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Schmierstoffe Tribologie und Sauberkeit – Ölproben und Analysen einordnen

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Schmierstoffe Tribologie und Sauberkeit – Ölproben und Analysen einordnen

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Schmierstoffe Tribologie und Sauberkeit – Ölproben und Analysen einordnen


Einleitung

Kurzbeschreibung: Probenahmebedingungen und Aussagegrenzen.

Dieser aiMOOC richtet sich an Lernende in der technischen Ausbildung, besonders in Instandhaltung, Mechatronik, Industriemechanik, Zerspanungsmechanik und Maschinenbau. Du lernst, Ölproben nicht nur als Laborwerte zu lesen, sondern zuerst zu prüfen, wie die Probe entstanden ist und was das jeweilige Analyseverfahren überhaupt aussagen kann.

Ein Schmierstoffbericht ist keine Diagnosemaschine. Ein Laborwert wird erst dann nützlich, wenn Probenahmestelle, Betriebszustand, Öltyp, Laufzeit, Messverfahren und Vergleichswerte bekannt sind.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du eine Probenahme auf Repräsentativität prüfen, typische Messgrößen einordnen, Trends von Einzelwerten unterscheiden, Aussagegrenzen benennen und aus mehreren Befunden eine begründete nächste Maßnahme ableiten.


Sicherheitsrahmen

Dieser Kurs enthält keine Anleitung für gefährliche Eigenversuche. Proben aus laufenden, heißen oder druckbeaufschlagten Anlagen werden nur nach betrieblicher Freigabe, Betriebsanweisung, Gefährdungsbeurteilung und unter Fachaufsicht entnommen. Sicherheitsdatenblatt, Anlagenfreigabe und betriebliche Probenahmeanweisung haben Vorrang.

Reale chemische Analysen, Titrationen, Lösemittelanwendungen, Aufschlüsse, offene Erhitzungen oder andere chemische Prozesse gehören ausschließlich in geeignete Betriebe oder Labore mit Fachaufsicht.


Kurze Lerneinheiten


Lerneinheit 1: Tribologie in einem Bild

Tribologie beschreibt Reibung, Verschleiß und Schmierung bei sich gegeneinander bewegenden Oberflächen. Im Lager oder Zahnkontakt soll der Schmierstoff Flächen trennen, Reibung beeinflussen, Wärme abführen und Partikel transportieren.

Merksatz: Öl ist gleichzeitig Betriebsstoff und Informationsträger. Was im Öl gefunden wird, kann Hinweise auf Maschine, Schmierstoff und Verunreinigung geben.

Pitting zeigt einen Werkstoffschaden an einer Zahnflanke. Eine Ölprobe kann Hinweise auf begleitenden Verschleiß liefern, beweist aber allein nicht die Schadensursache.


Lerneinheit 2: Sauberkeit ist messbar, aber nicht selbsterklärend

In hydraulischen Systemen wird die Feststoffverschmutzung häufig mit einem ISO-4406-Code beschrieben. Der Code ordnet Partikelzahlen Größenklassen zu. Er sagt jedoch nicht automatisch, aus welchem Werkstoff die Partikel bestehen oder woher sie stammen.

Aussagegrenze: Ein Partikelzähler beantwortet vor allem die Frage „Wie viele Partikel bestimmter Größen sind vorhanden?“. Für „Woraus bestehen sie?“ oder „Welche Verschleißart liegt vor?“ brauchst Du weitere Verfahren oder Befunde.


Lerneinheit 3: Die Probenahme entscheidet mit

Für die Partikelkontamination einer Hydraulik ist eine Probe aus einer geeigneten Hauptstromleitung grundsätzlich aussagekräftiger als eine zufällige Probe aus einem Behälter. Die konkrete Stelle muss zum Diagnoseziel und zur betrieblichen Probenahmeanweisung passen.

Eine trendfähige Probe braucht möglichst vergleichbare Bedingungen.

