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Schmiedefeste und Handwerkermärkte - Schmied

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Schmiedefeste und Handwerkermärkte - Schmied




Schmiedefeste und Handwerkermärkte - Schmied


Einleitung

Schmiedefeste und Handwerkermärkte machen handwerkliche Arbeitsprozesse für ein breites Publikum sichtbar. Für Schmiedinnen und Schmiede sind sie zugleich Vorführort, Verkaufsfläche, Lernraum und Treffpunkt für den fachlichen Austausch. Eine überzeugende Schmiedevorführung verbindet deshalb nicht nur Feuer, Amboss und Hammer, sondern auch eine fachgerechte Arbeitsplanung, sicheren Publikumsverkehr, verständliche Kommunikation, verlässliche Kalkulation und eine hochwertige Produktpräsentation.

In diesem aiMOOC lernst Du, einen mobilen Schmiedeplatz für eine öffentliche Veranstaltung fachlich zu planen, typische Schmiedeverfahren korrekt zu erklären und eine Vorführung sicher durchzuführen. Der Schwerpunkt liegt auf Kompetenzen, die in der Ausbildung zum Metallbauer beziehungsweise zur Metallbauerin der Fachrichtung Metallgestaltung und in verwandten metallgestaltenden Berufen wichtig sind.

Eine öffentliche Schmiedevorführung ist kein vereinfachter Werkstattbetrieb. Zur normalen Arbeit am heißen Werkstück kommen Besucherführung, Lärm, Funkenflug, wechselnde Wetterbedingungen, Transportwege, Fragen aus dem Publikum und oft ein enger Zeitplan hinzu. Deshalb musst Du den Arbeitsplatz so gestalten, dass Arbeitsabläufe, Brandschutz, Arbeitsschutz und Vermittlung zusammenpassen.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses Kurses kannst Du:

  1. Veranstaltungsplanung: ein fachlich begründetes Konzept für einen Schmiedestand entwickeln.
  2. Schmiedeverfahren: Recken, Stauchen, Absetzen, Biegen, Tordieren, Lochen und Feuerschweißen voneinander unterscheiden.
  3. Arbeitsplatzgestaltung: Heißzone, Arbeitszone, Materialzone, Publikumszone und Verkaufszone sinnvoll anordnen.
  4. Arbeitsschutz: Gefährdungen durch Hitze, Funken, Lärm, Rauch, Werkzeuge, Brennstoffe und Publikumsverkehr beurteilen.
  5. Werkstofftechnik: geeignete schmiedbare Werkstoffe auswählen und unbekannte oder beschichtete Materialien vermeiden.
  6. Qualitätssicherung: Werkstücke nach Maßhaltigkeit, Form, Oberfläche, Funktion und sicherer Verwendung prüfen.
  7. Kundenkommunikation: Arbeitsgänge verständlich erklären und Produkte fachgerecht präsentieren.
  8. Kalkulation: Material, Arbeitszeit, Gemeinkosten, Veranstaltungskosten und Gewinnzuschlag berücksichtigen.


Berufsbezug und Fachrolle


Schmied als Tätigkeit und Berufsbild

Der Begriff Schmied bezeichnet traditionell eine Person, die metallische Werkstoffe durch Druck und Schlag umformt. Im heutigen deutschen Ausbildungssystem ist „Schmied“ jedoch in der Regel keine eigenständige duale Ausbildungsbezeichnung. Ein zentraler Zugangsberuf ist der staatlich anerkannte Ausbildungsberuf Metallbauer beziehungsweise Metallbauerin, Fachrichtung Metallgestaltung. Die Ausbildung dauert 42 Monate. Typische Beschäftigungsorte sind Metallbaubetriebe, Kunstschmieden, Kunstschlossereien und Restaurierungswerkstätten.[1][2]

Zu den beruflichen Kompetenzen gehören unter anderem:

  1. Technische Zeichnung: Skizzen, Zeichnungen und Schablonen lesen und anfertigen.
  2. Werkstoffauswahl: Stähle und weitere Metalle nach Eigenschaften und Verwendungszweck auswählen.
  3. Warmumformen: Werkstücke erwärmen, führen und durch geeignete Schlagfolgen umformen.
  4. Fügen: Bauteile durch Nieten, Schrauben, Schweißen oder traditionelle Verbindungen zusammenfügen.
  5. Oberflächenbehandlung: Zunder entfernen, Oberflächen strukturieren und Korrosionsschutz aufbringen.
  6. Montage: gestaltete Metallbauteile fachgerecht einbauen und instand halten.
  7. Qualitätsprüfung: Maße, Form, Oberfläche und Funktion kontrollieren.

Auf Schmiedefesten tritt zusätzlich eine Vermittlungsrolle hinzu. Du arbeitest sichtbar, erklärst Fachbegriffe, beantwortest Fragen und repräsentierst Deinen Betrieb oder Dein Gewerk. Fachlichkeit zeigt sich deshalb auch darin, dass Du Arbeitsschritte nicht nur beherrschst, sondern begründen und adressatengerecht erläutern kannst.


