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Schutzgasschweißen verstehen – MIG und MAG unterscheiden

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Schutzgasschweißen verstehen – MIG und MAG unterscheiden

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Schutzgasschweißen verstehen – MIG und MAG unterscheiden

Kurzbeschreibung: Du lernst, wie das Schutzgas beim Metall-Schutzgasschweißen wirkt, woran sich MIG und MAG unterscheiden und welche Werkstoffe typischerweise zu welchem Verfahren passen. Der Kurs ist für die Ausbildung in Metalltechnik gedacht und arbeitet mit kurzen Lerneinheiten, Bauteilbildern, Zeichnungen, Prozessvideos und Entscheidungsaufgaben.

Sicherheitsgrenze: Dieser Lernkurs vermittelt Verständnis und Entscheidungskompetenz. Er ersetzt weder betriebliche Unterweisung noch praktische Schweißausbildung oder eine Schweißerqualifikation. Praktische Arbeiten dürfen nur im dafür geeigneten Ausbildungsbereich, nach Gefährdungsbeurteilung und unter Fachaufsicht stattfinden.

Beobachtungsauftrag: Nenne drei Gefährdungen, die Du auf dem Bild erwartest, und zwei Schutzmaßnahmen, die vor dem Zünden des Lichtbogens geklärt sein müssen.


Einleitung

Beim Metallschutzgasschweißen brennt ein elektrischer Lichtbogen zwischen dem Werkstück und einer kontinuierlich zugeführten, abschmelzenden Drahtelektrode. Das Schutzgas strömt durch die Gasdüse und schirmt Lichtbogen, Tropfenübergang und Schmelzbad gegen die Umgebungsluft ab. Es beeinflusst außerdem Lichtbogenstabilität, Einbrand, Nahtform, Spritzerbildung und Werkstoffübergang.

Die zentrale Unterscheidung ist einfach: MIG nutzt ein inertes Schutzgas, MAG ein aktives Schutzgas. Entscheidend ist also die Gaswirkung – nicht die Form der Maschine.

Bildauftrag: Ordne in der Zeichnung Kontakthülse, Drahtelektrode, Schutzgas, Schmelzbad, erstarrte Schweißraupe und Grundwerkstoff zu. Erkläre anschließend in einem Satz, warum die Schutzgasglocke bis an das Schmelzbad reichen muss.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du MIG und MAG anhand der Schutzgaswirkung unterscheiden, typische Werkstoff-Gas-Kombinationen begründet auswählen, Bauteil- und Prozessbilder auswerten, Gefährdungen beim MSG-Schweißen erkennen und die Grenzen eines rein digitalen Lernkurses benennen.


Ausbildungsfall: Zwei Bauteile, zwei Entscheidungen

Du arbeitest als Auszubildende oder Auszubildender in einem Metallbaubetrieb. Für einen Übungsauftrag sollen zwei getrennte Bauteile geplant werden: ein Halter aus S235JR-Stahl, 5 mm und eine Abdeckung aus EN AW-5754-Aluminium, 3 mm. Die Schweißanweisung und die Freigabe durch die Fachaufsicht bleiben verbindlich. Deine Aufgabe ist zunächst nur die Verfahrensentscheidung.

Bauteil Werkstoff Typische Verfahrenswahl Begründung
Halter unlegierter Stahl MAG Aktive Schutzgase beziehungsweise argonbasierte Mischgase mit aktiver Komponente sind für Stahl üblich.
Abdeckung Aluminiumlegierung MIG Für Aluminium werden inerte Schutzgase wie Argon oder Argon-Helium-Gemische eingesetzt.

Wichtig: Eine konkrete Gas-, Draht- oder Parameterauswahl erfolgt nicht aus diesem Kurs, sondern nach freigegebener Schweißanweisung, Werkstoff, Bauteildicke, Schweißposition, Anlage und betrieblicher Vorgabe.


Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall

Hilfe 1: Frage zuerst: Ist das Schutzgas inert oder enthält es eine aktive Komponente?

Hilfe 2: Verbinde dann die Gaswirkung mit dem Werkstoff: Aluminium wird typischerweise MIG-geschweißt; un- und niedriglegierte Stähle typischerweise MAG.

