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Umweltschutzvorschriften im Metallhandwerk - Schmied

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Umweltschutzvorschriften im Metallhandwerk - Schmied




Einleitung

In einer Schmiede treffen hohe Temperaturen, kräftige Umformmaschinen, Brennstoffe, Schmierstoffe, Abschreckmedien, Metallstäube und verschiedene Abfälle aufeinander. Dadurch entstehen Umweltwirkungen, die Du im Arbeitsalltag erkennen und beherrschen musst. Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende im Metallhandwerk, besonders an angehende Metallbauerinnen und Metallbauer der Fachrichtung Metallgestaltung. Im heutigen dualen Ausbildungssystem ist das Schmieden ein wichtiger Bestandteil dieser dreieinhalbjährigen Berufsausbildung. Der frühere eigenständige Ausbildungsberuf Schmied ist in heutigen Metallberufen aufgegangen.

Du lernst, wie Du Abfall, Abwasser, Luftemissionen, Lärm, wassergefährdende Stoffe und Energieverbräuche fachgerecht beurteilst. Dabei stehen die für Deutschland maßgeblichen Regelwerke im Mittelpunkt. Dazu gehören insbesondere das Kreislaufwirtschaftsgesetz, die Gewerbeabfallverordnung, die Abfallverzeichnis-Verordnung, das Wasserhaushaltsgesetz, die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen, das Bundes-Immissionsschutzgesetz und betriebliche Genehmigungen.

Rechtsstand des Kurses: August 2026. Vorschriften, Genehmigungsauflagen, kommunale Entwässerungssatzungen und behördliche Zuständigkeiten können sich ändern. Im Betrieb gelten deshalb immer die aktuelle Rechtslage, die vorhandenen Genehmigungen, Betriebsanweisungen, Sicherheitsdatenblätter und Anweisungen der verantwortlichen Fachkräfte. Als Auszubildende oder Auszubildender handelst Du nur im Rahmen Deiner Unterweisung und niemals unter Selbstgefährdung.


Lernziele

Nach diesem Lernkurs kannst Du typische Umweltaspekte einer Schmiede benennen, Rechtsbereiche voneinander abgrenzen und geeignete Schutzmaßnahmen auswählen. Du kannst Abfallströme beschreiben, Metallreste von gefährlichen Abfällen unterscheiden, die Bedeutung von Auffangsystemen erklären und bei einer Leckage richtig reagieren. Außerdem kannst Du erläutern, warum Umweltschutz im Metallhandwerk nicht nur aus Entsorgung besteht, sondern bereits bei Arbeitsplanung, Materialauswahl, Prozessführung und Instandhaltung beginnt.


Berufsbezug: Schmieden in der Ausbildung

Metallbauerinnen und Metallbauer der Fachrichtung Metallgestaltung bearbeiten unter anderem Baustähle, legierte Stähle und Kupferlegierungen. Zu den typischen Verfahren gehören Schmieden, Glühen, Härten, Treiben, Biegen, Nieten, Löten, Schweißen und die Oberflächenbehandlung. Beim manuellen oder maschinellen Schmieden wird ein Werkstück erwärmt und durch Druck oder Schlag plastisch umgeformt.

Aus Umweltsicht sind vor allem folgende Stoff- und Energieströme wichtig: Brennstoff und Verbrennungsluft für das Schmiedefeuer, elektrische Energie für Öfen und Maschinen, Rohmaterial und Zuschläge, Schmier- und Trennmittel, Abschreckmedien, Reinigungs- und Beschichtungsstoffe sowie die dabei entstehenden Abgase, Stäube, Geräusche, Abwässer und Abfälle.


Umweltaspekt und Umweltauswirkung

Ein Umweltaspekt ist ein Bestandteil einer Tätigkeit, der mit der Umwelt in Wechselwirkung treten kann. Das Verbrennen von Gas oder Kohle ist beispielsweise ein Umweltaspekt. Die damit verbundenen Luftschadstoffe und Treibhausgasemissionen sind mögliche Umweltauswirkungen.

