T9 E - Produktlebenszyklus bewerten

T9 E - Produktlebenszyklus bewerten
T9 E - Produktlebenszyklus bewerten
Einleitung
Ein Produkt ist nicht nur während seiner Nutzung interessant. Schon die Rohstoffgewinnung, die Herstellung, der Transport und das Lebensende benötigen Material, Energie und Geld.
In diesem aiMOOC lernst Du, einen technischen Produktlebenszyklus systematisch zu untersuchen und Varianten begründet zu bewerten.
Zielgruppe: Klasse 9, E-Niveau, Technik in Baden-Württemberg.
Prüfungsziel: Du kannst Varianten anhand technischer, ökologischer und wirtschaftlicher Kriterien vergleichen, Zielkonflikte erklären und eine fachlich begründete Entscheidung formulieren.
Wichtig: Die hier verwendete Lebenszyklusbetrachtung ist eine schulische Bewertungsmethode. Eine vollständige wissenschaftliche Ökobilanz benötigt umfangreiche Daten, festgelegte Systemgrenzen und geeignete Bewertungsverfahren.
Lehrplanbezug Baden-Württemberg
Der aiMOOC greift zentrale Kompetenzen des Fachs Technik auf.
- Produktanalyse: Produkte und technische Systeme anhand bedeutsamer Kriterien einschätzen.
- Ressourcenschonung: Material und Energie ökologisch und ökonomisch verantwortungsvoll einsetzen.
- Bewertung: technische Lösungen kriterienorientiert vergleichen und begründen.
- Versorgung und Entsorgung: Wartung, Reparatur, Wiederverwertung und Entsorgung bereits bei der Produktgestaltung mitdenken.
- Dokumentation: Tabellen, Diagramme, Fließbilder und Kriterienmatrizen lesen und erstellen.
Sicherheitsregel für alle Praxisaufgaben
Praxis nur nach schulischer Unterweisung, mit Aufsicht und erforderlicher Schutzausrüstung.
Keine eigenständige Nutzung gefährlicher Maschinen oder Netzspannung.
Elektrische Versuche nur mit von der Schule freigegebenen Komponenten und sicherer Kleinspannung.
Für Analyseaufgaben genügen ungefährliche Alltagsprodukte, Verpackungen, Karten, Waagen, Lineale und bereitgestellte Daten.
Lebenszyklus eines Produkts
Lebenszyklusbetrachtung: Du untersuchst ein Produkt von der Rohstoffgewinnung bis zur Wiederverwendung, Verwertung oder Entsorgung.
Typische Phasen:
| Phase | Leitfrage | Typische Daten |
|---|---|---|
| Rohstoffgewinnung | Welche Rohstoffe werden benötigt? | Masse, Herkunft, Primär- oder Sekundärmaterial |
| Werkstoffherstellung | Wie wird aus dem Rohstoff ein Werkstoff? | Energiebedarf, Ausschuss, Hilfsstoffe |
| Produktion | Wie entsteht das Produkt? | Verfahren, Materialverlust, Energie, Stückzahl |
| Transport | Welche Wege legt das Produkt zurück? | Entfernung, Verkehrsmittel, Masse |
| Nutzung | Wie lange und wie intensiv wird es genutzt? | Nutzungsdauer, Energie, Wartung, Reparatur |
| Lebensende | Was geschieht nach der Nutzung? | Wiederverwendung, Recycling, energetische Verwertung, Entsorgung |

Bildlegende: Ein vereinfachter Produktlebenszyklus. Beobachte die Pfeile und prüfe, welche Stationen als Kreislauf verbunden sind.
Medienauftrag – beobachten und markieren: Notiere zu jeder dargestellten Phase mindestens einen Materialfluss und einen Energiefluss. Markiere außerdem eine Stelle, an der ein Kreislauf geschlossen werden kann.
Selbstkontrolle: Mögliche Kreisläufe entstehen durch Wiederverwendung, Reparatur oder Recycling. Energie wird dabei nicht wie ein Werkstoff im Kreis geführt; für neue Prozesse ist erneut Energie bereitzustellen.
