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Wärmepumpen und Kältetechnik – Qualifikationsgrenzen bei Kälteanlagen beachten

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Wärmepumpen und Kältetechnik – Qualifikationsgrenzen bei Kälteanlagen beachten

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Wärmepumpen und Kältetechnik – Qualifikationsgrenzen bei Kälteanlagen beachten

Zielgruppe: Auszubildende in der Anlagenmechanik SHK, Mechatronik für Kältetechnik und Gebäudetechnik.

Lernzeit: ca. 60–90 Minuten.

Kurzbeschreibung: Keine eigenständigen Arbeiten am Kältekreis ohne erforderliche Fachkunde. Du lernst, Anlagen zu verstehen, Risiken zu erkennen und fachliche Grenzen einzuhalten.

Merksatz: ERKENNEN – SICHERN – MELDEN – FACHKUNDE PRÜFEN.

Sicherheitsregel: Dieser Lernkurs ersetzt weder Sachkundenachweise noch betriebliche Unterweisungen oder Arbeitsfreigaben. Alle praktischen Aufgaben erfolgen ausschließlich an Zeichnungen, Modellen oder freigegebenen Simulationen. Keine eigenständigen Arbeiten an Kältekreisen, elektrischen Anlagen oder druckbeaufschlagten Bauteilen.

Rechtsstand: Deutschland und Europäische Union, geprüft am 9. Oktober 2026. Vor jeder konkreten Tätigkeit sind die aktuellen Rechtsvorschriften, Herstellerunterlagen, betrieblichen Freigaben und Gefährdungsbeurteilungen zu prüfen.


Einleitung

Wärmepumpen und Kälteanlagen verwenden häufig einen geschlossenen Kältemittelkreislauf.

Die Technik ist effizient, kann aber Gefahren durch Brand, Druck, Kältemittelaustritt und elektrische Energie verursachen.

Dein Ziel: Du kannst eine Störung beschreiben, ohne eine gefährliche oder unzulässige Reparatur zu beginnen.

Bildauftrag: Finde Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger und Expansionsventil.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du:

  1. Aufbau: Die wichtigsten Bauteile einer Wärmepumpe erkennen.
  2. Kältekreis: Kältemittel- und Heizwasserkreislauf unterscheiden.
  3. Fachkunde: Tätigkeiten nach ihren Qualifikationsanforderungen beurteilen.
  4. Gefahren: Brand-, Druck- und Kältemittelrisiken erkennen.
  5. Energie: Eine einfache Arbeitszahl berechnen.
  6. Hygiene: Energieeinsparung und Trinkwasserhygiene gemeinsam betrachten.
  7. Diagnose: Eine sichere Störungsmeldung formulieren.


Dein Lernpfad

Einheit Thema Zeit
1 Wärmepumpe verstehen 7 Minuten
2 Anlagengrenzen erkennen 8 Minuten
3 Fachkunde und Sicherheit 12 Minuten
4 Ausbildungsfall bearbeiten 15 Minuten
5 Energie und Hygiene beurteilen 10 Minuten
6 Interaktive Aufgaben und Reflexion 20–35 Minuten


Lerneinheit 1: Den Kältekreislauf verstehen


Vier Bauteile – ein Kreislauf

Bauteil Aufgabe
Verdampfer Nimmt Wärme aus der Umgebung auf.
Verdichter Erhöht Druck und Temperatur des Kältemitteldampfs.
Verflüssiger Gibt Wärme an das Heizsystem ab.
Expansionsventil Senkt den Druck des Kältemittels.

Wichtig: Die Wärmepumpe erzeugt nicht die gesamte Heizwärme allein aus elektrischer Energie. Sie transportiert zusätzlich Wärme aus der Umwelt.

Vergleiche das Kälteschema mit dem Wärmepumpenschema: Welche vier Bauteile kommen in beiden vor?


Video: Das Funktionsprinzip

Quelle: Die Maus / WDR. Beobachte die Nutzung von Umweltwärme und übertrage die Erklärung auf das technische Schema.

Mini-Aufgabe: Erkläre in zwei Sätzen, warum eine Wärmepumpe auch aus kalter Außenluft Wärme gewinnen kann.

Feedback: Entscheidend ist die Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und verdampfendem Kältemittel. Der Verdichter ermöglicht die Wärmeabgabe auf einem höheren Temperaturniveau.


