Städte im Mittelalter - Baden-Württemberg

Städte im Mittelalter - Baden-Württemberg
Einleitung
Wenn Du heute durch die Altstädte von Freiburg im Breisgau, Esslingen am Neckar, Ulm oder Schwäbisch Hall gehst, kannst Du noch viele Spuren des Mittelalters entdecken: alte Tore, Reste von Stadtmauern, enge Gassen, Marktplätze, Kirchen, Rathäuser und Kaufhäuser. Dabei ist wichtig: Das heutige Bundesland Baden-Württemberg gibt es erst seit 1952. In diesem aiMOOC betrachten wir also mittelalterliche Städte, die heute in Baden-Württemberg liegen.
Eine mittelalterliche Stadt war mehr als eine Ansammlung von Häusern. Sie war ein Ort des Handels, des Handwerks, der Herrschaft, der Religion und des Zusammenlebens. Besonders wichtig waren der Markt, die Stadtmauer, die Bürgerinnen und Bürger sowie der Handel mit der Umgebung und mit weiter entfernten Regionen.

Die heutige Altstadt von Esslingen zeigt noch viele historische Strukturen. Nicht alle sichtbaren Gebäude stammen jedoch aus dem Mittelalter.
Was machte eine mittelalterliche Stadt aus?
Städte entstanden im Mittelalter aus unterschiedlichen Gründen. Manche wuchsen bei Burgen, Klöstern, Bischofssitzen oder wichtigen Flussübergängen. Andere wurden gezielt gegründet. Häufig war eine günstige Lage an einer Straße, einem Fluss oder einer Kreuzung von Handelswegen wichtig.
Eine Stadt unterschied sich von einem Dorf nicht nur durch ihre Größe. Entscheidend waren häufig besondere Rechte. Dazu konnten das Marktrecht, ein eigenes Gericht, bestimmte Steuerrechte oder das Recht zur Befestigung gehören. Diese Rechte wurden von Königen, Kaisern, Fürsten oder anderen Stadtherren verliehen oder im Laufe der Zeit von der Stadtgemeinde erworben.
Die Vorstellung, jede mittelalterliche Stadt habe sofort eine hohe Steinmauer, einen großen Marktplatz und ein prächtiges Rathaus besessen, ist zu einfach. Städte entwickelten sich über lange Zeit. Befestigungen konnten zunächst aus Gräben, Wällen und Holzanlagen bestehen. Auch steinerne Mauern wurden erweitert, erneuert oder später wieder abgetragen.
Der Markt – wirtschaftliches Herz der Stadt
Der Markt war einer der wichtigsten Orte einer mittelalterlichen Stadt. Dort trafen Menschen aus der Stadt und aus dem Umland zusammen. Bauern brachten zum Beispiel Getreide, Gemüse, Vieh oder andere landwirtschaftliche Erzeugnisse. Handwerker verkauften Waren wie Schuhe, Werkzeuge, Töpferwaren oder Stoffe. Kaufleute boten zusätzlich Waren aus weiter entfernten Gegenden an.
Ein Markt durfte nicht überall einfach eröffnet werden. Das Marktrecht war ein wichtiges Privileg. Marktordnungen regelten zum Beispiel, wann verkauft werden durfte, wo bestimmte Waren angeboten wurden und welche Maße oder Gewichte verwendet werden sollten. Auch Zölle, Gebühren und Abgaben spielten eine Rolle.
Im Mittelalter wurde keineswegs nur getauscht. Münzen und Geldzahlungen waren besonders im städtischen Handel wichtig. Welche Münzen benutzt wurden und wie viel sie wert waren, konnte sich allerdings von Region zu Region unterscheiden.

Der heutige Marktplatz von Schwäbisch Hall ist von Gebäuden verschiedener Jahrhunderte umgeben. Der Platz erinnert daran, welche zentrale Rolle Märkte für die Stadt spielten.
Beispiel Schwäbisch Hall: Salz und viele Märkte
Schwäbisch Hall entwickelte sich im Mittelalter besonders durch die Salzgewinnung. Salz war wertvoll, weil es zum Würzen und vor allem zum Haltbarmachen von Lebensmitteln gebraucht wurde. Die Saline trug deshalb stark zum Wohlstand der Stadt bei.
Der Handel wurde unter anderem über einen Übergang durch den Kocher in die Stadt geleitet. Innerhalb der Befestigung gab es mehrere Handelsplätze für unterschiedliche Waren. Überliefert sind beispielsweise Märkte für Vieh, Milch und Fisch sowie Verkaufsorte für Fleisch, Salz und Brot. Der Platz vor der Kirche St. Michael entwickelte sich zum Hauptmarkt.

