Zum Inhalt springen

Schrauben Nieten Kleben und Fügen – Schraubenkennzeichnungen verstehen

Aus MOOCsWiki Staging
aiMOOC-Siegel aiMOOC

Schrauben Nieten Kleben und Fügen – Schraubenkennzeichnungen verstehen

QR-Code



Schrauben Nieten Kleben und Fügen – Schraubenkennzeichnungen verstehen


Einleitung

Zielgruppe: Ausbildung in Metalltechnik, Industriemechanik, Mechatronik und verwandten Berufen.

Kurzbeschreibung: Du lernst, Schraubenbezeichnungen und Festigkeitskennzeichnungen sicher zu lesen, wichtige Abmessungen zu unterscheiden und eine Verbindung fachlich begründet auszuwählen. Schrauben stehen im Mittelpunkt; Blindnieten und Kleben dienen als Vergleich zu anderen Fügeverfahren.

Sicherheitsrahmen: Dieser Kurs erteilt keine Arbeitsfreigabe. Praktische Werkstattarbeiten sind nur nach betrieblicher Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, freigegebenem Arbeitsauftrag, Auswahl geeigneter Arbeitsmittel und persönlicher Schutzausrüstung sowie unter zuständiger Aufsicht zulässig. Für reale Verbindungen gelten immer Zeichnung, Norm, Herstellerangaben, betriebliche Montagevorgaben und Freigaben.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du eine Bezeichnung wie ISO 4014 – M10 × 60 – 8.8 zerlegen, die Nennwerte einer Festigkeitsklasse erklären, Grenzen einer Kopfkennzeichnung benennen und zwischen Schrauben, Nieten und Kleben für einen Ausbildungsfall begründet wählen.


Ausbildungsfall: Halter, Abdeckung und Verstärkung

In einer Ausbildungswerkstatt soll eine Baugruppe geplant werden. Ein abnehmbarer Stahlhalter wird laut Zeichnung mit ISO 4014 – M10 × 60 – 8.8 befestigt. Eine dünne Abdeckung ist nur von einer Seite zugänglich. Eine flächige Verstärkung soll ohne zusätzliche Bohrung gefügt werden.

Deine Aufgabe ist Planen, Erkennen und Entscheiden: Welche Angaben stecken in der Schraubenbezeichnung? Was verrät der Schraubenkopf? Wann wäre ein Blindniet oder eine Klebverbindung sinnvoller? Die reale Ausführung erfolgt nur im freigegebenen Werkstattprozess.


Lerneinheit 1: Fügeverfahren unterscheiden

Verfahren Typische Stärke Wichtige Grenze Passung zum Ausbildungsfall
Schrauben meist zerstörungsfrei lösbar, gut prüfbar Vorspannung und Anziehdrehmoment folgen nicht allein aus der Festigkeitsklasse abnehmbarer Halter
Blindnieten Setzen von einer Seite möglich Verbindung wird zum Trennen in der Regel zerstört dünne, nur einseitig zugängliche Abdeckung
Kleben flächige Kraftübertragung und Verbindung unterschiedlicher Werkstoffe möglich Oberfläche, Klebstoff, Spalt, Aushärtung und Prozess müssen freigegeben sein flächige Verstärkung bei geeignetem, freigegebenem Klebprozess

Entscheidungsregel: Nicht das „stärkste“ Verfahren wählen, sondern das für Funktion, Werkstoff, Zugänglichkeit, Wartung, Belastung, Umgebung und freigegebenen Prozess geeignete.


Lerneinheit 2: M10 × 60 lesen

Zeichen Bedeutung im Beispiel
M metrisches ISO-Gewinde
10 Gewinde-Nenndurchmesser 10 mm
60 Schraubenlänge 60 mm; Messbezug hängt von der Kopfform bzw. Produktnorm ab

Bei Regelgewinde wird die Steigung häufig nicht extra geschrieben. Ein Feingewinde kann zum Beispiel als M10 × 1,25 × 60 angegeben werden.

Beobachtungsauftrag zur Zeichnung: Suche Gewindedurchmesser und Steigung. Erkläre danach, warum „M10“ allein weder Schraubenlänge noch Festigkeitsklasse festlegt.