Schmiedefest, Handwerkermarkt und Living History

Die Veranstaltungsformen haben unterschiedliche Schwerpunkte:

Veranstaltungsform Hauptziel Konsequenz für den Schmiedestand
Schmiedefest Fachlicher Austausch, Vorführungen, Wettbewerbe und Präsentation verschiedener Schmiedestile Hoher fachlicher Anspruch, gute Vergleichbarkeit der Verfahren und intensiver Austausch mit Fachpublikum
Handwerkermarkt Verkauf handwerklicher Produkte und anschauliche Präsentation ihrer Herstellung Kurze, gut sichtbare Vorführstücke, klare Preisauszeichnung und verständliche Kundenansprache
Museumsfest Vermittlung von Handwerksgeschichte und materieller Kultur Historischer Kontext, Quellenbezug und deutliche Trennung zwischen belegter Praxis und moderner Rekonstruktion
Living History Möglichst nachvollziehbare Darstellung einer vergangenen Lebens- und Arbeitswelt Historische Ausstattung kann gezeigt werden, moderne Sicherheitsanforderungen bleiben dennoch verbindlich
Ausbildungsmesse Berufsorientierung und Nachwuchsgewinnung Ausbildungsinhalte, Kompetenzen, Karrierewege und Mitmachangebote stehen im Mittelpunkt


Planung eines Schmiedestandes


Veranstaltungsauftrag klären

Bevor Du Werkzeuge einlädst, brauchst Du einen klaren Auftrag. Kläre mit dem Veranstalter schriftlich:

  1. Standfläche: Größe, Untergrund, Zufahrt, Auf- und Abbauzeiten sowie zulässige Standhöhe.
  2. Energieversorgung: Stromanschluss, Absicherung, zulässige Leitungswege und gegebenenfalls Gasversorgung.
  3. Brandschutz: erlaubte Feuerungsart, geforderte Löschmittel, Brandsicherheitswache und Abstände.
  4. Lärmschutz: zulässige Vorführzeiten, Ruhezeiten und mögliche Schallbegrenzungen.
  5. Wetterplanung: Wind, Regen, Hitze, Überdachung, Bodenbefestigung und Abbruchkriterien.
  6. Publikumsführung: erwartete Besucherzahl, Fluchtwege, Absperrungen und barrierearme Zugänge.
  7. Verkauf: Standgebühr, Verkaufsberechtigung, Kassenführung, Preisauszeichnung und örtliche Vorgaben.
  8. Haftung: Zuständigkeiten, Versicherungsschutz und Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung.

Eine historische oder rustikale Gestaltung darf niemals dazu führen, dass Fluchtwege verdeckt, Gasflaschen ungesichert, Kabel ungeschützt oder heiße Bauteile unmarkiert bleiben.


Zielgruppe und Vorführziel

Ein Vorführstück muss zur Zielgruppe und zur verfügbaren Zeit passen. Für Familienpublikum eignen sich kurze, klar erkennbare Formänderungen. Für Auszubildende kannst Du stärker auf Schlagtechnik, Werkstoffverhalten, Wärmeführung und Maßkontrolle eingehen. Für Fachpublikum sind komplexere Verbindungen, Werkzeugherstellung oder gestalterische Varianten möglich.

Geeignete Vorführstücke sind beispielsweise:

  1. Nagel: Recken, Absetzen, Ablängen und Kopfbilden.
  2. S-Haken: Recken, Spitzen, Biegen und Gegenbiegen.
  3. Blattornament: Absetzen, Breiten, Strukturieren und Biegen.
  4. Wandhaken: Recken, Lochen oder Spalten, Biegen und Oberflächenfinish.
  5. Feuerhaken: langer Arbeitsgang mit gut sichtbaren Formänderungen.

Ungeeignet sind Werkstücke, die unter Veranstaltungsbedingungen nicht sicher fertiggestellt, nicht geprüft oder nicht eindeutig verwendet werden können. Sicherheitsrelevante Bauteile dürfen nicht allein wegen ihrer attraktiven Vorführung ohne erforderliche Nachweise verkauft werden.


Ablauf- und Personalplanung

Ein belastbarer Ablauf trennt Vorbereitung, Vorführung, Verkauf und Pausen:

Phase Fachaufgabe Ergebnis
Vorbereitung im Betrieb Werkstoffe zuschneiden, Werkzeuge prüfen, Ersatzteile und Betriebsstoffe zusammenstellen Vollständige und geprüfte Ausrüstung
Aufbau Zonen markieren, Esse und Amboss standsicher aufstellen, Leitungen sichern, Löschmittel bereitstellen Freigegebener Arbeitsplatz
Probebetrieb Luftzufuhr, Feuerung, Beleuchtung, Werkzeugwege und Kommunikation testen Sichere Betriebsbereitschaft
Vorführung Werkstück herstellen, Arbeitsgänge erklären, Publikumsabstand kontrollieren Fachlich nachvollziehbare Demonstration
Verkauf und Beratung Produkte erläutern, Verwendung und Pflege erklären, Aufträge dokumentieren Transparente Kundenkommunikation
Abbau Feuer vollständig sichern, heiße Teile kennzeichnen, Abfälle trennen, Bestand kontrollieren Sicherer und dokumentierter Abschluss

Mindestens eine eingewiesene Person sollte während stark besuchter Vorführungen die Publikumszone beobachten. Die schmiedende Person kann nicht gleichzeitig zuverlässig schlagen, erklären, verkaufen und Kinder an der Absperrung beaufsichtigen.


Mobile Schmiede und Arbeitsplatzgestaltung


Funktionszonen

Ein professioneller Schmiedestand wird in eindeutig erkennbare Zonen gegliedert:

  1. Heißzone: Esse, glühende Werkstücke, Schlacke, Funkenflug und Ablage für heiße Werkzeuge.
  2. Arbeitszone: Amboss, Schraubstock, Werkzeugständer und sichere Bewegungsfläche.
  3. Materialzone: gekennzeichnete Rohmaterialien, Zuschnitte und Behälter für Reststücke.
  4. Publikumszone: abgesperrter Beobachtungsbereich mit guter Sicht und ausreichendem Abstand.
  5. Verkaufszone: fertige, abgekühlte und geprüfte Produkte sowie Informationsmaterial.
  6. Notfallzone: frei zugängliche Löschmittel, Erste-Hilfe-Ausrüstung und Rettungsweg.

