtbogen, Schmelzbad und Schlacke.

Beobachtungsauftrag: Welche Teile des Systems werden während des Schweißens kürzer oder verbraucht?

Feedback: Die Stabelektrode schmilzt ab. Sie ist gleichzeitig Lichtbogenträger und Schweißzusatz. Die Umhüllung bildet Bestandteile des Schutzsystems und Schlacke.

Prozessbild des Lichtbogenhandschweißens. Eine sichtbare Produkt- oder AWS-Bezeichnung ist keine automatische Freigabe für Deinen Auftrag.
Prozessbild des Lichtbogenhandschweißens. Eine sichtbare Produkt- oder AWS-Bezeichnung ist keine automatische Freigabe für Deinen Auftrag.

Videoauftrag: Beobachte, welche Eigenschaften eines E-Hand-Geräts für Werkstatt, Baustelle oder Montage angesprochen werden. Trenne anschließend Geräteauswahl und Elektrodenfreigabe.

Feedback: Ein geeignetes Schweißgerät macht eine Elektrode noch nicht automatisch passend. Die Stabelektrode muss zusätzlich zur Aufgabe, zum Werkstoff, zur WPS, zur Position sowie zu Stromart und Polarität passen.


Lerneinheit 2: Die Stabelektrode lesen

Für unlegierte Stähle und Feinkornstähle ist die aktuelle DIN EN ISO 2560:2021-12 eine zentrale Klassifikationsnorm für umhüllte Stabelektroden zum Lichtbogenhandschweißen. Für nichtrostende und hitzebeständige Stähle gilt eine andere Werkstofffamilie, unter anderem DIN EN ISO 3581:2023-11.

Merksatz: Eine Kennzeichnung beschreibt Eigenschaften. Sie ersetzt keine Freigabe.


Beispiel: E 46 3 B 42 H5

Die folgende Leselogik orientiert sich am von EWM erläuterten Beispiel nach DIN EN ISO 2560-A.

Teil Bedeutung im Beispiel Frage an Dich
E Stabelektrode zum Lichtbogenhandschweißen Ist überhaupt E-Hand vorgesehen?
46 Festigkeitsklasse des Schweißguts Passt die geforderte mechanische Eigenschaft?
3 Zähigkeitskennwert bis zur zugehörigen Prüftemperatur Welche Zähigkeit verlangt die Arbeitsunterlage?
B basische Umhüllung Welche Eigenschaften verlangt die Aufgabe?
4 Kennwert zu Ausbringen und Stromeignung Passt die Stromart laut Datenblatt?
2 Kennwert zu zulässigen Schweißpositionen Ist die vorgesehene Position freigegeben?
H5 niedriger Gehalt an diffusiblem Wasserstoff; im erläuterten Beispiel unter 5 ml je 100 g Schweißgut Ist eine Wasserstoffklasse gefordert?

Entscheidungsauftrag: Du findest eine Elektrode mit ähnlicher Festigkeitsklasse, aber anderer Umhüllung und anderer Positionskennziffer. Ist „fast gleich“ ausreichend?

Feedback: Nein. Abweichungen können Schweißeigenschaften, Zähigkeit, Wasserstoffgehalt, Stromart oder zulässige Position betreffen. Bei Abweichungen wird nicht improvisiert, sondern WPS und Fachaufsicht werden geprüft.


Lerneinheit 3: Umhüllung nach Aufgabe einordnen

Kurzzeichen Typischer Schwerpunkt Lernentscheidung
R / RR Rutil; universelle Schweißeigenschaften, meist gute Zünd- und Wiederzündeigenschaften Für einfache Handhabung interessant, aber nur bei passender WPS und Werkstofffreigabe
RB rutil-basischer Mischtyp Eigenschaften beider Gruppen werden kombiniert; Datenblatt prüfen
B basisch; hohe mechanische Gütewerte und hohe Zähigkeit möglich Lagerung und gegebenenfalls Rücktrocknung streng nach Herstellerangabe beachten
RC rutil-zellulosischer Mischtyp Kann bei bestimmten Positionen Vorteile haben; konkrete Freigabe erforderlich
C Zellulose Spezielle Anwendungen, beispielsweise bestimmte Wurzellagen und Fallnahtaufgaben

Wichtig: Aus dem Buchstaben allein leitest Du weder eine sichere Polarität noch eine reale Schweißfreigabe ab. Stromart, Polarität, Lagerung und Rücktrocknung werden aus WPS, Verpackung und Herstellerdaten übernommen.


