Schrauben Nieten Kleben und Fügen – Schraubenkennzeichnungen verstehen
Schrauben Nieten Kleben und Fügen – Schraubenkennzeichnungen verstehen
Einleitung
Zielgruppe: Ausbildung in Metalltechnik, Industriemechanik, Mechatronik und verwandten Berufen.
Kurzbeschreibung: Du lernst, Schraubenbezeichnungen und Festigkeitskennzeichnungen sicher zu lesen, wichtige Abmessungen zu unterscheiden und eine Verbindung fachlich begründet auszuwählen. Schrauben stehen im Mittelpunkt; Blindnieten und Kleben dienen als Vergleich zu anderen Fügeverfahren.

Sicherheitsrahmen: Dieser Kurs erteilt keine Arbeitsfreigabe. Praktische Werkstattarbeiten sind nur nach betrieblicher Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, freigegebenem Arbeitsauftrag, Auswahl geeigneter Arbeitsmittel und persönlicher Schutzausrüstung sowie unter zuständiger Aufsicht zulässig. Für reale Verbindungen gelten immer Zeichnung, Norm, Herstellerangaben, betriebliche Montagevorgaben und Freigaben.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du eine Bezeichnung wie ISO 4014 – M10 × 60 – 8.8 zerlegen, die Nennwerte einer Festigkeitsklasse erklären, Grenzen einer Kopfkennzeichnung benennen und zwischen Schrauben, Nieten und Kleben für einen Ausbildungsfall begründet wählen.
Ausbildungsfall: Halter, Abdeckung und Verstärkung
In einer Ausbildungswerkstatt soll eine Baugruppe geplant werden. Ein abnehmbarer Stahlhalter wird laut Zeichnung mit ISO 4014 – M10 × 60 – 8.8 befestigt. Eine dünne Abdeckung ist nur von einer Seite zugänglich. Eine flächige Verstärkung soll ohne zusätzliche Bohrung gefügt werden.
Deine Aufgabe ist Planen, Erkennen und Entscheiden: Welche Angaben stecken in der Schraubenbezeichnung? Was verrät der Schraubenkopf? Wann wäre ein Blindniet oder eine Klebverbindung sinnvoller? Die reale Ausführung erfolgt nur im freigegebenen Werkstattprozess.
Lerneinheit 1: Fügeverfahren unterscheiden
| Verfahren | Typische Stärke | Wichtige Grenze | Passung zum Ausbildungsfall |
|---|---|---|---|
| Schrauben | meist zerstörungsfrei lösbar, gut prüfbar | Vorspannung und Anziehdrehmoment folgen nicht allein aus der Festigkeitsklasse | abnehmbarer Halter |
| Blindnieten | Setzen von einer Seite möglich | Verbindung wird zum Trennen in der Regel zerstört | dünne, nur einseitig zugängliche Abdeckung |
| Kleben | flächige Kraftübertragung und Verbindung unterschiedlicher Werkstoffe möglich | Oberfläche, Klebstoff, Spalt, Aushärtung und Prozess müssen freigegeben sein | flächige Verstärkung bei geeignetem, freigegebenem Klebprozess |
Entscheidungsregel: Nicht das „stärkste“ Verfahren wählen, sondern das für Funktion, Werkstoff, Zugänglichkeit, Wartung, Belastung, Umgebung und freigegebenen Prozess geeignete.
Lerneinheit 2: M10 × 60 lesen

| Zeichen | Bedeutung im Beispiel |
|---|---|
| M | metrisches ISO-Gewinde |
| 10 | Gewinde-Nenndurchmesser 10 mm |
| 60 | Schraubenlänge 60 mm; Messbezug hängt von der Kopfform bzw. Produktnorm ab |
Bei Regelgewinde wird die Steigung häufig nicht extra geschrieben. Ein Feingewinde kann zum Beispiel als M10 × 1,25 × 60 angegeben werden.

Beobachtungsauftrag zur Zeichnung: Suche Gewindedurchmesser und Steigung. Erkläre danach, warum „M10“ allein weder Schraubenlänge noch Festigkeitsklasse festlegt.
