Schmiedebrauchtum in ländlichen Regionen - Schmied


Schmiedebrauchtum in ländlichen Regionen - Schmied
Schmiedebrauchtum in ländlichen Regionen - Schmied

Einleitung
Das Schmiedehandwerk gehörte über Jahrhunderte zur technischen Grundversorgung ländlicher Regionen. Wo Pferde und Ochsen Zugkraft lieferten, hölzerne Wagen über unbefestigte Wege fuhren und landwirtschaftliche Geräte regelmäßig geschärft oder repariert werden mussten, war die Dorfschmiede ein wichtiger Bestandteil der örtlichen Infrastruktur. Der Schmied beschlug Tiere, zog eiserne Reifen auf Wagenräder, richtete Sensen, schärfte Pflugscharen und fertigte Beschläge, Nägel, Ketten, Werkzeuge oder Ersatzteile.
Schmiedebrauchtum umfasst mehr als historische Arbeitsweisen. Dazu gehören regionale Zunftzeichen, Schutzpatrone, Sprichwörter, überlieferte Arbeitsrhythmen, Werkstattordnungen, Formen der Ausbildung, örtliche Feste sowie heutige Vorführungen in Museen und historischen Schmieden. Diese Bräuche waren jedoch nie überall gleich. Konfession, Landschaft, Wirtschaftsform, verfügbare Rohstoffe und örtliche Handwerksordnungen prägten die jeweiligen Traditionen.
Für Auszubildende ist das Thema besonders interessant, weil sich daran die Verbindung von Metalltechnik, Landwirtschaft, Handwerksgeschichte, Arbeitssicherheit und Kulturerbe untersuchen lässt. Viele klassische Schmiedetätigkeiten werden in Deutschland heute im anerkannten Ausbildungsberuf Metallbauer beziehungsweise Metallbauerin – Fachrichtung Metallgestaltung vermittelt. Der Hufbeschlag ist dagegen eine gesondert geregelte Qualifikation.

Lernziele
- Historische Funktion: Du erklärst, welche Aufgaben eine Dorfschmiede für Landwirtschaft, Verkehr und Handwerk erfüllte.
- Fachverfahren: Du verwendest wichtige Fachbegriffe zu Werkzeugen, Arbeitsgängen und Werkstoffen korrekt.
- Regionale Tradition: Du unterscheidest zwischen belegtem regionalem Brauch, allgemeiner Handwerkstradition und späterer romantischer Darstellung.
- Berufsbildung: Du ordnest historische Schmiedetätigkeiten heutigen Ausbildungs- und Qualifikationswegen zu.
- Erhaltung: Du beurteilst, wie Museen, Vereine und Betriebe technisches Wissen verantwortungsvoll weitergeben können.
Fachlicher Input
Die Dorfschmiede als ländlicher Versorgungsbetrieb
Eine Dorfschmiede war häufig auf die Bedürfnisse der umliegenden Höfe ausgerichtet. Der Arbeitsanfall folgte teilweise dem landwirtschaftlichen Jahreslauf. Vor Aussaat und Ernte mussten Pflugscharen, Eggenzinken, Hacken, Sensen und andere Geräte einsatzbereit sein. In Regionen mit Pferde- oder Ochsengespannen kamen der Beschlag der Tiere sowie Reparaturen an Wagen, Karren und Zugvorrichtungen hinzu.
Der Dorfschmied war meist kein hoch spezialisierter Hersteller nur eines Produkts. Er musste Schäden beurteilen, Werkstoffe auswählen, einfache Skizzen verstehen, Maße aufnehmen und praktikable Lösungen mit den vorhandenen Mitteln herstellen. Damit war er zugleich Fertiger, Instandhalter und örtlicher Problemlöser. In einzelnen Gemeinden bestanden Gemeindeschmieden, die verpachtet wurden. Entlohnung und Abgaben konnten regional auch teilweise in Naturalien erfolgen.
Die Schmiede konnte außerdem ein informeller Treffpunkt sein. Kunden warteten auf Reparaturen, tauschten Nachrichten aus oder besprachen Arbeiten. Diese soziale Funktion darf aber nicht verallgemeinert werden: Größe, Lage und Bedeutung einer Schmiede unterschieden sich von Ort zu Ort.

