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Sicheres Arbeiten mit Werkzeugen und Maschinen - Schmied

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Sicheres Arbeiten mit Werkzeugen und Maschinen - Schmied




Sicheres Arbeiten mit Werkzeugen und Maschinen - Schmied


Einleitung

Beim Schmieden werden Werkstücke aus Metall durch Druckkräfte umgeformt. Im handwerklichen Bereich geschieht dies vor allem mit Hammer, Amboss, Schmiedezange und Feuer. In modernen Schmieden kommen zusätzlich Maschinen wie Maschinenhammer, Schmiedepresse, Winkelschleifer, Säulenbohrmaschine und Schleifmaschine zum Einsatz. Dabei treffen hohe Temperaturen, große Kräfte, bewegte Maschinenteile, Lärm, Funken, Zunder und schwere Werkstücke aufeinander.

Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende in der Schmiede-, Metallbau- und Umformtechnik. Du lernst, typische Gefährdungen fachgerecht zu beurteilen, geeignete Schutzmaßnahmen nach dem STOP-Prinzip auszuwählen und Werkzeuge sowie Maschinen sicher zu benutzen.

Wichtig: Dieser Lernkurs ersetzt keine betriebliche Unterweisung. Verbindlich sind immer die betriebliche Gefährdungsbeurteilung, die jeweilige Betriebsanweisung, die Bedienungsanleitung des Herstellers, die Anweisungen der ausbildenden Person und die örtlichen Notfallregeln.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses Lernkurses kannst Du Gefahren in einer Schmiede erkennen, Risiken beurteilen und geeignete Maßnahmen ableiten. Du kannst Handwerkzeuge vor der Benutzung kontrollieren, heiße Werkstücke sicher führen und wichtige Sicherheitsregeln für Maschinen erklären. Außerdem kannst Du begründen, wann welche Persönliche Schutzausrüstung erforderlich ist und weshalb Handschuhe an rotierenden Maschinen besonders kritisch sein können.


Grundlagen des sicheren Arbeitens


Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Unterweisung

Sicheres Arbeiten beginnt vor dem ersten Hammerschlag. Der Betrieb ermittelt im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung, welche Gefahren an einem Arbeitsplatz auftreten und welche Maßnahmen erforderlich sind. Daraus entstehen unter anderem Betriebsanweisungen, Prüfpläne, Wartungsregeln und Vorgaben für die persönliche Schutzausrüstung.

Die Betriebsanweisung beschreibt die Gefahren, Schutzmaßnahmen, das Verhalten bei Störungen, die Erste Hilfe und die sachgerechte Entsorgung. In der Unterweisung wird Dir erklärt und praktisch gezeigt, wie Du eine Tätigkeit sicher ausführst. Du darfst Maschinen nur benutzen, wenn Du unterwiesen, mit ihrer Bedienung vertraut und dazu berechtigt bist.


Das STOP-Prinzip

Schutzmaßnahmen werden nach dem STOP-Prinzip ausgewählt. Die Reihenfolge ist wichtig, weil technische und organisatorische Lösungen Gefahren möglichst unabhängig vom Verhalten einzelner Personen vermindern.

  1. Substitution: Ein gefährliches Verfahren, ein Arbeitsstoff oder ein Werkzeug wird durch eine weniger gefährliche Lösung ersetzt.
  2. Technische Schutzmaßnahme: Schutzeinrichtungen, Absaugungen, Einhausungen oder sichere Steuerungen vermindern die Gefahr.
  3. Organisatorische Schutzmaßnahme: Arbeitsbereiche, Zuständigkeiten, Prüfungen, Unterweisungen und Abläufe werden verbindlich geregelt.
  4. Persönliche Schutzmaßnahme: Geeignete persönliche Schutzausrüstung schützt vor verbleibenden Gefährdungen.

