Schraubverbindungen fachgerecht herstellen - Schmied 1


Schraubverbindungen fachgerecht herstellen - Schmied 1
Schraubverbindungen fachgerecht herstellen - Schmied
Einleitung
Schraubverbindungen begegnen Dir in der Schmiede, im Metallbau und in der Metallgestaltung an Toren, Gittern, Geländern, Beschlägen, Werkzeugen, Maschinenbauteilen, Vorrichtungen und Unterkonstruktionen. Sie verbinden Bauteile lösbar miteinander und ermöglichen dadurch Montage, Wartung, Austausch und Reparatur. Eine fachgerechte Schraubverbindung entsteht jedoch nicht dadurch, dass eine Schraube lediglich „möglichst fest“ angezogen wird. Entscheidend sind die richtige Auswahl der Verbindungselemente, saubere Fügeflächen, ein unbeschädigtes Gewinde, die vorgesehene Vorspannkraft, ein kontrollierter Anziehvorgang und eine passende Schraubensicherung.
Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende im Schmiede-, Metallbau- und Metallgestaltungsbereich. Du lernst, Schrauben, Muttern, Scheiben und Sicherungselemente fachsprachlich richtig zu benennen, Angaben aus Zeichnungen und Arbeitsaufträgen zu beachten und eine Schraubverbindung sicher zu montieren. Im Mittelpunkt steht der betriebliche Arbeitsablauf: planen, prüfen, vorbereiten, montieren, kontrollieren und dokumentieren.

Eine Schraubverbindung an einem geschmiedeten Werkstück darf erst hergestellt werden, wenn das Bauteil ausreichend abgekühlt, gerichtet und an den Fügeflächen vorbereitet ist. Zunder, Grat, Schmutz, ungeeignete Beschichtungen oder Verformungen können verhindern, dass die Bauteile plan anliegen. Dadurch kann sich die beim Anziehen erzeugte Vorspannkraft später vermindern.
Lernziele
Nach der Bearbeitung dieses Lernkurses kannst Du:
- Schraubverbindungen nach ihrem Aufbau unterscheiden und die beteiligten Bauteile benennen.
- metrische Gewindeangaben, Schraubenabmessungen und Festigkeitsklassen grundlegend auswerten.
- Verbindungselemente anhand von Zeichnung, Stückliste und Arbeitsauftrag auswählen.
- Fügeflächen, Bohrungen, Gewinde und Werkzeuge vor der Montage prüfen.
- Schrauben zunächst von Hand ansetzen und anschließend kontrolliert vor- und festziehen.
- einen Drehmomentschlüssel fachgerecht auswählen und anwenden.
- geeignete Sicherungsmaßnahmen von ungeeigneten oder nur scheinbar wirksamen Maßnahmen unterscheiden.
- typische Montagefehler erkennen, vermeiden und dokumentieren.
- die besonderen Bedingungen an geschmiedeten und beschichteten Bauteilen berücksichtigen.
- Arbeitsschutz, Ergonomie und betriebliche Vorgaben in den Montageablauf einbeziehen.
Grundlagen der Schraubverbindung
Lösbare Verbindung mit Vorspannung
Eine Schraubverbindung gehört zu den lösbaren Verbindungen. Beim Anziehen wird die Schraube elastisch gedehnt, während die verbundenen Bauteile im Klemmbereich zusammengedrückt werden. Die dadurch entstehende Vorspannkraft presst die Fügeflächen aufeinander. Bei einer ausreichend ausgelegten und richtig montierten Verbindung werden äußere Kräfte möglichst über die verspannten Bauteile und deren Reibschluss übertragen.
Das beim Montieren aufgebrachte Anziehdrehmoment ist nicht mit der Vorspannkraft gleichzusetzen. Es ist eine Montagegröße, mit der die Vorspannung nur mittelbar erzeugt wird. Ein großer Teil des Drehmoments wird zur Überwindung der Reibung im Gewinde und unter dem Schraubenkopf beziehungsweise der Mutter benötigt. Deshalb können Schmierung, Beschichtung, Oberflächenzustand und Verschmutzung die erreichte Vorspannkraft stark beeinflussen.
Merksatz: Nicht die größtmögliche Handkraft, sondern die für die konkrete Verbindung festgelegte Montagevorgabe entscheidet über das richtige Anziehen.
Schraube, Mutter und Gewindebohrung

Zu einer Schraubverbindung können mehrere genormte oder zeichnungsgebundene Elemente gehören:
| Bauteil | Fachliche Bedeutung |
|---|---|
| Schraube | Verbindungselement mit Außengewinde, häufig mit Kopf und Werkzeugangriff. |
| Mutter | Gegenstück mit Innengewinde, das auf das Außengewinde geschraubt wird. |
| Gewindebolzen | Stabförmiges Verbindungselement mit Außengewinde, teilweise ohne Schraubenkopf. |
| Unterlegscheibe | Element zur Verteilung der Flächenpressung, zum Schutz der Oberfläche oder zur konstruktiv vorgesehenen Auflage. |
| Sicherungselement | Bauteil oder Hilfsstoff, der ein selbsttätiges Lockern oder Lösen verhindern beziehungsweise erschweren soll. |
| Fügefläche | Kontaktfläche der miteinander verbundenen Bauteile. |
| Klemmlänge | Gesamtdicke der Bauteile und vorgesehenen Zwischenelemente, die zwischen Kopfauflage und Mutterauflage verspannt werden. |
Nicht jede Verbindung benötigt automatisch eine Unterlegscheibe. Ob und wo eine Scheibe eingesetzt wird, ergibt sich aus Zeichnung, Norm, Berechnung, Herstellerangabe oder betrieblicher Arbeitsanweisung. Eine zusätzliche, nicht vorgesehene Scheibe verändert die Klemmlänge und kann bei bestimmten Konstruktionen die Funktion beeinflussen.
