Stanzen an Miss Wylie - Keats, John - Gedichtanalyse
Stanzen an Miss Wylie - Keats, John - Gedichtanalyse
Fach: Deutsch / Englisch · Klasse: 9–10 · Niveau: leicht bis mittel
Thema: Liebeslyrik, Naturlyrik, Romantik, Gedichtanalyse
Einleitung
„O komm, Georgiana! Die Rosen schau an“
Mit diesen Worten beginnt das Gedicht „Stanzen an Miss Wylie“ von John Keats. Es umfasst 20 Verse in fünf Strophen.
Eine sprechende Person lädt Georgiana in die Natur ein. Dort möchte sie ihr von Liebe erzählen. Rosen, Wind, Feen und Sonnenlicht schaffen eine traumhafte Stimmung.
Doch eine Frage bleibt offen: Ist die Einladung liebevoll oder versucht die sprechende Person auch, Georgiana zu beeinflussen?
In diesem aiMOOC lernst Du, das Gedicht zu verstehen, Textstellen zu zitieren und eine eigene Gedichtinterpretation zu schreiben.
Deine Lernziele:
- Du kannst den Inhalt der fünf Strophen erklären.
- Du erkennst sprachliche Mittel und ihre Wirkung.
- Du unterscheidest zwischen Autor, Übersetzerin und lyrischer Stimme.
- Du kannst eine Deutung mit Versangaben begründen.
- Du vergleichst eine historische Übersetzung mit dem englischen Original.
Autor und historische Ausgabe

John Keats, Porträt von Joseph Severn, 1821–1823. Gemeinfrei.
John Keats lebte von 1795 bis 1821. Er war ein englischer Dichter der Romantik. Seine Gedichte beschreiben häufig Natur, Gefühle und Fantasie.
Wichtig: Keats schrieb das englische Gedicht „Stanzas to Miss Wylie“. Die deutsche Fassung „Stanzen an Miss Wylie“ wurde von Gisela Etzel (1880–1918) übersetzt.
Die hier verwendete deutsche Textfassung stammt aus: John Keats: „Gedichte“, übertragen von Gisela Etzel, Insel-Verlag, Leipzig 1910.
Quellen zur Entstehungszeit weichen voneinander ab: TextGrid nennt 1815, während eine englische Keats-Ausgabe von 1899 1816 angibt. Deshalb wird das Entstehungsjahr hier nicht als endgültig gesichert dargestellt.
Der Erstdruck des englischen Gedichts ist nach der TextGrid-Editionsnotiz für 1883 belegt.
Quellen: TextGrid – Editionsangaben · Poetry Foundation – John Keats
Wer spricht im Gedicht?
Der Autor ist John Keats. Die Übersetzerin ist Gisela Etzel. Die Stimme, die im Gedicht „ich“ sagt, ist das lyrische Ich.
Diese Stimme gehört zur gestalteten Welt des Gedichts. Sie darf nicht automatisch mit John Keats gleichgesetzt werden.
Merksatz: Wer ein Gedicht schreibt, muss nicht selbst die Person sein, die im Gedicht spricht.
Studyflix: „Lyrisches Ich | einfach erklärt“. Video zur Unterscheidung von Autor und sprechender Stimme.
Das Gedicht
Quellfassung: Gisela Etzel, 1910
Die folgende historische Übersetzung folgt dem bei TextGrid dokumentierten Text der Ausgabe von 1910. Alte Schreibweisen bleiben erhalten.
Stanzen an Miss Wylie
O komm, Georgiana! Die Rosen schau an,
Den blumigen Teppich, den Flora rings spann;
Die Luft ist voll Süße, das Wasser voll Glanz.
Der West schwebt mit funkelndster Sonne zum Tanz.
O komm! Laß uns ziehn ins erfrischende Grün,
Durch Schatten und Matten, die duften und sprühn,
Zur Waldlichtung hin, wo die Feen sich drehn
Und Sylphen wie lichtester Sonnenglanz gehn.
Und bist du dann müde, so bett ich dich sacht
Auf Moos und auf Blumen mit liebem Bedacht;
Dort lieg ich, Georgiana, zu Füßen dir nah,
Mein Märchen von Liebe erzähl ich dir da.
