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Stahlbleche durch Treiben formen - Schmied

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Stahlbleche durch Treiben formen - Schmied



Stahlbleche durch Treiben formen - Schmied


Einleitung

Beim Treiben formst Du ein Blech durch gezielte Hammerschläge plastisch um. Anders als beim Zerspanen wird dabei kein Werkstoff in Form von Spänen abgetragen. Die Blechdicke, die örtliche Dehnung und die Verteilung des Werkstoffs verändern sich so, dass aus einer ebenen Stahlblechtafel beispielsweise eine Schale, eine Abdeckung, ein Zierteil oder ein Bauteil mit räumlicher Wölbung entsteht. Das Treiben gehört zu den Umformverfahren und verbindet Werkstoffkenntnis, Gefühl für den Hammerschlag, sichere Werkzeugführung und fortlaufende Qualitätskontrolle.

Dieser aiMOOC richtet sich an Lernende in der beruflichen Ausbildung im Schmiede-, Metallbau- und Metallgestaltungsbereich. Du erarbeitest Dir die Grundlagen des manuellen Treibens von Stahlblech, lernst Fachbegriffe und Werkzeuge kennen, planst einen Arbeitsablauf und beurteilst typische Fehler. Praktische Arbeiten dürfen nur in einer geeigneten Werkstatt, nach Unterweisung und unter Aufsicht einer verantwortlichen Fachkraft ausgeführt werden.


Lernziele

Nach der Bearbeitung kannst Du das Treiben als Umformverfahren erklären, geeignete Werkzeuge und Unterlagen auswählen, die Wirkungen von Strecken und Stauchen unterscheiden und eine einfache Treibarbeit planen. Du kannst außerdem die Qualität einer getriebenen Form anhand von Symmetrie, Maßhaltigkeit, Oberflächenzustand und Wanddickenverteilung beurteilen. Besondere Bedeutung haben die sichere Handhabung scharfkantiger Bleche, der Zustand der Hämmer und Gegenhalter sowie der Schutz vor Lärm, Splittern, Funken und heißen Werkstücken.


Fachliche Grundlagen


Treiben als plastisches Umformen

Beim Treiben überschreitet die örtliche Spannung im Stahl die Streckgrenze. Das Blech kehrt nach dem Schlag deshalb nicht vollständig in seine Ausgangsform zurück, sondern behält eine bleibende Formänderung. Ein Teil der elastischen Verformung federt jedoch zurück. Dieses Rückfedern musst Du beim Herstellen der Sollkontur berücksichtigen.

Die Form entsteht nicht durch einzelne sehr harte Schläge, sondern durch viele kontrollierte und überlappende Schläge. Entscheidend sind Schlagrichtung, Schlagkraft, Hammerform, Auflagepunkt und Gegenhalter. Gleichmäßige Treibgänge verteilen die Formänderung besser und verringern tiefe Schlagmarken, Knicke und lokale Überdehnungen.


Werkstoff Stahlblech

Für Ausbildungsarbeiten werden häufig gut kaltumformbare, niedriggekohlte Stahlbleche eingesetzt. Geeignete Tiefziehgüten können sich leichter plastisch verformen als harte oder hochfeste Stähle. Die konkrete Werkstoffbezeichnung, Blechdicke und Wärmebehandlung richten sich immer nach Zeichnung, Arbeitsauftrag und betrieblicher Vorgabe.

Beim Kaltumformen steigt durch Kaltverfestigung die Festigkeit, während die weitere Umformbarkeit abnimmt. Zu starke örtliche Dehnung kann zu Einschnürungen oder Rissen führen. Bei größeren Formänderungen kann nach Arbeitsplan eine fachgerecht ausgeführte Wärmebehandlung erforderlich sein. Bei Stahl darfst Du Erwärmung und Abkühlung nicht improvisieren, weil dadurch Gefüge, Härte, Zähigkeit und Oberflächenzustand beeinflusst werden.