Bauarten
| Bauart | Kennzeichen | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Durchsteckschraubverbindung | Die Schraube wird durch Durchgangsbohrungen geführt und mit einer Mutter angezogen. | Laschen, geschmiedete Beschläge, Rahmen und Konsolen. |
| Einschraubverbindung | Die Schraube wird in ein Innengewinde des Bauteils eingeschraubt. | Maschinenbauteile, Grundplatten und austauschbare Anbauteile. |
| Stiftschraubenverbindung | Ein Ende der Stiftschraube sitzt im Grundkörper, das andere Ende trägt die Mutter. | Bauteile, die häufiger demontiert werden oder bei denen das Grundgewinde geschont werden soll. |
Bei einer Durchsteckverbindung dürfen die Bohrungen nicht durch gewaltsames Einschlagen der Schraube „ausgerichtet“ werden. Versetzte Bohrungen, Verzug oder unzureichend gerichtete Schmiedeteile müssen vor der Montage fachgerecht korrigiert werden. Die Schraube ist kein Richtdorn.
Metrisches ISO-Gewinde

Im Metallbau wird häufig das metrische ISO-Gewinde verwendet. Die Bezeichnung beginnt mit dem Buchstaben M. Bei M10 beträgt der Nenndurchmesser des Gewindes 10 mm. Wird nur M10 angegeben, ist in der Regel das zugehörige Regelgewinde gemeint. Bei einem Feingewinde wird die abweichende Steigung ergänzt, zum Beispiel M10 × 1,25.
Wichtige Gewindebegriffe sind:
- Nenndurchmesser: Durchmesser, nach dem die Gewindegröße benannt wird.
- Gewindesteigung: axialer Abstand zwischen zwei benachbarten Gewindegängen.
- Außengewinde: Gewinde an Schraube oder Bolzen.
- Innengewinde: Gewinde in Mutter oder Gewindebohrung.
- Gewindeflanke: seitliche Fläche des Gewindeprofils.
- Gewindeauslauf: Bereich, in dem das vollständige Gewinde endet.
- Rechtsgewinde: wird im Regelfall im Uhrzeigersinn angezogen.
- Linksgewinde: Sonderausführung, die eindeutig gekennzeichnet und nur passend gepaart werden darf.
Regelgewinde und Feingewinde derselben Nenngröße dürfen nicht miteinander verwechselt werden. Eine Schraube M10 × 1,25 passt nicht zu einer Mutter M10 mit Regelsteigung. Gewaltsames Weiterdrehen beschädigt beide Gewinde.
Gewinde prüfen
Vor der Montage kontrollierst Du das Gewinde visuell und bei Bedarf mit geeigneten Prüfmitteln. Eine Gewindeschablone hilft beim Bestimmen der Steigung. Grenzlehrdorne und Grenzlehrringe werden verwendet, wenn eine maßliche Gewindeprüfung vorgeschrieben ist.

Ein Verbindungselement ist auszusondern, wenn beispielsweise folgende Schäden vorliegen:
- gequetschte, eingerissene oder abgeflachte Gewindegänge,
- starke Korrosion oder tiefe Kerben,
- beschädigte Kopf- oder Antriebsflächen,
- sichtbare plastische Verformung,
- unzulässige Verschmutzung, Zunder oder fest haftende Beschichtungsreste,
- unlesbare Kennzeichnung bei kennzeichnungspflichtigen Schrauben,
- erkennbare Überdehnung oder ein beschädigter Schraubenschaft.
Ein beschädigtes Gewinde wird nicht dadurch „repariert“, dass Schraube und Mutter mit einem längeren Hebel zwangsweise zusammengeschraubt werden. Die Ursache muss ermittelt und das fehlerhafte Teil ersetzt oder nach freigegebenem Verfahren instand gesetzt werden.
Verbindungselemente richtig auswählen
Zeichnung und Arbeitsauftrag haben Vorrang
Vor der Montage prüfst Du die technischen Unterlagen. Maßgeblich sind insbesondere:
- Schraubengröße und Gewindesteigung,
- Schraubenlänge und Gewindelänge,
- Kopfform und Werkzeugangriff,
- Festigkeitsklasse oder Werkstoffgruppe,
- Mutterngruppe und Scheibenausführung,
- Oberflächenbeschichtung,
- Korrosionsschutzanforderung,
- vorgegebenes Anziehdrehmoment oder Montageverfahren,
- Anziehreihenfolge und Anziehstufen,
- Art der Schraubensicherung,
- Vorgaben zur Wiederverwendung,
- Prüf- und Dokumentationsumfang.
Eine frei zugängliche Drehmomenttabelle ersetzt keine Zeichnung oder Herstellerangabe. Tabellenwerte gelten nur für bestimmte Werkstoffe, Geometrien und Reibungszustände. Trocken, geölt, verzinkt, beschichtet oder mit Montagepaste montiert können bei gleichem Drehmoment unterschiedliche Vorspannkräfte entstehen.
