Stadion, Stadt und Fankultur - SSV Ulm 1846
Einleitung

Was macht ein Fußballstadion zu einem Teil der Stadtgeschichte? Warum erinnern sich Fans an eine einzige Bundesligasaison, und wie können alle Menschen am Stadionleben teilhaben? In diesem aiMOOC erkundest du das Donaustadion, die Stadt Ulm, die Fankultur des SSV Ulm 1846 und den Umgang mit historischen Quellen. Du kannst allein, mit Freunden, in einer Lerngruppe oder im Trainerteam lernen. Es gibt Einstiegsaufgaben und anspruchsvolle Projekte, aber keinen Leistungsdruck.
Dein Lernziel: Du belegst die Bundesliga-Teilnahme 1999/2000 mit Verbands- und Archivquellen; unterscheidest den damaligen Sportverein vom heutigen Fußballverein und seiner Spielbetriebsgesellschaft; beschreibst bauliche Veränderungen am Donaustadion; prüfst Behauptungen über Fans und Barrierefreiheit; und erstellst eine eigene, überprüfbare Stadt-Vereinskarte mit Quellen, Legende und einem fairen Nutzungsvorschlag.
Erste Bildaufgabe: Betrachte die Luftaufnahme von 2024. Suche die Laufbahn, die Tribünen, Sportflächen und Wege. Was zeigt das Bild sicher, was lässt sich daraus nicht erkennen? Musterlösung: Laufbahn, Spielfeld und die räumliche Nähe weiterer Sportanlagen sind sichtbar. Ob ein Eingang stufenfrei ist oder ob bei einem bestimmten Spiel freie Rollstuhlplätze vorhanden sind, lässt sich aus dem Luftbild nicht beweisen. Das Bild dokumentiert 2024, nicht die Bundesligasaison 1999/2000.
Arbeitsregel: Trenne belegte Tatsache, eigene Beobachtung und Vermutung. Historische Fotos müssen datiert sein. Aktuelle Regelungen und Organisationsangaben haben einen Stichtag: Quellenabgleich 4. November 2026. Angebote, Wege und Zuständigkeiten können sich ändern; prüfe sie vor einem tatsächlichen Stadionbesuch neu.
Vereinsgeschichte mit Quellen prüfen
Ein Name, mehrere historische Organisationsformen
Die Zahl 1846 verweist auf die lange Ulmer Sporttradition, nicht auf das Gründungsjahr jeder heutigen rechtlichen Organisation. Nach der Darstellung von bundesliga.com entstand 1970 durch Zusammenschluss der TSG Ulm 1846 und des 1. SSV Ulm 1928 der SSV Ulm 1846. Diese Vorgängervereine und der Zusammenschluss sind historisch miteinander verbunden, aber nicht einfach identisch. Der SSV Ulm 1846 Fußball e.V. wurde nach Angaben seiner Vereinsseite 2009 vom Hauptverein organisatorisch getrennt. Die erste Mannschaft wurde 2019 in die SSV Ulm 1846 Fußball GmbH & Co. KGaA ausgegliedert; die Nachwuchsabteilung verblieb demnach beim e.V. Eine Fußballmannschaft, ein Verein und eine Kapitalgesellschaft sind also unterschiedliche Begriffe.
Beispiel für sorgfältige Formulierungen: „Die Ulmer Fußballmannschaft spielte 1999/2000 in der Bundesliga“ ist durch historische Spielpläne belegbar. Dagegen wäre „Die 2009 gegründete juristische Person spielte 1999 selbst Bundesliga“ anachronistisch. Eine heutige Struktur ist keine Zeitmaschine.
Die Bundesliga 1999/2000 als Prüfstein
1997/98 stieg die Ulmer Mannschaft aus der damaligen Regionalliga Süd auf, 1998/99 gelang der Aufstieg aus der 2. Bundesliga. In 1999/2000 spielte sie genau eine Saison in der höchsten deutschen Fußballliga und belegte am Ende Platz 16; anschließend folgte der Abstieg. DFB-Datencenter und die historische Übersicht der Bundesliga bestätigen die Spielzeit. Das unabhängige Vereinsarchiv ordnet sie ebenfalls ein. Nach DFB-Spielplan endete das erste Bundesliga-Heimspiel am 15. August 1999 gegen den SC Freiburg 1:1. Am 20. Mai 2000 endete das Auswärtsspiel gegen Eintracht Frankfurt 1:2. Solche konkreten Daten kannst du nachprüfen, anstatt nur einer Erinnerung zu vertrauen.