Lerneinheit 3: Kopfkennzeichnungen verstehen

Bei kennzeichnungspflichtigen Schrauben nach ISO 898-1 können auf dem Kopf unter anderem Herstellerkennzeichen und Festigkeitsklasse stehen, soweit Bauform und Größe die Kennzeichnung vorsehen. Die Kopfkennzeichnung ersetzt nicht die vollständige Zeichnungs- oder Bestellangabe.

Merke: Aus 8.8 erkennst Du eine Festigkeitsklasse, aber nicht automatisch Gewindedurchmesser, Länge, Gewindesteigung, Beschichtung oder zulässiges Anziehdrehmoment.


Prozessvideo: Festigkeitsklassen

Beobachtungsauftrag: Notiere die Bedeutung der ersten und der zweiten Kennziffer. Ergänze eine Information, die die Kopfzahl nicht liefert.

Entscheidungsauftrag: Auf dem Lagerplatz liegt M10 × 60 in 10.9, die Zeichnung fordert 8.8. Darfst Du ohne Freigabe „auf die stärkere Schraube“ wechseln? Begründe mit Zeichnungstreue und Systembetrachtung.


Lerneinheit 4: Festigkeitsklasse berechnen

Für die Nennwerte der üblichen Festigkeitsklassen nach ISO 898-1 gilt als Leseregel:

Klasse Nennzugfestigkeit Rm Verhältnis für die Nenn-Dehngrenze Nenn-Dehngrenze
4.6 400 MPa 0,6 240 MPa
8.8 800 MPa 0,8 640 MPa
10.9 1000 MPa 0,9 900 MPa
12.9 1200 MPa 0,9 1080 MPa

Leseschritt 1: Erste Zahl × 100 ergibt die Nennzugfestigkeit in MPa.

Leseschritt 2: Zweite Zahl ÷ 10 ergibt das Verhältnis der Nenn-Dehngrenze zur Nennzugfestigkeit.

Beispiel 8.8: 8 × 100 = 800 MPa; 800 × 0,8 = 640 MPa.

Wichtig: Die Leseregel erklärt die Kennzeichnung. Für die technische Auslegung gelten die aktuellen Tabellen und Mindestwerte der zutreffenden Norm; Werte können unter anderem vom Nenndurchmesser abhängen.


Lerneinheit 5: Was 8.8 nicht sagt

Eine Festigkeitsklasse ist keine Montageanweisung. ISO 898-1 legt mechanische und physikalische Eigenschaften bestimmter Stahl-Schrauben fest, aber nicht allein das erforderliche Anziehdrehmoment, die notwendige Klemmkraft, Korrosionsbeständigkeit, Ermüdungsfestigkeit oder die vollständige Eignung einer Verbindung.

Prüffrage: Wenn zwei Schrauben beide 8.8 tragen, dürfen sie deshalb in jeder Verbindung mit demselben Drehmoment angezogen werden? Nein. Reibung, Oberfläche, Schmierung, Geometrie, Klemmlänge, Gegenbauteil, Belastung und freigegebener Montageprozess sind mitentscheidend.


Vertiefungsvideo: Schraubenberechnung nach VDI 2230

Beobachtungsauftrag: Sammle mindestens drei Größen, die zusätzlich zur Festigkeitsklasse betrachtet werden. Markiere anschließend, welche davon auf dem Schraubenkopf nicht ablesbar sind.

Transferfrage: Warum wäre „8.8 = bestimmtes Drehmoment“ als alleinige Werkstattregel fachlich unzureichend?


Lerneinheit 6: Auswahl einer Schraube

Nutze diese Reihenfolge für eine Planungsentscheidung:

  1. Zeichnung und Produktnorm prüfen: Gewinde, Länge, Kopfform, Festigkeitsklasse, Werkstoff, Oberfläche.
  2. Funktion prüfen: lösbar oder dauerhaft, Belastungsrichtung, Wartung, Bauraum.
  3. Partner prüfen: Mutter oder Innengewinde, Werkstoffpaarung, Gewindeeingriff.
  4. Umgebung prüfen: Korrosion, Temperatur, Feuchtigkeit, Medien.
  5. Montagevorgabe prüfen: freigegebenes Anziehverfahren, Schmierzustand, Werkzeug und Prüfmittel.
  6. Freigabe prüfen: Nur spezifikationskonforme Teile verwenden; Abweichungen fachlich genehmigen lassen.