Schraubenlänge und Eingriff
Die Schraube muss lang genug sein, damit das tragende Gewinde vollständig eingreift. Gleichzeitig darf sie nicht so lang sein, dass sie in einer Sacklochbohrung am Bohrungsgrund ansteht, bevor die Bauteile geklemmt werden. Bei einer Mutter darf die tragende Verbindung nicht im unvollständigen Gewindeauslauf liegen.
Wie weit eine Schraube über die Mutter hinausragen soll, richtet sich nach Zeichnung, Norm und betrieblicher Vorgabe. Eine pauschale Vorgabe für jede Schraubverbindung ist fachlich nicht ausreichend. Bei der Kontrolle ist entscheidend, dass die vorgesehene Mutter vollständig trägt und keine Kollision mit bewegten Bauteilen entsteht.
Festigkeitsklassen

Bei Schrauben aus Kohlenstoffstahl oder legiertem Stahl geben Zahlen wie 8.8, 10.9 oder 12.9 mechanische Kennwerte an. Am Beispiel 8.8 gilt vereinfacht:
- Die erste Zahl multipliziert mit 100 ergibt den Nennwert der Zugfestigkeit: 8 × 100 = 800 N/mm².
- Das Produkt aus beiden Zahlen multipliziert mit 10 ergibt den Nennwert für Streckgrenze beziehungsweise Dehngrenze: 8 × 8 × 10 = 640 N/mm².
Diese Berechnung hilft beim Verstehen der Kennzeichnung, ersetzt aber keine konstruktive Auslegung. Eine Schraube höherer Festigkeitsklasse darf nicht eigenmächtig als „bessere“ Ersatzschraube eingesetzt werden. Höhere Festigkeit kann andere Anforderungen an Mutter, Scheibe, Auflagefläche, Vorspannung und Montageverfahren verursachen.

Muttern besitzen eigene Festigkeitsklassen. Schraube und Mutter müssen entsprechend der technischen Vorgabe zusammenpassen. Bei nichtrostenden Schrauben findest Du beispielsweise Kennzeichnungen wie A2-70 oder A4-80. Diese Kennzeichnung folgt einem anderen System als 8.8 oder 10.9 und darf nicht unmittelbar gleichgesetzt werden.
Oberflächen und Korrosion
In Schmiede- und Metallbaukonstruktionen können blanker Stahl, verzinkte Bauteile, nichtrostender Stahl, Aluminium, Kupferlegierungen und beschichtete Oberflächen zusammentreffen. Bei ungeeigneter Werkstoffpaarung und Feuchtigkeit kann Kontaktkorrosion auftreten. Auswahl und Korrosionsschutz müssen deshalb zur Einsatzumgebung passen.
Beachte insbesondere:
- Beschädigte Zink- oder Lackschichten sind nach betrieblicher Vorgabe auszubessern.
- Lack, Zunder oder weiche Zwischenschichten auf einer nicht dafür vorgesehenen Klemmfläche können sich setzen und die Vorspannkraft vermindern.
- Nichtrostende Schrauben können bei ungünstiger Paarung und Montage zum Fressen neigen. Ein Schmier- oder Trennmittel darf jedoch nur verwendet werden, wenn es freigegeben und bei der Drehmomentvorgabe berücksichtigt ist.
- Schrauben unterschiedlicher Beschichtung dürfen nicht wahllos gemischt werden.
- Chemische Schraubensicherungen benötigen geeignete, saubere Oberflächen und müssen zum Werkstoff, zur Temperatur und zur späteren Demontage passen.

Fachgerechter Arbeitsablauf
Arbeitsvorbereitung
Eine fachgerechte Montage beginnt vor dem ersten Drehen der Schraube.
- Unterlagen prüfen: Zeichnung, Stückliste, Montageplan und Arbeitsauftrag vollständig lesen.
- Bauteile identifizieren: Abmessung, Festigkeitsklasse, Beschichtung und Sicherungselemente vergleichen.
- Arbeitsplatz vorbereiten: ausreichende Beleuchtung, sichere Ablage und freie Bewegungsfläche herstellen.
- Werkstück sichern: Bauteile gegen Verrutschen, Kippen oder Herabfallen sichern.
- Temperatur prüfen: frisch geschmiedete Bauteile erst bei der vorgesehenen Montagetemperatur verschrauben.
- Fügeflächen vorbereiten: Zunder, Grat, Späne, Schmutz und unzulässige Beschichtungsreste entfernen.
- Bohrungen ausrichten: Fluchtung prüfen, ohne die Schraube als Schlag- oder Richtwerkzeug zu verwenden.
- Werkzeuge prüfen: richtige Schlüsselweite, unbeschädigte Einsätze und geeigneten Drehmomentbereich auswählen.
Ein Ringschlüssel oder ein passender Steckschlüsseleinsatz umfasst einen Sechskant in der Regel sicherer als ein schräg angesetzter Maulschlüssel. Abgenutzte Schlüssel, aufgeweitete Nüsse oder falsch dimensionierte Werkzeuge beschädigen Schraubenkopf und Mutter und erhöhen die Abrutschgefahr.
Schraube von Hand ansetzen
Schraube und Mutter werden zunächst von Hand zusammengeführt. Die Schraube muss sich mehrere Gewindegänge leicht eindrehen lassen. Spürbarer Widerstand zu Beginn kann auf Schrägansatz, falsche Steigung, Verschmutzung oder ein beschädigtes Gewinde hinweisen.
