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Steuerungslogik und Ablaufmodelle – Verriegelungen logisch prüfen

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Steuerungslogik und Ablaufmodelle – Verriegelungen logisch prüfen

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Steuerungslogik und Ablaufmodelle – Verriegelungen logisch prüfen


Einleitung

Steuerungslogik entscheidet, welche Ausgangskombinationen zulässig sind. Verriegelungen verhindern widersprüchliche oder unerwünschte Zustände. Ablaufmodelle legen fest, wann ein Schritt verlassen und der nächste aktiviert wird.

Kurzbeschreibung: Du prüfst an einer virtuellen Wendeförderanlage unzulässige Kombinationen, Signalverläufe und sichere Ausgangszustände. Der Kurs ist für die Ausbildung in Mechatronik, Automatisierungstechnik und verwandten Berufen gedacht.

Wichtig: Funktionale Verriegelung und funktionale Sicherheit sind nicht dasselbe. Eine Standard-SPS darf nur dann eine sicherheitsbezogene Aufgabe übernehmen, wenn die gesamte Sicherheitsfunktion dafür fachgerecht ausgelegt, validiert und entsprechend geeignet ist. Im Ausbildungsfall bedeutet der sichere Bewegungszustand: keine Bewegungsanforderung aktiv. In einer realen Maschine wird der sichere Zustand aus der Risikobeurteilung abgeleitet.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du:

  1. Verriegelung: unzulässige Kombinationen in einer Wahrheitstabelle erkennen.
  2. Boolesche Logik: Freigaben mit UND, ODER und NICHT nachvollziehen.
  3. Ablaufsteuerung: Schritte, Transitionen und Aktionen voneinander unterscheiden.
  4. Diagnose: Signalverläufe rückwärts vom Ausgang zur Ursache prüfen.
  5. Funktionale Sicherheit: funktionale Steuerlogik von sicherheitsbezogener Signalverarbeitung abgrenzen.
  6. SPS: eine Verriegelung in KOP, FUP oder ST als Logikidee beschreiben.


Lerneinheit 1: Unzulässige Kombinationen erkennen

Eine Verriegelung beantwortet zuerst eine einfache Frage: Welche Zustände dürfen niemals gleichzeitig wahr sein?

Beim Wendeförderer sind die Bewegungsanforderungen Rechtslauf und Linkslauf gegenseitig ausgeschlossen.

Rechtslauf Linkslauf Bewertung Reaktion im Lehrmodell
0 0 zulässig Stillstand
1 0 zulässig Rechtslauf
0 1 zulässig Linkslauf
1 1 unzulässig beide Anforderungen aus und Diagnose setzen

Merksatz: Eine Verriegelung ist prüfbar, wenn die verbotene Kombination ausdrücklich benannt ist.


Logikbild

Für die funktionale Verriegelung gilt im Lehrmodell:

R_frei = Start_R UND NICHT Start_L UND NICHT L_aktiv
L_frei = Start_L UND NICHT Start_R UND NICHT R_aktiv
Konflikt = Start_R UND Start_L


Lerneinheit 2: Konkreter Ausbildungsfall

Virtuelle Anlage V-17: Wendeförderer mit Schutztür.

Alle Adressen, Namen und Zeitwerte sind fiktiv. Es werden keine realen Anlagendaten benötigt.

Signal Fiktive Adresse Bedeutung
Start_R I0.0 Rechtslauf anfordern
Start_L I0.1 Linkslauf anfordern
Stop_OK I0.2 Betriebs-Stopp nicht betätigt
End_R I0.3 rechte Endlage erreicht
End_L I0.4 linke Endlage erreicht
Schutz_OK F_IN0 Status einer separat ausgeführten Schutzfunktion
NotHalt_OK F_IN1 Status der Not-Halt-Kette
Q_R Q0.0 funktionale Rechtslaufanforderung
Q_L Q0.1 funktionale Linkslaufanforderung
F_Freigabe F_OUT0 symbolischer sicherheitsbezogener Freigabestatus

Anforderung: Q_R und Q_L dürfen nie gleichzeitig aktiv sein. Eine Richtungsumkehr darf nur über den Zustand Stillstand erfolgen. Bei Konflikt wird eine Diagnose gesetzt.

Sicherheitsgrenze: Schutz_OK, NotHalt_OK und F_Freigabe stehen hier nur symbolisch für eine fachgerecht ausgelegte Sicherheitsfunktion. Eine einfache Boolesche Verknüpfung in einer Standard-SPS ist kein Sicherheitsnachweis.