Die Flugrichtung von Zunder und Funken hängt von Schlagrichtung, Werkstücklage, Wind und Werkzeugform ab. Richte den Amboss deshalb so aus, dass der Hauptauswurf nicht zum Publikum, zu Zelten, Fahrzeugen, trockener Vegetation oder gelagerten Brennstoffen zeigt.


Esse und Feuerführung

Eine Schmiedeesse erwärmt das Werkstück durch ein konzentriertes Feuer. Bei einer Festbrennstoffesse wird Luft durch Düse oder Windform in den Brennstoff eingeblasen. Bei einer Gasesse erzeugen Brenner eine heiße Ofenatmosphäre. Beide Systeme erfordern eine auf den Einsatzort abgestimmte Gefährdungsbeurteilung.

Wichtige Fachpunkte sind:

  1. Brennstoffbett: Das Werkstück liegt nicht direkt in einer offenen Flamme, sondern in einer ausreichend tiefen und gleichmäßig geführten Heizzone.
  2. Luftmenge: Zu wenig Luft verlangsamt die Erwärmung, zu viel Luft kann Brennstoffverbrauch, Funkenflug, Zunderbildung und lokale Überhitzung erhöhen.
  3. Feuerform: Die Feuergröße wird dem Werkstückquerschnitt angepasst, damit nur der erforderliche Bereich erwärmt wird.
  4. Abgase: Rauch und Verbrennungsprodukte müssen sicher abgeführt werden. Geschlossene oder schlecht belüftete Bereiche sind ungeeignet.
  5. Brennstofflagerung: Brennstoffe werden trocken, standsicher und außerhalb der Heißzone gelagert.
  6. Stillsetzen: Nach Veranstaltungsende muss das Feuer kontrolliert heruntergefahren und gegen unbeabsichtigtes Wiederentzünden gesichert werden.

Bei Gasessen müssen Brenner, Druckregler, Schläuche und Anschlüsse für den vorgesehenen Betrieb geeignet und nach Herstellervorgaben geprüft sein. Gasflaschen stehen aufrecht, sind gegen Umfallen gesichert und werden vor Wärmeeinwirkung geschützt. Improvisierte Anschlüsse oder undichte Leitungen sind nicht zulässig.


Amboss und Werkzeuge

Der Amboss nimmt die Schlagenergie auf und bietet verschiedene Arbeitsflächen. Zu den wichtigen Bereichen gehören die Bahn, das Horn, das Vierkantloch beziehungsweise Gesenkloch und je nach Bauform ein kleineres Rundloch. Die genaue Form unterscheidet sich nach Ambossart und Verwendungszweck.

Die Grafik verwendet englische Bezeichnungen. Übertrage sie in die in Deinem Ausbildungsbetrieb üblichen deutschen Fachbegriffe und vergleiche unterschiedliche Ambossbauformen.

Zur mobilen Grundausstattung gehören:

  1. Schmiedehammer: passend zu Werkstückgröße, Schlagfolge und körperlicher Belastbarkeit.
  2. Schmiedezange: auf den Querschnitt abgestimmt und mit sicherem Griff am Werkstück.
  3. Setzhammer und Flachbahn: für definierte Absätze und ebene Flächen.
  4. Abschrot: zum warmen Trennen auf oder am Amboss.
  5. Durchschlag und Dorn: zum Lochen und Kalibrieren.
  6. Gesenk: für wiederholbare Formen und Radien.
  7. Drahtbürste: zum Entfernen von losem Zunder.
  8. Messwerkzeug: Stahlmaß, Winkel, Schablonen und gegebenenfalls Messschieber.
  9. Werkzeugständer: zur geordneten Ablage außerhalb von Laufwegen.

Werkzeuge werden vor dem Einsatz auf festen Sitz, Risse, Grate, beschädigte Stiele und geeignete Geometrie geprüft. Pilzförmig aufgestauchte Schlagköpfe können absplittern und müssen fachgerecht instand gesetzt werden.


Werkstofftechnik und Schmiedeverfahren


Werkstoffauswahl

Für Vorführungen verwendest Du Werkstoffe mit bekannter Bezeichnung und nachvollziehbarer Herkunft. Unbekannter Schrott kann ungeeignete Legierungen, Härtezonen, Beschichtungen oder gefährliche Anhaftungen enthalten. Verzinkte, lackierte, ölverschmutzte oder anderweitig beschichtete Werkstücke dürfen nicht ohne geeignete fachliche Vorbereitung erhitzt werden, da dabei gesundheitsgefährdende Dämpfe und Zersetzungsprodukte entstehen können.

Die erforderliche Schmiedetemperatur hängt von Werkstoff, Querschnitt, Umformgrad und Arbeitsverfahren ab. Glühfarben liefern nur eine grobe Orientierung, weil Umgebungslicht, Zunder und Oberflächenzustand die Wahrnehmung verändern. Arbeite deshalb nach betrieblichen Vorgaben, Werkstoffdaten und Erfahrung; vermeide Überhitzen und Verbrennen des Stahls.