Stolperfalle: A2-70 gehört zum Kennzeichnungssystem für nichtrostende Stähle nach ISO 3506-1. Es ist nicht einfach „dasselbe wie 8.8 in Edelstahl“. Ein Austausch muss über Spezifikation, Festigkeit, Korrosion, Werkstoffpaarung und Konstruktion geprüft werden.


Lerneinheit 7: Blindnieten als Vergleich

Die Sollbruchstelle des Dorns gehört zum Setzprinzip vieler Blindniete. Beim Setzen wird der Nietkörper auf der Blindseite verformt; anschließend bricht der Dorn an der vorgesehenen Stelle.


Prozessvideo: Blindniet setzen

Beobachtungsauftrag: Ordne die Schritte Einführen – Dorn ziehen – Nietkörper verformen – Dorn bricht.

Entscheidungsauftrag: Begründe, warum ein Blindniet bei einer nur einseitig zugänglichen dünnen Abdeckung vorteilhaft sein kann, aber nicht automatisch die richtige Wahl für einen regelmäßig demontierten Halter ist.

Abgrenzung: Eine Blindnietmutter schafft ein Gewinde in dünnwandigen Bauteilen. Sie ist nicht dasselbe Bauteil wie ein Blindniet.


Lerneinheit 8: Kleben als Vergleich

Bei einer Klebverbindung wirken Geometrie, Oberflächenzustand, Klebstoffsystem, Fügespalt, Zeit und Temperatur zusammen. Deshalb ist ein Klebstoffname allein keine Prozessfreigabe.


Prozessvideo: Fügen mit LOCTITE 603

Beobachtungsauftrag: Achte auf Reinigung, Auftrag und Fügen. Welche Schritte hängen von Produkt und Werkstoffzustand ab?

Entscheidungsauftrag: Das Video zeigt einen anaeroben Fügeklebstoff für zylindrische Fügeteile. Erkläre, warum daraus keine allgemeine Freigabe zum Ersetzen einer Schraubverbindung abgeleitet werden darf.


Gestufte Hilfen

Stufe Hilfe
Hilfe 1 – Lesen Zerlege die Angabe von links nach rechts: Norm – Gewinde – Länge – Festigkeitsklasse.
Hilfe 2 – Rechnen Bei 8.8: 8 × 100 = 800 MPa; danach 800 × 0,8 = 640 MPa.
Hilfe 3 – Entscheiden Frage: „Steht diese Information wirklich auf dem Kopf oder in der Bezeichnung?“ Drehmoment, Korrosionsfreigabe und Austauschgenehmigung benötigen zusätzliche Unterlagen.
Hilfe 4 – Absichern Bei Widerspruch zwischen Lagerteil und Zeichnung nicht improvisieren: Arbeit stoppen, Unterlagen prüfen und zuständige Fachkraft einbeziehen.


Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben


Basisaufgabe

Aufgabe: Zerlege ISO 4014 – M10 × 60 – 8.8 in Norm, Gewinde, Länge und Festigkeitsklasse. Berechne die Nennzugfestigkeit und die Nenn-Dehngrenze der Klasse.

Begründetes Feedback: Richtig ist: ISO 4014 = Produktnorm, M10 = metrisches Gewinde mit 10 mm Nenndurchmesser, 60 = Schraubenlänge in mm, 8.8 = Festigkeitsklasse. Die Nennwerte sind 800 MPa und 640 MPa. Das ist eine Kennzeichnungslesung, noch keine vollständige Montageauslegung.


Anwendungsaufgabe

Aufgabe: Die Zeichnung fordert M10 × 60 – 8.8. Im Fach liegen optisch passende Schrauben 8.8 und 10.9. Entscheide, welches Teil Du für den freigegebenen Auftrag bereitstellst.

Begründetes Feedback: Die spezifizierte 8.8 ist die richtige Auswahl, sofern alle weiteren Merkmale stimmen. „Höhere Festigkeitsklasse“ bedeutet nicht automatisch „besser“: Reibung, Vorspannung, Gegenbauteile, Beschichtung und Auslegung können sich ändern. Eine Abweichung braucht Freigabe.


Transferaufgabe

Aufgabe: Ein 8.8-Verbindungselement korrodiert in feuchter Umgebung. Jemand schlägt A2-70 vor. Entscheide, ob der Austausch allein aufgrund der Korrosionsidee vorgenommen werden darf.