Virtuelle Anlage

[Start_R] ----\
               >---- [Steuerlogik] ---- Q_R ----\
[Start_L] ----/                                  \
                                                   >---- Wendeförderer
[Stop] -------------------------------- Q_L -----/
[End_R / End_L] ------ Rückmeldungen ----------^

[Schutztür / Not-Halt] -> separate Sicherheitsfunktion -> sichere Antriebsfreigabe

Arbeitsregel: Prüfe immer vom gefährlichen oder unerwünschten Ausgangszustand rückwärts zu den Freigabebedingungen.


Lerneinheit 3: Ablaufmodell statt Einzelbedingung

Ein Ablaufmodell verhindert, dass eine korrekte Einzelbedingung im falschen Prozessschritt wirksam wird.

Schritt Aktion Übergang
S0 Bereitschaft Q_R=0 und Q_L=0 genau eine gültige Richtungsanforderung
S1 Rechtslauf Q_R=1 und Q_L=0 Stop, End_R oder Verlust der Betriebsfreigabe
S2 Linkslauf Q_R=0 und Q_L=1 Stop, End_L oder Verlust der Betriebsfreigabe
S99 Diagnose Q_R=0 und Q_L=0 Konflikt beseitigt und quittiert

Keine direkte Richtungsumkehr: Von S1 oder S2 geht es zuerst in S0. Ob zusätzlich ein Stillstandsnachweis oder eine Wartebedingung erforderlich ist, hängt von Maschine, Antrieb und Risikobeurteilung ab.


GRAFCET und SPS

GRAFCET ist eine Spezifikationssprache für Ablaufsteuerungen. Die aktuelle IEC 61131-3 beschreibt unter anderem die SPS-Sprachen ST, LD und FBD; SFC-Elemente dienen zur Strukturierung von Abläufen.

Prüffrage: Ist eine Bedingung eine dauerhafte Verriegelung, eine Transition oder nur eine Diagnose? Diese Trennung macht Programme leichter prüfbar.


Lerneinheit 4: Signalverläufe diagnostizieren

Ein einzelner Momentwert zeigt oft nur das Symptom. Ein Signalverlauf zeigt die Reihenfolge.

Zeitpunkt Start_R Start_L Schutz_OK Q_R Q_L Diagnose
t0 0 0 1 0 0 bereit
t1 1 1 1 0 0 Richtungskonflikt
t2 0 0 1 0 0 Konflikt beseitigt
t3 1 0 1 1 0 Rechtslauf
t4 0 0 1 1 0 Ablauf hält Schritt S1
t5 0 0 0 0 0 Schutzfunktion nicht freigegeben
t6 0 0 1 0 0 Rückkehr nur nach vorgesehener Freigabelogik

Diagnoseregel: Ausgang → Schritt → Verriegelung → Eingang → physikalischer Zustand.


Diagnoseauftrag

Fehlerbild: Q_R bleibt aus, obwohl Start_R betätigt wird.

  1. Prüfe zuerst, ob Q_L oder L_aktiv die Gegenrichtung verriegelt.
  2. Prüfe danach End_R und Stop_OK.
  3. Prüfe den aktiven Schritt des Ablaufmodells.
  4. Prüfe zuletzt die reale Signalquelle und Verdrahtung nach betrieblicher Freigabe.

Begründetes Feedback: Wer direkt den Ausgang überschreibt, umgeht die Ursache. Die Rückwärtsprüfung erhält die Logikstruktur und reduziert das Risiko, eine Verriegelung unbeabsichtigt außer Kraft zu setzen.


Lerneinheit 5: Funktionale Verriegelung und sichere Ausgänge

Eine funktionale Verriegelung verbessert den korrekten Ablauf. Eine Sicherheitsfunktion muss zusätzlich die geforderte Zuverlässigkeit und Fehlerbeherrschung erreichen.

Im Lehrfall ist bei Schutzverlust der Bewegungszustand Q_R=0 und Q_L=0. In der realen Maschine kann der sichere Zustand weitere Maßnahmen erfordern, zum Beispiel ein sicheres Stillsetzen oder eine sichere Drehmomentabschaltung. Das wird aus der Risikobeurteilung und der konkreten Sicherheitsfunktion abgeleitet.

