Schweißkonstruktionen und Schweißqualität – Schweißanweisungen erschließen
Schweißkonstruktionen und Schweißqualität – Schweißanweisungen erschließen
Zielgruppe: Ausbildung in Metalltechnik, Konstruktionstechnik, Fertigungstechnik und verwandten Berufen
Kurzbeschreibung: Du lernst, eine Schweißanweisung (WPS) systematisch zu erschließen. Im Mittelpunkt stehen Gültigkeit, Werkstoffbezug und festgelegte Bedingungen. Du entscheidest anhand eines konkreten Ausbildungsfalls, ob eine WPS zu Bauteil und Auftrag passt, und begründest Deine Entscheidung.
Wichtig: Dieser Lernkurs vermittelt Wissen zum Lesen und Beurteilen von Schweißanweisungen. Er ist keine Schweißerqualifikation und ersetzt weder eine Schweißerprüfung noch betriebliche Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung oder Fachaufsicht. Praktische Schweißarbeiten finden ausschließlich im dafür geeigneten Ausbildungsbereich, mit freigegebener Ausrüstung und unter Fachaufsicht statt.

Beobachtungsauftrag zum Bild: Erkennst Du persönliche Schutzausrüstung, Lichtbogen und Funken? Welche Gefährdung ist auf dem Foto kaum sichtbar? – Der Schweißrauch.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du:
- Schweißanweisung: Zweck, Kennzeichnung und wesentliche Felder einer WPS erklären.
- Geltungsbereich: erkennen, dass eine WPS nur innerhalb festgelegter Bedingungen angewendet werden darf.
- Werkstoffgruppe: Werkstoffbezeichnung und Werkstoffgruppe voneinander unterscheiden.
- Schweißprozess: Prozess, Position, Nahtart, Zusatzwerkstoff, Schutzgas und Temperaturbedingungen aus einer WPS entnehmen.
- Schweißqualität: Fertigungsbedingungen der WPS von Qualitäts- und Abnahmekriterien unterscheiden.
- Arbeitsschutz: Schweißrauch, optische Strahlung, Hitze, elektrischen Strom und Brandgefahr in Entscheidungen einbeziehen.
- Qualitätssicherung: bei Abweichungen nicht improvisieren, sondern stoppen, klären und freigeben lassen.
Einleitung
Eine WPS beschreibt, wie eine bestimmte Schweißverbindung unter festgelegten Bedingungen hergestellt werden soll. Für Lichtbogenschweißprozesse legt DIN EN ISO 15609-1 Anforderungen an den Inhalt solcher Schweißanweisungen fest. Die darin genannten Einflussgrößen sind relevant für die Qualität der Schweißverbindung.[1]
Eine WPS beantwortet deshalb nicht die Frage „Kann ich irgendwie schweißen?“, sondern: Passt genau diese freigegebene Anweisung zu genau diesem Bauteil und Auftrag?
Die Qualifizierung eines Schweißverfahrens kann zum Beispiel über eine Schweißverfahrensprüfung nach DIN EN ISO 15614-1 erfolgen. Die aktuelle veröffentlichte deutsche Fassung ist DIN EN ISO 15614-1:2020-05; ein neuer Entwurf befindet sich in Bearbeitung. Ein Entwurf ersetzt eine geltende Norm nicht automatisch.[2]
Lerneinheit 1: WPS, pWPS und WPQR unterscheiden
WPS = Welding Procedure Specification = Schweißanweisung.
pWPS = vorläufige Schweißanweisung. Sie kann Ausgangspunkt einer Verfahrensprüfung sein.
WPQR = Welding Procedure Qualification Record. Er dokumentiert die Qualifizierung des Schweißverfahrens und den daraus ableitbaren Geltungsbereich.
Merksatz: Die WPS gibt Arbeitsbedingungen vor. Der Qualifizierungsnachweis begründet, in welchem Bereich das Verfahren freigegeben ist.
Medienauftrag: Notiere beim Video nur fünf Felder, die Du in einer WPS erwartest: Werkstoff, Naht, Prozess, Zusatzwerkstoff und Parameter. Gleiche die Begriffe anschließend mit Deiner betrieblichen WPS und nicht mit dem Video allein ab.