Anwendungsfall: Welche Kandidatin bleibt übrig?

Im didaktischen WPS-Übungsblatt für Auftrag B stehen folgende Anforderungen: Lichtbogenhandschweißen, Baustahl, basischer Elektrodentyp, niedrige Wasserstoffklasse, verwendbar in der vorgesehenen Position; Stromart und Polarität nach freigegebenem Datenblatt.

Kandidat Kennzeichen Entscheidung Begründung
A Rutil ausscheiden Umhüllung entspricht nicht der Übungsvorgabe
B Basisch, passende Wasserstoff- und Positionsklasse weiter prüfen Grundanforderungen passen; WPS und Datenblatt müssen trotzdem vollständig übereinstimmen
C Basisch, aber nicht für die vorgesehene Position ausgewiesen ausscheiden Positionsfreigabe fehlt

Feedback: Die richtige Arbeitsweise ist nicht „Elektrode B nehmen“, sondern „Elektrode B bleibt nach der Vorauswahl übrig und wird gegen die reale WPS und das Herstellerdatenblatt geprüft“.


Lerneinheit 4: Freigegebene Werkstoffkombination prüfen

Eine Stabelektrode wird nicht nach Farbe, Markenname oder Erfahrung allein ausgewählt.

Prüfschritt Was Du nachsiehst Stoppsignal
1. Grundwerkstoff Zeichnung, Werkstoffnummer, Werkstoffgruppe, Zeugnis Werkstoff unklar
2. Verfahren WIG oder Lichtbogenhandschweißen; Prozessvorgabe in der WPS Verfahren stimmt nicht
3. Zusatzwerkstoff Klassifikation, chemische und mechanische Anforderungen Klassifikation oder Eigenschaft fehlt
4. Schweißbedingungen Position, Stromart, Polarität, Lagerung, Rücktrocknung Herstellerangabe oder WPS passt nicht
5. Freigabe gültige WPS, betriebliche Vorgabe, Fachaufsicht keine eindeutige Freigabe

Entscheidungsregel: Sobald ein Stoppsignal erscheint, wird nicht geschweißt. Die Unklarheit wird mit der zuständigen Fachkraft geklärt.


WIG-Zusätze nicht mit Stabelektroden verwechseln

Für WIG-Zusatzstäbe und -drähte aus unlegierten und Feinkornstählen ist DIN EN ISO 636:2024-12 einschlägig. Wolframelektroden werden nach DIN EN ISO 6848:2015-12 klassifiziert. Schweißschutzgase werden unter anderem nach DIN EN ISO 14175:2008-06 eingeteilt.

WIG-Schweißen mit nicht abschmelzender Wolframelektrode.
WIG-Schweißen mit nicht abschmelzender Wolframelektrode.
Bauteilbezogenes WIG-Schweißen an einer kleinen Halterung.
Bauteilbezogenes WIG-Schweißen an einer kleinen Halterung.

Beobachtungsauftrag: Zeige im Bild auf den Brennerbereich und den Schweißzusatz. Erkläre einem Lernpartner in einem Satz, warum „Stabelektrode auswählen“ nur zum Auftrag B passt.


Lerneinheit 5: Gefährdungen vor der Elektrodenwahl

Die DGUV Information 209-010 nennt beim Lichtbogenschweißen unter anderem Gefährdungen durch elektrischen Strom, Lichtbogenstrahlung, thermische Energie, Gefahrstoffe, unter Druck stehende Prozessgase, Lärm und mechanische Gefährdungen. Die TRGS 528 konkretisiert den Gefahrstoffschutz bei schweißtechnischen Arbeiten.

