Soziale Medien und Konsumverhalten untersuchen AES - aiMOOC


Soziale Medien und Konsumverhalten untersuchen AES - aiMOOC
Einleitung
Soziale Medien und Konsumverhalten untersuchen ist ein aiMOOC für das Fach Alltagskultur, Ernährung und Soziales. Du lernst, wie soziale Medien Kaufentscheidungen beeinflussen, welche Rolle Influencer-Marketing, Werbung, Algorithmen, Datenanalyse, Gruppendruck, Trends, Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz spielen und wie Du Dein eigenes Konsumverhalten kritisch untersuchen kannst. Ziel ist nicht, soziale Medien pauschal schlecht zu finden, sondern bewusst zu erkennen, wann Inhalte informieren, unterhalten, manipulieren oder zum Kaufen anregen.
In Instagram, TikTok, YouTube, Snapchat, Pinterest und anderen Plattformen begegnen Dir täglich Bilder, Videos, Storys, Kommentare, Likes, Produktplatzierungen und Empfehlungen. Viele Inhalte wirken privat und persönlich, können aber Teil professioneller Marketingstrategien sein. Für AES ist das besonders wichtig, weil Konsum nicht nur mit Geld zu tun hat, sondern auch mit Ernährung, Mode, Körperbild, Gesundheit, Haushalt, Freizeit, nachhaltigem Konsum, Ressourcen, Identität und sozialer Zugehörigkeit.
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Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, wie Soziale Medien auf Konsumverhalten wirken. Du kannst zwischen Information, Unterhaltung, Meinung, Werbung, Schleichwerbung und Produktplatzierung unterscheiden. Du kannst eigene Kaufimpulse untersuchen, Werbestrategien erkennen, einfache Untersuchungen zum Konsumverhalten planen, Daten auswerten und Handlungsmöglichkeiten für einen bewussten, nachhaltigen und selbstbestimmten Konsum entwickeln.
Was sind soziale Medien?
Soziale Medien sind digitale Plattformen, auf denen Menschen Inhalte erstellen, teilen, kommentieren und bewerten können. Anders als bei klassischen Medien bist Du dort nicht nur Zuschauerin oder Zuschauer, sondern kannst selbst posten, liken, speichern, teilen, bewerten oder diskutieren. Dadurch entstehen Netzwerke, Communities und sehr schnelle Formen der Kommunikation.
Soziale Medien arbeiten häufig mit Algorithmen. Ein Algorithmus entscheidet nicht menschlich, sondern nach bestimmten Regeln und Datenmustern, welche Inhalte Dir angezeigt werden. Plattformen beobachten zum Beispiel, welche Videos Du lange anschaust, welche Beiträge Du likst, welche Themen Du suchst und bei welchen Inhalten Du stoppst. Daraus entsteht ein personalisierter Feed. Dieser Feed kann hilfreich sein, weil er Inhalte findet, die Dich interessieren. Er kann aber auch dazu führen, dass Du immer wieder ähnliche Produkte, Ideale, Meinungen oder Konsumtrends siehst.
Plattformlogik: Aufmerksamkeit als Geschäftsmodell
Viele soziale Medien sind für Nutzerinnen und Nutzer kostenlos. Trotzdem sind sie wirtschaftlich sehr wertvoll. Das liegt daran, dass Aufmerksamkeit, Nutzungsdauer und Daten für Plattformen und Werbetreibende wichtig sind. Je länger Du scrollst, desto mehr Werbung kann Dir gezeigt werden. Je genauer Plattformen Deine Interessen kennen, desto passender können Anzeigen und Empfehlungen platziert werden. In diesem Zusammenhang spricht man oft von Aufmerksamkeitsökonomie.

Für Dein Konsumverhalten bedeutet das: Du triffst Kaufentscheidungen nicht nur im Geschäft oder beim Online-Shopping. Schon vorher entstehen Wünsche, Vergleiche und Vorstellungen durch Posts, Reels, Hauls, Rabattcodes, Unboxings, Vorher-Nachher-Bilder, Bewertungen und Kommentare.
Was bedeutet Konsumverhalten?
