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Schrauben Nieten Kleben und Fügen – Fügeverfahren nach Funktion vergleichen

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Schrauben Nieten Kleben und Fügen – Fügeverfahren nach Funktion vergleichen

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Einleitung

Schrauben Nieten Kleben und Fügen – Fügeverfahren nach Funktion vergleichen

Kurzbeschreibung: Lösbarkeit, Belastung und Werkstoffpaarung.

Dieser aiMOOC richtet sich an Lernende in der Ausbildung und hilft Dir, Fügeverfahren nicht nach Gewohnheit, sondern nach der geforderten Funktion auszuwählen. Im Mittelpunkt stehen Schrauben, Nieten, Kleben und das übergeordnete Fügen.

Sicherheitsregel: Praktische Werkstattarbeiten dürfen nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und mit zuständiger Aufsicht durchgeführt werden. Dieser Kurs erteilt keine Arbeitsfreigabe.

Kriterium Schrauben Nieten Kleben
Lösbarkeit meist zerstörungsfrei lösbar in der Regel nur zerstörend lösbar in der Regel nicht zerstörungsfrei lösbar
Krafteinleitung punktuell; bei vorgespannten Verbindungen über Klemmkraft und Reibung punktuell; überwiegend formschlüssig, je nach Ausführung mit Kraftschlussanteilen flächig; stoffschlüssig
Werkstoffpaarung viele Paarungen möglich; Kontaktkorrosion beachten viele Blechpaarungen möglich; Nietwerkstoff und Korrosion beachten besonders interessant für Mischbauweisen; Oberflächen und Klebstoff müssen zusammenpassen
Zugang abhängig von Schraubenart und Gegenstück Blindnieten bei einseitigem Zugang möglich Fügestelle muss für Vorbehandlung, Auftrag und Fixierung zugänglich sein
Service gut bei regelmäßigem Öffnen gut für dauerhafte Blechverbindungen gut für flächige, lochfreie Verbindungen

Beobachtungsauftrag: Welche Bauteile erkennst Du? Welche davon müssen bei einer klassischen Durchsteck-Schraubverbindung zugänglich sein?


Ausbildungsfall: Abdeckung eines mobilen Prüfstands

Du sollst ein 1,5-mm-Aluminiumblech an einem Stahlrahmen befestigen. Die Abdeckung wird regelmäßig für Wartung geöffnet. Der Prüfstand vibriert im Betrieb. Die Oberfläche soll möglichst wenig beschädigt werden.

Entscheidung: Eine geeignete Schraubverbindung ist hier zunächst die stärkste Option, weil die Abdeckung wiederholt demontiert werden muss. Nieten wären für häufige Wartung unpraktisch, weil sie zum Lösen entfernt werden müssten. Eine Klebung wäre ebenfalls ungeeignet, wenn die Fuge regelmäßig zerstörungsfrei geöffnet werden soll.

Falländerung A: Die Abdeckung muss nie geöffnet werden und ist nur von einer Seite erreichbar. Jetzt wird ein Blindniet technisch interessant.

Falländerung B: Bohrungen sind nicht zulässig und eine flächige Lastübertragung ist erwünscht. Jetzt kann eine Klebung geeignet sein, wenn Werkstoffe, Oberflächenvorbehandlung, Klebstoff, Belastung und Umgebungsbedingungen qualifiziert sind.

Merksatz: Nicht das Fügeverfahren ist „am besten“, sondern das Verfahren, das die Funktion der Verbindung am zuverlässigsten erfüllt.


Lerneinheit 1: Fügen nach Funktion

Nach DIN 8580 gehört Fügen zu den Hauptgruppen der Fertigungsverfahren. Für diesen Kurs ist wichtig:

  1. Schrauben: nach DIN 8593-3 dem An- und Einpressen beziehungsweise mechanischen Fügen zugeordnet.
  2. Nieten: nach DIN 8593-5 dem Fügen durch Umformen zugeordnet.
  3. Kleben: nach DIN 8593-8 eigenständige Gruppe des Fügens.

