Türen Tore Fenster und Fassaden aus Metall – Quetschstellen und Scherstellen erkennen
Türen Tore Fenster und Fassaden aus Metall – Quetschstellen und Scherstellen erkennen
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Türen Tore Fenster und Fassaden aus Metall – Quetschstellen und Scherstellen erkennen
Einleitung
Bei Türen, Toren, Fenstern und beweglichen Fassadenelementen entstehen Gefahren dort, wo sich Bauteile aufeinander zu oder aneinander vorbei bewegen. In diesem Lernkurs trainierst Du deshalb vor allem eines: Bewegung sehen, Gefahrenstelle benennen, Schutzkonzept beurteilen und bei Unsicherheit stoppen.

Zielgruppe: Ausbildung im Metallbau, insbesondere Konstruktionstechnik sowie Arbeiten an Türen, Toren, Fenstern und Fassaden.
Kurzbeschreibung: Du erkennst Quetsch- und Scherstellen an Metallbauteilen, ordnest fachliche Schutzkonzepte zu und begründest, wann eine fachkundige Prüfung erforderlich ist.
Quellenstand dieses Kurses: Oktober 2026. Technische Regeln, Normen, Herstellerunterlagen und projektspezifische Vorgaben müssen für reale Arbeiten immer aktuell geprüft werden.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du:
- Quetschstellen und Scherstellen anhand der Relativbewegung erkennen.
- Haupt- und Nebenschließkanten an typischen Bauteilen auffinden.
- Gefahrenbereiche an Dreh-, Schiebe- und Hubbewegungen systematisch untersuchen.
- Schutzkonzepte nach dem Prinzip Gefahr vermeiden – Zugang verhindern – technisch sichern – organisatorisch ergänzen einordnen.
- eine Arbeit oder Übergabe stoppen, wenn erforderliche Nachweise oder Schutzfunktionen nicht geklärt sind.
Sicherheitsgrenze dieses Lernkurses
Dieser Kurs vermittelt Gefährdungserkennung, keine Freigabekompetenz.
Du darfst Tragfähigkeit, Befestigung, Brandschutz oder Maschinensicherheit nicht mit Faustformeln, Augenmaß oder einer einzelnen Funktionsprobe freigeben.
Für reale Bauteile gilt:
- Tragfähigkeit und Befestigung benötigen die projektspezifisch erforderlichen statischen bzw. konstruktiven Nachweise durch zuständige Fachleute.
- Brandschutzanforderungen benötigen die zum konkreten Bauprodukt und Einbau passenden Nachweise und die Prüfung durch die dafür zuständigen Personen.
- Sicherheitsfunktionen kraftbetätigter Türen und Tore müssen anhand der zutreffenden Anforderungen, Herstellerunterlagen sowie vorgeschriebenen Prüf- und Validierungsverfahren beurteilt werden.
- Fehlt ein Nachweis oder ist eine Schutzfunktion unklar: nicht freigeben, Gefahrenbereich sichern und verantwortliche Fachperson hinzuziehen.
- Schutzfunktionen werden niemals mit Hand, Fuß oder Körper als „Prüfkörper“ ausprobiert.
Ausbildungsfall
Du arbeitest im Montageteam eines Metallbaubetriebs. An einer Werkhalle werden gleichzeitig vier Elemente fertiggestellt:
- eine Stahl-Drehflügeltür,
- ein kraftbetätigtes Schiebetor am Hof,
- ein Dreh-Kipp-Fenster aus Metallprofilen,
- eine Metall-Glas-Fassade mit integriertem Öffnungsflügel.
Vor der Übergabe sollst Du eine Gefahrenstellenkarte vorbereiten. Du darfst Gefahren erkennen, dokumentieren und an die verantwortliche Fachkraft melden. Du erteilst selbst keine sicherheitstechnische Freigabe.
Leitfrage für alle Lerneinheiten: Was bewegt sich – woran vorbei – wer kann den Bereich erreichen – wodurch wird die Gefahr wirksam beherrscht – welcher Nachweis fehlt möglicherweise?
Gestufte Hilfen für alle Beobachtungsaufgaben
Hilfe 1 – Bewegung: Verfolge nur ein bewegtes Teil vom Anfang bis zum Ende seines Weges.
Hilfe 2 – Gegenstück: Suche das feste oder zweite bewegte Teil, zu dem der Abstand kleiner wird oder an dem eine Kante vorbeiläuft.