Nicht verwechseln:

  1. Betriebs-Stopp: Teil der normalen Steuerung.
  2. Not-Halt: ergänzende Schutzmaßnahme für den Notfall.
  3. Verriegelungseinrichtung: kann Teil einer Sicherheitsfunktion an einer Schutzeinrichtung sein.
  4. Sicherheitssteuerung: speziell ausgelegte Steuerung für sicherheitsbezogene Funktionen.


Gestufte Hilfen

Aufgabe: Q_R und Q_L werden in einer Testsimulation gleichzeitig 1. Finde die logisch erste Prüfstelle.

Hilfestufe Hinweis
Hilfe A Formuliere zuerst die verbotene Kombination als Aussage.
Hilfe B Prüfe, ob beide Ausgangsanforderungen aus derselben oder aus getrennten Logikstellen geschrieben werden.
Hilfe C Suche nach einer gegenseitigen Verriegelung und nach Mehrfachzuweisungen auf Q_R oder Q_L.
Hilfe D Erwartete Schlussfolgerung: Die Invariante NICHT Q_R UND Q_L muss für jeden Programmpfad gelten.

Begründetes Feedback: Eine Verriegelung ist nur robust, wenn sie nicht in einem anderen Programmpfad umgangen werden kann. Deshalb reicht es nicht, nur einen einzelnen Netzwerkzweig zu prüfen.


Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben


Basisaufgabe

Aufgabe: Bewerte die Kombination Start_R=1 und Start_L=1.

Erwartung: Beide Bewegungsanforderungen bleiben aus, Diagnose wird gesetzt.

Begründetes Feedback: Die beiden Befehle widersprechen sich. Ein definierter Konfliktzustand ist besser prüfbar als eine zufällige Priorität durch Programmlaufreihenfolge.


Anwendungsaufgabe

Aufgabe: In S1 ist Q_R=1. Start_L wird betätigt. Entscheide, ob die Anlage direkt nach S2 wechseln darf.

Erwartung: Nein. Zuerst wird S1 verlassen und ein definierter Stillstandszustand erreicht.

Begründetes Feedback: Die Zwischenstufe verhindert eine unmittelbare Gegenanforderung. Ob der reale Antrieb zusätzlich einen Stillstandsnachweis benötigt, muss technisch begründet werden.


Transferaufgabe

Aufgabe: Zwei Pumpen dürfen einzeln laufen, aber nie gleichzeitig. Übertrage das Verriegelungsprinzip.

Erwartung: Pumpe_A_frei enthält NICHT Pumpe_B_aktiv und Pumpe_B_frei enthält NICHT Pumpe_A_aktiv. Ein gemeinsamer Konfliktstatus macht widersprüchliche Anforderungen sichtbar.

Begründetes Feedback: Das Muster ist übertragbar, weil nicht die konkrete Maschine, sondern die verbotene Kombination modelliert wird.


Medien- und Rechtecheck

Die folgenden Medien wurden vor dem Einbau über ihre öffentlich erreichbaren Quellseiten geprüft. Es werden keine Dateien ungefragt hochgeladen. Die Lernaufgaben benötigen keine externen KI-Dienste und lösen keine externen KI-Zugriffe aus. YouTube-Videos werden nur eingebettet; Rechte verbleiben bei den jeweiligen Anbietern und Urheberinnen bzw. Urhebern.

Medium Herkunft geprüfter Hinweis
Simatic S7-1200.JPG Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0
Ladder logic diagram.jpg Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0
Ladder Logic NAND gate PLC.jpg Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0
Ladder logic NOT gate PLC.jpg Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0
Ladder Logic OR gate PLC.jpg Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0
Emergency stop button.jpg Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0 oder eine der zusätzlich angebotenen kompatiblen CC BY-SA-Versionen
Control cabinets 2.jpg Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0
OSP Emergency stop.svg Wikimedia Commons CC0 1.0
YouTube-Embeds YouTube eingebettete Originalquellen, keine Kopie im Kurs

Commons-Quellen:

  1. Simatic S7-1200
  2. Ladder logic diagram
  3. Ladder Logic NAND gate PLC
  4. Ladder logic NOT gate PLC
  5. Ladder Logic OR gate PLC
  6. Emergency stop button
  7. Control cabinets 2
  8. OSP Emergency stop


Geprüfte Fachquellen

Stand der Prüfung: 7. Oktober 2026.