Konsumverhalten beschreibt, was Menschen kaufen, warum sie etwas kaufen, wo sie kaufen, wie viel sie ausgeben, welche Marken sie bevorzugen, welche Informationen sie nutzen und wie sie Produkte nach dem Kauf bewerten. Dazu gehören bewusste Entscheidungen, aber auch spontane Impulse. Ein Kauf kann aus einem echten Bedarf entstehen, zum Beispiel wenn ein Schulheft voll ist. Ein Kauf kann aber auch durch Wunsch, Status, Langeweile, Belohnung, Gruppenzugehörigkeit oder Werbung ausgelöst werden.
In AES wird Konsumverhalten nicht nur wirtschaftlich betrachtet. Du untersuchst auch soziale, gesundheitliche, ökologische und persönliche Folgen. Ein günstiges Trendprodukt kann kurzfristig Freude machen, aber bei schlechter Qualität schnell kaputtgehen. Ein beworbenes Lebensmittel kann lecker wirken, aber viel Zucker, Fett oder Salz enthalten. Ein modisches Kleidungsstück kann beliebt sein, aber unter problematischen Arbeitsbedingungen hergestellt worden sein. Ein vermeintlich günstiges Angebot kann zu unnötigem Mehrkauf führen.

Bedürfnisse, Wünsche und Kaufimpulse
Ein Bedürfnis beschreibt etwas, das Menschen wirklich brauchen, zum Beispiel Nahrung, Kleidung, Sicherheit, soziale Beziehungen oder Erholung. Ein Wunsch ist konkreter und oft kulturell geprägt, zum Beispiel ein bestimmtes Sneaker-Modell, ein Energy-Drink, eine Hautpflege-Marke oder ein neues Smartphone. Ein Kaufimpuls entsteht, wenn Du plötzlich das Gefühl hast, etwas haben zu wollen. Soziale Medien können solche Impulse verstärken, weil Produkte emotional, schnell und wiederholt gezeigt werden.
Typische Auslöser für Kaufimpulse in sozialen Medien sind schöne Bilder, Musik, sympathische Personen, Rabattcodes, knappe Angebote, Challenges, Kommentare wie „Das brauchst Du unbedingt“, sichtbare Beliebtheit durch Likes oder die Angst, einen Trend zu verpassen. Diese Angst wird auch als FOMO bezeichnet.
Wie soziale Medien Konsum beeinflussen
Soziale Medien wirken auf Konsumverhalten, weil sie mehrere Einflussfaktoren verbinden: persönliche Ansprache, soziale Bestätigung, ständige Verfügbarkeit, schnelle Kaufmöglichkeiten und datenbasierte Empfehlungssysteme. Ein Video kann ein Produkt vorstellen, ein Kommentar kann es empfehlen, ein Link kann direkt zum Shop führen und ein Rabattcode kann den Kauf beschleunigen.
Influencerinnen und Influencer
Influencerinnen und Influencer sind Personen, die über soziale Medien eine bestimmte Reichweite und Glaubwürdigkeit bei ihrer Zielgruppe aufgebaut haben. Sie wirken oft nahbar, authentisch und persönlich. Genau deshalb können ihre Empfehlungen sehr stark wirken. Wenn eine Person regelmäßig aus ihrem Alltag berichtet, entsteht bei Followerinnen und Followern manchmal das Gefühl, sie persönlich zu kennen. Diese einseitige Beziehung nennt man Parasoziale Beziehung.
Influencer-Marketing nutzt diese Nähe. Marken bezahlen Influencerinnen und Influencer oder stellen Produkte kostenlos zur Verfügung, damit diese Produkte sichtbar werden. Nicht jede Empfehlung ist automatisch problematisch. Problematisch wird es, wenn Werbung nicht klar erkennbar ist, wenn Risiken verschwiegen werden oder wenn junge Menschen nicht unterscheiden können, ob eine Empfehlung aus eigener Überzeugung oder wegen einer Kooperation erfolgt.
