Suizidalität im Jugendalter - Suizid verstehen


Suizidalität im Jugendalter - Suizid verstehen
Einleitung
Dieser aiMOOC behandelt das Thema Suizidalität im Jugendalter / Suizid verstehen mit dem Schwerpunkt Prävention, Ursachen, Warnsignale, psychische Gesundheit und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Du lernst, was Suizidalität bedeutet, warum sie bei Jugendlichen entstehen kann, wie man Warnzeichen ernst nimmt, welche Schutzfaktoren helfen und wie man im schulischen, privaten und digitalen Umfeld verantwortungsvoll handelt.
Wichtiger Hinweis: Dieser aiMOOC ersetzt keine professionelle Hilfe. Wenn Du selbst gerade daran denkst, Dir etwas anzutun, oder wenn jemand in unmittelbarer Gefahr ist, hole sofort Hilfe: Ruf den Notruf 112 an, geh in die nächste Notaufnahme oder sprich sofort eine erwachsene Vertrauensperson an. In Deutschland erreichst Du die TelefonSeelsorge rund um die Uhr unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123. Kinder und Jugendliche können sich außerdem anonym und kostenlos an die Nummer gegen Kummer unter 116 111 wenden. Du musst mit einer Krise nicht allein bleiben.
Video zum Einstieg
Das folgende Video führt in das Thema Suizidalität im Jugendalter / Suizid verstehen ein. Schau es aufmerksam an und achte darauf, welche Ursachen, Warnsignale und Hilfsangebote genannt werden.
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Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was Suizidalität ist, warum Suizid nie auf eine einzige Ursache reduziert werden darf, welche Risikofaktoren und Schutzfaktoren im Jugendalter wichtig sind, wie man auf Warnsignale reagiert, wie sichere Kommunikation über Suizid gelingt und welche Hilfewege es in Schule, Familie, Peer-Gruppe, Beratung und Gesundheitswesen gibt.
Sensibler Umgang im Unterricht
Das Thema kann belastend sein. Deshalb gelten in diesem aiMOOC besondere Regeln: Du musst keine privaten Erfahrungen erzählen. Du darfst jederzeit eine Pause machen. Wir sprechen respektvoll, ohne Vorwürfe, ohne Verherrlichung und ohne genaue Beschreibungen von Methoden. Ziel ist nicht Sensation, sondern Vorbeugung, Verstehen, Hilfe suchen und Hilfe leisten.

Grundbegriffe
Suizid, Suizidalität und Suizidgedanken
Ein Suizid ist die absichtliche Beendigung des eigenen Lebens. Der Begriff Suizidalität umfasst Suizidgedanken, Suizidabsichten, Suizidpläne, Suizidversuche und suizidales Verhalten. In der Prävention ist wichtig: Nicht jeder Gedanke bedeutet, dass ein Mensch sofort handeln wird, aber jeder ernsthafte Hinweis verdient Aufmerksamkeit, Schutz und Hilfe.
Der Begriff Selbstmord wird heute in Fachkontexten oft vermieden, weil er Schuld und Verurteilung mitschwingen lassen kann. Neutraler und respektvoller sind die Begriffe Suizid, Suizidalität, Suizidgedanken oder suizidale Krise.
Suizidalität ist meist Ausdruck einer Krise
Suizidalität ist keine „Laune“ und kein „Aufmerksamkeitswunsch“, sondern häufig Ausdruck einer massiven psychischen Krise. Viele Betroffene erleben starke Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Scham, Überforderung oder das Gefühl, anderen zur Last zu fallen. Gleichzeitig sind viele Menschen in suizidalen Krisen innerlich ambivalent: Ein Teil will nicht mehr so weiterleben, ein anderer Teil sucht Entlastung, Sicherheit, Beziehung und einen Ausweg.