Stadtmauer – Schutz, Grenze und Zeichen der Stadt
Eine Stadtmauer sollte die Einwohner, Häuser, Vorräte und wichtigen Einrichtungen gegen Angriffe schützen. Zur Befestigung konnten Mauern, Türme, Tore, Gräben und Wälle gehören. Das Recht, eine Stadt stark zu befestigen, war im Mittelalter ein besonderes Privileg und nicht automatisch mit jedem Stadtrecht verbunden.
Die Mauer war aber nicht nur militärisch wichtig. Sie machte sichtbar, wo der städtische Raum begann. Durch die Stadttore kamen Menschen, Tiere und Waren hinein und hinaus. Dort konnten Wächter den Verkehr kontrollieren. Tore konnten nachts geschlossen werden. An wichtigen Verkehrswegen waren sie deshalb zugleich Schutzanlage, Kontrollpunkt und Symbol städtischer Ordnung.
Freiburg: Das Schwabentor
Freiburg im Breisgau erhielt 1120 Markt- und Stadtrecht. Die mittelalterliche Altstadt war durch Tore zugänglich. Vom mittelalterlichen Befestigungssystem sind unter anderem das Schwabentor und das Martinstor als bekannte Bauwerke erhalten.

Das Schwabentor erinnert an die befestigte mittelalterliche Stadt. Sein heutiges Aussehen entstand allerdings durch spätere Veränderungen.
Esslingen: Das Schelztor
Auch Esslingen am Neckar besaß eine umfangreiche Stadtbefestigung. Der Schelztorturm gehörte zu dieser Anlage. Solche Tortürme zeigen gut, wie stark Zugang und Verteidigung miteinander verbunden waren.

Ulm: Gänsturm und Stadtmauer
In Ulm sind ebenfalls Teile der historischen Befestigung erhalten. Der Gänsturm war ein Stadttor. Sein mittelalterlicher Unterbau stammt aus dem 14. Jahrhundert. Im späten 15. Jahrhundert wurde die Befestigung an der Donau erweitert.


Bürgerinnen und Bürger – wer gehörte zur Stadt?
Das Wort Bürger hatte im Mittelalter eine besondere rechtliche Bedeutung. Nicht jeder Mensch, der innerhalb der Stadtmauer lebte, besaß automatisch das volle Bürgerrecht. Das Bürgerrecht konnte an Voraussetzungen gebunden sein, zum Beispiel an Besitz, Abgaben, einen Eid oder die Aufnahme in die Stadtgemeinde. Die Regeln unterschieden sich von Stadt zu Stadt und veränderten sich im Laufe der Zeit.
Mit dem Bürgerrecht waren Rechte und Pflichten verbunden. Bürger konnten zum Beispiel unter dem Schutz des Stadtrechts stehen, mussten aber auch Steuern zahlen, bei der Verteidigung helfen oder andere städtische Pflichten erfüllen.
In einer Stadt lebten sehr unterschiedliche Menschen: wohlhabende Kaufleute, Handwerker, Tagelöhner, Dienstboten, Geistliche, Arme und weitere Gruppen. Auch Frauen waren im städtischen Wirtschaftsleben tätig, etwa in Familienbetrieben, im Handel, im Handwerk oder bei der Verwaltung von Besitz. Politische Mitbestimmung war jedoch in vielen Städten stark begrenzt und überwiegend männlichen Bürgern bestimmter Gruppen vorbehalten.
In manchen Städten lebten außerdem jüdische Gemeinden. Jüdinnen und Juden waren Teil des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens, waren aber besonderen rechtlichen Einschränkungen ausgesetzt und wurden immer wieder verfolgt. Gerade im 14. Jahrhundert kam es in vielen Städten des Reiches zu schweren Gewalttaten und Vertreibungen.
Rat, Bürgermeister und Zünfte
Viele Städte entwickelten Formen der Selbstverwaltung. Ein Stadtrat entschied über wichtige Angelegenheiten wie Finanzen, Marktordnung, Baufragen oder Verteidigung. Wer im Rat sitzen durfte, war jedoch keineswegs demokratisch im heutigen Sinn geregelt.
Eine wichtige Rolle spielten vielerorts die Zünfte. In ihnen organisierten sich Handwerker eines oder mehrerer Berufe. Zünfte konnten Ausbildung, Arbeitsregeln, Qualität und Verkauf beeinflussen. In einigen Städten kämpften sie außerdem um politische Mitsprache.
Ulm ist ein gutes Beispiel: Im 14. Jahrhundert kam es zu Konflikten zwischen führenden Familien und den Zünften. Der Kleine Schwörbrief von 1345 und der Große Schwörbrief von 1397 regelten die Machtverteilung neu und stärkten die Beteiligung der Zünfte.