| Zeitpunkt | Belegtes Ereignis | Warum ist das wichtig? |
|---|---|---|
| 1970 | Zusammenschluss von TSG Ulm 1846 und 1. SSV Ulm 1928 | Historische Vereinsidentität präzise beschreiben |
| 1997/98 und 1998/99 | Zwei sportliche Aufstiege | Erklärung des Weges in die Bundesliga |
| 1999/2000 | Bundesligasaison, Tabellenplatz 16 | Klare zeitliche Zuordnung |
| 2009 | Eigenständiger Fußball-e.V. nach Trennung vom Hauptverein | Nicht mit 1999 gleichsetzen |
| 2019 | Ausgliederung der ersten Mannschaft in eine GmbH & Co. KGaA | Heutigen Spielbetrieb gesondert betrachten |
Quellenabgleich: DFB: Bundesligaspielplan 1999/2000; Bundesliga: historischer Vereinsüberblick; SSV-Archiv: Saisonchronik; Verein: heutige Organisation. Die Verbandsseiten erfassen Wettbewerbe; die Vereinsseite beschreibt den Organisationsstand; das Archiv bietet zusätzliche zeitgeschichtliche Einordnung. Stimmen verschiedene Angaben nicht überein, kläre Definition, Jahr und Urheberschaft.
Transferfrage mit Lösungshinweis: Warum ist ein historischer Spielplan für die Bundesligateilnahme geeigneter als eine heutige Mitgliederzahl? Weil der Spielplan einen konkreten Wettbewerb und eine damalige Mannschaft belegt, während Mitgliederzahlen sich verändern und eine andere Frage beantworten.
Das Donaustadion im Wandel

Vom Stadion der Stadt zum Fußballerlebnis
Das Donaustadion liegt nahe der Friedrichsau. Die Anlage wurde 1925 als städtische Sportstätte eröffnet. Sie diente von Anfang an nicht nur dem Fußball, sondern auch anderen Sportarten wie der Leichtathletik. Die damalige Form war anders als heute: Das offene Stadiongelände ermöglichte bei der Eröffnung ein Publikum, das nicht mit der heutigen festen Sitz- und Stehplatzkapazität vergleichbar ist. Die heute bekannte überdachte Haupttribüne stammt nach Vereinsdarstellung aus 1952. Für die Bundesligasaison 1999/2000 entstanden unter anderem zusätzliche Tribünen; weitere Umbauten folgten später. Die Sitzgestaltung mit dem Schriftzug „ULM“ wurde 2011 auf der Haupttribüne erneuert; eine weitere Änderung an der Gegentribüne ist für 2019 dokumentiert.
Wichtiger Quellenhinweis: Der Verein nennt für eine historische Ausbaustufe um 1999 etwa 23.000 Plätze. Die Stadt führt auf ihrer Sportstätten-Seite für einen anderen Stand 17.400 Plätze auf. Das ist kein Beweis für einen Datenfehler: Kapazität hängt von Zeitpunkt, genehmigten Bereichen und Veranstaltungsbedingungen ab. Übertrage historische Zahlen niemals ungeprüft auf heutige Veranstaltungen.

Bildvergleich: Vergleiche die Aufnahmen von 2007 und 2009 mit dem Luftbild von 2024 in der Einleitung. Markiere eine erkennbare bauliche Konstante und eine mögliche Veränderung. Lösungshinweis: Spielfeld und Laufbahn bleiben als Funktionsbereiche erkennbar. Aus unterschiedlicher Blickrichtung kann eine scheinbare Veränderung entstehen; ohne weitere datierte Fotos oder Bauquellen ist sie nicht gesichert. Für die Bauchronik prüfe Vereinsdarstellung und Stadt Ulm.
Stadion als öffentlicher Raum
Ein Stadion besteht aus Spielfeld, Tribünen, Zugängen, Sicherheitswegen, Toiletten, Beschilderung und Wegen durch die Stadt. Der Ort gehört zur lokalen Sportgeschichte, auch wenn dort kein Ligaspiel stattfindet. Bei historischen Planungen stellst du Fragen wie: Wer nutzte den Ort? Wer konnte ihn erreichen? Welche baulichen Anforderungen gab es? Wer entscheidet über Veränderungen? Eine amtliche Stadionordnung ist eine andere Quelle als ein Fanbericht.