Hilfe 3 – Erreichbarkeit: Frage, ob Hand, Finger, Arm oder Körper in den Bereich gelangen können.
Hilfe 4 – Schutz: Unterscheide konstruktive Gestaltung, trennende Maßnahmen, Schutzeinrichtung und reine Warnung.
Hilfe 5 – Entscheidung: Wenn Wirkung, Nachweis oder Zuständigkeit unklar ist, lautet die Ausbildungsentscheidung: STOPP – sichern – klären.
Lerneinheit 1 – Quetschen oder Scheren?

Eine Quetschstelle kann entstehen, wenn der verfügbare Raum zwischen Teilen kleiner wird und ein Körperteil zusammengedrückt werden kann.
Eine Scherstelle kann entstehen, wenn Kanten oder Flächen relativ zueinander vorbeilaufen und dabei einen zugänglichen Bereich gefährlich verengen.
Bei einer Drehbewegung kann sich die Gefahrenart entlang derselben Konstruktion ändern. Deshalb reicht es nicht, nur „die Tür“ oder „das Tor“ anzusehen: Du beobachtest den gesamten Bewegungsweg.
Basisaufgabe 1
Aufgabe: Nimm zwei Kartonstücke. Bewege sie zuerst langsam aufeinander zu und danach seitlich aneinander vorbei. Benenne die jeweils dargestellte Gefahrenart. Klemme dabei niemals Finger zwischen die Teile.
Begründetes Feedback: „Aufeinander zu = Quetschen“ und „aneinander vorbei = Scheren“ ist als Grundmodell richtig. Entscheidend ist nicht der Name des Bauteils, sondern die Relativbewegung und die Erreichbarkeit des Gefahrenbereichs.
Lerneinheit 2 – Metalltüren und Bandseite

Bei einer Drehflügeltür betrachtest Du mindestens:
- Hauptschließkante,
- Band- bzw. Nebenschließkante,
- Bereiche zwischen Flügel und Zarge,
- Beschläge und angrenzende feste Bauteile.
Die Bandseite ist besonders wichtig, weil sich beim Drehen des Flügels Abstände und Winkel verändern.
Medienauftrag – beobachten: Das Video ist ein Hersteller-Instruktionsvideo aus dem Umfeld von Jansen-Stahlprofilsystemen und wird bei Jansen-Fingerschutztür-Produkten als Instruktionsmedium verlinkt. Beobachte ausschließlich Bauteilgeometrie, Beschläge und mögliche Bewegungsbereiche.
Entscheidungsfrage: Reicht ein Produktname wie „Fingerschutztür“ für Deine Freigabe?
Begründetes Feedback: Nein. Ein konstruktiver Fingerschutz kann eine Gefährdung an der Nebenschließkante vermindern oder vermeiden. Für ein reales Projekt müssen aber das tatsächlich eingebaute System, seine Unterlagen, Einbausituation und gegebenenfalls weitere Sicherheitsanforderungen fachlich geprüft werden.
Basisaufgabe 2
Aufgabe: Zeichne eine einfache Draufsicht einer Drehflügeltür. Markiere Hauptschließkante und Bandseite. Zeichne mit Pfeilen die Flügelbewegung ein.
Hilfe 1: Beginne mit Flügel und Zarge.
Hilfe 2: Die Hauptschließkante liegt dem Drehpunkt gegenüber.
Hilfe 3: Prüfe anschließend die Seite nahe der Bänder.
Begründetes Feedback: Eine gute Skizze zeigt nicht nur Bauteilnamen, sondern Bewegungsrichtung und den jeweiligen Gegenbereich. Genau daraus wird die Gefahrenstelle nachvollziehbar.
Lerneinheit 3 – Schiebetore und Rolltore
Bei einem Schiebetor bewegt sich ein großer Flügel horizontal. Kritisch können unter anderem Bereiche an Schließkante, Pfosten, Führung, Rücklauf- bzw. Öffnungsbereich und benachbarten festen Teilen sein.
Medienauftrag – beobachten: Das Video „How to Evaluate & Secure Sliding Gate Portal Areas – DHF TS 011:2016“ zeigt anschaulich Gefahren im Portalbereich eines Schiebetors.
