Systemintegration und digitale Inbetriebnahme – Virtuelle Inbetriebnahme fachlich einordnen
Systemintegration und digitale Inbetriebnahme – Virtuelle Inbetriebnahme fachlich einordnen
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Einleitung
Systemintegration und digitale Inbetriebnahme – Virtuelle Inbetriebnahme fachlich einordnen
Zielgruppe: Auszubildende in Mechatronik, Automatisierungstechnik und verwandten Berufen
Lernzeit: 6 kurze Lerneinheiten à 10–15 Minuten und eine Projektphase
Dein Auftrag: Du prüfst eine Förderanlage zuerst virtuell, wertest Signalverläufe aus und entscheidest, welche Prüfungen später an der realen Maschine erforderlich sind.

Fördertechnik als Beispiel für automatisierte Anlagen.
Das lernst Du:
- Virtuelle Inbetriebnahme: Nutzen und Grenzen erklären.
- Speicherprogrammierbare Steuerung: Virtuelle Steuerung und Anlagenmodell unterscheiden.
- Sensor und Aktor: Signale einem Förderprozess zuordnen.
- Fehlerdiagnose: Auffällige Signalverläufe untersuchen.
- Maschinensicherheit: Virtuelle Tests von realen Prüfungen abgrenzen.
Sicherheitsregel: Alle Steuerungs- und Fehleraufgaben dieses Kurses bleiben in einer isolierten Simulation. Keine automatische Verbindung mit einer produktiven Anlage, keine Live-Ansteuerung und keine Überbrückung von Schutzeinrichtungen. Reale Arbeiten sind ausschließlich unter geeigneter Fachaufsicht, nach Gefährdungsbeurteilung und mit betrieblicher Freigabe zulässig.
Lerneinheit 1: Virtuelle Inbetriebnahme verstehen
Lernziel: Du kannst erklären, weshalb Unternehmen Maschinen vor der realen Inbetriebnahme simulieren.
Virtuelle Inbetriebnahme (VIBN) bedeutet, eine geplante oder bestehende Maschinenfunktion mithilfe digitaler Modelle und geeigneter Testkonfigurationen zu prüfen, bevor entsprechende Prüfungen an der realen Anlage stattfinden.
Siemens Knowledge Hub: Erste Schritte der virtuellen Inbetriebnahme.
Nutzen und Grenzen
| Virtueller Test | Reale Prüfung |
|---|---|
| Steuerungslogik früh untersuchen | Tatsächliche Verdrahtung prüfen |
| Fehlerfälle reproduzierbar simulieren | Wirkliche Sensoren und Antriebe prüfen |
| Ablaufvarianten ohne Materialverschleiß vergleichen | Mechanische und elektrische Eigenschaften überprüfen |
| Änderungen am Modell erproben | Schutzmaßnahmen und Sicherheitsfunktionen am Original validieren |
Merksatz: Die virtuelle Inbetriebnahme ergänzt die reale Inbetriebnahme. Sie ersetzt diese nicht.
Basisaufgabe: Erkläre anhand der Tabelle einen Vorteil und eine Grenze der VIBN.
Lerneinheit 2: Die virtuelle Förderanlage
Lernziel: Du ordnest Sensoren, Steuerung und Aktoren einem einfachen Anlagenmodell zu.
sps4you: Einführung in eine virtuelle 3D-Industrieanlage.
Ausbildungsfall: Ein Karton auf dem Förderband
Situation: In einem Ausbildungsbetrieb soll eine Förderstrecke Kartons von einer Einlaufposition zu einer Auslaufposition transportieren.
Der Modellablauf:
- Ein virtueller Startimpuls startet die Förderbewegung.
- Ein Karton passiert den Einlaufsensor B1.
- Der virtuelle Motor M1 bewegt das Band.
- Der Auslaufsensor B2 erkennt den Karton.
- Die Steuerungslogik stoppt M1.