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Werbung, Produktplatzierung und Schleichwerbung
Werbung soll Aufmerksamkeit erzeugen und Menschen zu einer bestimmten Handlung bewegen. Diese Handlung kann ein Kauf sein, aber auch ein Klick, ein Download, ein Like, ein Abonnement oder das Teilen eines Inhalts. In sozialen Medien kann Werbung unterschiedlich aussehen: klassische Anzeige, gesponserter Post, Produktplatzierung, Rabattcode, Affiliate-Link, Gewinnspiel, Testvideo oder Markenkooperation.
Produktplatzierung bedeutet, dass ein Produkt in einem Inhalt sichtbar eingebaut wird. Das kann offen und gekennzeichnet geschehen oder versteckt wirken. Schleichwerbung liegt vor, wenn werbliche Inhalte nicht ausreichend als Werbung erkennbar sind. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist klare Kennzeichnung wichtig, damit sie eine Empfehlung richtig einordnen können.
Algorithmen und personalisierte Werbung
Ein Algorithmus wertet Signale aus. Dazu gehören Verweildauer, Likes, Suchbegriffe, Kommentare, geteilte Inhalte, Standortdaten, Gerätedaten und manchmal auch Interessen, die aus ähnlichen Nutzerprofilen abgeleitet werden. Daraus entstehen personalisierte Inhalte und personalisierte Werbung.
Personalisierte Werbung kann nützlich wirken, weil sie zu Deinen Interessen passt. Gleichzeitig kann sie Deine Kaufwünsche verstärken, weil Du ähnliche Produkte immer wieder siehst. Wenn Du einmal nach Sportschuhen suchst, können Dir später in verschiedenen Apps und Webseiten passende Anzeigen begegnen. Dadurch entsteht der Eindruck, das Produkt sei besonders wichtig oder überall präsent.
Soziale Bestätigung und Gruppendruck
Menschen orientieren sich an anderen. In sozialen Medien wird diese Orientierung sichtbar: Likes, Kommentare, Views, Shares, Bewertungen und Rankings zeigen, was beliebt zu sein scheint. Dieses Prinzip nennt man Soziale Bewährtheit. Wenn viele Menschen ein Produkt loben, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass andere es ebenfalls interessant finden.
Für Jugendliche kann Gruppenzugehörigkeit besonders wichtig sein. Kleidung, Kosmetik, Ernährungstrends, Technik, Spiele, Musik oder Marken können Zeichen dafür sein, zu einer Gruppe zu gehören. Dadurch kann sozialer Druck entstehen: Man kauft nicht nur, weil man ein Produkt braucht, sondern weil man dazugehören, mithalten oder nicht auffallen möchte.
Konsumfelder in AES
Ernährung und Food-Trends
Im Bereich Ernährung begegnen Dir in sozialen Medien viele Inhalte: Rezepte, Fitness-Ernährung, Diäten, Supplements, Proteinprodukte, Energy-Drinks, Fast Food, Meal Prep, vegane Alternativen und Food-Challenges. Manche Inhalte können inspirierend sein. Andere sind einseitig, übertrieben oder werblich.
Bei Ernährungsinhalten solltest Du prüfen, wer spricht, welche Qualifikation vorhanden ist, ob Werbung gekennzeichnet ist, ob wissenschaftliche Belege genannt werden und ob ein Produkt verkauft werden soll. Gerade bei Diäten, Nahrungsergänzungsmitteln und extremen Körperidealen ist kritisches Denken wichtig.
Mode, Beauty und Körperbilder
Mode und Kosmetik werden in sozialen Medien stark über Bilder, Vorher-Nachher-Videos, Filter, Hauls und Routinen vermittelt. Dadurch können Wünsche entstehen, den eigenen Körper, Stil oder Alltag zu verändern. Gleichzeitig zeigen soziale Medien oft bearbeitete, gefilterte oder inszenierte Ausschnitte. Das kann zu unrealistischen Vergleichen führen.
Im AES-Unterricht kannst Du untersuchen, wie Schönheitsideale entstehen, wie Trends verbreitet werden und welche Folgen häufige Käufe für Geldbeutel, Umwelt und Selbstbild haben. Wichtig ist die Frage: Kaufe ich etwas, weil es zu mir passt und ich es brauche, oder weil mir ein Algorithmus immer wieder zeigt, dass andere es angeblich besitzen?