Wichtig: Die DHF-Quelle stammt aus dem Vereinigten Königreich. Sie dient hier nur als Beobachtungsmedium. Eine deutsche sicherheitstechnische Beurteilung oder Freigabe darf daraus nicht abgeleitet werden. Maßgeblich sind die im konkreten Projekt geltenden deutschen Vorschriften, aktuellen Normen, Herstellerunterlagen und die Prüfung durch zuständige Fachleute.
Entscheidungsaufgabe: Du erkennst zwischen bewegtem Torflügel und festem Pfosten einen zugänglichen Gefahrenbereich. Die Wirksamkeit der vorhandenen Sicherung ist nicht dokumentiert. Was tust Du?
Begründetes Feedback: Du dokumentierst die Stelle, sicherst den Bereich gegen Benutzung und meldest sie zur fachlichen Klärung. „Das Tor stoppt meistens“ oder „der Abstand sieht groß genug aus“ ist keine belastbare Freigabe.

Beim Rolltor verändert sich der Raum unter der bewegten unteren Kante. Zusätzlich sind je nach Konstruktion weitere Bewegungs-, Führungs- oder Einzugsbereiche zu betrachten.
Merksatz: Eine sichtbare Schließkante ist nicht automatisch die einzige Gefahrenstelle.
Lerneinheit 4 – Dreh- und Schwenkbereiche an Toren
Medienauftrag – beobachten: Das Video „How to Secure Electric Swing Gate Hinge Gaps – DHF TS 011:2016“ fokussiert den Band-/Drehbereich eines kraftbetätigten Drehtors.
Beobachte:
- Wo verändert sich der Abstand beim Öffnen?
- Wo verändert er sich beim Schließen?
- Welche Körperteile könnten den Bereich erreichen?
- Wird die Gefahr konstruktiv vermieden oder nur nachträglich abgedeckt?
Begründetes Feedback: Wer nur die vordere Schließkante betrachtet, übersieht typische Gefahren an Drehachsen und Nebenschließbereichen. Die systematische Betrachtung folgt deshalb der gesamten Bewegung.
Lerneinheit 5 – Metallfenster

An Fenstern können sich Gefahren insbesondere an Schließbereichen, Bändern, Scheren und kraftbetätigten Bewegungen ergeben.
Bei einem Dreh-Kipp-Fenster ändert sich die Kinematik je nach Öffnungsart. Du untersuchst deshalb jede vorgesehene Bewegungsart getrennt.
Die ASR A1.6 weist für kraftbetätigte Fenster ausdrücklich auf mögliche mechanische Gefährdungen wie Quetschen hin und nennt unterschiedliche mögliche Schutzprinzipien. Welche Lösung im konkreten Fall ausreichend ist, muss fachlich und projektspezifisch beurteilt werden.
Anwendungsaufgabe 1
Aufgabe: Betrachte ein geschlossenes Dreh-Kipp-Fenster und beschreibe auf Papier, welche Bereiche Du bei Drehstellung und welche bei Kippstellung beobachten würdest. Bediene ein reales Fenster nur nach betrieblicher Freigabe.
Hilfe 1: Beginne jeweils am bewegten Flügel.
Hilfe 2: Folge Bändern, Scheren und Schließkanten.
Hilfe 3: Frage bei jedem Bereich: Wird der Abstand kleiner oder laufen Teile aneinander vorbei?
Begründetes Feedback: Eine vollständige Antwort trennt die Bewegungsarten. Eine Gefährdung kann bei einer Stellung entstehen und bei einer anderen nicht oder an anderer Stelle auftreten.
Lerneinheit 6 – Metallfassaden mit beweglichen Elementen

Eine feste Fassadenfläche besitzt im normalen Gebrauch keine Schließbewegung. Gefährdungsrelevant werden für diesen Kurs besonders integrierte bewegliche Elemente wie Türen, Fenster, Klappen oder andere Öffnungsflügel.
Bei Montage und Instandhaltung können zusätzlich temporäre Bewegungen von Bauteilen auftreten. Diese sind Teil der jeweiligen Arbeitsplanung und Gefährdungsbeurteilung.
Abgrenzung: Die Produktnorm DIN EN 13830 behandelt Vorhangfassaden. Dieser Lernkurs ersetzt weder Fassadenstatik noch Befestigungsbemessung, Bauphysik oder Brandschutznachweise.
