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Völkerwanderungszeit - Deutschland

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Völkerwanderungszeit - Deutschland




Einleitung

Die Völkerwanderungszeit gehört zu den spannendsten Umbruchzeiten der europäischen Geschichte. Traditionell wird sie ungefähr vom Auftreten der Hunnen nördlich des Schwarzen Meeres um 375 bis zur Eroberung Norditaliens durch die Langobarden im Jahr 568 eingegrenzt. In diesen knapp zwei Jahrhunderten veränderten sich Herrschaft, Siedlungsräume und politische Bündnisse grundlegend.

Für den Raum des heutigen Deutschlands ist dabei wichtig: Deutschland als Staat gab es noch nicht. Westlich des Rheins und südlich der Donau lagen lange Gebiete des Römischen Reiches, während nördlich und östlich davon unterschiedliche Gruppen und Herrschaftsverbände lebten. Im Verlauf der Völkerwanderungszeit gewannen unter anderem Franken, Alamannen, Sachsen und Thüringer an Bedeutung. Im 6. Jahrhundert bildeten sich außerdem die Bajuwaren als neue politische und kulturelle Gruppe heraus.

Der Begriff „Völkerwanderung“ ist heute umstritten. Er kann den falschen Eindruck erwecken, geschlossene „Völker“ seien gemeinsam von einem festen Ausgangspunkt zu einem festen Ziel gezogen. Tatsächlich bewegten sich häufig kleinere oder größere, unterschiedlich zusammengesetzte Gruppen. Manche flohen, andere suchten Land, Beute, Schutz oder militärische Karriere. Wieder andere wurden von Herrschern angeworben oder schlossen sich erfolgreichen Kriegerverbänden an. Deshalb geht es in diesem aiMOOC nicht nur um Migration, sondern ebenso um politische Neuordnung.

Die Karte zeigt traditionelle Darstellungen verschiedener Wanderungsbewegungen. Lies solche Karten kritisch: Pfeile vereinfachen lange, mehrstufige und oft unübersichtliche Prozesse.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was Historikerinnen und Historiker unter der Völkerwanderungszeit verstehen und warum der Begriff problematisch sein kann. Du kannst wichtige Gruppen im Raum des heutigen Deutschlands räumlich einordnen, Ursachen von Migration unterscheiden, politische Veränderungen vom spätrömischen Reich zu neuen Herrschaften beschreiben und archäologische sowie schriftliche Quellen kritisch auswerten.


Zeitraum und Begriff

In der traditionellen Geschichtsschreibung beginnt die Völkerwanderungszeit häufig mit dem Auftreten der Hunnen um 375. Der hunnische Vorstoß veränderte die Machtverhältnisse nördlich und östlich des Römischen Reiches. Gotische Gruppen gerieten unter Druck und suchten teilweise Aufnahme im Imperium. 376 durften größere gotische Gruppen die Donau überqueren. Konflikte mit römischen Behörden führten jedoch zu Kämpfen. 378 besiegten gotische Verbände ein römisches Heer bei Adrianopel.

Diese Ereignisse waren ein wichtiger Auslöser weiterer Veränderungen, aber nicht die einzige Ursache. Wanderungen und Grenzübertritte hatte es schon vorher gegeben. Viele Menschen aus Gebieten außerhalb des Reiches handelten mit den Römern, dienten im römischen Militär oder siedelten innerhalb des Imperiums.

Der Begriff Völkerwanderung entstand viel später als die beschriebenen Ereignisse. Moderne Forschung betont, dass Gruppenidentitäten veränderlich waren. Ein Verband konnte sich auflösen, neue Mitglieder aufnehmen oder unter einem neuen Namen auftreten. Dieser Prozess wird als Ethnogenese bezeichnet.


Warum Menschen ihre Orte wechselten

Migration hatte unterschiedliche Gründe. Militärischer Druck spielte eine Rolle, besonders dort, wo neue Mächte wie die Hunnen bestehende Herrschaften verdrängten. Ebenso wichtig waren politische Chancen im Römischen Reich. Krieger konnten als Soldaten oder Verbündete römischer Heerführer Karriere machen. Fruchtbares Land, Zugang zu Handelswegen, Beute und Schutz konnten weitere Motive sein.