  1. IEC 61131-3:2025 – Programmable controllers – Programming languages
  2. ISO 13849-1:2023 – Safety-related parts of control systems
  3. IEC 60204-1:2016+A1:2021 – Electrical equipment of machines
  4. ISO 13850:2015 – Emergency stop function
  5. IFA Report 1/2025 – Funktionale Sicherheit von Maschinensteuerungen
  6. DGUV Information 203-079 – Auswahl und Anbringung von Verriegelungseinrichtungen
  7. Wikipedia – Speicherprogrammierbare Steuerung
  8. Wikipedia – Ablaufsteuerung
  9. Wikipedia – GRAFCET
  10. Wikipedia – Sicherheitssteuerung

Hinweis: Normtexte sind teilweise kostenpflichtig. Der Kurs ersetzt keine Risikobeurteilung, Validierung, Betriebsanweisung oder Herstellerdokumentation.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Kombination ist beim Wendeförderer unzulässig? (Rechtslauf und Linkslauf gleichzeitig) (!Rechtslauf allein) (!Linkslauf allein) (!Stillstand)




Was ist der erste Zweck einer funktionalen Verriegelung? (Unzulässige Zustände verhindern) (!Die SPS schneller machen) (!Alle Sensoren ersetzen) (!Jede Sicherheitsfunktion vereinfachen)




Was beschreibt eine Transition in einem Ablaufmodell? (Eine Weiterschaltbedingung) (!Einen festen Ausgangspegel) (!Eine Verdrahtungsfarbe) (!Eine Lizenzart)




Welche Diagnosemethode ist für einen ausgebliebenen Ausgang besonders sinnvoll? (Vom Ausgang rückwärts zu den Bedingungen prüfen) (!Alle Eingänge gleichzeitig forcieren) (!Die Verriegelung löschen) (!Den Ausgang dauerhaft setzen)




Was soll im Lehrfall bei gleichzeitigem Start_R und Start_L passieren? (Beide Bewegungsanforderungen bleiben aus) (!Beide Bewegungsanforderungen werden ein) (!Linkslauf erhält immer Vorrang) (!Rechtslauf erhält immer Vorrang)




Warum führt das Ablaufmodell die Richtungsumkehr über Stillstand? (Es trennt gegensätzliche Bewegungszustände) (!Es ersetzt alle Sensoren) (!Es macht jede Maschine eigensicher) (!Es verhindert Dokumentation)




Was ist bei einer Sicherheitsfunktion zusätzlich zur Logik erforderlich? (Eine geeignete Auslegung und Validierung) (!Nur ein Kommentar im Programm) (!Nur ein HMI-Symbol) (!Nur eine längere Zykluszeit)




Welches Signal eignet sich zur Meldung widersprüchlicher Fahrbefehle? (Ein Diagnosebit für Richtungskonflikt) (!Ein dauerhaft gesetzter Motorbefehl) (!Ein zufälliger Merker) (!Ein unbeschrifteter Ausgang)




Was macht eine Verriegelung besonders gut prüfbar? (Die verbotene Kombination ist ausdrücklich definiert) (!Alle Signale tragen denselben Namen) (!Ausgänge werden mehrfach beschrieben) (!Fehler werden automatisch quittiert)




Welche Aussage trennt Standardlogik und Sicherheit korrekt? (Eine Standardverriegelung ist nicht automatisch eine Sicherheitsfunktion) (!Jede UND-Verknüpfung ist eine Sicherheitsfunktion) (!Ein Not-Halt ist nur eine Betriebsart) (!Eine Diagnose ersetzt die Risikobeurteilung)





Memory

Verriegelung verhindert unzulässige Kombinationen
Transition Weiterschaltbedingung
Schrittkette geordnete Folge von Zuständen
Diagnosebit meldet erkannten Logikkonflikt
Plausibilitätsprüfung vergleicht erwartete und beobachtete Signale
Sicherheitsfunktion führt bei Anforderung in einen festgelegten sicheren Zustand





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Steuerungslogik
Gegenrichtung gesperrt funktionale Verriegelung
Schritt aktiv Ablaufzustand
Bedingung wird wahr Transition
Signal passt nicht zur Erwartung Diagnose
Schutzfunktion fordert Abschaltung sicherheitsbezogene Reaktion