Beim Warm- oder Heißtreiben sinkt die erforderliche Umformkraft. Gleichzeitig entstehen zusätzliche Anforderungen: Temperaturführung, Zunder, Wärmeschutz, geeignete Zangen und die sichere Abgrenzung des Arbeitsbereichs. Für dünne Bleche ist außerdem zu beachten, dass sie rasch auskühlen.


Grundwirkungen beim Treiben

Strecken vergrößert die Oberfläche örtlich. Das Blech wird dabei dünner. Beim Tiefen einer Ronde in einer Mulde wird vor allem die Mitte durch Schläge mit einer gewölbten Hammerbahn gedehnt. Die Wölbung wächst schrittweise.

Stauchen verkürzt einen Rand- oder Zonenabschnitt. Beim Einziehen wird überschüssiger Umfang kontrolliert zusammengeführt, damit ein Rand enger wird. Unkontrollierte Falten dürfen nicht scharf zugeschlagen werden, weil sie Doppelungen, Kerben oder Risse verursachen können.

Aufziehen erzeugt aus einer flachen oder vorgetieften Ronde eine höhere Gefäßwand. Dazu wird das Werkstück in geschlossenen, gleichmäßigen Treibgängen über einem geeigneten Treibstock oder Gegenhalter bearbeitet. Nach jedem Gang prüfst Du Form, Durchmesser, Höhe und Rundlauf.

Schlichten oder Abhämmern ist die feinere Nacharbeit mit sauber polierten Werkzeugflächen. Dabei werden kleine Unebenheiten und grobe Schlagspuren reduziert. Schlichten ersetzt keine vorherige Formkorrektur; eine falsche Grundform muss zuerst gerichtet werden.


Synklastische und antiklastische Formen

Bei einer synklastischen Form laufen die Hauptkrümmungen in dieselbe Richtung. Eine Schale ist ein typisches Beispiel. Bei einer antiklastischen Form verlaufen die Hauptkrümmungen gegensinnig, ähnlich einer sattelförmigen Fläche. Diese Unterscheidung hilft Dir, die erforderlichen Streck- und Stauchzonen zu erkennen.


Werkzeuge und Hilfsmittel


Treibhämmer und Schlichthämmer

Ein Treibhammer besitzt je nach Aufgabe kugelige, ballige, ovale oder schmale Bahnen. Eine stärker gewölbte Bahn konzentriert die Kraft auf eine kleinere Fläche und bewirkt eine stärkere örtliche Dehnung. Eine flachere, sauber polierte Bahn eignet sich für großflächigere Formkorrekturen und zum Schlichten. Die Hammerbahn muss frei von Graten, Ausbrüchen und scharfen Kanten sein, da jeder Fehler auf der Werkzeugoberfläche Spuren im Blech erzeugen kann.

Hammerkopf und Stiel müssen fest miteinander verbunden sein. Ein beschädigter, lockerer oder gesplitterter Stiel wird nicht weiterverwendet. Du wählst das Hammergewicht passend zur Blechdicke, zur Formzone und zur eigenen sicheren Beherrschung des Werkzeugs. Übermäßige Kraft ersetzt keine saubere Schlagtechnik.


Gegenhalter und Unterlagen

Ein Treibstock oder Treibamboss ist ein harter Gegenhalter mit einer zur Form passenden Rundung. Er unterstützt das Aufziehen und Schlichten. Die Oberfläche muss glatt sein und darf keine scharfen Übergänge besitzen.

Ein Treibklotz aus Hartholz enthält Mulden unterschiedlicher Größe. Er eignet sich für das erste Tiefen einer Ronde. Ein Treibsack ist eine nachgiebige, gefüllte Unterlage. Er erlaubt freie Wölbungen, ohne das Blech an einer harten Kante zu markieren. Für feine Reliefarbeiten können Punzen und eine nachgiebige Einbettung verwendet werden; bei diesem Kurs steht jedoch die räumliche Formgebung von Stahlblech im Vordergrund.