Lerneinheit 3: Kopfkennzeichnungen verstehen
Bei kennzeichnungspflichtigen Schrauben nach ISO 898-1 können auf dem Kopf unter anderem Herstellerkennzeichen und Festigkeitsklasse stehen, soweit Bauform und Größe die Kennzeichnung vorsehen. Die Kopfkennzeichnung ersetzt nicht die vollständige Zeichnungs- oder Bestellangabe.


Merke: Aus 8.8 erkennst Du eine Festigkeitsklasse, aber nicht automatisch Gewindedurchmesser, Länge, Gewindesteigung, Beschichtung oder zulässiges Anziehdrehmoment.
Prozessvideo: Festigkeitsklassen
Beobachtungsauftrag: Notiere die Bedeutung der ersten und der zweiten Kennziffer. Ergänze eine Information, die die Kopfzahl nicht liefert.
Entscheidungsauftrag: Auf dem Lagerplatz liegt M10 × 60 in 10.9, die Zeichnung fordert 8.8. Darfst Du ohne Freigabe „auf die stärkere Schraube“ wechseln? Begründe mit Zeichnungstreue und Systembetrachtung.
Lerneinheit 4: Festigkeitsklasse berechnen
Für die Nennwerte der üblichen Festigkeitsklassen nach ISO 898-1 gilt als Leseregel:
| Klasse | Nennzugfestigkeit Rm | Verhältnis für die Nenn-Dehngrenze | Nenn-Dehngrenze |
|---|---|---|---|
| 4.6 | 400 MPa | 0,6 | 240 MPa |
| 8.8 | 800 MPa | 0,8 | 640 MPa |
| 10.9 | 1000 MPa | 0,9 | 900 MPa |
| 12.9 | 1200 MPa | 0,9 | 1080 MPa |
Leseschritt 1: Erste Zahl × 100 ergibt die Nennzugfestigkeit in MPa.
Leseschritt 2: Zweite Zahl ÷ 10 ergibt das Verhältnis der Nenn-Dehngrenze zur Nennzugfestigkeit.
Beispiel 8.8: 8 × 100 = 800 MPa; 800 × 0,8 = 640 MPa.
Wichtig: Die Leseregel erklärt die Kennzeichnung. Für die technische Auslegung gelten die aktuellen Tabellen und Mindestwerte der zutreffenden Norm; Werte können unter anderem vom Nenndurchmesser abhängen.
Lerneinheit 5: Was 8.8 nicht sagt
Eine Festigkeitsklasse ist keine Montageanweisung. ISO 898-1 legt mechanische und physikalische Eigenschaften bestimmter Stahl-Schrauben fest, aber nicht allein das erforderliche Anziehdrehmoment, die notwendige Klemmkraft, Korrosionsbeständigkeit, Ermüdungsfestigkeit oder die vollständige Eignung einer Verbindung.
Prüffrage: Wenn zwei Schrauben beide 8.8 tragen, dürfen sie deshalb in jeder Verbindung mit demselben Drehmoment angezogen werden? Nein. Reibung, Oberfläche, Schmierung, Geometrie, Klemmlänge, Gegenbauteil, Belastung und freigegebener Montageprozess sind mitentscheidend.
Vertiefungsvideo: Schraubenberechnung nach VDI 2230
Beobachtungsauftrag: Sammle mindestens drei Größen, die zusätzlich zur Festigkeitsklasse betrachtet werden. Markiere anschließend, welche davon auf dem Schraubenkopf nicht ablesbar sind.
Transferfrage: Warum wäre „8.8 = bestimmtes Drehmoment“ als alleinige Werkstattregel fachlich unzureichend?
Lerneinheit 6: Auswahl einer Schraube
Nutze diese Reihenfolge für eine Planungsentscheidung:
- Zeichnung und Produktnorm prüfen: Gewinde, Länge, Kopfform, Festigkeitsklasse, Werkstoff, Oberfläche.
- Funktion prüfen: lösbar oder dauerhaft, Belastungsrichtung, Wartung, Bauraum.
- Partner prüfen: Mutter oder Innengewinde, Werkstoffpaarung, Gewindeeingriff.
- Umgebung prüfen: Korrosion, Temperatur, Feuchtigkeit, Medien.
- Montagevorgabe prüfen: freigegebenes Anziehverfahren, Schmierzustand, Werkzeug und Prüfmittel.