Auch die römische Innenpolitik war entscheidend. Bürgerkriege, Machtkämpfe und der hohe Bedarf an Soldaten schwächten die Kontrolle über manche Grenzräume. Gruppen von außerhalb wurden deshalb nicht nur bekämpft, sondern auch als Verbündete aufgenommen. Solche vertraglich gebundenen Verbände werden häufig mit dem lateinischen Begriff Foederaten bezeichnet.

Es ist deshalb zu einfach, die Völkerwanderungszeit als eine einzige Fluchtbewegung zu erklären. Sie war ein Geflecht aus Flucht, Ansiedlung, Militärdienst, Eroberung, Bündnissen und politischem Aufstieg.


Der Raum des heutigen Deutschlands vor und während der Völkerwanderungszeit

Der heutige deutsche Staatsraum war in der Spätantike politisch geteilt. Teile des Westens und Südens gehörten zum Römischen Reich. Rhein und Donau waren wichtige Grenzräume. Der Limes hatte bereits im 3. Jahrhundert in vielen Abschnitten seine frühere Funktion verloren. Dennoch blieben römische Städte, Straßen, Kastelle, Handelsbeziehungen und kulturelle Einflüsse bedeutend.

Nördlich und östlich der römischen Grenzen lag das Gebiet, das römische Autoren oft als Barbaricum bezeichneten. Dieser Begriff bedeutet nicht, dass dort keine komplexen Gesellschaften existierten. Er beschreibt aus römischer Sicht schlicht Gebiete außerhalb des Imperiums.

Grenzen waren keine vollständig geschlossenen Mauern. Menschen, Waren, Münzen, Waffen, Schmuck und Ideen bewegten sich in beide Richtungen. Deshalb lassen sich „römisch“ und „germanisch“ archäologisch nicht immer sauber voneinander trennen.


Wichtige Gruppen und Räume

Gruppe Schwerpunkt im Raum des heutigen Deutschlands Bedeutung für die politische Neuordnung
Franken Rheinraum und Gebiete westlich sowie später östlich des Rheins Unter den Merowingern entstand ein expandierendes Reich, das große Teile des westlichen und später auch mittleren heutigen Deutschlands einbezog.
Alamannen Vor allem Südwestdeutschland, Elsass und angrenzende Räume Alamannische Herrschaftsverbände wurden im späten 5. und frühen 6. Jahrhundert zunehmend in den fränkischen Machtbereich einbezogen.
Sachsen Vor allem Nord- und Nordwestdeutschland Sächsische Gruppen blieben zunächst außerhalb direkter fränkischer Kontrolle und entwickelten eigene regionale Strukturen.
Thüringer Teile Mitteldeutschlands Ein thüringisches Königreich entstand und wurde um 531 von den Franken besiegt.
Bajuwaren Alpenvorland und südöstlicher Raum Ihre Identität formte sich im 6. Jahrhundert aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen unter neuen politischen Bedingungen.

Die Karte zu Zentraleuropa am Ende des 5. Jahrhunderts macht sichtbar, dass im Gebiet des heutigen Deutschlands mehrere Herrschafts- und Siedlungsräume nebeneinander bestanden. Moderne Staatsgrenzen dürfen deshalb nicht einfach in die Vergangenheit zurückprojiziert werden.


Vom Imperium zu neuen Reichen

Das Weströmische Reich verschwand nicht an einem einzigen Tag. Im 5. Jahrhundert übernahmen regionale Militärführer und Könige immer mehr Aufgaben, die zuvor römische Behörden ausgeübt hatten. Römische Verwaltung, Kirche, Städte und Rechtsvorstellungen bestanden teilweise weiter, während sich die politische Spitze veränderte.

476 wurde der junge weströmische Kaiser Romulus Augustulus vom Heerführer Odoaker abgesetzt. Das Jahr gilt oft als symbolisches Ende des Weströmischen Reiches. Das Oströmische Reich mit der Hauptstadt Konstantinopel bestand jedoch weiter. Auch im Westen verschwanden römische Lebensformen keineswegs sofort.

Die Karte Europas im Jahr 526 zeigt verschiedene Nachfolgereiche im ehemaligen Westen des Imperiums. Diese Reiche verbanden neue militärische Eliten mit vielen römischen Traditionen.


Der Aufstieg der Franken

Für den Raum des heutigen Deutschlands wurde besonders das Frankenreich wichtig. Unter Chlodwig I. aus der Dynastie der Merowinger wuchs die fränkische Herrschaft stark. Chlodwig besiegte 486/487 den römischen Machthaber Syagrius in Nordgallien und setzte sich später auch gegen alamannische Gruppen durch.