Teile des heutigen Ulmer Rathauses entstanden im 14. Jahrhundert zunächst als Kaufhaus. Das zeigt, wie eng Handel und Stadtverwaltung zusammenhängen konnten.
Handel – von der Umgebung bis in die Ferne
Der städtische Handel funktionierte auf mehreren Ebenen. Für den Alltag besonders wichtig war der Austausch mit dem Umland. Bauern versorgten die Stadt mit Lebensmitteln und Rohstoffen. Umgekehrt kauften Menschen vom Land städtische Handwerksprodukte.
Daneben gab es Fernhandel. Kaufleute transportierten wertvolle oder stark nachgefragte Waren über größere Entfernungen. Straßen waren oft unbefestigt, Transporte teuer und langsam. Flüsse konnten wichtige Verkehrswege sein. Für Kaufleute waren sichere Wege, Brücken, Furten, Märkte und Gasthäuser wichtig.
Zu den gehandelten Gütern konnten Salz, Wein, Getreide, Metallwaren oder Textilien gehören. Welche Ware besonders wichtig war, hing von der Stadt und ihrer Umgebung ab.
Ulm: Textilien und Fernhandel
Ulm war im Spätmittelalter eine bedeutende Reichsstadt. Besonders wichtig waren neben Eisen und Salz auch Stoffe. Eine bekannte Ware war der Barchent, ein Mischgewebe aus Baumwolle und Leinen. Ulmer Kaufleute waren weit über die Region hinaus tätig. Gegen Ende des Mittelalters unterhielt die Stadt Handelsbeziehungen zu wichtigen europäischen Zentren.
Freiburg: Stadt an wichtigen Wegen
Die Lage Freiburgs war für seine Entwicklung günstig. In der Nähe kreuzten sich Handelswege durch das Rheintal und in Richtung Schwarzwald und Höllental. 1120 erhielt Freiburg Markt- und Stadtrecht. Markt, Handwerk und die Verbindung zum Umland wurden damit wichtige Grundlagen der städtischen Entwicklung.
Die bekannten Freiburger Bächle dienten im Mittelalter unter anderem der Versorgung mit Brauchwasser und als Löschwasser. Sie erinnern daran, dass eine Stadt nicht nur Mauern und Märkte brauchte, sondern auch eine funktionierende Versorgung.
Esslingen: Reichsstadt am Neckar
Esslingen entwickelte sich im Mittelalter zu einer wichtigen Reichsstadt. Seine Lage am Neckar und an Verkehrswegen förderte Handel und Gewerbe. Die Stadt besaß Märkte, Befestigungen und eine selbstbewusste Bürgerschaft. Bis heute sind in der Altstadt zahlreiche Spuren dieser Entwicklung sichtbar.

Schwäbisch Hall: Salz als Wirtschaftsfaktor
In Schwäbisch Hall war Salz ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Es konnte verkauft, transportiert und besteuert werden. Zusammen mit Handel, Münzprägung und Märkten trug die Saline zum Aufstieg der Stadt bei.

