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Turnen und Vereinsgeschichte - Baden-Württemberg

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Turnen und Vereinsgeschichte - Baden-Württemberg



Turnen und Vereinsgeschichte - Baden-Württemberg


Einleitung

Turnen ist viel mehr als eine Folge von Übungen an Reck, Barren, Boden oder Sprung. Wer die Geschichte des Turnens betrachtet, entdeckt auch die Geschichte von Sportvereinen, Gemeinschaft, Ehrenamt, politischer Beteiligung, Ausgrenzung, Neubeginn und gesellschaftlichem Wandel. Gerade in Baden-Württemberg lässt sich diese Entwicklung besonders gut verfolgen.

Wichtig ist dabei: Das heutige Bundesland Baden-Württemberg entstand erst 1952. Wenn es um das 19. und frühe 20. Jahrhundert geht, sprechen wir deshalb vor allem von den historischen Räumen Baden und Württemberg. Dort entstanden zahlreiche Turnvereine, Turnfeste und Verbände, die bis heute Spuren im Sport hinterlassen haben.

In diesem aiMOOC erfährst Du, wie sich Turnen von einer frühen Bewegungsidee zu einem vielseitigen Sport entwickelte, warum Vereine für Gemeinschaft wichtig waren und sind und weshalb Sportgeschichte immer auch Gesellschaftsgeschichte ist.

Das Turnerkreuz mit den vier F steht traditionell für „frisch, fromm, fröhlich, frei“. Es wurde zu einem bekannten Zeichen der Turnbewegung. Seine Geschichte zeigt zugleich, wie stark Sport, Symbole und gesellschaftliche Vorstellungen miteinander verbunden sein können.


Was bedeutete „Turnen“ früher?

Heute denkst Du bei Turnen vielleicht zuerst an Gerätturnen, Bodenturnen, Trampolin, Gymnastik oder Kinderturnen. Im 19. Jahrhundert war der Begriff wesentlich weiter. Zur frühen Turnbewegung gehörten neben Übungen an Geräten auch Laufen, Springen, Klettern, Wandern, Spiele, Fechten und andere Formen körperlicher Erziehung.

Die moderne Turnbewegung wurde besonders durch Friedrich Ludwig Jahn bekannt. 1811 entstand auf der Hasenheide in Berlin ein öffentlicher Turnplatz. Dort wurden Übungen gemeinsam im Freien durchgeführt. Die Idee verbreitete sich in viele deutsche Regionen.

Die frühe Turnbewegung war allerdings nicht nur sportlich. Sie war auch politisch geprägt. Viele Anhänger verbanden körperliche Erziehung mit dem Wunsch nach einem deutschen Nationalstaat. Das bedeutete einerseits Engagement für politische Veränderungen, andererseits gab es auch nationalistische und ausgrenzende Vorstellungen. So schloss Jahns früher „Deutscher Bund“ Menschen jüdischer Herkunft aus. Für die Beschäftigung mit Sportgeschichte ist deshalb wichtig: Historische Personen und Bewegungen müssen in ihrer Zeit verstanden, aber auch kritisch beurteilt werden.

Das Video zur Geschichte des modernen Sports hilft Dir, den Unterschied zwischen der älteren Turnbewegung und dem später stärker wettkampforientierten Sportverständnis einzuordnen.


Turnen kommt nach Württemberg

Auch in Württemberg verbreiteten Pädagogen und Turner die neuen Ideen. Ein wichtiger Förderer war Friedrich Wilhelm Klumpp. Er setzte sich dafür ein, körperliche Bildung mit schulischer Erziehung zu verbinden und beeinflusste damit das Schulturnen in Württemberg.

In den 1840er Jahren entstanden immer mehr Turnvereine. Turnfeste boten Gelegenheit, gemeinsam zu üben, Vorführungen zu zeigen, Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zwischen Vereinen aufzubauen.

1845 fand in Reutlingen ein bedeutendes württembergisches Turnfest statt. Solche Feste waren damals weniger reine Wettkampfveranstaltungen als vielmehr große Treffen der Turnbewegung.

Am 1. Mai 1848 wurde in Esslingen der Schwäbische Turnerbund gegründet. Sein erster Präsident war Theodor Georgii. Der Verband zählt zu den traditionsreichsten Sportverbänden Deutschlands und verbindet bis heute zahlreiche Turn- und Sportvereine in Württemberg.