Die häufig genannte Schlacht von Zülpich wird traditionell um 496 datiert, doch Einzelheiten und genaue Datierung sind in der Forschung nicht völlig sicher. Entscheidend ist die Entwicklung: Die Franken bauten ihre Macht am Rhein und in Gallien aus und bezogen nach und nach weitere Gebiete ein.

Chlodwigs Annahme des katholischen Christentums erleichterte die Zusammenarbeit mit gallorömischen Bischöfen und Teilen der römisch geprägten Bevölkerung. Die fränkischen Herrscher nutzten außerdem vorhandene Verwaltungsstrukturen und lokale Eliten. Politische Neuordnung bedeutete deshalb nicht nur Zerstörung, sondern oft auch Verbindung von Neuem und Bestehendem.


Das Thüringerreich und die fränkische Expansion

In Mitteldeutschland entwickelte sich im frühen 6. Jahrhundert ein Thüringerreich. Sein Herrschaftsgebiet lässt sich wegen der begrenzten Quellen nicht exakt bestimmen. Um 531 besiegten merowingische Franken die Thüringer. Damit wurde ein großer Teil ihres politischen Raums in die fränkische Einflusssphäre einbezogen.

Diese Entwicklung zeigt, dass die Völkerwanderungszeit nicht nur aus weiten Wanderungen bestand. Ebenso wichtig waren Kriege zwischen regionalen Herrschaften, Bündnisse, dynastische Politik und die Entstehung größerer Reiche.


Alamannen, Sachsen und Bajuwaren

Die Alamannen lebten vor allem im Südwesten. Nach dem Ende der direkten römischen Kontrolle entstanden dort regionale Herrschaftszentren. Archäologisch sind beispielsweise Höhensiedlungen auf der Schwäbischen Alb und am Schwarzwaldrand bekannt. Im späten 5. und frühen 6. Jahrhundert gerieten alamannische Gebiete zunehmend unter fränkischen Einfluss.

Im Norden lebten Gruppen, die später unter der Bezeichnung Sachsen zusammengefasst wurden. Ihre Geschichte darf nicht mit dem heutigen Bundesland Sachsen gleichgesetzt werden. Das historische Kerngebiet der Altsachsen lag vor allem in Nordwestdeutschland und angrenzenden Regionen.

Im südöstlichen Alpenvorland formierten sich im 6. Jahrhundert die Bajuwaren. Die heutige Forschung geht nicht davon aus, dass ein bereits fertiges „Volk“ geschlossen nach Bayern eingewandert sei. Vielmehr entstand eine neue Identität aus unterschiedlichen Gruppen und unter neuen politischen Bedingungen.


Politische Neuordnung im Raum des heutigen Deutschlands

Die politische Neuordnung lässt sich als Übergang von vielen spätantiken Machtzentren zu neuen regionalen und überregionalen Herrschaften beschreiben. Besonders das Frankenreich gewann langfristig an Einfluss.

Diese Karte reicht zeitlich über die eigentliche Völkerwanderungszeit hinaus. Sie ist gerade deshalb nützlich: Du kannst erkennen, wie aus den Machtverschiebungen des 5. und 6. Jahrhunderts später ein sehr großes Frankenreich hervorging.

Die Neuordnung hatte mehrere Ebenen. Militärische Gefolgschaften konnten zu Herrschaftsträgern werden. Könige stützten sich auf Krieger, Grundbesitz, Abgaben und Bündnisse. Christliche Bischöfe gewannen in vielen Städten politische Bedeutung. Römische Verwaltungsformen und lateinische Schriftkultur blieben in vielen Regionen wichtig.

Es entstand also nicht plötzlich eine völlig neue Welt. Vielmehr überlagerten sich Kontinuität und Wandel. Genau deshalb sprechen Historikerinnen und Historiker häufig von einem langen Übergang von der Spätantike zum Frühmittelalter.


Alltag, Kultur und Austausch

Politische Veränderungen betrafen nicht alle Menschen gleich. Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner lebten von Landwirtschaft und lokaler Produktion. Herrschaftswechsel konnten neue Abgaben, neue militärische Pflichten oder neue Eliten bedeuten, während der Alltag in manchen Regionen zunächst relativ ähnlich blieb.