Hilfe 3: Prüfe Sonderfälle: Nichtrostender Stahl wird beim MSG-Schweißen häufig mit argonbasierten Gasen mit kleinen aktiven Anteilen verarbeitet und ist dann MAG. Der Werkstoffname allein entscheidet also nicht – die Gaszusammensetzung bleibt das Kriterium.


Lerneinheit 1: Was macht das Schutzgas?

Im Brenner werden Drahtelektrode und Schutzgas gemeinsam zur Schweißstelle geführt. Die Gasdüse formt den Schutzgasstrom um Draht, Lichtbogen und Schmelzbad. Zugluft, falsche Gasführung oder eine gestörte Gasabdeckung können den Schutz verschlechtern.

Merksatz: Schutzgas hält die Umgebungsluft vom heißen Prozess fern und beeinflusst zugleich das Schweißverhalten.


Beobachten statt nur lesen

Datei:MIG welding.webm Beobachtungsauftrag: Achte auf Lichtbogen, Tropfenübergang und Schmelzbad. Kannst Du aus dem Bild allein sicher entscheiden, ob MIG oder MAG vorliegt? Begründe: Die Gaszusammensetzung ist im Lichtbogenbild nicht zuverlässig erkennbar.

Bauteil- und Medienauftrag: Betrachte das geschweißte Bauteil und sammle Hinweise zu Werkstoff, Zugänglichkeit und Wärmeeinfluss. Der Dateiname enthält „Mig“, aber ein Foto allein beweist die Gasart nicht. Welche Angabe musst Du zusätzlich prüfen?


Lerneinheit 2: MIG = inert

MIG bedeutet Metall-Inertgasschweißen. Inerte Gase reagieren unter den Prozessbedingungen nicht gezielt mit dem Schmelzbad. Typische Gase sind Argon und Helium beziehungsweise deren Gemische. MIG wird besonders bei Aluminium und anderen Nichteisenmetallen eingesetzt.

Für MIG mit Massivdrahtelektrode wird im Ausbildungsumfeld häufig die Prozessnummer 131 nach ISO 4063 verwendet.

Videoauftrag – EWM, MIG-Aluminium: Beobachte Nahtvorbereitung und Brennerführung. Notiere zwei Merkmale, die allgemein für die Prozessbeobachtung nützlich sind, und trenne sie von herstellerspezifischen Geräteeinstellungen.

Videoauftrag – Miller Welders, Aluminium-MIG: Prüfe, welche Aussagen zu Werkstoff, Drahtförderung und Schutzgas mit der Grundregel „Aluminium + inertes Gas = MIG“ zusammenpassen. Übernimm keine Einstellwerte ohne betriebliche Schweißanweisung.


Lerneinheit 3: MAG = aktiv

MAG bedeutet Metall-Aktivgasschweißen. Aktive Gase oder aktive Gasanteile nehmen Einfluss auf Vorgänge in Lichtbogen und Schmelzbad. Typische aktive Komponenten sind Kohlendioxid oder Sauerstoff in argonbasierten Mischgasen; auch reines CO₂ kann beim MAG-Schweißen eingesetzt werden.

MAG wird besonders für un- und niedriglegierte Stähle verwendet. Auch nichtrostende Stähle werden häufig mit kleinen aktiven Anteilen geschweißt. Für MAG mit Massivdrahtelektrode wird häufig die Prozessnummer 135 nach ISO 4063 verwendet.

Entscheidungsauftrag: Die Bildbeschreibung nennt ein Argon-CO₂-Gemisch. Ist das MIG oder MAG? Begründe mit der aktiven CO₂-Komponente.

Medienkritik: Die Commons-Beschreibung nennt GMAW mit reinem CO₂. Nach der europäischen MIG/MAG-Unterscheidung ist das MAG, obwohl „mig“ im Dateinamen steht. Erkläre, warum die Gasangabe fachlich wichtiger ist als der Dateiname.

Videoauftrag – EWM, nichtrostender Stahl: Achte besonders auf den Abschnitt zum Gas. Entscheide anschließend, warum ein argonbasiertes Gas trotz hohem Argonanteil als MAG-Gas gelten kann, sobald eine relevante aktive Komponente enthalten ist.