Begründetes Feedback: Ein Erklärvideo kann beim Lesen helfen, ist aber keine normative Quelle. Für die betriebliche Entscheidung zählen freigegebene Dokumente, die geltenden Regelwerke und die zuständige Schweißaufsicht.
Lerneinheit 2: Gültigkeit in fünf Prüfschritten
Prüfe eine WPS in dieser Reihenfolge:
- Identität: WPS-Nummer, Revision, Freigabe und zugehöriger Qualifizierungsnachweis.
- Werkstoff: Werkstoffbezeichnung und zugehörige Werkstoffgruppe.
- Bauteil: Nahtart, Stoßart, Blech- oder Rohrabmessung und gegebenenfalls Durchmesser.
- Ausführung: Schweißprozess, Schweißposition, Zusatzwerkstoff, Schutzgas und Lagenfolge.
- Bedingungen: elektrische Größen, Draht- oder Elektrodenabmessung, Temperaturvorgaben, Wärmeführung und weitere festgelegte Bereiche.
Entscheidungsregel: Liegt eine geforderte Größe außerhalb des freigegebenen Bereichs oder ist die Zuordnung unklar, wird nicht „passend gemacht“. Die Abweichung wird geklärt.

Beobachtungsauftrag zur Zeichnung: Ordne Stromquelle, Drahtzufuhr, Schutzgas, Brenner und Werkstück den Angaben zu, die in einer MAG-WPS wiederzufinden sein können.
Begründetes Feedback: Eine WPS steuert nicht nur den Lichtbogen. Sie verbindet Bauteil, Werkstoff, Schweißzusatz, Prozessausrüstung und festgelegte Prozessbedingungen.
Lerneinheit 3: Werkstoffbezug richtig lesen
Werkstoffe werden für schweißtechnische Zwecke gruppiert. Seit 2026 ist in Deutschland DIN EN ISO 15608:2026-02 die aktuelle Norm zur Gruppeneinteilung metallischer Werkstoffe.[3]
Wichtig: Eine Werkstoffgruppe ersetzt die genaue Werkstoffbezeichnung nicht. Für die Entscheidung brauchst Du beides: den tatsächlich eingesetzten Werkstoff und den qualifizierten Geltungsbereich.
Im Ausbildungsfall wird S355J2+N verwendet. Dieser Werkstoff wird der Gruppe 1.2 zugeordnet. Prüfe trotzdem immer die gültige betriebliche Unterlage und den zugehörigen Qualifizierungsnachweis.
Lerneinheit 4: Zeichnung, Naht und Position
Eine WPS muss zur vorgesehenen Verbindung passen. Achte besonders auf Stoßart, Nahtart, Schweißposition und Abmessungen.

Beobachtungsauftrag: Welche Darstellungen zeigen eine Kehlnaht? Vergleiche Bauteildarstellung und Schweißsymbol. Entscheide anschließend, welche Angabe aus der technischen Zeichnung Du in der WPS wiederfinden musst.
Begründetes Feedback: Zeichnung und WPS erfüllen verschiedene Aufgaben. Die Zeichnung beschreibt die konstruktive Forderung; die WPS beschreibt die freigegebene Herstellung.

Beobachtungsauftrag: Beschreibe Nahtwurzel, Nahtoberfläche und Nahtübergang mit eigenen Worten. Nutze die Darstellung nur als Lernhilfe und die betriebliche Zeichnung als Auftragsgrundlage.
Lerneinheit 5: Prozessbedingungen sind festgelegt
Bei einer freigegebenen WPS sind Prozessbedingungen nicht beliebig. Typische Felder sind:
- Schweißprozess: zum Beispiel Prozess 135 für MAG-Schweißen mit Massivdrahtelektrode.
- Schweißposition: zum Beispiel PB.
- Schweißzusatz: Art und Durchmesser.
- Schutzgas: Gasgruppe oder genaue festgelegte Zusammensetzung.
- Schweißparameter: je nach WPS zum Beispiel Strom, Spannung, Drahtvorschub, Schweißgeschwindigkeit oder Wärmeeinbringung.
- Temperaturführung: zum Beispiel Vorwärm- und Zwischenlagentemperatur.
