Suizid und Soziale Medien - Das Echo der Medien


Suizid und Soziale Medien - Das Echo der Medien
Einleitung
Suizid und Soziale Medien / Das Echo der Medien / Suizid verstehen ist ein aiMOOC zu Suizidprävention, psychischer Gesundheit, Medienkompetenz und verantwortlicher Kommunikation in digitalen Räumen. Du lernst, wie Soziale Medien über Algorithmen, Kommentare, Hashtags, Likes und Shares ein starkes Echo erzeugen können. Dieses Echo kann Menschen in Krisen zusätzlich belasten, es kann aber auch Hilfe sichtbar machen, Scham abbauen und Schutzfaktoren stärken. Der Kurs ist für Schule, Ausbildung, Studium und pädagogische Arbeit geeignet und behandelt das Thema achtsam, ohne grafische Details oder riskante Darstellungen.

Wichtiger Schutz- und Hilfshinweis
Dieser aiMOOC ersetzt keine Psychotherapie, keine ärztliche Behandlung und keine Krisenintervention. Wenn Du selbst gerade in akuter Gefahr bist oder befürchtest, dass eine andere Person unmittelbar gefährdet ist, hole sofort Hilfe: Rufe in Deutschland und der EU den Notruf 112 an, gehe in eine Notaufnahme oder sprich sofort eine erreichbare erwachsene Vertrauensperson an. In Deutschland erreichst Du die TelefonSeelsorge rund um die Uhr kostenlos und anonym unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123. Kinder und Jugendliche können außerdem die Nummer gegen Kummer unter 116 111 nutzen. Wenn Du diesen Kurs im Unterricht bearbeitest, gilt: Du musst keine persönlichen Krisenerfahrungen offenlegen. Arbeite mit fiktiven Beispielen, respektvoller Sprache und klaren Hilfswegen.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, warum Suizidalität meist aus mehreren Belastungen, Schutzfaktoren und gesellschaftlichen Bedingungen entsteht. Du kannst den Werther-Effekt und den Papageno-Effekt unterscheiden, Chancen und Risiken von sozialen Medien beschreiben, problematische Medienbeiträge erkennen und sichere Alternativen formulieren. Außerdem entwickelst Du einen verantwortlichen Umgang mit Posts, Kommentaren, Bildern, Videos, Gerüchten und Hilfsangeboten in digitalen Gemeinschaften.
Suizid verstehen
Was bedeutet Suizid?
Suizid bedeutet Selbsttötung. In der Suizidprävention wird dieser Begriff häufig verwendet, weil er sachlicher ist als Wörter wie „Selbstmord“ oder „Freitod“. „Selbstmord“ kann abwertend klingen, während „Freitod“ eine Krise romantisieren oder vereinfachen kann. Ein respektvoller Sprachgebrauch spricht zum Beispiel von „durch Suizid verstorben“, „suizidalen Gedanken“ oder „suizidaler Krise“. Sprache ist nicht nur Stil, sondern Teil von Prävention, weil sie Menschen in Krisen entweder beschämen oder entlasten kann.
Suizidalität ist komplex
Suizidalität entsteht selten durch eine einzige Ursache. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen: Depression, Ängste, Trauma, Sucht, Mobbing, Cybermobbing, Einsamkeit, Diskriminierung, familiäre Konflikte, Schul- oder Leistungsdruck, körperliche Erkrankungen, finanzielle Sorgen oder das Gefühl, keinen Ausweg mehr zu sehen. Wichtig ist: Suizidgedanken sind ernst zu nehmen, aber sie bedeuten nicht, dass Hilfe unmöglich ist. Viele Menschen erleben in Krisen eine starke Verengung des Denkens. Gespräche, Sicherheit, professionelle Unterstützung, soziale Nähe und Zeit können wieder Handlungsspielräume öffnen.
Schutzfaktoren
Schutzfaktoren sind Bedingungen, die Menschen in Krisen stabilisieren können. Dazu gehören verlässliche Beziehungen, Zugang zu Hilfe, sichere Orte, Schlaf, Bewegung, Behandlung psychischer Erkrankungen, Hoffnung, Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit und die Erfahrung: „Ich muss das nicht allein tragen.“ In sozialen Medien können Schutzfaktoren sichtbar werden, wenn Menschen seriöse Hilfsangebote teilen, ermutigende Bewältigungsgeschichten erzählen, respektvoll nachfragen und riskante Inhalte melden.