Für die Beurteilung im Betrieb fragst Du deshalb immer:

  1. Welche Stoffe und Energien werden eingesetzt?
  2. Welche Emissionen, Abfälle oder Abwässer entstehen?
  3. Wo können Stoffe austreten oder verschleppt werden?
  4. Welche Schutzmaßnahme verhindert oder vermindert die Umweltwirkung?
  5. Welche Aufzeichnung oder Entsorgungsdokumentation ist erforderlich?


Zentrale Umweltbereiche einer Schmiede


Luftreinhaltung

Beim Erwärmen von Metall können Verbrennungsabgase, Rauch, Metalloxide, Zunderpartikel, Schleifstaub und Dämpfe aus Ölen, Beschichtungen oder Verunreinigungen entstehen. Eine wirksame Absaugung erfasst Emissionen möglichst nahe an der Entstehungsstelle. Hauben, Rohrleitungen, Filter und Ventilatoren müssen passend ausgelegt, dicht und instand gehalten sein.

Werkstücke mit unbekannten Beschichtungen dürfen nicht ohne Prüfung erhitzt werden. Lacke, Verzinkungen, Öle oder chlorhaltige Rückstände können beim Erwärmen gefährliche und umweltschädliche Stoffe freisetzen. Vor dem Prozess sind Werkstoff, Oberflächenzustand und Arbeitsverfahren zu klären.

Bei genehmigungsbedürftigen Anlagen gelten die Pflichten des Bundes-Immissionsschutzgesetzes und die jeweilige Genehmigung. Ob eine größere Schmiede genehmigungsbedürftig ist, richtet sich nach Art und Leistung der Anlage sowie dem Anhang 1 der 4. BImSchV. Auch eine nicht genehmigungsbedürftige Handwerksschmiede muss nach § 22 BImSchG so errichtet und betrieben werden, dass vermeidbare schädliche Umwelteinwirkungen verhindert und unvermeidbare Einwirkungen auf ein Mindestmaß beschränkt werden.


Lärm und Erschütterungen

Hämmer, Lufthämmer, Federhämmer, Pressen, Schleifmaschinen und Richtarbeiten können erhebliche Geräusche und Erschütterungen verursachen. Im Umweltrecht bezeichnet eine Emission den von einer Anlage ausgehenden Schall. Die Einwirkung dieses Schalls an einem Wohnhaus oder einem anderen schutzbedürftigen Ort ist die Immission.

Das BImSchG und die TA Lärm schützen vor allem Nachbarschaft und Allgemeinheit. Die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung schützt dagegen die Beschäftigten im Betrieb. Beide Bereiche dürfen nicht verwechselt werden.

Geeignete Minderungsmaßnahmen sind schwingungsentkoppelte Fundamente, gekapselte Maschinen, elastische Zwischenlagen, geschlossene Tore während lärmintensiver Arbeiten, regelmäßige Wartung und eine betriebliche Zeitplanung. Persönlicher Gehörschutz schützt Beschäftigte, verringert jedoch nicht den Schall, der die Nachbarschaft erreicht.

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Gewässer- und Bodenschutz

Hydrauliköle, Schmieröle, Abschrecköle, Kraftstoffe, Reinigungsmittel und manche Beschichtungsstoffe können wassergefährdend sein. Nach § 62 WHG und der AwSV müssen Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen so beschaffen sein und betrieben werden, dass eine nachteilige Veränderung von Gewässern nicht zu besorgen ist.

Eine Rückhalteeinrichtung wie eine geeignete Auffangwanne verhindert, dass austretende Flüssigkeit in Boden, Kanalisation oder Gewässer gelangt. Sie muss zum Stoff, zum Behälter und zum möglichen Austrittsvolumen passen. Behälter bleiben geschlossen, werden eindeutig gekennzeichnet und gegen Beschädigung gesichert. Bodenabläufe im Gefahrenbereich sind besonders kritisch.

