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Verfassungen und Parlamente im Südwesten – Baden-Württemberg

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Verfassungen und Parlamente im Südwesten – Baden-Württemberg



Einleitung

Wenn Du heute an Baden-Württemberg denkst, denkst Du an ein deutsches Bundesland mit einem gewählten Landtag in Stuttgart. Dieses Land gibt es jedoch erst seit 1952. Seine politischen Traditionen reichen viel weiter zurück. Besonders das Großherzogtum Baden und das Königreich Württemberg entwickelten im 19. Jahrhundert vergleichsweise frühe Verfassungen und Parlamente.

In diesem aiMOOC untersuchst Du, wie aus Untertanen schrittweise politisch beteiligte Staatsbürger wurden, warum liberale Ideen im Südwesten besonders wichtig waren und weshalb die Parlamente in Karlsruhe und Stuttgart zu Lernorten politischer Beteiligung wurden. Gleichzeitig wird deutlich: Die Verfassungen von 1818 und 1819 waren für ihre Zeit fortschrittlich, aber noch keine Demokratie im heutigen Sinn. Frauen waren vom Wahlrecht ausgeschlossen, soziale und rechtliche Voraussetzungen begrenzten die Beteiligung und die Monarchen behielten starke Machtpositionen.


Vom Alten Reich zum Verfassungsstaat

Um 1800 war der deutsche Südwesten politisch stark zersplittert. Durch die napoleonische Neuordnung entstanden größere Staaten. Baden wurde zum Großherzogtum, Württemberg zum Königreich. Beide Länder gewannen viele neue Gebiete und damit Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlichen regionalen, konfessionellen und politischen Traditionen. Eine gemeinsame staatliche Identität musste erst entstehen.

Nach dem Ende Napoleons wurden Baden und Württemberg 1815 Mitglieder des Deutschen Bundes. Artikel 13 der Deutschen Bundesakte stellte für die Mitgliedstaaten „landständische Verfassungen“ in Aussicht. Damit war noch keine moderne Demokratie gemeint. Dennoch entstand ein wichtiger Ansatz: Herrschaft sollte nicht mehr ausschließlich vom Monarchen ausgehen, sondern durch eine Verfassung geordnet und durch ständische beziehungsweise gewählte Vertretungen begrenzt werden.

Konstitutionelle Monarchie bedeutet: Ein Monarch bleibt Staatsoberhaupt, ist aber an eine Verfassung gebunden. Parlamente erhalten bestimmte Mitwirkungsrechte, ohne bereits die gesamte politische Macht zu besitzen.


Baden 1818: eine frühe liberale Verfassung

Am 22. August 1818 unterzeichnete Großherzog Karl die von Karl Friedrich Nebenius ausgearbeitete Badische Verfassung. Sie umfasste 83 Artikel und galt im Deutschen Bund als besonders fortschrittlich. Sie enthielt staatsbürgerliche Rechte, regelte die staatlichen Institutionen und schuf eine Ständeversammlung mit zwei Kammern.

Die Erste Kammer war stark durch traditionelle Privilegien geprägt. Dort saßen unter anderem Angehörige des großherzoglichen Hauses, Standesherren sowie Vertreter von Kirchen und Universitäten. Die Zweite Kammer besaß dagegen einen deutlich moderneren Repräsentationscharakter. Ihr gehörten 63 Abgeordnete aus Städten und ländlichen Wahlbezirken an.

Die Abgeordneten der Zweiten Kammer wurden nicht in einer allgemeinen, gleichen und direkten Wahl wie heute gewählt. Wahlberechtigt waren nur Männer, und weitere rechtliche Voraussetzungen schränkten die Teilnahme ein. Trotzdem entstand ein politischer Raum, in dem Vertreter verschiedener Landesteile öffentlich über Steuern, Gesetze und Regierungspolitik diskutieren konnten.

Das ab 1822 genutzte Ständehaus in Karlsruhe wurde zu einem sichtbaren Symbol des Parlamentarismus. Öffentliche Debatten und veröffentlichte Sitzungsprotokolle machten politische Auseinandersetzungen für eine größere Öffentlichkeit nachvollziehbar.