Werkstatt, Feuer und Fachwerkzeuge
Das Zentrum einer traditionellen Schmiedewerkstatt ist die Esse. Sie bezeichnet die Feuerstelle, in der der Werkstoff erwärmt wird. Ein Blasebalg oder später ein Gebläse führt Luft zu und steigert dadurch die Verbrennung. Der Rauchfang und ein geeigneter Abzug leiten Rauch und Verbrennungsgase aus dem Arbeitsbereich.
Der Amboss dient als massiver Gegenhalter. Seine Bahn, Kanten, Hörner und Öffnungen ermöglichen unterschiedliche Bearbeitungen. Zum Festhalten heißer Werkstücke werden Schmiedezangen verwendet. Ihr Maul muss zur Werkstückform passen, damit das Material sicher geführt werden kann. Handhämmer, Zuschlaghämmer, Lochhämmer, Spalthämmer, Dorne, Abschrote und Gesenke erfüllen jeweils bestimmte Aufgaben.
Wichtige Fachbegriffe sind:
- Esse: Feuerstelle zum Erwärmen des Werkstoffs.
- Amboss: Massiver Gegenhalter für Umformarbeiten.
- Schmiedezange: Werkzeug zum sicheren Halten und Führen heißer Werkstücke.
- Handhammer: Vom Schmied selbst geführter Hammer für gezielte Schläge.
- Zuschlaghammer: Schwerer Hammer, der bei Teamarbeit von einer zweiten Person geführt wird.
- Dorn: Werkzeug zum Formen und Kalibrieren geschmiedeter Öffnungen.
- Gesenk: Formgebendes Werkzeug für wiederholbare Konturen.
- Abschrot: Schneidwerkzeug zum Trennen heißen Materials.
Grundlegende Schmiedeverfahren
Beim Schmieden wird ein erwärmter oder in bestimmten Fällen kalter Werkstoff durch Druck- und Schlagkräfte plastisch umgeformt. Historische Schmiede beurteilten die Arbeitstemperatur vor allem anhand der Glühfarbe, des Funkenbildes, des Widerstands beim Schlag und ihrer Werkstofferfahrung. Heute werden diese Beobachtungen durch geregelte Verfahren, technische Unterlagen und Messmittel ergänzt.
Zu den grundlegenden Arbeitsgängen gehören:
- Strecken: Der Querschnitt wird verringert und das Werkstück verlängert.
- Stauchen: Der Querschnitt wird vergrößert und das Werkstück verkürzt.
- Biegen: Das Werkstück wird in einen gewünschten Winkel oder Radius gebracht.
- Lochen: Eine Öffnung wird mit Lochwerkzeug und Dorn hergestellt.
- Spalten: Das Material wird kontrolliert geteilt, ohne es vollständig abzutrennen.
- Absetzen: Ein Querschnittsübergang wird deutlich ausgeformt.
- Tordieren: Ein Werkstück wird um seine Längsachse verdreht.
- Feuerschweißen: Geeignete Werkstücke werden bei hoher Temperatur und vorbereiteten Fügeflächen durch Schmiedeschläge verbunden.