Das Echo der Medien
Was ist mit Echo gemeint?
Das Echo der Medien beschreibt, dass Inhalte nicht einfach nur veröffentlicht werden. Sie werden aufgenommen, weitergeleitet, kommentiert, bewertet, nachgeahmt, kritisiert oder algorithmisch verstärkt. Ein einzelner Beitrag kann dadurch in kurzer Zeit viele Menschen erreichen. Bei sensiblen Themen wie Suizid, Selbstverletzung, Trauer oder psychischen Krisen ist dieses Echo besonders bedeutsam, weil Menschen in verletzlichen Situationen Medieninhalte anders aufnehmen können als Menschen in stabilen Lebensphasen.
Verstärkung durch Plattformlogiken
Soziale Medien sind keine neutralen Pinnwände. Plattformen sortieren Inhalte nach Signalen wie Interaktion, Verweildauer, Abonnements, Kommentaren, emotionaler Reaktion und vermuteter Relevanz. Dadurch können dramatische, empörende oder sehr persönliche Inhalte besonders sichtbar werden. Gleichzeitig können Hilfsangebote, Aufklärung, Solidarität und professionelle Informationen große Reichweite bekommen. Deshalb ist die Frage nicht nur, ob über Suizid gesprochen wird, sondern wie gesprochen wird.
Öffentlichkeit, Nähe und Verantwortung
Digitale Öffentlichkeit fühlt sich oft persönlich an: Menschen posten aus ihrem Zimmer, reagieren in Echtzeit und sprechen direkt in die Kamera. Dadurch entsteht Nähe. Diese Nähe kann hilfreich sein, weil Betroffene sich weniger allein fühlen. Sie kann aber riskant werden, wenn Influencerinnen, Creator, Journalistinnen oder Mitschüler unbedacht Details, Schuldzuweisungen, Gerüchte, Bilder oder dramatisierende Botschaften verbreiten. Wer Reichweite hat, trägt Verantwortung; wer wenig Reichweite hat, ebenfalls, denn auch kleine Gruppen können ein starkes Echo erzeugen.
Werther-Effekt und Papageno-Effekt
Der Werther-Effekt
Der Werther-Effekt bezeichnet die Annahme, dass bestimmte Formen der Medienberichterstattung über Suizide Nachahmung begünstigen können. Riskant sind vor allem sensationelle Schlagzeilen, wiederholte Berichte, starke Personalisierung, romantisierende Darstellungen, Vereinfachungen auf eine einzige Ursache, Schuldzuweisungen sowie konkrete Details zu Umständen, Ort oder Vorgehen. Verantwortliche Medienarbeit vermeidet solche Muster. Sie berichtet zurückhaltend, sachlich, kontextbezogen und mit Hinweisen auf Hilfe.
Der Papageno-Effekt
Der Papageno-Effekt beschreibt die schützende Wirkung von Medienbeiträgen, die Hoffnung, Bewältigung und Hilfe zeigen. Der Begriff bezieht sich auf Papageno aus Mozarts Oper Die Zauberflöte, der in einer Krise durch andere Menschen aufgehalten und unterstützt wird. Papageno-orientierte Beiträge zeigen nicht die Krise als spektakulären Endpunkt, sondern Wege aus der Krise: Gespräch suchen, professionelle Hilfe annehmen, Sicherheitspläne nutzen, Unterstützung aktivieren und Schritt für Schritt weiterleben.
Merksatz
Werther-orientierte Kommunikation macht Suizid gefährlich sichtbar, indem sie dramatisiert, vereinfacht oder Details verbreitet. Papageno-orientierte Kommunikation macht Hilfe sichtbar, indem sie Bewältigung, Unterstützung und Hoffnung zeigt. Gute Medienbildung bedeutet, diesen Unterschied praktisch anzuwenden.
Soziale Medien: Risiken und Chancen
Risiken digitaler Räume
Risiken entstehen nicht allein durch das Thema, sondern durch Darstellung, Kontext und Verbreitung. Problematisch sind Beiträge, die Hoffnungslosigkeit verstärken, Krisen romantisieren, Druck erzeugen, Betroffene bloßstellen, reale Personen ohne Einwilligung zeigen, Gerüchte verbreiten, Trauer in Reichweite verwandeln oder Hilfesuche lächerlich machen. Auch Cybermobbing, ständiger Vergleich, Schlafmangel, Doomscrolling, gruppendynamischer Druck und die Angst, etwas zu verpassen, können psychische Belastungen verstärken.