VIRTUELLE FÖRDERSTRECKE
Karton
[■] ---> Förderrichtung --->
=================================
B1 B2
Einlauf Auslauf
M1
Motor
Sensoren --> SPS-Modell --> Motor
Vereinfachtes didaktisches Modell. Keine reale Maschinensteuerung.
Die Bauteile kennenlernen
| Sensor | Steuerung | Antrieb |
|---|---|---|
| Eine Lichtschranke erfasst ein Objekt. | Eine SPS verarbeitet Eingänge und steuert Ausgänge. | Ein Motor erzeugt Bewegung. |
Die Bilder zeigen reale Technik zur Veranschaulichung. Die Übungsanlage selbst ist vollständig virtuell.
sps4you: Sensoren in Factory I/O.
Signale der Übungsanlage
| Signal | Bedeutung | Wert 1 im Modell |
|---|---|---|
| Start | Virtueller Starttaster | Startimpuls liegt an |
| B1 | Einlaufsensor | Karton wird erkannt |
| B2 | Auslaufsensor | Karton wird erkannt |
| M1 | Motorausgang | Band soll laufen |
| Fehler | Störmeldung | Modellfehler ist aktiv |
Wichtig: Die Sensorlogik ist für diesen Lernfall festgelegt. An realen Sensoren kann die Signalpolarität anders sein.
Basisaufgabe: Zeichne die Förderstrecke und markiere die beiden Eingänge und den Motorausgang.
Lerneinheit 3: Simulationsarten unterscheiden
Lernziel: Du kannst MiL, SiL und HiL fachlich einordnen.

Beispiel für die grafische Darstellung einer SPS-Logik.
| Testkonfiguration | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Model-in-the-Loop (MiL) | Steuerungs- und Anlagenverhalten werden modellbasiert geprüft. | Früher Konzepttest |
| Software-in-the-Loop (SiL) | Steuerungssoftware und Anlage laufen virtuell. | Virtuelle SPS mit Fördermodell |
| Hardware-in-the-Loop (HiL) | Reale Steuerungshardware wird mit einer Simulation gekoppelt. | Echte SPS und virtuelles Anlagenmodell |
Unser Ausbildungsfall verwendet SiL: Die Steuerung und die Förderanlage bleiben softwarebasiert. Es gibt keine Verbindung zu einer realen SPS oder Anlage.
Siemens Knowledge Hub: Virtuelle Inbetriebnahme mit PLCSIM Advanced.
Anwendungsaufgabe: Entscheide, ob für einen ersten Ablaufvergleich im Unterricht MiL, SiL oder HiL geeignet ist. Begründe Deine Wahl anhand des Testziels und des benötigten Aufwands.
Lerneinheit 4: Steuerungsablauf simulieren
Lernziel: Du liest einen digitalen Signalverlauf und erklärst das Verhalten des virtuellen Motors.
Siemens Knowledge Hub: Virtuelle Inbetriebnahme mit SIMIT.
Virtuelles Bedienpult
| Simulierte Bedienung | Erwartete Modellreaktion |
|---|---|
| Startimpuls setzen | Der Modellmotor läuft an. |
| Einlaufsensor aktivieren | Die Steuerung erkennt den Karton. |
| Auslaufsensor aktivieren | Der Modellmotor stoppt. |
| Stopp auslösen | Der Modellmotor wird abgeschaltet. |
| Simulationsfehler aktivieren | Die Fehlerüberwachung wird getestet. |
Versuchsregel: Du veränderst ausschließlich virtuelle Signale. Die Tabelle ist ein didaktisches Bedienpult, keine Verbindung zu einer Steuerung.