Beobachtungsauftrag: Achte auf Brennerführung und Bewegung. Welche sichtbare Änderung könnte die reale Schweißgeschwindigkeit verändern?
Entscheidungsauftrag: Darfst Du eine im Video gezeigte Technik übernehmen, wenn sie nicht zur freigegebenen WPS Deines Auftrags passt?
Begründetes Feedback: Nein. Eine Prozessdemonstration zeigt Möglichkeiten. Die Fertigung richtet sich nach der freigegebenen WPS und den betrieblichen Vorgaben.
Lerneinheit 6: Werkstoffwechsel bedeutet neue Prüfung der Anwendbarkeit
Das Video zeigt MIG-Schweißen von Aluminium. Vergleiche es mit dem Stahlfall.
Beobachte: Welche Unterschiede werden bei Werkstoff, Draht, Brennerausrüstung und Bauteilvorbereitung sichtbar?
Entscheide: Kann eine MAG-WPS für S355J2+N unverändert auf Aluminium übertragen werden?
Begründetes Feedback: Nein. Werkstoff, Prozessbedingungen und Qualifizierungsumfang unterscheiden sich. Ein Werkstoffwechsel wird nicht aus Ähnlichkeit abgeleitet, sondern anhand freigegebener Unterlagen geprüft.
Lerneinheit 7: Schweißqualität ist mehr als eine schöne Naht
DIN EN ISO 5817 legt Bewertungsgruppen für Unregelmäßigkeiten an Schmelzschweißverbindungen aus Stahl, Nickel, Titan und deren Legierungen fest.[4]
Achtung: Die WPS legt den Herstellungsweg fest. Die geforderte Qualitätsstufe, Prüfart und Annahmekriterien kommen aus Zeichnung, Produktspezifikation, Vertrag oder anwendbarem Regelwerk. Eine WPS allein entscheidet nicht, ob ein fertiges Bauteil abnahmefähig ist.

Beobachtungsauftrag: Beschreibe ausschließlich sichtbare Merkmale der Naht. Vermeide Aussagen über innere Fehler, wenn keine geeignete Prüfung vorliegt.
Begründetes Feedback: Sichtprüfung kann Oberflächenmerkmale beurteilen. Aussagen über innere Unregelmäßigkeiten brauchen geeignete Prüfverfahren und die dafür festgelegte Bewertung.
Lerneinheit 8: Sicherheit ist Teil der Arbeitsentscheidung
Beim Lichtbogenschweißen bestehen unter anderem Gefährdungen durch elektrischen Strom, Lichtbogenstrahlung, thermische Energie, Gefahrstoffe und Brand. Die DGUV Information 209-010 beschreibt diese Gefährdungen und Schutzmaßnahmen.[5]
Die TRGS 528 behandelt Gefahrstoffe bei schweißtechnischen Arbeiten. Schweißrauche und Gase müssen in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden.[6]
Schweißrauch: Technische Erfassung möglichst nahe an der Entstehungsstelle hat hohe Bedeutung. Raumlüftung kann ergänzen, ersetzt eine wirksame Erfassung an der Quelle aber nicht grundsätzlich.[7]
Strahlung: Lichtbogenschweißen kann starke UV-, sichtbare und infrarote Strahlung erzeugen. Auch Personen in der Umgebung müssen geschützt werden.[8]
Hitze und Brand: Heiße Bauteile, Funken und Schweißspritzer können Verbrennungen und Brände verursachen.
Strom: Beschädigte Leitungen, ungeeignete Umgebungsbedingungen oder feuchte Kleidung können das Risiko eines Stromunfalls erhöhen.
Ausbildungsregel: Praktische Arbeiten erfolgen nur im dafür vorgesehenen Ausbildungsbereich, nach Unterweisung, mit geeigneten Schutzmaßnahmen und unter Fachaufsicht.
Beobachtungsauftrag: Finde im Video Hinweise auf Werkstückvorbereitung, Zusatzwerkstoff, Gas, Nahtbehandlung und persönliche Schutzausrüstung.
Entscheidungsauftrag: Eine WPS passt technisch, aber die Absaugung ist ausgefallen. Starten oder stoppen?
Begründetes Feedback: Stoppen. Eine passende WPS hebt Arbeitsschutzanforderungen nicht auf.