Vier Städte im Vergleich
| Stadt | Wichtige mittelalterliche Merkmale | Was Du heute noch entdecken kannst |
|---|---|---|
| Freiburg im Breisgau | Markt- und Stadtrecht seit 1120, Lage an Handelswegen, städtische Wasserversorgung | Schwabentor, Martinstor, Altstadt, Bächle |
| Esslingen am Neckar | Reichsstadt, Handel und Gewerbe, Befestigung, Bürgerschaft | Schelztorturm, Altstadt, historische Markt- und Rathausbereiche |
| Ulm | Reichsstadt, Fernhandel, Textilien, Zünfte und städtische Selbstverwaltung | Gänsturm, Stadtmauer an der Donau, Rathaus, Münster |
| Schwäbisch Hall | Salzgewinnung, Märkte, Handel, Reichsstadt | Marktplatz, Kocherfront, Haalplatz, historische Altstadt |
Ein Markttag im Mittelalter – stell Dir die Stadt vor
Du näherst Dich am Morgen einer Stadt. Vor Dir liegt die Mauer mit einem Tor. Bauern aus der Umgebung bringen Körbe, Fässer oder Tiere zum Markt. Ein Kaufmann kommt mit Waren von weiter her. Am Tor wird kontrolliert, wer und was in die Stadt gelangt.
Auf dem Marktplatz stehen Verkaufsstände. Handwerker bieten ihre Produkte an. Menschen vergleichen Preise und Mengen. Die Marktordnung bestimmt, wo bestimmte Waren verkauft werden dürfen. In der Nähe hörst Du die Glocken der Kirche. In Werkstätten wird gearbeitet, in Gassen werden Waren getragen und auf öffentlichen Plätzen werden Neuigkeiten ausgetauscht.
Am Abend verändert sich die Stadt. Marktstände werden abgebaut, Waren eingelagert und Tore können geschlossen werden. Für die Bewohner bedeutet die Stadt Schutz und wirtschaftliche Möglichkeiten, aber auch Regeln, Abgaben und Pflichten.
Was wir nicht vereinfachen sollten
Erstens: Nicht jede Stadt sah gleich aus. Größe, Befestigung, Reichtum und politische Ordnung unterschieden sich deutlich.
Zweitens: Nicht alle Menschen innerhalb der Mauer waren gleichberechtigte Bürger. Rechte hingen von Herkunft, Besitz, Geschlecht, rechtlichem Status und den Regeln der jeweiligen Stadt ab.
Drittens: Eine Stadtmauer war nicht nur Schutz. Sie war auch Grenze, Kontrollraum und sichtbares Zeichen städtischer Rechte.
Viertens: Märkte waren nicht nur Orte des Tauschhandels. Geld und Münzen spielten im mittelalterlichen Stadtleben eine wichtige Rolle.
Fünftens: Das heutige Bild einer hübschen Altstadt ist keine direkte Kopie des Mittelalters. Viele Gebäude wurden später umgebaut, zerstört oder neu errichtet. Historische Städte müssen deshalb wie Quellen untersucht werden.
Merksatz
Eine mittelalterliche Stadt war ein Rechtsraum, Wirtschaftsraum und Lebensraum. Der Markt verband Stadt und Umland, die Stadtmauer schützte und begrenzte den städtischen Raum, das Bürgerrecht regelte Zugehörigkeit und Pflichten, und der Handel verband Städte mit ihrer näheren und weiteren Umgebung.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet Baden-Württemberg in diesem aiMOOC für das Mittelalter? (Es geht um mittelalterliche Städte im Gebiet des heutigen Baden-Württemberg) (!Baden-Württemberg war bereits ein mittelalterliches Königreich) (!Alle Städte gehörten damals demselben Fürsten) (!Die Landesgrenzen waren schon genau wie heute)
Warum war das Marktrecht für eine Stadt wichtig? (Es erlaubte und regelte das Abhalten eines Marktes) (!Es machte jede Stadt automatisch zur Reichsstadt) (!Es befreite alle Einwohner von Steuern) (!Es verbot den Handel mit dem Umland)
Welche Aufgabe hatte eine Stadtmauer besonders? (Sie schützte und begrenzte den städtischen Raum) (!Sie diente nur als Schmuck) (!Sie ersetzte den Marktplatz) (!Sie war immer eine Wohnanlage)
Wer war im Mittelalter automatisch Vollbürger einer Stadt? (Nicht jeder Einwohner besaß automatisch das volle Bürgerrecht) (!Jeder Mensch hinter der Stadtmauer) (!Nur reisende Kaufleute) (!Nur Geistliche)
Was war eine Zunft? (Ein Zusammenschluss von Handwerkern) (!Eine Einheit der Stadtmauer) (!Ein kirchlicher Feiertag) (!Ein Flusshafen)
Welche Ware prägte Schwäbisch Hall besonders? (Salz) (!Seide) (!Kaffee) (!Porzellan)