Ulm, Friedrichsau und die Wege zum Stadion
Die Stadt Ulm ist mehr als die Kulisse ihrer Heimspiele. Rund um das Donaustadion findest du die Friedrichsau, weitere Sportflächen und öffentliche Wege. Die Donau, der Ulmer Münsterbereich sowie der Hauptbahnhof sind sinnvolle Orientierungspunkte für eine Stadt-Vereinskarte. Die Bezeichnungen „Spatzen“ und „Donaustadion“ sind Teil der lokalen Erzählung, ersetzen aber keine Quellenarbeit.

Ortsaufgabe: Vergleiche die 2011 fotografierte Friedrichsau mit der Donauaufnahme von 2019. Beide Fotos zeigen Orte im Ulmer Stadtraum, aber nicht dieselbe Stelle und keine gesicherte Route. Musterlösung: Die Bilder können zwei kartierbare Themenpunkte „Grünraum“ und „Fluss/Stadtgeschichte“ belegen. Die Entfernung, eine sichere Wegführung und die Barrierefreiheit lassen sich nur mit aktuellen Karteninformationen und gegebenenfalls einer Ortsprüfung ermitteln.
Für die eigene Karte kannst du einen Stadtplan auf OpenStreetMap ansehen, Quellen mit Abrufdatum verzeichnen und bekannte Orte mit Koordinaten oder eindeutigen Straßennamen markieren. Ein einzelnes Foto oder eine Beschriftung ist keine Navigationsgarantie. Prüfe aktuelle ÖPNV-Linien und Haltestellen beim zuständigen Verkehrsunternehmen; Fahrpläne sind veränderlich.
Fankultur zwischen Erinnerung und Gegenwart
Zeichen, Rituale und unterschiedliche Stimmen
Fans identifizieren sich mit Farben, Gesängen, Bannern, Begegnungen, Auswärtsspielen und gemeinsamen Erinnerungen. Die Ulmer Fußballtradition trägt die Farben Schwarz und Weiß; „Spatzen“ ist ein geläufiger Beiname. Fans sind aber keine einheitliche Gruppe. Ein Kind beim ersten Stadionbesuch, eine langjährige Dauerkarteninhaberin, ein Gästefan und jemand, der nur im Radio zuhört, erleben Fußball sehr verschieden. Ein Fangesang dokumentiert eine Stimmung, nicht automatisch die Ansichten aller Menschen im Block. Wenn du Zeitzeugen interviewst, unterscheide Erinnerung und nachprüfbare Spielstatistik.
Videowerkstatt A: „WIR SIND DIE ULMER“, SpatzenTV, offizieller YouTube-Kanal des SSV Ulm 1846 Fußball, veröffentlicht am 12. November 2024. Notiere drei sichtbare oder hörbare Mittel, mit denen Zugehörigkeit vermittelt wird, und eine Perspektive, die fehlen könnte. Musterlösung: Als mögliche Gestaltungsmittel gelten Vereinsfarben, gemeinsamer Sprech- oder Gesangsrhythmus und Blicke auf die Gemeinschaft, sofern du sie im Video tatsächlich erkennst. Die Auswahl eines Vereinsvideos ist eine eigene Perspektive und belegt nicht, was alle Ulmer denken. Beobachte erst, statt Inhalte zu behaupten. Videoquelle.
Fankultur kritisch und fair lesen
Fanmaterial kann Kultur und Geschichte dokumentieren, aber auch werbend oder parteiisch sein. Frage immer: Wer hat das Foto oder Video erstellt? Welche Szene wird gezeigt? Wann wurde sie aufgenommen? Was bleibt außerhalb des Bildausschnitts? Aussagen wie „Alle Fans ...“ sind meist unzulässige Verallgemeinerungen. Respektvolle Fankultur ermöglicht Begeisterung ohne Beleidigung, Gewalt, Diskriminierung oder Bedrohung. Solche Grenzen sind nicht Ausdruck von Langeweile, sondern schützen den Zugang für alle.
Übung mit Lösung: „Im Video jubeln einige Menschen, also haben alle Fans dieselbe Meinung.“ Beurteile die Schlussfolgerung. Lösung: Unzulässig: Sichtbar ist höchstens ein Ausschnitt einer bestimmten Situation; über alle Fans lässt sich daraus nichts Sicheres folgern.