Transferaufgabe 1
Ausbildungsfall: In einer Metall-Glas-Fassade ist ein motorisch betätigter Lüftungsflügel eingebaut. Der Flügel fährt automatisch zu. Eine Kollegin sagt: „Die Fassade ist fest, hier gibt es keine Quetschstelle.“
Deine Entscheidung: Prüfe die Aussage.
Begründetes Feedback: Die Aussage ist zu pauschal. Die feste Fassadenfläche bewegt sich zwar nicht, der integrierte Flügel aber schon. Seine Bewegung relativ zum Rahmen und zu erreichbaren Bereichen muss separat betrachtet und fachgerecht gesichert werden.
Lerneinheit 7 – Schutzkonzepte
Ein gutes Schutzkonzept beginnt nicht mit einem Warnaufkleber.
- Gefahr konstruktiv vermeiden oder vermindern: Geometrie und Anordnung so gestalten, dass eine gefährliche Stelle möglichst nicht entsteht.
- Zugang verhindern: Gefahrenbereich wirksam unzugänglich machen, soweit dies für die Anwendung geeignet ist.
- Technisch sichern: geeignete Schutzeinrichtungen in das Gesamtsystem einbinden.
- Organisatorisch ergänzen: Kennzeichnung, Unterweisung und Betriebsregeln unterstützen, ersetzen aber eine erforderliche technische Sicherung nicht.
Prozessvideo – Beobachtungsauftrag: Das Video zeigt die Montage einer ASO-Sicherheitskontaktleiste mit einem bestimmten Montagesystem. Notiere drei Schritte, bei denen eine falsche Ausführung die spätere Funktion beeinträchtigen könnte.
Entscheidungsauftrag: Die Leiste ist optisch sauber montiert. Darfst Du daraus schließen, dass das gesamte Tor sicher ist?
Begründetes Feedback: Nein. Montage ist nur ein Teil des Sicherheitskonzepts. Das konkrete Schutzsystem muss passend ausgewählt, entsprechend Herstellerunterlagen installiert, in die Steuerung eingebunden und nach den einschlägigen Anforderungen fachgerecht geprüft bzw. validiert werden. Die optische Kontrolle allein beweist die Sicherheitsfunktion nicht.
Lerneinheit 8 – Entscheidungsregel STOPP
Nutze bei unbekannten Anlagen diese Reihenfolge:
- S – Situation sichern: Niemand greift oder tritt in den Gefahrenbereich.
- T – Teile und Bewegungen verfolgen: Was bewegt sich wohin?
- O – Ordnung der Schutzmaßnahmen prüfen: Ist die Gefahr konstruktiv vermieden, unzugänglich oder technisch gesichert?
- P – Prüfnachweise suchen: Welche Hersteller-, Prüf-, Planungs- oder Projektnachweise liegen vor?
- P – Professionell eskalieren: Bei fehlender Zuständigkeit oder fehlendem Nachweis verantwortliche Fachperson hinzuziehen.
Wichtig: Auch ein „unauffälliges“ Bauteil darf erst entsprechend den betrieblichen und rechtlichen Zuständigkeiten freigegeben werden.
Anwendungsaufgabe 2 – Gefahrenstellenkarte zum Ausbildungsfall
Erstelle für Stahl-Drehflügeltür, Schiebetor, Dreh-Kipp-Fenster und Fassadenflügel je eine Zeile mit:
| Bauteil | Bewegung | möglicher Gefahrenbereich | Schutzprinzip | Nachweis / Zuständigkeit |
|---|---|---|---|---|
| Stahl-Drehflügeltür | Drehen | von Dir einzutragen | von Dir einzutragen | von Dir einzutragen |
| Schiebetor | Schieben | von Dir einzutragen | von Dir einzutragen | von Dir einzutragen |
| Dreh-Kipp-Fenster | Drehen / Kippen | von Dir einzutragen | von Dir einzutragen | von Dir einzutragen |
| Fassadenflügel | projektspezifisch | von Dir einzutragen | von Dir einzutragen | von Dir einzutragen |
Hilfe 1: Benenne zuerst nur das bewegte Teil.
Hilfe 2: Suche danach feste Gegenflächen und zweite bewegte Teile.
Hilfe 3: Wenn Du „Schutzleiste“ oder „Sensor“ einträgst, ergänze: Wer weist die Eignung und sichere Funktion nach?
Begründetes Feedback: Eine starke Gefahrenstellenkarte verbindet Ort + Bewegung + Erreichbarkeit + Schutzprinzip + Nachweis. Nur „Quetschgefahr vorhanden“ reicht für eine fachliche Übergabe nicht aus.