Lerneinheit 4: MIG oder MAG – so entscheidest Du

Frage MIG MAG
Schutzgas inert aktiv oder mit aktiver Komponente
typische Gasbeispiele Argon, Helium, Ar-He Ar-CO₂, Ar-O₂, CO₂
typische Werkstoffe Aluminium und weitere Nichteisenmetalle un- und niedriglegierte Stähle; häufig auch nichtrostende Stähle mit kleinen aktiven Anteilen
Prozessnummer mit Massivdraht 131 135

Entscheidungsregel: Werkstoff gibt einen starken Hinweis. Endgültig unterscheidest Du MIG und MAG aber über die Gaswirkung.

Videoauftrag – Fronius, manuelles MIG/MAG: Beobachte Drahtvorschub, Brenner, Gasdüse und Schmelzbad. Markiere zwei sichtbare Gemeinsamkeiten von MIG und MAG. Benenne danach die Information, die Du zusätzlich brauchst, um beide sicher zu unterscheiden.


Lerneinheit 5: Anlage und Prozesskette

Zum MSG-System gehören Schweißstromquelle, Drahtvorschub, Drahtelektrode, Brenner, Werkstückanschluss und Schutzgasversorgung. Der Draht ist zugleich Elektrode und Zusatzwerkstoff. Der kontinuierliche Drahtvorschub ist ein gemeinsames Merkmal von MIG und MAG.

Beobachtungsfrage: Welches Bauteil der Anlage verrät Dir allein noch nicht, ob MIG oder MAG geschweißt wird? Antwort: Praktisch alle sichtbaren Hauptkomponenten können für beide Verfahren ähnlich aussehen; die Gasart muss geprüft werden.


Lerneinheit 6: Arbeitssicherheit vor Prozessbeobachtung

Beim Schweißen können gefährliche Rauche und Gase, starke optische Strahlung, Hitze und Spritzer, elektrische Gefährdungen sowie Brand- und Explosionsgefahren auftreten. Schutzmaßnahmen werden aus der Gefährdungsbeurteilung abgeleitet.

Gefährdung Was Du vor praktischer Arbeit klären musst
Schweißrauch und Gase wirksame Erfassung möglichst an der Entstehungsstelle, Lüftung, Werkstoff und Beschichtungen, erforderliche Atemschutzmaßnahmen
UV-, sichtbare und IR-Strahlung geeigneter Schweißerschutzfilter, Gesichtsschutz, Hautschutz und Abschirmung für weitere Personen
Hitze, Spritzer, heiße Bauteile geeignete Schutzkleidung, Handschutz, sichere Ablage und Kennzeichnung heißer Teile
Elektrischer Strom intakte Anlage, Leitungen und Anschlüsse, trockene und geeignete Arbeitsbedingungen, Vorgaben des Ausbildungsbetriebs
Brand und Explosion brennbare Stoffe entfernen oder schützen, Umgebung prüfen, betriebliche Brandschutzmaßnahmen beachten
Schutzgas Gasflaschen sichern, Armaturen schützen, Lüftung beachten; in engen Räumen besteht zusätzlich Erstickungsgefahr

PSA-Auftrag: Ein Schweißhelm schützt nicht allein vor allen Gefährdungen. Ordne Augen-/Gesichtsschutz, Schutzkleidung, Handschutz, Absaugung und organisatorische Maßnahmen den passenden Gefährdungen zu.

Praxisregel: Keine Schweißprobe „zum Ausprobieren“ außerhalb eines geeigneten Ausbildungsbereichs. Praktische Übungen nur nach Unterweisung, mit freigegebener Anlage, geeigneter PSA, wirksamer Rauchminderung und unter Fachaufsicht.


Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben mit Feedback


Basisaufgabe

Aufgabe: Ordne zu: Argon, Helium, CO₂, Argon-CO₂-Gemisch. Welche Gase sind inert, welche führen zur MAG-Einordnung?

Begründetes Feedback: Argon und Helium sind inert und führen bei MSG zur MIG-Einordnung. CO₂ ist aktiv. Ein Argon-CO₂-Gemisch ist trotz Argonbasis MAG, weil die aktive Komponente den Prozess beeinflusst.