Ausbildungsfall: Rahmenkonsole K-17
Didaktisches Fallbeispiel – keine Fertigungsfreigabe und keine reale WPS.
In einer Ausbildungswerkstatt soll ein Aussteifungsblech an einen Rahmen geheftet und später fachgerecht verschweißt werden. Du bereitest nur die Dokumentenprüfung vor.
Auftragsdaten:
- Grundwerkstoff: S355J2+N
- Werkstoffgruppe: 1.2
- Blechdicke: 8 mm
- Verbindung: T-Stoß mit Kehlnaht
- Schweißposition: PB
- geplanter Prozess: 135 MAG
- Zusatzwerkstoff: Massivdraht G3Si1, 1,0 mm
- Schutzgas: M21
- Qualitätsforderung: laut Zeichnung und Fertigungsunterlagen
- praktische Ausführung: nur nach Freigabe und unter Fachaufsicht
WPS A – didaktischer Auszug:
- Werkstoffbereich: S355 / Gruppe 1.2
- Dicke: 6 bis 12 mm
- Verbindung: Kehlnaht am T-Stoß
- Position: PB
- Prozess: 135
- Draht: G3Si1, 1,0 mm
- Gas: M21
- weitere Parameter: innerhalb des auf der vollständigen WPS angegebenen Bereichs
WPS B – didaktischer Auszug:
- Werkstoff: 1.4301
- Verbindung: Stumpfnaht
- Position: PA
- Prozess: 141 WIG
- Zusatz: WIG-Stab
- Gas: Inertgas
- Dicke: 2 bis 4 mm
Entscheidung: Welche WPS passt zum Ausbildungsfall?
Begründetes Feedback: WPS A stimmt in den gezeigten Merkmalen mit dem Auftrag überein. Trotzdem reicht dieser Auszug für eine reale Fertigungsfreigabe nicht. Vor Ausführung wären vollständige WPS, Revision, Freigabe, zugehöriger Qualifizierungsnachweis, Zeichnung, Qualitätsanforderungen und Arbeitsschutzbedingungen zu prüfen.
Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall
Hilfe 1 – Fünf Fragen
- Ist der Werkstoff abgedeckt?
- Ist die Dicke abgedeckt?
- Stimmen Naht und Stoßart?
- Stimmen Prozess und Position?
- Stimmen Zusatzwerkstoff und Schutzgas?
Hilfe 2 – Ausschlussprinzip
Wenn bereits Werkstoff, Nahtart oder Prozess eindeutig nicht passen, ist die WPS für diesen Auftrag nicht ohne weitere Klärung anwendbar.
Hilfe 3 – Profi-Prüfung
Auch eine scheinbar passende WPS wird erst nach Prüfung von Dokumentenidentität, Revision, vollständigem Parameterbereich und Qualifizierungsgrundlage verwendet. Die Schweißaufsicht entscheidet bei Unklarheiten.
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben
Basisaufgabe
Aufgabe: Nenne drei Felder einer WPS, die Du vor Beginn eines Auftrags prüfen musst.
Begründetes Feedback: Geeignet sind zum Beispiel Werkstoff, Nahtart, Prozess, Position, Abmessung, Zusatzwerkstoff, Schutzgas oder Temperaturbedingungen. Entscheidend ist, dass Du nicht nur einen einzelnen Parameter ansiehst.
Anwendungsaufgabe
Aufgabe: Der Auftrag fordert PB, die bereitgestellte WPS nennt nur PA. Was tust Du?
Begründetes Feedback: Du stoppst die Dokumentenfreigabe und klärst den Geltungsbereich. Du änderst weder die Zeichnung noch die WPS eigenmächtig.
Transferaufgabe
Aufgabe: Ein Bauteil wird statt aus S355J2+N aus einem nichtrostenden Stahl gefertigt. Prozess und Nahtgeometrie bleiben gleich. Erkläre, warum Du trotzdem die WPS neu prüfen musst.
Begründetes Feedback: Werkstoffgruppe, Zusatzwerkstoff, Schutzgas, Wärmeführung, Prozessverhalten und Qualifizierungsumfang können sich ändern. Gleiches Bauteil bedeutet deshalb nicht automatisch gleiche Schweißanweisung.