Gefahr Woran Du sie erkennst Grundentscheidung
Schweißrauch Rauch und ultrafeine Partikel entstehen am Prozess Technische Absaugung möglichst an der Entstehungsstelle; Gefährdungsbeurteilung und TRGS 528 beachten
Strahlung Lichtbogen erzeugt intensive sichtbare, UV- und IR-Strahlung Geeigneter Augen-, Gesichts- und Hautschutz; Umfeld abschirmen
Hitze Schmelzbad, Schlacke, Funken und Bauteile bleiben heiß Verbrennungsschutz, heiße Teile kennzeichnen, geeignete Ablage
Strom Schweißstromkreis, Leitungen, Elektrodenhalter und Werkstückanschluss Nur intakte Ausrüstung verwenden; Hersteller- und Betriebsanweisung beachten
Brand Funken, heiße Schlacke und Wärmestrahlung können brennbare Stoffe entzünden Brandlasten entfernen oder schützen; betriebliche Brandschutzmaßnahmen einhalten
Druckgas beim WIG Schutzgasflasche und Leitungssystem Flasche sichern, Armaturen schützen, Lüftung und Betriebsanweisung beachten

Zusatzhinweis: Beim Bearbeiten oder Anschleifen von Wolframelektroden können Stäube entstehen. Die TRGS 528 fordert dafür geeignete Schutzmaßnahmen; bei bestimmten Elektrodenwerkstoffen gelten erhöhte Anforderungen. In der Ausbildung werden nur freigegebene Elektroden und festgelegte Schleif- und Absaugverfahren verwendet.


Sicherheitsentscheidung vor jedem praktischen Auftrag

  1. Arbeitsbereich prüfen: Ist der Schweißplatz freigegeben, abgesaugt, abgeschirmt und brandtechnisch geeignet?
  2. Arbeitsmittel prüfen: Sind Gerät, Leitungen, Elektrodenhalter, Brenner und Gasversorgung nach Betriebsanweisung in Ordnung?
  3. Persönliche Schutzausrüstung prüfen: Sind Augen-, Gesichts-, Haut-, Hand- und Körperschutz passend?
  4. Freigabe prüfen: Liegen WPS, Werkstoffangaben und Zusatzwerkstoffdaten vollständig vor?
  5. Fachaufsicht sicherstellen: Praktische Arbeiten beginnen erst nach Freigabe durch die zuständige Fachkraft.


Lerneinheit 6: Gestufte Hilfen für die Auswahl

Hilfestufe Leitfrage Wenn Du noch unsicher bist
Hilfe 1 Welches Verfahren verlangt die Aufgabe? WIG: Wolframelektrode plus gegebenenfalls separater Zusatz. E-Hand: umhüllte Stabelektrode.
Hilfe 2 Welcher Grundwerkstoff liegt vor? Werkstoffnummer und Werkstoffgruppe in Zeichnung oder Zeugnis suchen.
Hilfe 3 Welche Eigenschaften verlangt die WPS? Festigkeit, Zähigkeit, chemische Zusammensetzung, Wasserstoffklasse und Position markieren.
Hilfe 4 Passt die Kennzeichnung der Elektrode? Zeichen einzeln mit Datenblatt und Klassifikationsnorm vergleichen.
Hilfe 5 Ist die Kombination tatsächlich freigegeben? Nur bei vollständiger Übereinstimmung weiterarbeiten; sonst Fachaufsicht fragen.


Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben mit Feedback


Basis

Aufgabe 1: Ordne WIG und E-Hand den Begriffen „nicht abschmelzende Wolframelektrode“ und „abschmelzende umhüllte Stabelektrode“ zu.

Feedback: WIG nutzt die nicht abschmelzende Wolframelektrode; E-Hand die abschmelzende Stabelektrode. Diese Unterscheidung verhindert die häufigste Verwechslung des Kurses.

Aufgabe 2: Markiere in E 46 3 B 42 H5 das Zeichen für die Umhüllungsart.

Feedback: B kennzeichnet im Beispiel die basische Umhüllung. Die übrigen Kennzeichen beschreiben andere Eigenschaften.


Anwendung

Aufgabe 3: Für einen E-Hand-Auftrag ist im Übungsblatt eine basische Elektrode mit niedriger Wasserstoffklasse und passender Positionsfreigabe gefordert. Zwei Elektroden erfüllen nur jeweils zwei dieser drei Punkte. Darfst Du eine auswählen?

Feedback: Nein. Teilweise Übereinstimmung ist keine Freigabe. Alle geforderten Merkmale müssen geprüft werden.