Diese Ambivalenz ist ein wichtiger Ansatzpunkt der Krisenintervention. Wer zuhört, ernst nimmt und Hilfe organisiert, kann dazu beitragen, dass der lebensorientierte Anteil wieder stärker wird.
Mythos und Realität
Ein gefährlicher Mythos lautet: „Wer darüber spricht, macht es nicht.“ Das stimmt nicht. Suizidale Äußerungen müssen ernst genommen werden. Ein weiterer Mythos lautet: „Wenn man Suizid anspricht, bringt man jemanden erst auf die Idee.“ Verantwortungsvolles, ruhiges und direktes Ansprechen kann entlasten und Hilfe ermöglichen. Entscheidend ist, nicht sensationsheischend zu sprechen, keine Methoden zu beschreiben und konkrete Unterstützung anzubieten.
Warum Jugendliche besonders verletzlich sein können
Entwicklungsaufgaben im Jugendalter
Das Jugendalter ist eine Phase großer Veränderungen. Körper, Gehirn, Identität, Beziehungen, Schule, Ausbildung und Zukunftspläne entwickeln sich gleichzeitig. Jugendliche müssen lernen, mit starken Gefühlen, Konflikten, Leistungsdruck, Selbstzweifeln und sozialen Erwartungen umzugehen. Diese Entwicklungsaufgaben können stärken, aber in Krisen auch überfordern.
Besonders bedeutsam sind Identitätsentwicklung, Autonomie, Zugehörigkeit, Selbstwert, Sexualität, Körperbild, Leistungsdruck, digitale Medien und die Frage: „Wo ist mein Platz?“ Wenn Jugendliche das Gefühl haben, nicht dazuzugehören oder keine Perspektive zu haben, kann das Risiko für eine Krise steigen.
Gehirnentwicklung und Gefühle
Im Jugendalter sind Bereiche des Gehirns, die mit Emotion, Belohnung, Impulsivität und Risikoverhalten zusammenhängen, sehr aktiv. Die Bereiche, die langfristige Folgen abwägen und Impulse regulieren, entwickeln sich weiter bis ins junge Erwachsenenalter. Das bedeutet nicht, dass Jugendliche „unvernünftig“ sind. Es bedeutet: Starke Gefühle können sich besonders überwältigend anfühlen, und Unterstützung durch stabile Beziehungen ist besonders wichtig.
Soziale Zugehörigkeit
Menschen brauchen Bindung, Anerkennung und Zugehörigkeit. Für Jugendliche sind Freundschaften und Peer-Gruppen oft zentral. Mobbing, Cybermobbing, Ausgrenzung, Diskriminierung, Einsamkeit oder das Ende einer Beziehung können deshalb sehr belastend sein. Auch familiäre Konflikte, Gewalt, Vernachlässigung, Armut, Krankheit oder Fluchterfahrung können Krisen verstärken.
Ursachen und Risikofaktoren
Kein einzelner Grund erklärt einen Suizid
Suizidalität entsteht selten aus einem einzigen Grund. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen: persönliche Verletzlichkeit, psychische Erkrankungen, belastende Lebensereignisse, Beziehungsprobleme, gesellschaftlicher Druck, fehlende Hilfe, Stigma und manchmal auch akute Auslöser. Darum ist es falsch zu sagen: „Das lag nur an der Schule“, „nur an den Eltern“ oder „nur an einer Trennung“. Solche Vereinfachungen können Betroffene und Angehörige zusätzlich belasten.
Psychische Erkrankungen und Belastungen
Häufige Belastungen im Zusammenhang mit suizidalen Krisen sind Depression, Angststörung, Trauma, Essstörung, Sucht, ADHS, Autismus-Spektrum, Borderline-Persönlichkeitsstörung, nicht-suizidale Selbstverletzung, Schlafprobleme oder schwere chronische Erkrankungen. Wichtig ist: Psychische Erkrankungen sind behandelbar. Frühe Hilfe kann Leid verringern und Leben schützen.