Ölige Metallspäne und mit Öl benetzte Schmiedeteile dürfen nicht so gelagert werden, dass Flüssigkeit austreten kann. Für feste Stoffe, denen wassergefährdende Flüssigkeiten anhaften, enthält die AwSV besondere Anforderungen. Auch beim Befüllen, Umfüllen und Entleeren müssen Tropfverluste verhindert und unvermeidbare Tropfmengen aufgefangen werden.


Abwasser und Abschreckmedien

Abschreckwasser, Reinigungsflüssigkeiten, Beizlösungen, ölhaltiges Wasser, Kühlschmierstoffemulsionen und Bodenwaschwasser dürfen nicht einfach in einen Ausguss oder Straßenablauf gelangen. Ob und unter welchen Bedingungen Abwasser in die öffentliche Kanalisation eingeleitet werden darf, ergibt sich aus wasserrechtlichen Vorgaben, der kommunalen Entwässerungssatzung und gegebenenfalls einer Einleitungsgenehmigung.

Ein gebrauchtes Abschreckmedium wird nicht allein dadurch zu Abwasser, dass es flüssig ist. Soll es entsorgt werden, kann es rechtlich ein Abfall sein. Die Einstufung richtet sich nach Herkunft, Zusammensetzung und gefährlichen Eigenschaften. Deshalb müssen unbekannte Flüssigkeiten zunächst identifiziert und dürfen nicht zusammengeschüttet werden.


Abfall und Kreislaufwirtschaft

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz ordnet Maßnahmen in einer fünfstufigen Abfallhierarchie:

  1. Vermeidung
  2. Vorbereitung zur Wiederverwendung
  3. Recycling
  4. Sonstige Verwertung
  5. Beseitigung

In einer Schmiede bedeutet Abfallvermeidung beispielsweise, Zuschnitte zu optimieren, Überhitzung und Ausschuss zu vermeiden, Werkzeuge instand zu halten und Materialreste für geeignete Folgeaufträge einzuplanen. Erst wenn ein Stoff oder Gegenstand tatsächlich Abfall geworden ist, greifen die Regeln der Abfallbewirtschaftung.

Metalle sind nach der Gewerbeabfallverordnung grundsätzlich getrennt zu sammeln, soweit deren Anwendungsbereich eröffnet ist und keine rechtlich anerkannte Ausnahme greift. Für eine hochwertige Verwertung ist eine zusätzliche betriebliche Trennung nach Eisenmetallen, Nichteisenmetallen, Legierungen und Verunreinigungsgrad sinnvoll. Saubere Stahlabschnitte gehören nicht in denselben Behälter wie ölgetränkte Späne oder Kehricht.


Abfallschlüssel und gefährliche Abfälle

Die Abfallverzeichnis-Verordnung ordnet Abfällen sechsstellige Abfallschlüssel zu. Ein Sternchen am Schlüssel kennzeichnet einen gefährlichen Abfall. Entscheidend sind der Entstehungsprozess, die Zusammensetzung und gefährliche Eigenschaften, nicht nur das Aussehen.

Typische betriebliche Abfallströme können sein:

Abfallstrom Fachgerechte betriebliche Handhabung Wichtiger Prüfpunkt
Saubere Stahl- und Eisenreste Sortenrein und frei von Fremdstoffen sammeln Verwertung mit dem Entsorger abstimmen
Nichteisenmetalle und Legierungen Getrennt nach Werkstoffqualität lagern Vermischung mindert den Recyclingwert
Zunder Trocken und getrennt erfassen, sofern der Verwertungsweg dies verlangt Einstufung und Annahmekriterien prüfen
Schleifstaub und Filterstaub Staubarm, geschlossen und gekennzeichnet sammeln Metallart, Brennbarkeit und Verunreinigungen beachten
Ölhaltige Späne Flüssigkeitsdicht und mit Rückhaltung lagern Anhaftendes Öl und Abfallschlüssel klären
Gebrauchte Öle In geeigneten Behältern getrennt halten Altölverordnung und Vermischungsverbote beachten
Ölbindemittel und Reinigungstücher In geschlossenem, gekennzeichnetem Behälter sammeln Bei gefährlicher Verunreinigung kann gefährlicher Abfall vorliegen
Reste von Lacken, Lösemitteln oder Beizen Stoffverträglich und getrennt lagern Sicherheitsdatenblatt und gefährliche Eigenschaften prüfen