Handelsbeziehungen bestanden weiter, wenn auch teilweise in veränderter Form. Römische Münzen, Glas, Keramik und Metallwaren wurden auch außerhalb der früheren Reichsgrenzen gefunden. Gleichzeitig verbreiteten sich neue Schmuckformen, Bestattungssitten und Waffenstile.

Das Christentum gewann an Bedeutung. Zugleich bestanden ältere religiöse Vorstellungen weiter. Die Ausbreitung des Christentums verlief regional sehr unterschiedlich und dauerte über die Völkerwanderungszeit hinaus an.


Archäologie: Was Funde erzählen

Für viele Regionen des heutigen Deutschlands gibt es aus der Völkerwanderungszeit nur wenige schriftliche Nachrichten. Deshalb ist die Archäologie besonders wichtig. Forschende untersuchen Siedlungen, Gräberfelder, Waffen, Schmuck, Keramik, Münzen und Spuren von Handwerk.

Die Reiterscheibe von Pliezhausen aus Baden-Württemberg stammt aus dem frühen Mittelalter. Solche Funde zeigen, dass Motive, Stile und Gegenstände über große Entfernungen verbreitet sein konnten. Ein einzelner Gegenstand beweist jedoch nicht automatisch die Herkunft einer Person.

Diese merowingerzeitliche Scheibenfibel aus Mertloch in Rheinland-Pfalz zeigt, wie Schmuck als Sachquelle genutzt werden kann. Form, Material, Herstellungstechnik und Fundzusammenhang helfen bei der Datierung und bei Fragen nach sozialen Beziehungen.


Quellen kritisch lesen

Schriftliche Quellen zur Völkerwanderungszeit wurden häufig von römischen oder später christlichen Autoren verfasst. Sie berichteten nicht neutral. Begriffe wie „Barbaren“ spiegeln die Sicht der Autoren und ihre politischen Vorstellungen.

Auch archäologische Funde sprechen nicht von selbst. Ein Grab mit einer bestimmten Fibel bedeutet nicht automatisch, dass die bestattete Person einer eindeutig bestimmbaren „Volksgruppe“ angehörte. Kleidung, Schmuck und Waffen konnten gehandelt, verschenkt, erbeutet oder bewusst übernommen werden.

Historische Forschung verbindet deshalb verschiedene Quellenarten und fragt immer: Wer hat eine Quelle geschaffen? Wann? Mit welcher Absicht? Welche Alternativerklärungen sind möglich?


Zentrale Ereignisse im Überblick

  1. Auftreten der Hunnen um 375: Der Vorstoß hunnischer Gruppen verändert die Machtverhältnisse östlich des Römischen Reiches.
  2. Donauübertritt gotischer Gruppen 376: Teile der Goten suchen Aufnahme im Römischen Reich.
  3. Adrianopel 378: Ein römisches Heer wird von gotischen Verbänden geschlagen.
  4. Rheinübergang 406/407: Verschiedene Gruppen überschreiten den Rhein und verstärken die politische Krise in Gallien.
  5. Absetzung des Romulus Augustulus 476: Das Datum gilt traditionell als symbolisches Ende des Weströmischen Reiches.
  6. Aufstieg Chlodwigs ab 481/482: Die fränkische Herrschaft in Gallien und am Rhein wächst.
  7. Niederlage des Thüringerreichs um 531: Der fränkische Einfluss in Mitteldeutschland nimmt deutlich zu.
  8. Langobardenzug nach Italien 568: Dieses Ereignis gilt traditionell als Ende der Völkerwanderungszeit.


Begriffsklärungen

Begriff Erklärung
Völkerwanderungszeit Traditionelle Bezeichnung für eine Phase starker politischer und gesellschaftlicher Veränderungen zwischen Spätantike und Frühmittelalter.
Migration Räumliche Verlagerung des Lebensmittelpunkts von Menschen oder Gruppen; sie kann freiwillig, erzwungen oder durch mehrere Motive zugleich geprägt sein.
Ethnogenese Entstehung und Veränderung kollektiver Gruppenidentitäten.
Foederaten Gruppen oder Truppenverbände, die aufgrund eines Vertrags im Dienst oder als Verbündete des Römischen Reiches standen.
Barbaricum Römische Sammelbezeichnung für Gebiete außerhalb des Imperiums; kein neutraler moderner Kulturbegriff.
Merowinger Fränkische Herrscherdynastie, zu der auch Chlodwig I. gehörte.
Kontinuität Fortbestehen älterer Strukturen trotz politischer Veränderungen.