Rechte und Grenzen des badischen Landtags

Die Kammern besaßen wichtige Mitwirkungsrechte, besonders bei der Bewilligung von Steuern und bei der Gesetzgebung. Gleichzeitig blieb der Großherzog mächtig. Er konnte den Landtag einberufen und auflösen und behielt wesentliche Rechte der Staatsleitung.

Gerade diese Spannung machte das Parlament politisch wichtig. Liberale Abgeordnete wie Karl von Rotteck und Carl Theodor Welcker nutzten die Zweite Kammer, um über Grundrechte, Rechtsstaatlichkeit, Pressefreiheit und politische Verantwortung zu diskutieren. Die badische Zweite Kammer wurde dadurch zu einem der bekanntesten liberalen Parlamente des Vormärz.


Württemberg 1819: Verfassung als ausgehandelter Vertrag

Auch Württemberg erhielt früh eine Verfassung. Die Vorgeschichte unterschied sich jedoch von Baden. König Friedrich I. hatte die alten württembergischen Landstände beseitigt. Teile der Bevölkerung und der politischen Führung beriefen sich dagegen auf ältere Mitwirkungsrechte, besonders auf den Tübinger Vertrag von 1514.

Unter König Wilhelm I. kam 1819 ein Verfassungsvertrag zustande. Im Unterschied zur badischen Verfassung wurde die württembergische Verfassung nicht einfach vom Monarchen erlassen, sondern zwischen König und Ständevertretern ausgehandelt. Auch Württemberg erhielt ein Zweikammerparlament.

Der sogenannte Halbmondsaal war der Plenarsaal der Zweiten Kammer. Wie in Baden wurde das Parlament zu einem öffentlichen Forum. Gewählte Vertreter standen dort allerdings ebenfalls neben ständisch oder privilegiert vertretenen Gruppen. Erst spätere Reformen machten die Zweite Kammer zu einer reinen Volkskammer.

Zu den bekanntesten württembergischen Verfassungspolitikern gehörte Ludwig Uhland. Du kennst ihn vielleicht als Dichter. Er war zugleich Jurist und Politiker und verteidigte politische Mitwirkung und verfassungsmäßige Rechte.


Liberalismus und politische Beteiligung im Vormärz

Die frühen Parlamente waren besonders für den Liberalismus wichtig. Liberale verlangten nicht überall dasselbe, aber mehrere Ziele kehrten häufig wieder: eine geschriebene Verfassung, Schutz vor willkürlicher Staatsgewalt, Rechtsgleichheit, Bürgerrechte, politische Repräsentation und häufig auch die nationale Einheit Deutschlands.

Liberalismus setzte im frühen 19. Jahrhundert vor allem auf Freiheit des Individuums, Rechtsstaatlichkeit und die Begrenzung monarchischer Macht.

Demokratie ging in einer entscheidenden Frage weiter: Demokraten betonten die Volkssouveränität, also die Vorstellung, dass die politische Herrschaft letztlich vom Volk ausgehen müsse. Radikale Demokraten forderten deshalb ein breiteres Wahlrecht und teilweise die Republik.

Liberale und Demokraten konnten gemeinsam gegen Zensur und obrigkeitliche Willkür auftreten, waren aber nicht identisch. Viele Liberale wollten eine konstitutionelle Monarchie bewahren. Radikale Demokraten hielten eine Republik für die konsequentere Form politischer Gleichheit.

Nach den Karlsbader Beschlüssen von 1819 wurden Presse, Universitäten und oppositionelle Bewegungen stärker überwacht. Politische Beteiligung verschwand trotzdem nicht. Sie zeigte sich in Wahlkämpfen, Petitionen, Gemeindepolitik, Zeitungen, Vereinen, Versammlungen und den Debatten der Parlamente.

Ein besonders wichtiges Beispiel war die Offenburger Versammlung 1847. Am 12. September 1847 wurden dort die 13 „Forderungen des Volkes“ beschlossen. Gefordert wurden unter anderem Grundrechte, Pressefreiheit, Geschworenengerichte und eine stärkere politische Beteiligung.