Turnen in Baden und die Revolution von 1848/49

Auch in Baden entstanden früh Turnvereine. Am 12. März 1848 wurde in Offenburg der „Bund der oberrheinischen Turnvereine“ gegründet. Der heutige Badische Turner-Bund betrachtet dieses Ereignis als einen wichtigen Ausgangspunkt seiner Verbandsgeschichte.

Die Jahre 1848 und 1849 waren politisch äußerst unruhig. In vielen Teilen Deutschlands forderten Menschen Verfassungen, Bürgerrechte, politische Mitbestimmung und nationale Einheit. In Baden entwickelte sich eine besonders starke revolutionäre Bewegung. Turner beteiligten sich teilweise an Versammlungen, Bürgerwehren und politischen Aktionen.

Nach dem Scheitern der Revolution von 1848/49 wurden viele politische Vereine eingeschränkt oder verboten. Auch das Vereinsturnen in Baden wurde stark getroffen. 1860 entstand mit dem Oberrheinischen Turnerbund erneut eine überregionale Verbandsstruktur.

Historikerinnen und Historiker haben für 1849 bereits 104 Turnvereine in Baden und Württemberg nachgewiesen. Daran erkennst Du, wie schnell sich die Vereinsidee verbreitet hatte.


Warum wurden Vereine so wichtig?

Ein Verein ist nicht nur eine Gruppe, die zur gleichen Zeit Sport treibt. Vereine schaffen Regeln, wählen Vorstände, verwalten Geld, organisieren Feste, bilden Übungsleitende aus und übernehmen Verantwortung.

Im 19. Jahrhundert lernten viele Menschen im Verein Formen gemeinsamer Entscheidung kennen. Vereinsversammlungen, Wahlen und gemeinsam beschlossene Satzungen konnten Erfahrungen vermitteln, die auch für eine demokratische Gesellschaft wichtig sind.

Gleichzeitig waren Vereine nicht automatisch offen für alle. Viele frühe Turnvereine waren zunächst stark von Männern geprägt. Frauen, Mädchen, Menschen aus ärmeren Bevölkerungsschichten oder Angehörige bestimmter Minderheiten hatten oft schlechtere Zugangsmöglichkeiten. Erst über lange gesellschaftliche Auseinandersetzungen wurde die Teilnahme breiter.

Eine Turnhalle konnte dadurch im Lauf der Zeit zu einem wichtigen Ort des Dorf- oder Stadtlebens werden: für Training, Feste, Versammlungen, Vorführungen und Begegnungen.


Von Leibesübungen zu Sportarten

Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert veränderte sich das Turnen. Übungen wurden systematischer, Wettkampfregeln genauer und Leistungen besser vergleichbar. An Geräten wie Reck, Barren und Pferd entwickelte sich ein anspruchsvolles Gerätturnen.

Gleichzeitig verbreiteten sich Sportarten, die teilweise aus der Turnbewegung herauswuchsen oder lange unter ihrem Dach organisiert waren. Dazu gehörten unter anderem Spiele, Leichtathletik, Faustball und weitere Bewegungsformen.

Turnfeste veränderten sich ebenfalls. Neben Gemeinschaft und Schauvorführungen gewann der Leistungsvergleich an Bedeutung. Frauen wurden in den 1920er Jahren zunehmend zu Wettkämpfen zugelassen. Trotzdem blieb die Gleichberechtigung im Sport noch lange unvollständig.


Vereine in der Zeit des Nationalsozialismus

Die Zeit des Nationalsozialismus gehört zwingend zur Vereinsgeschichte. Ab 1933 verloren Sportverbände und Vereine einen großen Teil ihrer Selbstständigkeit. Der Sport wurde in die nationalsozialistischen Organisationsstrukturen eingeordnet und politisch genutzt.

Arbeitersportorganisationen wurden verboten. Jüdische Sportlerinnen und Sportler wurden ausgegrenzt und aus vielen Vereinen verdrängt. Sport konnte Gemeinschaft schaffen, wurde in dieser Zeit aber zugleich zur Erziehung im Sinne der Diktatur und für propagandistische Zwecke eingesetzt.