Mess- und Prüfmittel

Für eine kontrollierte Treibarbeit benötigst Du je nach Werkstück einen Stahlmaßstab, einen Messschieber, einen Radius- oder Formschablonensatz, einen Winkel, eine Höhenlehre und eine ebene Prüfplatte. Eine selbst hergestellte Profilschablone kann die Sollkontur schnell sichtbar machen. Mit einem Spitzzirkel oder geeigneten Markiermitteln zeichnest Du Treibkreise und Kontrollzonen an. Anrisse dürfen nicht so tief sein, dass sie als Kerben eine Rissbildung begünstigen.


Arbeitsvorbereitung


Arbeitsauftrag und Zeichnung auswerten

Vor dem ersten Schlag klärst Du Form, Maße, Toleranzen, Werkstoff, Blechdicke, Oberflächenanforderung und zulässige Bearbeitungsspuren. Aus der fertigen Geometrie leitest Du die erforderliche Zuschnittgröße ab. Bei einer rotationssymmetrischen Schale wird häufig eine kreisförmige Ronde verwendet. Für Übungsstücke kann der Zuschnitt zunächst mit Bearbeitungszugabe hergestellt werden.

Du prüfst das Blech auf Rostnarben, tiefe Kratzer, Walzfehler und Beschädigungen. Die Kanten werden fachgerecht entgratet. Eine scharfe oder eingerissene Kante ist nicht nur eine Verletzungsgefahr, sondern kann beim Umformen auch Ausgangspunkt eines Risses sein.


Werkzeug und Arbeitsplatz prüfen

Der Amboss, Treibstock oder Treibklotz muss standsicher befestigt sein. Arbeitswege und Schlagbereich bleiben frei. Du kontrollierst Hämmer, Zangen, Unterlagen und Prüfmittel vor Arbeitsbeginn. Benachbarte Personen dürfen nicht in den Schlag- oder Splitterbereich geraten. Beleuchtung und Körperhaltung müssen eine sichere Sicht auf die Auftreffzone ermöglichen.


Arbeitsablauf: Eine einfache Schalenform treiben


Schritt 1: Ronde herstellen und vorbereiten

Übertrage die Zuschnittkontur, trenne die Ronde mit einem geeigneten Verfahren aus und entgrate die Kante vollständig. Markiere Mittelpunkt, Kontrollkreise und gegebenenfalls vier Symmetrieachsen. Reinige die Oberfläche, damit Zunder, Späne oder harte Partikel keine Druckstellen verursachen.


Schritt 2: Vorwölben oder Tiefen

Lege die Ronde mittig auf eine passende Mulde im Treibklotz oder auf einen Treibsack. Beginne mit leichten, überlappenden Schlägen. Bei einer einfachen Tiefarbeit führst Du die Schlagbahnen systematisch von der Mitte nach außen. Der Rand bleibt zunächst als Kontroll- und Haltezone erhalten. Drehe das Werkstück regelmäßig, damit die Wölbung gleichmäßig entsteht.


Schritt 3: Form in Treibgängen aufbauen

Nach dem ersten Vorwölben bearbeitest Du die Form in geschlossenen Treibgängen. Jeder Gang soll eine zusammenhängende Zone erfassen. Vermeide das zufällige Wechseln zwischen weit auseinanderliegenden Stellen, weil dadurch Beulen und Spannungsunterschiede entstehen. Prüfe nach jedem Gang die Höhe, den Durchmesser, die Symmetrie und den Sitz auf der Schablone.

Beim Aufziehen arbeitest Du über einem passenden Gegenhalter. Der Hammer trifft so, dass der Werkstoff kontrolliert in die gewünschte Richtung fließt. Kleine, gleichmäßige Korrekturen sind sicherer als wenige harte Schläge. Der Klang und der Rückprall geben Hinweise auf Kontakt und Auflage, ersetzen aber nicht die Sicht- und Maßprüfung.