Gefährliche Abfälle unterliegen besonderen Nachweis- und Registerpflichten. Für Kleinmengenerzeuger bestehen unter bestimmten Voraussetzungen Erleichterungen, aber keine Erlaubnis zur ungeordneten Entsorgung. Übergabe, Menge, Abfallart und Entsorgungsweg müssen entsprechend den geltenden Vorgaben nachvollziehbar bleiben.


Altöl und ölhaltige Betriebsmittel

Altöl darf nicht mit anderen Abfällen oder mit Stoffen vermischt werden, die seine Aufbereitung erschweren. Unterschiedliche Sammelkategorien sind entsprechend der Altölverordnung getrennt zu halten. Für den Betrieb bedeutet das: keine Lösemittel, Bremsflüssigkeiten, Wasser, Kühlschmierstoffemulsionen oder Reinigungsreste in den Altölbehälter geben.

Der Altölbehälter benötigt eine eindeutige Kennzeichnung, einen dichten Verschluss, einen geeigneten Standort und die erforderliche Rückhaltung. Ein Trichter bleibt nicht dauerhaft offen. Verschüttetes Öl wird nicht mit Wasser in einen Ablauf gespült, sondern nach dem Leckageplan aufgenommen.


Gefahrstoffe und Sicherheitsdatenblatt

Gefahrstoffrecht und Umweltschutzrecht haben unterschiedliche Schutzziele, überschneiden sich aber im betrieblichen Alltag. Das Sicherheitsdatenblatt enthält wichtige Angaben zu Handhabung, Lagerung, unbeabsichtigter Freisetzung, Entsorgung und Rechtsvorschriften. Besonders relevant sind die Abschnitte 6, 7, 13 und 15.

Gefahrstoffe in ortsbeweglichen Behältern werden nach der TRGS 510 gelagert. Die Zusammenlagerung unverträglicher Stoffe ist zu vermeiden. Originalgebinde oder eindeutig beschriftete, geeignete Ersatzgebinde verhindern Verwechslungen. Lebensmittelbehälter sind für Chemikalien ungeeignet.

Bei lösemittelhaltiger Oberflächenbeschichtung kann zusätzlich die 31. BImSchV relevant sein, wenn eine dort genannte Tätigkeit und die jeweiligen Lösemittelverbrauchsschwellen erreicht werden. Für kleine Einzelarbeiten ist deshalb nicht pauschal eine Genehmigungspflicht anzunehmen; der konkrete Prozess und die eingesetzte Menge sind zu prüfen.


Betriebliche Umsetzung


Vor Arbeitsbeginn

Vor dem Schmieden prüfst Du Arbeitsauftrag, Werkstoff, Oberflächenzustand und vorgesehene Hilfsstoffe. Du klärst, welche Abfälle entstehen und welche Sammelbehälter vorgesehen sind. Absaugung, Filter, Auffangwannen und Behälter werden auf erkennbare Schäden kontrolliert. Für verwendete Öle, Reiniger oder Beschichtungen müssen Kennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt verfügbar sein.

Ein umweltgerechter Arbeitsplatz ist vorbereitet, bevor das erste Werkstück erwärmt wird. Dazu gehören geeignete Behälter für Zunder, Metallreste und kontaminierte Betriebsmittel sowie Bindemittel und Mittel zum Sichern von Abläufen nach dem betrieblichen Notfallplan.


Während der Arbeit

Die erforderliche Werkstücktemperatur wird eingehalten, ohne unnötig lange aufzuheizen. Brenner und Luftzufuhr werden sachgerecht eingestellt. Werkstücke bleiben frei von nicht freigegebenen Beschichtungen und Verunreinigungen. Metallreste werden direkt dem richtigen Sammelweg zugeordnet.