Technik, Freizeit und digitale Güter
Auch digitale Produkte gehören zum Konsum: Apps, Games, Skins, Abos, Streamingdienste, In-App-Käufe, Cloudspeicher oder Premiumfunktionen. Diese Käufe wirken manchmal klein, können sich aber summieren. Besonders Abo-Modelle und Mikrotransaktionen sind kritisch zu prüfen, weil regelmäßige Zahlungen leicht übersehen werden.
Nachhaltigkeit und Ressourcen
Nachhaltiger Konsum bedeutet, Kaufentscheidungen so zu treffen, dass Umwelt, Menschenrechte, Gesundheit und zukünftige Generationen berücksichtigt werden. Soziale Medien können nachhaltigen Konsum fördern, etwa durch Reparaturtipps, Second-Hand-Ideen, Upcycling, Tauschbörsen oder transparente Produktvergleiche. Gleichzeitig können sie Überkonsum fördern, wenn ständig neue Trends entstehen und Produkte schnell ersetzt werden.

Ein wichtiger Begriff ist Fast Fashion. Damit ist sehr schnell produzierte, trendabhängige und oft günstige Mode gemeint. Das Gegenstück kann bewusster Konsum sein: weniger kaufen, länger nutzen, reparieren, tauschen, gebraucht kaufen und Qualität prüfen.
Methoden: Konsumverhalten untersuchen
Beobachtung des eigenen Medienfeeds
Eine einfache Untersuchungsmethode ist ein Feed-Protokoll. Du beobachtest für einen festgelegten Zeitraum, welche Inhalte Dir angezeigt werden. Du notierst nicht private Details anderer Personen, sondern Kategorien: Produkt, Thema, Werbeform, Emotion, Kaufaufforderung, Rabatt, Kennzeichnung, Zielgruppe und eigene Reaktion. So erkennst Du Muster.
Wichtig ist der Datenschutz. Du solltest keine personenbezogenen Daten fremder Personen sammeln, keine Screenshots ohne Erlaubnis veröffentlichen und keine privaten Profile analysieren. Arbeite möglichst mit öffentlichen Beispielen, selbst erstellten Beobachtungsbögen oder anonymisierten Kategorien.
Kaufimpuls-Tagebuch
Ein Kaufimpuls-Tagebuch hilft Dir, Deine eigenen Reaktionen zu verstehen. Du notierst, wann Du etwas kaufen wolltest, wodurch der Impuls ausgelöst wurde, welches Gefühl dabei eine Rolle spielte, ob Du das Produkt wirklich brauchtest und ob Du später noch genauso entschieden hättest. Dabei geht es nicht um Schuld, sondern um Selbstbeobachtung.
Eine hilfreiche Regel ist die 24-Stunden-Regel. Wenn Du etwas spontan kaufen möchtest, wartest Du einen Tag. Danach prüfst Du, ob Du es wirklich brauchst, ob Du es Dir leisten kannst, ob es nachhaltigere Alternativen gibt und ob Du bereits etwas Ähnliches besitzt.
Befragung in der Lerngruppe
Du kannst auch eine kleine Befragung durchführen. Gute Fragen sind neutral formuliert und respektieren Privatsphäre. Statt „Kaufst Du zu viel wegen TikTok?“ ist besser: „Wie häufig hast Du in den letzten vier Wochen ein Produkt gekauft oder kaufen wollen, nachdem Du es in sozialen Medien gesehen hast?“ Die Ergebnisse können in Diagrammen dargestellt und gemeinsam interpretiert werden.
Werbeanalyse mit dem AIDA-Modell
Das AIDA-Modell beschreibt vier Schritte, mit denen Werbung häufig wirkt. Attention bedeutet Aufmerksamkeit. Interest bedeutet Interesse. Desire bedeutet Wunsch. Action bedeutet Handlung. In sozialen Medien können diese Schritte sehr schnell ablaufen: Ein auffälliges Video stoppt Dein Scrollen, ein Produkt wird erklärt, ein Wunsch entsteht und ein Link führt direkt zum Kauf.