  1. Probenahmestelle: dieselbe definierte Stelle verwenden.
  2. Betriebszustand: Zustand, Last, Temperatur und Laufzeit dokumentieren.
  3. Probengefäß: geeignetes, sauberes und eindeutig gekennzeichnetes Gefäß verwenden.
  4. Spülung: Entnahmestelle und Leitung nach betrieblicher Anweisung vorbereiten.
  5. Dokumentation: Öltyp, Anlagen-ID, Datum, Betriebsstunden, Nachfüllung und Filterwechsel festhalten.
  6. Transport: Probe geschlossen, sauber und verwechslungssicher zum Labor bringen.

Nicht trendfähig ist eine Probe häufig dann, wenn sie aus einer Auffangwanne, einem verschmutzten offenen Gefäß, nach unbekannter Standzeit oder an einer wechselnden Stelle entnommen wurde.


Lerneinheit 4: Messwertansichten lesen

Messgröße Typische Frage Was sie nicht allein beweist
Kinematische Viskosität Ist das Öl im Vergleich zur Referenz dünner oder dicker geworden? Welche Ursache die Abweichung hat
Partikelzahl / ISO 4406 Wie hoch ist die Feststoffbelastung? Werkstoff und exakte Herkunft der Partikel
Wassergehalt Wie viel Wasser wurde mit dem verwendeten Verfahren erfasst? Wo das Wasser eingedrungen ist
Elementanalyse Welche Elemente liegen in messbarer Konzentration vor? Dass jedes gemessene Metall direkt von einem bestimmten Bauteil stammt
FTIR Haben sich spektrale Merkmale gegenüber einer Referenz verändert? Eine vollständige Schadensdiagnose ohne Referenz und Kontext
Mikroskopie / Ferrographie Welche Partikelformen und Größen sind sichtbar? Die vollständige Partikelpopulation des gesamten Systems


Viskosität

Viskosität ist eine zentrale Schmierstoffeigenschaft. Eine Abweichung kann zum Beispiel durch falschen Öltyp, Verdünnung, Alterung oder Vermischung entstehen. Ein einzelner Wert ohne Referenzbereich ist aber nicht automatisch „gut“ oder „schlecht“.


Elementanalyse

ICP-OES kann unter anderem Verschleiß-, Additiv- und Verunreinigungselemente erfassen. Für die Einordnung brauchst Du Vergleichsdaten. Außerdem ist das Verfahren bei großen unlöslichen Partikeln größenabhängig; grobe Partikel können unterrepräsentiert sein.


FTIR und chemische Alterung

FTIR vergleicht Absorptionsmerkmale eines Öls. In der Zustandsüberwachung können daraus Trends, etwa zu Oxidationsmerkmalen, abgeleitet werden. Die Interpretation hängt von Öltyp, Referenz, Auswertemethode und Laborverfahren ab.


Lerneinheit 5: Farbe ist ein Hinweis, keine Diagnose

Dunkles Öl kann durch Alterung, Ruß, feine Partikel, Temperaturbelastung oder andere Einflüsse entstehen. Die Farbe allein reicht nicht für eine Ursachenfeststellung. Auch klares Öl kann problematische Wasser- oder Partikelwerte haben.


Lerneinheit 6: Werkstoffbilder mit Messwerten verbinden

Ein Werkstoffbild beantwortet eine andere Frage als eine Ölprobe. Das Bauteilbild zeigt lokale Oberflächenschäden. Die Ölprobe beschreibt den Zustand des beprobten Schmierstoffvolumens zum Probenzeitpunkt. Beide Informationsquellen können sich ergänzen.

Gute Diagnosekette: Beobachtung → repräsentative Probe → geeignete Analyse → Trendvergleich → Bauteil- und Betriebsdaten → begründete Maßnahme.


Lerneinheit 7: Aussagegrenzen systematisch prüfen

Vor jeder Interpretation stellst Du fünf Fragen.