Richtiges Vorgehen:
- Bauteile spannungsarm ausrichten.
- Schraube gerade zur Gewindeachse ansetzen.
- Mutter oder Schraube von Hand mehrere Gewindegänge eindrehen.
- Bei ungewöhnlichem Widerstand sofort zurückdrehen und Ursache prüfen.
- Erst danach ein Schraubwerkzeug verwenden.
Ein Druckluft-, Akku- oder Schlagschrauber kann einen Schrägansatz sehr schnell in einen schweren Gewindeschaden verwandeln. Deshalb ist das sichere Handansetzen besonders wichtig.
Voranziehen mehrerer Schrauben
Bei Flanschen, Deckeln, Grundplatten oder Bauteilen mit mehreren Schrauben werden die Verbindungen zunächst gleichmäßig angelegt. Das endgültige Anziehen erfolgt nach Vorgabe häufig in mehreren Stufen und in einer über Kreuz oder anderweitig festgelegten Reihenfolge.
Durch stufenweises Anziehen soll verhindert werden, dass sich ein Bauteil einseitig setzt, verkantet oder verzieht. Eine sinnvolle betriebliche Vorgabe kann beispielsweise aus Handanzug, Zwischenstufe und Endanzug bestehen. Die konkreten Werte und die Reihenfolge müssen der technischen Unterlage entnommen werden.
Bei geschmiedeten Beschlägen ist besonders zu prüfen, ob die Auflageflächen ausreichend eben sind. Eine Schraube darf einen verzogenen Beschlag nicht gewaltsam in Form ziehen, sofern dies konstruktiv nicht ausdrücklich vorgesehen ist.
Kontrollierter Endanzug
Für eine vorgegebene Montagevorspannung wird häufig ein Drehmomentschlüssel eingesetzt. Nach DIN EN ISO 6789 werden grundsätzlich anzeigende und auslösende Drehmomentwerkzeuge unterschieden. In der Werkstatt ist der auslösende Klick-Drehmomentschlüssel verbreitet.

So arbeitest Du mit einem auslösenden Drehmomentschlüssel:
- Prüfe, ob Messbereich, Antriebsvierkant und Steckschlüsseleinsatz zur Aufgabe passen.
- Kontrolliere Kennzeichnung, Prüfstatus und sichtbare Beschädigungen.
- Stelle den vorgeschriebenen Wert nach Herstelleranleitung ein.
- Verriegle die Einstellung, wenn das Werkzeug eine Verriegelung besitzt.
- Setze den Schlüssel rechtwinklig und vollständig auf.
- Greife am vorgesehenen Handgriff oder an der markierten Griffstelle.
- Ziehe langsam, gleichmäßig und ohne Ruck.
- Beende die Kraftausübung beim ersten deutlichen Auslösesignal.
- Ziehe nicht mehrfach „zur Sicherheit“ bis zum Klicken nach.
- Entlaste oder lagere den Schlüssel nach Herstellerangabe.

Verlängerungsrohre dürfen nicht eigenmächtig auf den Griff gesteckt werden. Gelenke, Adapter und besondere Aufsteckwerkzeuge können das wirksame Drehmoment beeinflussen. Bei einer geänderten wirksamen Hebellänge ist eine freigegebene Korrektur erforderlich.
Ein üblicher Drehmomentschlüssel ist kein Lösewerkzeug. Festsitzende Schrauben werden mit dafür vorgesehenen Werkzeugen gelöst, sofern der Hersteller des Drehmomentschlüssels die Löseanwendung nicht ausdrücklich erlaubt.
Anziehen mit angetriebenen Werkzeugen
Angetriebene Schrauber können die Vorarbeit beschleunigen. Für den kontrollierten Endanzug dürfen sie nur verwendet werden, wenn Werkzeug, Verfahren und Einstellung dafür freigegeben sind. Ein gewöhnlicher Schlagschrauber liefert wegen Schlagfolge, Reibung und Bedienung nicht automatisch ein reproduzierbares Enddrehmoment.
Bei industriellen oder größeren Verbindungen können kalibrierte Drehmomentschrauber, hydraulische Schraubwerkzeuge oder drehmoment-drehwinkelgesteuerte Systeme eingesetzt werden. Hier gelten besondere Arbeits-, Reaktionsarm- und Dokumentationsvorgaben.
Schraubensicherungen auswählen
Eine Schraubensicherung soll ungewolltes Lockern oder Lösen verhindern. Die Sicherung wird nicht nach Gewohnheit ausgewählt, sondern nach Belastung, Temperatur, Korrosion, Wartung und Demontageanforderung.