Fachbegriffe direkt erklärt
| Fachbegriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Lebenszyklusbetrachtung | Betrachtung aller wichtigen Lebensphasen eines Produkts. |
| Ressourceneffizienz | Möglichst viel Nutzen mit möglichst wenig Material und Energie erreichen. |
| Nutzungsdauer | Zeitraum, in dem ein Produkt tatsächlich funktionsfähig verwendet wird. |
| Sekundärmaterial | Werkstoff, der aus bereits genutztem Material oder Produktionsresten zurückgewonnen wurde. |
| Primärmaterial | Werkstoff aus neu gewonnenen Rohstoffen. |
| Reparierbarkeit | Möglichkeit, defekte Teile gezielt zu ersetzen oder instand zu setzen. |
| Recyclingfähigkeit | Eignung eines Produkts oder Werkstoffs zur stofflichen Wiederverwertung. |
| Systemgrenze | Festlegung, welche Lebensphasen und Prozesse in eine Untersuchung einbezogen werden. |
Material- und Energieflüsse
Ein technisches Produkt benötigt Eingaben und erzeugt Ausgaben.
Materialfluss: Rohstoffe, Halbzeuge, Bauteile, Hilfsstoffe und Abfälle bewegen sich durch den Lebenszyklus.
Energiefluss: Energie wird für Gewinnung, Herstellung, Transport, Nutzung, Reparatur und Recycling eingesetzt.
| Eingang | Prozess | Ausgang |
|---|---|---|
| Rohstoff und Sekundärmaterial | Werkstoffherstellung | Werkstoff und Produktionsreste |
| Werkstoff und Energie | Produktion | Produkt, Ausschuss und Abwärme |
| Kraftstoff oder elektrische Energie | Transport | Ortsveränderung und Emissionen |
| Produkt, Ersatzteile und Energie | Nutzung | Nutzen, Verschleiß und Altprodukt |
| Altprodukt und Energie | Aufbereitung | Sekundärmaterial, Reststoffe und Verluste |
Merksatz: Eine gute Lebenszyklusbetrachtung fragt nicht nur: „Woraus besteht das Produkt?“, sondern auch: „Welche Stoffe und welche Energie werden in jeder Phase benötigt?“
Medienauftrag – Sekundärmaterial erkennen

Bildlegende: Gebrauchte Metalldosen können als Ausgangsmaterial für neue Werkstoffe dienen.
Auftrag – beobachten und vergleichen: Beschreibe, welche Trenn- und Aufbereitungsschritte nötig sind, bevor aus gebrauchten Dosen wieder geeignetes Sekundärmaterial werden kann. Vergleiche das mit der direkten Nutzung neu gewonnener Rohstoffe.
Hilfe: Denke an Sammlung, Sortierung, Reinigung, Zerkleinerung, Aufbereitung und erneute Werkstoffherstellung.

Bildlegende: Das Recyclingzeichen weist auf Kreisläufe hin. Es beweist allein noch keine hohe Recyclingquote oder gute Gesamtökobilanz.
Fehler-finden-Auftrag: Erkläre den Fehler im Satz: „Ein Produkt mit Recyclingzeichen ist automatisch nachhaltig.“
Lösung: Nachhaltigkeit hängt von mehreren Kriterien ab. Dazu gehören Materialmenge, Energiebedarf, Nutzungsdauer, Reparierbarkeit, Transport und tatsächliche Rückgewinnung des Materials.
Transportwege bewerten
Transport gehört zum Produktlebenszyklus. Eine lange Strecke ist nicht automatisch der wichtigste Umweltfaktor. Entscheidend sind unter anderem Transportmittel, Auslastung, Masse, Entfernung und Anzahl der Umladungen.

Bildlegende: Containerumschlag verbindet verschiedene Transportmittel.

Bildlegende: Elektrisch gezogener Container-Güterzug als Teil einer Transportkette.

Bildlegende: Lkw-Transport ist flexibel und oft wichtig für die erste oder letzte Strecke.
Medienauftrag – vergleichen und messen: Zeichne aus den drei Bildern eine mögliche Transportkette. Schätze anschließend mit einer Karte die Entfernungen einer Beispielroute „Werk – Hafen – Zentrallager – Schule“. Trage für jede Teilstrecke Transportmittel und Entfernung ein.
| Teilstrecke | Transportmittel | Entfernung | Begründung |
|---|---|---|---|
| Werk bis Umschlag | |||
| Hauptstrecke | |||
| Letzte Strecke |
Selbstkontrolle: Eine Bewertung ist nur sinnvoll, wenn Du nicht ausschließlich die Entfernung betrachtest, sondern auch Transportmittel, Masse und Auslastung berücksichtigst.