Belastende Lebensereignisse
Zu den möglichen Risikofaktoren gehören Mobbing, Cybermobbing, Gewalt, Missbrauch, Diskriminierung, Verlust einer nahestehenden Person, Trennung, familiäre Konflikte, Leistungsdruck, Schulangst, Ausbildungsstress, rechtliche Probleme, Armut, Wohnungslosigkeit, Flucht, Coming-out-Stress, Einsamkeit oder öffentliche Bloßstellung im Netz. Nicht das Ereignis allein entscheidet, sondern wie viel Unterstützung, Sicherheit und Hoffnung ein Mensch danach erlebt.
Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
Suizidprävention ist nicht nur Aufgabe einzelner Personen. Gesellschaftliche Faktoren beeinflussen, ob Menschen Hilfe finden. Dazu gehören niedrigschwellige Beratungsangebote, psychotherapeutische Versorgung, Schulsozialarbeit, Antidiskriminierung, sichere Medienberichterstattung, Armutsprävention, Jugendschutz, digitale Verantwortung und eine Kultur, in der es normal ist, über psychische Belastungen zu sprechen.
Warnsignale erkennen
Mögliche Warnsignale
Warnsignale können direkt oder indirekt sein. Direkte Hinweise sind Aussagen wie „Ich kann nicht mehr“, „Ohne mich wäre alles besser“ oder „Ich will nicht mehr leben“. Indirekte Hinweise können starker Rückzug, plötzliche Hoffnungslosigkeit, extreme Stimmungsschwankungen, Abschiednehmen, Verschenken wichtiger Dinge, riskantes Verhalten, starker Substanzkonsum, Schlaflosigkeit, Selbstverletzung oder auffällige Posts in sozialen Medien sein.
Kein einzelnes Warnsignal beweist Suizidalität. Aber mehrere Warnsignale, eine deutliche Veränderung oder konkrete Aussagen müssen immer ernst genommen werden.
Was Du tun kannst, wenn Du Dir Sorgen machst
Wenn Du Dir Sorgen um jemanden machst, bleib nicht allein damit. Sprich die Person ruhig, wertschätzend und direkt an: „Ich mache mir Sorgen um Dich. Denkst Du daran, Dir etwas anzutun?“ Eine solche Frage ist erlaubt und kann entlasten. Hör zu, ohne zu bewerten. Versprich keine Geheimhaltung, wenn Gefahr besteht. Hol eine erwachsene Vertrauensperson, Schulsozialarbeit, Eltern, Beratungsstelle, Ärztin, Arzt oder den Notruf dazu.
Was Du vermeiden solltest
Vermeide Sätze wie „Stell Dich nicht so an“, „Andere haben es schlimmer“, „Du willst doch nur Aufmerksamkeit“ oder „Das ist egoistisch“. Solche Sätze können Scham und Isolation verstärken. Vermeide auch detaillierte Diskussionen über Methoden, Schuldzuweisungen oder dramatische Darstellungen. Hilfreich sind Ruhe, Nähe, klare Hilfewege und die Botschaft: „Du bist nicht allein. Wir holen Hilfe.“
Schutzfaktoren und Prävention
Schutzfaktoren
Schutzfaktoren sind Bedingungen, die Menschen stabilisieren und Krisen abfedern. Dazu gehören vertrauensvolle Beziehungen, sichere Orte, gute Erreichbarkeit von Hilfe, Selbstwirksamkeit, Problemlösefähigkeiten, Hoffnung, Zugehörigkeit, körperliche Grundversorgung, Schlaf, Bewegung, kreative Ausdrucksmöglichkeiten, religiöse oder weltanschauliche Orientierung, Haustiere, Zukunftspläne und eine Schule, in der psychische Gesundheit ernst genommen wird.