Zusammenfassung

Die Völkerwanderungszeit war keine einzige Wanderung geschlossener Völker. Sie war eine lange Phase von Migration, Krieg, Bündnissen, Ansiedlung und politischem Wandel. Im Raum des heutigen Deutschlands trafen römische Traditionen auf neue Herrschaftsverbände. Franken, Alamannen, Sachsen, Thüringer und später Bajuwaren prägten verschiedene Regionen.

Besonders folgenreich war die Expansion der Franken. Sie verbanden neue militärische Macht mit vorhandenen römischen Strukturen und schufen ein Reich, das große Teile West- und Mitteleuropas erfassen sollte. Gleichzeitig blieben regionale Unterschiede bestehen.

Für die historische Bewertung ist entscheidend, moderne Nationen nicht in die Vergangenheit zurückzuprojizieren. Die Menschen der Völkerwanderungszeit waren keine „Deutschen“ im heutigen Sinn. Ihre Zugehörigkeiten waren regional, politisch, sozial und religiös geprägt und konnten sich verändern.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welches Ereignis wird traditionell häufig als Beginn der Völkerwanderungszeit genannt? (Das Auftreten der Hunnen nördlich des Schwarzen Meeres um 375) (!Die Gründung des Deutschen Kaiserreiches) (!Die Eroberung Konstantinopels) (!Der Beginn der Kreuzzüge)




Warum wird der Begriff Völkerwanderung heute kritisch betrachtet? (Weil häufig unterschiedlich zusammengesetzte Gruppen und nicht geschlossene Völker wanderten) (!Weil in dieser Zeit überhaupt keine Menschen migrierten) (!Weil ausschließlich römische Kaiser ihre Hauptstädte wechselten) (!Weil alle Wanderungen nur innerhalb Italiens stattfanden)




Was muss beim Begriff Deutschland für die Völkerwanderungszeit beachtet werden? (Einen deutschen Staat gab es damals noch nicht) (!Deutschland hatte bereits seine heutigen Grenzen) (!Berlin war bereits politische Hauptstadt) (!Alle Bewohner gehörten zu einem gemeinsamen deutschen Volk)




Welche Gruppe war besonders mit dem Südwesten des heutigen Deutschlands verbunden? (Alamannen) (!Wikinger) (!Normannen) (!Mongolen)




Welche Herrschaft gewann im Raum des heutigen West- und Mitteldeutschlands langfristig besonders an Bedeutung? (Das Frankenreich) (!Das Aztekenreich) (!Das Osmanische Reich) (!Das Inkareich)




Wofür steht das Jahr 476 in vielen historischen Darstellungen? (Für die Absetzung des letzten weströmischen Kaisers in Italien) (!Für das Ende des Oströmischen Reiches) (!Für die Gründung des Frankenreiches durch Karl den Großen) (!Für die erste schriftliche Erwähnung Berlins)




Was geschah um 531 mit dem Thüringerreich? (Es wurde von den Franken besiegt) (!Es eroberte Konstantinopel) (!Es vereinigte sich mit dem Römischen Reich) (!Es gründete eine Kolonie in Nordafrika)




Welche Quelle ist für die Erforschung der Völkerwanderungszeit besonders wichtig? (Archäologische Funde wie Gräber Schmuck und Waffen) (!Moderne Tageszeitungen aus dem fünften Jahrhundert) (!Fotografien römischer Kaiser) (!Tonaufnahmen germanischer Könige)




Wie lassen sich die Ursachen damaliger Migration am besten beschreiben? (Als Zusammenspiel von militärischem Druck politischen Chancen wirtschaftlichen Interessen und weiteren Faktoren) (!Als Folge einer einzigen Naturkatastrophe) (!Als ausschließlich religiös motivierte Bewegung) (!Als von einem einzigen Herrscher geplanter Gesamtzug)




Welches Ereignis gilt traditionell als Ende der Völkerwanderungszeit? (Die Eroberung Norditaliens durch die Langobarden im Jahr 568) (!Die Schlacht bei Waterloo) (!Der Dreißigjährige Krieg) (!Die Französische Revolution)