Das Deutsche Turnfest 1933 in Stuttgart ist deshalb nicht nur als Sportereignis zu betrachten. Es fand in einer Zeit statt, in der die nationalsozialistische Diktatur bereits begann, Staat und Gesellschaft gleichzuschalten.

Merke: Ein historisches Foto zeigt, dass etwas stattgefunden hat. Es erklärt aber nicht automatisch, warum es stattfand, wer ausgeschlossen wurde oder welche politische Bedeutung ein Ereignis hatte. Genau deshalb ist Quellenkritik wichtig.


Neubeginn nach 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg musste auch das Vereins- und Sportsystem neu aufgebaut werden. Die Besatzungsmächte wollten verhindern, dass alte nationalistische und militärische Strukturen einfach weitergeführt wurden. In Teilen Südwürttembergs blieb Gerätturnen unter französischer Besatzung zunächst bis 1948 verboten.

Trotzdem entstanden schon 1945 wieder örtliche Sportveranstaltungen. Vereine wurden neu zugelassen, umorganisiert oder neu gegründet. Der Sport sollte nun stärker mit demokratischer Erziehung und friedlicher Gemeinschaft verbunden werden.

Ein Foto von Turnspielen junger Mädchen in Stuttgart aus dem Jahr 1951 zeigt zugleich, wie wichtig Kinder und Jugendliche sowie zunehmend auch Mädchen und Frauen im Vereinssport wurden.


Baden-Württemberg entsteht – Vereine bleiben regional verwurzelt

1952 entstand das Bundesland Baden-Württemberg aus Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern. Die historischen Sportstrukturen verschwanden dadurch nicht. Bis heute gibt es im Turnen mit dem Badischen Turner-Bund und dem Schwäbischen Turnerbund zwei große regionale Verbände.

Diese regionale Gliederung macht sichtbar, dass Sportorganisationen oft älter sind als heutige staatliche Grenzen. Vereins- und Verbandsgeschichte kann deshalb helfen, Landesgeschichte besser zu verstehen.

Seit 2001 gibt es gemeinsame baden-württembergische Landesturnfeste. Dort treffen sich Menschen aus vielen Vereinen für Wettkämpfe, Vorführungen, Bewegungserlebnisse und gemeinsame Veranstaltungen.


Turnen heute: Leistung, Freizeit und Gemeinschaft

Turnen in Baden-Württemberg umfasst heute sehr unterschiedliche Angebote: vom Eltern-Kind- und Kinderturnen über Gerätturnen, Gymnastik, Tanz, Trampolin und Fitness bis zu gesundheitsorientierten Angeboten und Spitzensport.

Auch im schwäbischen Bereich zeigt das Wettkampfturnen, wie sich aus der historischen Turnbewegung moderne Sportstrukturen entwickelt haben.

Neben Leistung spielt Gemeinschaft eine große Rolle. Viele Angebote funktionieren nur, weil Menschen ehrenamtlich trainieren, Wettkämpfe organisieren, Geräte aufbauen, Feste vorbereiten oder Aufgaben im Vorstand übernehmen.

Ein modernes Landesturnfest zeigt, dass ein Turnfest heute gleichzeitig Sportveranstaltung, Treffpunkt, Mitmachangebot und Gemeinschaftserlebnis sein kann.


Kinder und Jugendliche im Verein

Für Kinder und Jugendliche kann ein Turnverein ein Lernort sein. Du trainierst dort nicht nur Bewegungsfertigkeiten. Du kannst auch lernen, Regeln einzuhalten, anderen zu helfen, Verantwortung zu übernehmen, mit Erfolgen und Misserfolgen umzugehen und gemeinsam Ziele zu erreichen.

Moderne Vereinsarbeit beschäftigt sich außerdem mit Inklusion, Kinder- und Jugendschutz, demokratischer Beteiligung und einem respektvollen Umgang miteinander. Damit unterscheidet sich das heutige Leitbild vieler Vereine deutlich von ausgrenzenden Vorstellungen früherer Epochen.

Ein gemeinsamer Turnfesttanz ist ein einfaches Beispiel dafür, wie Bewegung und Gemeinschaft zusammenkommen können: Viele Menschen lernen dieselbe Bewegung, führen sie gemeinsam aus und erleben sich als Teil einer größeren Gruppe.