- Freigabe prüfen: Nur spezifikationskonforme Teile verwenden; Abweichungen fachlich genehmigen lassen.
Stolperfalle: A2-70 gehört zum Kennzeichnungssystem für nichtrostende Stähle nach ISO 3506-1. Es ist nicht einfach „dasselbe wie 8.8 in Edelstahl“. Ein Austausch muss über Spezifikation, Festigkeit, Korrosion, Werkstoffpaarung und Konstruktion geprüft werden.
Lerneinheit 7: Blindnieten als Vergleich

Die Sollbruchstelle des Dorns gehört zum Setzprinzip vieler Blindniete. Beim Setzen wird der Nietkörper auf der Blindseite verformt; anschließend bricht der Dorn an der vorgesehenen Stelle.
Prozessvideo: Blindniet setzen
Beobachtungsauftrag: Ordne die Schritte Einführen – Dorn ziehen – Nietkörper verformen – Dorn bricht.
Entscheidungsauftrag: Begründe, warum ein Blindniet bei einer nur einseitig zugänglichen dünnen Abdeckung vorteilhaft sein kann, aber nicht automatisch die richtige Wahl für einen regelmäßig demontierten Halter ist.

Abgrenzung: Eine Blindnietmutter schafft ein Gewinde in dünnwandigen Bauteilen. Sie ist nicht dasselbe Bauteil wie ein Blindniet.
Lerneinheit 8: Kleben als Vergleich

Bei einer Klebverbindung wirken Geometrie, Oberflächenzustand, Klebstoffsystem, Fügespalt, Zeit und Temperatur zusammen. Deshalb ist ein Klebstoffname allein keine Prozessfreigabe.
Prozessvideo: Fügen mit LOCTITE 603
Beobachtungsauftrag: Achte auf Reinigung, Auftrag und Fügen. Welche Schritte hängen von Produkt und Werkstoffzustand ab?
Entscheidungsauftrag: Das Video zeigt einen anaeroben Fügeklebstoff für zylindrische Fügeteile. Erkläre, warum daraus keine allgemeine Freigabe zum Ersetzen einer Schraubverbindung abgeleitet werden darf.
Gestufte Hilfen
| Stufe | Hilfe |
|---|---|
| Hilfe 1 – Lesen | Zerlege die Angabe von links nach rechts: Norm – Gewinde – Länge – Festigkeitsklasse. |
| Hilfe 2 – Rechnen | Bei 8.8: 8 × 100 = 800 MPa; danach 800 × 0,8 = 640 MPa. |
| Hilfe 3 – Entscheiden | Frage: „Steht diese Information wirklich auf dem Kopf oder in der Bezeichnung?“ Drehmoment, Korrosionsfreigabe und Austauschgenehmigung benötigen zusätzliche Unterlagen. |
| Hilfe 4 – Absichern | Bei Widerspruch zwischen Lagerteil und Zeichnung nicht improvisieren: Arbeit stoppen, Unterlagen prüfen und zuständige Fachkraft einbeziehen. |
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben
Basisaufgabe
Aufgabe: Zerlege ISO 4014 – M10 × 60 – 8.8 in Norm, Gewinde, Länge und Festigkeitsklasse. Berechne die Nennzugfestigkeit und die Nenn-Dehngrenze der Klasse.
Begründetes Feedback: Richtig ist: ISO 4014 = Produktnorm, M10 = metrisches Gewinde mit 10 mm Nenndurchmesser, 60 = Schraubenlänge in mm, 8.8 = Festigkeitsklasse. Die Nennwerte sind 800 MPa und 640 MPa. Das ist eine Kennzeichnungslesung, noch keine vollständige Montageauslegung.
Anwendungsaufgabe
Aufgabe: Die Zeichnung fordert M10 × 60 – 8.8. Im Fach liegen optisch passende Schrauben 8.8 und 10.9. Entscheide, welches Teil Du für den freigegebenen Auftrag bereitstellst.
Begründetes Feedback: Die spezifizierte 8.8 ist die richtige Auswahl, sofern alle weiteren Merkmale stimmen. „Höhere Festigkeitsklasse“ bedeutet nicht automatisch „besser“: Reibung, Vorspannung, Gegenbauteile, Beschichtung und Auslegung können sich ändern. Eine Abweichung braucht Freigabe.