Nutzungsdauer und Reparatur
Nutzungsdauer ist oft ein besonders wichtiger Hebel.
Ein langlebiges Produkt muss seltener ersetzt werden. Dadurch kann sich der Herstellungsaufwand auf mehr Nutzungsjahre verteilen.
Eine lange Nutzungsdauer ist aber nur dann sinnvoll, wenn das Produkt funktional, sicher und technisch brauchbar bleibt.
Reparierbarkeit verlängert die Nutzungsdauer, wenn Ersatzteile, lösbare Verbindungen und zugängliche Bauteile vorhanden sind.
Zielkonflikt: Ein sehr leichtes Bauteil spart Material und Transportmasse, kann aber weniger robust sein. Ein sehr robustes Bauteil kann mehr Material benötigen.
Medienauftrag – Lebensende analysieren

Bildlegende: Elektroschrott zeigt, warum Produktgestaltung, Rücknahme, sichere Behandlung und Materialrückgewinnung zusammen gedacht werden müssen.
Auftrag – Fehler finden: Ein Hersteller plant ein Gerät mit verklebtem Akku, gemischten Werkstoffen und nicht lösbaren Verbindungen. Markiere drei Probleme für Reparatur und Recycling.
Lösungshinweis: Problematisch sind erschwerte Demontage, schlechter Bauteiltausch und schwierige Werkstofftrennung. Eine bessere Konstruktion nutzt zugängliche, lösbare Verbindungen und klar trennbare Werkstoffe.
Videoanalyse
Videoauftrag – beobachten: Notiere die Lebensphasen, die im Video zur Lebenszyklusanalyse vorkommen. Vergleiche sie mit dem Diagramm oben. Markiere eine Phase, die bei einem konkreten Produkt besonders wichtig sein könnte.
Videoauftrag – Transfer: Erkläre mit zwei Sätzen, wie Urban Mining Sekundärmaterial bereitstellen kann. Nenne einen technischen Vorteil und eine Grenze.
Videoauftrag – vergleichen: Unterscheide „Recycling“ und „Kreislaufwirtschaft“. Formuliere einen Satz, warum Reparatur oft vor Recycling sinnvoll sein kann.
Videoauftrag – Zeitvergleich: Wähle zwei historische Beispiele aus. Vergleiche, wie sich Wiederverwendung oder Entsorgung verändert haben.
Kriterienmatrix
Eine Kriterienmatrix macht technische Entscheidungen nachvollziehbar.
Vorgehen:
- Kriterien festlegen.
- Kriterien gewichten.
- Varianten auf derselben Skala bewerten.
- Gewichtete Werte berechnen.
- Ergebnis prüfen.
- Zielkonflikte begründen.
- Entscheidung in einem vollständigen Fachsatz formulieren.
Bewertungsskala im Beispiel: 1 = ungünstig, 5 = sehr günstig.
Wichtig: Eine Kriterienmatrix ist kein Naturgesetz. Andere Gewichte können zu einem anderen Ergebnis führen.
Prüfungsnahes Beispiel: Tabletständer
Die folgenden Werte sind didaktische Falldaten und keine Herstellerangaben.
| Merkmal | Variante A: Primär-PP | Variante B: Aluminium mit hohem Sekundäranteil | Variante C: Sperrholz |
|---|---|---|---|
| Masse | 0,18 kg | 0,26 kg | 0,34 kg |
| erwartete Nutzungsdauer | 3 Jahre | 8 Jahre | 5 Jahre |
| lösbare Verbindungen | teilweise | ja | ja |
| Reparierbarkeit | mittel | gut | gut |
| Sekundärmaterial | gering | hoch | gering |
| Transportweg | lang | mittel | kurz |
| Anschaffungskosten | 9 Euro | 18 Euro | 14 Euro |
Bewertungsmatrix mit Gewichten
| Kriterium | Gewicht | A | B | C |
|---|---|---|---|---|
| technische Funktion und Stabilität | 40 % | 4 | 5 | 3 |
| ökologische Kriterien | 35 % | 2 | 4 | 5 |
| wirtschaftliche Kriterien | 25 % | 5 | 2 | 3 |
Rechenweg: Punktzahl mal Gewicht, anschließend addieren.