Schule und Verein

Schulsport und Vereinssport haben unterschiedliche Aufgaben, beeinflussen sich aber gegenseitig. In der Schule sollen alle Schülerinnen und Schüler Bewegungserfahrungen sammeln. Im Verein können Interessen oft über viele Jahre vertieft werden.

Schon im 19. Jahrhundert wirkten Turnpädagogen wie Friedrich Wilhelm Klumpp daran mit, körperliche Erziehung stärker in Schulen zu verankern. Heute können Kooperationen zwischen Schulen und Sportvereinen zusätzliche Bewegungsangebote ermöglichen.

Für Dich bedeutet das: Wenn Du im Unterricht eine Bewegung neu lernst, kann ein Verein ein Ort sein, an dem Du sie weiterentwickelst. Umgekehrt können Erfahrungen aus dem Verein in den Schulsport einfließen.


Ein kurzer Zeitstrahl

  1. Frühe Turnbewegung: Im frühen 19. Jahrhundert verbreiten sich organisierte Leibesübungen und öffentliche Turnplätze.
  2. Reutlingen: Das württembergische Turnfest von 1845 zeigt die wachsende regionale Vernetzung.
  3. Schwäbischer Turnerbund: 1848 schließen sich Turngemeinden in Esslingen zu einem Verband zusammen.
  4. Offenburg: 1848 entsteht ein Bund oberrheinischer Turnvereine im politisch bewegten Baden.
  5. Revolution: Turner beteiligen sich teilweise an der demokratisch-nationalen Bewegung, nach deren Scheitern Vereine unter Druck geraten.
  6. Diktatur: Ab 1933 werden Sportorganisationen gleichgeschaltet, Menschen ausgegrenzt und Sport politisch instrumentalisiert.
  7. Neubeginn: Nach 1945 werden Vereine unter neuen demokratischen Bedingungen wieder aufgebaut.
  8. Gegenwart: Turnen verbindet heute Breiten-, Freizeit-, Gesundheits- und Wettkampfsport mit ehrenamtlicher Vereinsarbeit.


Was Du aus der Geschichte lernen kannst

Die Geschichte des Turnens zeigt, dass Sport nie völlig außerhalb der Gesellschaft steht. Vereine können Gemeinschaft, Teilhabe und demokratisches Handeln fördern. Sie können aber auch gesellschaftliche Ausgrenzung übernehmen oder von politischen Systemen beeinflusst werden.

Deshalb lohnt sich bei jeder Vereinsgeschichte die Frage: Wer durfte mitmachen? Wer entschied? Welche Werte wurden vertreten? Wie veränderten sich Trainingsformen, Geschlechterrollen, politische Rahmenbedingungen und Vorstellungen von Gemeinschaft?

Wenn Du diese Fragen stellst, wird aus einer Liste von Jahreszahlen eine lebendige Geschichte von Menschen, Bewegung und Gesellschaft.


Quellen und Vertiefung

  1. Schwäbischer Turnerbund: 175 Jahre Leidenschaft für Bewegung
  2. Badischer Turner-Bund: Geschichte des Turnens in Baden
  3. Landesarchiv Baden-Württemberg: Rechercheratgeber Sport
  4. Institut für Sportgeschichte Baden-Württemberg: Forschung und Präsentation
  5. Bundeszentrale für politische Bildung: Jüdischer Sport und Antisemitismus


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was umfasste der Begriff Turnen im 19. Jahrhundert häufig? (Viele verschiedene Leibesübungen wie Gerätübungen Spiele Laufen und Wandern) (!Nur Wettkämpfe am Reck) (!Nur Schulsport) (!Nur Gymnastik für Erwachsene)




Wo entstand 1811 ein bekannter früher öffentlicher Turnplatz? (In der Berliner Hasenheide) (!In Stuttgart) (!In Konstanz) (!In Heidelberg)




Welche Bedeutung hatte das Turnfest 1845 in Reutlingen? (Es stärkte die Vernetzung der württembergischen Turnbewegung) (!Es gründete das Bundesland Baden-Württemberg) (!Es beendete die Turnbewegung) (!Es war eine Olympische Veranstaltung)