Lerneinheit 2: Anlagengrenzen und Gebäudemodelle


Monoblock und Splitanlage unterscheiden

Bauart Typisches Merkmal Deine Sicherheitsentscheidung
Monoblock Kältekreis im werksseitig geschlossenen Gerät Kältekreis nicht eigenständig öffnen
Splitanlage Kältemittelleitungen verbinden Anlagenteile Leitungs- und Kältekreisarbeiten nur mit erforderlicher Qualifikation
Sole-Wasser-Wärmepumpe Nutzt beispielsweise eine Erdsonde als Wärmequelle Kältemittel-, Sole- und Heizwasserkreis unterscheiden

Gebäudemodell: Erkenne Erdwärmesonde, Flächenkollektor und Heizsystem.

Merke: Ein geschlossener Kältekreis bedeutet nicht, dass Arbeiten am Gerät generell ungefährlich sind.


Wo verläuft die Qualifikationsgrenze?

Tätigkeit Bewertung für Auszubildende
Typenschild aus sicherer Position ablesen Nach Einweisung und Freigabe
Freigegebene Betriebsdaten dokumentieren Nach Einweisung und Freigabe
Einen Anlagenplan auswerten Als Lernaufgabe möglich
Kältemittel nachfüllen oder zurückgewinnen Keine eigenständige Durchführung
Kältemittelleitung trennen oder öffnen Keine eigenständige Durchführung
Vorgeschriebene F-Gas-Dichtheitskontrolle Erforderlichen Sachkundenachweis prüfen, auch ohne Öffnen
Elektrische Arbeiten Nur nach einschlägiger elektrotechnischer Qualifikation und Befugnis
Arbeiten am Heizwasserkreis Nur nach entsprechender Qualifikation, Unterweisung und Freigabe

Achtung: Auch eine scheinbar einfache Kontrolle kann rechtlich eine zertifizierungspflichtige Tätigkeit sein. Entscheidend ist die konkrete Tätigkeit, nicht allein, ob ein Rohr geöffnet wird.


Lerneinheit 3: Fachkunde und Risiken


Aktuelle Rechtsgrundlagen

Seit dem 17. April 2026 gilt in Deutschland die neu gefasste ChemKlimaschutzV.

Wichtige Grundlagen:

  1. Verordnung (EU) 2024/573: Europäische F-Gase-Regelung, insbesondere Artikel 10.
  2. Durchführungsverordnung (EU) 2024/2215: Zertifizierung bei Kälteanlagen, Klimaanlagen und Wärmepumpen einschließlich bestimmter alternativer Kältemittel.
  3. ChemKlimaschutzV § 5: Persönliche Voraussetzungen für bestimmte Tätigkeiten.
  4. ChemKlimaschutzV § 10: Anforderungen an Unternehmenszertifikate.
  5. ChemKlimaschutzV § 17: Übergangsbestimmungen.
  6. BetrSichV Anhang 2: Prüfanforderungen für bestimmte Druckanlagen.

Die Qualifikation muss zur jeweiligen Tätigkeit und zum Kältemittel passen. Eine allgemeine handwerkliche Ausbildung oder eine Unterweisung allein ersetzt keinen erforderlichen Sachkundenachweis.


Zertifikate für Kälteanlagen

Die Durchführungsverordnung (EU) 2024/2215 unterscheidet unter anderem:

Zertifikat Tätigkeitsbereich nach EU-Verordnung
A1 Erfasste Tätigkeiten an Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen und Kohlenwasserstoffen
A2 Wie A1, jedoch auf bestimmte kleinere Kältemittelfüllmengen beschränkt
B Erfasste Tätigkeiten an Anlagen mit Kohlendioxid
C Erfasste Tätigkeiten an Anlagen mit Ammoniak
D Bestimmte Rückgewinnungsarbeiten an kleinen Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen
E Bestimmte Dichtheitskontrollen ohne Eingriff in den Kältekreis

Die Tabelle ist eine Lernübersicht und keine eigenständige Tätigkeitsfreigabe. Der genaue Zertifikatsumfang, mögliche Ausnahmen, Übergangsregelungen und zusätzliche berufliche Anforderungen müssen geprüft werden.

Nach der ChemKlimaschutzV 2026 ist für die betroffenen Tätigkeiten grundsätzlich auch die rechtzeitige Teilnahme an vorgeschriebenen Auffrischungskursen relevant. Übergangsregelungen für ältere Nachweise stehen in § 17.

Ausbildungsausnahme: Die EU-Verordnung sieht eng begrenzte Tätigkeiten unter Verantwortung und Aufsicht einer entsprechend zertifizierten Person vor, wenn die Voraussetzungen einer zertifikatsbezogenen Ausbildung erfüllt sind. Das ist keine Erlaubnis zu eigenständigen Arbeiten.