Schritt 4: Zwischenrichten und Spannungen ausgleichen

Entstehende Wellen werden nicht unüberlegt flachgeschlagen. Zuerst stellst Du fest, ob die Zone gestreckt, gestaucht oder lediglich aus der Sollkontur gedrückt ist. Danach wählst Du Gegenhalter und Hammerform. Bei fortschreitender Kaltverfestigung oder drohender Rissbildung wird die Arbeit gestoppt und das weitere Vorgehen mit der Fachkraft geklärt.


Schritt 5: Schlichten und Endkontrolle

Zum Schlichten müssen Hammerbahn und Gegenhalter sauber und poliert sein. Du arbeitest mit leichteren, eng überlappenden Schlägen und kontrollierst die Lichtreflexe auf der Oberfläche. Danach prüfst Du Maße, Rundlauf, Höhe, Profil, Randverlauf, Risse, Kerben und unerwünschte Dünnstellen. Erst nach bestandener Prüfung werden Randzugabe und Oberfläche nach Arbeitsauftrag fertigbearbeitet.


Qualität und typische Fehler


Beulen und unruhige Oberfläche

Unregelmäßige Beulen entstehen häufig durch zu große Schlagabstände, wechselnde Schlagkraft, einen ungeeigneten Gegenhalter oder fehlende Treibgänge. Abhilfe schafft eine systematische Bearbeitung mit überlappenden Schlägen und häufigen Kontrollen. Tiefe Einzelschläge lassen sich später nur mit zusätzlichem Aufwand ausgleichen.


Risse und Kerben

Risse können durch zu starke örtliche Streckung, scharfe Werkzeugkanten, tiefe Anrisse, beschädigte Blechkanten oder fortgeschrittene Kaltverfestigung begünstigt werden. Ein Riss wird nicht einfach weitergetrieben. Das Werkstück wird ausgesondert oder nach einer fachlich festgelegten Reparaturfolge bearbeitet.


Falten und Doppelungen

Beim Einziehen kann überschüssiger Umfang Wellen bilden. Werden diese Wellen zu scharfen Falten zusammengeschlagen, entstehen Werkstoffdoppelungen und Kerben. Kontrolliertes Stauchen verteilt die Umfangsverkürzung auf viele kleine Bereiche. Die Form wird dabei ständig gedreht und geprüft.


Unsymmetrische Form

Eine Schale wird unsymmetrisch, wenn der Mittelpunkt verloren geht, das Werkstück ungleichmäßig gedreht oder eine Seite stärker bearbeitet wird. Markierte Achsen, Kontrollkreise und eine Profilschablone helfen bei der Korrektur. Maße werden nicht nur an einer Stelle, sondern in mehreren Richtungen aufgenommen.

Das historische Gefäßfragment zeigt, dass Treibgänge und Hammerschläge an Metallgefäßen als Oberflächenspuren erkennbar bleiben können. In der Ausbildung lernst Du zu entscheiden, ob solche Spuren als handwerkliche Gestaltung gewünscht sind oder durch Schlichten reduziert werden müssen.


Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Treibarbeiten erzeugen schlagartige Geräusche. Beim Arbeiten am Amboss und beim Hämmern auf Metall sind geeigneter Augen- und Gehörschutz nach betrieblicher Gefährdungsbeurteilung zu tragen. Sicherheitsschuhe und eng anliegende Arbeitskleidung gehören zur Werkstattausrüstung. Bei heißen Werkstücken kommen geeignete Zangen, Wärmeschutz und eine Schmiedeschürze hinzu.