  1. Repräsentativität: Stammt die Probe aus einer definierten und geeigneten Stelle?
  2. Vergleichbarkeit: Waren Betriebszustand und Probenahmebedingungen ähnlich?
  3. Messprinzip: Welche Stoffe oder Partikel kann das Verfahren erfassen?
  4. Blindstellen: Welche Größen, Phasen oder Stoffe können unterrepräsentiert bleiben?
  5. Kontext: Gibt es Referenzöl, Trend, Betriebsstunden, Filterdaten oder Sichtbefund?


Ausbildungsfall: Hydraulikaggregat einer CNC-Übungsanlage

Eine CNC-Übungsanlage reagiert zeitweise verzögert. Das Hydrauliköl ist laut Wartungsplan ein ISO-VG-46-Öl. Es liegen drei frühere Trendproben und zwei aktuelle Proben vor.

Wichtig: Die folgenden Zahlen sind ein didaktischer Falldatensatz. Sie sind keine realen Grenzwerte und dürfen nicht als Herstellerfreigabe verwendet werden.

Probe Bedingungen ISO 4406 Wasser in mg/kg Viskosität bei 40 °C in mm²/s Eisen in mg/kg
Trend 1 Standardmessstelle, warm, laufender Betrieb 17/15/12 90 45,8 8
Trend 2 Standardmessstelle, warm, laufender Betrieb 18/16/13 120 45,9 11
Aktuell A Standardmessstelle, warm, laufender Betrieb 20/18/15 140 46,1 18
Aktuell B Öl aus Auffangwanne nach Filterarbeit 23/21/18 500 46,4 75


Einordnung des Falls

Probe A ist mit den Trendproben deutlich besser vergleichbar. Partikelcode und Eisenwert steigen über die Messreihe an, während die Viskosität nahe bei den vorherigen Werten bleibt.

Probe B zeigt deutlich höhere Werte, ist aber wegen der völlig anderen Entnahmebedingung nicht als direkte Trendfortsetzung geeignet. Die Auffangwanne kann Partikel, Wasser und Rückstände eintragen.

Noch nicht zulässig wäre die Aussage: „Das Zahnrad ist defekt.“ Eisen kann mehrere Quellen haben. Auch ein hoher Partikelcode identifiziert keine einzelne Quelle.

Eine fachlich sinnvolle nächste Maßnahme wäre, eine erneute Probe unter den definierten Standardbedingungen zu planen, Filter- und Wartungsdaten zu prüfen und erst danach über weitergehende Inspektionen zu entscheiden.


Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall

Hilfestufe 1: Vergleiche zuerst nicht die höchsten Zahlen, sondern die Probenbedingungen.

Hilfestufe 2: Suche bei Probe A nach Veränderungen gegenüber Trend 1 und Trend 2.

Hilfestufe 3: Frage für jeden auffälligen Wert: „Was misst dieses Verfahren – und was nicht?“

Musterlösung mit Begründung: Probe A ist für den Trend geeigneter, weil die Entnahmebedingungen vergleichbar sind. Der Anstieg von Partikelcode und Eisen rechtfertigt eine Überprüfung, aber keine eindeutige Schadensdiagnose. Probe B sollte als Ereignisprobe dokumentiert, jedoch nicht direkt in die Trendkurve übernommen werden.


Gefahrstoffe, Staub und Entsorgung


Gefahrstoffe und Hautkontakt

Gebrauchte Schmierstoffe können durch Betrieb, Alterung und Fremdstoffe andere Gefährdungen aufweisen als das Frischöl. Vor Tätigkeiten gelten Gefährdungsbeurteilung, Sicherheitsdatenblatt, Betriebsanweisung und betriebliche Schutzmaßnahmen.

Nach Gefahrstoffverordnung müssen inhalative, dermale und physikalisch-chemische Gefährdungen beurteilt werden. Die Betriebsanweisung muss Schutzmaßnahmen, Hygiene und Verhalten bei Störungen verständlich festlegen.

Kein Riechtest, kein Brenntest, keine Hautprobe. Unbekannte Ölproben werden nicht durch Geruch, Geschmack, offene Flamme oder ungeschützten Hautkontakt „geprüft“.