Barrierefreiheit, Sicherheit und Fair Play
Teilhabe ist mehr als eine Rampe
Barrierefreiheit bedeutet, dass Menschen einen Ort, Informationen und Angebote möglichst selbstständig nutzen können. Beim Stadionbesuch gehören dazu etwa stufenfreie Wege, geeignete Plätze, verständliche Beschilderung, barrierefreie Toiletten, Unterstützung für Menschen mit Sinnesbehinderung, übersichtliche Buchung und passende Kommunikation. Ein ebener Weg auf einer Karte garantiert weder eine barrierefreie Toilette noch freie Plätze. Für konkrete Bedarfe müssen aktuelle Angaben beim Veranstalter beziehungsweise bei der verantwortlichen Stelle eingeholt werden. Historische Stadionbilder eignen sich für eine Diskussion, nicht zur Bestätigung des jetzigen Zugangs.
Fallbeispiel: Drei Freunde wollen gemeinsam ein Spiel besuchen; eine Person nutzt einen Rollstuhl, eine andere versteht schriftliche Wegbeschreibungen nur schlecht. Der Gruppe helfen nicht nur Informationen zu Stufen, sondern auch zu verfügbaren geeigneten Plätzen, Begleitung, Lageplan, verständlichen Symbolen und der aktuellen Anreise. Lösungshinweis: Mindestens zwei unabhängige Informationen prüfen; fehlende Angaben ausdrücklich als „noch ungeklärt“ markieren. Keine Person ungefragt fotografieren oder sensible Informationen in einer öffentlich geteilten Karte speichern.
Regeln schützen Menschen
Die Stadt Ulm hat eine Stadionordnung vom 17. Juli 2024 veröffentlicht, die den geordneten und sicheren Betrieb betrifft und diskriminierende Veranstaltungen untersagt. Gute Spieltagskultur braucht außerdem freie Fluchtwege, Rücksicht, einen fairen Umgang mit Gegnern und Schutz vor rassistischen oder anderweitig herabwürdigenden Äußerungen. Für Trainerteams lässt sich daraus eine Vorbildregel ableiten: Anerkenne sportliche Leistung, reagiere auf Grenzverletzungen, biete barrierearme Informationen und lass andere Menschen mitreden.
Entscheidungsübung: Ein Banner versperrt die Sicht, während Personen auf einen Zugang angewiesen sind. Was ist wichtiger: die Tradition des Banners oder freie Zugänglichkeit? Musterlösung: Das Banner kann wertvolle Fankultur ausdrücken, darf aber sichere Wege und Teilhabe nicht einschränken; suche einen anderen geeigneten Platz und stimme dies mit Verantwortlichen ab. Amtliche Stadionordnung, PDF.
Kartenwerkstatt und Mediathek
Deine überprüfbare Stadt-Vereinskarte
Die Karte soll Stadt, Stadion, Verein, Fankultur, Barrierefreiheit und Fair Play miteinander verknüpfen. Lege für jeden Punkt Ort, Thema, nachprüfbare Beobachtung, Quelle mit Datum, offene Frage und einen inklusiven Verbesserungsvorschlag fest. Eine Legende unterscheidet historische Orte, Vereinsorte, Wege und unbestätigte Informationen. Mindestens fünf Punkte sind sinnvoll: Donaustadion, Friedrichsau, Donauufer, Hauptbahnhof und Münsterbereich. Auf der Karte wird ausdrücklich markiert, welche Verbindungen tatsächliche geprüfte Wege sind und welche nur thematische Bezüge darstellen.
| Kartenpunkt | Thema | Quellenbasierter Eintrag | Noch zu prüfen |
|---|---|---|---|
| Donaustadion | Vereins- und Stadiongeschichte | Eröffnung 1925; Stadt und Verein als Quellen | Heutige Zugänge und Platzbedingungen |
| Friedrichsau | Stadt und Sport | Nahe gelegener öffentlicher Grünraum | Wegoberflächen und aktuelle Erreichbarkeit |
| Donauufer | Stadtidentität | Fluss als räumlicher Bezug Ulms | Konkreter gewählter Zugang |
| Hauptbahnhof | Anreise | Wichtiger Verkehrsknotenpunkt | Aktuelle Verbindungen und Umstiege |
| Münsterbereich | Stadtgeschichte | Historischer Orientierungspunkt | Für die gewählte Gruppe geeignete Route |
Erfundenes Rechen-Lehrbeispiel, keine reale Wegangabe: Eine gedachte Strecke ist 240 Meter lang und ein Mensch bewegt sich mit konstant 1,2 Metern je Sekunde. Dann beträgt die reine Wegzeit 240 / 1,2 = 200 Sekunden, also 3 Minuten 20 Sekunden. In Wirklichkeit verändern Ampeln, Andrang, Pausen, Barrieren und das individuelle Tempo die Dauer. Aus dieser Rechnung darfst du keine tatsächliche Geh- oder Rollzeit für Ulm ableiten.