Scharfe Blechkanten verursachen schwere Schnittverletzungen. Für Transport und Handhabung nicht laufender Maschinen werden geeignete schnitthemmende Handschuhe nach Unterweisung verwendet. An Maschinen mit Einzugsgefahr können Handschuhe verboten sein; hier gilt immer die konkrete Betriebsanweisung. Heiße Bleche dürfen nicht an ihrer Farbe allein beurteilt werden. Ablageorte werden gekennzeichnet, und Werkstücke werden so abgelegt, dass sie nicht kippen oder herunterfallen.

Hämmer mit lockeren Köpfen, beschädigten Stielen oder ausgebrochenen Bahnen werden sofort aus dem Betrieb genommen. Der Treibstock muss standsicher sein. Zuschauer halten sicheren Abstand und tragen die vorgeschriebene Schutzausrüstung. Pausen, Werkzeugwahl und eine ergonomische Arbeitshöhe verringern unnötige Belastungen durch wiederholte Schläge.


Gestaltung und berufliche Anwendung

Getriebene Stahlbleche werden im gestaltenden Metallhandwerk, im Karosserie- und Restaurierungsbereich, bei Einzelanfertigungen sowie für Abdeckungen, Schalen, Leuchten und plastische Bauteile verwendet. Handwerkliches Treiben ist besonders dann sinnvoll, wenn eine freie Form, ein Einzelstück oder eine kleine Serie entsteht und ein formgebendes Presswerkzeug wirtschaftlich nicht gerechtfertigt ist.

Die Oberfläche kann bewusst Hammerschläge zeigen oder vollständig geschlichtet und weiterbearbeitet werden. Gestaltung und Fertigungsqualität sind dabei nicht dasselbe: Auch eine sichtbar gehämmerte Oberfläche muss frei von unbeabsichtigten Kerben, Rissen und gefährlichen Kanten sein.

Das Beispiel eines historischen Repoussé-Gefäßes verdeutlicht die gestalterische Bandbreite der Treibtechnik. Für Stahlblech gelten andere Werkstoff- und Kraftverhältnisse, doch das Prinzip der schrittweisen plastischen Formgebung bleibt vergleichbar.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was kennzeichnet das Treiben von Stahlblech? (Das Blech wird durch gezielte Schläge plastisch umgeformt) (!Das Blech wird ausschließlich spanend bearbeitet) (!Das Blech wird ohne Kraft nur erwärmt) (!Das Blech wird vollständig aufgeschmolzen)




Welche Wirkung hat das Strecken auf eine Blechzone? (Die Oberfläche wird größer und das Blech örtlich dünner) (!Der Umfang wird kleiner und das Blech dicker) (!Die Oberfläche bleibt vollständig unverändert) (!Der Werkstoff wird aus dem Blech herausgeschnitten)




Was bedeutet Einziehen beim Treiben? (Einen Randbereich kontrolliert zu stauchen) (!Eine Bohrung durch Reiben zu vergrößern) (!Die Oberfläche mit einer Feile zu glätten) (!Das Blech durch Schweißen zu verlängern)




Welche Aufgabe hat ein Treibstock? (Er dient als harter Gegenhalter mit passender Form) (!Er misst automatisch die Blechdicke) (!Er ersetzt den Augen- und Gehörschutz) (!Er kühlt das Werkstück mit Druckluft)




Warum sollen Hammerbahnen sauber und frei von Graten sein? (Damit keine unerwünschten Kerben und Abdrücke entstehen) (!Damit der Hammerkopf möglichst leicht wird) (!Damit das Blech magnetisch wird) (!Damit der Stahl seine Legierung ändert)




Was geschieht bei Kaltverfestigung? (Die Festigkeit steigt und die weitere Umformbarkeit nimmt ab) (!Der Stahl wird ohne Erwärmung flüssig) (!Die Blechdicke nimmt überall gleichmäßig zu) (!Alle inneren Spannungen verschwinden sofort)




Wie wird eine gleichmäßige Treibfläche am besten aufgebaut? (Mit systematischen Treibgängen und überlappenden Schlägen) (!Mit einzelnen maximal harten Schlägen) (!Durch zufälliges Bearbeiten weit auseinanderliegender Stellen) (!Durch tiefe Kerben entlang der Sollkontur)