Mögliche Sicherungsprinzipien sind:
| Prinzip | Beispiele | Hinweis |
|---|---|---|
| Setzsicherung | ausreichend elastische Verbindung, geeignete Klemmlänge, passende Vorspannung | Verringert den Vorspannkraftverlust durch Setzen, ersetzt aber keine korrekte Auslegung. |
| Losdrehsicherung | Klemmmuttern, Ganzmetall-Sicherungsmuttern, Keilsicherungsscheiben | Erhöht den Widerstand gegen selbsttätiges Drehen. |
| Verliersicherung | Kronenmutter mit Splint, Sicherungsblech, formschlüssige Drahtsicherung | Verhindert das vollständige Verlieren, auch wenn Vorspannung bereits abgenommen hat. |
| Stoffschlüssige Sicherung | anaerober Schraubensicherungsklebstoff | Produkt, Festigkeit, Aushärtung, Temperatur und Demontage müssen passen. |
| Prüfmarkierung | Sicherungslack oder Montagekennzeichnung | Zeigt Bewegung oder erfolgte Prüfung an, ist aber nicht automatisch eine wirksame Losdrehsicherung. |

Selbstsichernde Muttern dürfen nur so oft verwendet werden, wie es die technische Vorgabe erlaubt. Bei Muttern mit Kunststoff-Klemmteil sind Temperaturgrenzen und nachlassendes Klemmmoment zu beachten. Ganzmetall-Sicherungsmuttern können ebenfalls Einschränkungen bei der Wiederverwendung besitzen.
Federring und scheinbare Sicherung

Der klassische Federring wurde früher häufig als Schraubensicherung verwendet. Als alleinige Sicherung einer ausreichend vorgespannten, dynamisch belasteten Schraubverbindung gilt er nicht als verlässliche Lösung; die frühere DIN 127 wurde zurückgezogen. Auch eine einfache Zahnscheibe oder Fächerscheibe darf nicht ohne technischen Nachweis als universelle Sicherung betrachtet werden.
Wichtig ist die Unterscheidung:
- Eine Unterlegscheibe kann die Auflage verbessern oder die Oberfläche schützen.
- Eine Prüfmarkierung kann eine Relativbewegung sichtbar machen.
- Eine Losdrehsicherung erhöht den Widerstand gegen selbsttätiges Drehen.
- Eine Verliersicherung verhindert das vollständige Abfallen eines gelockerten Teils.
- Keine dieser Maßnahmen ersetzt eine passende Schraubenauslegung und den richtigen Anziehvorgang.
Abschlusskontrolle
Nach der Montage wird nicht nur geprüft, ob alle Schrauben vorhanden sind. Je nach Auftrag gehören dazu:
- Vollständigkeit und richtige Einbaulage,
- passende Schraube, Mutter, Scheibe und Sicherung,
- sichtbarer Gewindeeingriff,
- korrekte Anziehreihenfolge,
- dokumentiertes Drehmoment oder dokumentierter Montageprozess,
- unbeschädigte Kopf- und Mutterflächen,
- plan anliegende Fügeflächen,
- keine unzulässige Verformung,
- ausreichender Bewegungsfreiraum,
- funktionsfähige Lagerung, Klappe, Tür oder Baugruppe,
- wiederhergestellter Korrosionsschutz,
- angebrachte Prüfmarkierung, falls vorgeschrieben,
- aufgeräumter Arbeitsbereich ohne zurückgelassene Werkzeuge.
Bei sicherheitsrelevanten Verbindungen kann eine zweite Person, eine elektronische Dokumentation oder ein festgelegtes Prüfverfahren vorgeschrieben sein. Das Prüfergebnis muss eindeutig dem Werkstück oder Auftrag zugeordnet werden können.
Arbeitsschutz in der Schmiede und Montage
Schraubmontage wirkt auf den ersten Blick ungefährlich. Tatsächlich bestehen Gefährdungen durch scharfe Kanten, heiße Werkstücke, schwere Bauteile, abrutschende Werkzeuge, hohe Handkräfte, Quetschstellen und wegfliegende Partikel.
Beachte die Gefährdungsbeurteilung und die Betriebsanweisung. Typische Maßnahmen sind:
- Schutzbrille tragen, wenn Partikel, Rost oder Zunder gelöst werden können.
- Sicherheitsschuhe und an die Tätigkeit angepasste Arbeitskleidung verwenden.
- Handschutz nach Gefährdungsbeurteilung einsetzen; an rotierenden Maschinen keine Handschuhe tragen.
- Heiße Schmiedeteile eindeutig kennzeichnen und mit geeigneten Hilfsmitteln handhaben.
- Schwere Baugruppen gegen Kippen, Rollen oder Herabfallen sichern.
- Bei großen Drehmomenten eine stabile Körperhaltung einnehmen und Quetschbereiche meiden.
- Beschädigte Werkzeuge sofort aussondern.
- Reaktionskräfte an angetriebenen oder hydraulischen Schraubern sicher aufnehmen.
- Chemische Schraubensicherungen nach Sicherheitsdatenblatt verarbeiten.
- Für ausreichende Lüftung, Hautschutz und saubere Arbeitsweise sorgen.
- Niemals ein Verlängerungsrohr improvisieren oder mit dem Hammer auf einen Drehmomentschlüssel schlagen.
Die Werkstückspannung muss so erfolgen, dass weder das geschmiedete Bauteil noch seine Oberfläche unzulässig beschädigt werden. Weiche Schutzbacken können bei gestalteten Oberflächen sinnvoll sein, dürfen aber die sichere Spannung nicht beeinträchtigen.