Revolution 1848/49 im Südwesten

Die Revolution von 1848/49 machte den Südwesten zu einem Zentrum der Auseinandersetzung um Verfassung, Parlament und Demokratie. Dabei verliefen die Entwicklungen in Baden und Württemberg unterschiedlich.


Baden: vom Parlament zur Revolution

In Baden verband sich eine lange parlamentarische Opposition mit einer starken außerparlamentarischen Bewegung. Am 27. Februar 1848 griff eine Mannheimer Volksversammlung die Forderungen von Offenburg wieder auf. Am 1. März drängten Demonstrierende in Karlsruhe zum Ständehaus. Die Regierung geriet unter Reformdruck.

Ein Teil der Opposition wollte Reformen innerhalb der Monarchie. Radikale Demokraten wie Friedrich Hecker und Gustav Struve gingen weiter. Sie wollten eine Republik und versuchten im April 1848, ihre Ziele mit bewaffneten Freischaren durchzusetzen.

Der Heckerzug scheiterte militärisch. Auch ein weiterer Aufstandsversuch unter Struve im September 1848 wurde niedergeschlagen. Trotzdem blieb die republikanische Bewegung in Baden stark.

1849 eskalierte der Konflikt erneut. In der Reichsverfassungskampagne wollten Demokraten die von der Frankfurter Nationalversammlung beschlossene Reichsverfassung durchsetzen. Teile des badischen Militärs schlossen sich der Bewegung an, der Großherzog floh und eine provisorische revolutionäre Regierung entstand. Im Juni 1849 wurde eine verfassungsgebende Versammlung nach einem sehr weitgehenden Männerwahlrecht gewählt. Preußisch geführte Truppen schlugen die Revolution schließlich nieder. Mit der Einnahme der Festung Rastatt im Juli 1849 endete die badische Revolution.


Württemberg und das Ende der Frankfurter Nationalversammlung

Württemberg erlebte 1848 ebenfalls Reformdruck, aber keinen revolutionären Umsturz wie Baden. Der Landtag und liberale Politiker spielten weiterhin eine wichtige Rolle. Zugleich waren württembergische Abgeordnete an der Frankfurter Nationalversammlung beteiligt, dem ersten gesamtdeutschen Parlament.

Als die Nationalversammlung 1849 zerfiel, zogen die verbliebenen Abgeordneten nach Stuttgart. Dieses sogenannte Rumpfparlament wurde am 18. Juni 1849 von württembergischem Militär auseinandergetrieben. Damit wurde Stuttgart zu einem der letzten Schauplätze der Revolution.

Das Beispiel zeigt einen Grundkonflikt der Epoche: Eine Verfassung konnte politische Beteiligung ermöglichen, aber der Monarch und seine Regierung verfügten weiterhin über Machtmittel, mit denen sie revolutionäre Veränderungen stoppen konnten.


Was war daran demokratisch – und was nicht?

Die frühen südwestdeutschen Verfassungen waren wichtige Schritte auf dem Weg zu moderner politischer Beteiligung. Sie dürfen aber nicht mit der heutigen parlamentarischen Demokratie gleichgesetzt werden.

Entwicklung Fortschritt für die Zeit Grenze aus heutiger Sicht
Geschriebene Verfassung Staatliche Macht wurde rechtlich geordnet Der Monarch blieb politisch sehr mächtig
Parlament Öffentliche Beratung und politische Repräsentation wurden möglich Nicht alle Menschen waren gleich vertreten
Wahlrecht Teile der männlichen Bevölkerung konnten politische Vertreter wählen Frauen waren ausgeschlossen und weitere Voraussetzungen begrenzten die Wahl
Grundrechte Freiheit und Rechtsstaatlichkeit erhielten größeres Gewicht Rechte konnten eingeschränkt werden und galten nicht in jeder Hinsicht für alle gleich
Politische Öffentlichkeit Zeitungen, Petitionen, Vereine und Versammlungen erweiterten Beteiligung Zensur und staatliche Repression setzten Grenzen

Für eine historische Bewertung ist deshalb beides wichtig: Fortschritt und Begrenzung. Die Verfassungen von 1818 und 1819 waren keine fertige Demokratie, aber sie schufen Institutionen und Erfahrungen, an die spätere Demokratisierungsbewegungen anknüpfen konnten.