Entscheidungsfragen: Muss die Verbindung lösbar sein? Welche Lasten wirken? Welche Werkstoffe treffen aufeinander? Ist die Fügestelle ein- oder beidseitig zugänglich? Welche Prozesskontrolle ist möglich?


Lerneinheit 2: Schrauben

Bei einer vorgespannten Schraubverbindung erzeugt das Anziehen eine Vorspannkraft. Sie klemmt die Fügeteile zusammen. Reibung, Bauteilsteifigkeit, Setzen und äußere Betriebslasten beeinflussen die Verbindung.

Stärken: lösbar, prüfbar, austauschbar, für Wartung geeignet.

Grenzen: Bohrungen schwächen Querschnitte; falsche Vorspannung, Setzen oder Vibration können die Funktion beeinträchtigen; bei unterschiedlichen Metallen ist Korrosion zu prüfen.

Videoquelle: Atlas Copco, „In the Lab: Fundamentals of Bolted Joints: Basics“. Fachlicher Herstellerkanal; englischsprachig.

Beobachtungsauftrag: Notiere drei Aussagen dazu, wodurch eine gute Schraubverbindung entsteht. Trenne dabei deutlich zwischen Schraube und gesamter Verbindung.

Entscheidungsauftrag: Welche Änderung am Ausbildungsfall würde die Schraubverbindung weniger geeignet machen?

Begründetes Feedback: Eine gute Antwort verändert eine Funktionsanforderung, zum Beispiel „nicht lösbar“, „keine Bohrungen zulässig“ oder „kein Platz für Mutter beziehungsweise Werkzeug“. Nur „Nieten ist billiger“ reicht ohne Randbedingungen nicht.


Lerneinheit 3: Nieten

Beim Nieten wird ein Hilfsfügeteil so gesetzt beziehungsweise umgeformt, dass eine dauerhafte Verbindung entsteht. Beim Blindnieten reicht für den Setzvorgang der Zugang von einer Seite.

Videoquelle: GESIPA, „The blind rivet setting process“. Hersteller des Nietsystems; Prozessdarstellung des Blindnietsetzens.

Beobachtungsauftrag: Verfolge den Nietdorn. Wann entsteht der Schließkopf? Was passiert an der Sollbruchstelle?

Entscheidungsauftrag: Der Prüfstand bekommt eine dauerhafte Seitenverkleidung, die innen nicht erreichbar ist. Vergleiche Blindniet und Schraube.

Begründetes Feedback: Ein Blindniet gewinnt bei einseitiger Zugänglichkeit und dauerhaftem Verbleib. Eine Schraube gewinnt, wenn die Verkleidung regelmäßig zerstörungsfrei entfernt werden muss.


Lerneinheit 4: Kleben

Beim Kleben entsteht eine stoffschlüssige Verbindung über einen Klebstoff. Entscheidend ist nicht nur der Klebstoff: Werkstoffoberfläche, Vorbehandlung, Klebfugengeometrie, Schichtdicke, Aushärtung, Temperatur, Medien und Belastungsrichtung gehören zum Prozess.

Bei vielen Klebungen ist eine möglichst scherende Belastung günstiger als eine starke Schäl- oder Spaltbeanspruchung. Aussagen zur Tragfähigkeit gelten aber immer nur für die konkrete, qualifizierte Verbindung.

Videoquelle: 3M Collision Repair, „Clamping and Bonding Panels | Structural Bonding Episode 3“. Professioneller Herstellerkanal; das Video verweist ausdrücklich auf Gefährdungsbeurteilung, PSA und OEM-Vorgaben.

Beobachtungsauftrag: Achte auf Fügebewegung, Klebstoffaustritt, Fixierung und Kontrolle der Fuge. Welche Prozessschritte wären bei einer Schraube nicht nötig?