Aufgabe 4: Eine Elektrode trägt die richtige Werkstoffklassifikation, aber auf der Verpackung ist die geforderte Stromart nicht freigegeben.

Feedback: Sie wird für diesen Auftrag nicht verwendet. Elektrische Eignung und werkstoffliche Eignung müssen gleichzeitig erfüllt sein.


Transfer

Aufgabe 5: Eine Instandhaltungszeichnung nennt nur „Stahl“, die Materialnummer fehlt. Der erfahrenste Kollege nennt spontan eine Elektrode.

Feedback: Die Arbeit wird nicht allein auf Zuruf freigegeben. Der Grundwerkstoff muss eindeutig identifiziert und mit der WPS abgeglichen werden.

Aufgabe 6: Für eine Mischverbindung zweier Werkstoffe findest Du keine eindeutige Freigabe in den Unterlagen.

Feedback: Nicht selbst ableiten. Mischverbindungen können besondere metallurgische Anforderungen haben. Die zuständige Schweißaufsicht muss die Kombination freigeben.


Mediengestützte Entscheidungsstationen


Station 1: Bauteilgeometrie

Beobachten: Welche Naht- und Fügeformen erkennst Du?

Entscheiden: Welche zusätzliche Information brauchst Du, bevor Du eine Stabelektrode auswählst?

Musterfeedback: Mindestens Grundwerkstoff, WPS, Schweißposition und geforderte Schweißguteigenschaften.


Station 2: WIG-Prozess

Beobachten: Welche Elektrode trägt den Lichtbogen? Woher kommt gegebenenfalls der Zusatzwerkstoff?

Entscheiden: Welche Angabe aus einer Stabelektrodenpackung ist hier direkt für die WIG-Wolframelektrode nutzbar?

Musterfeedback: Keine. Die Wolframelektrode und der WIG-Zusatz werden nach anderen Klassifikationen und der WPS ausgewählt.


Station 3: E-Hand-Prozess

Beobachten: Welche Funktionen übernimmt die umhüllte Stabelektrode?

Entscheiden: Reicht die sichtbare Produktbezeichnung im Foto für die Auswahl in einem europäischen Ausbildungsauftrag?

Musterfeedback: Nein. Entscheidend sind die für den Auftrag gültige Klassifikation, WPS und Herstellerfreigabe.


Fachliche Quellen und Medienrechte

Quellenprüfung: Stand 06.10.2026. Für reale Arbeiten sind immer die im Betrieb gültigen Ausgaben und Dokumente zu verwenden.

Quelle Verwendungszweck im Kurs Status
DIN EN ISO 2560:2021-12 Klassifikation umhüllter Stabelektroden für unlegierte Stähle und Feinkornstähle DIN Media führt die Ausgabe als aktuell
DIN EN ISO 3581:2023-11 Stabelektroden für nichtrostende und hitzebeständige Stähle DIN Media
DIN EN ISO 636:2024-12 WIG-Schweißstäbe und -drähte für unlegierte Stähle und Feinkornstähle DIN Media
DIN EN ISO 6848:2015-12 Wolframelektroden DIN Media
DIN EN ISO 14175:2008-06 Gase und Mischgase für das Lichtbogenschweißen DIN Media
DGUV Information 209-010 Gefährdungen und Schutzmaßnahmen beim Lichtbogenschweißen DGUV
TRGS 528 Schweißtechnische Arbeiten Gefahrstoffschutz und Schweißrauch BAuA, Ausgabe Februar 2020, zuletzt geändert 07.08.2020
EWM: Welche Elektrode für welchen Zweck? Praxisnahe Erläuterung der Umhüllungstypen und des Beispiels E 46 3 B 42 H5 Hersteller-Fachinformation; mit Normstatus gegengeprüft
EWM: E-Hand Grundlagen Verfahrensprinzip und Aufgaben der Umhüllung Hersteller-Fachinformation; ältere Normverweise werden nicht als aktuelle Normgrundlage übernommen