A: 4 · 0,40 + 2 · 0,35 + 5 · 0,25 = 3,55
B: 5 · 0,40 + 4 · 0,35 + 2 · 0,25 = 3,90
C: 3 · 0,40 + 5 · 0,35 + 3 · 0,25 = 3,70
Zwischenergebnis: Bei diesen Daten und Gewichten erreicht Variante B die höchste Punktzahl.
Aber: Wird der Anschaffungspreis stärker gewichtet, kann sich die Reihenfolge ändern. Genau hier entsteht ein Zielkonflikt.
Zielkonflikte analysieren
| Ziel 1 | Ziel 2 | Typischer Konflikt |
|---|---|---|
| geringe Masse | hohe Stabilität | Materialeinsparung kann die Robustheit verringern. |
| niedriger Kaufpreis | hohe Reparierbarkeit | austauschbare Bauteile können die Konstruktion verteuern. |
| lange Nutzungsdauer | technische Aktualität | ein altes Produkt kann funktionsfähig sein, aber Anforderungen nicht mehr erfüllen. |
| kurzer Transportweg | hoher Sekundärmaterialanteil | das passende Recyclingmaterial kann weiter entfernt verfügbar sein. |
| einfache Demontage | sehr kompakte Bauweise | lösbare Verbindungen benötigen Platz. |
Prüfungssatz: „Variante B ist unter den vorgegebenen Gewichten vorzuziehen, weil sie die technischen Anforderungen gut erfüllt und gleichzeitig einen hohen Sekundärmaterialanteil sowie eine lange Nutzungsdauer bietet. Der höhere Anschaffungspreis ist ein wirtschaftlicher Nachteil.“
Simulationsauftrag – Gewichtung verändern
Verändere die Gewichtung der drei Hauptkriterien.
Bedingung: Die Summe muss immer 100 % ergeben.
Simulation 1: Technik 50 %, Ökologie 30 %, Wirtschaft 20 %.
Simulation 2: Technik 30 %, Ökologie 30 %, Wirtschaft 40 %.
Simulation 3: Lege selbst eine begründete Gewichtung fest.
Lösungsweg: Multipliziere jeden Teilwert mit dem neuen Gewicht. Addiere die drei Produkte. Vergleiche danach nicht nur die Summen, sondern erkläre, warum sich die Entscheidung verändert hat.
Prüfungsstrategie
Eine gute Bewertungsaufgabe erkennst Du an Verben wie vergleichen, bewerten, beurteilen oder begründen.
Nutze diesen Lösungsweg:
- Funktion und Anforderungen klären.
- Daten aus Tabelle, Diagramm oder Text entnehmen.
- Kriterien technisch, ökologisch und wirtschaftlich ordnen.
- Kriterien sinnvoll gewichten.
- Varianten berechnen oder qualitativ vergleichen.
- Zielkonflikt benennen.
- Entscheidung mit mindestens zwei Kriterien begründen.
- Unsicherheiten oder fehlende Daten nennen.
Fehleranalyse einer Musterlösung
Fehlerhafte Aussage: „Variante A ist am besten, weil sie am billigsten ist.“
Fehler 1: Nur ein Kriterium wird betrachtet.
Fehler 2: Technische Anforderungen fehlen.
Fehler 3: Ökologische Kriterien fehlen.
Fehler 4: Die Nutzungsdauer wird nicht einbezogen.
Fehler 5: Es fehlt eine Abwägung des Zielkonflikts.