Medien- und Quellencheck
Die Bilder dieses Kurses stammen aus Wikimedia Commons und wurden anhand der jeweiligen Dateibeschreibungsseite auf ihre Lizenz geprüft.
- GMAW.welding.af.ncs.jpg: Public Domain in den USA als Werk der U.S. Air Force. Commons-Dateiseite
- GMAW Circuit.png: Creative Commons Attribution-ShareAlike, unter anderem CC BY-SA 3.0. Commons-Dateiseite
- Fillet Weld Notation.png: CC BY-SA 3.0 / GFDL. Commons-Dateiseite
- Parts of a fillet weld.png: CC BY-SA 3.0 / GFDL. Commons-Dateiseite
- Tig Welding.jpg: CC BY-SA 4.0. Commons-Dateiseite
- TIG-toorts.jpg: CC0 1.0. Commons-Dateiseite
- 08-TIG-weld.jpg: Lizenzangaben siehe Commons-Dateiseite. Commons-Dateiseite
Die YouTube-Videos werden ausschließlich über den YouTube-Player eingebettet. Sie werden nicht als freie OER-Dateien ausgegeben. Urheber- und Nutzungsrechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern. YouTube stellt für öffentliche Videos eine Einbettungsfunktion bereit; Verfügbarkeit und Einbettungsfreigabe können sich ändern. Die Prozessinhalte wurden für diesen Kurs fachlich mit Normen-, Hersteller- und Arbeitsschutzquellen gegengeprüft. Die Videos ersetzen keine Norm, WPS, Betriebsanweisung oder Unterweisung.
Stand der Quellenprüfung: 06.10.2026.
Normen- und Fachquellen
- DIN EN ISO 15609-1:2019-12: Inhalt von Schweißanweisungen für Lichtbogenschweißen.
- DIN EN ISO 15608:2026-02: Gruppeneinteilung metallischer Werkstoffe.
- DIN EN ISO 15614-1:2020-05: Qualifizierung durch Schweißverfahrensprüfung für den behandelten Anwendungsbereich.
- DIN EN ISO 5817:2023-07: Bewertungsgruppen von Unregelmäßigkeiten.
- DIN EN ISO 9606-1:2017-12: Schweißerprüfung für das Schmelzschweißen von Stählen.
- DGUV Information 209-010: Gefährdungen und Schutzmaßnahmen beim Lichtbogenschweißen.
- TRGS 528: Gefahrstoffe bei schweißtechnischen Arbeiten.
- BAuA: Optische Strahlung beim Schweißen.
- ↑ DIN EN ISO 15609-1:2019-12 – DIN Media
- ↑ DIN EN ISO 15614-1:2020-05 – DIN Media
- ↑ DIN EN ISO 15608:2026-02 – DIN Media
- ↑ DIN EN ISO 5817:2023-07 – DIN Media
- ↑ DGUV Information 209-010 „Lichtbogenschweißen“
- ↑ TRGS 528 „Schweißtechnische Arbeiten“ – BAuA
- ↑ DGUV Arbeit & Gesundheit – Schweißrauche absaugen
- ↑ BAuA – Gefährdungen durch optische Strahlung beim Schweißen
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wozu dient eine Schweißanweisung WPS hauptsächlich? (Sie legt fest unter welchen Bedingungen eine bestimmte Schweißverbindung hergestellt werden soll) (!Sie ersetzt jede technische Zeichnung) (!Sie bestätigt automatisch die Qualifikation jeder schweißenden Person) (!Sie legt nur die Farbe der Schweißnaht fest)
Was prüfst Du bei der Anwendbarkeit einer WPS zuerst mit? (Werkstoff und Bauteilbedingungen des Auftrags) (!Nur den Namen des Schweißgerätes) (!Nur die Länge des Brenners) (!Nur das Alter des Bauteils)
Welche Aussage zum Werkstoffbezug ist richtig? (Werkstoffbezeichnung und qualifizierter Werkstoffbereich müssen zum Auftrag passen) (!Eine WPS für Stahl gilt automatisch für Aluminium) (!Die Werkstoffgruppe ersetzt immer die genaue Werkstoffbezeichnung) (!Der Werkstoff ist für die WPS ohne Bedeutung)