Drei besonders wichtige Gefährdungen

Brand Druck Giftigkeit
Brennbare Kältemittel Druckbeaufschlagte Systeme Gesundheitsgefährdende Stoffe


Kältemittelrisiken unterscheiden

Kältemittel Wesentliches Risiko
R290 – Propan Stark brennbar, Sicherheitsklasse A3; bei Freisetzung können gefährliche zündfähige Gemische entstehen
R744 – Kohlendioxid Hohe Systemdrücke; austretendes CO₂ kann Sauerstoff verdrängen
R717 – Ammoniak Giftig beziehungsweise stark reizend; zusätzlich unter bestimmten Bedingungen brennbar
Fluorierte Kältemittel Stoffabhängige Gesundheits-, Brand- und Umweltgefahren; bei vielen ist das Treibhauspotenzial wesentlich

Die konkrete Gefährdung ergibt sich aus Stoff, Anlage, Füllmenge, Aufstellort und Gefährdungsbeurteilung.

Fortgeschrittene Bildaufgabe: Im log-p-h-Diagramm wird ein thermodynamischer Prozess mit Druck und Enthalpie dargestellt. Welche Information lässt sich daraus nicht unmittelbar ablesen? Antwort: die persönliche Arbeitsberechtigung.


Verhalten bei einem Kältemittelverdacht

STOPP-Regel:

  1. Stopp: Gefährliche Arbeiten nicht beginnen oder fortsetzen.
  2. Abstand: Den möglichen Gefahrenbereich nicht betreten.
  3. Melden: Zuständige Fachkraft und betriebliche Verantwortliche informieren.
  4. Absichern lassen: Betriebliche Notfall- und Sicherungsmaßnahmen durch befugte Personen veranlassen.
  5. Dokumentieren: Beobachtungen nur aus sicherer Position festhalten.

Bei einem möglichen Austritt brennbarer Kältemittel darfst Du im Gefahrenbereich keine Zündquellen erzeugen oder elektrische Schalter betätigen. Bei akuter Gefahr gelten Alarmierung, Räumung und betrieblicher Notfallplan.

Keine Lecksuche, Druckprüfung, Entleerung oder Reparatur durch Unbefugte.


Lerneinheit 4: Ausbildungsfall – Wärmepumpe im Bestandsgebäude


Ausgangssituation

Du begleitest eine Fachkraft zu einem Einfamilienhaus mit einer Luft-Wasser-Monoblockwärmepumpe.

Anlagendaten für die Simulation:

Merkmal Angabe
Anlage Luft-Wasser-Monoblock
Kältemittel R290
Gebäude Bestandsgebäude mit Heizkörpern
Außentemperatur 3 °C
Heizkreis-Vorlauf 43 °C
Heizkreis-Rücklauf 38 °C
Abgegebene Wärmeenergie 18 kWh im Beobachtungszeitraum
Elektrische Energieaufnahme 6 kWh im selben Zeitraum
Trinkwarmwasseranzeige 45 °C
Meldung der Bewohner „Die Heizung wirkt schwächer als früher.“

Hinweis: Alle Fallwerte sind erfunden und dienen ausschließlich der Ausbildung. Sie sind keine technischen Grenz- oder Sollwerte.

Bildimpuls: Überlege, welche Informationen am Außengerät relevant sind. Das Bild zeigt ein Beispielgerät und nicht die Fallanlage.


Diagnosefall A: Darfst Du eingreifen?

Ein Kollege vermutet zu wenig Kältemittel und schlägt vor, den Kältekreis zu kontrollieren.

Deine Entscheidung: Du öffnest nichts und füllst nichts nach. Du hältst die Beobachtung fest und klärst die Aufgabe mit einer entsprechend qualifizierten, verantwortlichen Fachkraft.

Gestufte Hilfen:

Hilfe Denkanstoß
Stufe 1 Gehört die vorgeschlagene Tätigkeit zum Kältemittelkreislauf?
Stufe 2 Welche zusätzlichen Gefährdungen bringt R290 mit sich?
Stufe 3 Prüfe Fachkundenachweis, betriebliche Freigabe und Gefährdungsbeurteilung. Leite keine Kältekreisarbeit selbst ein.

Begründetes Feedback: Die Heizleistung kann aus unterschiedlichen Gründen abweichen. Die vorhandenen Angaben beweisen keinen Kältemittelmangel. Ein vorschneller Eingriff wäre fachlich unbegründet und möglicherweise unzulässig oder gefährlich.