Memory

Völkerwanderungszeit Spätantike
Hunnen Mobilitätsimpuls
Franken Merowinger
Alamannen Südwestdeutschland
Thüringer Mitteldeutschland
Sachsen Norddeutschland
Archäologie Sachquellen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Raum
Franken Rheinraum
Alamannen Südwestdeutschland
Sachsen Norddeutschland
Thüringer Mitteldeutschland
Bajuwaren Alpenvorland






Kreuzworträtsel

Franken Welche Gruppe baute unter Chlodwig eine besonders erfolgreiche Herrschaft in Gallien und am Rhein aus?
Alamannen Welche Gruppe war besonders im Südwesten des heutigen Deutschlands verbreitet?
Thüringer Welche Gruppe besaß im frühen sechsten Jahrhundert ein Königreich in Mitteldeutschland?
Hunnen Welche Gruppe veränderte um 375 die Machtverhältnisse nördlich des Schwarzen Meeres stark?
Archäologie Welche Wissenschaft untersucht materielle Überreste vergangener Gesellschaften?
Merowinger Wie heißt die Herrscherdynastie zu der Chlodwig gehörte?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die Völkerwanderungszeit wird traditionell mit dem Auftreten der

um 375 verbunden.
Im Raum des heutigen Deutschlands existierte damals noch kein einheitlicher Staat namens

.
Der Begriff Völkerwanderung ist problematisch, weil häufig keine geschlossenen Völker, sondern gemischte

unterwegs waren.
Der Rhein und die Donau bildeten wichtige Grenzräume des

.
Im Südwesten des heutigen Deutschlands waren besonders die

bedeutend.
In Mitteldeutschland entstand im frühen sechsten Jahrhundert ein Reich der

.
Unter Chlodwig gewann das Reich der

stark an Macht.
Das symbolische Ende des Weströmischen Reiches wird häufig mit dem Jahr 476 und der Absetzung des Romulus

verbunden.
Für die Erforschung dieser Zeit sind materielle Funde eine wichtige Grundlage der

.
Die Entstehung und Veränderung einer Gruppenidentität wird als

bezeichnet.
Die politische Neuordnung verband Veränderungen mit dem Fortbestehen älterer römischer

.
Der Zug der Langobarden nach Italien im Jahr 568 gilt traditionell als Ende der

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Kartenanalyse: Markiere auf einer selbst gezeichneten Karte Rhein, Donau sowie die ungefähren Räume von Franken, Alamannen, Sachsen und Thüringern. Schreibe zu jeder Gruppe einen kurzen Erklärungssatz.
  2. Begriffskarten: Gestalte Lernkarten zu Migration, Ethnogenese, Foederaten, Barbaricum, Merowinger und Kontinuität. Ergänze jeweils eine eigene Erklärung in einfacher Sprache.
  3. Zeitstrahl: Erstelle einen Zeitstrahl von 375 bis 568 und wähle sechs Ereignisse aus, die Du für besonders wichtig hältst. Begründe zwei Deiner Entscheidungen.
  4. Fundbeschreibung: Wähle die Reiterscheibe oder die Scheibenfibel aus dem Lerntext und beschreibe zunächst nur, was Du sicher erkennen kannst. Trenne Beobachtung und Deutung.


Standard

  1. Quellenvergleich: Vergleiche eine schriftliche Nachricht zur Völkerwanderungszeit mit einem archäologischen Fund. Zeige, welche unterschiedlichen Informationen beide Quellenarten liefern.
  2. Regionalstudie: Recherchiere, welche Funde oder frühmittelalterlichen Orte es in Deiner Region gibt. Erstelle eine Seite mit Karte, Bild, Datierung und Quellenangaben.
  3. Herrschaftsrat: Versetze Dich in einen regionalen Herrscher um das Jahr 500. Entwickle mit einer Gruppe einen Plan zu Bündnissen, Handel, Verteidigung und Beziehungen zu Nachbarn.
  4. Kontinuität und Wandel: Gestalte eine Infografik mit zwei Bereichen. Zeige, was sich nach dem Ende weströmischer Herrschaft veränderte und was zunächst weiterbestand.