Mediathek mit Beobachtungsaufträgen
Vorschaubild: dieselbe Luftaufnahme aus der Einleitung; sie zeigt das Stadion im August 2024, nicht 1999.

Bild A – Luftaufnahme 2024: Kennzeichne Spielfeld, Laufbahn und umliegende Sportanlagen. Lösung: Diese Elemente lassen sich räumlich erkennen; genaue Maße und heutige Zugangsregeln benötigen andere Belege.
Bild B – Münsterblick 2009: Überlege, was eine erhöhte Perspektive besser zeigt als ein Foto aus der Kurve. Lösung: Sie erklärt die Lage in der Stadt, nicht die Stimmung innerhalb eines Blocks.
Bild C – Spielsituation 2007: Suche einen Hinweis auf Zuschauerbereiche und einen auf das Datum. Lösung: Tribüne ist sichtbar; das Datum stammt aus den Commons-Metadaten, nicht aus der bloßen Bildansicht.
Bild D – Friedrichsau 2011 und Donau 2019: Ordne beide Fotos möglichen Kartenpunkten zu. Lösung: Grünraum und Fluss; eine sichere Wegverbindung ist damit noch nicht dokumentiert.
Video A – SpatzenTV 2024: Unterscheide erkennbare Fanrituale von nicht belegbaren Verallgemeinerungen. Lösung: Ein Ausschnitt dokumentiert einzelne Ausdrucksformen, keine einheitliche Einstellung aller Fans.
Video B – Donaustadion als Google-Earth-Darstellung: „Donaustadion | SSV Ulm 1846 | Google Earth | 2018“, EspritScapes – Stadionlandschaften, veröffentlicht am 30. März 2019. Suche zwei räumliche Merkmale. Lösung: Sinnvolle Kategorien sind Spielfeld-Laufbahn-Anordnung und Einbettung in umliegende Flächen, soweit im Video zu sehen. Eine digitale Darstellung ist keine amtliche Vermessung und ersetzt keinen aktuellen Barrierefreiheitsplan. Das Jahr 2018 bezeichnet die Darstellung, nicht den aktuellen Stadionstand. Videoquelle.
Medienkompetenz: Die Commons-Fotos haben ausgewiesene freie Lizenzen mit Namensnennung; die eingebetteten YouTube-Videos sind hier lediglich zum Anschauen und Analysieren verlinkt. Für Downloads, Weiterverarbeitung oder neue Veröffentlichung der Videos ist keine freie Nachnutzungslizenz nachgewiesen. Der Kurs bleibt mit Bildbeschreibungen und Aufgaben auch dann nutzbar, wenn externe Medien nicht laden. Prüfe Verfügbarkeit und Einbettbarkeit beim späteren Einsatz erneut.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Wissen prüfen
Welche Spielzeit ist als Ulmer Bundesligasaison belegt? (1999/2000) (!1985/1986) (!2009/2010) (!2019/2020)
Was belegt der DFB-Spielplan für 1999/2000 am unmittelbarsten? (Spiele und Resultate der damaligen Mannschaft) (!Die heutigen Eintrittspreise) (!Alle Einstellungen der damaligen Fans) (!Die jetzige Zahl barrierefreier Plätze)
Welche Aussage trennt heutige und historische Organisation korrekt? (Der eigenständige Fußballverein entstand 2009) (!Die heutige KGaA spielte bereits 1846 Bundesliga) (!Die Bundesliga wurde erst 2019 gegründet) (!Vorgängervereine sind immer dieselbe juristische Person)
In welchem Jahr wurde das Donaustadion eröffnet? (1925) (!1846) (!1970) (!2009)
Welche Beobachtung passt zur Luftaufnahme des Donaustadions? (Spielfeld und Laufbahn sind erkennbar) (!Jeder Eingang ist nachweislich stufenfrei) (!Alle Fans denken gleich) (!Die Zahl freier Plätze ist sichtbar)