Signalverlauf A: Fehlerfreier Transport
Alle Zeitwerte sind exemplarische Simulationswerte. 0 bedeutet inaktiv, 1 bedeutet aktiv.
| Zeit in s | 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Start | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| B1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 |
| B2 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 0 |
| M1 | 0 | 1 | 1 | 1 | 0 | 0 |
| Fehler | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Zeit 0 1 2 3 4 5 Start _ █ _ _ _ _ B1 _ _ █ _ _ _ B2 _ _ _ _ █ _ M1 _ █ █ █ _ _ Fehler _ _ _ _ _ _ █ = logisch 1 _ = logisch 0
Steuerungsaufgabe: Zu welchem Zeitpunkt wird der Karton am Auslauf erkannt? Erkläre, weshalb der Motor danach ausgeschaltet bleibt.
Hilfe 1
Suche die erste 1 in der Zeile B2.
Hilfe 2
Vergleiche zum selben Zeitpunkt den Wert von M1.
Hilfe 3
B2 wird bei Sekunde 4 aktiv. In unserem Modell löst dieses Ereignis das Stoppen aus.
Feedback zur Steuerungsaufgabe
Richtig ist Sekunde 4. B2 bestätigt die Ankunft des Kartons. Der Ausgang M1 wechselt auf 0. Die Steuerung wartet anschließend auf einen neuen Startimpuls. Das verhindert im vereinfachten Modell einen unbeabsichtigten Neustart.
Lerneinheit 5: Fehler virtuell diagnostizieren
Lernziel: Du erkennst fehlende Rückmeldungen und entwickelst begründete Diagnosehypothesen.
sps4you: Fehler in einer virtuellen Anlage einbauen.
Diagnosefall: Der Karton kommt nicht am Auslauf an
Im Übungsmodell gilt: Nach dem Start wird ein Karton erwartet. Wenn B2 nach mehr als drei Sekunden kein Signal liefert, setzt die Zeitüberwachung eine Störung und schaltet M1 ab.
Signalverlauf B: Simulierter Fehler
| Zeit in s | 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Start | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| B1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 |
| B2 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| M1 | 0 | 1 | 1 | 1 | 1 | 0 |
| Fehler | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 |
Zeit 0 1 2 3 4 5 B1 _ _ █ _ _ _ B2 _ _ _ _ _ _ M1 _ █ █ █ █ _ Fehler _ _ _ _ _ █
Diagnoseauftrag: Überprüfe drei mögliche Ursachen ausschließlich im Simulationsmodell: blockierter Karton, fehlerhafte Signalzuordnung oder unpassende Zeitüberwachung.
Gestufte Diagnosehilfen
Hilfe 1 – Beobachten
Vergleiche B1 und B2. Welches Signal ist vorhanden, welches fehlt?
Hilfe 2 – Eingrenzen
B1 erkennt einen Karton. B2 erkennt keinen. Untersuche deshalb den simulierten Transportweg, die Zuordnung von B2 und das Zeitlimit.
Hilfe 3 – Testen
Wiederhole den Modellablauf mit einem korrekt transportierten Karton, kontrolliere die virtuelle B2-Zuordnung und vergleiche den erwarteten Zeitpunkt der Rückmeldung mit dem eingestellten Zeitlimit. Verändere jeweils nur eine Modellbedingung.
Begründetes Diagnosefeedback
Das Ausbleiben von B2 ist eine Beobachtung, aber noch keine eindeutige Fehlerursache. Mehrere Ursachen können denselben Signalverlauf erzeugen. Die Abschaltung bei Sekunde 5 entspricht der festgelegten Modellüberwachung. Zur Diagnose musst Du Hypothesen einzeln testen und die Ergebnisse dokumentieren.
Anwendungsaufgabe: Erstelle eine Tabelle mit Beobachtung, Hypothese, virtuellem Test und Ergebnis.
Lerneinheit 6: Grenzen erkennen und reale Prüfung planen
Lernziel: Du kannst begründen, welche Ergebnisse der Simulation aussagekräftig sind und welche Prüfungen am Original fehlen.