Und atme so zärtlich und seufze so lind,
Als seufze von Liebe der Frühsommerwind;
Dein schönes Knie preß ich und atme so tief –
Da fühlst du, daß ich's war, der seufzend dich rief.
Warum, liebstes Mädchen, entbehren dies Glück?
Ein Narr nur weist soviel Beglückung zurück:
So lächle Gewährung und gib deine Hand
Und ein zärtliches Wort, das dein Herz für mich fand.
Textnachweis: John Keats, „Stanzen an Miss Wylie“, Übersetzung Gisela Etzel, in: „Gedichte“, Insel-Verlag, Leipzig 1910. Digitaler Text: TextGrid und Zeno.org.
Verszählung: Zähle von oben nach unten. Die erste Strophe enthält V. 1–4, die zweite V. 5–8, die dritte V. 9–12, die vierte V. 13–16 und die fünfte V. 17–20.
Lesefassung: heutige Rechtschreibung
Diese Fassung erleichtert das Lesen. Nur einzelne Schreibweisen wurden modernisiert, zum Beispiel „Laß“ zu „Lass“, „daß“ zu „dass“ und „soviel“ zu „so viel“.
Dies ist keine neue Übersetzung und keine wortgetreue Wiedergabe der Druckausgabe von 1910.
O komm, Georgiana! Die Rosen schau an,
Den blumigen Teppich, den Flora rings spann;
Die Luft ist voll Süße, das Wasser voll Glanz.
Der West schwebt mit funkelndster Sonne zum Tanz.
O komm! Lass uns ziehn ins erfrischende Grün,
Durch Schatten und Matten, die duften und sprühn,
Zur Waldlichtung hin, wo die Feen sich drehn
Und Sylphen wie lichtester Sonnenglanz gehn.
Und bist du dann müde, so bett ich dich sacht
Auf Moos und auf Blumen mit liebem Bedacht;
Dort lieg ich, Georgiana, zu Füßen dir nah,
Mein Märchen von Liebe erzähl ich dir da.
Und atme so zärtlich und seufze so lind,
Als seufze von Liebe der Frühsommerwind;
Dein schönes Knie preß ich und atme so tief –
Da fühlst du, dass ich's war, der seufzend dich rief.
Warum, liebstes Mädchen, entbehren dies Glück?
Ein Narr nur weist so viel Beglückung zurück:
So lächle Gewährung und gib deine Hand
Und ein zärtliches Wort, das dein Herz für mich fand.
Schwierige Wörter verstehen
| Wort im Gedicht | Einfache Erklärung |
|---|---|
| Flora | Römische Göttin der Blumen und Blüten |
| Matten | Wiesen oder Grasflächen |
| Sylphen | Fantasiegestalten, die mit Luft verbunden sind |
| sacht | Vorsichtig und sanft |
| lind | Sanft und mild |
| entbehren | Auf etwas verzichten |
| Gewährung | Hier: Zustimmung oder Erfüllung einer Bitte |
Lesehilfe: Lies zunächst jede Strophe langsam. Schreibe danach in einem Satz auf, was die sprechende Person möchte.
Vergleich mit dem englischen Original
Das englische Gedicht heißt „Stanzas to Miss Wylie“.
Sein erster Vers lautet:
O come, Georgiana! the rose is full blown,
Die Übersetzung von Gisela Etzel beginnt dagegen:
O komm, Georgiana! Die Rosen schau an,
Im Englischen steht „the rose“ in der Einzahl. Die Übersetzung verwendet „die Rosen“ in der Mehrzahl.
Was zeigt dieser Unterschied? Eine literarische Übersetzung überträgt nicht immer jedes einzelne Wort unverändert. Sie versucht auch, Klang, Rhythmus und Stimmung zu gestalten.
Ein weiterer Unterschied steht in V. 11: Im Englischen will die Stimme zu Georgianas Füßen sitzen; die deutsche Übersetzung spricht vom Liegen zu ihren Füßen.