Prävention in der Schule
Schule kann schützen, wenn sie psychische Gesundheit nicht tabuisiert. Dazu gehören feste Ansprechpersonen, Schulsozialarbeit, klare Anti-Mobbing-Strukturen, Krisenpläne, Fortbildungen für Lehrkräfte, eine Kultur der Zugehörigkeit und Unterricht, der Hilfesuchen als Stärke vermittelt. Wichtig ist auch Postvention: Wenn an einer Schule ein Suizid oder Suizidversuch passiert, brauchen Mitschülerinnen, Mitschüler und Lehrkräfte professionelle Begleitung, damit Trauer, Schuldgefühle und Nachahmungsrisiken verantwortungsvoll aufgefangen werden.
Prävention in Familie und Freundeskreis
In Familien und Freundeskreisen schützt eine Atmosphäre, in der Gefühle ausgesprochen werden dürfen. Jugendliche brauchen Erwachsene und Peers, die zuhören, Grenzen respektieren und Hilfe organisieren. Gute Unterstützung heißt nicht, alles allein lösen zu müssen. Gute Unterstützung heißt: ernst nehmen, dableiben, Sicherheit herstellen und professionelle Hilfe ermöglichen.
Digitale Prävention
Soziale Medien können belasten, aber auch Hilfe vermitteln. Riskant sind Cybermobbing, Beschämung, Vergleichsdruck, gefährliche Challenges, detaillierte Suiziddarstellungen und algorithmische Verstärkung belastender Inhalte. Schutz entsteht durch Meldefunktionen, Pausen, vertrauliche Beratung, positive Coping-Geschichten, Hilfelinks, Medienkompetenz und Erwachsene, die digitale Lebenswelten ernst nehmen.
Verantwortlich über Suizid sprechen
Werther-Effekt und Papageno-Effekt
Der Werther-Effekt beschreibt das Risiko, dass sensationsorientierte oder detaillierte Berichte über Suizide Nachahmung begünstigen können. Der Papageno-Effekt beschreibt das Gegenteil: Berichte über Menschen, die Krisen bewältigen, Hilfe suchen und neue Perspektiven finden, können schützend wirken.
Für Unterricht, Medien und soziale Netzwerke gilt deshalb: keine Methodendetails, keine Romantisierung, keine Schuldzuweisung, keine Heldenerzählung. Stattdessen: Hilfewege nennen, Hoffnung zeigen, Mehrursächlichkeit erklären und respektvoll über Betroffene sprechen.
Sprache, die schützt
Schützende Sprache ist ruhig, klar und respektvoll. Sie benennt Suizidalität, ohne zu dramatisieren. Sie vermeidet Abwertung und Schuld. Sie macht deutlich, dass Krisen behandelbar sind und dass Hilfe möglich ist. Besonders wichtig ist der Satz: Du darfst Hilfe holen, auch wenn Du unsicher bist.
Hilfewege in Deutschland
Akute Gefahr
Bei akuter Gefahr zählt sofortige Sicherheit. Wenn jemand sich unmittelbar etwas antun könnte, rufe den Notruf 112, geh zur nächsten Notaufnahme oder bitte eine erwachsene Person, bei der betroffenen Person zu bleiben, bis professionelle Hilfe da ist. Eine akute Krise ist ein Notfall, kein Geheimnis.
Beratung für Jugendliche
Die Nummer gegen Kummer bietet Kindern und Jugendlichen anonyme und kostenlose Beratung unter 116 111. Viele Beratungsstellen bieten zusätzlich Mail- oder Chatberatung an. Auch Schulsozialarbeit, Vertrauenslehrkräfte, Jugendberatung, Erziehungsberatung, Hausärztinnen, Hausärzte, Kinder- und Jugendärztinnen, Kinder- und Jugendärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten können helfen.
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Beratung rund um die Uhr
Die TelefonSeelsorge ist in Deutschland rund um die Uhr erreichbar: 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123. Sie bietet auch Onlineberatung an. Für junge Menschen mit Suizidgedanken gibt es außerdem spezialisierte Onlineberatungen wie U25 Deutschland oder Youth-Life-Line, die anonym, niedrigschwellig und oft peer-nah arbeiten.