Wo wurde der Schwäbische Turnerbund 1848 gegründet? (In Esslingen) (!In Freiburg) (!In Mannheim) (!In Ulm)




Welche Stadt ist für einen frühen badischen Zusammenschluss von Turnvereinen im Jahr 1848 wichtig? (Offenburg) (!Konstanz) (!Tübingen) (!Aalen)




Was geschah mit dem organisierten Sport im Nationalsozialismus? (Er wurde politisch kontrolliert und gleichgeschaltet) (!Er blieb vollständig unabhängig vom Staat) (!Alle Vereine wurden demokratischer) (!Politische Ausgrenzung spielte keine Rolle)




Was kennzeichnete die Nachkriegszeit im Sport? (Vereine wurden unter veränderten demokratischen Bedingungen neu aufgebaut) (!Alle Turnvereine blieben dauerhaft verboten) (!Es gab keinerlei Sportveranstaltungen) (!Nur Spitzensport war erlaubt)




Warum kann ein Sportverein ein Lernort für Demokratie sein? (Weil Mitglieder gemeinsam Regeln Aufgaben und Entscheidungen gestalten können) (!Weil dort niemals abgestimmt wird) (!Weil nur Trainer Entscheidungen treffen dürfen) (!Weil Vereine keine Regeln benötigen)




Wann entstand das heutige Bundesland Baden-Württemberg? (1952) (!1811) (!1848) (!1933)




Was verbindet viele moderne Turnfeste? (Bewegung Wettkampf Begegnung und Gemeinschaft) (!Nur stilles Zuschauen) (!Nur Profisport) (!Nur Einzeltraining ohne Vereine)





Memory

Hasenheide Früher öffentlicher Turnplatz
Reutlingen Bedeutendes württembergisches Turnfest
Esslingen Gründungsort des Schwäbischen Turnerbundes
Offenburg Früher badischer Turnerzusammenschluss
Ehrenamt Freiwilliges Engagement im Verein
Gleichschaltung Politische Unterordnung in der NS-Diktatur
Landesturnfest Großes Treffen vieler Turnvereine
Quellenkritik Historische Darstellungen prüfen und einordnen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Frühe Turnbewegung Körpererziehung und politische Nationalbewegung
Revolutionszeit Vereinsgründungen und Forderungen nach Freiheit und Mitbestimmung
Diktatur Kontrolle Ausgrenzung und politische Instrumentalisierung
Nachkriegszeit Neuaufbau unter demokratischen Bedingungen
Verein heute Bewegung Gemeinschaft Teilhabe und Ehrenamt






Kreuzworträtsel

Hasenheide Wie heißt der Berliner Ort des bekannten frühen öffentlichen Turnplatzes?
Reutlingen In welcher Stadt fand 1845 ein bedeutendes württembergisches Turnfest statt?
Esslingen Wo wurde der Schwäbische Turnerbund gegründet?
Offenburg Welche badische Stadt ist mit einem frühen Turnerzusammenschluss von 1848 verbunden?
Ehrenamt Wie heißt freiwilliges Engagement ohne normale Bezahlung im Verein?
Turnerkreuz Wie heißt das traditionelle Zeichen aus vier F?





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Lückentext

Vervollständige den Text.

Der bekannte frühe öffentliche Turnplatz von 1811 lag in der Berliner

.
Ein bedeutendes württembergisches Turnfest fand 1845 in

statt.
Der Schwäbische Turnerbund wurde 1848 in

gegründet.
Ein früher badischer Turnerzusammenschluss entstand 1848 in

.
Während des Nationalsozialismus wurde der organisierte Sport politisch

.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der demokratische

vieler Vereine.
Freiwillige Arbeit für Training Vorstand oder Veranstaltungen nennt man

.
Bei der Untersuchung historischer Fotos und Texte ist die

besonders wichtig.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Bewegungsbiografie: Erstelle eine kleine Zeitleiste mit fünf Stationen aus der Geschichte des Turnens und zeichne zu jeder Station ein passendes Symbol.
  2. Turnhalle: Fotografiere oder zeichne eine Turnhalle in Deiner Umgebung und notiere, welche Gruppen den Raum heute nutzen.
  3. Vereinswappen: Suche das Wappen oder Logo eines örtlichen Sportvereins und untersuche, welche Symbole, Farben oder historischen Hinweise darin vorkommen.
  4. Bewegungsspiel: Entwickle in einer Kleingruppe ein einfaches Bewegungsspiel, bei dem Zusammenarbeit wichtiger ist als Gewinnen.


