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T9 G - Werkstücke prüfen

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T9 G - Werkstücke prüfen




T9 G - Werkstücke prüfen


Einleitung

Ein Werkstück ist erst dann fertig, wenn geprüft wurde, ob es die Anforderungen erfüllt. Du vergleichst deshalb das hergestellte Werkstück mit der technischen Zeichnung oder einem Prüfplan.

In diesem aiMOOC lernst Du, Werkstücke systematisch zu prüfen. Du arbeitest mit Lineal, Winkel und Messschieber. Du liest Messwerte ab, berechnest Maßabweichungen und triffst technische Entscheidungen.

Ziel: Du kannst am Ende eine Prüftabelle auswerten und fachlich begründet entscheiden: Anforderung erfüllt oder Anforderung nicht erfüllt.

Sicherheit: Praktische Arbeiten erfolgen nur nach schulischer Unterweisung, unter Aufsicht und mit der erforderlichen Schutzausrüstung. Gefährliche Maschinen und Netzspannung werden nicht eigenständig benutzt. Elektrische Versuche dürfen nur mit freigegebenen Komponenten und sicherer Kleinspannung durchgeführt werden.


Bezug zum Bildungsplan Baden-Württemberg

Der aiMOOC passt zum Fach Technik in der Sekundarstufe I, besonders zu den Klassen 7/8/9 und zum G-Niveau. Der Bildungsplan nennt unter anderem das Planen von Arbeitsabläufen, das Beachten von Sicherheitsregeln sowie das Reflektieren, Prüfen und Optimieren technischer Lösungen. In der Produktionstechnik sollen Produkte und Fertigungsprozesse beschrieben, reflektiert und bewertet werden.

  1. Werkstoffe und Produkte: Werkstücke fachgerecht herstellen, prüfen und verbessern.
  2. Produktionstechnik: Fertigungsabläufe verstehen und Produkte bewerten.
  3. Erkenntnisgewinnung: Unterschiede zwischen Planung und tatsächlichem Ergebnis erkennen und daraus Schlüsse ziehen.
  4. Technische Kommunikation: Messwerte, Prüfergebnisse und Entscheidungen verständlich dokumentieren.

Quellen zum Bildungsplan: Bildungsplan BW – Technik 7/8/9: Werkstoffe und Produkte Bildungsplan BW – Produktionstechnik Bildungsplan BW – Erkenntnisgewinnung


Fachbegriffe

Fachbegriff Kurz erklärt Prüffrage
Sollmaß Vorgabe aus Zeichnung oder Prüfplan. Wie groß soll das Maß sein?
Istmaß Tatsächlich gemessener Wert am Werkstück. Wie groß ist das Maß wirklich?
Maßabweichung Unterschied zwischen Istmaß und Sollmaß. Formel: Maßabweichung = Istmaß − Sollmaß. Wie weit liegt das Werkstück vom Sollmaß entfernt?
Toleranz Erlaubter Bereich um das Sollmaß. Welche Abweichung ist noch zulässig?
Rechtwinkligkeit Prüfung, ob zwei Flächen einen rechten Winkel bilden. Liegen die Flächen bei 90° zueinander?
Oberflächenqualität Zustand der Oberfläche, zum Beispiel gratfrei, glatt genug oder frei von tiefen Kratzern. Entspricht die Oberfläche der Vorgabe?

Merke: Eine Maßabweichung ist nicht automatisch ein Fehler. Entscheidend ist, ob das Istmaß innerhalb der erlaubten Toleranz liegt.


Beispiel Maßabweichung

Sollmaß: 50,0 mm

Istmaß: 50,3 mm

Maßabweichung: 50,3 mm − 50,0 mm = +0,3 mm

Bei einer Toleranz von ±0,5 mm wäre das Maß zulässig. Der erlaubte Bereich reicht dann von 49,5 mm bis 50,5 mm.


Die richtige Prüfreihenfolge

Eine feste Reihenfolge verhindert vergessene Prüfungen und falsche Entscheidungen.