Staub und feste Rückstände

Bei Filterrückständen, getrockneten Ablagerungen oder metallischen Verschleißpartikeln darf kein unnötiger Staub erzeugt werden. Schleifen, Ausblasen mit Druckluft oder Aufwirbeln unbekannter Rückstände sind keine Ausbildungsversuche.

Die TRGS 900 nennt für den allgemeinen Staubgrenzwert bei bestimmten unlöslichen Stäuben 1,25 mg/m³ für die alveolengängige Fraktion bei einer Bezugsdichte von 2,5 g/cm³ und 10 mg/m³ für die einatembare Fraktion. Stoffspezifische Beurteilungsmaßstäbe haben Vorrang. Bei metallhaltigen oder anderweitig gefährlichen Stäuben ist deshalb eine eigene Gefährdungsbeurteilung nötig.

Diese Werte sind keine Freigabe für Eigenversuche und ersetzen keine betriebliche Messung oder Schutzmaßnahmen.


Altöl und Probenreste

Altöl darf nicht beliebig vermischt oder in Ausguss, Boden oder Restmüll entsorgt werden. Die Altölverordnung enthält Sammelkategorien, Vermischungsverbote sowie Vorgaben für bestimmte Probenahmen und Untersuchungen.

Probenreste werden nach betrieblichem Entsorgungskonzept in dafür vorgesehenen, gekennzeichneten Behältern gesammelt. Welche Abfallschlüssel und Sammelkategorien gelten, entscheidet der Betrieb nach Stoff, Herkunft und Rechtslage.


Fachliche Quellen und Normen

Stand der Webprüfung: Oktober 2026.

  1. ISO 4406:2021: Code für die Feststoffpartikelbelastung in Hydraulikflüssigkeiten.
  2. ISO 11500:2022: Automatische Partikelzählung nach Lichtblockade an geeigneten Flüssigkeitsproben.
  3. ISO 4021:1992: Entnahme von Fluidproben aus Leitungen eines laufenden Hydrauliksystems; Neufassung befindet sich 2026 in Entwicklung.
  4. ISO 3170:2025: Manuelle Probenahme von Kohlenwasserstoff-Flüssigkeiten.
  5. ASTM D445-26: Kinematische Viskosität.
  6. ASTM D5185-26: Elementanalyse von Schmierölen mittels ICP-AES.
  7. ASTM D6304-25: Wasser in Mineralölprodukten und Schmierölen mittels coulometrischer Karl-Fischer-Titration.
  8. Gefahrstoffverordnung: Gefährdungsbeurteilung, Schutzmaßnahmen, Betriebsanweisung und Unterweisung.
  9. TRGS 555: Betriebsanweisung und Information der Beschäftigten.
  10. TRGS 900: Arbeitsplatzgrenzwerte und allgemeiner Staubgrenzwert.
  11. DGUV/IFA Portal Kühlschmierstoffe: Praxishilfen für Gefährdungsbeurteilung und Schutzmaßnahmen bei Kühlschmierstoffen.
  12. Altölverordnung: Sammlung, Vermischungsverbote, Probenahme und Entsorgung von Altölen.

Normenhinweis: Die Normtexte selbst sind urheberrechtlich geschützt. Dieser Kurs nennt nur fachliche Kernaussagen und verweist auf die offiziellen Normseiten.


Medien und Rechte

Die folgenden eingebundenen Bilder stammen von Wikimedia Commons. Maßgeblich ist jeweils die Lizenz auf der Originaldateiseite.