Englisches Original in Wikisource, Ausgabe von 1899
Gedichtanalyse
Erste Strophe: Die Natur lockt
Blühende Rose. Foto: Sten Porse, CC BY-SA. Die Rosensorte im Gedicht wird nicht bestimmt.
Textbeleg: „Den blumigen Teppich“ (V. 2).
Die Wiese wird wie ein Teppich beschrieben. Das ist eine Metapher. Die Umgebung wirkt bunt und einladend.
Auch die Luft, das Wasser und die Sonne erscheinen schön. Der Westwind scheint zu tanzen.
Deutung: Die Natur wird zu einem Ort des Glücks. Die Stimme möchte Georgiana dafür begeistern.
Hilfe: Frage Dich: Welche Farben, Düfte und Bewegungen könntest Du Dir vorstellen?
Die Rose als Bild
Zeitraffer einer sich öffnenden Rose. Alex Tr, CC BY 3.0. Das Video ist eine heutige Naturaufnahme und keine Darstellung des historischen Gedichts.
Die Rose kann in einem Liebesgedicht für Liebe, Schönheit oder das Aufblühen von Gefühlen stehen.
Das ist eine mögliche Deutung, keine im Gedicht ausdrücklich erklärte Bedeutung.
Beobachtungsaufgabe: Beschreibe in zwei Sätzen, weshalb die Rose zur Einladung in V. 1 passt.
Zweite Strophe: Eine zauberhafte Welt

Gustave Doré: „The Fairy“, 1880. Gemeinfreies Kunstwerk; keine Illustration von Keats' Gedicht.
Textbeleg: „wo die Feen sich drehn“ (V. 7).
Feen und Sylphen sind Fantasiewesen. Die Natur wird dadurch märchenhaft.
Das passt zur Romantik. In romantischer Literatur spielen Fantasie, Gefühl und Natur oft eine wichtige Rolle.
Deutung: Die Stimme entwirft einen besonderen Ort. Alles scheint leicht, schön und fast unwirklich.
Flora und der Wind

Flora und Zephyr, Gemälde von Jan Brueghel d. Ä. und Peter Paul Rubens, 1617. Gemeinfrei; nicht für dieses Gedicht geschaffen.
Flora steht in der römischen Mythologie für Blüten und Frühling. Zephyr bezeichnet in der griechischen Mythologie den Westwind.
Im englischen Original kommen Flora und Zephyr ausdrücklich vor. Die deutsche Fassung nennt Flora sowie den „West“ und den „Frühsommerwind“.
Diese Figuren verbinden Natur und Fantasie.
Denkfrage: Weshalb könnte eine Liebesstimme Wind und Blumen schöner darstellen, als sie im Alltag erscheinen?
Dritte Strophe: Nähe und Fürsorge

Moosbewachsener Waldboden. Foto: Minazuki, CC BY-SA 3.0.
Textbeleg: „Auf Moos und auf Blumen“ (V. 10).
Die Stimme verspricht Georgiana einen weichen Ruheplatz und möchte ihr eine Liebesgeschichte erzählen.
Deutung: Das kann Fürsorge und den Wunsch nach Nähe zeigen.
Hilfe: Markiere die Verben „bett“, „lieg“ und „erzähl“. Was tun diese Verben für die Vorstellung der Szene?
Vierte Strophe: Sehnsucht und Berührung
Textbeleg: „Als seufze von Liebe der Frühsommerwind“ (V. 14).
Das Seufzen wird mit dem Wind verglichen. So erscheint die Stimmung sanft und gefühlvoll.
In V. 15 beschreibt die Stimme auch eine Berührung an Georgianas Knie.
Zwei mögliche Lesarten:
- Die Berührung kann als Wunsch nach Nähe verstanden werden.
- Sie kann aber auch die Frage auslösen, ob Georgiana diese Nähe überhaupt möchte.
Wichtig: Das Gedicht schildert nicht ausdrücklich Georgianas Antwort.
Fünfte Strophe: Bitte um Zustimmung
Textbeleg: „So lächle Gewährung und gib deine Hand“ (V. 19).
Die Stimme hofft, Georgiana werde ihre Liebe erwidern.