Diagnosefall B: Energie bewerten

Berechne die zeitbezogene Arbeitszahl aus den angegebenen Energiewerten.

Formel:

Arbeitszahl = abgegebene Wärmeenergie / aufgenommene elektrische Energie

Rechnung:

18 kWh / 6 kWh = 3

Ergebnis: Im betrachteten Zeitraum wurden pro Kilowattstunde elektrischer Energie drei Kilowattstunden Wärme bereitgestellt.

Gestufte Hilfen:

Hilfe Denkanstoß
Stufe 1 Vergleiche abgegebene Energie mit eingesetzter Energie.
Stufe 2 Beide Energiemengen beziehen sich auf denselben Zeitraum.
Stufe 3 Teile 18 durch 6.

Begründetes Feedback: Die Rechnung ist richtig. Sie beweist aber weder eine Störung noch einen ordnungsgemäßen Betrieb. Dafür fehlen unter anderem Vergleichsdaten, Betriebsbedingungen und Informationen zur Messabgrenzung. Eine Jahresarbeitszahl erfordert einen Jahreszeitraum.


Diagnosefall C: Trinkwasserhygiene beachten

Der Bewohner möchte die Warmwassertemperatur weiter reduzieren, um Strom zu sparen. Die Anzeige zeigt 45 °C.

Deine Entscheidung: Du veränderst keine Einstellungen eigenständig und empfiehlst keine pauschale Absenkung. Zuerst müssen Trinkwassersystem, Speicher, Zirkulation, Messstelle, Nutzung und hygienische Anforderungen fachkundig geprüft werden.

Gestufte Hilfen:

Hilfe Denkanstoß
Stufe 1 Welche gesundheitliche Gefahr kann mit ungünstigen Warmwasserbedingungen verbunden sein?
Stufe 2 Denke an Legionellen und längere Verweilzeiten des Wassers.
Stufe 3 Eine einzelne Temperaturanzeige reicht nicht aus, um die hygienische Sicherheit des Gesamtsystems zu beurteilen.

Begründetes Feedback: Niedrigere Warmwassertemperaturen können Energie sparen. Der Gesundheitsschutz und die anerkannten Regeln der Technik müssen dabei aber eingehalten werden. Ein einzelner Anzeigewert erlaubt keine abschließende hygienische Beurteilung.

Fachquellen: Umweltbundesamt – Trinkwarmwasserkonzepte und DVGW – Legionellenprävention.


Diagnosefall D: Sicherheitsmeldung

Während der Begehung erscheint eine Kältemittelwarnung. Ob tatsächlich eine Leckage besteht, ist noch unbekannt.

Aufgabe: Formuliere eine sichere Erstreaktion und eine Übergabe an die Fachkraft.

Musterlösung: Arbeit einstellen, Gefahrenbereich meiden, Personen entsprechend dem Alarmplan warnen, verantwortliche Fachkraft informieren und Beobachtungen dokumentieren. Keine eigenständige Suche nach einer Leckstelle und kein Öffnen der Anlage.

Feedback: Eine Warnmeldung ist Anlass zur Sicherheitsbewertung, aber noch keine gesicherte Schadensdiagnose. Sicherheit und Zuständigkeit haben Vorrang.


Lerneinheit 5: Gebäudetechnik und Effizienz

Praxisbild: Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe in einem bestehenden Gebäude. Vergleiche ihre Wärmequelle mit der Luft-Wasser-Anlage aus dem Ausbildungsfall.


Effizienz und Sicherheit gehören zusammen

Beobachtung Sichere fachliche Schlussfolgerung
Hohe Vorlauftemperatur Kann die Effizienz verringern; Heizflächen und Gebäude berücksichtigen
Wenig Wärmeabgabe Hydraulik, Wärmebedarf und Betriebszustand fachlich prüfen lassen
Auffälliger Stromverbrauch Messzeitraum und Betriebsdaten vergleichen
Niedrige Warmwassertemperatur Trinkwasserhygiene und Nutzungskonzept prüfen
Kältemittelwarnung Sicherheitsverfahren einleiten, keine Eigenreparatur


Video: Wärmepumpe im Gebäudebestand

Quelle: Quarks / WDR. Für den Kurzauftrag reichen die Abschnitte 01:25–03:42 und 03:42–08:52. Ältere politische und rechtliche Aussagen im Video sind nicht der Rechtsstand dieses Kurses.