PSA ist deshalb nicht die erste, sondern die letzte Stufe der Schutzmaßnahmen. Eine Schutzbrille kann beispielsweise wegfliegende Partikel abhalten, ersetzt aber weder eine funktionsfähige Schutzhaube noch das sichere Einspannen eines Werkstücks.


Die Vier-Schritte-Kontrolle vor Arbeitsbeginn

  1. Arbeitsauftrag prüfen: Kläre Werkstoff, Arbeitsschritte, benötigte Temperatur, Werkzeuge, Maschinen und Zuständigkeiten.
  2. Arbeitsplatz prüfen: Entferne Stolperstellen, brennbare Stoffe und unnötige Gegenstände aus dem Gefahrenbereich.
  3. Arbeitsmittel prüfen: Kontrolliere Werkzeuge, Schutzeinrichtungen, Leitungen, Bedienelemente und Not-Halt-Einrichtungen auf erkennbare Mängel.
  4. Schutzmaßnahmen herstellen: Lege geeignete PSA an, sichere das Werkstück und sperre den notwendigen Arbeitsbereich ab.


Gefahren in der Schmiede


Hitze, Feuer und heiße Werkstücke

Ein erhitztes Werkstück kann auch dann gefährlich heiß sein, wenn es nicht mehr sichtbar glüht. Verlasse Dich deshalb niemals nur auf die Farbe des Metalls. Heiße Werkstücke werden mit einer geeigneten Schmiedezange geführt und ausschließlich auf festgelegten, hitzebeständigen Flächen abgelegt. Andere Personen müssen erkennen können, dass ein Werkstück heiß ist. Im Betrieb werden dafür eindeutige Ablageplätze, Kennzeichnungen oder abgesprochene Warnrufe verwendet.

Die Zange muss zur Form und Größe des Werkstücks passen. Ihre Backen sollen das Material sicher umfassen, ohne dass Du übermäßig stark zugreifen musst. Zu kurze Zangen vergrößern die Wärmeeinwirkung auf die Hände; ungeeignete Zangen können das Werkstück verlieren. Richte die Zange so aus, dass das Werkstück bei einem Hammerschlag nicht seitlich herausgedrückt wird.

An Esse, Gasofen oder Induktionsanlage gelten die jeweiligen Betriebsanweisungen. Achte besonders auf ausreichende Lüftung, sichere Brennstoffzufuhr, freie Fluchtwege und geeignete Löschmittel. Gasgeruch, ungewöhnliche Flammenbilder, beschädigte Leitungen oder Störungen an der Absaugung sind Gründe, die Arbeit sofort zu unterbrechen und die zuständige Person zu informieren.


Funken, Zunder und wegfliegende Teile

Beim Schmieden löst sich häufig Zunder, also eine spröde Oxidschicht auf der Werkstückoberfläche. Zunderteilchen können durch Hammerschläge, Pressbewegungen oder Druckluft weggeschleudert werden. Auch abgescherte Grate, abgebrochene Werkzeugteile und Funken können Augen und Haut verletzen.

Trage den vorgeschriebenen Augen- oder Gesichtsschutz und halte andere Personen außerhalb des Gefahrenbereichs. Entferne Zunder mit dafür vorgesehenen Werkzeugen. Druckluft darf nicht zum Abblasen von Kleidung oder Körperteilen verwendet werden. Richte Funken und Partikel niemals auf Personen, Gasflaschen, Leitungen oder brennbare Stoffe.

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Lärm und Vibrationen

Hammerschläge, Maschinenhämmer, Schleifarbeiten und abgesaugte Druckluft können hohe Lärmpegel verursachen. Lärm kann das Gehör dauerhaft schädigen und die Verständigung erschweren. Verwende den vorgeschriebenen Gehörschutz und achte darauf, dass Warnsignale weiterhin wahrnehmbar bleiben.

Vibrationen entstehen unter anderem an handgeführten Schleifmaschinen und Schlagwerkzeugen. Geeignete Maschinen, intakte Griffe, scharfe beziehungsweise passende Werkzeuge, begrenzte Einsatzzeiten und ergonomische Arbeitsweisen reduzieren die Belastung. Taube Finger, Kribbeln oder Schmerzen sind Warnzeichen, die Du melden musst.