Von 1818 und 1819 zum heutigen Baden-Württemberg

Nach dem Scheitern der Revolution von 1848/49 verschwanden Verfassungen und Parlamente nicht. In Baden und Württemberg entwickelten sich parlamentarische Strukturen weiter. Nach dem Ende der Monarchien 1918 entstanden republikanische Landesverfassungen, und Frauen erhielten das Wahlrecht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden im Südwesten zunächst die Länder Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern. Sie wurden 1952 zum Land Baden-Württemberg vereinigt. 1953 erhielt das neue Land seine Landesverfassung.

Der heutige Landtag von Baden-Württemberg steht damit in einer langen, aber nicht geradlinigen Verfassungsgeschichte. Zwischen den frühen Ständeversammlungen und dem heutigen demokratisch gewählten Parlament liegen Revolutionen, Reformen, die Einführung des allgemeinen Wahlrechts, die Erfahrung von Diktatur und der demokratische Neubeginn nach 1945.

Merksatz: Politische Beteiligung entstand im Südwesten nicht plötzlich. Sie entwickelte sich in Konflikten zwischen Monarchen, Parlamenten, liberalen Reformern, Demokraten und sozialen Bewegungen.


Quellen und Vertiefung

  1. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: Geschichte der Demokratie
  2. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: Die Badische Verfassung von 1818
  3. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: Demokratische Traditionen im deutschen Südwesten
  4. Landesarchiv Baden-Württemberg: Parlament und Verfassung im Königreich Württemberg
  5. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: Badische Revolution 1848/1849


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

In welchem Jahr wurde die Badische Verfassung unterzeichnet? (1818) (!1815) (!1830) (!1849)




Wer arbeitete die Badische Verfassung maßgeblich aus? (Karl Friedrich Nebenius) (!Ludwig Uhland) (!Friedrich Hecker) (!Gustav Struve)




Welche Kammer des badischen Landtags hatte den stärkeren Charakter einer gewählten Volksvertretung? (Die Zweite Kammer) (!Die Erste Kammer) (!Der Bundesrat) (!Die Nationalversammlung)




Was war eine Besonderheit der württembergischen Verfassung von 1819? (Sie wurde zwischen König und Ständevertretern ausgehandelt) (!Sie schaffte die Monarchie sofort ab) (!Sie führte das Frauenwahlrecht ein) (!Sie machte Württemberg zur Republik)




Welche ältere Vereinbarung spielte in der württembergischen Verfassungstradition eine wichtige Rolle? (Der Tübinger Vertrag) (!Der Versailler Vertrag) (!Der Wiener Staatsvertrag) (!Der Westfälische Friede)




Welches Ziel gehörte zum Liberalismus des Vormärz? (Begrenzung staatlicher Macht durch Verfassung und Rechte) (!Abschaffung aller Parlamente) (!Unbeschränkte Herrschaft des Monarchen) (!Verbot politischer Öffentlichkeit)




Wofür standen Friedrich Hecker und Gustav Struve im Jahr 1848 besonders? (Für eine radikaldemokratische und republikanische Bewegung) (!Für die Wiederherstellung des Absolutismus) (!Für die Abschaffung der Badischen Verfassung zugunsten Preußens) (!Für ein Verbot politischer Versammlungen)




Wo wurde das Rumpfparlament 1849 auseinandergetrieben? (In Stuttgart) (!In Karlsruhe) (!In Mannheim) (!In Heidelberg)




Welche Gruppe war vom politischen Wahlrecht der frühen Verfassungszeit ausgeschlossen? (Frauen) (!Alle männlichen Staatsbürger) (!Alle Abgeordneten) (!Alle Stadtbewohner)