Transferaufgabe 2 – Änderungsfall
Nach der Montage wird neben einem bestehenden Schiebetor nachträglich ein Metallpfosten für eine Zutrittskontrolle gesetzt.
Aufgabe: Begründe, warum die frühere Beurteilung des Tores nicht automatisch genügt.
Begründetes Feedback: Durch eine bauliche Änderung kann eine neue Relativgeometrie entstehen. Ein bisher unkritischer Bewegungsraum kann dadurch zu einer erreichbaren Quetsch- oder Scherstelle werden. Deshalb muss die geänderte Einbausituation fachlich neu beurteilt werden.
Fachquellen und Medienprüfung
Die in diesem Kurs verwendeten Fachinformationen wurden gegen folgende Quellen abgeglichen:
- BAuA – ASR A1.7 Türen und Tore: Technische Regel für Arbeitsstätten; zuletzt auf der BAuA-Seite als geändert 2022 ausgewiesen.
- DGUV Information 208-022 – Türen und Tore: praktische Erläuterungen zur Umsetzung der ASR A1.7.
- BAuA – ASR A1.6 Fenster, Oberlichter, lichtdurchlässige Wände: einschließlich Anforderungen an kraftbetätigte Fenster.
- BGHM – Arbeitsschutz Kompakt Nr. 105: Montage von Türen und Toren.
- DIN EN 12453:2022-08: Nutzungssicherheit kraftbetätigter Tore; bei DIN Media als aktuell ausgewiesen, mit Berichtigung 1:2023-12.
- DIN EN 12978:2025-03: Schutzeinrichtungen für kraftbetätigte Türen und Tore; bei DIN Media als aktuell ausgewiesen.
- DIN EN 16005:2024-08: Nutzungssicherheit kraftbetätigter Türen; bei DIN Media als aktuell ausgewiesen.
- DIN EN 13830:2020-11: Produktnorm für Vorhangfassaden; bei DIN Media als aktuell ausgewiesen.
- Jansen – Fingerschutztür Economy 60: Herstellerbeispiel für konstruktiven Fingerschutz an der Nebenschließkante.
Hinweis zu Normen: Normen können ersetzt, berichtigt oder projektspezifisch durch weitere Anforderungen ergänzt werden. Vor Planung, Prüfung oder Freigabe ist der aktuelle Stand durch die zuständigen Fachleute zu prüfen.
Medienrechte
Die YouTube-Videos werden nur über die jeweiligen YouTube-Seiten eingebettet; die Videorechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern. Einbettung bedeutet keine freie Lizenzierung des Videoinhalts.
Die EasyGates-/DHF-Videos sind britische Branchenmedien. Sie werden hier ausschließlich zur visuellen Gefährdungsbeobachtung verwendet. Für Deutschland ersetzen sie weder ASR/DGUV noch die einschlägigen aktuellen Normen, Herstellerunterlagen oder die Prüfung durch zuständige Fachleute.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Woran erkennst Du im Grundmodell eine Quetschstelle? (Der freie Raum zwischen Teilen wird kleiner und kann ein Körperteil zusammendrücken) (!Zwei Bauteile haben dieselbe Farbe) (!Ein Bauteil ist aus Metall) (!Ein Bauteil besitzt eine Schraubverbindung)
Woran erkennst Du im Grundmodell eine Scherstelle? (Kanten oder Flächen bewegen sich gefährlich aneinander vorbei) (!Zwei Bauteile stehen dauerhaft still) (!Eine Oberfläche ist verzinkt) (!Ein Profil besitzt eine Dichtung)
Welcher Bereich einer Drehflügeltür verdient zusätzlich zur Hauptschließkante besondere Aufmerksamkeit? (Die Bandseite beziehungsweise Nebenschließkante) (!Nur die Mitte der Verglasung) (!Nur der Türgriff) (!Nur die Bodenfläche weit vor der Tür)
Was ist bei einem Schiebetor im Bereich eines festen Pfostens zu untersuchen? (Die Relativbewegung des Torflügels zum festen Pfosten und die Erreichbarkeit des Bereichs) (!Nur die Lackfarbe des Pfostens) (!Nur die Länge des Handsenders) (!Nur die Fahrtrichtung von Fahrzeugen außerhalb des Geländes)