Medium geprüfte Lizenz Lernfunktion
Ball-bearing-numbered.png CC BY-SA 3.0 Bauteilaufbau eines Wälzlagers
Gears4.gif CC BY-SA 4.0 Visualisierung eines Zahnkontakts
Pitting on gear flank.jpg CC BY-SA 4.0 Werkstoffbild eines Pittings
Darkened lubricant in bearing.png CC0 1.0 Beispiel für verfärbten Schmierstoff
Lube Oil Sample Rack CC BY-SA 2.0 Probenmanagement
Viskosimeter.png CC BY-SA 4.0 Messgerät zur Viskosität
ICP OES.jpg CC BY-SA 4.0 Laborgerät für Elementanalyse
FTIR-Spektrometer.png CC BY-SA 4.0 Laborgerät für Infrarotspektroskopie
Ftir-spectrum.png GFDL Beispiel eines FTIR-Spektrums
Micro pitting gear.jpg CC BY-SA 3.0 Werkstoffbild von Mikropitting

Die YouTube-Videos werden nur eingebettet und nicht neu lizenziert. Die Rechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern und Plattformbedingungen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Probe ist für eine Trendanalyse am besten geeignet? (Eine Probe von derselben definierten Stelle unter vergleichbaren Betriebsbedingungen) (!Eine Probe aus einer beliebigen Auffangwanne) (!Eine Probe aus einem offenen Gefäß unbekannter Herkunft) (!Eine Probe mit dem dunkelsten Öl)




Was beschreibt ein ISO-4406-Code in erster Linie? (Die Feststoffpartikelbelastung nach Größenklassen) (!Die genaue chemische Zusammensetzung jedes Partikels) (!Die Restlebensdauer eines Lagers) (!Die Viskositätsklasse des Öls)




Was ist für einen Vergleich von Ölproben besonders wichtig? (Vergleichbare Probenahmebedingungen) (!Möglichst unterschiedliche Entnahmestellen) (!Ein möglichst großes Farbgefälle) (!Ein möglichst altes Probengefäß)




Welche Aussage über ICP-OES bei Gebrauchtölen ist richtig? (Die Messung kann Elementkonzentrationen für Trendanalysen liefern) (!Die Messung erkennt jede große Metallflocke vollständig) (!Die Messung bestimmt automatisch die genaue Schadensstelle) (!Die Messung ersetzt jede Sichtprüfung der Maschine)




Was zeigt eine Viskositätsmessung allein nicht sicher? (Die Ursache einer Viskositätsänderung) (!Eine gemessene Viskosität) (!Einen Zahlenwert) (!Eine Messgröße des Fluids)




Warum ist eine Probe aus einer verschmutzten Auffangwanne problematisch? (Fremdstoffe können das Ergebnis verfälschen) (!Sie verbessert automatisch die Repräsentativität) (!Sie verhindert jede Partikelmessung) (!Sie macht eine Kennzeichnung überflüssig)




Welche Aussage zu dunklem Öl ist fachlich passend? (Die Farbe ist ein Hinweis und muss mit weiteren Befunden bewertet werden) (!Dunkles Öl beweist immer einen Lagerschaden) (!Helles Öl ist immer frei von Wasser) (!Dunkles Öl muss ohne weitere Prüfung sofort verbrannt werden)




Welche Vorgehensweise passt zum sicheren Umgang mit unbekannten Ölproben? (Sicherheitsdatenblatt und betriebliche Betriebsanweisung beachten) (!Die Probe kurz anzünden) (!Die Probe auf die Haut geben) (!Die Probe durch Riechen identifizieren)




Was ist bei erhöhtem Eisenwert die sinnvollste erste Schlussfolgerung? (Es liegt ein Hinweis vor, der im Trend und mit weiteren Daten geprüft werden muss) (!Ein bestimmtes Zahnrad ist sicher gebrochen) (!Der Öltyp ist sicher falsch) (!Die Probe ist automatisch unbrauchbar)




Warum ist ein Trend oft aussagekräftiger als ein Einzelwert? (Weil Veränderungen unter vergleichbaren Bedingungen sichtbar werden) (!Weil dadurch keine Probenahme mehr nötig ist) (!Weil Grenzwerte dann grundsätzlich unwichtig sind) (!Weil jeder Messfehler automatisch verschwindet)





Memory

Repräsentative Probe Vergleichbarer Betriebszustand
ISO 4406 Feststoffpartikel-Code
Karl-Fischer Wassergehalt
ICP-OES Elementkonzentrationen
FTIR Oxidationstrend
Trendanalyse Wiederholte Messreihe