Was ist bei einem geforderten Parameter außerhalb der freigegebenen WPS zu tun? (Arbeit stoppen und Abweichung fachlich klären) (!Parameter stillschweigend anpassen) (!WPS handschriftlich selbst erweitern) (!Abweichung ignorieren wenn die Naht gut aussieht)
Welche Funktion hat ein WPQR im Zusammenhang mit einer WPS? (Er dokumentiert die Qualifizierung eines Schweißverfahrens) (!Er ersetzt den Arbeitsschutz) (!Er ist nur eine Materialbestellung) (!Er ist ein Schichtplan)
Woher kann die geforderte Bewertungsgruppe einer Schweißnaht kommen? (Aus Zeichnung Produktspezifikation Vertrag oder anwendbarem Regelwerk) (!Nur aus der Farbe des Schweißhelms) (!Immer automatisch aus jeder WPS) (!Nur aus der Tageszeit)
Welche Maßnahme ist beim Schweißrauch besonders wichtig? (Wirksame Erfassung möglichst nahe an der Entstehungsstelle) (!Rauch mit Druckluft im Raum verteilen) (!Absaugung ausschalten wenn der Rauch kaum sichtbar ist) (!Helmvisier öffnen damit mehr Luft an das Gesicht kommt)
Warum müssen auch Personen neben einem Schweißarbeitsplatz geschützt werden? (Lichtbogenstrahlung und Schweißrauch können auch die Umgebung gefährden) (!Nur das Werkstück kann gefährdet sein) (!Strahlung wirkt ausschließlich innerhalb der Schweißdüse) (!Schweißrauch fällt sofort senkrecht zu Boden)
Wann darf eine praktische Schweißaufgabe im Rahmen der Ausbildung durchgeführt werden? (Im geeigneten Ausbildungsbereich nach Unterweisung und unter Fachaufsicht) (!Allein zu Hause nach dem Ansehen eines Videos) (!Ohne Absaugung wenn die WPS technisch passt) (!Ohne Schutzkleidung bei kurzen Nähten)
Welche Aussage zur Qualifikation durch diesen Lernkurs ist richtig? (Der Kurs vermittelt Lernwissen aber keine Schweißerqualifikation) (!Der Kurs ersetzt eine Schweißerprüfung vollständig) (!Der Kurs erteilt automatisch eine internationale Prüfbescheinigung) (!Der Kurs berechtigt ohne weitere Prüfung zu jeder Schweißarbeit)
Memory
| WPS | Schweißanweisung |
| WPQR | Qualifizierungsnachweis |
| Werkstoffgruppe | Werkstoffzuordnung |
| Prozess 135 | MAG-Massivdraht |
| PB | Horizontal-Vertikal-Position |
| Zwischenlagentemperatur | Temperaturgrenze |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Werkstoffbereich | Bauteilwerkstoff |
| Schweißposition | Bauteillage |
| Schutzgas | Prozessatmosphäre |
| Zusatzwerkstoff | Schweißdraht |
| Qualifizierungsnachweis | Geltungsbereich |
Kreuzworträtsel
| Schweißanweisung | Welches Dokument legt die Bedingungen für die Ausführung eines Schweißvorgangs fest? |
| Werkstoffgruppe | Wie heißt die schweißtechnische Zusammenfassung ähnlicher Werkstoffe? |
| Schutzgas | Welches Medium schützt beim Schutzgasschweißen den Prozessbereich vor der Umgebungsluft? |
| Lichtbogen | Welche elektrische Entladung liefert bei vielen Schweißverfahren die Wärme? |
| Schweißrauch | Wie heißt das partikuläre Gefahrstoffgemisch das beim Schweißen entstehen kann? |
| Qualifizierung | Wie heißt der nachgewiesene Prozess zur Bestätigung eines festgelegten Geltungsbereichs? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- WPS-Feldsuche: Nimm eine vom Ausbildungsbetrieb freigegebene Muster-WPS und markiere Werkstoff, Prozess, Position, Zusatzwerkstoff und Schutzgas.
- Bauteilbild analysieren: Fotografiere mit Erlaubnis ein nicht in Bearbeitung befindliches Übungsbauteil und kennzeichne Stoßart und geplante Nahtart.