Grundoperationen des Freiformschmiedens

Freiformschmieden bedeutet, dass das Werkstück nicht vollständig von einem geschlossenen Formwerkzeug umschlossen wird. Typische Grundoperationen sind:

Verfahren Formänderung Typischer Einsatz
Recken Querschnitt wird kleiner, Werkstück wird länger Spitzen, Schäfte, Haken
Stauchen Querschnitt wird größer, Werkstück wird kürzer Köpfe, Verdickungen, Materialansammlungen
Breiten Werkstück wird flacher und breiter Blätter, Laschen, Zierflächen
Absetzen Querschnittsübergang wird mit definierter Kante erzeugt Schultern, Zapfen, gestalterische Absätze
Biegen Werkstückachse wird gekrümmt Haken, Ringe, Schnörkel
Tordieren Werkstück wird um seine Längsachse verdreht Zierstäbe und Gitterelemente
Lochen Öffnung wird durch Verdrängen des Werkstoffs hergestellt Ösen, Werkzeugaugen, Verbindungen
Spalten Werkstück wird längs getrennt Gabelungen und Blattformen
Feuerschweißen ausreichend vorbereitete und erwärmte Flächen werden durch Druck verbunden Ringe, Ketten, traditionelle Verbindungen

Beim Recken arbeitest Du mit überlappenden Schlägen und kontrollierst regelmäßig Geradheit und Querschnitt. Beim Stauchen muss das erwärmte Ende möglichst axial belastet werden, damit es nicht unkontrolliert ausknickt. Beim Lochen wird Material verdrängt, nicht einfach herausgeschnitten. Das Loch wird häufig von beiden Seiten gearbeitet, um Ausbrüche und starke Gratbildung zu verringern.


Beispielhafter Arbeitsablauf für einen S-Haken

  1. Arbeitsauftrag prüfen: Maße, Material, Endform und Oberflächenanforderung festlegen.
  2. Rohling vorbereiten: Stab ablängen und Verwechslungsfreiheit der Werkstoffe sicherstellen.
  3. Erstes Ende erwärmen: Nur den benötigten Bereich auf geeignete Schmiedetemperatur bringen.
  4. Spitze recken: Querschnitt kontrolliert verjüngen und Kanten gleichmäßig ausarbeiten.
  5. Erste Rundung biegen: Am Horn oder mit geeigneter Biegehilfe formen.
  6. Zweites Ende bearbeiten: Erwärmen, recken und spiegelbildlich beziehungsweise nach Zeichnung biegen.
  7. Ausrichten: Werkstück auf Ebene, Symmetrie und Übergänge prüfen.
  8. Zunder entfernen: Oberfläche abbürsten und scharfe Grate beseitigen.
  9. Abkühlen lassen: Das Werkstück eindeutig als heiß kennzeichnen und in einer gesicherten Ablage abkühlen.
  10. Qualitätsprüfung: Maße, Funktion, Oberfläche und vorgesehene Belastung beurteilen.
  11. Oberflächenschutz: Nur geeignete und für den späteren Gebrauch passende Mittel auftragen.

Ein dekorativer Haken ist nicht automatisch für hohe oder sicherheitsrelevante Lasten geeignet. Verwendungszweck, Werkstoff, Querschnitt, Geometrie und Befestigung müssen zusammenpassen.


Handhammer und Maschinenhammer

Bei öffentlichen Vorführungen wird häufig mit dem Handhammer gearbeitet, weil die Formänderung gut sichtbar und erklärbar ist. Ein Federhammer, Lufthammer oder anderer Maschinenhammer erhöht die Umformleistung, bringt aber zusätzliche Gefährdungen durch Lärm, Quetschstellen, wegfliegenden Zunder, Maschinenbewegungen und elektrische beziehungsweise pneumatische Systeme mit sich.

Für Schmiedehämmer gelten besondere Anforderungen an Aufstellung, Betrieb, Prüfung und sichere Bedienung.[3] Ein Maschinenhammer gehört nur dann auf einen Marktstand, wenn Transport, Fundament beziehungsweise standsichere Aufstellung, Schutzbereich, Energieversorgung, Lärmschutz und Bedienkompetenz vollständig geklärt sind.


Arbeitsschutz, Brandschutz und Publikumssicherheit


Gefährdungsbeurteilung

Die Gefährdungsbeurteilung ist die Grundlage der Schutzmaßnahmen. Sie betrachtet nicht nur den normalen Schmiedevorgang, sondern auch Aufbau, Probebetrieb, Wetteränderungen, Besucherandrang, Pausen, Störungen und Abbau. Für Betriebe des Metallbaus bietet die DGUV Regel 109-607 branchenspezifische Hinweise zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit.[4]

Typische Gefährdungen sind:

  1. Thermische Gefährdungen: offenes Feuer, glühender Stahl, heiße Werkzeuge, Strahlungswärme und Zunder.
  2. Mechanische Gefährdungen: Hammerschläge, Quetschen, Stolpern, scharfkantige Werkstücke und Werkzeugbruch.
  3. Gefahrstoffe: Rauch, Stäube, Beschichtungen, Brenngase und Reinigungsmittel.
  4. Lärm: Impulslärm beim Schmieden und Maschinenlärm.
  5. Brand und Explosion: Funkenflug, Brennstoff, Gasleck, ungeeignete Löschmittel oder brennbare Umgebung.
  6. Ergonomie: ungünstige Amboss­höhe, einseitige Belastung, ungeeignete Hammermasse und lange Vorführzeiten.
  7. Publikumsverkehr: Unterschreiten der Absperrung, Kinder, Tiere, Gedränge und unkontrollierte Fotoaufnahmen.
  8. Wetter: Windböen, Regen auf elektrischen Betriebsmitteln, Hitze und instabile Zelte.


Persönliche Schutzausrüstung

Die erforderliche Persönliche Schutzausrüstung ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung. Typisch sind Schutzbrille mit geeignetem Seitenschutz, Sicherheitsschuhe, Gehörschutz, körpernah getragene schwer entflammbare beziehungsweise geeignete Arbeitskleidung und je nach Tätigkeit Lederschürze oder weiterer Hitzeschutz.