Kriterien für kritische Konsumentscheidungen
Eine gute Konsumentscheidung berücksichtigt mehrere Fragen. Brauche ich das Produkt wirklich? Habe ich bereits etwas Vergleichbares? Wie wurde mein Wunsch ausgelöst? Ist Werbung klar erkennbar? Wer verdient daran? Welche Kosten entstehen sofort und später? Welche Folgen hat der Kauf für Umwelt und Menschen? Passt das Produkt zu meinen Werten? Gibt es Alternativen wie Leihen, Tauschen, Reparieren, Second Hand oder Nicht-Kaufen?
Checkliste: Werbung erkennen
- Werbekennzeichnung: Ist der Inhalt klar mit Werbung, Anzeige, bezahlt, Kooperation oder gesponsert gekennzeichnet?
- Produktplatzierung: Wird ein Produkt auffällig gezeigt, gelobt oder verlinkt?
- Rabattcode: Gibt es einen Code, Link oder Vorteil, der zum schnellen Kauf anregt?
- Affiliate-Marketing: Verdient die Person möglicherweise an Deinem Klick oder Kauf mit?
- Emotionale Ansprache: Wird mit Angst, Zugehörigkeit, Schönheit, Erfolg, Mangel oder Zeitdruck gearbeitet?
- Zielgruppe: Welche Menschen sollen angesprochen werden und warum?
- Quelle: Ist erkennbar, wer hinter dem Inhalt steht?
- Vergleich: Gibt es unabhängige Informationen, Tests oder Verbraucherhinweise?
Chancen sozialer Medien für bewussten Konsum
Soziale Medien können auch positiv wirken. Du kannst Produkterfahrungen vergleichen, Warnungen vor Betrug erhalten, nachhaltige Ideen kennenlernen, Reparaturanleitungen finden, Rezepte entdecken, Verbraucherrechte kennenlernen und Dich mit anderen austauschen. Besonders hilfreich sind Inhalte, die transparent, sachlich und überprüfbar sind. Kritische Mediennutzung bedeutet daher nicht, alles abzulehnen, sondern Inhalte bewusst einzuordnen.
Risiken sozialer Medien für Konsum
Risiken entstehen, wenn Werbung versteckt ist, wenn Kaufdruck aufgebaut wird, wenn Schönheits- oder Lebensstile unrealistisch dargestellt werden, wenn Daten zur gezielten Beeinflussung genutzt werden oder wenn sich Ausgaben unbemerkt summieren. Auch problematische Mediennutzung kann Konsumentscheidungen beeinflussen, weil häufige Nutzung mehr Werbekontakte und mehr Vergleichssituationen erzeugt.
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Handlungsstrategien für selbstbestimmten Konsum
Du kannst Dein Konsumverhalten aktiv gestalten. Dazu gehören feste Budgets, Einkaufslisten, die 24-Stunden-Regel, Werbeanzeigen-Einstellungen, das Entfolgen stark werblicher Accounts, das Prüfen von Quellen, das Nutzen unabhängiger Informationen, das Deaktivieren unnötiger Push-Nachrichten und der Austausch mit Familie oder Freundeskreis. Besonders wirksam ist es, Kaufentscheidungen nicht im Moment des stärksten Impulses zu treffen.