Ein Not-Halt-Bedienelement: Seine reale Sicherheitswirkung lässt sich nicht allein aus einer Ablaufsimulation nachweisen.
| Prüffrage | Simulation ausreichend? |
|---|---|
| Folgt das virtuelle Programm dem geplanten Ablauf? | Für diesen modellierten Testfall grundsätzlich ja. |
| Stimmt die reale Sensorverdrahtung? | Nein, physische Prüfung erforderlich. |
| Erreicht der Antrieb die tatsächlichen Bewegungswerte? | Nein, reale Verifikation erforderlich. |
| Wirken die Schutzeinrichtungen am Original korrekt? | Nein, geeignete reale Sicherheitsprüfung erforderlich. |
| Sind alle denkbaren Fehler ausgeschlossen? | Nein, weder Simulation noch Einzelprüfung leisten das. |
Fachlicher Bezug: Die Richtlinie VDI/VDE 3693 Blatt 1 in der Ausgabe 2025-05 beschreibt Modellarten und Testkonfigurationen der virtuellen Inbetriebnahme. Anforderungen an reale Sicherheitsprüfungen müssen zusätzlich anhand der für die konkrete Maschine geltenden Regeln und Gefährdungen bestimmt werden.
Transferaufgabe: Ein virtuell erfolgreich geprüfter Förderprozess soll an einer realen Maschine erprobt werden. Erstelle eine begründete Checkliste der noch erforderlichen Prüfbereiche. Führe diese Prüfungen nicht selbstständig durch.
Hilfe 1 – Prüfumfang
Unterscheide Softwarefunktion, Verdrahtung, Mechanik, Sensorik und Sicherheit.
Hilfe 2 – Nachweise
Überlege, welche Nachweise eine Simulation liefern kann und wo Messungen, Inspektionen oder Funktionsprüfungen am Original nötig sind.
Hilfe 3 – Verantwortung
Berücksichtige Gefährdungsbeurteilung, Fachaufsicht, abgestimmten Prüfplan, betriebliche Freigabe und Dokumentation.
Begründetes Transferfeedback
Eine fachlich vollständige Antwort unterscheidet virtuelle Testergebnisse von noch offenen realen Nachweisen. Besonders wichtig sind reale Schnittstellen, elektrische und mechanische Eigenschaften sowie die erforderliche Prüfung von Schutz- und Sicherheitsfunktionen. Erst die zuständigen Fachpersonen dürfen über das weitere Vorgehen entscheiden.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist ein wesentliches Ziel der virtuellen Inbetriebnahme? (Fehler im Automatisierungsablauf frühzeitig erkennen) (!Alle realen Sicherheitsprüfungen ersetzen) (!Maschinen ohne Freigabe betreiben) (!Verdrahtungsprüfungen grundsätzlich vermeiden)
Was bezeichnet Software-in-the-Loop im Ausbildungsfall? (Steuerungssoftware und Anlagenmodell werden virtuell getestet) (!Eine echte SPS steuert eine produktive Maschine) (!Nur mechanische Bauteile werden geprüft) (!Ein Förderband läuft ohne Steuerungsprogramm)
Was kennzeichnet Hardware-in-the-Loop bei der virtuellen Inbetriebnahme? (Reale Steuerungshardware wird mit einer Simulation gekoppelt) (!Die gesamte Anlage muss real aufgebaut sein) (!Es wird ausschließlich eine Videoaufnahme genutzt) (!Die Steuerung wird vollständig durch Papierpläne ersetzt)
Welche Aufgabe hat der Sensor B2 im Ausbildungsfall? (Er erkennt den Karton am Auslauf) (!Er erzeugt die Bewegung des Förderbands) (!Er ersetzt die Steuerung) (!Er misst automatisch die elektrische Sicherheit)
Wann wird M1 im fehlerfreien Signalverlauf abgeschaltet? (Bei Sekunde 4) (!Bei Sekunde 1) (!Bei Sekunde 2) (!Bei Sekunde 5)
Welche Beobachtung zeigt im Fehlerfall die fehlende Auslaufrückmeldung? (B2 bleibt während des gesamten Verlaufs inaktiv) (!B1 wird bei Sekunde 2 aktiv) (!Der Startimpuls liegt bei Sekunde 1 an) (!M1 läuft zunächst an)