Transferaufgabe
Aufgabe: Ein 8.8-Verbindungselement korrodiert in feuchter Umgebung. Jemand schlägt A2-70 vor. Entscheide, ob der Austausch allein aufgrund der Korrosionsidee vorgenommen werden darf.
Begründetes Feedback: Nein. A2-70 folgt ISO 3506-1 und einem anderen Kennzeichnungssystem. Vor einem Austausch müssen Konstruktion, Festigkeit, Korrosionsanforderung, Werkstoffpaarung, Gewinde, Geometrie und Montageprozess geprüft und freigegeben werden.
Medienrechte und fachliche Prüfung
Stand der Prüfung dieser Kursfassung: 05.10.2026. Normangaben wurden gegen die offiziellen ISO-Seiten zu ISO 898-1 und ISO 3506-1 sowie ergänzende technische Herstellerinformationen geprüft. Die Normtexte selbst werden hier nicht vervielfältigt.
| Medium | Quelle / Rechtehinweis |
|---|---|
| Hex head screw.jpg | Wikimedia Commons, CC0 |
| Screw Dimensions.png | Wikimedia Commons, CC0 |
| ISO and UTS Thread Dimensions.svg | Wikimedia Commons, Public Domain |
| Hex cap screw-class 8.8.svg | Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 / GFDL |
| Hex cap screw-class 10.9.svg | Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 / GFDL |
| Blindnieten.JPG | Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 / GFDL |
| Blind rivet notches.jpg | Wikimedia Commons, Public Domain |
| Blind rivet nut.svg | Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 |
| Schematic diagram of a cold bonded lap joint.svg | Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 |
| Video | Anbieter | Rechte-/Prüfhinweis |
|---|---|---|
| 8.8 & 10.9? Was bedeutet das? | AzubiAcademy Technik – Klar und Einfach | Öffentlicher YouTube-Embed; Kernaussagen zur Kennzeichnung mit ISO 898-1 gegengeprüft |
| Schraubenberechnung nach VDI 2230 | MDESIGN | Öffentlicher YouTube-Embed; als Vertiefung zur Systembetrachtung |
| The blind rivet setting process | GESIPA | Öffentlicher YouTube-Embed des Herstellers; Setzablauf mit GESIPA-Fachinformation abgeglichen |
| How to use LOCTITE 603 | LOCTITE / Henkel | Öffentlicher YouTube-Embed des Herstellers; Produktbezug mit Henkel-Produktinformation abgeglichen |
Hinweis zu YouTube: Die Videos werden als externe Streams eingebettet. Es wird keine lokale Kopie angelegt; Urheberrechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern. Verfügbarkeit und Einbettbarkeit können sich ändern.
Fachquellen
- ISO 898-1:2013 – Mechanical properties of fasteners made of carbon steel and alloy steel
- ISO 3506-1:2020 – Mechanical properties of corrosion-resistant stainless steel fasteners
- Bossard – Kennzeichnung und mechanische Eigenschaften nach ISO 898-1
- Wikipedia – Schraube
- GESIPA – The blind rivet setting process
- Henkel – LOCTITE 603
- MDESIGN – Schraubenberechnung nach VDI 2230
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wofür steht M10 in einer Schraubenbezeichnung? (Für ein metrisches Gewinde mit 10 mm Nenndurchmesser) (!Für eine Schraubenlänge von 10 mm) (!Für ein Anziehdrehmoment von 10 Nm) (!Für die Festigkeitsklasse 10)
Was bedeutet die Zahl 60 in M10 × 60 bei einer üblichen Sechskantschraube? (Sie bezeichnet die Schraubenlänge in Millimetern) (!Sie bezeichnet die Zugfestigkeit in MPa) (!Sie bezeichnet die Gewindesteigung) (!Sie bezeichnet den Kopfdurchmesser)
Welche Nennzugfestigkeit gehört zur Festigkeitsklasse 8.8? (800 MPa) (!80 MPa) (!640 MPa) (!880 MPa)