Rechtecheck der eingebundenen Medien

Medium Herkunft / Rechte Nutzung im Kurs
GTAW-de.svg Wikimedia Commons; CC BY-SA 3.0 / GFDL WIG-Prinzipzeichnung
Tig Welding.jpg Wikimedia Commons; CC BY-SA 4.0 Prozessfoto WIG
TIG welding.jpg Wikimedia Commons; Public Domain Prozessfoto WIG
Tig Welding WP9.jpg Wikimedia Commons; CC BY-SA 4.0 Bauteilfoto WIG
Welding diagram.svg Wikimedia Commons; Public Domain Prinzipskizze E-Hand
SMAW weld area.PNG Wikimedia Commons; Public Domain, US-Government-Werk Detailzeichnung E-Hand
Excalibur 7018.jpg Wikimedia Commons; CC BY-SA 4.0 Prozessfoto E-Hand
Common joint types.svg Wikimedia Commons; Public Domain Fügeformen
Welding helmet.jpg Wikimedia Commons; CC BY-SA 4.0 Arbeitsschutz
EWM YouTube-Videos Urheberrecht verbleibt beim Rechteinhaber; Einbindung erfolgt über den YouTube-Player Beobachtungs- und Entscheidungsaufgaben; keine Behauptung einer freien OER-Lizenz

Medienhinweis: Vor einer dauerhaften Kursfreigabe sollte die Erreichbarkeit eingebetteter YouTube-Videos erneut geprüft werden. Einbetten ist nicht gleichbedeutend mit einer freien Lizenz; Videos werden nicht kopiert oder neu veröffentlicht.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Aussage beschreibt das WIG-Schweißen richtig? (Die Wolframelektrode schmilzt im Normalbetrieb nicht ab und Zusatzwerkstoff wird bei Bedarf separat zugeführt) (!Die umhüllte Stabelektrode ist gleichzeitig Wolframelektrode und Schutzgas) (!Beim WIG-Schweißen wird immer eine abschmelzende Stabelektrode verwendet) (!Beim WIG-Schweißen entsteht der Lichtbogen ohne Elektrode)




Welche Elektrode ist typisch für das Lichtbogenhandschweißen? (Eine abschmelzende umhüllte Stabelektrode) (!Eine nicht abschmelzende Wolframelektrode ohne Umhüllung) (!Eine Kohlebürste des Schweißgeräts) (!Ein Schutzgasrohr ohne Metallkern)




Was entscheidet letztlich über die Freigabe einer Stabelektrode für einen betrieblichen Auftrag? (Die Übereinstimmung mit WPS, Werkstoffangaben und freigegebenen Herstellerdaten) (!Die Farbe der Elektrodenumhüllung) (!Der Markenname auf der Verpackung) (!Die persönliche Vorliebe des Schweißers)




Wofür steht das B im Beispiel E 46 3 B 42 H5? (Für eine basische Umhüllung) (!Für die Bauteildicke) (!Für die Brennerspannung) (!Für den Baustelleneinsatz)




Welche Aussage trifft auf H5 im behandelten Kennzeichnungsbeispiel zu? (Es kennzeichnet eine niedrige Klasse des diffusiblen Wasserstoffs im Schweißgut) (!Es kennzeichnet fünf zulässige Schweißgeräte) (!Es bezeichnet eine Wolframlegierung) (!Es legt die Schutzgasmenge fest)




Welche Aussage beschreibt Rutilelektroden am besten? (Sie gelten als gut handhabbare Elektrodentypen, müssen aber trotzdem zur WPS passen) (!Sie sind für jede Werkstoffkombination automatisch freigegeben) (!Sie werden ausschließlich beim WIG-Schweißen eingesetzt) (!Sie benötigen niemals eine Werkstoffprüfung)




Was ist bei basischen Stabelektroden besonders zu beachten? (Lagerung und gegebenenfalls Rücktrocknung müssen nach Herstellerangabe erfolgen) (!Sie dürfen grundsätzlich nass gelagert werden) (!Ihre Polarität kann immer aus der Farbe abgelesen werden) (!Sie ersetzen eine fehlende WPS)




Welche Schutzmaßnahme ist bei Schweißrauch besonders wichtig? (Eine wirksame technische Erfassung und Absaugung entsprechend der Gefährdungsbeurteilung) (!Nur eine dunklere Schutzscheibe) (!Das Öffnen der Schweißstromquelle) (!Das Entfernen der Werkstückklemme)