Entscheidungsauftrag: Warum kann Kleben bei Aluminium auf Stahl interessant sein?

Begründetes Feedback: Richtig ist nicht nur „weil Kleben hält“. Entscheidend sind mögliche flächige Lastübertragung, lochfreies Fügen und eine mögliche elektrische Trennung der Werkstoffe. Trotzdem müssen Oberflächen, Klebstoff, Alterung und Korrosionsschutz geprüft werden.


Lerneinheit 5: Direktvergleich

Funktionsforderung erste Wahl zum Prüfen Warum?
Häufige Demontage Schrauben zerstörungsfrei lösbar und wieder montierbar
Dünnblech, nur eine Seite zugänglich, dauerhaft Blindnieten Setzen von einer Seite möglich
Keine Bohrungen, große Fügefläche Kleben lochfrei und flächige Lastübertragung möglich
Mischbauweise aus leitfähigen Metallen alle drei prüfen Korrosion, Isolation, Oberflächen und Verbindungselemente entscheiden
Starke Schälbeanspruchung Klebung kritisch prüfen Schälbeanspruchung kann ungünstig für Klebfugen sein
Hohe Wartungsanforderung Schrauben Demontage und Austausch sind planbar

Wichtig: Die Tabelle ist eine Vorauswahl. Dimensionierung, Herstellerangaben, Normen, Konstruktionsunterlagen und betriebliche Freigaben bleiben maßgebend.


Gestufte Hilfen

Hilfe 1 – Funktion: Unterstreiche im Auftrag die Wörter „lösbar“, „dauerhaft“, „einseitig“, „Vibration“, „Mischwerkstoff“ und „keine Bohrung“.

Hilfe 2 – Ausschluss: Streiche Verfahren, die eine Muss-Anforderung klar verletzen.

Hilfe 3 – Belastung: Frage, ob die Kraft punktuell oder flächig eingeleitet wird und ob Scher-, Zug-, Schäl- oder wechselnde Belastung zu erwarten ist.

Hilfe 4 – Werkstoffe: Prüfe Kontaktkorrosion, Oberflächenzustand, Temperatur, Medien und Materialverträglichkeit.

Hilfe 5 – Entscheidung: Begründe mit mindestens zwei Kriterien. Eine bloße Nennung des Verfahrens ist keine vollständige Lösung.


Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben

Basisaufgabe: Ordne „lösbar“, „einseitig zugänglich“ und „lochfrei“ jeweils einem besonders naheliegenden Verfahren zu.

Feedback: Typische Zuordnung: lösbar → Schrauben; einseitig zugänglich bei dauerhafter Blechverbindung → Blindnieten; lochfrei → Kleben. Abweichungen sind möglich, wenn Du die Randbedingungen fachlich begründest.

Anwendungsaufgabe: Im Ausbildungsfall wird die Wartungsklappe nur noch alle fünf Jahre geöffnet. Entscheide neu zwischen Schrauben und Nieten.

Feedback: Beide können vertretbar sein. Schrauben bleiben servicefreundlich. Nieten können bei seltenem Öffnen, dünnem Blech und einseitigem Zugang sinnvoll werden. Entscheidend ist die priorisierte Funktion.

Transferaufgabe: Ein Aluminiumhalter soll auf ein CFK-Bauteil. Formuliere drei Prüffragen, bevor Du ein Fügeverfahren auswählst.

Feedback: Gute Antworten behandeln mindestens Werkstoffverträglichkeit beziehungsweise galvanische Effekte, Belastungsart und Oberflächen-/Prozessbedingungen. Zusätzlich sind Reparatur, Temperatur und Qualitätsnachweis sinnvoll.


Sicherheit und Arbeitsfreigabe

Dieser Kurs vermittelt Entscheidungskompetenz, aber keine Arbeitsfreigabe.