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Hauptstromprobe Repräsentativität
Partikelcode Sauberkeit
Viskosität Fließverhalten
Eisenanstieg Verschleißhinweis
Auffangwanne Fremdkontamination





Kreuzworträtsel

Tribologie Wie heißt die Lehre von Reibung, Verschleiß und Schmierung?
Viskositaet Welche Kenngröße beschreibt den Fließwiderstand eines Fluids?
Partikel Wie heißen feste Verunreinigungen im Öl?
Ferrographie Welches Verfahren betrachtet magnetisch abgetrennte Verschleißteilchen?
Oxidation Wie heißt eine wichtige chemische Alterungsreaktion von Schmierstoffen?
Probenahme Welcher Arbeitsschritt entscheidet wesentlich über die Repräsentativität einer Analyse?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Für eine belastbare Trendanalyse sollte die Probe möglichst an derselben

entnommen werden.
Ein ISO-4406-Code beschreibt die Belastung durch feste

.
Die kinematische

ist eine wichtige Schmierstoffkenngröße.
Eine ICP-OES-Analyse liefert Konzentrationen ausgewählter

.
Der Wassergehalt kann mit einer Karl-Fischer-

bestimmt werden.
Ein einzelner Laborwert braucht für die Bewertung einen betrieblichen

.
Eine Probe aus einer Auffangwanne kann durch Fremdstoffe

sein.
Bei Gefahrstoffen hat die betriebliche

Vorrang.




Prüf- und Auswahlaufgaben am Ausbildungsfall


Basisaufgabe

Wähle aus den Proben A und B die Probe aus, die Du in die laufende Trendkurve aufnehmen würdest, und begründe Deine Auswahl mit zwei Probenahmebedingungen.

Begründetes Feedback: Eine gute Lösung nennt Probe A und verweist auf dieselbe Standardmessstelle sowie den vergleichbaren warmen Betriebszustand. Entscheidend ist nicht der „schönere“ Messwert, sondern die Vergleichbarkeit der Entnahme.


Anwendungsaufgabe

Beurteile, ob der Eisenanstieg in Probe A bereits einen sicheren Bauteilschaden beweist.

Begründetes Feedback: Nein. Der Wert ist ein Hinweis. Eine belastbare Diagnose braucht Trend, Bauteilwissen und möglichst weitere Befunde. Elementquellen können sich überschneiden, und grobe Partikel können bei ICP-Verfahren unterrepräsentiert sein.


Transferaufgabe

Entwirf für die nächste Probenrunde eine kurze Entscheidungskette aus Probenahme, Analyse und Instandhaltungsmaßnahme.

Begründetes Feedback: Eine starke Lösung hält zuerst die Probenbedingungen konstant, prüft danach den Trend und wählt erst dann eine Maßnahme. Sie vermeidet voreilige Ursache-Wirkungs-Aussagen.


Offene Aufgaben


Leicht – Basisaufgaben

  1. Probenetikett: Entwirf ein Etikett mit Anlagen-ID, Öltyp, Datum, Betriebsstunden, Entnahmestelle und Name der entnehmenden Person.
  2. Messwertkarte: Erstelle eine Karteikarte zu Viskosität, Partikelcode, Wasser und Eisen mit jeweils „misst“ und „beweist nicht“.
  3. Bildanalyse: Beschreibe am Bild „Pitting on gear flank“, was Du tatsächlich siehst, ohne eine nicht belegte Ursache zu behaupten.
  4. Sicherheitscheck: Formuliere fünf Punkte, die Du vor einer betrieblichen Ölprobenahme mit der Fachkraft klären würdest.


Standard – Anwendungsaufgaben

  1. Trenddiagramm: Übertrage die vier Fallwerte für Eisen in ein eigenes Diagramm und kennzeichne Probe B als nicht direkt vergleichbar.
  2. Probenahmevergleich: Vergleiche Hauptstromprobe, Reservoirprobe und Auffangwannenprobe hinsichtlich möglicher Aussagegrenzen.
  3. Laborbericht: Schreibe aus den Daten der Probe A einen kurzen Instandhaltungshinweis ohne unzulässige Schadensdiagnose.
  4. Fehleranalyse: Entwickle drei mögliche Gründe, warum zwei Proben desselben Systems unterschiedliche Partikelzahlen zeigen können.