Wie reagierst Du, wenn die sichere Funktion einer Schutzeinrichtung nicht belegt ist? (Gefahrenbereich sichern und fachliche Klärung vor einer Freigabe verlangen) (!Die Anlage einmal mit der Hand stoppen) (!Die Anlage ohne Dokumentation freigeben) (!Nur einen Warnaufkleber anbringen)
Wie untersuchst Du ein Dreh-Kipp-Fenster sinnvoll? (Jede vorgesehene Bewegungsart und ihre Gefahrenbereiche getrennt betrachten) (!Nur die geschlossene Stellung fotografieren) (!Nur die Profilfarbe prüfen) (!Nur die Außenseite des Glases ansehen)
Wann wird eine feste Metallfassade für dieses Thema besonders relevant? (Wenn integrierte Elemente sich relativ zu Rahmen oder angrenzenden Bauteilen bewegen) (!Wenn alle Bauteile dauerhaft unbeweglich sind) (!Wenn die Fassade nur gereinigt wurde) (!Wenn das Gebäude einen neuen Namen erhält)
Was gilt für einen Warnhinweis an einer vorhandenen Quetschstelle? (Eine Warnung ersetzt eine erforderliche konstruktive oder technische Schutzmaßnahme nicht) (!Ein Warnhinweis macht jede technische Prüfung überflüssig) (!Ein Warnhinweis beweist automatisch die Maschinensicherheit) (!Ein Warnhinweis ersetzt Herstellerunterlagen)
Was beweist die optisch saubere Montage einer Sicherheitskontaktleiste allein? (Nicht die Sicherheit des gesamten Systems) (!Die vollständige sicherheitstechnische Freigabe) (!Die ausreichende Tragfähigkeit der Torbefestigung) (!Den Brandschutznachweis der gesamten Anlage)
Wer muss erforderliche Nachweise für Tragfähigkeit, Befestigung, Brandschutz und sicherheitsbezogene Funktionen verantworten? (Die dafür zuständigen und qualifizierten Fachleute nach den jeweiligen Anforderungen) (!Jede Person nach einer kurzen Sichtkontrolle) (!Die jüngste Person im Montageteam) (!Eine beliebige Person nach einer Faustformel)
Memory
| Quetschstelle | Teile bewegen sich gefährlich aufeinander zu |
| Scherstelle | Kanten oder Flächen bewegen sich gefährlich aneinander vorbei |
| Hauptschließkante | Bewegte Kante an der Schließseite des Flügels |
| Nebenschließkante | Weitere bewegte Schließkante zum Beispiel im Bandbereich |
| Schutzleiste | Berührungsempfindliche Schutzeinrichtung an einer bewegten Kante |
| Gefährdungsbeurteilung | Systematisches Ermitteln und Bewerten von Gefährdungen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Bandseite prüfen | Drehflügeltür |
| Portal und Pfosten prüfen | Schiebetor |
| Untere Schließkante beobachten | Rolltor |
| Band- und Scherenbereich prüfen | Dreh-Kipp-Fenster |
| Beweglichen Öffnungsflügel untersuchen | Metallfassade |
...
Kreuzworträtsel
| Quetschstelle | Wie heißt ein Gefahrenbereich, in dem Teile Körperteile zusammendrücken können? |
| Scherstelle | Wie heißt ein Gefahrenbereich, in dem Kanten gefährlich aneinander vorbeilaufen? |
| Bandseite | Welche Seite einer Drehflügeltür trägt die Bänder? |
| Schließkante | Wie heißt eine bewegte Kante, die beim Schließen einen Öffnungsbereich begrenzt? |
| Schutzleiste | Wie heißt eine berührungsempfindliche Schutzeinrichtung an einer Kante? |
| Fachperson | Wer ist bei fehlender eigener Zuständigkeit für erforderliche Fachnachweise hinzuzuziehen? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Bewegungsskizze: Zeichne eine Metall-Drehflügeltür in drei Öffnungsstellungen und markiere Bereiche, deren Abstand sich verändert.
- Bildanalyse: Wähle eines der Commons-Bilder aus dem Kurs und kennzeichne auf einer eigenen Skizze mögliche Beobachtungsbereiche für Quetschen und Scheren.
- Begriffe erklären: Erkläre einer Mitschülerin oder einem Mitschüler in höchstens 60 Sekunden den Unterschied zwischen Quetschstelle und Scherstelle.