Auftrag: Nenne zwei Gründe, warum die Effizienz einer Wärmepumpe vom Gebäude und der Betriebsweise abhängt.


Vertiefung: Heizkurve und Vorlauftemperatur

Quelle: Sonne Frei Haus, Praxisgespräch. Sieh Dir für die Lernaufgabe die Abschnitte 11:25–14:00 und 19:36–21:22 an. Das Video enthält Werbung und ersetzt keine Herstelleranleitung oder betriebliche Qualifikation.

Reflexion: Warum ist eine niedrigere Vorlauftemperatur häufig energetisch günstig, während eine pauschale Absenkung der Trinkwarmwassertemperatur problematisch sein kann?

Feedback: Bei kleinerem Temperaturhub muss der Wärmepumpenprozess in der Regel weniger Verdichtungsarbeit leisten. Die Trinkwasserhygiene stellt jedoch eigenständige Anforderungen, die nicht aus einer Energiebetrachtung allein abgeleitet werden dürfen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welches Bauteil nimmt im Heizbetrieb Wärme aus der Umwelt auf? (Verdampfer) (!Verdichter) (!Expansionsventil) (!Heizkörper)




Welche Handlung ist für Dich im Lernfall ohne Kältekreisqualifikation geeignet? (Freigegebene Betriebsdaten dokumentieren) (!Kältemittel nachfüllen) (!Kältemittelleitung öffnen) (!Kältemittel ablassen)




Was gilt für vorgeschriebene F-Gas-Dichtheitskontrollen? (Auch ohne Öffnen kann Sachkunde erforderlich sein) (!Sie sind immer ohne Sachkunde erlaubt) (!Sie dürfen ausschließlich Auszubildende durchführen) (!Sie ersetzen den Sicherheitsnachweis des Betriebs)




Welche Aussage zur Zertifizierung ist richtig? (Der Nachweis muss zur Tätigkeit passen) (!Jede handwerkliche Ausbildung erlaubt alle Kältekreisarbeiten) (!Ein Monoblock benötigt niemals qualifiziertes Fachpersonal) (!Eine kurze Einweisung ersetzt jede Zertifizierung)




Welche wesentliche Gefahr besteht bei R290? (Brandgefahr durch stark brennbares Kältemittel) (!Radioaktive Strahlung) (!Magnetische Anziehung) (!Ausschließlich Lärmbelastung)




Welche Gefährdung ist bei R744 besonders zu beachten? (Hohe Systemdrücke) (!Starke Radioaktivität) (!Unvermeidbare Selbstentzündung) (!Fehlende Wärmeübertragung)




Welche Gefahr ist bei R717 besonders wichtig? (Giftige und reizende Wirkung) (!Völlige Ungiftigkeit) (!Fehlender Dampfdruck) (!Ausschließlich elektrischer Kurzschluss)




Wie reagierst Du auf eine Kältemittelwarnung im Ausbildungsfall? (Arbeit stoppen und Sicherheitsverfahren einleiten) (!Eigenständig das Leck suchen) (!Kältemittel nachfüllen) (!Warnmeldung ohne Prüfung zurücksetzen)




Welche Arbeitszahl ergibt sich aus 18 kWh Wärme und 6 kWh Strom? (3) (!2) (!6) (!12)




Was ist bei einer gewünschten Absenkung der Trinkwarmwassertemperatur richtig? (Hygiene und Energiebedarf gemeinsam fachlich prüfen) (!Temperatur sofort beliebig absenken) (!Legionellen grundsätzlich ignorieren) (!Eine einzelne Anzeige als vollständigen Hygienenachweis ansehen)





Begründetes Quiz-Feedback

Frage Warum ist die erste Antwort richtig?
1 Im Verdampfer gelangt Umweltwärme zum Kältemittel.
2 Beobachten und Dokumentieren erfordern keinen Eingriff in den Kältekreis, bleiben aber an Freigabe und Sicherheit gebunden.
3 Für bestimmte Dichtheitskontrollen schreibt das F-Gase-Recht Zertifizierung vor.
4 Qualifikationsnachweise haben definierte Geltungsbereiche.
5 Propan kann bei Freisetzung und Zündung einen Brand oder eine Explosion verursachen.
6 CO₂-Kälteanlagen können hohe Druckbelastungen aufweisen.
7 Ammoniak kann bereits bei Freisetzung erhebliche Gesundheitsgefahren verursachen.
8 Warnungen werden zunächst sicherheitsorientiert behandelt, nicht durch spontane Reparaturversuche.
9 Das Verhältnis der Energiemengen beträgt 18 zu 6.
10 Trinkwasserhygiene hat eigenständige Anforderungen und darf nicht zugunsten einer pauschalen Energieeinsparung vernachlässigt werden.