Quetsch-, Scher- und Einzugsstellen

An Maschinenhämmern, Pressen, Walzen, Bohrmaschinen und Schleifmaschinen entstehen Gefahrstellen durch bewegte Teile. Besonders gefährlich sind Quetschstellen zwischen Werkzeug und Werkstück, Scherstellen an bewegten Maschinenteilen sowie Einzugsstellen an rotierenden Werkzeugen.

Greife niemals in einen Gefahrenbereich, solange eine Bewegung möglich ist. Beachte auch den Nachlauf: Ein Werkzeug kann sich nach dem Ausschalten weiterbewegen. Schutzeinrichtungen, Verriegelungen, Zweihandschaltungen, Fußschalterabdeckungen und Not-Halt-Einrichtungen dürfen nicht entfernt, blockiert oder umgangen werden.


Sicherer Umgang mit Handwerkzeugen


Schmiedehammer und Vorschlaghammer

Kontrolliere vor Arbeitsbeginn Hammerkopf, Bahn, Finne, Stiel und Befestigung. Ein lockerer Hammerkopf, ein gerissener Stiel oder scharf ausgezogene Grate am Hammerkopf können schwere Verletzungen verursachen. Mangelhafte Werkzeuge werden deutlich gekennzeichnet, aus dem Arbeitsbereich entfernt und fachgerecht instand gesetzt oder ausgesondert.

Wähle das Hammergewicht passend zur Tätigkeit und zu Deinen körperlichen Voraussetzungen. Halte den Stiel sicher, aber nicht verkrampft. Achte auf einen stabilen Stand und ausreichend Freiraum für die Schlagbewegung. Schlage nicht mit der Seitenfläche eines Hammers, sofern das Werkzeug dafür nicht vorgesehen ist.

Bei Arbeiten mit Zuschläger oder Vorschlaghammer sind klare Kommandos erforderlich. Nur eine Person gibt die Arbeitszeichen. Die beteiligten Personen müssen den Schlagrhythmus, die Position des Werkstücks und das Abbruchsignal kennen. Niemand darf sich in der Schwungebene des Hammers aufhalten.


Schmiedezangen und Hilfswerkzeuge

Schmiedezangen müssen zum Querschnitt des Werkstücks passen. Zu große oder zu kleine Zangenbacken führen zu unsicherem Halt. Prüfe Gelenk, Niet, Schenkel und Backen auf Risse, starke Verformung und übermäßiges Spiel. Verwende keine improvisierten Verlängerungen, wenn sie nicht für das Werkzeug vorgesehen sind.

Bei Meißeln, Durchschlägern, Setzhämmern und Gesenken müssen Schlagköpfe frei von gefährlichen Aufpilzungen und scharfen Graten sein. Werkzeuge mit beschädigten Arbeitsflächen können absplittern. Halte Hilfswerkzeuge so, dass Hände und Finger außerhalb der Schlagzone bleiben.


Amboss und Arbeitsplatz

Der Amboss muss standsicher befestigt sein. Die Arbeitshöhe soll eine kontrollierte Körperhaltung ermöglichen. Auf der Ambossbahn dürfen keine losen Werkzeuge liegen, die durch einen Schlag herunterfallen oder weggeschleudert werden können.

Halte den Boden trocken und frei von Zunder, Öl, Kabeln und Materialresten. Stäbe und Langmaterial werden so gelagert, dass sie keine Stolper- oder Stoßgefahr bilden. Heiße und kalte Werkstücke benötigen getrennte, eindeutig erkennbare Ablagebereiche.


Sicherer Umgang mit Maschinen


Maschinenhammer und Schmiedepresse

Maschinenhämmer und Schmiedepressen erzeugen sehr große Umformkräfte. Typische Gefährdungen sind Quetschen, Scheren, unerwartete Maschinenbewegungen, herausgeschleuderte Werkstücke, Werkzeugbruch, Zunderflug und Lärm.