Chancen digitaler Räume
Soziale Medien können niedrigschwellige Hilfe vermitteln. Menschen finden Informationen zu Krisendiensten, Erfahrungsberichte, Selbsthilfegruppen, Aufklärung über Depression, Hinweise auf Therapie, mutmachende Geschichten und Gemeinschaften, in denen psychische Gesundheit offen besprochen wird. Besonders hilfreich sind Beiträge, die nicht beschämen, nicht dramatisieren und nicht so tun, als gäbe es einfache Lösungen. Gute Beiträge zeigen: Krisen sind ernst, Hilfe ist möglich und niemand muss allein bleiben.
Zwischen Anteilnahme und Voyeurismus
Nach einem Suizid oder einer schweren Krise entsteht online oft ein großes Bedürfnis nach Erklärung. Menschen suchen nach Ursachen, teilen Bilder, erstellen Gedenkposts oder kommentieren öffentlich. Anteilnahme kann trösten, doch sie kann auch in Voyeurismus, Spekulation oder Schuldzuweisung kippen. Verantwortlich ist, Privatsphäre zu achten, keine Gerüchte zu teilen, Angehörige nicht zu bedrängen und keine Details zu verbreiten. Trauer braucht Schutzräume.
Sicher kommunizieren
Sprache, die schützt
Sichere Sprache ist sachlich, respektvoll und hilfeorientiert. Verwende Begriffe wie Suizid, Suizidgedanken, Krise, Hilfe, Unterstützung und Prävention. Vermeide Formulierungen, die Suizid als mutig, schön, unausweichlich, erfolgreich oder logisch darstellen. Vermeide auch abwertende Sätze wie „Das war nur Aufmerksamkeit“. Wer über Krisen spricht, sollte Menschen nicht auf ihre Krise reduzieren. Eine Person ist immer mehr als ein Post, eine Diagnose oder ein Moment der Verzweiflung.
Was Du bei riskanten Posts tun kannst
- Ernstnehmen: Reagiere ruhig und wertschätzend, auch wenn Du unsicher bist.
- Direktheit: Frage behutsam nach Sicherheit, ohne Druck, Spott oder Vorwurf.
- Hilfe holen: Wende Dich bei akuter Gefahr sofort an den Notruf, an Erwachsene, Schulsozialarbeit, Beratungsstellen oder Krisendienste.
- Privatsphäre: Stelle die Person nicht öffentlich bloß und teile keine Screenshots ohne Schutzgrund und Einwilligung.
- Melden: Nutze Meldefunktionen der Plattform, wenn Inhalte auf Selbstgefährdung, Gewalt, Mobbing oder akute Gefahr hinweisen.
- Nachsorge: Bleibe nicht allein mit der Belastung und sprich selbst mit einer Vertrauensperson.
Was Du vermeiden solltest
Vermeide öffentliche Spekulationen, Schuldzuweisungen, Diagnosen aus der Ferne, Drängen nach Details, dramatische Musik, schockierende Bilder, heroische Sprache und das Teilen ungeprüfter Informationen. Auch gut gemeinte Sätze können verletzen, wenn sie Schuld oder Druck erzeugen. Hilfreicher sind kurze, klare Botschaften: „Ich nehme Dich ernst“, „Du musst nicht allein bleiben“, „Ich hole Hilfe“, „Wir bleiben jetzt in Kontakt, bis Unterstützung da ist.“
Medienanalyse zum Video
Das folgende Video bildet den Ausgangspunkt dieses aiMOOC. Es behandelt „Suizid und Soziale Medien / Das Echo der Medien / Suizid verstehen“ mit dem Schwerpunkt Suizid verstehen, Prävention, Ursachen, Hilfe, Suizidalität, psychische Gesundheit und gesellschaftliche Rahmenbedingungen.
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Analysefragen zum Video
- Kernaussage: Welche Hauptaussage vermittelt das Video über das Verhältnis von Suizid und sozialen Medien?
- Medienwirkung: Wo wird deutlich, dass Medieninhalte ein Echo erzeugen können?
- Prävention: Welche Hinweise zeigen, dass über Suizid gesprochen werden kann, ohne zu gefährden?
- Gesellschaft: Welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen werden angesprochen oder lassen sich ergänzen?
- Transfer: Wie könntest Du eine zentrale Botschaft des Videos in einen sicheren Social-Media-Post übersetzen?