Was beschreibt die zweite Kennziffer der Festigkeitsklasse 8.8? (Das Verhältnis der Nenn-Dehngrenze zur Nennzugfestigkeit) (!Die Gewindesteigung) (!Die Schraubenlänge) (!Die Korrosionsklasse)
Welche Nenn-Dehngrenze ergibt sich für 8.8 aus der Kennzeichnungslesung? (640 MPa) (!800 MPa) (!720 MPa) (!80 MPa)
Was lässt sich aus der Angabe 8.8 allein nicht eindeutig bestimmen? (Das zulässige Anziehdrehmoment der konkreten Verbindung) (!Die Festigkeitsklasse) (!Die Nennzugfestigkeit aus der Leseregel) (!Das Verhältnis zur Nenn-Dehngrenze)
Welche Angabe kann zusätzlich zur Festigkeitsklasse auf einem kennzeichnungspflichtigen Schraubenkopf stehen? (Das Herstellerkennzeichen) (!Die komplette Stückliste) (!Die Gefährdungsbeurteilung) (!Die Werkzeugseriennummer)
Wann ist ein Blindniet besonders vorteilhaft? (Wenn eine Nietverbindung nur von einer Seite zugänglich ist) (!Wenn der Halter täglich zerstörungsfrei demontiert werden soll) (!Wenn jedes Gewinde nachgeschnitten werden muss) (!Wenn ein Anziehdrehmoment eingestellt werden soll)
Was ist für eine freigegebene Klebverbindung wesentlich? (Ein definierter Klebprozess mit passender Oberflächenvorbereitung) (!Nur die Farbe des Klebstoffs) (!Nur eine möglichst dicke Klebstoffschicht) (!Nur die Festigkeitsklasse einer Schraube)
Die Zeichnung fordert 8.8, verfügbar ist nur 10.9. Was ist fachlich richtig? (Die Abweichung nicht eigenmächtig einsetzen und eine Freigabe klären) (!10.9 immer ohne Prüfung verwenden) (!Die Kopfkennzeichnung abschleifen) (!Das Anziehdrehmoment schätzen)
Memory
| M10 | Gewinde-Nenndurchmesser 10 mm |
| Schraubenlänge | Maßangabe 60 mm im Beispiel |
| Festigkeitsklasse 8.8 | Nennzugfestigkeit 800 MPa und Nenn-Dehngrenze 640 MPa |
| Herstellerzeichen | Identifikation des Herstellers |
| Blindniet | einseitig setzbare Nietverbindung |
| Überlappklebung | flächige Klebverbindung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Gewinde-Nenndurchmesser | M-Kennzeichnung |
| Schraubenlänge | Längenangabe der Bezeichnung |
| Nennzugfestigkeit | Erste Kennziffer der Festigkeitsklasse |
| Dehngrenzenverhältnis | Zweite Kennziffer der Festigkeitsklasse |
| Lösbare Verbindung | Schrauben |
| Einseitige Setztechnik | Blindnieten |
Kreuzworträtsel
| Schraube | Welche Verbindung ist typischerweise zerstörungsfrei lösbar? |
| Steigung | Wie heißt der axiale Abstand benachbarter Gewindegänge? |
| Zugfestigkeit | Welche Werkstoffkenngröße wird durch die erste Zahl der Festigkeitsklasse codiert? |
| Blindniet | Welche Nietart lässt sich von einer Seite setzen? |
| Klebung | Welche Verbindung nutzt einen Klebstoff über eine Fügefläche? |
| Herstellerzeichen | Welche Kopfangabe dient der Herstelleridentifikation? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Bauteilbild analysieren: Beschrifte an einem Kursbild Kopf, Schaft, Gewinde und Schraubenende. Arbeite nur am Bild, nicht an einer laufenden Maschine.
- Schraubenbezeichnung zerlegen: Erstelle eine Karte zu „ISO 4014 – M10 × 60 – 8.8“ und erkläre jedes Feld in einem Satz.
- Video beobachten: Sieh das Video zu 8.8 und 10.9 an und notiere zwei Informationen, die direkt zur Kennzeichnung gehören, sowie eine Information, die zusätzlich aus Unterlagen kommen muss.
- Fügeverfahren vergleichen: Erstelle eine Dreifeldskizze für Schrauben, Blindnieten und Kleben mit je einem typischen Vorteil und einer Grenze.