Handschuhe werden tätigkeitsbezogen ausgewählt. Sie ersetzen weder eine passende Schmiedezange noch sichere Greiftechnik. Zu große, beschädigte oder für die Wärmebelastung ungeeignete Handschuhe verschlechtern die Griffsicherheit. Lose Kleidung, offene Taschen, Kunstfasern mit ungünstigem Schmelzverhalten und frei hängende Schmuckstücke sind zu vermeiden. Lange Haare werden sicher gebunden.


Absperrung und Besucherführung

Eine Absperrung erfüllt mehrere Aufgaben: Sie hält den Sicherheitsabstand, führt Besucher, verhindert das Hineingreifen in den Arbeitsbereich und macht die Grenze zwischen Vorführung und Aufenthaltsraum sichtbar. Sie muss standsicher sein und darf keine neue Stolperstelle oder Engstelle im Fluchtweg erzeugen.

Für eine gute Sicht kannst Du den Stand leicht erhöht oder den Amboss diagonal zum Publikum ausrichten. Erkläre vor jeder Vorführung kurz:

  1. Wo die Publikumsgrenze verläuft.
  2. Warum glühender Stahl bei hellem Tageslicht schwer erkennbar sein kann.
  3. Dass kein Werkstück ohne ausdrückliche Freigabe berührt werden darf.
  4. Wann mit Funkenflug oder lautem Schlagen zu rechnen ist.
  5. Wo Kinderwagen, Rollstühle und größere Gruppen sicher stehen können.

Mitmachangebote werden räumlich und zeitlich von der regulären Heißarbeit getrennt. Für unerfahrene Personen eignen sich beispielsweise Materialkunde, kaltes Prägen mit geeigneten Vorrichtungen oder das Zuordnen von Werkzeugen. Heißschmieden durch Besucher erfordert ein eigenes, professionell betreutes Sicherheitskonzept.


Brandschutz und Notfallorganisation

Löschmittel werden nach Brandgefährdung und örtlichen Vorgaben ausgewählt. Sie müssen sichtbar, zugänglich und einsatzbereit sein. Zusätzlich brauchst Du eine klar benannte Person, die im Störungsfall Feuerung oder Energiezufuhr abstellt, den Bereich räumt und den Veranstalter beziehungsweise Rettungsdienst informiert.

Ein Notfallplan enthält mindestens:

  1. Standortbezeichnung und Zufahrt für Rettungskräfte.
  2. Notrufmöglichkeit und erreichbare Kontaktpersonen.
  3. Abschaltmöglichkeiten für Gas, Strom und Luftzufuhr.
  4. Standort von Löschmitteln und Erste-Hilfe-Material.
  5. Vorgehen bei Verbrennung, Augenverletzung, Schnittverletzung und Rauchentwicklung.
  6. Kriterien für Vorführstopp, Räumung und Veranstaltungsabbruch.

Heiße Werkstücke dürfen nicht in gewöhnlichen Abfallbehältern, auf Holzflächen oder unbeaufsichtigt im Publikumsbereich abgelegt werden. Auch dunkel erscheinender Stahl kann noch schwere Verbrennungen verursachen.


Vermittlung und Vorführung


Fachsprache verständlich einsetzen

Eine gute Moderation verbindet Fachbegriff, sichtbare Handlung und Zweck. Sage beispielsweise nicht nur: „Ich recke das Material“, sondern: „Beim Recken verringere ich den Querschnitt. Dadurch wird der Stab länger. Ich drehe das Werkstück regelmäßig, damit die Form gleichmäßig bleibt.“

Ein bewährtes Erklärmuster lautet:

  1. Benennen: Werkzeug oder Verfahren nennen.
  2. Zeigen: Handlung langsam und gut sichtbar ausführen.
  3. Begründen: erklären, warum dieser Arbeitsschritt nötig ist.
  4. Prüfen: Maß, Form oder Oberfläche sichtbar kontrollieren.
  5. Einordnen: Bezug zum fertigen Werkstück und zum Berufsalltag herstellen.

Vermeide ungesicherte Aussagen wie „Das wurde früher immer so gemacht“. Benenne stattdessen, ob eine Technik historisch belegt, regional überliefert, betrieblich üblich oder modern rekonstruiert ist.


Vorführdramaturgie

Eine Vorführung braucht einen klaren Anfang, sichtbare Zwischenstände und ein fertiges Ergebnis. Plane kurze Erklärungspausen, während das Werkstück erwärmt wird. Zeige ein kaltes Rohteil, ein Zwischenstück und ein fertiges Muster, damit das Publikum auch bei späterem Einstieg den Prozess versteht.

Ein möglicher Ablauf:

  1. Begrüßung und Sicherheitshinweis.
  2. Vorstellung von Werkstoff, Werkzeugen und Werkstückziel.
  3. Erste Erwärmung und Erklärung der Feuerführung.
  4. Sichtbare Grundoperation mit kurzer Fachdefinition.
  5. Zwischenkontrolle mit Schablone oder Maß.
  6. Zweite Formgebung und Erläuterung typischer Fehler.
  7. Oberflächenbearbeitung und Qualitätsprüfung.
  8. Präsentation des fertigen Stücks mit Hinweis auf Verwendung und Pflege.
  9. Fragerunde außerhalb der konzentrierten Schlagphasen.