- Sicherheitscheck: Erstelle eine Karte mit den fünf Gefährdungen Schweißrauch, Strahlung, Hitze, Strom und Brand sowie je einer passenden Schutzmaßnahme.
- Medienbeobachtung: Wähle eines der eingebetteten Videos und notiere drei sichtbare Prozessbedingungen sowie zwei Punkte, die im Video nicht sicher beurteilt werden können.
Standard
- WPS-Vergleich: Vergleiche zwei betriebliche Muster-WPS und begründe, welche für einen vorgegebenen Werkstoff und eine vorgegebene Nahtart geeigneter ist.
- Zeichnung und WPS: Ordne Angaben einer technischen Zeichnung den passenden WPS-Feldern zu und kennzeichne fehlende Informationen.
- Interview Schweißaufsicht: Befrage eine zuständige Fachperson dazu, wie im Betrieb mit Abweichungen zwischen Zeichnung und WPS umgegangen wird.
- Medienrechte prüfen: Prüfe für zwei Commons-Bilder Lizenz, Urheberangabe und erlaubte Nachnutzung und dokumentiere Deine Quellen.
Schwer
- Geltungsbereich begründen: Bearbeite einen Fall, in dem Werkstoff, Dicke oder Position von einer Muster-WPS abweichen, und formuliere eine fachlich begründete Stop-oder-Freigabe-Empfehlung.
- Qualitätskette darstellen: Erstelle ein Ablaufdiagramm von Zeichnung über WPS und Qualifizierungsnachweis bis zu Ausführung, Prüfung und Dokumentation.
- Gefährdungsbeurteilung übertragen: Analysiere einen vorgesehenen Ausbildungsarbeitsplatz nur auf Dokumenten- und Beobachtungsebene und begründe, welche technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen vor einer praktischen Arbeit geklärt sein müssen.
- Lehrvideo planen: Entwickle ein 90-Sekunden-Drehbuch zum Thema „WPS vor Arbeitsbeginn prüfen“. Keine praktische Schweißvorführung ohne geeigneten Ausbildungsbereich und Fachaufsicht.


Lernkontrolle
- Fallentscheidung Werkstoffwechsel: Ein Auftrag wechselt von S355J2+N auf einen nichtrostenden Stahl. Erkläre, welche Dokumente und WPS-Felder Du neu prüfen musst und warum.
- Abweichung bewerten: Die WPS nennt PB, das Bauteil ist nur in einer anderen Position zugänglich. Entwickle einen sicheren Entscheidungsweg ohne eigenmächtige Prozessänderung.
- Qualität und Prozess trennen: Begründe, warum eine eingehaltene WPS nicht automatisch beweist, dass alle Qualitätsanforderungen des Bauteils erfüllt sind.
- Sicherheitskonflikt: Die WPS passt technisch, aber die Absaugung ist nicht verfügbar. Entscheide und begründe unter Einbezug der Gefährdung durch Schweißrauch.
- Dokumentenprüfung: Eine WPS trägt dieselbe Nummer wie im Auftrag, aber eine andere Revision. Beschreibe, wie Du vorgehst und welche Freigabe Du benötigst.
- Transfer auf anderes Verfahren: Vergleiche eine MAG- und eine WIG-Anwendung und erkläre, warum Prozessnummer, Zusatzwerkstoff, Gas und Parameter nicht beliebig übertragbar sind.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du:
- eine WPS strukturiert lesen und ihre Identität prüfen kannst,
- Werkstoff und Werkstoffgruppe korrekt zuordnest,
- Nahtart, Stoßart, Abmessung und Schweißposition mit dem Auftrag vergleichst,
- Prozess, Zusatzwerkstoff, Schutzgas und festgelegte Bedingungen auswertest,
- den Zusammenhang zwischen WPS und Qualifizierungsnachweis erklärst,
- Qualitätsanforderungen von Herstellungsbedingungen unterscheidest,
- Abweichungen begründet stoppst und an die zuständige Fachstelle weitergibst,
- Arbeitsschutz bei Schweißrauch, Strahlung, Hitze, Strom und Brand in Deine Entscheidung einbeziehst,
- Quellen und Medienrechte nachvollziehbar dokumentierst,
- deutlich machst, dass der Kurs keine Schweißerqualifikation ersetzt.
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