Warum sind die frühen Parlamente im Südwesten demokratiegeschichtlich bedeutsam? (Sie ermöglichten frühe parlamentarische Praxis und politische Öffentlichkeit) (!Sie beseitigten bereits 1819 alle sozialen Ungleichheiten) (!Sie führten sofort eine moderne Republik ein) (!Sie machten Wahlen überflüssig)





Memory

Badische Verfassung Karl Friedrich Nebenius
Ständehaus Karlsruhe Badische Ständeversammlung
Halbmondsaal Württembergische Zweite Kammer
Ludwig Uhland Liberaler Verfassungspolitiker
Friedrich Hecker Radikaldemokratischer Revolutionär
Rastatt Ende der badischen Revolution





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Konstitutionelle Monarchie Verfassungsgebundene Herrschaft
Zweite Kammer Gewählte Repräsentation
Karlsbader Beschlüsse Politische Repression
Liberalismus Freiheitsrechte und Rechtsstaat
Radikaldemokratie Volkssouveränität und Republik
Rumpfparlament Stuttgart
Ständehaus Karlsruhe






Kreuzworträtsel

Nebenius Wer arbeitete die Badische Verfassung von 1818 maßgeblich aus?
Uhland Welcher Dichter war zugleich württembergischer Verfassungspolitiker?
Karlsruhe In welcher Stadt tagte die Badische Ständeversammlung?
Stuttgart In welcher Stadt tagte der württembergische Landtag?
Hecker Welcher badische Revolutionär führte 1848 einen Freischarenzug an?
Rastatt Welche Festung wurde zum letzten großen Zentrum der badischen Revolution?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Das Großherzogtum Baden erhielt im Jahr

eine frühe liberale Verfassung.
Die württembergische Verfassung wurde im Jahr

zwischen König und Ständevertretern vereinbart.
In Baden besaß besonders die

einen modernen Repräsentationscharakter.
Das badische Parlamentsgebäude in Karlsruhe hieß

.
Der politische Denker und Dichter

setzte sich in Württemberg für Verfassungsrechte ein.
Der politische

forderte unter anderem Freiheitsrechte und die Begrenzung staatlicher Macht.
Die 13 Forderungen des Volkes wurden 1847 in

beschlossen.
Friedrich Hecker und Gustav Struve gehörten zum radikaldemokratischen Flügel und forderten eine

.
Das verbliebene Parlament der Frankfurter Nationalversammlung wurde 1849 in

auseinandergetrieben.
Die badische Revolution endete militärisch mit der Einnahme der Festung

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Zeitleiste: Erstelle eine Zeitleiste von 1815 bis 1849 und trage mindestens sechs wichtige Ereignisse aus Baden und Württemberg ein.
  2. Bildanalyse: Wähle ein historisches Bild aus diesem aiMOOC und beschreibe, was es über politische Beteiligung oder Herrschaft aussagt.
  3. Grundbegriffe: Gestalte Lernkarten zu Konstitutioneller Monarchie, Liberalismus, Demokratie und Volkssouveränität.
  4. Kartenarbeit: Untersuche die Karte des Deutschen Bundes und erkläre, warum Baden und Württemberg politisch eigenständige Staaten waren.


Standard

  1. Verfassungsvergleich: Vergleiche die badische Verfassung von 1818 mit der württembergischen Verfassung von 1819. Arbeite mindestens drei Gemeinsamkeiten und drei Unterschiede heraus.
  2. Quellenanalyse: Untersuche das Flugblatt mit den Forderungen des Volkes von 1847. Ordne drei Forderungen heutigen Grundrechten oder demokratischen Prinzipien zu.
  3. Rollenspiel: Führt eine Debatte zwischen einem liberalen Abgeordneten, einem radikalen Demokraten und einem Vertreter des Monarchen über die Frage durch, wie weit politische Beteiligung gehen soll.
  4. Erinnerungsort: Recherchiere einen Ort der Demokratiegeschichte in Baden-Württemberg, etwa das Ständehaus in Karlsruhe, den Salmen in Offenburg oder einen Erinnerungsort in Stuttgart, und stelle ihn vor.