Welche Strahlungsarten sind beim Lichtbogen zu berücksichtigen? (Sichtbare Strahlung sowie UV- und IR-Strahlung) (!Nur Radiowellen) (!Nur Mikrowellen) (!Nur Ultraschall)




Was tust Du, wenn die Werkstofffreigabe für eine Kombination fehlt? (Du stoppst die Auswahl und klärst die Freigabe mit der zuständigen Fachkraft) (!Du wählst die Elektrode mit dem größten Durchmesser) (!Du nimmst die Elektrode, die zuletzt benutzt wurde) (!Du schweißt eine Probe und erklärst sie selbst zur Freigabe)





Memory

WIG nicht abschmelzende Wolframelektrode
E-Hand umhüllte abschmelzende Stabelektrode
Rutil gut handhabbarer Umhüllungstyp
Basisch hohe mechanische Gütewerte möglich
H5 niedrige Wasserstoffklasse
WPS verbindliche Schweißanweisung für den Auftrag





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Wolframelektrode WIG-Verfahren
Stabelektrode Lichtbogenhandschweißen
Grundwerkstoff Werkstoffidentifikation
Umhüllungstyp Elektrodeneigenschaft
Schweißanweisung betriebliche Freigabe
Absaugung Schweißrauchschutz




...


Kreuzworträtsel

Wolfram Welcher Elektrodenwerkstoff trägt beim WIG-Schweißen den Lichtbogen?
Rutil Welcher Umhüllungstyp wird mit R gekennzeichnet?
Basisch Wie heißt der Umhüllungstyp mit dem Kurzzeichen B?
Schlacke Welche feste Deckschicht kann nach dem E-Hand-Schweißen auf der Naht liegen?
Absaugung Welche technische Schutzmaßnahme soll Schweißrauch möglichst an der Entstehungsstelle erfassen?
Freigabe Was muss vor einer nicht eindeutig belegten Werkstoffkombination geklärt werden?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Beim WIG-Schweißen trägt eine nicht abschmelzende

den Lichtbogen.
Beim Lichtbogenhandschweißen wird eine umhüllte

verbraucht.
Das Kurzzeichen B bezeichnet im behandelten Beispiel eine

Umhüllung.
Das Kurzzeichen R steht für den Umhüllungstyp

.
H5 bezieht sich auf den diffusiblen

im Schweißgut.
Eine konkrete Werkstoffkombination wird gegen die gültige

geprüft.
Schweißrauch soll durch wirksame technische

erfasst werden.
Der Lichtbogen erzeugt intensive optische

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Verfahrensvergleich: Erstelle eine Bildkarte mit fünf sichtbaren Unterschieden zwischen WIG und E-Hand. Feedbackkriterium: Elektrode, Zusatzwerkstoff und Schutzsystem müssen korrekt unterschieden sein.
  2. Bauteilbeobachtung: Beschrifte auf einer eigenen Skizze Werkstück, Lichtbogen, Elektrode, Schmelzbad und Schutzsystem. Feedbackkriterium: Die Funktionen müssen zum gewählten Verfahren passen.
  3. Kennzeichnung lesen: Zerlege das Beispiel E 46 3 B 42 H5 in einzelne Kennzeichnungsblöcke und formuliere zu jedem Block eine Prüffrage. Feedbackkriterium: Kein Kennzeichen darf automatisch als Werkstofffreigabe gedeutet werden.
  4. Gefährdungscheck: Fotografiere mit Erlaubnis einen ausgeschalteten Ausbildungs-Schweißplatz und markiere Absaugung, Abschirmung, Brandschutz und sichere Leitungsführung. Feedbackkriterium: Keine praktische Schweißhandlung durchführen.


Standard

  1. Elektrodenvergleich: Vergleiche zwei reale, von der Ausbildungsfachkraft bereitgestellte Elektrodenverpackungen anhand Klassifikation, Umhüllung, Position, Stromart und Lagerhinweisen. Feedbackkriterium: Herstellerangaben werden wörtlich und ohne Verallgemeinerung ausgewertet.
  2. WPS-Prüfkette: Entwickle ein Flussdiagramm vom Grundwerkstoff bis zur finalen Freigabe. Feedbackkriterium: Bei fehlender Information muss ein Stoppschritt enthalten sein.
  3. Videoanalyse: Analysiere eines der eingebetteten Fachvideos und trenne beobachtbare Fakten von Einstellungen, die nur für den gezeigten Beispielauftrag gelten. Feedbackkriterium: Mindestens drei nicht übertragbare Parameter werden erkannt.
  4. Arbeitsschutzgespräch: Führe mit einer Ausbilderin oder einem Ausbilder ein Kurzinterview zu Schweißrauch, UV-Strahlung, Hitze, Strom und Brandgefahr. Feedbackkriterium: Zu jeder Gefahr wird eine betriebliche Schutzmaßnahme dokumentiert.