Begründetes Feedback: Nein. A2-70 folgt ISO 3506-1 und einem anderen Kennzeichnungssystem. Vor einem Austausch müssen Konstruktion, Festigkeit, Korrosionsanforderung, Werkstoffpaarung, Gewinde, Geometrie und Montageprozess geprüft und freigegeben werden.


Medienrechte und fachliche Prüfung

Stand der Prüfung dieser Kursfassung: 05.10.2026. Normangaben wurden gegen die offiziellen ISO-Seiten zu ISO 898-1 und ISO 3506-1 sowie ergänzende technische Herstellerinformationen geprüft. Die Normtexte selbst werden hier nicht vervielfältigt.

Medium Quelle / Rechtehinweis
Hex head screw.jpg Wikimedia Commons, CC0
Screw Dimensions.png Wikimedia Commons, CC0
ISO and UTS Thread Dimensions.svg Wikimedia Commons, Public Domain
Hex cap screw-class 8.8.svg Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 / GFDL
Hex cap screw-class 10.9.svg Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 / GFDL
Blindnieten.JPG Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 / GFDL
Blind rivet notches.jpg Wikimedia Commons, Public Domain
Blind rivet nut.svg Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Schematic diagram of a cold bonded lap joint.svg Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Video Anbieter Rechte-/Prüfhinweis
8.8 & 10.9? Was bedeutet das? AzubiAcademy Technik – Klar und Einfach Öffentlicher YouTube-Embed; Kernaussagen zur Kennzeichnung mit ISO 898-1 gegengeprüft
Schraubenberechnung nach VDI 2230 MDESIGN Öffentlicher YouTube-Embed; als Vertiefung zur Systembetrachtung
The blind rivet setting process GESIPA Öffentlicher YouTube-Embed des Herstellers; Setzablauf mit GESIPA-Fachinformation abgeglichen
How to use LOCTITE 603 LOCTITE / Henkel Öffentlicher YouTube-Embed des Herstellers; Produktbezug mit Henkel-Produktinformation abgeglichen

Hinweis zu YouTube: Die Videos werden als externe Streams eingebettet. Es wird keine lokale Kopie angelegt; Urheberrechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern. Verfügbarkeit und Einbettbarkeit können sich ändern.


Fachquellen

  1. ISO 898-1:2013 – Mechanical properties of fasteners made of carbon steel and alloy steel
  2. ISO 3506-1:2020 – Mechanical properties of corrosion-resistant stainless steel fasteners
  3. Bossard – Kennzeichnung und mechanische Eigenschaften nach ISO 898-1
  4. Wikipedia – Schraube
  5. GESIPA – The blind rivet setting process
  6. Henkel – LOCTITE 603
  7. MDESIGN – Schraubenberechnung nach VDI 2230


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wofür steht M10 in einer Schraubenbezeichnung? (Für ein metrisches Gewinde mit 10 mm Nenndurchmesser) (!Für eine Schraubenlänge von 10 mm) (!Für ein Anziehdrehmoment von 10 Nm) (!Für die Festigkeitsklasse 10)




Was bedeutet die Zahl 60 in M10 × 60 bei einer üblichen Sechskantschraube? (Sie bezeichnet die Schraubenlänge in Millimetern) (!Sie bezeichnet die Zugfestigkeit in MPa) (!Sie bezeichnet die Gewindesteigung) (!Sie bezeichnet den Kopfdurchmesser)




Welche Nennzugfestigkeit gehört zur Festigkeitsklasse 8.8? (800 MPa) (!80 MPa) (!640 MPa) (!880 MPa)




Was beschreibt die zweite Kennziffer der Festigkeitsklasse 8.8? (Das Verhältnis der Nenn-Dehngrenze zur Nennzugfestigkeit) (!Die Gewindesteigung) (!Die Schraubenlänge) (!Die Korrosionsklasse)




Welche Nenn-Dehngrenze ergibt sich für 8.8 aus der Kennzeichnungslesung? (640 MPa) (!800 MPa) (!720 MPa) (!80 MPa)