Vor dem Einrichten kontrollierst Du Werkzeugaufnahme, Gesenk, Befestigungen, Führungen, Bedienelemente und Schutzeinrichtungen. Ein Probelauf darf nur nach betrieblicher Vorgabe und mit freiem Gefahrenbereich erfolgen. Werkstück und Zange müssen so geführt werden, dass Hände und Körper nicht zwischen bewegte Teile geraten.

Achte bei Fußschaltern darauf, dass sie gegen unbeabsichtigtes Betätigen geschützt und eindeutig zugeordnet sind. Bei ungewöhnlichen Geräuschen, verzögerten Bewegungen, Leckagen, lockeren Werkzeugen oder fehlerhaften Schutzeinrichtungen stoppst Du die Maschine und meldest die Störung.


Winkelschleifer

Ein Winkelschleifer darf nur mit passender Schutzhaube, geeignetem Zusatzhandgriff und einer für Maschine, Werkstoff und Tätigkeit zugelassenen Scheibe verwendet werden. Prüfe, ob die zulässige Drehzahl der Scheibe mindestens der Leerlaufdrehzahl der Maschine entspricht. Beschädigte, feuchte, falsch gelagerte oder abgelaufene Scheiben dürfen nicht benutzt werden.

Spanne das Werkstück sicher ein und halte den Winkelschleifer mit beiden Händen. Stelle Dich so, dass Du einen möglichen Rückschlag kontrollieren kannst. Richte den Funkenflug von Personen, Leitungen, Gasflaschen und brennbaren Stoffen weg. Eine Trennschleifscheibe ist zum Trennen vorgesehen und darf nicht seitlich zum Schruppen belastet werden.

Vor Scheibenwechsel, Reinigung oder Störungsbeseitigung wird die Maschine ausgeschaltet, vom Energienetz getrennt und gegen unbeabsichtigtes Starten gesichert. Warte den vollständigen Stillstand ab, bevor Du die Maschine ablegst.

Bildanalyse: Prüfe kritisch, welche Schutzmaßnahmen auf dem Foto erkennbar sind und welche möglicherweise fehlen. Ein Foto zeigt nicht automatisch eine sichere Arbeitsweise.


Säulenbohrmaschine

An der Säulenbohrmaschine bestehen Einzugsgefahren durch Bohrer, Bohrfutter, Spindel, Werkstück und Späne. Trage eng anliegende Arbeitskleidung. Lange Haare müssen sicher gebunden und Schmuck muss abgelegt werden. Bei Arbeiten an rotierenden Teilen dürfen keine Handschuhe getragen werden, wenn sie erfasst und eingezogen werden können.

Spanne das Werkstück mit Schraubstock, Spannvorrichtung oder geeigneten Hilfsmitteln fest. Halte es niemals nur mit der Hand. Entferne den Bohrfutterschlüssel vor dem Einschalten. Späne werden erst nach Stillstand der Maschine mit Spänehaken, Pinsel oder geeigneter Bürste entfernt. Bremsen mit der Hand, Messen am laufenden Werkstück und Eingriffe in die Rotation sind verboten.


Schleifmaschine und Bandschleifer

Kontrolliere Schleifmittel, Schutzhauben, Auflagen und Absaugung. Schleifscheiben müssen für Maschine, Werkstoff und Drehzahl geeignet sein. Benutze keine sichtbar beschädigte Schleifscheibe. Die Werkstückauflage wird nach Betriebsanweisung so eingestellt, dass das Werkstück nicht zwischen Auflage und Schleifscheibe eingezogen werden kann.

Beim Anschleifen kleiner Werkstücke sind geeignete Haltevorrichtungen erforderlich. Schleife nicht mit übermäßigem Druck, weil dadurch Schleifmittel überlastet und Werkstücke stark erwärmt werden können. Der Funkenflug muss in einen sicheren Bereich gerichtet sein.