Schwer

  1. Begriffsdebatte: Untersuche, warum Historikerinnen und Historiker den Begriff Völkerwanderung kritisch diskutieren. Formuliere anschließend einen eigenen begründeten Vorschlag für eine alternative Bezeichnung.
  2. Historischer Vergleich: Vergleiche Migration in der Völkerwanderungszeit mit einem modernen Migrationsprozess. Arbeite mindestens drei Gemeinsamkeiten und drei Unterschiede heraus und erkläre, warum direkte Gleichsetzungen problematisch sind.
  3. Digitale Ausstellung: Plane eine kleine digitale Ausstellung mit mindestens fünf Objekten oder Karten zur Völkerwanderungszeit im Raum des heutigen Deutschlands. Zu jedem Exponat soll ein erklärender Text und eine quellenkritische Frage gehören.
  4. Urteilsessay: Prüfe die These: „Die Völkerwanderungszeit war für den Raum des heutigen Deutschlands stärker eine politische Neuordnung als eine reine Wanderungsbewegung.“ Belege Dein Urteil mit mehreren Beispielen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Migration und Herrschaft: Erkläre an zwei Beispielen, wie Migration und politische Machtbildung miteinander verbunden waren. Zeige dabei Ursache, Handlung und Folge.
  2. Das Jahr 476: Beurteile, ob 476 als klares Ende der Antike geeignet ist. Berücksichtige dabei sowohl politische Veränderungen als auch fortbestehende römische Strukturen.
  3. Ein unbekanntes Grab: In einem Grab werden eine römische Münze, eine regional gefertigte Fibel und eine Waffe gefunden. Entwickle mindestens drei mögliche Erklärungen für diese Kombination und erkläre, warum keine davon allein sicher beweist, welcher Gruppe die bestattete Person angehörte.
  4. Politische Neuordnung: Vergleiche gedanklich eine Karte des Römischen Reiches mit einer Karte Europas um 526. Beschreibe mindestens drei Veränderungen und eine Kontinuität.
  5. Folgen fränkischer Expansion: Erkläre, warum der Aufstieg der Franken für Südwest- und Mitteldeutschland langfristig besonders wichtig wurde.
  6. Völkerwanderung: Formuliere ein begründetes Urteil darüber, ob der Begriff Völkerwanderung im Unterricht weiter verwendet werden sollte. Nenne mindestens ein Argument dafür und zwei notwendige Einschränkungen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du historische Fakten nicht nur auswendig kennst, sondern Zusammenhänge erklären kannst.

  1. Zeitraum: Du kannst die traditionelle Einordnung von etwa 375 bis 568 erklären und weißt, dass solche Epochengrenzen Vereinfachungen sind.
  2. Ursachen: Du kannst mehrere Ursachen von Wanderungsbewegungen unterscheiden und vermeidest Ein-Ursachen-Erklärungen.
  3. Deutschlandbezug: Du kannst erklären, warum vom Raum des heutigen Deutschlands und nicht von einem damaligen deutschen Staat gesprochen werden muss.
  4. Franken, Alamannen, Sachsen, Thüringer und Bajuwaren: Du kannst wichtige Gruppen räumlich und politisch einordnen.
  5. Politische Neuordnung: Du kannst den Aufstieg des Frankenreiches und die Einbindung alamannischer und thüringischer Räume erläutern.
  6. Kontinuität und Wandel: Du kannst zeigen, dass römische Strukturen teilweise fortbestanden, obwohl sich Herrschaft veränderte.
  7. Quellenkompetenz: Du kannst Sachquellen und schriftliche Quellen unterscheiden und ihre Aussagegrenzen benennen.
  8. Gruppenidentität: Du kannst erklären, warum Gruppenidentitäten in dieser Zeit nicht als unveränderlich betrachtet werden dürfen.
  9. Urteilskompetenz: Du kannst die Begriffe Völkerwanderung und Untergang kritisch prüfen und zu einer begründeten Bewertung kommen.




OERs zum Thema



Verknüpfte Lernbereiche


Weiterführende Quellen

  1. Wikipedia – Völkerwanderungszeit: Überblick zur archäologischen und historischen Einordnung.
  2. Wikipedia – Völkerwanderung: Vertiefung zu Migration, Reichsbildungen und Forschung.
  3. Wikipedia – Franken: Informationen zur fränkischen Entwicklung und zu Chlodwig.
  4. Wikipedia – Alamannen: Überblick zum südwestdeutschen Raum.
  5. Wikipedia – Thüringer: Informationen zur Entstehung und zum Thüringerreich.
  6. Wikipedia – Bajuwaren: Überblick zur komplexen Ethnogenese im 6. Jahrhundert.


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