Beispielprojekt für AES
Ein mögliches AES-Projekt lautet: „Wie beeinflussen soziale Medien unsere Kaufwünsche?“ Die Klasse untersucht eine Woche lang anonymisierte Kaufimpulse, analysiert typische Werbeformen und entwickelt anschließend Verbraucher-Tipps für jüngere Schülerinnen und Schüler. Am Ende entstehen Plakate, Kurzvideos, Podcasts, Infografiken oder ein Klassenkodex für bewussten Konsum.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beschreibt der Begriff Konsumverhalten am besten? (Wie Menschen Kaufentscheidungen treffen und Produkte nutzen) (!Wie viele Likes ein Beitrag bekommt) (!Wie schnell ein Video geladen wird) (!Wie viele Personen eine App programmiert haben)
Welche Aussage zu Influencer-Marketing ist richtig? (Influencerinnen und Influencer können Produkte gegen Bezahlung oder Vorteile empfehlen) (!Influencerinnen und Influencer dürfen niemals Produkte zeigen) (!Influencer-Marketing gibt es nur im Fernsehen) (!Influencer-Marketing hat nichts mit Werbung zu tun)
Was bedeutet Schleichwerbung? (Werbung ist nicht ausreichend als Werbung erkennbar) (!Ein Produkt wird besonders langsam geliefert) (!Ein Beitrag hat keine Kommentare) (!Eine App wird ohne Internet genutzt)
Welche Rolle spielen Algorithmen in sozialen Medien häufig? (Sie wählen personalisierte Inhalte und Werbung aus) (!Sie verbieten jeden Online-Kauf) (!Sie ersetzen alle Verbraucherrechte) (!Sie löschen automatisch jedes Werbevideo)
Was ist ein Kaufimpuls? (Ein plötzliches Bedürfnis oder ein Wunsch etwas zu kaufen) (!Ein gesetzlicher Vertrag zwischen Plattformen) (!Eine Garantie auf ein Produkt) (!Eine feste monatliche Sparrate)
Welche Frage hilft bei einer kritischen Kaufentscheidung besonders? (Brauche ich das Produkt wirklich und warum will ich es jetzt kaufen) (!Wie viele Filter hat das Produktvideo) (!Wie laut ist die Hintergrundmusik) (!Wie lang ist der Benutzername des Accounts)
Was bedeutet FOMO im Zusammenhang mit Konsum? (Die Angst einen Trend oder ein Angebot zu verpassen) (!Eine Methode zur Reparatur von Kleidung) (!Ein Siegel für Bio-Lebensmittel) (!Eine Liste aller monatlichen Ausgaben)
Welche Handlung unterstützt nachhaltigen Konsum am ehesten? (Produkte länger nutzen reparieren tauschen oder gebraucht kaufen) (!Jeden Trend sofort mitmachen) (!Nur nach Rabattcodes entscheiden) (!Gekaufte Produkte ungeprüft wegwerfen)
Warum sind Likes und Kommentare für Konsum wichtig? (Sie können soziale Bestätigung erzeugen) (!Sie ersetzen den Preis eines Produkts) (!Sie machen jedes Produkt automatisch gesund) (!Sie verhindern jede Form von Werbung)
Was ist ein sinnvoller Schritt vor einem spontanen Online-Kauf? (Einen Tag warten und Bedarf Kosten und Alternativen prüfen) (!Sofort kaufen bevor man nachdenkt) (!Alle Bewertungen ignorieren) (!Nur auf die Musik im Video achten)
Memory
| Algorithmus | Auswahl personalisierter Inhalte |
| Rabattcode | Kaufanreiz durch Preisnachlass |
| Schleichwerbung | Versteckte Werbebotschaft |
| FOMO | Angst etwas zu verpassen |
| Budget | Geplanter Geldrahmen |
| Nachhaltigkeit | Verantwortung für Umwelt und Zukunft |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Bedürfnis | Was ich wirklich brauche |
| Wunsch | Was ich gerne hätte |
| Werbung | Bezahlte Beeinflussung |
| Algorithmus | Personalisierte Auswahl |
| Budget | Geplanter Ausgabenrahmen |
| Nachhaltigkeit | Langfristige Verantwortung |
Kreuzworträtsel
| Konsum | Wie nennt man den Verbrauch oder Gebrauch von Waren und Dienstleistungen? |
| Werbung | Wie nennt man bezahlte Botschaften die zum Kaufen oder Handeln anregen sollen? |
| Algorithmus | Was wählt in sozialen Medien häufig personalisierte Inhalte aus? |
| Influencer | Wie nennt man eine reichweitenstarke Person die Empfehlungen in sozialen Medien gibt? |
| Budget | Wie nennt man einen geplanten Geldrahmen für Ausgaben? |
| Datenschutz | Welcher Begriff beschreibt den Schutz persönlicher Informationen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Medien-Tagebuch: Beobachte an einem Tag, wie oft Dir in sozialen Medien Produkte, Marken oder Kaufaufforderungen begegnen, und ordne die Beispiele nach Ernährung, Mode, Technik und Freizeit.