Instandhaltung und Störungsbeseitigung

Reinigung, Werkzeugwechsel, Einstellen und Instandhaltung dürfen nur nach betrieblicher Freigabe durchgeführt werden. Vor Arbeiten im Gefahrenbereich müssen alle wirksamen Energiequellen abgeschaltet und gegen Wiedereinschalten gesichert sein. Dazu können elektrische, pneumatische, hydraulische, mechanische und thermische Energien gehören.

Gespeicherte Energie, etwa Druck in Leitungen, angehobene Maschinenteile oder gespannte Federn, muss kontrolliert abgebaut oder sicher fixiert werden. Provisorische Reparaturen, überbrückte Schutzschalter und manipulierte Verriegelungen sind unzulässig.


Persönliche Schutzausrüstung

Die notwendige PSA ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung und der Betriebsanweisung. In einer Schmiede gehören je nach Tätigkeit insbesondere dazu:

  1. Augenschutz: Schutzbrille oder Korbbrille gegen Zunder, Späne und Partikel.
  2. Gesichtsschutz: Zusätzlicher Schutz bei starkem Funken-, Splitter- oder Flüssigkeitseintrag.
  3. Gehörschutz: Kapselgehörschutz oder Gehörschutzstöpsel entsprechend der betrieblichen Auswahl.
  4. Fußschutz: Sicherheitsschuhe mit geeigneter Zehenschutzkappe, rutschhemmender Sohle und gegebenenfalls zusätzlichem Wärmeschutz.
  5. Schutzkleidung: Eng anliegende, für Hitze und Funken geeignete Arbeits- oder Schutzkleidung; Ärmel und Hosenbeine bleiben geschlossen.
  6. Handschutz: Geeignete Handschuhe bei thermischen oder mechanischen Gefährdungen, jedoch nicht an rotierenden Maschinenteilen mit Einzugsgefahr.
  7. Atemschutz: Nur nach Gefährdungsbeurteilung, wenn technische und organisatorische Maßnahmen eine gefährliche Exposition nicht ausreichend verhindern.

Handschuhe sind kein universeller Schutz. Beim Führen heißer Werkstücke können sie erforderlich sein. An rotierenden Maschinen können sie dagegen erfasst werden und die Verletzungsgefahr erheblich erhöhen. Entscheidend ist deshalb immer die konkrete Tätigkeit.


Ergonomie, Ordnung und Zusammenarbeit

Schwere Werkstücke werden mit geeigneten Hebezeugen, Transporthilfen oder im abgestimmten Team bewegt. Überschätze Deine Kraft nicht. Hebe körpernah, vermeide verdrehte Körperhaltungen und plane Ablageorte vor dem Transport.

Eine sichere Schmiede benötigt klare Verkehrswege, ausreichend Beleuchtung, gut erreichbare Not-Halt-Einrichtungen, gekennzeichnete Heißbereiche und geordnete Werkzeugablagen. Beschäftigte müssen sich trotz Lärm verständigen können. Bei gemeinsamer Arbeit werden eindeutige Kommandos, Handzeichen und Abbruchsignale vereinbart.

Müdigkeit, Zeitdruck, Ablenkung und unklare Zuständigkeiten erhöhen das Unfallrisiko. Unterbrich die Arbeit, wenn Du einen Ablauf nicht sicher beherrschst oder eine Situation nicht beurteilen kannst. Nachfragen ist ein Zeichen professionellen Handelns.


Verhalten bei Störungen und Notfällen

Bei einer Störung gilt: Maschine stoppen, Gefahrenbereich sichern, zuständige Person informieren und keine eigenmächtigen Reparaturen durchführen. Nutze den Not-Halt, wenn eine unmittelbare Gefahr besteht. Der Not-Halt ersetzt jedoch nicht das sichere Freischalten für Instandhaltungsarbeiten.