Memory

Finde die zusammengehörigen Fachbegriffe und Bedeutungen.

Verdampfer Aufnahme von Umweltwärme
Verdichter Erhöhung des Dampfdrucks
Verflüssiger Wärmeabgabe an das Heizsystem
Expansionsventil Absenkung des Kältemitteldrucks
Propan Stark brennbarer Kohlenwasserstoff
Kohlendioxid Hohe Systemdrücke
Sachkundebescheinigung Nachweis bestimmter fachlicher Qualifikationen
Legionellen Bakterien mit Bedeutung für die Trinkwasserhygiene





Drag and Drop

Ordne jeder Tätigkeit die passende Bewertung zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Beschreibung
Beobachten Freigegebenes Anlagendisplay ablesen
Dokumentieren Messwerte mit Zeitpunkt festhalten
Qualifikation prüfen Kältemittelleitung fachgerecht bearbeiten lassen
Gefahr melden Auffällige Kältemittelwarnung weitergeben
Hygiene bewerten Trinkwasserbetrieb fachlich überprüfen lassen
Energie berechnen Wärmeenergie durch Stromenergie teilen




Feedback: Wichtig ist nicht nur das technische Ergebnis. Jede Entscheidung muss auch hinsichtlich Arbeitsschutz, Fachkunde und Zuständigkeit richtig sein.


Kreuzworträtsel

Verdampfer Welches Bauteil nimmt Wärme aus der Umgebung auf?
Verdichter Welches Bauteil erhöht Druck und Temperatur des Kältemitteldampfs?
Verfluessiger Wie heißt der Wärmetauscher, der Wärme an das Heizsystem abgibt?
Propan Welcher Kohlenwasserstoff trägt die Kältemittelbezeichnung R290?
Fachkunde Wie nennt man das für bestimmte Tätigkeiten erforderliche berufliche Wissen und Können?
Legionellen Welche Bakterien sind für die Trinkwasserhygiene besonders relevant?





LearningApps

Suche ergänzende Übungen zum Thema. Prüfe bei externen Übungen stets die fachliche Richtigkeit und den aktuellen Rechtsstand.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine Wärmepumpe transportiert

von einer kühleren zu einer wärmeren Seite.
Im

nimmt das Kältemittel Wärme auf.
Der

erhöht den Druck des Kältemitteldampfs.
Im

wird Wärme an das Heizsystem abgegeben.
Das

senkt den Kältemitteldruck.
Ein geschlossener

darf nicht ohne erforderliche Qualifikation geöffnet werden.
R290 ist die Bezeichnung für

.
Das Kältemittel R744 bezeichnet

.
R717 ist die Bezeichnung für

.
Ein vorgeschriebener Sachkundenachweis bestätigt die entsprechende

.
Bei einer Warnmeldung musst Du den Vorfall unverzüglich

.
Die Arbeitszahl setzt Wärmeenergie und elektrische

ins Verhältnis.
Im Trinkwarmwasserbereich ist der Schutz vor

wichtig.
Eine einzelne Temperaturanzeige ersetzt keine vollständige hygienische

.
Bei unklaren Zuständigkeiten ist vor der Tätigkeit die betriebliche

zu prüfen.




Offene Aufgaben

Bearbeite die Aufgaben möglichst mit Zeichnungen, Bildschirmmodellen, Rollenspielen oder bereitgestellten Daten. Arbeiten an realen Kältekreisen sind nicht Bestandteil der Aufgaben.


Leicht – Basisaufgaben

  1. Bauteile erkennen: Zeichne die vier Grundbauteile eines Kältekreislaufs und kennzeichne die Richtung des Prozesses.
  2. Gebäudemodell: Markiere in einer Gebäudezeichnung die Wärmequelle, den Wärmepumpenstandort und das Heizsystem.
  3. Piktogrammkarte: Gestalte eine Karte zu den Gefährdungen von R290, R744 und R717.
  4. Qualifikationsgrenze: Erstelle eine Tabelle mit sechs typischen Tätigkeiten und entscheide, ob Du sie nur beobachten, nach Freigabe durchführen oder nicht eigenständig übernehmen darfst.

Feedback für Basisaufgaben: Gute Ergebnisse trennen Kältekreis und Heizwasserkreis eindeutig, benennen konkrete Risiken und vermeiden pauschale Aussagen wie „Ein Auszubildender darf alles unter Aufsicht“.