Standard
- Auswahlmatrix erstellen: Bewerte für Halter, dünne Abdeckung und flächige Verstärkung die Kriterien Lösbarkeit, Zugänglichkeit und Prozessabhängigkeit. Begründe jede Wahl.
- Technische Zeichnung prüfen: Markiere in einer bereitgestellten Zeichnung alle Angaben, die Du zur eindeutigen Schraubenauswahl benötigst, und liste fehlende Angaben als Rückfrage.
- Fehlerdiagnose: Analysiere den Satz „10.9 ist stärker, also immer besser als 8.8“. Formuliere eine fachlich korrekte Gegenargumentation mit mindestens drei Einflussgrößen.
- Prozessvideo vergleichen: Vergleiche Blindniet- und Klebevideo. Ordne jedem Verfahren mindestens drei beobachtbare Prozessschritte und einen möglichen Qualitätskontrollpunkt zu.
Schwer
- Austauschentscheidung begründen: Beurteile den Vorschlag, eine 8.8-Schraube wegen Korrosion durch A2-70 zu ersetzen. Erstelle eine Prüfliste, bevor eine Freigabe möglich wäre.
- Prüfplan entwerfen: Entwickle für den Ausbildungsfall einen Dokumenten-Prüfplan von Zeichnung über Verbindungselement bis Montagevorgabe. Benenne an jeder Stelle eine mögliche Fehlentscheidung.
- Lernvideo planen: Erstelle ein 60-sekündiges Storyboard „Was 8.8 verrät – und was nicht“. Nutze nur selbst erstellte oder eindeutig freigegebene Medien und nenne die Medienrechte.
- Transferfall entwickeln: Erfinde einen neuen Montagefall mit Feuchte, Mischwerkstoffen und eingeschränkter Zugänglichkeit. Begründe die Auswahl zwischen Schrauben, Blindnieten und Kleben und kennzeichne, welche Entscheidung eine Fachfreigabe braucht.


Lernkontrolle
- Kennzeichnung und Konstruktion: Zwei Schrauben tragen 8.8, haben aber unterschiedliche Durchmesser und Oberflächen. Erkläre, warum daraus keine identische Montagevorgabe folgt.
- Spezifikationskonflikt: Die Zeichnung fordert M10 × 60 – 8.8, das Lageretikett nennt M10 × 60 – 10.9. Beschreibe einen fachgerechten Entscheidungsweg ohne Eigenfreigabe.
- Verfahrenswahl: Ordne Halter, einseitig zugängliche Abdeckung und flächige Verstärkung jeweils einem plausiblen Fügeverfahren zu. Begründe die Zuordnung mit Funktion und Prozessgrenzen.
- Störfallanalyse: Auf einem Schraubenkopf ist nur ein Teil der Kennzeichnung lesbar. Leite ab, welche Informationen Du nicht sicher annehmen darfst und welche Unterlagen Du prüfen würdest.
- Montageverständnis: Erkläre anhand mindestens vier Einflussgrößen, warum aus „8.8“ allein kein universelles Anziehdrehmoment folgt.
- Werkstofftransfer: Vergleiche die Informationslogik von 8.8 und A2-70. Erkläre, warum eine direkte Ersetzung ohne Prüfung eine Systementscheidung überspringt.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:
- eine Schraubenbezeichnung in Norm, Gewinde, Länge und Festigkeitsklasse zerlegen kannst,
- die Nennwerte von 8.8 und 10.9 aus der Kennzeichnung korrekt ableitest,
- die Grenzen der Kopfkennzeichnung erklärst,
- Schrauben, Blindnieten und Kleben anhand von Funktion und Prozessbedingungen vergleichst,
- eine abweichende Schraube nicht allein nach „höherer Festigkeit“ auswählst,
- technische Unterlagen, Freigaben und Sicherheitsvorgaben in eine Entscheidung einbeziehst,
- Deine Auswahl fachlich begründen und Unsicherheiten als Rückfrage formulieren kannst.
OERs zum Thema
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
MOOCwiki · Deutsch
Nach dem Lernen ist vor dem Lernen
Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.
Zur MOOCwiki-HauptseiteMediathek
Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...
Keine passenden Inhalte gefunden. Bitte ändere Suche oder Filter.
NEWSLernweltNOAH fragen