  1. Zeichnung oder Prüfplan lesen: Sollmaße, Toleranzen, Winkel und Oberflächenanforderungen erkennen.
  2. Werkstück und Messflächen ansehen: Schmutz, Späne, Grate oder Beschädigungen erkennen. Messflächen müssen für die vorgesehene Prüfung geeignet sein.
  3. Passendes Prüfmittel auswählen und kontrollieren: Lineal, Winkel oder Messschieber passend zur Aufgabe wählen. Messmittel auf sichtbare Schäden und korrekte Nullstellung prüfen.
  4. Maße messen: Länge, Breite, Dicke, Durchmesser oder Tiefe entsprechend der Zeichnung prüfen.
  5. Rechtwinkligkeit prüfen: Winkel sauber an Bezugsfläche und Prüffläche anlegen.
  6. Oberflächenqualität beurteilen: Grate, tiefe Kratzer, Riefen oder andere vorgegebene Merkmale kontrollieren.
  7. Vergleichen, dokumentieren, entscheiden: Istwerte mit Sollwerten und Toleranzen vergleichen und Ergebnis in die Prüftabelle eintragen.

Selbstkontrolle: Kannst Du zu jedem Schritt erklären, warum er vor dem nächsten Schritt sinnvoll ist?


Prüfmittel richtig auswählen


Lineal oder Stahlmaßstab

Ein Lineal eignet sich für einfache Längenmessungen, wenn keine sehr kleine Toleranz gefordert ist. Du liest die Skala senkrecht zur Markierung ab.

Bildlegende: Metalllineal. Beobachte die Millimeterteilung und überlege, wie genau Du damit sicher ablesen kannst. Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Medienauftrag – beobachten und markieren:

  1. Suche auf dem Bild eine Zentimeterstrecke.
  2. Markiere gedanklich oder auf einem Ausdruck zehn Millimeterteilungen.
  3. Erkläre, warum ein Lineal für ein Sollmaß von 20,00 mm mit sehr enger Toleranz ungeeignet sein kann.

Bildlegende: Millimeter- und Zentimeterskala. Nutze die Grafik zum Ablesetraining. Wikimedia Commons, gemeinfrei/CC0.


Messsimulation 1: Lineal ablesen

Ein Werkstück beginnt in einer gedachten Messsimulation bei 12 mm und endet bei 68 mm auf derselben Skala.

Lies die Länge ab.
Die Werkstücklänge beträgt

mm.


Hilfe und Lösungsweg: Endwert minus Startwert rechnen: 68 mm − 12 mm = 56 mm. Beginnt ein Werkstück nicht bei Null, darfst Du nicht einfach den Endwert als Länge übernehmen.


Winkel: Rechtwinkligkeit prüfen

Ein Anschlagwinkel oder Haarwinkel dient zum Prüfen eines rechten Winkels. Der Anschlag liegt an einer Bezugsfläche. Das Blatt liegt an der zweiten Fläche.

Bildlegende: Winkel an einem Werkstück. Beobachte Anschlag, Blatt und Werkstückflächen. Wikimedia Commons, CC BY 2.0.

Medienauftrag – Fehler finden:

  1. Prüfe, ob der Anschlag vollständig an einer Bezugsfläche anliegen sollte.
  2. Erkläre, warum Schmutz zwischen Winkel und Werkstück die Prüfung verfälschen kann.
  3. Beschreibe, wo ein Lichtspalt sichtbar werden kann, wenn das Werkstück nicht rechtwinklig ist.

Bildlegende: Prinzip des Lichtspaltverfahrens. Ein sichtbarer Spalt kann auf eine Form- oder Winkelabweichung hinweisen. Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Wichtig: Ein fester Winkel zeigt in dieser einfachen Schulprüfung meist nicht den genauen Winkelwert an. Er zeigt, ob die Prüffläche zur Bezugsfläche passend rechtwinklig ist.


Messschieber

Der Messschieber ist genauer ablesbar als ein einfaches Lineal. Er kann je nach Bauart Außenmaße, Innenmaße und Tiefen messen.