Was muss eine historische Stadionkapazität begleiten? (Das Bezugsjahr und die Quelle) (!Eine aktuelle Eintrittskarte als alleiniger Beweis) (!Ein erfundener Zuschauerrekord) (!Eine unbekannte Schätzung ohne Datum)
Welche Aufgabe gehört zu einer verantwortlichen Fankultur? (Respekt auch gegenüber gegnerischen Fans) (!Freihalten von Treppen abschaffen) (!Beleidigungen grundsätzlich dulden) (!Nur die eigene Gruppe teilnehmen lassen)
Was ist bei einer barrierearmen Stadionkarte wichtig? (Unbestätigte Zugänge als ungeklärt kennzeichnen) (!Alle Treppen aus der Karte entfernen) (!Aus einem Luftbild Toilettenstandards ableiten) (!Angaben ohne Rücksprache garantieren)
Was unterscheidet eine Quelle von einer Vermutung? (Eine Quelle lässt Urheberschaft und Aussage prüfen) (!Jede Vermutung wird durch Wiederholung wahr) (!Ein Lied ersetzt einen amtlichen Spielplan) (!Ein einzelnes Foto beweist alle Perspektiven)
Was ist ein überprüfbarer Lernnachweis in diesem Kurs? (Eine Karte mit Quellen Datum und Begründungen) (!Nur eine laut geäußerte Fanmeinung) (!Eine unbelegte Tabellenbehauptung) (!Ein abgeschriebener Text ohne Herkunft)
Memory: Begriffe und Bedeutungen
| Donaustadion | Traditionsreiche Sportstätte an der Friedrichsau in Ulm |
| DFB-Spielplan | Dokumentation von Paarungen und Ergebnissen einer Saison |
| Zeitzeuge | Person mit einer eigenen Erinnerung an vergangene Ereignisse |
| Quellenkritik | Prüfung von Herkunft Zeitpunkt Perspektive und Aussage |
| Teilhabe | Möglichst selbstständige Nutzung von Angeboten durch verschiedene Menschen |
| Kartenlegende | Erklärung der Zeichen und Kategorien einer Karte |
Zuordnungsaufgabe: Welche Aussage gehört wozu?
| Ordne den Begriff zu | Passende Erklärung |
|---|---|
| Bundesliga | Höchste deutsche Spielklasse der Saison 1999/2000 |
| Friedrichsau | Öffentlicher Grünraum nahe der Stadionanlage |
| Vereinsarchiv | Sammlung historischer Dokumente und Chroniken |
| Fair Play | Respektvoller Umgang im Sport und im Publikum |
| Barrierefreiheit | Abbau von Hindernissen bei Zugängen und Informationen |
Kreuzworträtsel: Stadt und Fußball
| Donaustadion | Wie heißt die traditionelle Ulmer Spielstätte? |
| Friedrichsau | Wie heißt der Grünraum neben dem Stadion? |
| Bundesliga | In welcher höchsten deutschen Liga spielten die Ulmer 1999? |
| Fankurve | Wie heißt ein Zuschauerbereich mit besonders aktiver Unterstützung? |
| Barriere | Wie nennt man ein Hindernis für Teilhabe? |
| Quelle | Wie heißt ein überprüfbarer Ausgangspunkt einer historischen Aussage? |
LearningApps
In der Lernumgebung kannst du weitere passende Zuordnungs- und Wiederholungsaufgaben suchen. Überprüfe fremde Aufgaben auf sachliche Genauigkeit.
Lückentext
Offene Aufgaben
Wähle Aufgaben, die zu deinem Vorwissen und deinen Interessen passen. Vier pro Niveau stehen bereit; jedes Ergebnis darf in Text, Ton, Bild oder einer Kombination entstehen. Nutze nur öffentliche Daten und hole für Interviews und Fotos die nötigen Einwilligungen ein.
Leicht
- Stadion-Skizze: Zeichne Spielfeld, Laufbahn und Tribünen anhand des datierten Luftbilds. Ergänze zwei belegte Bildbeobachtungen und eine offene Frage.
- Stadtorte sammeln: Finde Donaustadion, Friedrichsau, Donau, Hauptbahnhof und Münsterbereich auf einer Karte; notiere je einen Grund für die Auswahl.