Bei Verbrennungen wird die betroffene Person aus dem Gefahrenbereich gebracht und betriebliche Erste Hilfe veranlasst. Festhaftende Kleidung oder Metallteile werden nicht gewaltsam entfernt. Augenverletzungen durch Fremdkörper oder Strahlung müssen fachgerecht versorgt werden. Jeder Unfall und jedes Beinaheereignis wird gemeldet, damit Ursachen untersucht und Schutzmaßnahmen verbessert werden können.


Merksätze für die Praxis

  1. Vor Arbeitsbeginn: Auftrag, Arbeitsplatz, Arbeitsmittel und Schutzmaßnahmen prüfen.
  2. Bei heißem Metall: Temperatur niemals nur nach der Farbe beurteilen.
  3. Bei Handwerkzeugen: Beschädigte Werkzeuge sofort aussortieren.
  4. Bei Maschinen: Schutzeinrichtungen niemals umgehen.
  5. Bei Rotation: Keine Handschuhe, lose Kleidung, offenen Haare oder Schmuck im Einzugsbereich.
  6. Bei Störungen: Stoppen, sichern, melden und nur befugt instand setzen.
  7. Bei Teamarbeit: Kommandos und Abbruchsignal vor Beginn vereinbaren.


Fachliche Orientierung

  1. BGHM: Pressen und Schmieden
  2. BGHM: Arbeitsschutz Kompakt – Winkelschleifer
  3. DGUV Regel 109-607 – Branche Metallbau
  4. DGUV: Persönliche Schutzausrüstung und rotierende Maschinenteile
  5. DGUV: Fußschutz


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Reihenfolge entspricht dem STOP-Prinzip? (Substitution, technische, organisatorische, persönliche Maßnahmen) (!Persönliche, organisatorische, technische, substituierende Maßnahmen) (!Technische, persönliche, substituierende, organisatorische Maßnahmen) (!Organisatorische, persönliche, technische, substituierende Maßnahmen)




Wann darfst Du eine Schmiedemaschine benutzen? (Nach Unterweisung, Einweisung und betrieblicher Berechtigung) (!Sobald Du die Maschine einmal beobachtet hast) (!Wenn gerade keine ausbildende Person anwesend ist) (!Wenn die Maschine bereits eingeschaltet ist)




Wie wird ein heißes Werkstück sicher geführt? (Mit einer geeigneten Schmiedezange und festgelegter heißer Ablage) (!Mit bloßen Händen bei dunkler Metallfarbe) (!Mit einer beliebigen kurzen Zange) (!Mit einem lose aufgelegten Draht)




Was ist bei einem lockeren Hammerkopf zu tun? (Den Hammer sofort aussondern und fachgerecht instand setzen lassen) (!Den Hammer nur für leichte Schläge weiterverwenden) (!Den Hammerkopf während der Arbeit mit der Hand festhalten) (!Den Hammerstiel mit Öl behandeln und weiterarbeiten)




Welche Gefahr ist am Maschinenhammer besonders typisch? (Quetschen zwischen Werkzeug, Werkstück und Maschinenteilen) (!Sonnenbrand durch Tageslicht) (!Erfrieren am Amboss) (!Verlust der Netzverbindung)




Wie wird eine Trennschleifscheibe verwendet? (Zum Trennen ohne seitliches Schruppen) (!Zum kräftigen seitlichen Schleifen) (!Zum Polieren mit maximalem Druck) (!Zum Schneiden ohne Schutzhaube)




Welche Regel gilt an der laufenden Säulenbohrmaschine? (Keine Handschuhe im Einzugsbereich rotierender Teile tragen) (!Das Werkstück mit der Hand festhalten) (!Späne mit den Fingern entfernen) (!Den Bohrfutterschlüssel stecken lassen)




Was ist vor einer Instandhaltung im Gefahrenbereich erforderlich? (Energiequellen abschalten und gegen Wiedereinschalten sichern) (!Nur die Arbeitsbeleuchtung ausschalten) (!Die Maschine auf höchste Drehzahl stellen) (!Die Schutzhaube entfernen und weiterarbeiten)