Bildlegende: Messschieber mit Außenmessschenkeln, Innenmessschenkeln, Tiefenmaß, Hauptskala und Nonius. Die dargestellte Messung beträgt 24,75 mm. Wikimedia Commons, freie Lizenz.

Finde im Bild:

  1. Außenmessschenkel.
  2. Innenmessschenkel.
  3. Tiefenmaß.
  4. Hauptskala.
  5. Nonius.

Grundregel beim Messen: Messflächen sauber anlegen, Messschieber nicht verkanten und nur mit angemessener Messkraft schließen.

Videoauftrag: Stoppe das Video vor einem Ableseergebnis. Lies zuerst selbst ab. Vergleiche danach mit der Erklärung.

Videoauftrag: Notiere drei typische Messfehler. Suche anschließend bei jeder eigenen Messung gezielt nach diesen Fehlerquellen.


Messsimulation 2: Messschieber ablesen

Bildlegende: Nonius eines Messschiebers. Das Bild zeigt einen Messwert von 3,58 mm. Wikimedia Commons, freie Lizenz.

Lies den Messwert aus der Abbildung ab.
Der Messwert beträgt

mm.


Lösungsweg: Zuerst die Hauptskala am Nullstrich des Nonius lesen. Danach die fluchtende Noniuslinie bestimmen. Beide Anteile ergeben zusammen 3,58 mm.


Messsimulation 3: Innenmaß erkennen

Bildlegende: Die Innenmessschenkel greifen in ein Kupferrohr. In der dokumentierten Aufnahme wurde ein Innendurchmesser von 2,0 cm gemessen. Wikimedia Commons, CC0.

Wandle den dokumentierten Innendurchmesser in Millimeter um.
2,0 cm entsprechen

mm.


Selbstkontrolle: Für Innenmaße verwendest Du die kleinen Innenmessschenkel. Für Außenmaße verwendest Du die großen Außenmessschenkel.


Messfehler erkennen und vermeiden

Fehler Folge Besser
Messschieber verkantet Messwert kann zu groß oder zu klein sein. Messschieber passend zur Messrichtung ausrichten.
Zu starke Messkraft Werkstück oder Messung kann beeinflusst werden. Nur bis zum sicheren, leichten Anliegen schließen.
Schmutz oder Grat an Messfläche Zusätzliche Dicke verfälscht das Ergebnis. Vor der Prüfung Sichtkontrolle durchführen und nach Unterweisung reinigen beziehungsweise entgraten lassen.
Schräg auf eine Skala schauen Ablesefehler möglich. Möglichst senkrecht zur Skala schauen.
Falsches Prüfmittel Genauigkeit reicht möglicherweise nicht. Prüfmittel passend zur Toleranz auswählen.

Fehlerfinder: Bei drei unterschiedlichen Messungen erhältst Du 29,9 mm, 30,8 mm und 30,0 mm. Prüfe zuerst die Messmethode, bevor Du entscheidest, dass sich das Werkstück verändert hat.


Oberflächenqualität prüfen

Oberflächen werden nicht nur nach ihrem Aussehen bewertet. Entscheidend ist die Anforderung aus Zeichnung oder Prüfplan.

Mögliche Merkmale sind:

  1. gratfrei: keine scharfen, unerwünschten Materialreste an der Kante.
  2. kratzerfrei: keine unzulässigen tiefen Kratzer.
  3. gleichmäßige Bearbeitung: Bearbeitungsspuren entsprechen der Vorgabe.
  4. sauber: keine störenden Späne oder Verschmutzungen auf den Prüfstellen.

Bildlegende: Schematische Darstellung von Oberflächenrauheit. Auch scheinbar glatte Flächen besitzen kleine Unebenheiten. Wikimedia Commons, CC0.

Medienauftrag – vergleichen:

  1. Zeige im Bild Bereiche mit größeren und kleineren Unebenheiten.
  2. Erkläre, warum die Aussage „sieht gut aus“ allein keine technische Prüfvorgabe ersetzt.
  3. Formuliere eine eindeutige Oberflächenanforderung für eine schulische Prüftabelle.