Professionelle Behandlung
Wenn Suizidgedanken wiederkehren, konkreter werden oder mit starker Depression, Angst, Selbstverletzung, Trauma, Sucht oder Essstörungen verbunden sind, ist professionelle Hilfe wichtig. Dazu gehören Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, psychiatrische Institutsambulanzen, Krisendienste, Hausarztpraxis, Kinderarztpraxis und Notaufnahme. Therapie bedeutet nicht, „verrückt“ zu sein. Therapie bedeutet, Unterstützung bei einer ernsten Belastung zu bekommen.
Analyse des Einstiegsvideos
Beobachtungsaufträge
- Warnsignale: Notiere drei Warnsignale, die im Video direkt oder indirekt angesprochen werden.
- Ursachen: Erkläre, warum das Video Suizidalität nicht auf einen einzigen Grund reduziert.
- Prävention: Beschreibe zwei Maßnahmen, mit denen Umfeld, Schule oder Gesellschaft helfen können.
- Hilfewege: Sammle alle im Video genannten oder naheliegenden Unterstützungsangebote.
- Sprache: Untersuche, ob das Video eher dramatisierend oder präventiv spricht.
Reflexionsimpuls
Überlege nach dem Video: Welche Aussage kann gefährlich sein, weil sie Menschen in Krisen beschämt? Welche Aussage kann schützen, weil sie Hilfe ermöglicht? Formuliere aus Deinen Antworten drei Regeln für verantwortungsvolle Kommunikation über Suizid.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet Suizidalität? (Gedanken, Absichten oder Handlungen, die auf den eigenen Tod ausgerichtet sein können) (!Eine normale schlechte Laune ohne weitere Bedeutung) (!Eine Diagnose, die immer dauerhaft bestehen bleibt) (!Ein Verhalten, das man grundsätzlich ignorieren sollte)
Warum sollte man suizidale Äußerungen ernst nehmen? (Weil sie Ausdruck einer Krise sein können und Hilfe notwendig machen) (!Weil sie immer nur provozieren sollen) (!Weil Jugendliche nie wissen, was sie sagen) (!Weil man dann auf keinen Fall Erwachsene informieren darf)
Welche Reaktion ist hilfreich, wenn Du Dir Sorgen um eine Person machst? (Ruhig nachfragen, zuhören und Hilfe organisieren) (!Die Person beschämen, damit sie damit aufhört) (!Das Thema ignorieren, damit es verschwindet) (!Ein Geheimnis versprechen, auch wenn Gefahr besteht)
Welche Aussage beschreibt Suizidalität am besten? (Sie entsteht meist durch ein Zusammenwirken mehrerer Faktoren) (!Sie hat immer genau eine Ursache) (!Sie betrifft ausschließlich Erwachsene) (!Sie ist grundsätzlich nicht veränderbar)
Was ist ein Schutzfaktor? (Eine Bedingung, die Stabilität, Unterstützung und Sicherheit fördern kann) (!Ein Beweis, dass jemand nie Hilfe braucht) (!Eine Strafe für riskantes Verhalten) (!Ein Zeichen dafür, dass Gefühle unwichtig sind)
Was bedeutet der Papageno-Effekt? (Er beschreibt die schützende Wirkung von Berichten über bewältigte Krisen und Hilfe) (!Er beschreibt die Verherrlichung von Suizid) (!Er bedeutet, dass man nie über Krisen sprechen darf) (!Er bezeichnet eine medizinische Diagnose)
Welche Telefonnummer ist in Deutschland ein Notruf bei akuter Lebensgefahr? (112) (!116 111) (!0800 1110111) (!116 117)
Was sollte verantwortungsvolle Berichterstattung über Suizid vermeiden? (Detaillierte Beschreibungen, Romantisierung und Schuldzuweisungen) (!Hinweise auf Hilfsangebote) (!Respektvolle Sprache) (!Informationen über Prävention)