Kreuzworträtsel

Verriegelung Welche Logik verhindert eine unzulässige Kombination?
Transition Wie heißt die Weiterschaltbedingung im Ablaufmodell?
Schrittkette Wie nennt man eine geordnete Folge von Steuerungsschritten?
Diagnose Wie heißt die systematische Fehlersuche anhand von Signalen?
Freigabe Wie heißt eine Bedingung, die eine Aktion erlaubt?
Plausibilität Welcher Begriff beschreibt die Prüfung, ob Signale logisch zusammenpassen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine

verhindert eine vorher festgelegte unzulässige Kombination.
Eine

schaltet einen Ablauf von einem Schritt zum nächsten weiter.
Beim Wendeförderer dürfen Rechtslauf und Linkslauf nicht

aktiv sein.
Ein Signalverlauf unterstützt die systematische

.
Eine sicherheitsbezogene Funktion benötigt eine geeignete Auslegung und

.
Bei widersprüchlichen Fahrbefehlen setzt das Lehrmodell ein

.
Die aktuelle IEC 61131-3 beschreibt unter anderem die Sprache

.
Der sichere Bewegungszustand des Ausbildungsfalls ist

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Wahrheitstabelle: Erstelle für zwei gegenseitig verriegelte Motoranforderungen eine Tabelle und markiere die unzulässige Kombination.
  2. Signalplan: Zeichne den Signalweg Start → Verriegelung → Schritt → Ausgang.
  3. Diagnose: Formuliere fünf Prüffragen für den Fall Q_R bleibt aus.
  4. GRAFCET: Skizziere die drei Zustände Bereitschaft, Rechtslauf und Linkslauf mit einem Stillstandsübergang.


Standard

  1. SPS: Setze die funktionale Richtungsverriegelung in einer virtuellen SPS-Umgebung um und dokumentiere die Testfälle.
  2. Signalverlauf: Erzeuge einen fiktiven Verlauf mit Richtungskonflikt und erläutere die Diagnosezeile.
  3. Fehleranalyse: Baue absichtlich eine fehlende Gegenrichtungsverriegelung ein, finde den Fehler im Test und korrigiere ihn.
  4. Dokumentation: Erstelle eine kurze Prüfliste mit Sollzustand, Testeingang, erwartetem Ausgang und Begründung.


Schwer

  1. Transfer: Übertrage das Muster auf zwei Pumpen, Ventile oder Schütze, die nie gleichzeitig aktiv sein dürfen.
  2. Ablaufsteuerung: Ergänze den Wendeförderer um eine Freigabe zum Richtungswechsel erst nach nachgewiesenem Stillstand und begründe die neue Transition.
  3. Funktionale Sicherheit: Trenne in einem Blockbild Standardsteuerung, Sicherheitsfunktion, Aktor und Rückmeldung und erkläre die jeweilige Verantwortung.
  4. Validierung: Entwickle eine Testmatrix mit Normalfall, Grenzfall, widersprüchlichem Befehl, Sensorfehler und Schutzanforderung. Begründe für jeden Test den erwarteten Zustand.




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Lernkontrolle

  1. Fehlerbaum: Q_R und Q_L sind gleichzeitig aktiv. Entwickle mindestens drei mögliche logische Ursachen und ordne sie nach Prüfreihenfolge.
  2. Ablaufmodell: Begründe, warum eine direkte Transition von Rechtslauf zu Linkslauf in vielen Anwendungen problematisch sein kann.
  3. Transfer: Formuliere für zwei gegenseitig ausschließende Ventile eine Verriegelungsregel und eine Diagnosebedingung.
  4. Sicherheitsbetrachtung: Erkläre, warum ein Standard-SPS-Ausgang Q_R=0 allein kein Nachweis einer Sicherheitsfunktion ist.
  5. Signaldiagnose: Interpretiere den Verlauf t0 bis t6 und benenne den Zeitpunkt, an dem die Schutzfreigabe verloren geht sowie die notwendige Reaktion im Lehrmodell.
  6. Programmprüfung: Ein Ausgang wird in zwei Netzwerken beschrieben. Erkläre, warum dadurch eine Verriegelung unwirksam werden kann und wie Du das prüfst.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. eine verbotene Ausgangskombination eindeutig formulierst.
  2. aus einer Wahrheitstabelle eine Verriegelungslogik ableitest.
  3. Ablaufzustand, Transition und Aktion sicher unterscheidest.
  4. einen Signalverlauf systematisch diagnostizierst.
  5. funktionale Verriegelung und Sicherheitsfunktion fachlich trennst.
  6. einen Testfall mit Sollzustand, Istzustand und begründetem Ergebnis dokumentierst.
  7. eine Verriegelung auf einen neuen technischen Fall übertragen kannst.




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