Standard

  1. Vereinschronik: Recherchiere die Geschichte eines Sportvereins in Deinem Ort und erstelle eine Zeitleiste mit Gründung, Veränderungen und wichtigen Ereignissen.
  2. Zeitzeugeninterview: Befrage ein älteres Vereinsmitglied dazu, wie Training, Kleidung, Geräte und Gemeinschaft früher erlebt wurden.
  3. Quellenvergleich: Vergleiche ein historisches Vereinsfoto mit einem aktuellen Foto. Beschreibe Unterschiede bei Kleidung, Geschlechtern, Geräten und Gruppendarstellung.
  4. Turnfest-Projekt: Plant in der Klasse ein kleines Turnfest mit Mitmachstationen, Teamaufgaben und einer gemeinsamen Abschlussaktion.


Schwer

  1. Sport und Politik: Untersuche an zwei historischen Beispielen, wie politische Ereignisse das Vereinsleben beeinflusst haben, und präsentiere Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
  2. Ausgrenzung und Teilhabe: Erstelle eine Präsentation darüber, welche Gruppen in verschiedenen Zeiten Zugang zu Turnvereinen hatten und wie sich Teilhabe verändert hat.
  3. Vereinsarchiv: Besuche ein Vereins-, Stadt- oder Gemeindearchiv und dokumentiere, welche Quellen zur lokalen Sportgeschichte erhalten sind.
  4. Dokumentarfilm: Produziere ein kurzes Video mit eigenen Aufnahmen, Quellenbildern und Interviews zur Frage „Was hält einen Sportverein über Generationen zusammen?“.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Historischer Vergleich: Erkläre, wie sich die Bedeutung von „Gemeinschaft“ in einem Turnverein des 19. Jahrhunderts von einem heutigen inklusiven Sportverein unterscheiden kann.
  2. Quellenanalyse: Du erhältst ein Gruppenfoto eines Turnfestes aus den 1930er Jahren. Entwickle fünf Fragen, mit denen Du das Bild historisch kritisch untersuchen würdest.
  3. Verein und Demokratie: Begründe, unter welchen Bedingungen ein Sportverein demokratisches Handeln fördern kann und wann das nicht automatisch der Fall ist.
  4. Schule und Verein: Entwirf eine sinnvolle Kooperation zwischen Deiner Schule und einem örtlichen Turnverein und erkläre, welchen Nutzen beide Seiten davon hätten.
  5. Kontinuität und Wandel: Zeige an mindestens drei Beispielen, was sich im Turnen seit dem 19. Jahrhundert stark verändert hat und was bis heute ähnlich geblieben ist.
  6. Transfer auf andere Sportarten: Übertrage die Erkenntnisse aus der Turnvereinsgeschichte auf einen Fußball-, Schwimm- oder Musikverein und erläutere, welche Fragen zur Vereinsgeschichte dort ebenfalls wichtig wären.




Lernnachweis

  1. Du kannst erklären, warum Turnen im 19. Jahrhundert mehr umfasste als heutiges Gerätturnen.
  2. Du kannst wichtige Stationen der Turn- und Vereinsgeschichte in Baden und Württemberg zeitlich einordnen.
  3. Du kannst die Bedeutung von Reutlingen, Esslingen und Offenburg für die regionale Turngeschichte erläutern.
  4. Du kannst beschreiben, wie Revolution, Nationalsozialismus und Nachkriegszeit das Vereinsleben veränderten.
  5. Du kannst erklären, warum Ehrenamt und gemeinschaftliche Entscheidungen für Sportvereine wichtig sind.
  6. Du kannst historische Bilder und Texte mit Fragen der Quellenkritik untersuchen.
  7. Du kannst Veränderungen bei Teilhabe, Geschlechterrollen und gesellschaftlichen Werten erkennen und begründet beurteilen.
  8. Du kannst Verbindungen zwischen Schulsport, Vereinssport und gesellschaftlicher Entwicklung herstellen.




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