Was lässt sich aus der Angabe 8.8 allein nicht eindeutig bestimmen? (Das zulässige Anziehdrehmoment der konkreten Verbindung) (!Die Festigkeitsklasse) (!Die Nennzugfestigkeit aus der Leseregel) (!Das Verhältnis zur Nenn-Dehngrenze)




Welche Angabe kann zusätzlich zur Festigkeitsklasse auf einem kennzeichnungspflichtigen Schraubenkopf stehen? (Das Herstellerkennzeichen) (!Die komplette Stückliste) (!Die Gefährdungsbeurteilung) (!Die Werkzeugseriennummer)




Wann ist ein Blindniet besonders vorteilhaft? (Wenn eine Nietverbindung nur von einer Seite zugänglich ist) (!Wenn der Halter täglich zerstörungsfrei demontiert werden soll) (!Wenn jedes Gewinde nachgeschnitten werden muss) (!Wenn ein Anziehdrehmoment eingestellt werden soll)




Was ist für eine freigegebene Klebverbindung wesentlich? (Ein definierter Klebprozess mit passender Oberflächenvorbereitung) (!Nur die Farbe des Klebstoffs) (!Nur eine möglichst dicke Klebstoffschicht) (!Nur die Festigkeitsklasse einer Schraube)




Die Zeichnung fordert 8.8, verfügbar ist nur 10.9. Was ist fachlich richtig? (Die Abweichung nicht eigenmächtig einsetzen und eine Freigabe klären) (!10.9 immer ohne Prüfung verwenden) (!Die Kopfkennzeichnung abschleifen) (!Das Anziehdrehmoment schätzen)





Memory

M10 Gewinde-Nenndurchmesser 10 mm
Schraubenlänge Maßangabe 60 mm im Beispiel
Festigkeitsklasse 8.8 Nennzugfestigkeit 800 MPa und Nenn-Dehngrenze 640 MPa
Herstellerzeichen Identifikation des Herstellers
Blindniet einseitig setzbare Nietverbindung
Überlappklebung flächige Klebverbindung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Gewinde-Nenndurchmesser M-Kennzeichnung
Schraubenlänge Längenangabe der Bezeichnung
Nennzugfestigkeit Erste Kennziffer der Festigkeitsklasse
Dehngrenzenverhältnis Zweite Kennziffer der Festigkeitsklasse
Lösbare Verbindung Schrauben
Einseitige Setztechnik Blindnieten






Kreuzworträtsel

Schraube Welche Verbindung ist typischerweise zerstörungsfrei lösbar?
Steigung Wie heißt der axiale Abstand benachbarter Gewindegänge?
Zugfestigkeit Welche Werkstoffkenngröße wird durch die erste Zahl der Festigkeitsklasse codiert?
Blindniet Welche Nietart lässt sich von einer Seite setzen?
Klebung Welche Verbindung nutzt einen Klebstoff über eine Fügefläche?
Herstellerzeichen Welche Kopfangabe dient der Herstelleridentifikation?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein metrisches ISO-Gewinde wird mit dem Buchstaben

gekennzeichnet.
Bei M10 beträgt der Gewinde-Nenndurchmesser

.
In M10 × 60 bezeichnet 60 die

.
Die erste Kennziffer der Klasse 8.8 führt zur Nennzugfestigkeit von

.
Die zweite Kennziffer 8 steht für das Verhältnis

.
Daraus ergibt sich für 8.8 eine Nenn-Dehngrenze von

.
Das konkrete Anziehdrehmoment muss aus einer freigegebenen

stammen.
Eine von nur einer Seite setzbare Nietverbindung kann mit einem

hergestellt werden.
Bei einer Klebverbindung ist eine definierte

Teil des Prozesses.
Ein Austausch gegen eine abweichende Festigkeitsklasse benötigt eine fachliche

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Bauteilbild analysieren: Beschrifte an einem Kursbild Kopf, Schaft, Gewinde und Schraubenende. Arbeite nur am Bild, nicht an einer laufenden Maschine.
  2. Schraubenbezeichnung zerlegen: Erstelle eine Karte zu „ISO 4014 – M10 × 60 – 8.8“ und erkläre jedes Feld in einem Satz.
  3. Video beobachten: Sieh das Video zu 8.8 und 10.9 an und notiere zwei Informationen, die direkt zur Kennzeichnung gehören, sowie eine Information, die zusätzlich aus Unterlagen kommen muss.
  4. Fügeverfahren vergleichen: Erstelle eine Dreifeldskizze für Schrauben, Blindnieten und Kleben mit je einem typischen Vorteil und einer Grenze.