  1. Praktische Werkstattarbeiten nur nach betrieblicher Unterweisung.
  2. Vor Beginn ist die Gefährdungsbeurteilung beziehungsweise die für den Arbeitsplatz geltende Bewertung zu beachten.
  3. Maschinen, Nietgeräte, Drehmomentwerkzeuge und Klebstoffe nur im freigegebenen Rahmen verwenden.
  4. Sicherheitsdatenblätter, Betriebsanweisungen, PSA und Herstellerangaben beachten.
  5. Zuständige Aufsicht und betriebliche Freigabe gehen jeder Kursaufgabe vor.


Quellen- und Mediencheck

Fachquellen, geprüft am 05.10.2026:

  1. DIN 8593-3:2003-09 – Anpressen, Einpressen; bei DIN Media als aktuell geführt.
  2. DIN 8593-5:2003-09 – Fügen durch Umformen; bei DIN Media als aktuell geführt.
  3. DIN 8593-8:2003-09 – Kleben; bei DIN Media als aktuell geführt.
  4. Wikipedia: Fügen – Überblick zur Einordnung der Fügeverfahren.
  5. Wikipedia: Kleben – Überblick zum stoffschlüssigen Fügeverfahren.
  6. Fraunhofer IFAM: Kleben als Kernkompetenz – Prozesskette, Oberflächen, Applikation und Qualität.
  7. GESIPA Videos und Tutorials – Fachquelle für Blindniettechnik.

Medienrechte: Die eingebundenen Commons-Dateien wurden über ihre jeweiligen Dateiseiten geprüft. Die Lizenzhinweise der Dateiseite sind bei Weiterverwendung maßgeblich.

Commons-Datei Lizenzstatus laut Dateiseite
Bolt diagram.svg Public Domain
Bolted joint with nut.svg CC0 1.0
Bolt with washer.jpg CC BY-SA 3.0
Bolts,Nuts & Washers.jpg CC BY-SA 4.0
Blindnieten.JPG CC BY-SA 3.0
Blind rivet notches.jpg Public Domain
Blind rivet nut.svg CC BY-SA 4.0
Schematic diagram of a cold bonded lap joint.svg CC BY-SA 4.0
Static mixer filled with glue.jpg CC BY-SA 3.0
Example of Lap Shear.jpg CC BY-SA 4.0

YouTube-Rechte: Die Videos werden nur über den YouTube-Player eingebettet. Es wird keine freie Lizenz behauptet. Urheber- und Nutzungsrechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern und der Plattform. Kein Download und kein Re-Upload durch diesen Kurs.

Nicht verwendet: Die Commons-Grafik „Kleben im Vergleich zu anderen Fügeverfahren.png“ wurde bewusst ausgeschlossen, weil ihre fachliche Richtigkeit auf Commons als umstritten gekennzeichnet ist.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welches Fügeverfahren ist für eine regelmäßig zu öffnende Wartungsklappe meist besonders geeignet? (Schrauben) (!Nieten) (!Kleben) (!Vergießen)




Zu welcher Gruppe gehört Nieten nach DIN 8593-5? (Fügen durch Umformen) (!Kleben) (!Schweißen) (!Beschichten)




Welcher Verbindungsmechanismus kennzeichnet das Kleben? (Stoffschluss) (!Nur Formschluss) (!Nur Reibschluss) (!Magnetischer Schluss)




Welches Verfahren ist bei einer dauerhaften Blechverbindung mit nur einseitigem Zugang besonders naheliegend? (Blindnieten) (!Durchsteckschraube mit Mutter) (!Passfeder) (!Löten ohne Wärmeeintrag)




Was erzeugt eine korrekt angezogene Schraube in einer vorgespannten Verbindung? (Vorspannkraft) (!Klebstofffilm) (!Schließkopf) (!Schmelzbad)




Welche Belastungsart ist für viele überlappte Klebfugen günstiger als starke Schälbeanspruchung? (Scherbeanspruchung) (!Schälbeanspruchung) (!Spaltbeanspruchung) (!Unkontrollierter Stoß)