- Saisonbeleg: Gestalte eine Karteikarte „Bundesliga 1999/2000“ mit Liga, Platzierung, DFB-Link und Abrufdatum.
- Faire Fanbotschaft: Entwirf ein kleines Plakat mit zwei respektvollen Verhaltensregeln und begründe sie.
Standard
- Stadt-Vereinskarte: Erstelle einen Stadtplan mit fünf Orten, Legende, Thema, Quellenlinks und zwei noch ungeklärten Barrierefreiheitsfragen.
- Quellenvergleich: Vergleiche DFB, Bundesliga und Archiv zu 1999/2000. Kennzeichne übereinstimmende Aussagen und unterschiedliche Schwerpunkte.
- Erinnerungsprotokoll: Entwickle fünf respektvolle Interviewfragen an einen erwachsenen Fan; dokumentiere bei freiwilligem Interview nur freigegebene Aussagen, keine personenbezogenen Kontaktdaten.
- Zugangskonzept: Erstelle eine verständliche Checkliste für einen inklusiven Stadionbesuch und markiere unbekannte aktuelle Angaben deutlich.
Schwer
- Organisationsgrafik: Zeichne eine Zeitachse und ein getrenntes Strukturschema für Hauptverein, Fußball-e.V. und Spielbetriebsgesellschaft, jeweils mit Quelle und Zeitpunkt.
- Medienanalyse: Vergleiche das offizielle SpatzenTV-Video mit einem unabhängigen Text; analysiere, wie Perspektive, Auswahl und Veröffentlichungsdatum eine Geschichte prägen.
- Inklusive Kartenausstellung: Entwickle eine öffentliche, barrierearme Ausstellung mit Quellenverzeichnis, Alternativtexten, geprüften Wegen und transparenter Liste offener Punkte.
- Fair-Play-Beratung: Verfasse eine begründete Empfehlung an eine fiktive Stadionarbeitsgruppe zu Fankultur, freien Rettungswegen, Diskriminierungsschutz und Teilhabe.


Lernkontrolle
Bearbeite mindestens fünf Aufgaben und belege deine Aussagen durch konkrete Quellen.
- Historischer Nachweis: Begründe mit einem DFB-Beleg und einer zweiten Quelle, warum 1999/2000 eine Bundesliga-Saison der Ulmer Mannschaft war, ohne heutige Rechtsträger rückwirkend gleichzusetzen.
- Quellenbewertung: Erkläre an einem Beispiel, wann eine Vereinsmitteilung gut geeignet ist und wann ein Verbandsdatensatz oder eine städtische Satzung überzeugender ist.
- Zeitvergleich: Ordne zwei datierte Stadionfotos und einen Bauhinweis chronologisch ein; trenne sichtbare Beobachtung von historischer Erklärung.
- Teilhabeprüfung: Prüfe eine selbst entworfene Anreiseskizze auf mindestens drei Informationslücken und mache Vorschläge, wie du sie zuverlässig klären würdest.
- Konfliktlösung: Entwickle für einen fiktiven Konflikt zwischen Fanbanner und Sicht- oder Fluchtweg eine Lösung mit nachvollziehbaren Prioritäten.
- Kartenkritik: Lass eine andere Person deine Stadt-Vereinskarte anhand ihrer Quellen und Legende überprüfen. Überarbeite zwei Stellen und dokumentiere die Änderungen.
Lernnachweis
Wissen: Du benennst die Saison 1999/2000, erläuterst die Stadionentwicklung und trennst historische Vereinsidentität von heutigen rechtlichen Strukturen. Können: Du vergleichst Quellen, datierst historische Medien, unterscheidest Beweis und Vermutung und kommunizierst unterschiedliche Fanperspektiven respektvoll. Produkt: Eine selbst erstellte Stadt-Vereinskarte mit mindestens fünf Orten, Legende, Quellenlinks, Abrufdaten, Alternativtexten sowie sichtbar markierten, noch ungeprüften Zugangsangaben. Transfer: Eine begründete Empfehlung zu Barrierefreiheit und Fair Play.
Selbstcheck ohne Notendruck: Kann eine andere Person jeden wesentlichen Fakt zurückverfolgen? Sind Bilddaten und Urheber angegeben? Sind die Orte verortet, ohne ungeprüfte Wege zu versprechen? Hast du eine Gegenperspektive fair dargestellt? Sind private Daten und ungenehmigte Fotos ausgeschlossen? Das eigene Produkt zählt mehr als bloßes Fanwissen. Rückmeldungen helfen, die Karte zu verbessern.