Schwer

  1. Fehlerszenario: Entwickle einen Fall, in dem eine Elektrode mechanisch passend erscheint, aber wegen Position, Stromart oder fehlender Freigabe ausscheidet. Feedbackkriterium: Die Ablehnung muss mit mindestens zwei unabhängigen Prüfkriterien begründet werden.
  2. Mischverbindung: Untersuche anhand bereitgestellter betrieblicher Unterlagen, warum eine Mischverbindung nicht allein aus zwei Werkstoffbezeichnungen abgeleitet werden darf. Feedbackkriterium: Die Rolle der Schweißaufsicht und der WPS wird korrekt dargestellt.
  3. Medienprüfung: Prüfe ein weiteres Schweißvideo auf Urheber, fachliche Plausibilität, Aktualität, Sicherheitsdarstellung und Übertragbarkeit. Feedbackkriterium: Einbettbarkeit und freie Lizenz werden ausdrücklich voneinander unterschieden.
  4. Ausbildungsstation entwickeln: Entwirf eine zehnminütige Entscheidungsstation mit Bauteilbild, Elektrodenkennzeichnung, WPS-Auszug und drei Kandidaten. Feedbackkriterium: Die Aufgabe muss ohne reale Schweißausführung lösbar sein und begründetes Feedback enthalten.




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Lernkontrolle

  1. Auswahlkette begründen: Erkläre an einem unbekannten Ausbildungsfall, in welcher Reihenfolge Du Verfahren, Werkstoff, WPS, Elektrodendaten und Sicherheitsbedingungen prüfst und warum die Reihenfolge sinnvoll ist.
  2. Widerspruch erkennen: Eine Elektrode passt zur Festigkeitsklasse, aber nicht zur geforderten Position. Begründe die Entscheidung und nenne den nächsten betrieblichen Schritt.
  3. Verfahrenswechsel bewerten: Eine Aufgabe wird von E-Hand auf WIG geändert. Erkläre, welche Auswahlkriterien dadurch neu bewertet werden müssen und warum eine vorhandene Stabelektrodenfreigabe nicht übertragen werden kann.
  4. Sicherheitskonzept übertragen: Übertrage die Gefährdungen Schweißrauch, Strahlung, Hitze, Strom und Brand auf einen beengten Ausbildungsarbeitsplatz und begründe, welche technischen und organisatorischen Maßnahmen vor der Arbeit geklärt werden müssen.
  5. Quellenkritik: Vergleiche eine Herstellerinformation mit einer Normenbeschreibung und einer Arbeitsschutzquelle. Zeige, welche Frage jede Quelle beantwortet und welche nicht.
  6. Freigabegrenze: Begründe, warum ein erfolgreich geschweißtes Probestück allein keine betriebliche Freigabe einer Werkstoff-Zusatz-Kombination ersetzt.




Lernnachweis

Für den Lernnachweis ist wichtig, dass Du WIG und Lichtbogenhandschweißen sicher unterscheiden kannst, Kennzeichnungen strukturiert liest, eine Elektrodenauswahl mit WPS und Werkstoffunterlagen begründest, Stoppsignale bei fehlenden Freigaben erkennst, Sicherheitsmaßnahmen zu Schweißrauch, Strahlung, Hitze, Strom und Brandgefahr zuordnest und die Grenzen des Lernkurses benennst.

Ein geeigneter Lernnachweis besteht beispielsweise aus einer dokumentierten Fallentscheidung, einer kommentierten Kennzeichnungsanalyse, einer Sicherheitsbeurteilung und einer mündlichen Begründung gegenüber der Fachaufsicht.

Dieser Lernnachweis ist keine Schweißerprüfung und vermittelt keine Schweißerqualifikation.




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