Standard – Anwendungsaufgaben

  1. Störungsmeldung: Verfasse eine professionelle Übergabe für Diagnosefall A mit Beobachtung, Unsicherheit, Gefährdung und zuständiger Fachkraft.
  2. Energievergleich: Berechne die Arbeitszahlen für zwei simulierte Betriebszeiträume mit jeweils 18 kWh Wärme und 6 beziehungsweise 9 kWh Strom. Erkläre die Ergebnisse.
  3. Hygieneberatung: Entwirf ein kurzes Gespräch mit einem Bewohner, der aus Kostengründen die Warmwassertemperatur absenken möchte.
  4. Sicherheitsrollenspiel: Stellt die Reaktion auf eine Kältemittelwarnung als Rollenspiel dar. Eine Person übernimmt die Auszubildendenrolle, eine die verantwortliche Fachkraft und eine beobachtet den Ablauf.

Feedback für Anwendungsaufgaben: Richtig ist eine Lösung dann, wenn sie Berechnungen und Beobachtungen nachvollziehbar macht, Unsicherheiten benennt und keine unzulässigen Eingriffe empfiehlt.


Schwer – Transferaufgaben

  1. Risikovergleich: Vergleiche eine R290-Monoblockwärmepumpe mit einer beispielhaften R744-Kälteanlage. Entwickle eine Risikoübersicht ohne Reparaturanleitung.
  2. Qualifikationspfad: Recherchiere anhand der aktuellen EU-Verordnung und der ChemKlimaschutzV, welche Qualifikationen für eine ausgewählte Kältekreistätigkeit relevant sind. Unterscheide personenbezogene und betriebliche Voraussetzungen.
  3. Systementscheidung: Entwirf für ein Bestandsgebäude ein Konzept zur Verringerung des Temperaturhubs. Berücksichtige Heizflächen, Heizlast, Komfort und Trinkwasserhygiene.
  4. Sicherheitsfilm: Produziere ein zweiminütiges Erklärvideo für neue Auszubildende unter dem Titel „Warum ich den Kältekreis nicht einfach öffne“. Nutze nur eigene Grafiken oder Medien mit geeigneter Lizenz.

Feedback für Transferaufgaben: Sehr gute Arbeiten wägen mehrere Ziele gegeneinander ab, geben Quellen an, unterscheiden technische und rechtliche Fragen und zeigen, wann eine Fachkraft oder weitere Prüfung erforderlich ist.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Die Lernkontrolle prüft Deine Fähigkeit, in neuen Situationen sicher und fachlich begründet zu handeln.

  1. Qualifikationsentscheidung: Ein Betrieb soll eine Splitwärmepumpe überprüfen. Die ausführende Person besitzt eine allgemeine SHK-Ausbildung, aber der Zertifikatsumfang ist unklar. Beschreibe, welche Angaben vor einer Kältekreistätigkeit geprüft werden müssen und warum.
  2. Gefährdungsvergleich: Erläutere, warum R290, R744 und R717 unterschiedliche Schutzkonzepte benötigen. Beziehe Stoffeigenschaften, Aufstellbedingungen und Qualifikation ein.
  3. Ursachenanalyse: Ein Kunde berichtet von zu geringer Heizleistung und hohem Stromverbrauch. Entwirf eine sichere Diagnoseplanung mit offenen Fragen, Datenbedarf und klaren Eingriffsgrenzen.
  4. Energie und Hygiene: Beurteile die Aussage „Je niedriger die Warmwassertemperatur, desto besser ist die Wärmepumpe“. Zeige, warum diese Aussage unvollständig ist.
  5. Notfallsimulation: Eine Anlage zeigt eine Kältemittelwarnung und es ist unklar, ob ein Stoff ausgetreten ist. Begründe die Reihenfolge Deiner Sicherheitsentscheidungen.
  6. Transfer: Ein Arbeitgeber möchte neue Mitarbeitende möglichst schnell für Wartungstätigkeiten einsetzen. Entwickle ein Qualifikations- und Freigabekonzept, das Ausbildung, Zertifizierung und Arbeitsschutz berücksichtigt.