Vertiefung: Verantwortung von Plattformen, Schule und Gesellschaft
Plattformen und Moderation
Plattformen können durch Meldesysteme, Krisenhinweise, eingeschränkte Verbreitung riskanter Inhalte, menschliche Moderation, Transparenz und Kooperation mit Fachstellen zur Suizidprävention beitragen. Automatische Systeme können Hinweise erkennen, sind aber fehleranfällig. Deshalb braucht es eine Kombination aus Technik, Fachwissen, Datenschutz, menschlicher Prüfung und klaren Beschwerdewegen. Schutz darf nicht bedeuten, Betroffene zum Schweigen zu bringen; er soll gefährdende Darstellungen reduzieren und Hilfe leichter erreichbar machen.
Schule und Ausbildung
In Schule und Ausbildung ist das Thema sensibel. Lehrkräfte sollten klare Regeln setzen: keine realen Krisenposts sammeln, keine Details zu Suizidhandlungen, keine Mutproben, kein öffentlicher Druck zu persönlichen Erfahrungen. Sinnvoll sind fiktive Fallbeispiele, Hilfekarten, Gesprächsregeln, Medienanalysen und Übungen zu unterstützenden Kommentaren. Eine gute Lernumgebung stärkt Empathie, Selbstfürsorge, Zivilcourage und Wissen über Hilfesysteme.
Gesellschaftliche Perspektive
Suizidprävention ist nicht nur eine individuelle Aufgabe. Gesellschaftliche Faktoren wie Armut, Einsamkeit, Diskriminierung, Gewalt, fehlende Therapieplätze, Stigmatisierung psychischer Erkrankungen und unsichere Lebensbedingungen beeinflussen psychische Gesundheit. Medien können diese Zusammenhänge sichtbar machen, ohne Einzelschicksale auszuschlachten. Verantwortliche Kommunikation verbindet Anteilnahme mit Struktur: Was belastet Menschen, welche Hilfe gibt es und was muss sich gesellschaftlich verbessern?
Handlungswissen: Ein sicherer Mini-Leitfaden
Für eigene Beiträge
Ein sicherer Beitrag über Suizid oder psychische Krisen nennt Hilfsangebote, vermeidet Details, betont Bewältigung, verwendet respektvolle Sprache und prüft Quellen. Er fragt nicht nach Sensation, sondern nach Unterstützung. Er macht deutlich: Krisen können sich verändern, Hilfe kann wirken und Menschen sind nicht allein.
Für Kommentare
Ein hilfreicher Kommentar ist kurz, warm und handlungsorientiert. Beispiel: „Ich nehme Dich ernst. Bitte bleib nicht allein. Ruf 112 an, wenn Du in Gefahr bist, oder melde Dich bei einer vertrauten Person. Ich kann mit Dir zusammen Hilfe holen.“ In einem Unterrichtsprodukt solltest Du solche Kommentare nur an fiktiven Beispielen üben.
Für Gruppen und Klassenchats
In Gruppen gilt: keine Bloßstellung, keine Witze über Suizid, keine Screenshots von Krisen, kein Weiterleiten intimer Nachrichten. Wenn ein Risiko sichtbar wird, geht Sicherheit vor Vertraulichkeit. Das bedeutet: Du darfst und sollst Hilfe holen, auch wenn die betroffene Person zunächst darum bittet, nichts zu sagen. Eine akute Gefahr ist kein Geheimnis, das Du allein tragen musst.