Warum ist Schule für Suizidprävention wichtig? (Weil sie Zugehörigkeit stärken, Mobbing entgegenwirken und Hilfewege eröffnen kann) (!Weil sie Therapie vollständig ersetzen kann) (!Weil Lehrkräfte alle Krisen allein lösen müssen) (!Weil psychische Gesundheit dort keine Rolle spielt)
Was ist bei akuter Suizidgefahr besonders wichtig? (Sofort Sicherheit herstellen und professionelle Hilfe holen) (!Die Person allein lassen, damit sie nachdenken kann) (!Nur in sozialen Medien um Rat fragen) (!Abwarten, ob es von selbst besser wird)
Memory
| Ambivalenz | Gleichzeitig nicht mehr so weiterleben wollen und doch Hilfe suchen können |
| Schutzfaktor | Bedingung, die Sicherheit und Stabilität stärkt |
| Warnsignal | Hinweis auf eine mögliche Krise |
| Krisenintervention | Schnelle Unterstützung in einer akuten Belastungslage |
| Papageno-Effekt | Darstellung von bewältigten Krisen kann schützend wirken |
| TelefonSeelsorge | Rund um die Uhr erreichbares Gesprächsangebot |
| Nummer gegen Kummer | Anonyme Beratung für Kinder und Jugendliche |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Zuhören | Ernst nehmen und nicht vorschnell bewerten |
| Notruf | Sofortige Hilfe bei akuter Gefahr |
| Schutzfaktor | Beziehung, Sicherheit und Hoffnung stärken |
| Warnsignal | Deutliche Veränderung oder direkte Krisenäußerung |
| Papageno-Effekt | Hilfreiche Bewältigungsgeschichten sichtbar machen |
| Postvention | Begleitung nach Suizid oder Suizidversuch |
Kreuzworträtsel
| Ambivalenz | Wie heißt das innere Schwanken zwischen Nicht-mehr-Können und dem Wunsch nach Hilfe? |
| Resilienz | Wie nennt man die Fähigkeit, Belastungen mit Unterstützung zu bewältigen? |
| Warnsignal | Wie nennt man einen Hinweis auf eine mögliche Krise? |
| Papageno | Welcher Effekt beschreibt schützende Darstellungen von Krisenbewältigung? |
| Postvention | Wie heißt die Begleitung nach einem Suizid oder Suizidversuch? |
| Vertrauen | Was ist eine wichtige Grundlage, damit Jugendliche Hilfe annehmen können? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffskarte: Erstelle eine Karte mit den Begriffen Suizid, Suizidalität, Suizidgedanken, Krise und Suizidprävention. Formuliere zu jedem Begriff eine kurze, respektvolle Erklärung.
- Hilfeplakat: Gestalte ein Plakat mit anonymen Hilfeangeboten für Jugendliche. Achte darauf, dass es keine dramatisierenden Bilder enthält und konkrete Hilfewege nennt.
- Satzanfänge: Sammle fünf hilfreiche Satzanfänge für ein Gespräch mit einer Person, um die Du Dir Sorgen machst.
- Schutzfaktoren-Tagebuch: Notiere eine Woche lang kleine Schutzfaktoren im Alltag, zum Beispiel Menschen, Orte, Routinen oder Tätigkeiten, die Dir guttun.
Standard
- Videoanalyse: Analysiere das Einstiegsvideo. Untersuche, welche Ursachen, Warnsignale, Hilfsangebote und gesellschaftlichen Faktoren dargestellt werden.
- Interviewprojekt: Führe ein vorbereitetes Interview mit einer Schulsozialarbeiterin, einem Schulsozialarbeiter oder einer Beratungsstelle über Hilfswege für Jugendliche.
- Mediencheck: Vergleiche zwei fiktive Überschriften über Suizid. Erkläre, welche Überschrift eher gefährlich und welche eher präventiv wäre.