Standard

  1. Auswahlmatrix erstellen: Bewerte für Halter, dünne Abdeckung und flächige Verstärkung die Kriterien Lösbarkeit, Zugänglichkeit und Prozessabhängigkeit. Begründe jede Wahl.
  2. Technische Zeichnung prüfen: Markiere in einer bereitgestellten Zeichnung alle Angaben, die Du zur eindeutigen Schraubenauswahl benötigst, und liste fehlende Angaben als Rückfrage.
  3. Fehlerdiagnose: Analysiere den Satz „10.9 ist stärker, also immer besser als 8.8“. Formuliere eine fachlich korrekte Gegenargumentation mit mindestens drei Einflussgrößen.
  4. Prozessvideo vergleichen: Vergleiche Blindniet- und Klebevideo. Ordne jedem Verfahren mindestens drei beobachtbare Prozessschritte und einen möglichen Qualitätskontrollpunkt zu.


Schwer

  1. Austauschentscheidung begründen: Beurteile den Vorschlag, eine 8.8-Schraube wegen Korrosion durch A2-70 zu ersetzen. Erstelle eine Prüfliste, bevor eine Freigabe möglich wäre.
  2. Prüfplan entwerfen: Entwickle für den Ausbildungsfall einen Dokumenten-Prüfplan von Zeichnung über Verbindungselement bis Montagevorgabe. Benenne an jeder Stelle eine mögliche Fehlentscheidung.
  3. Lernvideo planen: Erstelle ein 60-sekündiges Storyboard „Was 8.8 verrät – und was nicht“. Nutze nur selbst erstellte oder eindeutig freigegebene Medien und nenne die Medienrechte.
  4. Transferfall entwickeln: Erfinde einen neuen Montagefall mit Feuchte, Mischwerkstoffen und eingeschränkter Zugänglichkeit. Begründe die Auswahl zwischen Schrauben, Blindnieten und Kleben und kennzeichne, welche Entscheidung eine Fachfreigabe braucht.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Kennzeichnung und Konstruktion: Zwei Schrauben tragen 8.8, haben aber unterschiedliche Durchmesser und Oberflächen. Erkläre, warum daraus keine identische Montagevorgabe folgt.
  2. Spezifikationskonflikt: Die Zeichnung fordert M10 × 60 – 8.8, das Lageretikett nennt M10 × 60 – 10.9. Beschreibe einen fachgerechten Entscheidungsweg ohne Eigenfreigabe.
  3. Verfahrenswahl: Ordne Halter, einseitig zugängliche Abdeckung und flächige Verstärkung jeweils einem plausiblen Fügeverfahren zu. Begründe die Zuordnung mit Funktion und Prozessgrenzen.
  4. Störfallanalyse: Auf einem Schraubenkopf ist nur ein Teil der Kennzeichnung lesbar. Leite ab, welche Informationen Du nicht sicher annehmen darfst und welche Unterlagen Du prüfen würdest.
  5. Montageverständnis: Erkläre anhand mindestens vier Einflussgrößen, warum aus „8.8“ allein kein universelles Anziehdrehmoment folgt.
  6. Werkstofftransfer: Vergleiche die Informationslogik von 8.8 und A2-70. Erkläre, warum eine direkte Ersetzung ohne Prüfung eine Systementscheidung überspringt.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. eine Schraubenbezeichnung in Norm, Gewinde, Länge und Festigkeitsklasse zerlegen kannst,
  2. die Nennwerte von 8.8 und 10.9 aus der Kennzeichnung korrekt ableitest,
  3. die Grenzen der Kopfkennzeichnung erklärst,
  4. Schrauben, Blindnieten und Kleben anhand von Funktion und Prozessbedingungen vergleichst,
  5. eine abweichende Schraube nicht allein nach „höherer Festigkeit“ auswählst,
  6. technische Unterlagen, Freigaben und Sicherheitsvorgaben in eine Entscheidung einbeziehst,
  7. Deine Auswahl fachlich begründen und Unsicherheiten als Rückfrage formulieren kannst.




OERs zum Thema



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte

MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite

Mediathek

Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...