Zusammenfassung
Suizidprävention in sozialen Medien bedeutet nicht, das Thema zu verschweigen. Sie bedeutet, verantwortungsvoll zu sprechen. Der Werther-Effekt erinnert daran, dass problematische Darstellungen schaden können. Der Papageno-Effekt zeigt, dass Geschichten über Hilfe, Hoffnung und Bewältigung schützen können. Das Echo der Medien entsteht durch Aufmerksamkeit, Algorithmen und soziale Reaktionen. Deshalb zählt jeder Beitrag: Er kann Druck, Spekulation und Verzweiflung verstärken oder Orientierung, Würde und Hilfe sichtbar machen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beschreibt der Werther-Effekt? (Das mögliche Nachahmungsrisiko nach problematischer Berichterstattung über Suizid) (!Die automatische Heilung einer psychischen Krise durch Medien) (!Eine Methode zur Steigerung von Reichweite in sozialen Medien) (!Die Wirkung von Werbung auf Kaufentscheidungen)
Was beschreibt der Papageno-Effekt? (Die schützende Wirkung von Geschichten über Bewältigung, Hilfe und Hoffnung) (!Die Verbreitung von Gerüchten nach einem Ereignis) (!Die technische Löschung aller sensiblen Beiträge) (!Die Pflicht, jede Krise öffentlich zu dokumentieren)
Warum sollen Medien keine konkreten Details zu Suiziden verbreiten? (Weil solche Details bei verletzlichen Menschen Nachahmung begünstigen können) (!Weil Fakten grundsätzlich verboten sind) (!Weil nur Prominente über Krisen sprechen dürfen) (!Weil soziale Medien keine Rolle bei Medienwirkung spielen)
Was ist bei akuter Gefahr die wichtigste Handlung? (Sofort Hilfe holen, zum Beispiel über Notruf oder eine verantwortliche erwachsene Person) (!Den Beitrag möglichst oft teilen) (!Eine öffentliche Abstimmung starten) (!Die Person ignorieren, bis sie sich beruhigt)
Welche Formulierung ist besonders respektvoll? (Durch Suizid verstorben) (!Erfolgreicher Suizid) (!Aufmerksamkeit gesucht) (!Freitod als romantische Entscheidung)
Welche Chance bieten soziale Medien in der Suizidprävention? (Sie können Hilfsangebote, Aufklärung und unterstützende Gemeinschaften sichtbar machen) (!Sie ersetzen professionelle Hilfe vollständig) (!Sie lösen jede Krise sofort) (!Sie machen Datenschutz überflüssig)
Was bedeutet Medienkompetenz in diesem Thema? (Inhalte kritisch prüfen, Wirkung bedenken und verantwortungsvoll handeln) (!Alles teilen, was emotional wirkt) (!Nur Schlagzeilen lesen) (!Private Krisen öffentlich bewerten)
Was sollte ein sicherer Beitrag über psychische Krisen enthalten? (Hoffnung, konkrete Hilfe und respektvolle Sprache) (!Dramatische Musik und Schuldzuweisungen) (!Ungeprüfte Gerüchte und Spekulationen) (!Detaillierte Beschreibungen des Vorfalls)
Welche Aufgabe haben Algorithmen in sozialen Medien häufig? (Sie sortieren und empfehlen Inhalte nach bestimmten Signalen) (!Sie garantieren immer die Wahrheit eines Beitrags) (!Sie verhindern automatisch jede Belastung) (!Sie ersetzen menschliche Verantwortung)
Was ist ein wichtiger Schutzfaktor in Krisen? (Verlässliche soziale Unterstützung) (!Öffentliche Beschämung) (!Schlafentzug durch Dauernutzung) (!Vereinfachende Schuldzuweisungen)
Memory
| Werther-Effekt | Nachahmungsrisiko |
| Papageno-Effekt | Bewältigungsgeschichte |
| Algorithmus | Empfehlungssystem |
| Triggerwarnung | Kontextsignal |
| Peer-Support | Unterstützung auf Augenhöhe |
| TelefonSeelsorge | Krisengespräch |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Werther-Effekt | problematische Wirkung |
| Papageno-Effekt | schützende Wirkung |
| Moderation | sichere Diskussion |
| Hilfsangebot | Unterstützung in Krisen |
| Medienkompetenz | kritisches Teilen |
Kreuzworträtsel
| Papageno | Welche Figur steht sinnbildlich für den schützenden Medieneffekt? |
| Werther | Welcher Name bezeichnet den Nachahmungseffekt? |
| Algorithmus | Welcher Mechanismus sortiert Inhalte in Feeds? |
| Empathie | Welche Haltung hilft in Krisengesprächen? |
| Praevention | Wie nennt man vorbeugendes Handeln? |
| Seelsorge | Welche vertrauliche Gesprächshilfe ist in Deutschland bekannt? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffsnetz: Erstelle eine Mindmap zu Suizidprävention, Soziale Medien, Werther-Effekt, Papageno-Effekt und Hilfsangeboten.
- Hilfekarte: Gestalte eine kleine Hilfekarte mit seriösen Telefonnummern, Online-Beratungen und Ansprechpartnern in Deiner Schule oder Region.
- Medien-Tagebuch: Beobachte eine Woche lang, welche Inhalte Dir in sozialen Medien guttun und welche Dich belasten, ohne private Details anderer Personen zu dokumentieren.
- Kommentartraining: Formuliere drei unterstützende Kommentare zu fiktiven Krisenposts, die ernst nehmen, Hilfe anbieten und keine Schuld erzeugen.