Werkstück mit Zeichnung vergleichen

Bildlegende: Oben ein CAD-Modell, unten das dazu gefertigte Aluminiumbauteil. Das Bild eignet sich zum Vergleich von Planung und Realisierung. Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Beobachtungsauftrag:

  1. Vergleiche Form und erkennbare Merkmale von Modell und Werkstück.
  2. Markiere drei Stellen, die Du am echten Werkstück zusätzlich messen würdest.
  3. Nenne ein Merkmal, das sich allein aus einem Foto nicht sicher beurteilen lässt.
  4. Begründe, warum ein Maß erst durch Messen sicher mit einer Zeichnung verglichen werden kann.


Übungszeichnung als Prüfauftrag

Ein rechteckiges Übungswerkstück soll folgende Anforderungen erfüllen:

Prüfmerkmal Sollvorgabe Erlaubter Bereich oder Kriterium Prüfmittel
Länge 80,0 mm 79,5 mm bis 80,5 mm Messschieber
Breite 30,0 mm 29,7 mm bis 30,3 mm Messschieber
Dicke 8,0 mm 7,8 mm bis 8,2 mm Messschieber
Rechtwinkligkeit rechter Winkel kein sichtbarer Lichtspalt im vereinbarten Schulprüfverfahren Winkel
Oberfläche gratfrei keine Grate und keine tiefen Kratzer Sichtprüfung nach Vorgabe

Prüfstrategie: Lies zuerst alle Vorgaben. Miss erst danach. So weißt Du, welche Genauigkeit und welches Prüfmittel erforderlich sind.


Prüfungsnahe Prüftabelle

Du erhältst folgende Istwerte für Werkstück A:

Prüfmerkmal Soll Ist Maßabweichung Ergebnis
Länge 80,0 ± 0,5 mm 80,3 mm +0,3 mm erfüllt
Breite 30,0 ± 0,3 mm 30,4 mm +0,4 mm ?
Dicke 8,0 ± 0,2 mm 7,9 mm −0,1 mm ?
Rechtwinkligkeit kein sichtbarer Lichtspalt Lichtspalt sichtbar ?
Oberfläche gratfrei, keine tiefen Kratzer gratfrei, nur feine Bearbeitungsspuren ?


Messsimulation 4: Prüftabelle entscheiden

Vervollständige die Bewertung.
Die Breite ist

, weil 30,4 mm oberhalb der oberen Grenze von 30,3 mm liegt.
Die Dicke ist

, weil 7,9 mm zwischen 7,8 mm und 8,2 mm liegt.
Die Rechtwinkligkeit ist

, weil ein Lichtspalt sichtbar ist.
Das Werkstück insgesamt ist

, weil mindestens eine geforderte Eigenschaft außerhalb der Vorgabe liegt.


Lösungsweg:

  1. Für jedes Maß zuerst Unter- und Obergrenze bestimmen.
  2. Istwert mit dem erlaubten Bereich vergleichen.
  3. Form- und Oberflächenkriterien getrennt prüfen.
  4. Am Ende die Gesamtentscheidung treffen.
  5. Eine Entscheidung immer mit Messwert oder Prüfbeobachtung begründen.


Technische Entscheidung begründen

Eine gute Antwort besteht aus drei Teilen:

  1. Vorgabe nennen: „Die Breite darf höchstens 30,3 mm betragen.“
  2. Istwert nennen: „Gemessen wurden 30,4 mm.“
  3. Entscheiden: „Die Anforderung ist nicht erfüllt.“

Prüfungsformulierung: „Werkstück A erfüllt die Anforderungen insgesamt nicht. Die Breite überschreitet die obere Toleranzgrenze um 0,1 mm. Zusätzlich ist bei der Rechtwinkligkeitsprüfung ein Lichtspalt sichtbar.“


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist das Sollmaß? (Die Vorgabe aus Zeichnung oder Prüfplan) (!Der tatsächlich gemessene Wert) (!Die Oberfläche eines Werkstücks) (!Der Name des Messgeräts)