Was ist bei Aluminium und Stahl in direktem Kontakt besonders zu prüfen? (Kontaktkorrosion) (!Holzfeuchte) (!Magnetisierung) (!Schmelztemperatur von Glas)




Warum kann Kleben bei Mischbauweisen interessant sein? (Flächige lochfreie Verbindung ist möglich) (!Jede Oberfläche haftet ohne Vorbehandlung) (!Jeder Klebstoff ist für jede Temperatur geeignet) (!Die Verbindung ist immer sofort voll belastbar)




Was ist ein typischer Nachteil einer Nietverbindung bei häufiger Wartung? (Sie ist meist nicht zerstörungsfrei lösbar) (!Sie benötigt immer zwei Klebstoffkomponenten) (!Sie kann nur Kunststoffe verbinden) (!Sie ist grundsätzlich elektrisch isolierend)




Welche Voraussetzung gilt für praktische Werkstattarbeiten in diesem Kurs? (Unterweisung Gefährdungsbeurteilung und zuständige Aufsicht) (!Das Lesen des Kurses ersetzt jede Freigabe) (!Eine Videoansicht genügt als Maschinenunterweisung) (!Praktische Arbeiten dürfen ohne betriebliche Regeln starten)





Memory

Schrauben lösbare Verbindung
Blindniete einseitige Zugänglichkeit
Kleben Stoffschluss
Vorspannkraft Klemmwirkung
Schließkopf Nietsetzprozess
Überlappung Klebfugengeometrie
Werkstoffpaarung Korrosionsprüfung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Schraubverbindung zerstörungsfrei lösbar
Blindniet einseitig setzbar
Klebfuge flächige Lastübertragung
Vorspannkraft Klemmwirkung
Oberflächenvorbereitung Klebprozess





Kreuzworträtsel

Vorspannung Welche Größe wird beim Anziehen einer Schraubverbindung aufgebaut?
Blindniet Welches Nietelement kann von einer Seite gesetzt werden?
Klebstoff Welcher Zusatzstoff verbindet beim Kleben die Fügeteile?
Scherung Welche Beanspruchung ist bei vielen überlappten Klebfugen günstig?
Korrosion Welcher Werkstoffeffekt muss bei unterschiedlichen leitfähigen Metallen geprüft werden?
Schließkopf Welcher Nietbereich entsteht auf der Rückseite beim Setzen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine Verbindung, die regelmäßig geöffnet werden muss, wird häufig durch

realisiert.
Ein Blindniet ist besonders interessant, wenn die Fügestelle nur

zugänglich ist.
Beim Kleben entsteht eine

Verbindung.
Die Klemmwirkung einer Schraubverbindung hängt wesentlich von der

ab.
Beim Blindniet entsteht während des Setzens ein

.
Bei unterschiedlichen leitfähigen Metallen muss die Gefahr der

geprüft werden.
Viele Klebfugen sind für eine überwiegend

Belastung günstiger als für starke Schälbelastung.
Praktische Werkstattarbeiten benötigen vor Beginn eine betriebliche

.




Offene Aufgaben

Sicherheitsrahmen: Aufgaben mit realen Werkzeugen oder Klebstoffen dürfen nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, Freigabe und unter zuständiger Aufsicht praktisch umgesetzt werden. Ohne diese Voraussetzungen bleiben sie Planungs-, Beobachtungs- oder Dokumentationsaufgaben.


Leicht

  1. Bauteilfotoanalyse: Fotografiere oder skizziere drei bereits vorhandene Verbindungen in Deiner Lernumgebung und ordne sie Schrauben, Nieten oder Kleben zu.
  2. Entscheidungskarte: Erstelle eine Karte mit den drei Fragen Lösbarkeit, Belastung und Werkstoffpaarung.
  3. Videobeobachtung: Wähle eines der eingebetteten Prozessvideos und notiere fünf sichtbare Prozessschritte.
  4. Werkstoffpaarung: Vergleiche Stahl-Stahl, Aluminium-Stahl und Kunststoff-Aluminium und formuliere je eine technische Prüffrage.