Standard
- Post-Analyse: Untersuche einen fiktiven Social-Media-Beitrag darauf, ob er eher Werther- oder Papageno-Muster enthält, und begründe Deine Einschätzung.
- Papageno-Storyboard: Entwickle ein Storyboard für ein kurzes Präventionsvideo, das Hoffnung, Hilfe und Bewältigung zeigt, ohne grafische Details zu verwenden.
- Interviewleitfaden: Erstelle Fragen für ein Gespräch mit Schulsozialarbeit, Beratungsstelle oder Medienpädagogik über sichere Online-Kommunikation.
- Klassen-Netiquette: Entwirf Regeln für einen Klassenchat, der psychische Krisen ernst nimmt, Mobbing verhindert und Hilfswege klar benennt.
Schwer
- Medienkampagne: Plane eine schulische Präventionskampagne zum Thema „Hilfe sichtbar machen“, inklusive Zielgruppe, Botschaft, Quellenprüfung und Schutzregeln.
- Algorithmus-Reflexion: Erkläre in einem Essay, wie Plattformlogiken emotionale Inhalte verstärken können und welche Verantwortung daraus für Nutzer und Betreiber entsteht.
- Schulkonzept: Entwickle ein Konzept, wie eine Schule bei riskanten Posts reagieren kann, inklusive Meldeweg, Datenschutz, Krisenteam und Nachsorge.
- Ethik-Debatte: Führe eine Pro-und-Contra-Debatte zur Frage, wie weit Plattformen sensible Inhalte moderieren sollten, ohne Betroffene zu stigmatisieren oder Hilfe zu erschweren.

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Lernkontrolle
- Fallanalyse: Analysiere ein fiktives Szenario, in dem ein riskanter Post in einem Klassenchat auftaucht, und entwickle einen sicheren Handlungsplan mit mindestens drei Schritten.
- Transferleistung: Übertrage die Prinzipien verantwortlicher Suizidberichterstattung auf den Alltag von Influencerinnen, Journalisten, Lehrkräften und Mitschülern.
- Vergleich: Vergleiche Werther-Effekt und Papageno-Effekt nicht nur nach Definition, sondern nach Wirkung, Medienbeispiel und präventiver Konsequenz.
- Argumentation: Begründe, warum Schweigen über Suizid keine ausreichende Prävention ist, aber unbedachtes Sprechen schaden kann.
- Konzeptentwicklung: Entwirf eine sichere Informationsseite für Jugendliche, die psychische Krisen, Hilfsangebote und Online-Verhalten verständlich erklärt.
- Reflexion: Beschreibe, wie Du persönlich digitale Grenzen setzen kannst, wenn Dich Inhalte belasten, und welche Unterstützung Du nutzen würdest.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis erstellst Du ein kleines Portfolio. Es soll zeigen, dass Du Zusammenhänge verstanden hast und verantwortungsvoll handeln kannst. Verwende fiktive Beispiele und achte auf Datenschutz, Würde und sichere Sprache.
- Portfolio: Fasse die Begriffe Suizidalität, Werther-Effekt, Papageno-Effekt und Medienkompetenz in eigenen Worten zusammen.
- Medienanalyse: Analysiere einen fiktiven Beitrag und überarbeite ihn so, dass er Papageno-orientiert, sachlich und hilfeorientiert wird.
- Hilfsnetz: Erstelle eine Übersicht mit mindestens fünf seriösen Hilfswegen für unterschiedliche Zielgruppen.
- Reflexion: Schreibe, welche Verantwortung Du beim Teilen, Kommentieren und Melden sensibler Inhalte hast.
- Feedback: Gib einer anderen Person Rückmeldung zu einem Präventionsbeitrag anhand der Kriterien Respekt, Sicherheit, Hilfe und Verständlichkeit.
Quellen und Hilfsangebote
- Weltgesundheitsorganisation: Preventing suicide: a resource for media professionals, update 2023
- TelefonSeelsorge: TelefonSeelsorge Deutschland mit Telefonberatung unter 0800 1110111, 0800 1110222 und 116 123
- Nummer gegen Kummer: Kinder- und Jugendtelefon unter 116 111
- Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Fachinformationen und Hilfefinder
- Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention: Informationen zu Suizidalität und Hilfe
- PubMed: Systematische Übersicht zu Mediengeschichten über Hoffnung und Genesung
- Universität Wien: Studie zum Papageno-Effekt in sozialen Medien
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