Was ist beim Auftreten eines Risses zu tun? (Die Arbeit stoppen und das weitere Vorgehen fachlich klären) (!Den Riss mit stärkeren Schlägen schließen) (!Das Werkstück ohne Prüfung weiterbearbeiten) (!Den Riss durch einen tieferen Anriss verdecken)




Wozu dient das Schlichten? (Zum Reduzieren kleiner Unebenheiten und grober Schlagspuren) (!Zum Abtrennen der Ronde aus der Blechtafel) (!Zum Erzeugen scharfer Falten am Rand) (!Zum Messen der Werkstoffhärte)




Welche Schutzausrüstung ist beim Hämmern auf Metall besonders wichtig? (Augen- und Gehörschutz nach betrieblicher Vorgabe) (!Nur eine Mütze ohne weitere Schutzausrüstung) (!Lockere Kleidung mit weiten Ärmeln) (!Offene Schuhe für besseren Stand)





Memory

Treiben Plastische Formänderung durch Schläge
Treibhammer Hammer mit aufgabengerechter gewölbter Bahn
Treibstock Harter Gegenhalter für Formgebung
Treibsack Nachgiebige Unterlage für freie Wölbungen
Ronde Kreisförmiger Blechzuschnitt
Schlichten Feinbearbeitung zum Glätten
Einziehen Kontrolliertes Stauchen eines Randbereichs





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Tiefen Blechmitte in einer Mulde strecken
Einziehen Umfang eines Randbereichs verkürzen
Aufziehen Gefäßwand in Treibgängen erhöhen
Schlichten Kleine Unebenheiten und Schlagspuren reduzieren
Richten Abweichungen von der Sollgeometrie korrigieren






Kreuzworträtsel

Treibhammer Welches Schlagwerkzeug besitzt je nach Aufgabe eine gewölbte Bahn?
Ronde Wie heißt ein kreisförmiger Blechzuschnitt?
Treibstock Welcher harte Gegenhalter unterstützt das Aufziehen?
Schlichten Wie heißt die feine Nacharbeit zum Glätten der Oberfläche?
Kaltverfestigung Welcher Effekt erhöht beim Kaltumformen die Festigkeit?
Treibsack Welche nachgiebige Unterlage dient freien Wölbungen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Beim Treiben wird Stahlblech durch Schläge

umgeformt. Ein kreisförmiger Blechzuschnitt heißt

. Beim Strecken wird die Oberfläche größer und das Blech örtlich

. Das Einziehen beruht auf dem kontrollierten

eines Randbereichs. Ein harter Gegenhalter für Treibarbeiten heißt

. Gleichmäßige Formänderungen entstehen durch geschlossene

. Durch Kaltumformung kann die

zunehmen. Die feine Nacharbeit zum Glätten nennt man

. Vor der Bearbeitung müssen scharfe Kanten fachgerecht

werden. Beim Hämmern auf Metall sind Augen- und

besonders wichtig.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Werkzeugkunde: Fotografiere oder skizziere fünf Werkzeuge für Treibarbeiten und beschrifte jeweils Bahnform, Einsatzbereich und mögliche Gefährdung.
  2. Fachbegriffe: Erstelle eine Begriffskarte zu Treiben, Strecken, Stauchen, Einziehen, Aufziehen und Schlichten.
  3. Qualitätsprüfung: Untersuche ein bereitgestelltes Übungsstück auf Beulen, Risse, Kerben und Unsymmetrie und dokumentiere Deine Beobachtungen.
  4. Arbeitsschutz: Gestalte ein Werkstattplakat mit den wichtigsten Schutzmaßnahmen beim manuellen Treiben.