- Werbung erkennen: Suche drei öffentliche Beispiele für Social-Media-Werbung und beschreibe, woran Du erkennst, dass ein Produkt beworben wird.
- Kaufimpuls: Schreibe eine kurze Reflexion über einen Moment, in dem Du durch soziale Medien etwas kaufen wolltest, und erkläre, ob Du später noch genauso gedacht hast.
- Budgetplanung: Erstelle eine einfache Monatsübersicht für kleine Ausgaben wie Snacks, Apps, Kosmetik, Kleidung oder Games und markiere unnötige Spontankäufe.
Standard
- Feed-Analyse: Entwickle einen Beobachtungsbogen und untersuche eine Woche lang anonymisiert, welche Werbeformen in Deinem Feed vorkommen.
- Produktvergleich: Vergleiche ein Produkt aus Social-Media-Werbung mit zwei Alternativen nach Preis, Qualität, Nutzen, Nachhaltigkeit und Informationslage.
- Influencer-Marketing: Analysiere ein öffentliches Influencer-Beispiel und erkläre, welche Rolle Glaubwürdigkeit, Kennzeichnung, Rabattcode, Emotion und Zielgruppe spielen.
- Verbraucher-Tipp: Gestalte eine Infografik mit sieben Tipps, wie Jugendliche versteckte Werbung und Kaufdruck in sozialen Medien erkennen können.
Schwer
- Umfrage: Plane eine anonyme Befragung in Deiner Klasse zum Einfluss sozialer Medien auf Kaufwünsche, werte die Ergebnisse aus und stelle sie als Diagramm dar.
- AIDA-Modell: Analysiere ein Social-Media-Video mit dem AIDA-Modell und bewerte, an welcher Stelle aus Aufmerksamkeit ein Kaufwunsch entstehen kann.
- Nachhaltiger Konsum: Entwickle eine Kampagne gegen Überkonsum, die Second Hand, Reparatur, Tauschen oder bewussten Verzicht attraktiv darstellt.
- AES-Projekt: Erstelle ein kurzes Erklärvideo für jüngere Schülerinnen und Schüler zum Thema „Erst denken, dann kaufen“ und achte auf Datenschutz, Urheberrecht und klare Quellen.

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Lernkontrolle
- Transferaufgabe Konsumentscheidung: Du siehst ein Video, in dem ein beliebter Account ein neues Getränk empfiehlt und einen Rabattcode nennt. Analysiere, welche Interessen beteiligt sein könnten, welche Informationen fehlen und wie Du eine selbstbestimmte Entscheidung treffen würdest.
- Fallanalyse Gruppendruck: In Deiner Klasse wird ein bestimmtes Kleidungsstück durch TikTok plötzlich sehr beliebt. Erkläre, wie soziale Bestätigung, Zugehörigkeit und FOMO zusammenwirken können und entwickle faire Umgangsregeln.
- Daten und Werbung: Erkläre anhand eines Beispiels, wie Suchverhalten, Likes und Verweildauer zu personalisierter Werbung führen können und welche Chancen und Risiken daraus entstehen.
- Nachhaltigkeitsprüfung: Vergleiche zwei Kaufoptionen, eine trendige Neuware und eine gebrauchte Alternative. Begründe Deine Entscheidung mit ökologischen, sozialen, finanziellen und persönlichen Kriterien.
- Werbekennzeichnung bewerten: Beurteile ein fiktives Posting, in dem ein Produkt gelobt, verlinkt und mit Rabattcode versehen wird, aber keine klare Werbekennzeichnung sichtbar ist. Formuliere eine verbraucherfreundliche Verbesserung.