Tropfverluste beim Ölen, Abschrecken oder Umfüllen werden vermieden. Eine Absaugung darf nicht aus Bequemlichkeit abgeschaltet werden. Auffällige Rauchentwicklung, Geruch, ungewöhnliche Geräusche, Filterstörungen oder Leckagen meldest Du sofort.


Nach Arbeitsende

Brennstoff- und Energiezufuhr werden nach Betriebsanweisung reduziert oder abgeschaltet. Reststoffe und Abfälle kommen in die gekennzeichneten Behälter. Deckel werden geschlossen. Der Arbeitsplatz wird so gereinigt, dass Stäube und Metallpartikel nicht in Abläufe oder nach draußen gelangen.

Druckluft ist zum großflächigen Abblasen von Staub ungeeignet, weil sie Partikel aufwirbelt und verteilt. Geeignete Industriesauger oder festgelegte staubarme Reinigungsverfahren sind vorzuziehen. Auffangwannen werden kontrolliert und dürfen nicht mit Regenwasser, Kehricht oder Fremdstoffen gefüllt sein.


Verhalten bei Leckagen und Störungen

Eine Leckage ist ein unbeabsichtigter Stoffaustritt. Bei Öl, Kraftstoff, Reiniger oder Abschreckmedium gilt der betriebliche Alarm- und Maßnahmenplan. Als Auszubildende oder Auszubildender handelst Du nur, wenn Du unterwiesen bist und keine Selbstgefährdung besteht.

  1. Arbeit stoppen, gefährdete Personen warnen und die verantwortliche Fachkraft informieren.
  2. Stoffzufuhr nur dann stoppen, wenn dies gefahrlos möglich ist.
  3. Bodenabläufe und Ausbreitungswege nach Notfallplan sichern.
  4. Geeignetes, mit dem Stoff verträgliches Bindemittel einsetzen; Stoff niemals in den Ablauf spülen.
  5. Aufgenommenes Material in einen geeigneten, gekennzeichneten Behälter geben.
  6. Austrittsmenge, Ursache, Maßnahmen und Entsorgungsweg dokumentieren.
  7. Bei möglicher Gewässer-, Boden- oder Kanalgefährdung die im Alarmplan vorgesehenen Stellen unverzüglich benachrichtigen.

Nach § 24 AwSV muss der Betreiber bei Betriebsstörungen unverzüglich Maßnahmen zur Schadensbegrenzung ergreifen. Reicht dies nicht aus, um eine Gewässergefährdung zu verhindern, kann die Anlage außer Betrieb zu nehmen und gegebenenfalls zu entleeren sein.


Ressourceneffizienz in der Schmiede

Umweltschutz beginnt vor der Entsorgung. Durch genaue Materialplanung, geeignete Ausgangsabmessungen und wiederholbare Prozessparameter sinken Verschnitt, Zunderbildung und Ausschuss. Gut gewartete Öfen, Brenner, Leitungen und Druckluftsysteme benötigen weniger Energie. Wärmeverluste lassen sich durch passende Ofendämmung, kurze Öffnungszeiten und abgestimmte Chargen reduzieren.

Auch die Konstruktion eines Schmiedeteils beeinflusst die Umweltwirkung. Reparierbare Verbindungen, austauschbare Verschleißteile und korrosionsgerechte Gestaltung verlängern die Nutzungsdauer. Ein langlebiges Geländer oder Werkzeug ersetzt über seine Lebenszeit mehrere kurzlebige Produkte.

Die Wahl zwischen Kohlefeuer, Gasofen, elektrischem Widerstandsofen oder Induktion ist nicht allein nach dem Energiepreis zu treffen. Zu berücksichtigen sind Werkstückart, Wirkungsgrad, lokale Emissionen, Strommix, Regelbarkeit, Investition und Produktionsmenge. Eine pauschal umweltbeste Technik gibt es nicht für jeden Betrieb.