Warum kann ein fehlendes Sensorsignal verschiedene Ursachen haben? (Transportfehler und Signalzuordnungsfehler können ähnlich aussehen) (!Ein fehlendes Signal beweist immer einen Kabelbruch) (!Das Signal macht jede weitere Diagnose überflüssig) (!Virtuelle Modelle besitzen keine Fehlerquellen)
Was beschreibt eine Grenze der virtuellen Inbetriebnahme? (Reale Verdrahtungsfehler werden nicht zwangsläufig erkannt) (!Ablaufvarianten können niemals verglichen werden) (!Virtuelle Tests benötigen immer eine reale Maschine) (!Ein Steuerungsprogramm kann nicht simuliert werden)
Was ist vor realen Arbeiten an einer Maschine erforderlich? (Geeignete Fachaufsicht und betriebliche Freigabe) (!Ein erfolgreiches virtuelles Quiz allein) (!Das Deaktivieren der Schutzeinrichtungen) (!Ein automatischer Start durch die Lernsoftware)
Was gehört zu einer fachlich guten Fehlerdiagnose? (Beobachtungen dokumentieren und Hypothesen gezielt überprüfen) (!Den ersten Verdacht ohne Test als Ursache festlegen) (!Alle Modellparameter gleichzeitig verändern) (!Fehlermeldungen ohne Begründung löschen)
Quizfeedback mit Begründungen
Feedback zu den zehn Fragen anzeigen
- VIBN ist für frühe, wiederholbare Tests geeignet, ersetzt aber keine reale Prüfung.
- Bei SiL bleiben die Testteilnehmer softwarebasiert.
- HiL bindet echte Hardware in einen Simulationsaufbau ein.
- B2 liefert die Rückmeldung zur Auslaufposition.
- Bei Sekunde 4 erkennt B2 den Karton, daraufhin stoppt M1.
- B2 bleibt in Verlauf B auf 0, obwohl eine Ankunft erwartet wird.
- Aus einer einzelnen Beobachtung folgt noch keine eindeutige Fehlerursache.
- Fehlerhafte reale Verdrahtung kann außerhalb des virtuellen Modells liegen.
- Realer Maschinenbetrieb erfordert geeignete Aufsicht, Schutzmaßnahmen und Freigabe.
- Systematische Diagnose bedeutet, unterschiedliche Hypothesen überprüfbar zu testen.
Memory
| Virtuelle Inbetriebnahme | Frühzeitige Überprüfung von Automatisierungsfunktionen am Modell |
| Software-in-the-Loop | Steuerungssoftware und Anlagenverhalten softwarebasiert prüfen |
| Hardware-in-the-Loop | Reale Steuerung in eine Simulationsumgebung einbinden |
| Lichtschranke | Objekte durch optische Erfassung erkennen |
| SPS | Eingangssignale verarbeiten und Ausgänge steuern |
| Signalverlauf | Zeitliche Entwicklung eines Signals darstellen |
| Zeitüberwachung | Ausbleibende Rückmeldung nach einer Frist erkennen |
| Reale Prüfung | Tatsächliche Eigenschaften der Maschine verifizieren |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Aufgabe im virtuellen Fördersystem |
|---|---|
| Einlaufsensor | Erkennen des Kartons an der Einlaufposition |
| Auslaufsensor | Bestätigen der Ankunft am Ende des Transportwegs |
| Motor | Bewegen des Förderbands |
| Virtuelle Steuerung | Verarbeiten der Signale und Festlegen der Ausgangszustände |
| Zeitüberwachung | Erkennen einer ausbleibenden erwarteten Rückmeldung |
| Diagnoseprotokoll | Dokumentieren von Beobachtung, Hypothese und Testergebnis |
Kreuzworträtsel
| Simulationsmodell | Wie heißt eine digitale Nachbildung des zu prüfenden Anlagenverhaltens? |
| Lichtschranke | Welcher optische Sensor erkennt den Karton? |
| Motor | Welcher Aktor bewegt im Modell das Förderband? |
| Diagnose | Wie heißt die systematische Erkennung und Eingrenzung eines Fehlers? |
| Freigabe | Welche betriebliche Erlaubnis ist vor realen Arbeiten erforderlich? |
| Signalverlauf | Wie heißt die Darstellung eines Signals über der Zeit? |
LearningApps
Suche nach passenden interaktiven Übungen. Prüfe vor der Nutzung, ob eine gefundene Aufgabe fachlich zum Lernziel passt.