Verbesserte Lösung: „Variante A hat den niedrigsten Anschaffungspreis. Für eine Gesamtbewertung müssen jedoch auch Stabilität, Nutzungsdauer, Reparierbarkeit, Materialherkunft und Transport betrachtet werden. Deshalb reicht der Preis allein für eine technische Entscheidung nicht aus.“
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet Lebenszyklusbetrachtung? (Betrachtung wichtiger Produktphasen von der Rohstoffgewinnung bis zum Lebensende) (!Nur Betrachtung des Verkaufspreises) (!Nur Untersuchung der Nutzungsphase) (!Nur Betrachtung des Recyclings)
Was ist Sekundärmaterial? (Aus bereits genutztem Material oder Produktionsresten zurückgewonnener Werkstoff) (!Neu gewonnener Rohstoff aus einer Lagerstätte) (!Ein Bauteil ohne Werkstoff) (!Ausschließlich Verpackungsmaterial)
Was beschreibt Ressourceneffizienz am besten? (Möglichst viel Nutzen mit möglichst wenig Material und Energie) (!Möglichst viele Werkstoffe in einem Produkt) (!Möglichst kurze Nutzungsdauer) (!Möglichst hohe Produktmasse)
Welche Größe gehört direkt zur Nutzungsphase? (Nutzungsdauer) (!Erzlagerstätte) (!Containerkran) (!Gießform)
Welches Merkmal verbessert häufig die Reparierbarkeit? (Lösbare Verbindungen) (!Verklebte Gehäuse ohne Zugang) (!Untrennbare Materialverbunde) (!Nicht austauschbare Bauteile)
Warum reicht der Kaufpreis für eine Produktbewertung nicht aus? (Weil technische, ökologische und weitere wirtschaftliche Kriterien berücksichtigt werden müssen) (!Weil Preise niemals messbar sind) (!Weil nur die Farbe entscheidet) (!Weil Transport immer unwichtig ist)
Was ist ein Zielkonflikt? (Zwei sinnvolle Ziele lassen sich nicht gleichzeitig vollständig erreichen) (!Eine Rechenaufgabe ohne Daten) (!Ein Produkt ohne Funktion) (!Eine Liste identischer Kriterien)
Welche Aussage zu Transportwegen ist fachlich sinnvoll? (Transportmittel, Masse, Entfernung und Auslastung müssen gemeinsam betrachtet werden) (!Nur die Entfernung entscheidet) (!Jeder Transport hat dieselben Auswirkungen) (!Transport gehört nicht zum Lebenszyklus)
Warum werden Kriterien in einer Matrix gewichtet? (Weil nicht jedes Kriterium für die Entscheidung gleich wichtig sein muss) (!Damit alle Varianten dieselbe Punktzahl erhalten) (!Damit keine Daten benötigt werden) (!Damit Zielkonflikte verschwinden)
Welche Aussage ist für eine prüfungsnahe Bewertung am besten? (Die Entscheidung wird mit mehreren Kriterien und einem Zielkonflikt begründet) (!Die billigste Variante wird immer gewählt) (!Die schwerste Variante ist automatisch die beste) (!Eine Begründung ist nicht notwendig)
Memory
| Lebenszyklusbetrachtung | alle wichtigen Produktphasen untersuchen |
| Ressourceneffizienz | hoher Nutzen bei geringem Ressourceneinsatz |
| Nutzungsdauer | Zeitraum der tatsächlichen Verwendung |
| Sekundärmaterial | zurückgewonnener Werkstoff |
| Reparierbarkeit | gezielte Instandsetzung ermöglichen |
| Kriterienmatrix | Varianten strukturiert vergleichen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Rohstoffgewinnung | Erz, Holz oder Erdöl als Ausgangsstoff bereitstellen |
| Produktion | Bauteile herstellen und montieren |
| Transport | Produkt oder Material räumlich bewegen |
| Nutzung | Produkt verwenden, warten und reparieren |
| Lebensende | Wiederverwenden, recyceln oder entsorgen |
Kreuzworträtsel
| Lebenszyklus | Wie heißt die Abfolge der Produktphasen? |
| Ressource | Was wird durch effizienten Material- und Energieeinsatz geschont? |
| Reparatur | Welche Maßnahme kann die Nutzungsdauer verlängern? |
| Recycling | Wie heißt die stoffliche Wiederverwertung? |
| Transport | Welche Phase verbindet räumlich getrennte Produktionsorte? |
| Sekundärmaterial | Wie heißt zurückgewonnener Werkstoff aus bereits genutztem Material? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Lebenszyklusdiagramm: Zeichne für einen ungefährlichen Alltagsgegenstand sechs Lebensphasen und beschrifte jede Phase mit einem Material- oder Energiefluss.
- Produktanalyse: Untersuche eine leere Verpackung. Notiere Material, Masse, erkennbare Verbindungen und mögliche Wege nach der Nutzung.