Anwendungsaufgabe

Aufgabe: Für den 5-mm-Halter aus S235JR ist ein argonbasiertes Gas mit CO₂-Anteil in der freigegebenen Schweißanweisung angegeben. MIG oder MAG?

Begründetes Feedback: MAG. Der Stahl passt zur typischen Anwendung, entscheidend ist aber die aktive CO₂-Komponente im Schutzgas.


Transferaufgabe

Aufgabe: Eine nichtrostende Stahlkonstruktion soll mit einem argonbasierten Schutzgas und kleinem CO₂-Anteil geschweißt werden. Eine Kollegin sagt: „Edelstahl ist immer MIG.“ Beurteile die Aussage.

Begründetes Feedback: Die Aussage ist zu pauschal. Enthält das Schutzgas eine aktive Komponente, handelt es sich bei dieser MSG-Anwendung um MAG. Werkstoff und Gaszusammensetzung müssen gemeinsam betrachtet werden.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wodurch werden MIG und MAG grundsätzlich unterschieden? (Durch die Wirkung und Zusammensetzung des Schutzgases) (!Durch die Farbe des Schweißbrenners) (!Durch die Länge des Massekabels) (!Durch die Bauform der Gasflasche)




Welches Gas ist typisch inert? (Argon) (!Kohlendioxid) (!Sauerstoff) (!Luft)




Welche Werkstoffgruppe wird besonders häufig mit MIG geschweißt? (Aluminium und andere Nichteisenmetalle) (!Unlegierter Baustahl ausschließlich mit Kohlendioxid) (!Holzwerkstoffe) (!Thermoplaste)




Welche Verfahrensbezeichnung passt zu einem argonbasierten Gas mit CO₂-Anteil? (MAG) (!MIG) (!WIG ohne Zusatz) (!Gasschweißen)




Welche Prozessnummer steht häufig für MIG mit Massivdrahtelektrode? (131) (!111) (!1350) (!141)




Welche Prozessnummer steht häufig für MAG mit Massivdrahtelektrode? (135) (!131) (!141) (!311)




Welche Aufgabe hat das Schutzgas unmittelbar am Schmelzbad? (Es schirmt den heißen Prozess gegen die Umgebungsluft ab) (!Es ersetzt die Drahtelektrode) (!Es kühlt das Werkstück auf Raumtemperatur) (!Es macht Augen und Gesichtsschutz überflüssig)




Welche Maßnahme ist für Schweißrauch besonders wichtig? (Erfassung möglichst nahe an der Entstehungsstelle) (!Absaugung grundsätzlich ausschalten) (!Nur nach dem Schweißen lüften) (!Rauch mit Druckluft verteilen)




Warum reicht ein Schweißhelm als alleinige Schutzmaßnahme nicht aus? (Weil zusätzlich Rauch, Hitze, Strom und Brandgefahren beherrscht werden müssen) (!Weil Schutzgas jede andere Gefahr beseitigt) (!Weil ein Schweißhelm nur gegen Lärm wirkt) (!Weil beim MSG-Schweißen keine Strahlung entsteht)




Was gilt für praktische Übungen in diesem Lernkurs? (Sie dürfen nur im geeigneten Ausbildungsbereich unter Fachaufsicht stattfinden) (!Sie können ohne Unterweisung zu Hause durchgeführt werden) (!Sie benötigen keine Gefährdungsbeurteilung) (!Sie ersetzen eine Schweißerqualifikation)





Memory

Inertgas Argon oder Helium ohne beabsichtigte aktive Reaktion
Aktivgas Schutzgas mit gezielter Reaktionswirkung im Prozess
MIG Metall-Inertgasschweißen
MAG Metall-Aktivgasschweißen
Drahtelektrode Stromführender und abschmelzender Zusatz
Absaugung Rauchminderung direkt an der Entstehungsstelle





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Argon und Aluminium MIG
Argon CO₂ und Baustahl MAG
Schweißrauch Absaugung
Lichtbogenstrahlung Schweißerschutz
Praxisübung Fachaufsicht