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht – Basisaufgaben
- Virtuelle Inbetriebnahme: Gestalte eine Lernkarte mit einem Vorteil und einer Grenze der VIBN.
- Fördertechnik: Zeichne den virtuellen Förderprozess mit Karton, B1, B2 und M1.
- Sensorik: Erstelle eine beschriftete Bildcollage zu Sensor, SPS und Motor und beachte die Bildlizenzen.
- Digitalsignal: Zeichne den fehlerfreien Signalverlauf A als einfaches Zeitdiagramm.
Standard – Anwendungsaufgaben
- Ablaufsteuerung: Erstelle einen Ablaufplan für Start, Transport, Auslauferkennung und Motorstopp.
- Simulation: Entwickle in einer isolierten Lernsimulation drei Testfälle: Normalablauf, fehlende Rückmeldung und Stoppbefehl.
- Fehlerdiagnose: Dokumentiere drei mögliche Ursachen für den Fehler in Signalverlauf B und passende virtuelle Prüfungen.
- Erklärvideo: Produziere ein kurzes Video oder Storyboard, das den Unterschied zwischen SiL und HiL erklärt.
Schwer – Transferaufgaben
- Risikobeurteilung: Erstelle eine Tabelle, welche Eigenschaften eines Fördersystems virtuell und welche real geprüft werden müssen.
- Systemintegration: Entwirf einen Testplan für ein zweites, nur virtuell gekoppeltes Förderband mit Übergabesignal und Fehlerreaktion.
- Qualitätssicherung: Vergleiche zwei digitale Anlagenmodelle mit unterschiedlichem Detaillierungsgrad und beurteile ihre Aussagekraft.
- Technische Dokumentation: Verfasse einen Freigabevorschlag für den Übergang von der Simulation zu späteren realen Prüfungen. Kennzeichne ausdrücklich alle noch offenen Nachweise und verantwortlichen Fachpersonen.


Lernkontrolle
Bearbeite die Aufgaben mit Begründung. Reines Auswendiglernen reicht nicht.
- Modellgüte: Erkläre anhand eines Beispiels, wie eine ungenaue Simulation zu einer falschen Beurteilung der realen Anlage führen kann.
- Steuerungslogik: Vergleiche die Signalverläufe A und B. Beschreibe die Unterschiede und leite mindestens zwei überprüfbare Diagnosehypothesen ab.
- Systemintegration: Eine zweite Förderstrecke wird ergänzt. Entwirf ein virtuelles Übergabeprotokoll mit Anforderung, Bereitschaft und Bestätigung.
- Maschinensicherheit: Begründe, weshalb ein erfolgreicher virtueller Test keine automatische Freigabe zum realen Betrieb darstellt.
- Testmanagement: Entwickle eine Prüfkette vom Modelltest über die Dokumentation bis zur fachlich freigegebenen realen Prüfung.
- Fehleranalyse: Ein Motor läuft im Modell, aber der Karton bewegt sich nicht. Erkläre, welche Modellannahmen und Signale Du zuerst untersuchen würdest.
Bewertungskriterien: Fachlich stimmige Zusammenhänge, nachvollziehbare Begründungen, überprüfbare Testfälle, klare Trennung zwischen Simulation und Realität sowie Beachtung der Sicherheitsgrenzen.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis erstellst Du eine digitale Ausbildungsmappe mit:
- Anlagenmodell: Skizze der virtuellen Förderanlage mit beschrifteten Signalen.