Welche Ware war für den Ulmer Handel besonders bedeutend? (Barchent) (!Kakao) (!Kautschuk) (!Tee)
Welches Recht erhielt Freiburg im Jahr 1120? (Markt- und Stadtrecht) (!Universitätsrecht) (!Eisenbahnrecht) (!Hafenrecht)
Warum waren Stadttore wichtig? (Sie verbanden Schutz mit Kontrolle des Verkehrs) (!Sie dienten ausschließlich als Wohnhäuser) (!Sie machten Stadtmauern überflüssig) (!Sie waren nur an Sonntagen geöffnet)
Was bedeutet Fernhandel? (Handel über größere Entfernungen) (!Handel nur innerhalb eines Hauses) (!Tausch zwischen zwei Nachbarn) (!Verkauf ausschließlich auf einem Dorfplatz)
Memory
| Markt | Handel und Versorgung |
| Stadtmauer | Schutz und städtische Grenze |
| Zunft | Zusammenschluss von Handwerkern |
| Bürgerrecht | Rechte und Pflichten in der Stadt |
| Fernhandel | Handel über größere Entfernungen |
| Salz | Bedeutende Ware in Schwäbisch Hall |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Saline | Schwäbisch Hall |
| Gänsturm | Ulm |
| Schwabentor | Freiburg |
| Schelztor | Esslingen |
| Barchent | Fernhandelsware |
Kreuzworträtsel
| Markt | Wie heißt ein zentraler Ort für Kauf und Verkauf? |
| Stadtmauer | Welche Befestigung umgab viele mittelalterliche Städte? |
| Bürgerrecht | Wie heißt der besondere rechtliche Status eines Stadtbürgers? |
| Zunft | Wie nennt man einen Zusammenschluss von Handwerkern? |
| Fernhandel | Wie heißt Handel über größere Entfernungen? |
| Saline | Wie nennt man eine Anlage zur Gewinnung von Salz? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Stadtplan untersuchen: Zeichne einen einfachen Plan einer mittelalterlichen Stadt mit Markt, Stadtmauer, Tor, Kirche, Häusern und Werkstätten. Erkläre bei jedem Element in einem Satz, warum es wichtig war.
- Historische Spuren entdecken: Wähle eines der Bilder aus diesem aiMOOC. Notiere fünf Dinge, die Dir auffallen, und unterscheide zwischen mittelalterlichen Spuren und späteren Veränderungen.
- Ein Markttag als Tagebuch: Schreibe einen kurzen Tagebucheintrag aus der Sicht eines Handwerkskindes, eines Bauernkindes oder eines Kaufmannskindes, das einen Markttag erlebt.
- Begriffe erklären: Erstelle ein Mini-Glossar mit Markt, Stadtmauer, Bürgerrecht, Zunft, Fernhandel und Reichsstadt. Formuliere die Erklärungen in Deinen eigenen Worten.
Standard
- Markt-Rollenspiel: Organisiert in der Klasse einen mittelalterlichen Markt. Verteilt Rollen wie Händler, Handwerker, Bauern, Stadtwache und Marktaufsicht. Entwickelt Regeln für Verkauf, Maße und Gebühren.
- Altstadt-Exkursion: Besucht, wenn möglich, eine historische Altstadt in Baden-Württemberg. Fotografiert oder skizziert Tore, Mauern, Marktbereiche und alte Verkehrswege. Erstellt anschließend eine Dokumentation.
- Handelswege kartieren: Zeichne auf einer Karte Verbindungen zwischen Ulm, Freiburg, Esslingen und Schwäbisch Hall. Überlege, welche Rolle Flüsse, Täler und Straßen für den Handel spielten.
- Stadtbild als Quelle: Vergleiche ein heutiges Foto einer Altstadt mit einer älteren Darstellung. Prüfe, welche Teile wirklich mittelalterlich sein könnten und welche später verändert wurden.
Schwer
- Stadtrat-Debatte: Simuliert eine Ratssitzung. Die Stadt hat Geld für nur ein großes Vorhaben: Ausbau der Mauer, Reparatur einer Brücke oder Vergrößerung des Marktes. Entwickelt Argumente aus verschiedenen Interessenlagen.
- Geschichts-Podcast: Produziert einen fünf- bis achtminütigen Podcast zum Thema „Ein Tag in einer mittelalterlichen Stadt in Baden-Württemberg“. Trennt gesicherte Informationen klar von erfundenen Szenen.
- Zwei Städte vergleichen: Untersuche zwei der Städte Freiburg, Esslingen, Ulm und Schwäbisch Hall. Vergleiche Markt, Befestigung, Bürgerordnung und Handel und erkläre, warum sich die Städte unterschiedlich entwickelten.
- Wer gehörte dazu?: Recherchiere zu einer Gruppe der mittelalterlichen Stadtgesellschaft, zum Beispiel Frauen, jüdischen Gemeinden, Handwerkern oder armen Einwohnern. Zeige, welche Möglichkeiten und Grenzen diese Menschen hatten.