V. 18 nennt einen Menschen einen „Narr“, wenn er solches Glück ablehnt. Dadurch kann die Einladung auch drängend wirken.
Deutung: Die Stimme wirbt um Zustimmung. Dass Georgiana wirklich zustimmt, steht aber nicht im Text.
Gesprächsimpuls: Wo liegt der Unterschied zwischen einer freundlichen Einladung und einer Bitte, die Druck macht?
Form und Sprache
Strophen, Verse und Reime
Das Gedicht besitzt fünf Strophen mit jeweils vier Versen.
In der deutschen Übersetzung fallen vor allem Paarreime auf.
Beispiel aus V. 1–4:
an – spann
Glanz – Tanz
Das Reimschema ist hier aabb.
Die regelmäßigen Reime unterstützen den fließenden, liedhaften Eindruck.
Lesehilfe: Unterstreiche in jeder Strophe die letzten Wörter der Verse. Verbinde Wörter, die sich reimen.
Wichtige sprachliche Mittel
| Mittel | Beispiel | Mögliche Wirkung |
|---|---|---|
| Metapher | „blumigen Teppich“ (V. 2) | Die Natur wirkt weich und schön. |
| Personifikation | „Der West schwebt“ (V. 4) | Der Wind erscheint lebendig. |
| Wiederholung | „O komm!“ (V. 1 und 5) | Die Einladung wird verstärkt. |
| Vergleich | „Als seufze ... der Frühsommerwind“ (V. 14) | Der Wind und das Gefühl werden verbunden. |
| Anrede | „Georgiana“ (V. 1 und 11) | Die Stimme spricht eine Person direkt an. |
| Symbol | Rosen (V. 1) | Die Rosen können für Schönheit und Liebe stehen. |
Merke: Benenne nicht nur das sprachliche Mittel. Erkläre immer, was es an dieser Stelle bewirken könnte.
Naturgeräusche hören
Waldgeräusche. Aufnahme: nille, gemeinfrei.
Vogelstimmen. Aufnahme: Martin Thurnherr, CC BY-SA 4.0.
Dies sind echte Naturaufnahmen von Wikimedia Commons, keine Gedichtrezitationen.
Hörauftrag: Höre ungefähr 20 Sekunden. Notiere drei Wörter zur Stimmung. Vergleiche sie mit V. 1–8.
Eine Gedichtanalyse schreiben
Eine gute Analyse besteht aus drei kurzen Teilen.
Einleitung: Nenne Titel, Autor, Übersetzerin, Textart und Thema.
Hauptteil: Beschreibe Aufbau, Inhalt und sprachliche Mittel. Begründe Deine Aussagen mit Versangaben.
Schluss: Formuliere Deine eigene Deutung. Erkläre auch, was offenbleibt.
Satzstarter als Hilfe:
„Das Gedicht von John Keats handelt von ...“
„In Vers ... wird ... beschrieben.“
„Das sprachliche Mittel ... bewirkt möglicherweise ...“
„Ich deute diese Stelle so, weil ...“
„Offen bleibt, ob ...“
musstewissen Deutsch / funk: „Wie schreibe ich eine Gedichtanalyse?“
Beispiel einer kurzen Deutung
Die Natur erscheint in „Stanzen an Miss Wylie“ als schöner Ort für Liebe. Das Bild des „blumigen Teppich[s]“ (V. 2) vermittelt Wärme und Geborgenheit. Am Ende versucht die lyrische Stimme, Georgiana zur Zustimmung zu bewegen (V. 17–20). Das Gedicht kann deshalb zugleich als romantische Einladung und als eindringliches Werben gelesen werden. Georgianas eigene Antwort bleibt unbekannt.
Hinweis: Das ist eine begründete Interpretation, keine eindeutig festgelegte Botschaft des Autors.
Gestufte Hilfen
Hilfe 1 – Finden: Suche im Gedicht ein passendes Wort oder eine passende Verszeile.
Hilfe 2 – Beschreiben: Erkläre in einfachen Worten, was die Stelle zeigt.
Hilfe 3 – Deuten: Überlege, welches Gefühl die Stelle vermitteln könnte.