- Funktionsbeschreibung: Kurze Darstellung des Sollablaufs.
- Signaldiagrammen: Ein fehlerfreier Ablauf und ein Diagnosefall.
- Testprotokoll: Testziel, Eingaben, erwartete Reaktion, beobachtete Reaktion und Bewertung.
- Fehleranalyse: Mindestens zwei Hypothesen mit begründeten virtuellen Prüfschritten.
- Transferbewertung: Gegenüberstellung der bereits virtuellen und der noch real erforderlichen Prüfungen.
- Quellen- und Mediennachweis: Nachvollziehbare Fachquellen sowie Bildautoren und Lizenzen.
Erfolgreicher Lernnachweis: Du kannst erklären, welche Aussage Dein virtueller Test erlaubt, welche Unsicherheiten bleiben und weshalb der reale Prüf- und Freigabeprozess weiterhin notwendig ist.
OERs zum Thema
Wikipedia: Virtuelle Inbetriebnahme
Fachquellen
- VDI/VDE 3693 Blatt 1:2025-05: Virtuelle Inbetriebnahme – Modellarten und Begriffe. Aktuelle Fachrichtlinie für Begriffe, Modellarten und Testkonfigurationen. Der vollständige Richtlinientext ist nicht frei lizenziert.
- VDI/VDE 3693 Blatt 2: Einführung der virtuellen Inbetriebnahme in Unternehmen. Fachliche Ergänzung zu Projektabläufen.
- Siemens AG, 2024: Leitfaden zur virtuellen Inbetriebnahme. Fachinformationen zu MiL, SiL, HiL und Simulationswerkzeugen.
- Siemens SCE: Digitale Lernmodule. Weiterführende Ausbildungsmaterialien zu Automatisierung und digitalen Zwillingen.
- DGUV: Prüfungen an berührungslos wirkenden Schutzeinrichtungen, 2026. Relevanz realer Prüfungen.
- DGUV Information 209-092: Maßnahmen gegen die Manipulation von Schutzeinrichtungen.
Bildquellen und Medienrechte
Die eingebundenen Bilder wurden anhand ihrer Wikimedia-Commons-Dateiseiten ausgewählt. Die jeweiligen Nutzungsbedingungen gelten auch bei einer Weiterverwendung.
| Bilddatei und Nachweis | Urheber | Lizenz |
|---|---|---|
| Förderband | Martin Pearman | CC BY-SA 2.0 |
| Fotosensor | Honmingjun | CC BY-SA 3.0 |
| SPS | UlrichAAB | CC BY-SA 3.0 |
| Elektromotor und Antrieb | LJamesCPH | CC BY-SA 4.0 |
| SPS-Logikdiagramm | Mithilrkadam | CC BY-SA 4.0 |
| Not-Halt-Bedienelement | Tim Regan | CC BY 2.0 |
Lizenzhinweis: Namensnennung, Lizenzverlinkung und gegebenenfalls Weitergabe unter gleichen Bedingungen sind entsprechend der konkreten Bildlizenz zu beachten. Die Dateiseiten enthalten die maßgeblichen Lizenzinformationen.
YouTube-Videos: Die verwendeten Videos stammen von Siemens Knowledge Hub und sps4you. Sie werden als externe Lernmedien über ihre originalen Video-URLs eingebunden. Eine freie Creative-Commons-Lizenz wurde hierfür nicht nachgewiesen. Deshalb gelten sie nicht automatisch als frei nachnutzbare OER; Herunterladen, Verändern oder anderweitige Weiterveröffentlichung ist durch diesen Kurs nicht gestattet.
Fachlicher Hinweis: Der Förderfall ist ein eigens formuliertes, vereinfachtes Unterrichtsszenario. Seine Signalwerte, Zeitgrenzen und Fehlerfälle sind didaktische Modellannahmen und keine freigegebenen Parameter einer realen Maschine.
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