Lernkontrolle
- Standortentscheidung: Du darfst im Mittelalter eine neue Stadt gründen. Wähle zwischen einem Flussübergang, einem abgelegenen Bergtal und einer Kreuzung wichtiger Straßen. Begründe Deine Wahl mit mindestens drei wirtschaftlichen oder militärischen Argumenten.
- Zusammenhang erklären: Erkläre, warum ein erfolgreicher Markt den Bau und die Unterhaltung einer Stadtmauer erleichtern konnte und warum umgekehrt eine sichere Stadt den Handel fördern konnte.
- Rechte und Pflichten abwägen: Ein Handwerker überlegt, Bürger einer Stadt zu werden. Erkläre, welche Vorteile und Pflichten damit verbunden sein könnten und warum die Entscheidung trotzdem von Stadt zu Stadt unterschiedlich ausfallen würde.
- Störung des Handels: Eine wichtige Brücke wird durch Hochwasser zerstört. Erkläre, welche Folgen das für Bauern, Kaufleute, Handwerker, Marktpreise und Stadteinnahmen haben könnte.
- Unterschiede deuten: Schwäbisch Hall wurde stark vom Salz geprägt, Ulm vom Fernhandel und von Textilien. Erkläre, wie unterschiedliche Rohstoffe und Verkehrswege verschiedene Stadtentwicklungen hervorrufen können.
- Altstadt kritisch lesen: Eine Person behauptet: „Was heute in einer Altstadt alt aussieht, stammt aus dem Mittelalter.“ Widerlege diese Aussage und entwickle drei Methoden, mit denen Du das Alter eines Bauwerks genauer prüfen könntest.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du Zusammenhänge erklären und Beispiele sinnvoll einsetzen kannst.
- Grundstruktur: Du kannst erklären, warum Markt, Befestigung, Rechte und Verkehr für die Entwicklung einer Stadt wichtig waren.
- Markt und Wirtschaft: Du kannst erläutern, wie Märkte die Stadt mit ihrem Umland verbanden.
- Befestigung: Du kannst Schutzfunktion, Grenzfunktion und Kontrollfunktion einer Stadtmauer unterscheiden.
- Stadtgesellschaft: Du kannst erklären, warum Einwohner und Bürger nicht dasselbe waren und warum Rechte ungleich verteilt waren.
- Handwerk und Politik: Du kannst die wirtschaftliche Funktion von Zünften beschreiben und an Ulm politische Mitwirkung erklären.
- Handelsbeziehungen: Du kannst regionalen Handel und Fernhandel unterscheiden und Folgen für eine Stadt darstellen.
- Regionale Beispiele: Du kannst Freiburg, Esslingen, Ulm und Schwäbisch Hall mit mindestens je einem typischen Merkmal verbinden.
- Historisches Denken: Du kannst heutige Altstädte als historische Quellen nutzen, ohne sie mit dem mittelalterlichen Zustand gleichzusetzen.
OERs zum Thema
Der Wikipedia-Artikel zur Stadt enthält einen Abschnitt zur europäischen Stadtentwicklung im Mittelalter und eignet sich zur Vertiefung.
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