Kreuzworträtsel

Argon Welches inerte Schutzgas wird beim MIG-Schweißen häufig eingesetzt?
Helium Welches zweite Edelgas kann als inertes Schutzgas dienen?
Schutzgas Was schirmt Lichtbogen und Schmelzbad gegen die Umgebungsluft ab?
Drahtelektrode Was dient beim MSG-Schweißen zugleich als Elektrode und abschmelzender Zusatz?
Absaugung Welche technische Maßnahme erfasst Schweißrauch möglichst an der Entstehungsstelle?
Lichtbogen Was liefert beim MSG-Schweißen die Wärme zum Aufschmelzen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Beim Metall-Schutzgasschweißen brennt ein elektrischer

zwischen Werkstück und Drahtelektrode. Das Schutzgas schirmt den heißen Prozess gegen die

ab. Beim MIG-Schweißen wird ein

Schutzgas eingesetzt. Beim MAG-Schweißen enthält das Schutzgas eine

Komponente. Für Aluminium wird häufig

verwendet. Für unlegierte Stähle ist

typisch. Schweißrauch soll möglichst nahe an der

erfasst werden. Praktische Übungen dürfen nur unter

stattfinden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. MIG und MAG vergleichen: Erstelle eine Bildkarte mit zwei Spalten „MIG“ und „MAG“ und ordne Gaswirkung, typische Gase und typische Werkstoffe zu.
  2. Prozessbild analysieren: Beschrifte die Commons-Zeichnung „GMAW weld area.svg“ mit eigenen Worten und erkläre die Schutzgasglocke in drei Sätzen.
  3. Medienbeobachtung: Wähle eines der eingebetteten Fachvideos und notiere fünf sichtbare Prozessmerkmale, ohne Einstellwerte zu übernehmen.
  4. Arbeitssicherheit: Gestalte ein Warnplakat mit den fünf Gefährdungen Schweißrauch, Strahlung, Hitze, Strom und Brandgefahr.


Standard

  1. Ausbildungsfall lösen: Begründe für S235JR und EN AW-5754 jeweils die typische Wahl MIG oder MAG und nenne die Information, die Du zusätzlich aus der Schweißanweisung brauchst.
  2. Gasentscheidung: Erstelle drei Fallkarten mit Argon, Ar-CO₂ und CO₂ und lass eine andere Lerngruppe jeweils MIG oder MAG mit Begründung entscheiden.
  3. Schweißarbeitsplatz beurteilen: Führe mit Fachaufsicht eine reine Sichtprüfung eines stillgesetzten Ausbildungsarbeitsplatzes durch und dokumentiere Absaugung, Abschirmung, Kabelzustand, Gasflaschensicherung und Brandschutz.
  4. Interview in der Ausbildung: Befrage eine Fachkraft, welche Informationen sie vor der Auswahl eines MSG-Verfahrens prüft, und vergleiche die Antworten mit diesem Kurs.


Schwer

  1. Sonderfall Edelstahl: Recherchiere aus einer freigegebenen Fachquelle, warum nichtrostender Stahl je nach Schutzgas als MAG-Anwendung eingeordnet werden kann, und erkläre den Unterschied zur Faustregel „Aluminium MIG, Stahl MAG“.
  2. Fehlerdiagnose ohne Schweißen: Entwickle zu Poren, starker Oxidation und instabilem Lichtbogen jeweils zwei mögliche Ursachen in der Gasabdeckung und formuliere sichere Prüffragen für die Fachaufsicht.
  3. Medienrechte prüfen: Prüfe bei drei eingebetteten Commons-Dateien Autor, Lizenz und erlaubte Nachnutzung und dokumentiere die Angaben korrekt.
  4. Transferprojekt Prozessplanung: Erstelle für ein fiktives Bauteil eine Entscheidungsmatrix aus Werkstoff, Schutzgasart, Verfahrensbezeichnung, Sicherheitsanforderungen und offenen Punkten für die Schweißanweisung. Keine praktischen Schweißversuche.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Entscheidung unter Unsicherheit: Du kennst den Werkstoff, aber nicht die Gaszusammensetzung. Begründe, warum Du MIG oder MAG noch nicht sicher festlegen kannst, und nenne die fehlende Information.
  2. Sicherheitspriorität: Ein Arbeitsplatz besitzt geeignete PSA, aber keine wirksame Rauchabsaugung. Beurteile, warum persönliche Schutzausrüstung technische Schutzmaßnahmen nicht automatisch ersetzt.
  3. Werkstofftransfer: Vergleiche Aluminium, Baustahl und nichtrostenden Stahl. Entwickle für jeden Werkstoff eine begründete erste Verfahrenshypothese und formuliere, wodurch sie bestätigt werden muss.
  4. Medienkritik: Ein Video nennt jedes Drahtschweißen „MIG“. Erkläre, warum diese Bezeichnung im internationalen Sprachgebrauch vorkommen kann, aber für die fachliche MIG/MAG-Unterscheidung in der Ausbildung nicht genügt.
  5. Ausbildungsfall erweitern: Für den Stahlhalter wird statt Ar-CO₂ plötzlich reines Argon angegeben. Formuliere drei Rückfragen an die Fachaufsicht, bevor Du die Planung fortsetzt.
  6. Gefährdungsbeurteilung übertragen: Ein Bauteil ist beschichtet und soll geschweißt werden. Erkläre, warum Werkstoffoberfläche, entstehende Gefahrstoffe und Rauchminderung vor dem Schweißen neu beurteilt werden müssen.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du