Hilfe 4 – Belegen: Schreibe Deine Deutung mit einer Versangabe auf.
Beispiel: Die Wiederholung „O komm!“ (V. 1 und 5) verstärkt die Einladung der lyrischen Stimme.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Lesequiz mit Textbelegen: Lies die genannte Versstelle. Wähle jeweils eine Antwort. Alle Belege beziehen sich auf die deutsche Quellfassung von Gisela Etzel.
„O komm, Georgiana!“ (V. 1): Wer wird angesprochen? (Georgiana) (!Flora) (!Gisela) (!Eine Fee)
„Den blumigen Teppich“ (V. 2): Welches Bild wird benutzt? (Die Blumen werden mit einem Teppich verglichen) (!Der Teppich besteht aus Wasser) (!Ein Haus wird beschrieben) (!Der Himmel wird dunkel)
„Flora“ (V. 2): Wofür steht dieser Name? (Für eine römische Blumengöttin) (!Für die Schwester des Dichters) (!Für einen bestimmten Fluss) (!Für einen Stern)
„O komm!“ (V. 1 und 5): Was bewirkt die Wiederholung? (Sie verstärkt die Einladung) (!Sie beendet das Gespräch) (!Sie beschreibt die Vergangenheit) (!Sie nennt einen neuen Ort)
„wo die Feen sich drehn“ (V. 7): Welche Wirkung entsteht? (Die Natur erscheint märchenhaft) (!Die Natur erscheint gefährlich) (!Die Szene spielt in einer Fabrik) (!Die Stimme beschreibt ein Gewitter)
„Auf Moos und auf Blumen“ (V. 10): Was wird angeboten? (Ein weicher Ruheplatz) (!Ein Platz im Schulzimmer) (!Ein Steinweg) (!Ein Boot)
„Mein Märchen von Liebe“ (V. 12): Worüber möchte die Stimme sprechen? (Über Liebe) (!Über einen Krieg) (!Über eine Reise zur See) (!Über einen Wettkampf)
„Als seufze von Liebe der Frühsommerwind“ (V. 14): Was wird miteinander verbunden? (Ein Seufzen und der Wind) (!Ein Vogel und ein Buch) (!Ein Fluss und ein Berg) (!Eine Rose und ein Haus)
„So lächle Gewährung und gib deine Hand“ (V. 19): Was wünscht sich die Stimme? (Georgianas Zustimmung) (!Georgianas Abschied) (!Eine schriftliche Prüfung) (!Eine Reise ohne Georgiana)
„Dort lieg ich“ (V. 11): Was lässt sich aus dem Ich sicher schließen? (Im Gedicht spricht eine lyrische Stimme) (!John Keats berichtet sicher über ein eigenes Erlebnis) (!Georgiana hat bereits zugestimmt) (!Gisela Etzel spricht als historische Person)
Memory
Aufgabe: Ordne jedem Begriff die passende Erklärung zu.
| Anrede | Direkte Ansprache einer Person |
| Paarreim | Zwei aufeinander reimende Versenden |
| Flora | Römische Blumengöttin |
| Sylphen | Fantastische Luftgeister |
| Moos | Weicher Ruheplatz |
| Lyrische Stimme | Sprechende Figur im Gedicht |
| Einverständnis | Freiwillige Zustimmung |
Drag and Drop
Aufgabe: Verbinde die Textsignale mit der passenden Beschreibung.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Bedeutung |
|---|---|
| Rosenbild | Natur als einladender Raum |
| Waldfantasie | Feen und Sylphen |
| Ruheplatz | Moos und Blumen |
| Windvergleich | Sanftes Seufzen |
| Handbitte | Erhoffte Zustimmung |
Kreuzworträtsel
Aufgabe: Löse die sechs Fragen zum Gedicht.
| Georgiana | Wie heißt die angesprochene Person? |
| Flora | Wie heißt die römische Blumengöttin? |
| Sylphen | Welche Luftgeister erscheinen im Gedicht? |
| Moos | Worauf möchte die Stimme Georgiana betten? |
| Liebe | Welches Gefühl steht im Mittelpunkt? |
| Etzel | Wie lautet der Nachname der Übersetzerin? |
LearningApps
Hier kannst Du nach weiteren Übungen zum Gedicht suchen. Die Suchergebnisse sind externe Angebote und gehören nicht automatisch zu diesem aiMOOC.