Typische Fehler und ihre Folgen
| Fehler | Mögliche Folge | Fachgerechte Maßnahme |
|---|---|---|
| Falsche Gewindesteigung | Fressen, zerstörte Gewindegänge, unvollständiger Eingriff | Kennzeichnung und Steigung prüfen, passende Teile verwenden |
| Schräg angesetzte Schraube | Kreuzgewinde und beschädigtes Innengewinde | Von Hand gerade ansetzen und bei Widerstand stoppen |
| Zu geringes Anziehdrehmoment | Zu geringe Vorspannkraft, Lockern, Bewegung der Fügeflächen | Vorgabewert und Werkzeug prüfen |
| Zu hohes Anziehdrehmoment | plastische Dehnung, Gewindeausreißen, Schraubenbruch | Kontrolliertes Montageverfahren anwenden |
| Ungeplante Schmierung | Abweichende Reibung und möglicherweise zu hohe Vorspannung | Nur freigegebene Schmierstoffe und zugehörige Werte verwenden |
| Zunder oder Grat unter der Auflage | Setzen, schiefe Auflage, Vorspannkraftverlust | Füge- und Auflageflächen vorbereiten |
| Schlagschrauber als unkontrollierter Endanzug | stark streuende Vorspannung und Überlastung | Freigegebenes Drehmomentwerkzeug verwenden |
| Unpassende Festigkeitsklasse | Überlastung von Schraube, Mutter oder Bauteil | Stückliste und Kennzeichnung vergleichen |
| Wiederverwendung eines vorgeschriebenen Einmalteils | verminderte Sicherheit oder fehlende Klemmwirkung | Austauschvorgabe beachten |
| Federring als einzige Sicherung | unzureichender Schutz gegen dynamisches Losdrehen | vorgesehene wirksame Sicherung verwenden |
| Anziehen gegen weiche Lackschicht | späteres Setzen und Verlust der Vorspannkraft | Klemmflächen nach Vorgabe ausführen |
| Fehlende Dokumentation | keine Rückverfolgbarkeit | Werte, Werkzeug und Prüfergebnis festhalten |
Praxisbeispiel: Geschmiedetes Torband montieren
Ein geschmiedetes Torband soll mit einer Grundplatte verschraubt werden. Die Zeichnung verlangt vier Sechskantschrauben M12 einer bestimmten Festigkeitsklasse, passende Muttern und Scheiben sowie ein festgelegtes Anziehdrehmoment. Die Oberfläche ist verzinkt und anschließend beschichtet.
Du gehst folgendermaßen vor:
- Vergleiche Grundplatte, Torband und Bohrbild mit der Zeichnung.
- Prüfe, ob das Schmiedeteil gerichtet ist und die Auflageflächen plan zusammenpassen.
- Entferne Grat und lose Beschichtungsreste aus den Bohrungen, ohne den Korrosionsschutz unnötig zu beschädigen.
- Prüfe Schraubenkennzeichnung, Länge, Muttern und Scheiben.
- Richte die Bauteile aus und sichere sie gegen Verrutschen.
- Stecke alle Schrauben ein und drehe die Muttern von Hand auf.
- Ziehe die Muttern zunächst gleichmäßig an, ohne das Torband zu verspannen.
- Führe den Endanzug in der vorgegebenen Reihenfolge und in den festgelegten Stufen aus.
- Bringe die vorgeschriebene Sicherung oder Prüfmarkierung an.
- Kontrolliere die Beweglichkeit des Torbands und die Lage der Grundplatte.
- Bessere beschädigten Korrosionsschutz nach Arbeitsanweisung aus.
- Dokumentiere Montagewert, Werkzeugkennung und Prüfergebnis.
Dieses Beispiel zeigt, dass eine fachgerechte Schraubverbindung aus mehreren aufeinander abgestimmten Arbeitsschritten besteht. Eine korrekt angezogene Schraube kann eine fehlerhafte Fügefläche, ein falsches Verbindungselement oder einen verzogenen Beschlag nicht ausgleichen.
Fachliche Merksätze
- Erst prüfen, dann schrauben.
- Eine Schraube wird von Hand angesetzt, bevor ein angetriebenes Werkzeug verwendet wird.
- Das vorgegebene Drehmoment gilt nur für den vorgesehenen Reibungszustand.
- Beim ersten Auslösen des Drehmomentschlüssels endet der Anziehvorgang.
- Schraube, Mutter, Scheibe und Sicherung müssen als System zusammenpassen.
- Eine Prüfmarkierung ist nicht automatisch eine Schraubensicherung.
- Ein Federring ist keine universelle Lösung gegen Losdrehen.
- Beschädigte, überdehnte oder unzulässig korrodierte Verbindungselemente werden ersetzt.
- An geschmiedeten Bauteilen müssen Zunder, Grat, Verzug und Temperatur vor der Montage berücksichtigt werden.