Bewertungsmaßstab

Kriterium Erwartete Leistung
Sicherheitsbewusstsein Risiken erkennen und keine gefährlichen Eigenmaßnahmen vorschlagen
Qualifikationsklarheit Fachkunde, Tätigkeitsumfang und Freigaben unterscheiden
Fachlicher Zusammenhang Kälteprozess, Heizsystem, Energie und Hygiene verbinden
Problemlösung Beobachtungen von Vermutungen und gesicherten Diagnosen trennen
Begründung Entscheidungen mithilfe geeigneter Fachquellen erläutern

Rückmeldung: Eine technisch plausible Lösung ist nicht ausreichend, wenn sie Qualifikationsgrenzen oder Sicherheitsanforderungen missachtet. Eine gute Lösung nennt ausdrücklich auch die eigenen Wissens- und Handlungsgrenzen.




Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis erstellst Du ein kleines Sicherheits- und Diagnoseportfolio zum Ausbildungsfall.

Das Portfolio enthält:

  1. Ein beschriftetes Schema mit Wärmepumpenbauteilen und der Trennung von Kältemittel- und Heizwasserkreis.
  2. Eine Qualifikationsmatrix mit mindestens sechs Tätigkeiten und den erforderlichen Prüfungen der Berechtigung.
  3. Eine Risikobewertung für R290 sowie einen Vergleich mit R744 oder R717.
  4. Die Berechnung und Interpretation der zeitbezogenen Arbeitszahl aus dem Ausbildungsfall.
  5. Eine begründete Entscheidung zur Trinkwasserhygiene.
  6. Eine schriftliche Störungsmeldung mit sicherer Übergabe an die zuständige Fachkraft.
  7. Mindestens drei überprüfbare Fachquellen mit Datum der Prüfung.
  8. Eine persönliche Reflexion: „Bei welcher Tätigkeit muss ich meine Kompetenzgrenze erkennen und Hilfe anfordern?“

Bestanden ist der Lernnachweis, wenn Du die wesentlichen Zusammenhänge fachlich richtig darstellst und bei allen vorgeschlagenen Tätigkeiten die Sicherheits- und Qualifikationsanforderungen beachtest.

Der Lernnachweis dokumentiert schulische Kompetenzen. Er ist ausdrücklich keine Sachkundebescheinigung und keine Erlaubnis zur Durchführung von Kältekreisarbeiten.




OERs zum Thema


Wikipedia

Weitere Hintergrundartikel:

  1. Wärmepumpe
  2. Kältetechnik
  3. Kältemittel
  4. Kältekreislauf
  5. Kohlenstoffdioxid
  6. Propan
  7. Ammoniak
  8. Energieeffizienz
  9. Trinkwasserhygiene
  10. Arbeitssicherheit


Fachquellen und geltendes Recht

Rechtsgrundlagen:

  1. EU-Verordnung 2024/573 über fluorierte Treibhausgase.
  2. EU-Durchführungsverordnung 2024/2215 zu den Zertifizierungsanforderungen.
  3. Chemikalien-Klimaschutzverordnung 2026.
  4. Betriebssicherheitsverordnung.

Technik, Energie und Hygiene:

  1. Umweltbundesamt: Trinkwarmwasserkonzepte für Gebäude mit Wärmepumpenheizung.
  2. Umweltbundesamt: Hauswärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln.
  3. DVGW: Vermeidung von Legionellen im Trinkwasser.
  4. Fraunhofer ISE: Wärmepumpen im Gebäudebestand, 2025.

Redaktioneller Hinweis: Die Ausgabe der DVGW W 551-1 befand sich 2026 in einem Überarbeitungsverfahren. Für konkrete Hygienebewertungen ist deshalb stets die jeweils geltende Regelwerksfassung heranzuziehen.


Mediennachweise und Nutzungsrechte

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Medium Urheber / Herkunft Lizenz
Heat-pump-simple DE.svg MikeRun CC BY-SA 4.0
Heatpump.svg Ilmari Karonen Gemeinfrei
Refrigerator-cycle1.svg Kaboldy CC BY-SA 3.0
Air Source Heat Pumps Diagram.jpg Alexxyz1 CC0
Heatpump hg.svg Hannes Grobe CC BY-SA 4.0
Heat Pump.jpg Kristoferb CC BY-SA 3.0
Log ph Diagram.png TLK Energy GmbH CC BY-SA 4.0
Thermia Sole-Wasser-Wärmepumpe.jpg Volkerschmidt CC BY 3.0
GHS-pictogram-flamme.svg GHS-Gefahrstoffsymbol Gemeinfrei
GHS-pictogram-bottle.svg GHS-Gefahrstoffsymbol Gemeinfrei
GHS-pictogram-skull.svg GHS-Gefahrstoffsymbol Gemeinfrei

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