- Krisenwegweiser: Entwickle einen schulischen Wegweiser: Was kann eine Schülerin oder ein Schüler tun, wenn sie oder er sich um jemanden Sorgen macht?
Schwer
- Präventionskonzept: Entwickle ein Konzept für einen Projekttag zur psychischen Gesundheit an Deiner Schule. Plane Ziele, Stationen, Schutzregeln und Ansprechpersonen.
- Gesellschaftsanalyse: Untersuche, wie Armut, Diskriminierung, Mobbing, Wartezeiten auf Therapie und digitale Medien suizidale Krisen beeinflussen können.
- Papageno-Projekt: Gestalte eine kurze Podcastfolge, einen Comic oder ein Video über eine fiktive Person, die eine Krise mit Hilfe bewältigt. Verzichte auf Methodendetails und zeige konkrete Unterstützung.
- Postvention: Erarbeite einen Leitfaden für den sensiblen Umgang einer Klasse nach einem schweren Krisenereignis. Berücksichtige Trauer, Schuldgefühle, Nachahmungsrisiken und professionelle Begleitung.

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Lernkontrolle
- Fallanalyse: Analysiere eine fiktive Situation, in der eine Jugendliche sich zurückzieht, Hoffnungslosigkeit äußert und riskante Posts veröffentlicht. Erkläre, welche Warnsignale Du erkennst und welche Hilfewege sinnvoll sind.
- Transferaufgabe: Übertrage das Konzept der Schutzfaktoren auf Schule, Familie und digitale Räume. Zeige, wie jede Ebene zur Prävention beitragen kann.
- Kommunikationsaufgabe: Formuliere ein Gespräch mit einer Person, um die Du Dir Sorgen machst. Achte auf direkte, wertschätzende Sprache und klare Grenzen bei Gefahr.
- Medienethik: Beurteile einen fiktiven Social-Media-Beitrag über Suizid. Erkläre, welche Elemente riskant sind und wie der Beitrag präventiv umgestaltet werden kann.
- Systemaufgabe: Erkläre, warum Suizidprävention nicht nur Aufgabe einzelner Freundinnen und Freunde ist, sondern auch Schule, Gesundheitswesen, Politik und Medien betrifft.
- Reflexionsaufgabe: Begründe, warum Hilfesuchen eine Stärke ist. Verwende dabei die Begriffe Selbstwirksamkeit, Vertrauen, Krise und Prävention.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis erstellst Du ein kurzes Portfolio ohne persönliche Krisendetails. Es enthält eine Begriffserklärung zu Suizidalität, eine Übersicht über Hilfewege, eine Analyse verantwortungsvoller Sprache, eine Reflexion zu Schutzfaktoren und eine eigene Präventionsidee für Schule oder Jugendarbeit. Der Lernnachweis soll zeigen, dass Du Zusammenhänge verstehst, verantwortungsvoll kommunizieren kannst und weißt, wann professionelle Hilfe notwendig ist.
OERs zum Thema
Weiterführende Hilfe und Fachinformationen
- TelefonSeelsorge: Rund um die Uhr erreichbare anonyme Beratung bei Sorgen, Krisen und Suizidgedanken.
- Nummer gegen Kummer: Anonyme und kostenlose Beratung für Kinder und Jugendliche unter 116 111.
- U25 Deutschland: Online-Suizidprävention für junge Menschen mit Peer-Beratung.
- Youth-Life-Line: Anonyme Onlineberatung für Jugendliche und junge Erwachsene in Krisen.
- Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Fachinformationen zu Suizidprävention, Hilfen und gesellschaftlicher Verantwortung.
- AWMF-Leitlinie: Medizinisch-psychotherapeutische Orientierung zu Suizidalität im Kindes- und Jugendalter.
- Weltgesundheitsorganisation: Internationale Informationen zu Suizidprävention und psychischer Gesundheit.
Links
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