Verkauf, Kalkulation und Kundenauftrag


Produktpräsentation

Nur vollständig abgekühlte, geprüfte und sauber präsentierte Produkte gehören in die Verkaufszone. Zu einer fachgerechten Produktinformation zählen:

  1. Werkstoff und wesentliche Herstellungsweise.
  2. Maße und vorgesehener Verwendungszweck.
  3. Hinweise zu Oberfläche, Korrosionsschutz und Pflege.
  4. Grenzen der Belastbarkeit, sofern diese für die Nutzung wichtig sind.
  5. Preis und gegebenenfalls Lieferzeit.
  6. Kennzeichnung von Einzelstück, Muster oder Auftragsanfertigung.

Produkte mit Lebensmittelkontakt, tragende Bauteile, Werkzeuge oder andere sicherheitsrelevante Erzeugnisse können zusätzliche Anforderungen auslösen. Prüfe die für das konkrete Produkt geltenden Vorschriften und mache keine unbelegten Belastungs- oder Sicherheitsversprechen.


Kalkulation

Der Verkaufspreis entsteht nicht nur aus dem Stahlpreis. Eine einfache betriebliche Kalkulation berücksichtigt:

Kostenbestandteil Beispiel
Materialkosten Stahl, Brennstoff, Oberflächenmittel und Verpackung
Fertigungslöhne Zuschneiden, Schmieden, Nacharbeit, Prüfen und Verpacken
Gemeinkosten Werkstatt, Werkzeuge, Energie, Verwaltung und Versicherung
Veranstaltungskosten Standgebühr, Transport, Unterkunft, Personal und Werbemittel
Ausschuss und Risiko Fehlteile, Witterungsausfall und Reparaturen
Gewinnzuschlag Unternehmerischer Ertrag und zukünftige Investitionen
Steuern und Abgaben nach geltender betrieblicher und rechtlicher Situation

Eine Vorführung kann zugleich Marketing sein, darf aber nicht grundsätzlich als kostenlose Arbeitszeit betrachtet werden. Dokumentiere, wie viele Vorführstücke entstehen, wie viel Brennstoff benötigt wird und welche Aufträge aus der Veranstaltung hervorgehen.


Kundenaufträge dokumentieren

Bei einer Bestellung hältst Du mindestens fest:

  1. Kontaktdaten und vereinbarter Kommunikationsweg.
  2. Werkstückart, Maße, Stückzahl und Werkstoff.
  3. Skizze, Oberfläche und Befestigungsart.
  4. vorgesehene Nutzung und besondere Belastungen.
  5. Preis, Zahlungsbedingungen und Liefertermin.
  6. Freigabe bei gestalterischen oder maßlichen Änderungen.

Mündliche Aussagen im Markttrubel führen leicht zu Missverständnissen. Eine kleine, standardisierte Auftragskarte oder ein digitales Formular verbessert die Nachvollziehbarkeit.


Nachhaltigkeit und Kulturerbe

Schmiedearbeiten können langlebig, reparierbar und materialeffizient sein. Nachhaltigkeit entsteht jedoch nicht automatisch durch den Begriff „Handarbeit“. Beurteile den gesamten Ablauf:

  1. Nutze bekannte und geeignete Werkstoffe statt riskanter Zufallsfunde.
  2. Plane Zuschnitte so, dass wenig Verschnitt entsteht.
  3. Passe Feuergröße und Luftzufuhr an das Werkstück an.
  4. Trenne Stahlreste, Zunder, Verpackung und sonstige Abfälle.
  5. Vermeide unnötige Leerfahrten und unvollständig beladene Transporte.
  6. Biete Reparatur, Nacharbeit und Pflegehinweise an.
  7. Dokumentiere Materialherkunft und Herstellungsweise ehrlich.
  8. Unterscheide historische Rekonstruktion, traditionelle Gestaltung und moderne Neuschöpfung.

Schmiedefeste können immaterielles Wissen lebendig halten: Schlagrhythmus, Werkzeugpflege, Feuerführung, Formgefühl und Fachsprache werden nicht nur beschrieben, sondern beobachtbar. Gleichzeitig sollte die Veranstaltung verdeutlichen, dass heutiges Schmiedehandwerk technische Planung, moderne Sicherheitsstandards und wirtschaftliche Kompetenz umfasst.


Qualitätssicherung und Auswertung


Prüfkriterien für den Marktstand

Vor Veranstaltungsbeginn kannst Du den Stand mit einer Freigabeliste prüfen:

Prüffeld Leitfrage
Standsicherheit Stehen Esse, Amboss, Zelt, Werkzeugständer und Absperrung sicher?
Heißzone Sind heiße Ablagen, Funkenrichtung und Brennstoffabstand eindeutig geregelt?
Werkzeuge Sind Hammer, Zangen, Stiele, Schlagköpfe und Gesenke geprüft?
Energie Sind Leitungen, Anschlüsse, Absicherung und Abschaltmöglichkeiten fachgerecht?
Brandschutz Sind geeignete Löschmittel, Zuständigkeiten und Notfallwege geklärt?
Publikum Sind Sicht, Abstand, Fluchtweg und barrierearme Zugänge berücksichtigt?
Produkte Sind Verkaufsstücke kalt, geprüft, gekennzeichnet und korrekt bepreist?
Personal Sind Rollen, Pausen, Unterweisung und Notfallkommunikation festgelegt?