Standard

  1. Arbeitsplanung: Entwickle für eine einfache Stahlschale einen Arbeitsplan mit Werkstoff, Werkzeugen, Treibgängen, Prüfmerkmalen und Schutzmaßnahmen.
  2. Profilschablone: Fertige nach Zeichnung eine Schablone für eine Sollwölbung und beschreibe, wie Du damit Abweichungen erkennst.
  3. Treibversuch: Führe nach Unterweisung einen dokumentierten Versuch mit unterschiedlichen Schlagabständen durch und vergleiche die Oberflächen.
  4. Fehleranalyse: Erstelle zu drei fehlerhaften Werkstücken eine Ursache-Wirkungs-Tabelle und schlage fachgerechte Korrekturen vor.


Schwer

  1. Werkstoffvergleich: Vergleiche das Treibverhalten eines geeigneten Stahlblechs mit einem Kupfer- oder Aluminiumblech und begründe die Unterschiede.
  2. Prozessoptimierung: Plane eine Schlagfolge, die bei gleicher Sollform weniger Nacharbeit erfordert, und überprüfe Deinen Vorschlag an Messdaten.
  3. Gestaltungsprojekt: Entwirf und fertige unter Aufsicht ein getriebenes Stahlblechobjekt mit bewusst sichtbarer Hammerschlagstruktur.
  4. Betriebliche Erkundung: Führe ein Interview mit einer Fachkraft aus Schmiede, Metallgestaltung, Karosseriebau oder Restaurierung und werte die Aussagen zur Treibtechnik aus.




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Lernkontrolle

  1. Arbeitsfolge begründen: Begründe, warum eine Schalenform in mehreren geschlossenen Treibgängen und nicht mit wenigen sehr harten Schlägen aufgebaut wird.
  2. Formfehler beurteilen: Ein Werkstück ist auf einer Seite höher und zeigt am Rand Wellen. Analysiere mögliche Ursachen und entwickle eine kontrollierte Korrekturstrategie.
  3. Werkzeugauswahl: Wähle für Vorwölben, Aufziehen und Schlichten jeweils Werkzeug und Unterlage aus und begründe die Auswahl.
  4. Werkstoffverhalten: Erkläre, wie Kaltverfestigung die weitere Bearbeitung beeinflusst und welche Entscheidung daraus für den Arbeitsprozess folgt.
  5. Qualität und Gestaltung: Unterscheide zwischen gewollter Hammerschlagstruktur und einem Qualitätsmangel. Formuliere dafür überprüfbare Kriterien.
  6. Sicherheitsanalyse: Bewerte einen Arbeitsplatz mit scharfkantiger Ronde, lockerem Hammerkopf und ungesichertem Treibstock und leite Maßnahmen in sinnvoller Reihenfolge ab.




Lernnachweis

Für den Lernnachweis sollst Du zeigen, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern einen Treibprozess fachgerecht planen, durchführen und beurteilen kannst.

  1. Planungsunterlagen: Bemaßte Werkstückskizze, Werkstoffangabe, Werkzeugliste und gegliederte Arbeitsfolge
  2. Arbeitssicherheit: Dokumentierte Gefährdungsbeurteilung für scharfe Kanten, Schlagarbeit, Lärm, Splitter und gegebenenfalls Wärme
  3. Praktische Ausführung: Gleichmäßige Treibgänge, sichere Werkzeugführung und sachgerechte Zwischenkontrollen
  4. Maßprüfung: Messprotokoll zu Höhe, Durchmesser, Profil und Symmetrie
  5. Qualitätsbewertung: Begründete Beurteilung von Oberfläche, Rand, Rissen, Kerben und Wanddickenverteilung
  6. Reflexion: Erläuterung mindestens eines Fehlers, seiner Ursache und einer geeigneten Verbesserung




OERs zum Thema


Weiterführende freie Informationen

  1. BGHM: Sicheres Arbeiten am Amboss
  2. Wikipedia: Schmied
  3. Wikimedia Commons: Freie Medien zum Schmieden



Verknüpfte Lernbereiche


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