Schwer – Transferaufgaben

  1. Diagnoseplan: Plane eine Folgemessung für den Ausbildungsfall mit Messgrößen, Probenbedingungen und Abbruchkriterien.
  2. Methodenvergleich: Vergleiche Partikelzählung, ICP-OES und Mikroskopie danach, welche Information jedes Verfahren ergänzt.
  3. Betriebsstandard: Erstelle einen einseitigen betrieblichen Entwurf für eine standardisierte Ölprobenahme ohne gefährliche Arbeitsschritte.
  4. Entscheidungsmatrix: Entwickle eine Matrix aus „Messwert steigt“, „Probe vergleichbar“, „Sichtbefund vorhanden“ und „nächste fachliche Maßnahme“.


Feedback-Raster für offene Aufgaben

Niveau Gute Leistung Begründung
Basis Begriffe und Probenbedingungen werden korrekt benannt. Ohne saubere Dokumentation ist ein Messwert kaum vergleichbar.
Anwendung Mehrere Messwerte werden zusammengeführt und Aussagegrenzen genannt. Diagnose entsteht aus Zusammenhängen, nicht aus einem Einzelwert.
Transfer Es wird eine sichere, nachvollziehbare Entscheidungskette mit Alternativen entwickelt. In realen Anlagen müssen Unsicherheit, Sicherheit und betriebliche Vorgaben gemeinsam berücksichtigt werden.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Probenahmefehler: Zwei Labore erhalten aus demselben Aggregat unterschiedliche Partikelcodes. Entwickle eine Prüfreihenfolge, mit der Du zunächst Probenahme- und Methodenunterschiede ausschließt.
  2. Trendbewertung: Ein Eisenwert verdoppelt sich, während Partikelcode und Viskosität nahezu konstant bleiben. Formuliere mindestens zwei plausible Deutungen und die nächste sinnvolle Prüfung.
  3. Wasserbefund: Eine Probe zeigt erhöhten Wassergehalt. Erkläre, warum der Messwert allein weder Eintrittspfad noch Schadensumfang beweist.
  4. Methodengrenzen: Ein Filter enthält sichtbare Metallspäne, die ICP-Werte sind aber nur leicht erhöht. Erkläre, warum das kein Widerspruch sein muss.
  5. Sicherheitsentscheidung: In einer Probe liegt unbekannter Bodensatz vor. Begründe, warum Schleifen, Ausblasen oder Erhitzen für eine Ausbildungsanalyse ungeeignet sind.
  6. Instandhaltungsentscheidung: Entwirf aus Messwert, Trend, Sichtbefund und Betriebsdaten eine Reihenfolge für „weiter beobachten“, „erneut beproben“, „gezielt inspizieren“ und „Anlage stoppen“ und begründe die Kriterien.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:

  1. Du kannst die Bedeutung einer repräsentativen Probenahme erklären.
  2. Du kannst geeignete und ungeeignete Probenahmebedingungen unterscheiden.
  3. Du kannst ISO-4406-Code, Viskosität, Wassergehalt, Elementanalyse und FTIR grundlegend einordnen.
  4. Du kannst mindestens eine Aussagegrenze jedes Analyseverfahrens nennen.
  5. Du kannst Trendwerte von nicht vergleichbaren Ereignisproben unterscheiden.
  6. Du kannst aus mehreren Daten eine begründete, aber vorsichtige Instandhaltungsaussage formulieren.
  7. Du kannst Gefahrstoff-, Staub- und Entsorgungsanforderungen in die Arbeitsplanung einbeziehen.
  8. Du vermeidest gefährliche Eigenversuche und erkennst Tätigkeiten, die Fachaufsicht erfordern.




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