Schwer

  1. Podcast: Produziere einen kurzen Podcast mit der Leitfrage, warum gerade Baden zu einem Zentrum der Revolution 1848/49 wurde.
  2. Verfassungswerkstatt: Entwirf aus der Sicht einer verfassungsgebenden Versammlung von 1849 fünf Regeln für einen demokratischeren Staat und begründe jede Regel.
  3. Historisches Urteil: Schreibe einen argumentativen Text zur Aussage „Die Verfassungen von 1818 und 1819 waren demokratisch“. Formuliere ein differenziertes Urteil mit Pro- und Contra-Argumenten.
  4. Digitale Ausstellung: Erstellt in einer Gruppe eine digitale Ausstellung mit Bildern, Karten, kurzen Texten und einem eigenen Erklärvideo zum Weg vom frühen Parlamentarismus zur Revolution von 1848/49.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Demokratiebegriff: Erkläre, warum eine Verfassung gleichzeitig fortschrittlich für ihre Zeit und undemokratisch nach heutigen Maßstäben sein kann. Beziehe Baden oder Württemberg ein.
  2. Vergleich Baden Württemberg: Beurteile, ob Baden oder Württemberg vor 1848 mehr politische Beteiligung ermöglichte. Lege zuerst eigene Kriterien fest und wende sie anschließend an.
  3. Liberalismus und Demokratie: Erkläre an einem Beispiel aus 1848, warum Liberale und radikale Demokraten gemeinsame Ziele hatten, sich aber über den politischen Weg und die Staatsform streiten konnten.
  4. Revolution 1848: Nimm Stellung zur Aussage „Die Revolution von 1848/49 ist vollständig gescheitert“. Unterscheide kurzfristige Ergebnisse und langfristige Wirkungen.
  5. Politische Öffentlichkeit: Zeige, wie Parlamente, Zeitungen, Petitionen und Volksversammlungen sich gegenseitig verstärken konnten. Entwickle dazu ein Ursache-Wirkungs-Schema.
  6. Transfer Gegenwart: Formuliere fünf Kriterien für ein demokratisches Parlament der Gegenwart und prüfe anschließend, welche davon die badische Zweite Kammer bereits teilweise erfüllte.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen können, dass Du nicht nur Jahreszahlen kennst, sondern historische Entwicklungen erklären und beurteilen kannst.

  1. Chronologie: Du kannst die Verfassungen von Baden und Württemberg sowie die Revolution von 1848/49 zeitlich einordnen.
  2. Fachbegriffe: Du kannst Konstitutionelle Monarchie, Liberalismus, Demokratie, Volkssouveränität und Parlamentarismus erklären.
  3. Vergleichskompetenz: Du kannst Gemeinsamkeiten und Unterschiede der badischen und württembergischen Verfassungsentwicklung herausarbeiten.
  4. Quellenkompetenz: Du kannst politische Texte, Bilder und Karten aus dem 19. Jahrhundert untersuchen und in ihren historischen Zusammenhang einordnen.
  5. Urteilskompetenz: Du kannst Fortschritte und Grenzen der frühen politischen Beteiligung gegeneinander abwägen.
  6. Revolutionsgeschichte: Du kannst erklären, warum Baden ein Schwerpunkt der Revolution 1848/49 wurde und welche Rolle Württemberg beim Ende der Frankfurter Nationalversammlung spielte.
  7. Gegenwartsbezug: Du kannst Verbindungen zwischen frühen parlamentarischen Erfahrungen und heutigen demokratischen Institutionen herstellen.




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Verknüpfte Lernbereiche

Die Geschichte von Verfassungen und Parlamenten im Südwesten verbindet Landesgeschichte mit zentralen Fragen der deutschen und europäischen Demokratiegeschichte. Besonders wichtig sind Verfassung, politische Beteiligung, Liberalismus, Revolution und die Entwicklung parlamentarischer Öffentlichkeit.


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