Typische Fehler und Verbesserungen

Typischer Fehler Fachgerechte Verbesserung
Zu komplexes Vorführstück Arbeitsschritte reduzieren, Zwischenmuster zeigen und Zeitpuffer einplanen
Unbekanntes Altmaterial Werkstoff mit bekannter Bezeichnung und dokumentierter Herkunft verwenden
Publikum steht in Funkenrichtung Amboss neu ausrichten, Sicherheitsradius vergrößern und Wind beobachten
Schmied erklärt während kritischer Schläge Erklärung vor oder nach der konzentrierten Schlagfolge geben
Heiße Fertigteile liegen im Verkaufsbereich Separate gekennzeichnete Abkühlablage innerhalb der Heißzone einrichten
Eine Person übernimmt Schmieden, Kasse und Aufsicht Rollen trennen und Stoßzeiten personell absichern
Preis deckt nur Material Arbeitszeit, Gemeinkosten, Marktaufwand, Risiko und Gewinn einrechnen

Nach der Veranstaltung wertest Du Besucherfragen, Verkaufszahlen, Brennstoffverbrauch, Störungen, Beinaheunfälle und Rückmeldungen des Veranstalters aus. Daraus entstehen konkrete Verbesserungen für den nächsten Einsatz.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welcher anerkannte Ausbildungsberuf führt in Deutschland besonders häufig in das gestalterische Schmiedehandwerk? (Metallbauer Fachrichtung Metallgestaltung) (!Industriemechaniker Instandhaltung) (!Elektroniker Betriebstechnik) (!Tischler Möbelbau)




Welche Maßnahme steht am Anfang einer sicheren Veranstaltungsplanung? (Gefährdungen systematisch beurteilen) (!Zuerst Verkaufspreise festlegen) (!Zuerst Werbefotos aufnehmen) (!Zuerst das Feuer entzünden)




Was geschieht beim Recken eines Werkstücks? (Der Querschnitt wird kleiner und das Werkstück länger) (!Der Querschnitt wird größer und das Werkstück kürzer) (!Das Werkstück wird ohne Formänderung abgekühlt) (!Zwei Werkstücke werden nur verschraubt)




Was ist die Hauptaufgabe einer Schmiedezange? (Das heiße Werkstück sicher zu halten und zu führen) (!Die Temperatur des Werkstücks elektronisch zu messen) (!Den Amboss am Boden zu befestigen) (!Die Luftzufuhr der Esse automatisch zu regeln)




Wozu dient eine klar abgegrenzte Heißzone? (Sie trennt Feuer heiße Werkstücke und Funkenflug vom Publikum) (!Sie dient ausschließlich zur Preisauszeichnung) (!Sie ersetzt die persönliche Schutzausrüstung) (!Sie ist nur für fertige kalte Produkte vorgesehen)




Wie wird eine Gasflasche am Schmiedestand grundsätzlich aufgestellt? (Aufrecht gesichert und vor Wärmeeinwirkung geschützt) (!Ungesichert direkt neben der Esse) (!Liegend unter dem Amboss) (!Im Fluchtweg hinter der Absperrung)




Warum ist unbekannter beschichteter Schrott für eine Vorführung ungeeignet? (Beim Erhitzen können unklare Werkstoffe und gefährliche Dämpfe Probleme verursachen) (!Er lässt sich grundsätzlich niemals mit einem Hammer berühren) (!Er ist immer vollständig rostfrei) (!Er wird beim Erwärmen automatisch zu Gusseisen)




Welche Eigenschaft macht ein Vorführstück besonders geeignet? (Es zeigt klare Arbeitsschritte und ist in der verfügbaren Zeit sicher fertigstellbar) (!Es benötigt möglichst viele unbekannte Werkstoffe) (!Es muss zwingend ein tragendes Bauteil sein) (!Es darf erst nach Veranstaltungsende erkennbar werden)




Wann gehört ein geschmiedetes Produkt in die Verkaufszone? (Wenn es abgekühlt geprüft und gekennzeichnet ist) (!Unmittelbar nach dem letzten Hammerschlag) (!Während es noch deutlich glüht) (!Bevor Maße und Funktion kontrolliert wurden)




Welche Angabe gehört zu einer fachgerechten Kundenbestellung? (Maße Werkstoff Verwendung Preis und Liefertermin) (!Nur der Vorname des Kunden) (!Nur die Farbe des Marktzeltes) (!Nur die Anzahl der Zuschauer)





Memory

Recken Querschnitt verringern und Länge vergrößern
Stauchen Querschnitt vergrößern und Länge verkürzen
Absetzen Definierten Querschnittsübergang herstellen
Tordieren Werkstück um die Längsachse verdrehen
Schmiedezange Heißes Werkstück halten und führen
Gesenkloch Aufnahme für Einsteckwerkzeuge am Amboss
Heißzone Abgegrenzter Bereich für Feuer und heiße Teile
Gefährdungsbeurteilung Risiken ermitteln und Schutzmaßnahmen festlegen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Aufgabe am Schmiedestand
Veranstaltungskonzept Zielgruppe Vorführziel Zeit und Ausstattung festlegen
Arbeitsplatzfreigabe Standsicherheit Brandschutz und Fluchtwege prüfen
Werkstoffkontrolle Materialbezeichnung Oberfläche und Eignung feststellen
Vorführmoderation Fachbegriff Handlung Zweck und Prüfschritt erklären
Nachbereitung Verbrauch Störungen Rückmeldungen und Verbesserungen dokumentieren






Kreuzworträtsel

Amboss Auf welcher Unterlage wird das heiße Werkstück überwiegend geschmiedet?
Recken Wie heißt das Verlängern eines Werkstücks durch Verringerung des Querschnitts?
Stauchen Wie heißt das Verkürzen eines Werkstücks bei gleichzeitiger Querschnittsvergrößerung?
Zange Welches Werkzeug hält und führt das heiße Werkstück?
Esse Wie heißt die Feuerstelle zum Erwärmen des Schmiedestücks?
Absperrung Welche Einrichtung trennt Publikum und Arbeitsbereich?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Ein geeigneter Zugangsberuf zum gestalterischen Schmiedehandwerk ist der Metallbauer in der Fachrichtung