Lückentext
Aufgabe: Ergänze die fehlenden Begriffe. Nutze den Lerntext und das Gedicht.
Offene Aufgaben
Wichtig: Diese Aufgaben werden nicht automatisch bewertet. Du entscheidest selbst, wie Du Deine Ideen formulierst. Begründe Deine Aussagen möglichst mit Textstellen.
Leicht
- Inhaltsangabe: Schreibe zu jeder der fünf Strophen einen einfachen Satz. Hilfe: Beginne mit „Die Stimme möchte ...“.
- Wortschatz: Wähle fünf schwierige Wörter und erkläre sie in eigener Sprache. Hilfe: Nutze die Worttabelle.
- Leseeindruck: Beschreibe in fünf Sätzen die Stimmung des Gedichts. Hilfe: Nutze Wörter wie freundlich, sanft, verträumt oder drängend.
- Kreatives Schreiben: Verfasse eine kurze Nachricht aus Georgianas Sicht. Wie könnte sie auf die Einladung reagieren? Hilfe: Beginne mit „Deine Einladung klingt ...“.
Standard
- Gedichtanalyse: Untersuche drei sprachliche Bilder und erkläre ihre Wirkung. Hilfe: Formuliere Beobachtung, Versbeleg und Deutung.
- Perspektivwechsel: Schreibe eine Antwort von Georgiana mit 100 bis 150 Wörtern. Sie darf zustimmen, ablehnen oder noch unsicher sein. Hilfe: Beziehe Dich auf mindestens zwei Verse.
- Gedichtvergleich: Vergleiche zwei Zeilen der deutschen Fassung mit dem englischen Original. Hilfe: Achte auf Wortwahl und Bedeutung.
- Argumentieren: Schreibe einen kurzen Text zur Frage, ob die Bitte in der letzten Strophe eher liebevoll oder drängend wirkt. Hilfe: Verwende V. 17–20.
Schwer
- Literarische Interpretation: Verfasse eine vollständige Gedichtanalyse mit Einleitung, Hauptteil und Schluss. Hilfe: Plane pro Strophe eine wichtige Beobachtung.
- Historischer Kontext: Untersuche, welche Bedeutung Natur und Fantasie in der englischen Romantik haben. Vergleiche Deine Ergebnisse mit drei Versen des Gedichts. Hilfe: Trenne Hintergrundwissen und Textbeobachtung.
- Übersetzungsvergleich: Untersuche, wie Gisela Etzel Bilder und Reime gegenüber dem englischen Original verändert. Hilfe: Nutze mindestens zwei Beispiele und bewerte ihre Wirkung.
- Erörterung: Schreibe einen begründeten Text zur Frage, ob die lyrische Stimme Georgiana genug Entscheidungsfreiheit lässt. Hilfe: Vergleiche V. 9–12 mit V. 17–20 und berücksichtige mögliche Gegenargumente.


Lernkontrolle
Bearbeite die folgenden Aufgaben schriftlich. Es gibt nicht immer nur eine richtige Deutung. Wichtig sind Deine Begründung und passende Textbelege.
- Wirkung sprachlicher Mittel: Erkläre, wie sich das Gedicht verändern würde, wenn die Rosen und Feen fehlen würden. Belege Deine Erklärung an zwei Versen.
- Perspektive: Erläutere, weshalb das Gedicht nicht beweist, dass Georgiana die Einladung annimmt. Schreibe zusätzlich eine mögliche Antwort aus ihrer Sicht.
- Liebe in der Literatur: Untersuche, wie sich die Einladung am Anfang von der Bitte am Ende unterscheidet. Erkläre die Wirkung auf Dich.
- Literarische Übersetzung: Begründe, warum eine Übersetzerin manchmal die Wortwahl oder ein Bild verändert. Nutze ein Beispiel aus dem Gedicht.