Was ist das Istmaß? (Der tatsächlich gemessene Wert) (!Der erlaubte Höchstwert ohne Messung) (!Der Winkel des Lineals) (!Die Werkstoffbezeichnung)




Wie wird die Maßabweichung berechnet? (Istmaß minus Sollmaß) (!Sollmaß plus Istmaß) (!Toleranz mal Istmaß) (!Sollmaß geteilt durch Winkel)




Welches Prüfmittel eignet sich für eine genauere Außenmessung? (Messschieber) (!Bleistift) (!Schleifpapier) (!Schraubendreher)




Womit prüfst Du einen rechten Winkel am Werkstück? (Winkel) (!Feile) (!Bohrer) (!Pinsel)




Was kann ein sichtbarer Lichtspalt bei der Winkelprüfung bedeuten? (Die Flächen sind im Prüfbereich nicht passend rechtwinklig) (!Das Werkstück ist automatisch zu lang) (!Der Messschieber ist zu klein) (!Die Oberfläche ist automatisch gratfrei)




Ein Sollmaß beträgt 50,0 mm mit ±0,5 mm Toleranz. Welcher Istwert ist zulässig? (50,4 mm) (!50,8 mm) (!49,2 mm) (!51,0 mm)




Was solltest Du vor einer genauen Messung tun? (Messflächen prüfen und passendes Messmittel kontrollieren) (!Sofort irgendeinen Messwert eintragen) (!Das Werkstück ohne Zeichnung bewerten) (!Die Toleranz ignorieren)




Warum wird eine Prüftabelle verwendet? (Messwerte und Entscheidungen werden nachvollziehbar dokumentiert) (!Sie ersetzt jede Messung) (!Sie macht Toleranzen überflüssig) (!Sie verändert das Werkstück)




Wann erfüllt ein Werkstück die vorgegebenen Anforderungen vollständig? (Wenn alle geforderten Prüfmerkmale die Vorgaben erfüllen) (!Wenn nur die Länge stimmt) (!Wenn das Werkstück gut aussieht) (!Wenn ein einzelnes Maß ungefähr passt)





Memory

Sollmaß Vorgabe aus der Zeichnung
Istmaß Tatsächlich gemessener Wert
Maßabweichung Differenz zwischen Istmaß und Sollmaß
Messschieber Prüfmittel für Außen-, Innen- und Tiefenmaße
Rechtwinkligkeit Lage zweier Flächen im rechten Winkel
Oberflächenqualität Zustand der Werkstückoberfläche
Prüftabelle Dokumentation von Soll, Ist und Ergebnis





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Prüfschritt
Zeichnung lesen Sollmaße und Toleranzen erkennen
Messflächen prüfen Schmutz, Grat und Beschädigungen beachten
Prüfmittel wählen Werkzeug passend zur geforderten Prüfung auswählen
Werkstück messen Istwerte fachgerecht ermitteln
Ergebnis bewerten Istwerte mit Vorgaben vergleichen




Selbstkontrolle: Die Reihenfolge lautet: Zeichnung lesen → Messflächen prüfen → Prüfmittel wählen → Werkstück messen → Ergebnis bewerten. Rechtwinkligkeit und Oberflächenqualität werden entsprechend dem Prüfplan zusätzlich kontrolliert.



Kreuzworträtsel

Sollmaß Wie heißt die Maßvorgabe aus der Zeichnung?
Istmaß Wie heißt der tatsächlich gemessene Wert?
Messschieber Welches Präzisionsmessgerät hat Hauptskala und oft einen Nonius?
Rechtwinkligkeit Welche Eigenschaft prüfst Du mit einem Winkel?
Oberfläche Welcher Bereich wird auf Grate und Kratzer geprüft?
Toleranz Wie heißt der erlaubte Abweichungsbereich?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Das

steht in der Zeichnung oder im Prüfplan. Der tatsächlich gemessene Wert heißt

. Die Differenz zwischen Istmaß und Sollmaß nennt man

. Ein erlaubter Bereich um das Sollmaß heißt

. Für genaue Außen-, Innen- und Tiefenmaße kann ein

verwendet werden. Mit einem Winkel wird die

geprüft. Grate und tiefe Kratzer gehören zur Prüfung der

. Vor dem Messen müssen die

kontrolliert werden. Am Ende werden alle Ergebnisse in einer

dokumentiert. Eine technische Entscheidung muss durch Messwerte oder eine eindeutige

begründet werden.