Praxisfall: Ölhaltige Späne neben dem Bodenablauf

Nach einer Reparatur liegen ölhaltige Späne in einer offenen Stahlwanne. Die Wanne steht neben einem Bodenablauf. Es beginnt zu regnen, weil das Hallentor offensteht.

Die Späne sind nicht nur ein Wertstoff, sondern können wegen des anhaftenden Öls einen wasserrechtlich relevanten Stoffstrom darstellen. Die offene Lagerung neben dem Ablauf ist ungeeignet. Fachgerecht wäre ein flüssigkeitsdichter, gekennzeichneter Behälter mit geeigneter Rückhaltung an einem geschützten Standort. Das Öl darf nicht durch Regenwasser ausgewaschen werden. Abfallschlüssel und Entsorgungsweg sind mit der verantwortlichen Person und dem Entsorger festzulegen.


Rechtsgrundlagen im Überblick

Regelwerk Bedeutung für eine Schmiede
Kreislaufwirtschaftsgesetz Abfallhierarchie, Getrennthaltung, Verwertung und ordnungsgemäße Entsorgung
Gewerbeabfallverordnung Getrennte Sammlung bestimmter gewerblicher Abfallfraktionen und Dokumentation
Abfallverzeichnis-Verordnung Zuordnung des sechsstelligen Abfallschlüssels und Kennzeichnung gefährlicher Abfälle
Nachweisverordnung Nachweise und Register bei der Entsorgung, besonders bei gefährlichen Abfällen
Altölverordnung Getrennte Sammlung, Vermischungsverbote und vorrangige Aufbereitung geeigneter Altöle
Wasserhaushaltsgesetz und AwSV Schutz von Boden, Grundwasser und Gewässern beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen
Bundes-Immissionsschutzgesetz Schutz vor Luftverunreinigungen, Geräuschen, Erschütterungen und ähnlichen Einwirkungen
4. BImSchV Bestimmung, welche größeren Anlagen eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung benötigen
TA Luft und TA Lärm Konkretisierung der Anforderungen an Luftreinhaltung und Geräuschbeurteilung
Gefahrstoffverordnung und TRGS 510 Information, Kennzeichnung und sichere Lagerung von Gefahrstoffen
Bundes-Bodenschutzgesetz Vermeidung und Abwehr schädlicher Bodenveränderungen


Aktuelle amtliche Quellen

  1. Kreislaufwirtschaftsgesetz
  2. Gewerbeabfallverordnung
  3. Abfallverzeichnis-Verordnung
  4. Nachweisverordnung
  5. Altölverordnung
  6. Wasserhaushaltsgesetz
  7. AwSV
  8. Bundes-Immissionsschutzgesetz
  9. 4. BImSchV
  10. Gefahrstoffverordnung


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Stufe steht in der Abfallhierarchie an erster Stelle? (Vermeidung) (!Recycling) (!Energetische Verwertung) (!Beseitigung)




Welches Regelwerk enthält zentrale Anforderungen an Anlagen mit wassergefährdenden Stoffen? (AwSV) (!TA Lärm) (!Gewerbeordnung) (!Produktsicherheitsgesetz)




Was ist bei einer kleinen Ölleckage zuerst zu tun? (Arbeit stoppen und nach Alarmplan informieren) (!Öl mit Wasser in den Ablauf spülen) (!Öl mit Metallspänen vermischen) (!Den Bereich unbeaufsichtigt verlassen)




Was bezeichnet der Begriff Emission? (Einen von einer Anlage ausgehenden Stoff oder Schall) (!Die Wirkung an einem Wohnhaus) (!Die Sortierung von Metallabfällen) (!Die Prüfung eines Sicherheitsdatenblatts)




Woran ist ein gefährlicher Abfall im Abfallverzeichnis erkennbar? (Am Sternchen beim Abfallschlüssel) (!An einer roten Behälterfarbe) (!An einem besonders hohen Gewicht) (!An der Herkunft aus einer Werkstatt)