  1. die Schutzgaswirkung als zentrales Unterscheidungsmerkmal von MIG und MAG erklären kannst,
  2. typische Werkstoff-Gas-Kombinationen fachlich begründet zuordnest,
  3. Prozessbilder und einfache Anlagenschemata korrekt auswertest,
  4. Sonderfälle wie nichtrostenden Stahl nicht nur mit Faustregeln beurteilst,
  5. Gefährdungen durch Schweißrauch, Strahlung, Hitze, elektrischen Strom und Brand benennst und passende Schutzprinzipien zuordnest,
  6. die Rolle von Gefährdungsbeurteilung, Schweißanweisung und Fachaufsicht erkennst,
  7. erklärst, warum dieser Lernkurs keine praktische Unterweisung und keine Schweißerqualifikation ersetzt.




Fachquellen und Medienrechte

Fachlich geprüft gegen:

  1. DVS – Schutzgasschweißen 131/135: Einordnung MIG/MAG, Ausbildungsbezug und Werkstoffe.
  2. ISO 4063:2023: aktuelle internationale Nomenklatur und Referenznummern für Schweißprozesse.
  3. Linde Gas – MIG und MAG: Schutzgaswirkung, inerte und aktive Gase sowie Einfluss des Grundwerkstoffs.
  4. Fronius – MIG/MAG-Schweißen: Prozessprinzip, Schutzgaswirkung und Werkstoffbezug.
  5. BAuA – TRGS 528 Schweißtechnische Arbeiten: Gefahrstoffe und Schutzmaßnahmen bei schweißtechnischen Arbeiten.
  6. BAuA – Schweißen im Stahlbau: aktueller Arbeitsschutzüberblick für schweißtechnische Arbeiten.
  7. DGUV – Sicheres Schweißen: Gefährdungen durch Strahlung, Strom, Brand, Rauch und Gase sowie Schutzprinzipien.

Commons-Medien:

Datei geprüfte Rechteinformation
GMAW weld area.svg Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
MIG cut-away.svg Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 und GFDL
GMAW Circuit.svg Wikimedia Commons, freie CC-BY-SA-Lizenzierung
GMAW.welding.af.ncs.jpg Wikimedia Commons, Public Domain als Werk der US Air Force
Gas Metal Arc Welding (Mig).jpg Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Gas cylinders used in arc welding.jpg Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
MIG welding.webm Wikimedia Commons, CC BY 3.0
Welding helmet.jpg Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Beveridge brothers mig 0.jpg Wikimedia Commons, Nachnutzung mit Namensnennung gestattet

YouTube-Medien: Die eingebetteten Prozessvideos stammen aus den Fachkanälen von EWM, Miller Welders und Fronius Welding. Sie werden nur über die YouTube-Einbettung angezeigt und nicht als freie OER-Dateien übernommen. Für Lernzwecke werden vor allem beobachtbare Prozessmerkmale genutzt; produktspezifische Einstellungen ersetzen keine betriebliche Schweißanweisung. Verfügbarkeit und Einbettungsrechte können sich beim Rechteinhaber ändern.


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