Was ist bei gemeinsamer Arbeit mit einem Vorschlaghammer wichtig? (Eindeutige Kommandos und ein vereinbartes Abbruchsignal) (!Gleichzeitige Kommandos aller Beteiligten) (!Arbeiten ohne Sichtkontakt und Absprache) (!Möglichst wechselnde Schlagrichtungen)




Wie reagierst Du auf ungewöhnliche Geräusche an einer Maschine? (Arbeit stoppen, Maschine sichern und Störung melden) (!Lauter arbeiten, damit das Geräusch nicht auffällt) (!Die Schutzeinrichtung entfernen) (!Die Maschine bis zur Pause weiterlaufen lassen)





Memory

Gefährdungsbeurteilung Systematische Ermittlung und Bewertung von Risiken
Betriebsanweisung Arbeitsplatzbezogene Regeln für sicheres Verhalten
Zunder Spröde Oxidschicht auf heißem Metall
Schmiedezange Werkzeug zum sicheren Führen eines Werkstücks
Schutzhaube Abschirmung gegen Berührung und wegfliegende Teile
Nachlauf Bewegung eines Werkzeugs nach dem Ausschalten
Freiformschmieden Umformen ohne vollständig formgebendes Gesenk
Not-Halt Einrichtung zum Stoppen bei unmittelbarer Gefahr





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Schutzmaßnahme
Funkenflug Brennbare Stoffe entfernen und Flugrichtung kontrollieren
Rotierende Spindel Keine Handschuhe im Einzugsbereich tragen
Lockerer Hammerkopf Werkzeug sofort aussondern
Quetschstelle am Maschinenhammer Gefahrenbereich freihalten und Schutzeinrichtung nutzen
Heißes Werkstück Gekennzeichnete hitzebeständige Ablage verwenden






Kreuzworträtsel

Zunder Wie heißt die Oxidschicht, die sich beim Erhitzen auf Metall bildet?
Amboss Auf welchem Werkzeug wird beim Handschmieden geformt?
Schutzhaube Welche Einrichtung schirmt rotierende Werkzeuge und Teile ab?
Unterweisung Wie heißt die betriebliche Vermittlung sicherer Arbeitsweisen?
Schmiedezange Welches Werkzeug hält ein heißes Werkstück?
Gehörschutz Welche PSA vermindert die Einwirkung von Lärm?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Vor jeder Tätigkeit werden Arbeitsauftrag, Arbeitsplatz, Arbeitsmittel und

geprüft. Ein heißes Werkstück wird mit einer passenden

geführt. Die spröde Oxidschicht auf einem heißen Werkstück heißt

. Beschädigte Hämmer müssen sofort

werden. Am Maschinenhammer sind besonders Quetsch- und

zu beachten. Eine Trennschleifscheibe darf nicht seitlich zum

verwendet werden. Werkstücke müssen an der Säulenbohrmaschine sicher

sein. Im Einzugsbereich rotierender Teile dürfen keine

getragen werden. Vor Instandhaltungsarbeiten muss die Maschine gegen

gesichert werden. Bei einer Störung wird die Arbeit gestoppt und die zuständige Person

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. PSA-Kontrolle: Erstelle eine Checkliste für die persönliche Schutzausrüstung bei einer typischen Schmiedearbeit und begründe jede Position.
  2. Werkzeugprüfung: Untersuche unter Aufsicht drei Handwerkzeuge und dokumentiere erkennbare Mängel, Prüfmerkmale und notwendige Maßnahmen.
  3. Heißbereich kennzeichnen: Entwirf ein gut verständliches Schild für die Ablage heißer Werkstücke.
  4. Sicherheitsbeobachtung: Analysiere eines der Bilder im Lernkurs und notiere sichere, unsichere und nicht eindeutig erkennbare Verhaltensweisen.