Welche Maßnahme mindert den Umgebungslärm einer Schmiedemaschine? (Eine schwingungsentkoppelte Aufstellung) (!Das alleinige Tragen von Gehörschutz) (!Ein offenes Hallentor) (!Das Abblasen mit Druckluft)




Wie werden saubere Stahlreste für hochwertiges Recycling gesammelt? (Getrennt und möglichst sortenrein) (!Gemeinsam mit Ölbindemitteln) (!Gemeinsam mit Lackresten) (!Im Behälter für Restmüll)




Was gilt für gebrauchtes Abschrecköl? (Es ist in einem geeigneten gekennzeichneten Behälter zu sammeln) (!Es darf in die Kanalisation eingeleitet werden) (!Es darf mit Reinigungsmitteln vermischt werden) (!Es ist immer ungefährlich)




Welche Aussage zu einer kleinen Handwerksschmiede ist richtig? (Auch eine nicht genehmigungsbedürftige Anlage muss vermeidbare Umwelteinwirkungen verhindern) (!Für sie gilt das Bundes-Immissionsschutzgesetz nie) (!Sie benötigt grundsätzlich immer eine Großanlagengenehmigung) (!Nachbarschaftslärm ist nur Arbeitsschutz)




Was ist die Aufgabe einer Auffangwanne? (Austretende Flüssigkeit zurückzuhalten) (!Metall schneller abzukühlen) (!Schall vollständig zu beseitigen) (!Abfallschlüssel zu vergeben)





Memory

Kreislaufwirtschaftsgesetz Abfallhierarchie
AwSV Wassergefährdende Stoffe
Abfallverzeichnis-Verordnung Abfallschlüssel
Emission Austritt an der Quelle
Immission Einwirkung am Empfangsort
Auffangwanne Rückhalteeinrichtung
Zunder Oxidschicht beim Erwärmen
Altölverordnung Vermischungsverbot





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Umweltbereich
Auffangwanne Gewässerschutz
Absaugung Luftreinhaltung
Getrenntsammlung Kreislaufwirtschaft
Schwingungsentkopplung Immissionsschutz
Sicherheitsdatenblatt Gefahrstoffinformation






Kreuzworträtsel

Vermeidung Welche Stufe steht an der Spitze der Abfallhierarchie?
Auffangwanne Welche Einrichtung hält ausgetretene Flüssigkeit zurück?
Absaugung Welche technische Einrichtung erfasst Rauch und Staub an der Quelle?
Zunder Wie heißt die Oxidschicht, die beim Erwärmen von Stahl entsteht?
Immission Wie heißt die Einwirkung von Schall oder Schadstoffen am Empfangsort?
Leckage Wie heißt ein unbeabsichtigter Stoffaustritt?





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Lückentext

Vervollständige den Text.

Die höchste Stufe der Abfallhierarchie ist die

. Metallreste sollen möglichst

gesammelt werden. Ein Sternchen am Abfallschlüssel kennzeichnet einen

Abfall. Öle und viele Reinigungsmittel können

sein. Eine geeignete

hält ausgetretene Flüssigkeit zurück. Von einer Anlage ausgehende Stoffe oder Geräusche heißen

. Ihre Einwirkung an einem schutzbedürftigen Ort heißt

. Angaben zur unbeabsichtigten Freisetzung findest Du im

. Gebrauchte Öle dürfen nicht beliebig

werden. Bei einer Leckage wird der Stoff niemals in den

gespült.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Umweltcheck Schmiedeplatz: Untersuche einen Ausbildungsarbeitsplatz und dokumentiere fünf mögliche Umweltaspekte sowie vorhandene Schutzmaßnahmen.
  2. Abfallkennzeichnung: Entwirf gut lesbare Behälterschilder für Stahlreste, Nichteisenmetalle, Zunder, Altöl und ölhaltige Bindemittel.
  3. Fotodokumentation: Fotografiere mit betrieblicher Erlaubnis drei gute Umweltschutzlösungen und erläutere ihren Zweck.
  4. Energiesparplan: Erstelle eine Checkliste zum energieeffizienten Anheizen, Nutzen und Abschalten eines Schmiedeofens.