- Projektreflexion: Entwickle aus Deinen Untersuchungsergebnissen drei konkrete Regeln für Deinen eigenen Umgang mit Social-Media-Kaufimpulsen und begründe jede Regel.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis erstellst Du ein Portfolio mit drei Teilen. Erstens dokumentierst Du eine eigene Beobachtung zu Social-Media-Werbung oder Kaufimpulsen. Zweitens wertest Du ein Beispiel mithilfe von Fachbegriffen wie Algorithmus, Werbung, Kaufimpuls, Influencer-Marketing, Budget und Nachhaltigkeit aus. Drittens formulierst Du persönliche Handlungsstrategien für bewussten Konsum. Bewertet werden nicht private Kaufdaten, sondern Deine Analyse, Deine Begründungen, Dein reflektierter Umgang mit Quellen und Deine Fähigkeit, Erkenntnisse auf Alltagssituationen zu übertragen.
OERs zum Thema
Links
Fachbegriffe
- Soziale Medien: Plattformen, auf denen Menschen Inhalte teilen, bewerten und kommentieren.
- Konsumverhalten: Entscheidungen und Gewohnheiten beim Kaufen, Nutzen und Bewerten von Produkten.
- Algorithmus: Regelbasiertes Verfahren, das in sozialen Medien Inhalte sortieren und empfehlen kann.
- Influencer-Marketing: Werbung über reichweitenstarke Personen in sozialen Medien.
- Schleichwerbung: Werbung, die nicht ausreichend als Werbung erkennbar ist.
- Produktplatzierung: Sichtbare Einbindung eines Produkts in einen Inhalt.
- FOMO: Angst, einen Trend, ein Erlebnis oder ein Angebot zu verpassen.
- Budget: Geplanter Geldrahmen für Ausgaben.
- Nachhaltiger Konsum: Konsum, der ökologische, soziale und wirtschaftliche Folgen berücksichtigt.
- Medienkompetenz: Fähigkeit, Medien bewusst, kritisch, sicher und kreativ zu nutzen.
Unterrichtsideen für Lehrkräfte
- Einstieg: Die Lernenden sammeln anonym, welche Produkte ihnen zuletzt in sozialen Medien begegnet sind, und sortieren sie nach Konsumfeldern.
- Erarbeitung: In Gruppen analysieren die Lernenden öffentliche Beispiele mit den Kriterien Werbekennzeichnung, Zielgruppe, Emotion, Kaufaufforderung und Nachhaltigkeit.
- Sicherung: Die Klasse erstellt gemeinsam eine Checkliste für bewusste Kaufentscheidungen.
- Vertiefung: Die Lernenden führen eine kleine Umfrage durch und präsentieren Ergebnisse in Diagrammen.
- Transfer: Die Lernenden entwickeln eine Verbraucherbildungs-Kampagne für jüngere Jahrgänge.
Medienkompetenz und Verbraucherbildung
Dieser aiMOOC verbindet Medienbildung, Verbraucherbildung, Alltagskompetenz, Ernährungsbildung, Finanzbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Du lernst nicht nur Fachbegriffe, sondern übst, Alltagssituationen zu untersuchen und Entscheidungen zu begründen. Besonders wichtig ist der Perspektivwechsel: Plattformen, Unternehmen, Influencerinnen und Influencer, Konsumentinnen und Konsumenten sowie Gesellschaft verfolgen unterschiedliche Interessen. Wer diese Interessen erkennt, kann selbstbestimmter handeln.
Zusammenfassung
Soziale Medien beeinflussen Konsumverhalten durch personalisierte Feeds, emotionale Inhalte, Influencer-Marketing, Rabattcodes, soziale Bestätigung und direkte Kaufmöglichkeiten. In AES untersuchst Du diese Einflüsse mit Blick auf Alltag, Ernährung, Mode, Gesundheit, Geld, Datenschutz und Nachhaltigkeit. Kritische Konsumentscheidungen entstehen, wenn Du Werbung erkennst, Kaufimpulse prüfst, Informationen vergleichst, ein Budget beachtest und Alternativen wie Reparatur, Tauschen, Leihen oder Second Hand einbeziehst. Ziel ist ein reflektierter Umgang mit sozialen Medien, bei dem Du Chancen nutzt und Risiken bewusst begrenzt.
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