- Die technische Unterlage hat Vorrang vor Gewohnheit und Gefühl.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Aufgabe hat die Vorspannkraft in einer fachgerecht montierten Schraubverbindung? (Sie presst die verbundenen Bauteile im Klemmbereich zusammen) (!Sie vergrößert den Nenndurchmesser der Schraube) (!Sie ersetzt jede Schraubensicherung) (!Sie verhindert grundsätzlich jede Korrosion)
Was ist vor dem Einsatz eines Schraubwerkzeugs besonders wichtig? (Die Schraube oder Mutter wird mehrere Gewindegänge von Hand angesetzt) (!Die Schraube wird mit einem Hammer in die Bohrung getrieben) (!Die Mutter wird sofort mit dem Schlagschrauber angezogen) (!Das Gewinde wird unabhängig von der Vorgabe stark geölt)
Woher stammt der verbindliche Wert für den Endanzug einer konkreten Schraubverbindung? (Aus Zeichnung Herstellerangabe oder freigegebener Arbeitsanweisung) (!Aus dem persönlichen Kraftgefühl) (!Aus der Länge des vorhandenen Maulschlüssels) (!Aus einer beliebigen Tabelle ohne Reibungsangabe)
Welche Kennwerte beschreibt die Festigkeitsklasse 8.8 vereinfacht? (800 Newton je Quadratmillimeter Zugfestigkeit und 640 Newton je Quadratmillimeter Streckgrenzenkennwert) (!80 Newtonmeter Drehmoment und 8 Millimeter Gewindesteigung) (!8 Millimeter Schraubenlänge und 8 Millimeter Kopfhöhe) (!800 Grad Einsatztemperatur und 8 Jahre Nutzungsdauer)
Wie reagierst Du auf starken Widerstand beim ersten Einschrauben von Hand? (Du stoppst und prüfst Ausrichtung Gewinde und Verschmutzung) (!Du setzt ein Verlängerungsrohr ein) (!Du erhöhst sofort die Drehzahl des Schraubers) (!Du schlägst seitlich auf den Schraubenkopf)
Warum darf eine Schraube nicht ungeplant geölt werden? (Die veränderte Reibung kann bei gleichem Drehmoment eine andere Vorspannkraft erzeugen) (!Öl verändert immer den Nenndurchmesser) (!Öl macht aus einem Rechtsgewinde ein Linksgewinde) (!Öl erhöht automatisch die Festigkeitsklasse)
Wie ist ein klassischer Federring als alleinige Sicherung einer dynamisch belasteten Schraubverbindung zu bewerten? (Er gilt nicht als verlässliche universelle Losdrehsicherung) (!Er ersetzt jedes vorgeschriebene Anziehdrehmoment) (!Er erhöht die Festigkeitsklasse der Schraube) (!Er verhindert jede Form von Kontaktkorrosion)
Was tust Du bei einem auslösenden Drehmomentschlüssel nach dem ersten deutlichen Klick? (Du beendest die Kraftausübung) (!Du ziehst noch dreimal bis zum Klick nach) (!Du schlägst auf den Griff) (!Du steckst ein Rohr auf den Griff)
Warum werden mehrere Schrauben häufig stufenweise und über Kreuz angezogen? (Damit sich die Bauteile möglichst gleichmäßig setzen und anlegen) (!Damit jede Schraube eine andere Festigkeitsklasse erhält) (!Damit die Gewindesteigung größer wird) (!Damit keine Abschlusskontrolle erforderlich ist)
Was gehört zu einer vollständigen Abschlusskontrolle? (Richtige Bauteile Fügeflächen Sicherung Funktion und vorgeschriebene Dokumentation) (!Nur das Zählen der sichtbaren Schraubenköpfe) (!Nur eine möglichst kräftige Handprobe) (!Nur das Reinigen des Drehmomentschlüssels)
Memory
| Außengewinde | Schraube oder Gewindebolzen |
| Innengewinde | Mutter oder Gewindebohrung |
| Vorspannkraft | Zusammenpressen der Bauteile |
| Anziehdrehmoment | Kontrollierte Montagegröße |
| Festigkeitsklasse | Kennzeichnung mechanischer Eigenschaften |
| Gewindeschablone | Bestimmung der Gewindesteigung |
| Sicherungsmutter | Erhöhter Widerstand gegen Losdrehen |
| Prüfmarkierung | Sichtbarer Nachweis einer Bewegung oder Prüfung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Fachlicher Zweck |
|---|---|
| Reinigen | Saubere Auflage und definierter Oberflächenzustand |
| Ausrichten | Spannungsarmes Fügen der Bauteile |
| Handansetzen | Vermeidung eines schrägen Gewindeeingriffs |
| Voranziehen | Gleichmäßiges Anlegen mehrerer Klemmstellen |
| Drehmomentanzug | Kontrollierter Endanzug nach Vorgabe |
| Dokumentieren | Rückverfolgbarkeit der Montage |
Kreuzworträtsel
| Vorspannkraft | Welche Kraft presst die Bauteile einer angezogenen Schraubverbindung zusammen? |
| Drehmoment | Welche Montagegröße wird in Newtonmeter angegeben? |
| Gewindelehre | Welches Prüfmittel kann zur Kontrolle einer Gewindesteigung verwendet werden? |
| Sicherungsmutter | Welche Mutter erhöht durch ihre Bauart den Widerstand gegen selbsttätiges Drehen? |
| Unterlegscheibe | Welches flache Element kann die Auflagefläche vergrößern? |
| Prüfmarkierung | Welches sichtbare Zeichen kann eine Bewegung der Verbindung erkennbar machen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Bauteile einer Schraubverbindung: Lege Schraube, Mutter, Unterlegscheibe und zwei Übungsbleche bereit. Fotografiere die Teile und beschrifte Kopf, Schaft, Außengewinde, Innengewinde, Auflage und Klemmbereich.
- Gewinde bestimmen: Untersuche fünf verschiedene Schrauben. Erfasse Nenndurchmesser, Steigung, Länge, Kopfform, Werkzeugangriff und sichtbare Kennzeichnung in einer Tabelle.
- Werkzeugkontrolle: Erstelle eine bebilderte Checkliste für Maulschlüssel, Ringschlüssel, Steckschlüsseleinsatz und Drehmomentschlüssel. Zeige jeweils ein Merkmal, das zur Aussonderung führen würde.