Standard

  1. Abfallstromplan: Zeichne den Weg von fünf betrieblichen Reststoffen vom Entstehungsort bis zur Übergabe an den Entsorger.
  2. Interview Umweltschutz: Befrage eine verantwortliche Person im Betrieb zu Abfallnachweisen, Leckagevorsorge und behördlichen Prüfungen.
  3. Ofenvergleich: Vergleiche Kohlefeuer, Gasofen und Elektroofen anhand von Regelbarkeit, Energieeinsatz, lokalen Emissionen und Eignung.
  4. Beschwerdefall Lärm: Entwickle Maßnahmen für eine Schmiede, deren Nachbarschaft sich über abendliche Hammergeräusche beschwert.


Schwer

  1. Umweltaudit Schmiede: Plane einen Rundgang mit Prüfpunkten zu Luft, Lärm, Wasser, Boden, Abfall, Gefahrstoffen und Energie.
  2. Rechtskataster: Erstelle für einen fiktiven Metallgestaltungsbetrieb ein übersichtliches Register der einschlägigen Umweltvorschriften und betrieblichen Pflichten.
  3. Leckageübung: Konzipiere eine sichere Trockenübung mit Wasser als ungefährlichem Ersatzstoff, Rollenverteilung, Alarmweg und Auswertung.
  4. Lebenszyklus Schmiedeteil: Vergleiche zwei Konstruktionsvarianten eines geschmiedeten Bauteils hinsichtlich Materialeinsatz, Reparierbarkeit, Korrosionsschutz und Recycling.




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Lernkontrolle

  1. Fallanalyse Altöl: In einem Betrieb wurden Altöl, Lösemittel und Wasser in einem Behälter gesammelt. Erkläre die rechtlichen und technischen Probleme und entwickle einen verbesserten Sammelplan.
  2. Transfer Lärmschutz: Eine Schmiedemaschine überschreitet keinen innerbetrieblichen Auslösewert, führt aber zu Beschwerden aus der Nachbarschaft. Begründe, warum trotzdem Maßnahmen nötig sein können.
  3. Entscheidung Abwasser oder Abfall: Beurteile ein verbrauchtes Abschreckbad und beschreibe, welche Informationen vor einer Entsorgungsentscheidung benötigt werden.
  4. Prozessoptimierung: Analysiere einen Arbeitsablauf mit häufigem Wiedererwärmen und hohem Zunderanfall. Entwickle drei Maßnahmen, die Material und Energie sparen.
  5. Notfallbewertung: Bei einer Leckage gelangen wenige Liter Hydrauliköl in Richtung Bodenablauf. Formuliere eine sichere Reihenfolge der betrieblichen Maßnahmen und begründe sie.
  6. Genehmigungsprüfung: Erkläre, warum die Aussage „Eine Schmiede braucht nie eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung“ fachlich falsch ist, ohne pauschal eine Genehmigungspflicht zu behaupten.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind folgende Leistungen wichtig:

  1. Du beschreibst mindestens sechs Umweltaspekte einer Schmiede mit korrekten Fachbegriffen.
  2. Du ordnest die wichtigsten Rechtsgebiete Abfall, Wasser, Immissionen und Gefahrstoffe richtig zu.
  3. Du entwickelst einen nachvollziehbaren Abfall- und Behälterplan für einen Schmiedearbeitsplatz.
  4. Du analysierst einen Leckagefall und leitest eine sichere, rechtskonforme Reaktion ab.
  5. Du unterscheidest Emission und Immission sowie Umweltlärm und Beschäftigtenexposition.
  6. Du begründest Maßnahmen zur Abfallvermeidung, Ressourceneffizienz und Instandhaltung.
  7. Du dokumentierst verwendete Quellen und prüfst, ob Vorschriften und betriebliche Vorgaben aktuell sind.




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