- Transportweg: Wähle ein Produktetikett mit Herkunftsangabe und skizziere eine plausible Transportkette. Kennzeichne Annahmen deutlich.
- Recycling: Fotografiere oder zeichne drei Recyclinghinweise aus Deinem Alltag und erkläre, welche Information sie tatsächlich geben und welche nicht.
Standard
- Ressourceneffizienz: Vergleiche zwei funktional ähnliche Produkte anhand von Materialmenge, Nutzungsdauer und Reparierbarkeit.
- Sekundärmaterial: Erstelle ein Informationsblatt, das Primärmaterial und Sekundärmaterial an einem Werkstoffbeispiel unterscheidet.
- Kriterienmatrix: Entwickle für zwei Varianten eines Schulprodukts fünf Kriterien und begründe Deine Gewichtung.
- Fehleranalyse: Erstelle absichtlich ein fehlerhaftes Lebenszyklusdiagramm mit drei Fehlern. Tausche es mit einer Partnergruppe und korrigiert Euch gegenseitig.
Schwer
- Zielkonflikt: Analysiere einen Konflikt zwischen geringer Masse, langer Nutzungsdauer und Reparierbarkeit. Formuliere eine begründete technische Entscheidung.
- Materialfluss: Entwickle ein vereinfachtes Stoffstrommodell für Aluminium, Kunststoff oder Holz. Kennzeichne Verluste und Rückführungen.
- Simulation: Simuliere mit einer Tabellenkalkulation, wie sich unterschiedliche Gewichtungen technischer, ökologischer und wirtschaftlicher Kriterien auf eine Variantenentscheidung auswirken.
- Technische Bewertung: Erstelle aus bereitgestellten Falldaten eine prüfungsnahe Bewertungsaufgabe mit Tabelle, Kriterienmatrix, Musterlösung und benanntem Zielkonflikt.


Lernkontrolle
- Lebenszyklusbetrachtung: Ein Produkt ist doppelt so teuer, hält aber dreimal so lange. Erkläre, welche zusätzlichen Daten Du für eine belastbare Bewertung brauchst.
- Kriterienmatrix: Zwei Gruppen bewerten dieselben Varianten unterschiedlich. Erkläre, wie unterschiedliche Gewichtungen zu verschiedenen Ergebnissen führen können.
- Transport und Material: Ein regionales Produkt besteht aus Primärmaterial, ein weiter transportiertes Produkt aus hohem Sekundärmaterialanteil. Zeige, warum eine Entscheidung ohne weitere Daten voreilig wäre.
- Reparierbarkeit: Begründe, warum eine verschraubte Konstruktion trotz höherer Herstellungskosten langfristig vorteilhaft sein kann.
- Zielkonflikt: Entwickle für ein Schulprodukt einen Zielkonflikt zwischen Technik, Ökologie und Wirtschaft und formuliere eine begründete Entscheidung.
- Transfer: Übertrage die Lebenszyklusbetrachtung auf einen Gegenstand, bei dem die Nutzungsphase besonders energieintensiv ist. Erkläre, wie sich dadurch die Gewichtung der Kriterien ändern kann.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:
- einen Produktlebenszyklus vollständig und sinnvoll strukturieren kannst.
- Material- und Energieflüsse den Lebensphasen zuordnen kannst.
- die Fachbegriffe Lebenszyklusbetrachtung, Ressourceneffizienz, Nutzungsdauer und Sekundärmaterial korrekt verwendest.
- Transportwege nicht nur nach Entfernung, sondern nach mehreren Einflussgrößen beurteilst.
- technische, ökologische und wirtschaftliche Kriterien unterscheidest.
- eine Kriterienmatrix erstellst, gewichtest und auswertest.
- Zielkonflikte erkennst und fachlich erklärst.
- eine technische Entscheidung nachvollziehbar begründest.
- Annahmen, Unsicherheiten und fehlende Daten benennst.
- Sicherheitsregeln bei praktischen Untersuchungen einhältst.
OERs zum Thema
Hinweis: Der Wikipedia-Artikel „Produktlebenszyklus“ behandelt vor allem ein betriebswirtschaftliches Marktmodell. Für diesen Technik-aiMOOC ist die Lebenszyklusanalyse als Umweltbetrachtung näher am Lernziel.
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