Standard

  1. Fallvariante: Ändere am Ausbildungsfall zwei Anforderungen und entscheide das Fügeverfahren neu.
  2. Fehleranalyse: Entwickle je zwei mögliche Fehlerursachen für eine Schraub-, Niet- und Klebverbindung und beschreibe deren Wirkung.
  3. Mediencheck: Prüfe für ein zusätzliches Fachbild Quelle, Urheber, Lizenz und fachlichen Bezug, bevor Du es vorschlägst.
  4. Fachinterview: Befrage nach Freigabe eine Fachkraft im Betrieb dazu, nach welchen Kriterien dort zwischen Schrauben, Nieten und Kleben entschieden wird.


Schwer

  1. Versuchsplanung: Plane einen Vergleich von drei Fügeverfahren für ein Musterbauteil, ohne ihn praktisch durchzuführen. Definiere Kriterien, Messgrößen und Sicherheitsvoraussetzungen.
  2. Mehrkriterienentscheidung: Erstelle eine gewichtete Entscheidungsmatrix mit mindestens sechs Kriterien und begründe die Gewichtung.
  3. Hybridfügen: Untersuche, wann die Kombination aus Kleben und mechanischem Fügen technisch sinnvoll sein könnte und welche zusätzlichen Prozessrisiken entstehen.
  4. Erklärvideo: Entwickle ein Storyboard für ein zweiminütiges Ausbildungs-Erklärvideo, in dem Du einen falschen und einen begründeten Auswahlweg gegenüberstellst.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Funktionsänderung: Eine bisher verschraubte Abdeckung soll künftig dauerhaft geschlossen bleiben und darf keine sichtbaren Schraubenköpfe haben. Vergleiche Nieten und Kleben und begründe Deine Wahl anhand von mindestens drei Kriterien.
  2. Belastungspfad: Erkläre an einer überlappten Verbindung, wie sich punktuelle Krafteinleitung durch mechanische Verbindungselemente und flächige Krafteinleitung durch Kleben unterscheiden können.
  3. Werkstoffwechsel: Ersetze im Ausbildungsfall den Stahlrahmen durch einen faserverstärkten Kunststoff. Welche neuen Fragen entstehen für jedes der drei Fügeverfahren?
  4. Servicekonzept: Entwickle eine Fügestrategie für ein Produkt mit einem dauerhaft geschlossenen Bereich und einer regelmäßig zu öffnenden Serviceklappe.
  5. Fehlerfolge: Eine Klebfuge wurde nicht ausreichend vorbehandelt, eine Schraube nicht korrekt vorgespannt und ein Blindniet falsch dimensioniert. Beschreibe für jeden Fall eine mögliche Funktionsfolge.
  6. Entscheidungsbegründung: Begründe, warum eine reine Rangliste „Schrauben besser als Nieten besser als Kleben“ fachlich ungeeignet ist.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. die drei Fügeverfahren nach Lösbarkeit, Belastung und Werkstoffpaarung vergleichen kannst.
  2. eine Auswahl nicht nur nennst, sondern mit Funktionsanforderungen begründest.
  3. Vorspannkraft, Schließkopf und Klebfuge fachsprachlich korrekt verwendest.
  4. bei Mischwerkstoffen Korrosion, Oberflächen und Materialverträglichkeit mitdenkst.
  5. Prozessbeobachtungen aus Bildern oder Videos in technische Entscheidungskriterien überführen kannst.
  6. erkennst, wann Normen, Herstellerangaben, Konstruktionsunterlagen und betriebliche Freigaben benötigt werden.
  7. den Sicherheitsrahmen praktischer Werkstattarbeiten korrekt benennst.




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