OER und Wikipedia
Historische Fakten und Primärquellen:
- DFB-Datencenter: Bundesliga 1999/2000 – originale Spielansetzungen und Ergebnisse.
- Bundesliga.com: Vereinsgeschichte – offizielle Wettbewerbsrückschau mit historischer Einordnung.
- SSV-Archiv: Saisonchronik – unabhängige bzw. vereinsnahe Archivzusammenstellung; Detailangaben abgleichen.
- SSV Ulm 1846 Fußball: Verein und Organe – aktuelle Organisationsdarstellung (Abruf 4. November 2026).
- Verein: Donaustadion – Stadionchronik.
- Stadt Ulm: Sportstätten – Angaben zur städtischen Anlage.
- SWR: 100 Jahre Donaustadion – unabhängiger journalistischer Rückblick.
- Stadt Ulm: Stadionordnung vom 17. Juli 2024 – amtliche Regelquelle.
Offene Bildmedien: Die angegebenen Commons-Dateiseiten nennen Autor, Datum, Lizenz und Nachnutzungsbedingungen. Bei Bearbeitungen gegebenenfalls Änderungen kenntlich machen.
- Donaustadion mit Sportanlagen aus der Luft.jpg – -stk, Aufnahme vom 10. August 2024, CC BY-SA 4.0; Vorschaubild der Mediathek.
- Donaustadion Ulm.jpg – Memorino, Aufnahme vom 19. September 2009, CC BY 3.0.
- Ulm Donaustadion 1.jpg – Andreas Praefcke, 12. August 2007, CC BY-SA 2.5.
- Ulm - Friedrichsau.jpg – Franzfoto, September 2011, CC BY-SA 3.0.
- Die Donau bei Ulm.jpg – BraunGregor, 3. Oktober 2019, CC BY 4.0.
Videos zur Ansicht, nicht als frei lizenziertes OER deklariert:
- WIR SIND DIE ULMER – SpatzenTV, offizieller Vereinskanal, veröffentlicht 12. November 2024; eingebettet in „Fankultur“.
- Donaustadion | SSV Ulm 1846 | Google Earth | 2018 – EspritScapes – Stadionlandschaften, veröffentlicht 30. März 2019; eingebettet in „Mediathek“. Die Darstellung ersetzt keine amtliche Karte.
Die Medien stammen aus unterschiedlichen Jahren. Bildlizenzen gelten nicht automatisch für Videos und umgekehrt. Externe Verfügbarkeit kann sich verändern.
Wikipedia zur weiteren Orientierung (Aussagen mit Originalquellen abgleichen):
Verknüpfte Lernbereiche
Fächerübergreifend: Geschichte fragt nach Kontinuität und Wandel; Geografie nach Orten und Wegen; Deutsch nach fairen Interviews und Quellenformulierungen; Mathematik nach nachvollziehbaren Modellrechnungen; Informatik und Medienbildung nach Karten, Metadaten, Urheberschaft und Datensparsamkeit; Sport nach Teamgeist und Fair Play. Auch Trainerteams können die Karte als Reflexionsanlass verwenden.
aiMOOC Projekte
Projekt 1 – Stadt-Vereinskarte: Erstelle die Karte als zugängliche Onlinegrafik oder Plakat mit Quellenverzeichnis und einer verantwortungsvoll geprüften Route. Projekt 2 – Stimmen der Stadt: Gestalte eine kurze Audioausstellung über Stadiongeschichte, in der Aussagen als Erinnerung oder Beleg markiert sind und Einwilligungen respektiert werden. Projekt 3 – Fair Play für alle: Entwickle mit einer Gruppe konkrete Verbesserungen für einen respektvollen und inklusiven Spieltag; leite deine Vorschläge aus Quellen statt aus Vorurteilen ab.
Schulfach+


aiMOOCs


aiMOOC Projekte


MOOCwiki · Deutsch
Nach dem Lernen ist vor dem Lernen
Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.
Zur MOOCwiki-HauptseiteMediathek
Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...
Keine passenden Inhalte gefunden. Bitte ändere Suche oder Filter.
NEWSLernweltNOAH fragenInhalt melden · Hinweise zu Fehlern, Quellen, Medienrechten oder Dubletten