Standard

  1. Gefährdungsbeurteilung Schmieden: Erstelle für das Schmieden eines einfachen Hakens eine Tabelle mit Gefährdungen, Risiken und Maßnahmen nach dem STOP-Prinzip.
  2. Betriebsanweisung Winkelschleifer: Entwirf eine kurze Betriebsanweisung mit Vorbereitung, Durchführung, Verhalten bei Störungen und Arbeitsende.
  3. Arbeitsplatzplan Schmiede: Zeichne einen maßstäblichen Plan mit Verkehrswegen, Heißbereich, Maschinen, Materiallager, Not-Halt und Feuerlöscheinrichtungen.
  4. Interview Arbeitssicherheit: Befrage eine Fachkraft, eine ausbildende Person oder eine Sicherheitsfachkraft zu typischen Beinaheunfällen und Verbesserungsmaßnahmen.


Schwer

  1. Unterweisung gestalten: Plane und halte eine zehnminütige Unterweisung zur sicheren Verwendung eines Schmiedehammers oder einer Säulenbohrmaschine.
  2. Beinaheunfall analysieren: Entwickle ein realistisches Fallbeispiel und untersuche unmittelbare Ursachen, organisatorische Ursachen und geeignete Präventionsmaßnahmen.
  3. Freischaltplan Maschine: Erstelle für eine ausgewählte Maschine einen Ablauf zum Abschalten, Sichern, Prüfen und Wiederinbetriebnehmen.
  4. Ergonomieprojekt Schmiede: Analysiere Körperhaltung, Greifwege, Werkstücktransport und Lärmbelastung an einem Arbeitsplatz und schlage umsetzbare Verbesserungen vor.




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Lernkontrolle

  1. Transfer Maschinenwahl: Vergleiche Handschmieden und Arbeiten am Maschinenhammer. Begründe, welche zusätzlichen Gefahren und Schutzmaßnahmen beim Maschinenhammer entstehen.
  2. Maßnahmenhierarchie: Ein Beschäftigter trägt Schutzbrille, während die Schutzhaube am Winkelschleifer fehlt. Beurteile die Situation mithilfe des STOP-Prinzips.
  3. Fehleranalyse Bohren: Ein Werkstück wird an der Säulenbohrmaschine mit der Hand gehalten und der Bohrfutterschlüssel steckt noch. Entwickle einen sicheren Arbeitsablauf.
  4. Teamarbeit Vorschlaghammer: Erstelle ein Kommunikationsschema mit Startsignal, Korrektursignal, Unterbrechung und Notabbruch für zwei gemeinsam arbeitende Personen.
  5. Störung Maschinenhammer: Die Maschine bewegt sich verzögert und macht ungewöhnliche Geräusche. Beschreibe Dein Vorgehen vom ersten Warnzeichen bis zur möglichen Wiederinbetriebnahme.
  6. Werkstattorganisation: In einer Schmiede liegen Zangen, Kabel und Materialreste auf dem Boden. Ordne die Ursachen technischen, organisatorischen und persönlichen Bereichen zu und entwickle dauerhafte Lösungen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Regeln aufsagen, sondern eine sichere Arbeitsweise praktisch begründen und anwenden kannst.

  1. Du erkennst Hitze-, Brand-, Lärm-, Quetsch-, Scher-, Einzugs- und Splittergefahren.
  2. Du leitest Schutzmaßnahmen in der Reihenfolge des STOP-Prinzips ab.
  3. Du prüfst Handwerkzeuge und Maschinen auf erkennbare Mängel.
  4. Du wählst geeignete Werkzeuge, Spannmittel und persönliche Schutzausrüstung aus.
  5. Du führst einen Arbeitsauftrag strukturiert und unter Beachtung der Betriebsanweisung durch.
  6. Du reagierst bei Störungen, Unfällen und Beinaheereignissen fachgerecht.
  7. Du erklärst die besondere Handschuhregel an rotierenden Maschinen.
  8. Du dokumentierst Gefährdungen und kommunizierst sicher im Arbeitsteam.




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