- Montagefehler erkennen: Gestalte ein Plakat mit sechs typischen Fehlern bei Schraubverbindungen und ordne jedem Fehler eine mögliche Folge zu.
Standard
- Montage einer Übungsverbindung: Stelle eine Durchsteckschraubverbindung an zwei Metalllaschen her. Dokumentiere Arbeitsvorbereitung, Handansetzen, Voranzug, Endanzug und Abschlusskontrolle mit Fotos.
- Drehmoment und Reibung: Vergleiche in einem betreuten Versuch trockene und nach Vorgabe geschmierte Verbindungselemente. Erkläre, warum identische Drehmomente nicht automatisch identische Vorspannkräfte bedeuten.
- Geschmiedeter Beschlag: Prüfe einen geschmiedeten Beschlag auf Zunder, Grat, Verzug, Bohrungsfluchtung und Auflage. Erstelle einen Arbeitsplan für die Montage, ohne die Schrauben zum Richten zu verwenden.
- Schraubensicherungen vergleichen: Untersuche mindestens vier Sicherungsarten. Beschreibe Sicherungsprinzip, Einsatzgrenze, Demontierbarkeit und mögliche Wiederverwendung.
Schwer
- Montageanweisung entwickeln: Erstelle für eine geschmiedete Konsole mit vier Schrauben eine vollständige betriebliche Montageanweisung einschließlich Werkzeugliste, Anziehfolge, Prüfmerkmalen und Dokumentation.
- Fehleranalyse Schraubverbindung: Analysiere eine gelockerte Verbindung an einem Übungsbauteil. Entwickle mehrere mögliche Ursachenketten aus Konstruktion, Oberfläche, Montage, Sicherung und Belastung.
- Qualitätssicherung planen: Entwirf einen Prüfplan für eine Kleinserie geschmiedeter Torbänder. Lege Prüfzeitpunkt, Prüfmittel, Stichprobe, Annahmekriterium und Rückverfolgbarkeit fest.
- Ausbildungsfilm produzieren: Produziere ein fünf- bis achtminütiges Lernvideo zum fachgerechten Herstellen einer Schraubverbindung. Zeige auch einen absichtlich eingebauten Fehler und erkläre dessen Auswirkung.


Lernkontrolle
- Montagefall beurteilen: Eine Schraube M12 der Festigkeitsklasse 8.8 soll durch eine gleich lange Schraube 10.9 ersetzt werden. Beurteile, warum der Austausch nicht ohne Prüfung zulässig ist, und nenne die zusätzlich zu kontrollierenden Bauteile und Vorgaben.
- Reibung und Vorspannung übertragen: Eine trockene Verbindung wird versehentlich geölt und anschließend mit dem ursprünglichen Drehmoment angezogen. Erkläre die mögliche Auswirkung auf Vorspannkraft, Schraube und Fügeflächen.
- Fehlerkette entwickeln: Beschreibe eine nachvollziehbare Fehlerkette vom Zunder unter einer Auflagefläche bis zum späteren Lockern der Verbindung.
- Sicherung auswählen: Wähle für eine regelmäßig zu wartende, schwingend belastete Baugruppe ein geeignetes Sicherungsprinzip aus. Begründe Deine Wahl und grenze sie gegen Prüfmarkierung und Federring ab.
- Arbeitsablauf optimieren: In einer Kleinserie werden Schrauben direkt mit dem Schlagschrauber angesetzt. Entwickle einen schnelleren, aber weiterhin sicheren Montageablauf mit Handansetzen, Voranzug und kontrolliertem Endanzug.
- Prüfentscheidung treffen: An einer fertig montierten Verbindung ist die Schraubenkennzeichnung unlesbar und der Korrosionsschutz beschädigt. Entscheide über Freigabe, Nacharbeit oder Austausch und begründe die notwendigen Prüfschritte.
- Schmiedeteil bewerten: Eine geschmiedete Lasche liegt nur an zwei Punkten auf der Grundplatte auf. Erkläre, weshalb ein stärkeres Anziehen keine fachgerechte Lösung ist, und entwickle geeignete Maßnahmen vor der Montage.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind besonders wichtig:
- Du identifizierst Schrauben, Muttern, Scheiben und Sicherungselemente anhand der technischen Unterlagen.
- Du prüfst Gewinde, Kennzeichnung, Oberfläche, Bohrungsfluchtung und Fügeflächen.
- Du richtest den Arbeitsplatz sicher ein und spannst die Baugruppe fachgerecht.
- Du setzt die Verbindungselemente ohne Schrägansatz von Hand an.
- Du führst Voranzug und Endanzug in der vorgeschriebenen Reihenfolge aus.
- Du bedienst den Drehmomentschlüssel entsprechend der Herstelleranleitung.
- Du begründest die Auswahl einer Schraubensicherung.
- Du erkennst beschädigte oder nicht wiederverwendbare Verbindungselemente.
- Du kontrollierst Funktion, Korrosionsschutz und Montageergebnis.
- Du erstellst ein vollständiges Montage- und Prüfprotokoll.
- Du erklärst den Zusammenhang zwischen Reibung, Drehmoment, Vorspannkraft und Betriebssicherheit.
- Du reflektierst Fehlerquellen und leitest geeignete Verbesserungsmaßnahmen ab.
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