- Sicherheitsrundgang: Suche mit Deiner Ausbilderin oder Deinem Ausbilder drei bewegliche Bauelemente im Betrieb und dokumentiere nur aus sicherer Entfernung deren Bewegungsart.
Standard
- Gefahrenstellenkarte: Erstelle für den Ausbildungsfall eine vollständige Tabelle aus Bewegung, Gegenbauteil, Erreichbarkeit, Schutzprinzip und benötigtem Nachweis.
- Videoanalyse: Wähle eines der Torvideos und notiere drei Gefahrenbereiche sowie eine Frage, die das Video für eine deutsche Projektfreigabe nicht beantworten kann.
- Schutzkonzept: Entwickle für eine fiktive zugängliche Nebenschließkante drei unterschiedliche Schutzideen und ordne sie nach konstruktiver, trennender und technischer Maßnahme.
- STOPP-Karte: Gestalte eine handliche Karte für die Werkstatt mit den fünf STOPP-Schritten dieses Kurses.
Schwer
- Änderungsbewertung: Analysiere den Fall eines nachträglich neben einem Schiebetor montierten Pfostens und begründe, welche erneute Fachprüfung notwendig wird.
- Herstellerunterlagen prüfen: Vergleiche für ein reales Ausbildungsbauteil die Herstellerunterlagen mit einer passenden offiziellen Arbeitsschutzquelle und liste offene Punkte auf, ohne selbst eine Freigabe zu erteilen.
- Erklärvideo erstellen: Produziere ein 60- bis 90-sekündiges Lernvideo „Bewegung lesen statt raten“. Zeige nur sichere Modelle oder Zeichnungen und keine Körperteiltests an realen Anlagen.
- Übergabegespräch: Spiele mit zwei Personen ein Übergabegespräch. Eine Person möchte trotz fehlendem Sicherheitsnachweis freigeben; die andere begründet fachlich den STOPP und fordert die zuständige Fachperson an.


Lernkontrolle
- Unbekanntes Bauteil analysieren: Du erhältst eine Zeichnung einer Falttür. Leite allein aus den Bewegungsrichtungen ab, an welchen Übergängen Quetsch- oder Scherstellen entstehen könnten, und begründe Deine Auswahl.
- Schutzmaßnahme bewerten: An einer erreichbaren Gefahrenstelle wurde nur ein Warnschild montiert. Begründe, warum diese Information für eine sicherheitstechnische Bewertung nicht ausreicht und welche Art von Nachweis Du zusätzlich erwartest.
- Änderung übertragen: Ein Zutrittsleser wird nachträglich im Bewegungsraum eines Tores angeordnet. Erkläre, warum die frühere Gefährdungsbeurteilung überprüft werden muss und welche Informationen Du an die Fachkraft weitergibst.
- Fassade differenzieren: Vergleiche eine vollständig feste Vorhangfassade mit einer Fassade mit motorischem Öffnungsflügel. Erkläre, warum die Quetsch- und Scherstellenanalyse unterschiedlich ausfällt.
- Nachweiskette planen: Entwirf eine Nachweiskette für die Übergabe eines kraftbetätigten Tores. Trenne Sichtbeobachtung, Herstellerunterlagen, Gefährdungsbeurteilung, erforderliche Prüfungen und verantwortliche Freigabe.
- STOPP begründen: Formuliere eine fachliche Begründung dafür, eine Inbetriebnahme zu unterbrechen, wenn eine Schutzleiste montiert ist, aber ihre sichere Einbindung und Prüfung nicht belegt sind.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:
- Quetsch- und Scherstellen aus Bewegungen ableiten kannst,
- Haupt- und Nebenschließbereiche an typischen Metallbauelementen erkennst,
- Gefahrenstellen an Türen, Toren, Fenstern und beweglichen Fassadenelementen strukturiert dokumentierst,
- Schutzprinzipien fachlich unterscheiden kannst,
- Warnung und technische Schutzmaßnahme nicht verwechselst,
- bei fehlenden Nachweisen eine sichere STOPP-Entscheidung begründest,
- offizielle Fachquellen von reinen Anschauungsmedien unterscheiden kannst,
- die Grenzen Deiner eigenen Zuständigkeit bei Statik, Befestigung, Brandschutz und Maschinensicherheit benennst.
Der Lernnachweis enthält keine praktische Freigabe oder absichtliche Körperteilprüfung an realen kraftbetätigten Anlagen.
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