- Transfer: Vergleiche die Einladung des Gedichts mit einer heutigen Nachricht. Welche Formulierungen wirken wertschätzend, welche könnten Druck erzeugen?
- Interpretation: Entwickle zwei unterschiedliche, durch den Text begründete Deutungen der letzten Strophe und erkläre, welche Dich stärker überzeugt.
Lernnachweis
Dein Lernnachweis kann eine schriftliche Gedichtanalyse von ungefähr 300 bis 450 Wörtern oder ein gleichwertiges Portfolio aus den offenen Schreibaufgaben sein.
Für einen gelungenen Lernnachweis solltest Du:
- Den Autor John Keats und die Übersetzerin Gisela Etzel richtig benennen.
- Die fünf Strophen in eigenen Worten zusammenfassen.
- Mindestens drei sprachliche Mittel untersuchen.
- Deine Aussagen mit mindestens vier passenden Versangaben belegen.
- Zwischen Beobachtung und eigener Interpretation unterscheiden.
- Die lyrische Stimme nicht automatisch mit dem Autor gleichsetzen.
- Die offene Frage nach Georgianas Zustimmung berücksichtigen.
- Einen verständlichen, gegliederten Text schreiben.
Rückmeldung: Eine Lehrkraft oder eine Lerngruppe kann Inhalt, Belege, Deutung und Verständlichkeit anhand dieser Kriterien beurteilen. Die offenen Antworten werden nicht automatisch benotet.
OERs zum Thema
Wikipedia: John Keats
Primärtexte und überprüfbare Quellen
- Zeno.org: Stanzen an Miss Wylie – vom Nutzer vorgegebene historische deutsche Textgrundlage.
- TextGrid: Stanzen an Miss Wylie – vollständiger deutscher Text der Übersetzung von Gisela Etzel.
- TextGrid: Editionsnachweis – Ausgabe Leipzig 1910, Übersetzerin und Entstehungsangaben.
- Wikisource: Stanzas to Miss Wylie – englisches Gedicht aus der Keats-Ausgabe von 1899.
- Poetry Foundation – biografische und literaturgeschichtliche Informationen zu John Keats.
- Deutsche Biographie: Gisela Etzel – Lebensdaten der Übersetzerin.
Mediennachweise und Lizenzen
Alle folgenden Medien stammen von Wikimedia Commons. Die Links führen zu den jeweiligen Dateiseiten mit vollständigen Lizenzangaben.
| Medium | Urheber oder Rechteangabe | Lizenz |
|---|---|---|
| Keats-Porträt | Joseph Severn | Gemeinfrei |
| Rosenfoto | Sten Porse | CC BY-SA; mehrere angegebene Versionen |
| Rosen-Zeitraffer | Alex Tr | CC BY 3.0 |
| Feen-Illustration | Gustave Doré | Gemeinfrei |
| Flora und Zephyr | Jan Brueghel d. Ä. und Peter Paul Rubens | Gemeinfrei |
| Mooswald | Minazuki | CC BY-SA 3.0 |
| Waldgeräusche | nille | Gemeinfrei |
| Vogelstimmen | Martin Thurnherr | CC BY-SA 4.0 |
Die historischen Bilder zeigen nicht die genaue Szene des Gedichts. Die Naturaufnahmen dienen der Veranschaulichung. Es handelt sich nicht um von Keats in Auftrag gegebene Bilder oder Tonaufnahmen.
Textrechte: Der englische Text von John Keats und die historische Übersetzung von Gisela Etzel sind aufgrund der Lebensdaten ihrer Urheber in Deutschland gemeinfrei. Die TextGrid-Annotationen und Metadaten stehen gesondert unter CC BY 3.0 Deutschland mit der von TextGrid verlangten Namensnennung.
YouTube-Hinweis: Die eingebetteten Videos stammen von Studyflix und musstewissen Deutsch / funk. Die Einbettung bedeutet nicht, dass die Videos frei nachnutzbar oder unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht sind. Für eine Weiterverwendung außerhalb der Plattform müssen die jeweiligen Rechte geprüft werden.
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