Wiederholung mit Sofortkontrolle


Kurzfall A

Sollmaß: 40,0 ± 0,4 mm. Istmaß: 39,7 mm.

Bewerte den Messwert.
Der untere Grenzwert beträgt

mm. Der obere Grenzwert beträgt

mm. Der Istwert 39,7 mm ist deshalb

.



Kurzfall B

Sollmaß: 25,0 ± 0,2 mm. Istmaß: 25,3 mm.

Bewerte den Messwert.
Die Maßabweichung beträgt

mm. Die Anforderung ist

.



Kurzfall C: Fehler finden

Eine Schülerin misst ein Werkstück. Zwischen Messschenkel und Werkstück befindet sich ein kleiner Span. Der Messschieber ist außerdem leicht verkantet.

Auftrag: Finde beide Fehler, erkläre ihre mögliche Wirkung und beschreibe die korrekte Wiederholungsmessung.

Musterlösung: Der Span verändert die Anlagefläche. Das Verkanten kann den Messwert zusätzlich verfälschen. Die Messstelle wird nach schulischer Unterweisung sicher geprüft beziehungsweise gereinigt. Danach wird der Messschieber korrekt ausgerichtet und die Messung wiederholt.


Offene Aufgaben


Leicht

  1. Messmittel-Steckbrief: Gestalte einen Steckbrief zu Lineal, Winkel oder Messschieber mit Einsatzbereich, Grenzen und einem sicheren Anwendungsbeispiel.
  2. Bildanalyse Werkstückprüfung: Wähle ein freies Bild aus diesem aiMOOC und markiere digital Messstellen, Bezugsflächen und mögliche Fehlerstellen.
  3. Prüfreihenfolge erklären: Erstelle fünf bis sieben Bildkarten zur Prüfreihenfolge und erkläre sie einer Partnerperson.
  4. Messfehler-Foto: Stelle mit ungefährlichen Unterrichtsmaterialien einen typischen Messfehler nach, fotografiere ihn und beschrifte die Fehlerursache. Keine gefährlichen Maschinen benutzen.


Standard

  1. Eigene Prüftabelle: Erstelle für ein einfaches Werkstück eine Prüftabelle mit mindestens drei Maßen, Rechtwinkligkeit und Oberflächenqualität.
  2. Zeichnung und Werkstück vergleichen: Nutze eine bereitgestellte technische Zeichnung und ein schulisch freigegebenes Werkstück. Markiere, welche Merkmale gemessen und welche nur geprüft werden.
  3. Messvideo: Produziere ein kurzes Lernvideo, das eine korrekte Messung mit einem schulisch freigegebenen Messmittel zeigt. Praxis nur nach Unterweisung und unter Aufsicht.
  4. Interview Qualitätssicherung: Befrage eine Fachkraft aus Handwerk, Industrie oder Ausbildung dazu, wie Werkstücke geprüft und Prüfergebnisse dokumentiert werden.