. Vor dem Aufbau eines öffentlichen Schmiedestandes wird eine

erstellt. Der Bereich mit Esse und heißen Werkstücken heißt

. Beim

wird der Querschnitt kleiner und das Werkstück länger. Beim

nimmt der Querschnitt zu. Das heiße Werkstück wird mit einer passenden

gehalten. Werkstoffe unbekannter Herkunft oder mit ungeklärter

werden nicht unkontrolliert erhitzt. Die Absperrung schützt das

vor dem Arbeitsbereich. Fertige Verkaufsstücke müssen vollständig

und geprüft sein. Eine Kalkulation berücksichtigt neben Material und Arbeitszeit auch die

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Werkzeugkarte: Fotografiere oder zeichne fünf Werkzeuge eines Schmiedestandes und beschrifte sie mit Fachbegriff, Funktion und einem Sicherheitshinweis.
  2. Zonenplan: Entwirf einen einfachen Grundriss mit Heißzone, Arbeitszone, Publikumszone, Verkaufszone und Rettungsweg.
  3. Fachbegriffe erklären: Formuliere für Recken, Stauchen, Biegen und Tordieren jeweils eine Erklärung, die ein zehnjähriges Kind verstehen kann.
  4. Produktbeobachtung: Untersuche drei geschmiedete Marktprodukte nach Form, Oberfläche, möglichem Herstellungsweg und vorgesehener Nutzung.


Standard

  1. Vorführstück planen: Entwickle einen vollständigen Arbeitsplan für einen S-Haken oder Wandhaken mit Material, Werkzeugen, Arbeitsschritten, Prüfpunkten und Zeitbedarf.
  2. Gefährdungsbeurteilung erstellen: Erfasse mindestens acht Gefährdungen eines mobilen Schmiedestandes und ordne technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen zu.
  3. Kalkulation durchführen: Berechne einen Verkaufspreis für ein Vorführstück aus Material, Arbeitszeit, Gemeinkosten, Marktaufwand und Gewinnzuschlag.
  4. Erklärvideo produzieren: Erstelle ein zwei- bis vierminütiges Video, in dem Du eine Schmiedeoperation mit korrekter Fachsprache erklärst und einen Prüfschritt zeigst.


Schwer

  1. Marktkonzept entwickeln: Plane einen vollständigen Schmiedestand für eine zweitägige Veranstaltung einschließlich Logistik, Personal, Brandschutz, Wetteralternative, Vorführplan und Verkaufsangebot.
  2. Historische Quellenkritik: Vergleiche eine historische Darstellung einer Schmiede mit einem modernen Arbeitsplatz und kennzeichne belegte, vermutete und sicherheitsbedingt veränderte Elemente.
  3. Besucherführung erproben: Entwickle ein barrierearmes Vermittlungskonzept für Kinder, Fachpublikum und Menschen mit Hör- oder Sehbeeinträchtigung.
  4. Betriebliche Auswertung: Entwirf ein Kennzahlensystem, mit dem ein Betrieb Nutzen, Kosten, Sicherheitsereignisse, Kundenkontakte und Lernwirkung eines Handwerkermarktes bewertet.




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Lernkontrolle

  1. Standkonzept bewerten: Du erhältst einen Plan, bei dem die Esse neben dem Verkaufsregal und die Gasflasche im Fluchtweg steht. Analysiere die Anordnung und entwickle eine fachgerechte Alternative.
  2. Verfahren auswählen: Ein 12 Millimeter starker Rundstab soll zu einem Wandhaken mit flacher Befestigungslasche werden. Begründe, welche Schmiedeoperationen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind.
  3. Störung bearbeiten: Während einer Vorführung dreht der Wind, sodass Funken zum Publikum fliegen. Formuliere das sofortige Vorgehen und die Bedingungen für eine Fortsetzung.
  4. Kundenauftrag prüfen: Ein Kunde bestellt einen geschmiedeten Haken für eine hohe Last, nennt aber weder Befestigung noch genaue Nutzung. Erkläre, welche Informationen und Nachweise vor einer Zusage fehlen.
  5. Kalkulation übertragen: Ein Produkt verkauft sich gut, verursacht aber lange Vorführpausen und hohen Brennstoffverbrauch. Entwickle zwei technische und zwei wirtschaftliche Verbesserungen.
  6. Vermittlung reflektieren: Vergleiche eine rein unterhaltende Feuershow mit einer berufspädagogisch guten Schmiedevorführung und leite Qualitätskriterien ab.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind besonders wichtig:

  1. Ein vollständiger und maßstäblicher Standplan mit Funktionszonen und Fluchtwegen.
  2. Eine nachvollziehbare Gefährdungsbeurteilung mit passenden Schutzmaßnahmen.
  3. Ein Arbeitsplan für ein geeignetes Vorführstück mit Fachbegriffen und Prüfpunkten.
  4. Eine dokumentierte Werkstoffauswahl mit Begründung.
  5. Eine kurze fachsprachlich korrekte Vorführung oder Videodokumentation.
  6. Eine Kalkulation mit Material, Zeit, Gemeinkosten, Veranstaltungsaufwand und Gewinn.
  7. Eine Qualitätsprüfung des fertigen Werkstücks.
  8. Eine Reflexion über Besucherkommunikation, Nachhaltigkeit und Verbesserungsmöglichkeiten.




Quellen und Fachinformationen


OERs zum Thema



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Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Der Biberpelz - Gerhart Hauptmann
  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

Bremen

Abitur

  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




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The Monkey DanceaiMOOCs

  1. Trust Me It's True: #Verschwörungstheorie #FakeNews
  2. Gregor Samsa Is You: #Kafka #Verwandlung
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