Schwer

  1. Prüfplan entwickeln: Entwickle einen Prüfplan für ein Bauteil mit sinnvoller Prüfreihenfolge. Begründe die Wahl der Prüfmittel.
  2. Messreihe auswerten: Werte mehrere Messungen desselben Merkmals aus. Suche mögliche Ursachen, wenn Werte deutlich voneinander abweichen.
  3. Technische Entscheidung: Vergleiche zwei Werkstücke mit derselben Zeichnung und entscheide für jedes Prüfmerkmal begründet, ob die Vorgabe erfüllt ist.
  4. Qualitätsprüfung verbessern: Untersuche einen vorgegebenen fehlerhaften Prüfablauf. Ordne die Schritte neu, beseitige Fehlerquellen und begründe jede Änderung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Prüfentscheidung mit Toleranz: Ein Werkstück soll 60,0 ± 0,4 mm lang sein. Zwei Messungen ergeben 60,3 mm und 60,7 mm. Entscheide für beide Werte und begründe mit den Grenzmaßen.
  2. Messmittel begründet auswählen: Für ein grobes Längenmaß und für ein Maß mit kleiner Toleranz stehen Lineal und Messschieber zur Verfügung. Ordne die Prüfmittel sinnvoll zu und begründe Deine Wahl.
  3. Fehleranalyse Messung: Eine Messreihe streut stark. Entwickle einen Prüfplan, mit dem Du Verkanten, Verschmutzung, unterschiedliche Messstellen und Ablesefehler systematisch überprüfst.
  4. Plan und Realität: Eine Zeichnung fordert Rechtwinkligkeit und Gratfreiheit. Die Maße liegen alle in der Toleranz, aber der Winkel zeigt einen Lichtspalt und eine Kante ist scharf. Entscheide über die Gesamtanforderung und begründe.
  5. Prüfreihenfolge übertragen: Übertrage die Prüfreihenfolge auf ein anderes Werkstück, zum Beispiel einen kleinen Holz- oder Kunststoffkörper. Erkläre, welche Schritte gleich bleiben und welche sich ändern.
  6. Qualitätsentscheidung dokumentieren: Formuliere aus einer vorgegebenen Prüftabelle einen kurzen technischen Prüfbericht mit Sollwert, Istwert, Abweichung, Bewertung und Gesamtentscheidung.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen können, dass Du:

  1. Sollmaß, Istmaß, Maßabweichung, Toleranz, Rechtwinkligkeit und Oberflächenqualität fachlich richtig verwendest.
  2. eine technische Zeichnung oder einen einfachen Prüfplan liest.
  3. Lineal, Winkel und Messschieber passend zur Prüfaufgabe auswählst.
  4. Messwerte korrekt abliest und mit Einheit dokumentierst.
  5. Maßabweichungen berechnest.
  6. Grenzmaße aus Sollmaß und Toleranz bestimmst.
  7. eine sinnvolle Prüfreihenfolge einhältst.
  8. typische Messfehler erkennst und vermeidest.
  9. eine Prüftabelle vollständig auswertest.
  10. eine technische Entscheidung mit Messwerten und Prüfkriterien begründest.
  11. Sicherheitsregeln einhältst und praktische Tätigkeiten nur nach Unterweisung und unter Aufsicht ausführst.




OERs zum Thema

Weitere frei zugängliche Informationsquellen:

  1. Wikimedia Commons – Messschieber
  2. Wikimedia Commons – Prüf- und Haarwinkel
  3. Wikimedia Commons – bearbeitete Werkstücke
  4. Wikipedia – Messabweichung
  5. Wikipedia – Auswahl geeigneter Messmittel


Mediennachweise und Nutzung

Die eingebundenen Wikimedia-Commons-Medien wurden gezielt als Lernmedien ausgewählt. Ihre jeweilige Lizenz ist auf der zugehörigen Dateibeschreibungsseite dokumentiert.

  1. : Metalllineal, CC BY-SA 4.0.
  2. : Prüf-/Anschlagwinkel, CC BY 2.0.
  3. : Lichtspaltverfahren, gemeinfrei.
  4. : Messschieber-Schema, freie Creative-Commons-/GFDL-Lizenzen.
  5. : Innenmessung, CC0.
  6. : CAD-Modell und Werkstück, gemeinfrei.
  7. : Oberflächenrauheit, CC0.
  8. : Prüfung eines Winkels, CC BY-SA 4.0.

Abschluss-Medienauftrag: Beobachte die dargestellte Prüfmethode. Beschreibe, wie durch Wenden des Winkels eine Abweichung sichtbar werden kann. Übertrage das Prinzip auf die Frage: Wie kannst Du ein Prüfmittel selbst auf Plausibilität kontrollieren?


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