Bei der Teamarbeit zwischen Schmied und Zuschläger sind Blickkontakt, Werkstückführung und eindeutige Schlagzeichen entscheidend. Der hörbare Rhythmus ist daher nicht nur eindrucksvoller Klang, sondern Teil einer koordinierten Arbeitsorganisation.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Historische Darstellungen zeigen häufig offene Feuerstellen, Funkenflug und dicht stehende Personen. Für die heutige Ausbildung gilt: Tradition rechtfertigt keine unsichere Arbeitsweise. Gefährdungen entstehen insbesondere durch heiße Werkstücke, Zunder, Funken, scharfe Kanten, Lärm, Rauchgase, Kohlenmonoxid, schwere Lasten und falsch geführte Werkzeuge.
Zu einem fachgerechten Sicherheitskonzept gehören geeignete Arbeitskleidung, Schutzbrille, Gehörschutz, sichere Schuhe, freie Verkehrswege, wirksame Lüftung, Brandschutz und eine klare Ablage für heiße Teile. Handschuhe werden tätigkeitsbezogen eingesetzt; an rotierenden Maschinen können sie eine zusätzliche Einzugsgefahr darstellen. Werkstücke müssen so abgelegt oder gekennzeichnet werden, dass andere Personen sie nicht versehentlich anfassen.
Vorführungen für Publikum erfordern Absperrungen, ausreichenden Abstand, kontrollierten Funkenflug und eine verständliche Sicherheitsunterweisung. Lernende führen Schmiedearbeiten nur unter fachkundiger Aufsicht und nach betrieblicher Gefährdungsbeurteilung aus.
Spezialisierungen im ländlichen Schmiedehandwerk
Die Bezeichnung Schmied war ein Oberbegriff für verschiedene Tätigkeiten. In ländlichen Regionen überschnitten sich die Aufgaben häufig, dennoch sind die Fachbezeichnungen zu unterscheiden.
Der Hufschmied beziehungsweise heute rechtlich der Hufbeschlagschmied bearbeitet Hufe und passt Hufeisen an. Historisch war der Hufbeschlag eng mit Landwirtschaft, Fuhrwesen und Militär verbunden. Heute gelten dafür besondere Anforderungen an Tiergesundheit, Anatomie, Tierschutz und staatliche Anerkennung.
Der Wagenschmied fertigte und reparierte Metallteile an Wagen und Karren. Besonders anspruchsvoll war das Aufziehen eines erhitzten Eisenreifens auf ein hölzernes Wagenrad. Beim Abkühlen zog sich der Reifen zusammen und stabilisierte den Radkörper. Diese Arbeit verlangte genaue Abstimmung mit dem Wagner oder Stellmacher.
Als Feuerschmied wurde ein Schmied bezeichnet, der Werkzeuge und Geräte im Schmiedefeuer formte. Weitere Spezialisierungen waren unter anderem Nagelschmied, Messerschmied, Waffenschmied, Sensenschmied und Kunstschmied. Nicht jede Dorfschmiede deckte alle Bereiche ab.

Zunftzeichen, Schutzpatron und regionale Bräuche
Hammer, Zange, Amboss und Hufeisen erscheinen häufig auf Zunftzeichen, Hauszeichen, Wappen oder Nasenschildern. Sie machten den Handwerkszweig auch für Menschen erkennbar, die nicht lesen konnten. Gestaltung und Verwendung waren regional verschieden. Zunftwesen war besonders in Städten ausgeprägt, konnte aber über Handwerksordnungen und Märkte auch ländliche Betriebe beeinflussen.

In vielen katholisch geprägten Regionen galt Eligius von Noyon als Schutzpatron der Schmiede, Hufschmiede und weiterer Metallberufe. Sein Gedenktag ist der 1. Dezember. Darstellungen zeigen ihn häufig mit Hammer, Zange, Amboss oder Pferd. Eligiusverehrung, Pferdesegnungen und Reiterprozessionen sind jedoch regionale religiöse Traditionen und kein allgemeingültiger Bestandteil jeder Schmiedekultur.

Auch Sprichwörter bewahren die kulturelle Bedeutung des Handwerks. Das Eisen schmieden, solange es heiß ist verweist unmittelbar auf das begrenzte Zeitfenster guter Umformbarkeit. Jeder ist seines Glückes Schmied überträgt die Vorstellung des formenden Handwerkers auf die persönliche Lebensgestaltung. Solche Redewendungen zeigen, wie stark Schmieden mit Tatkraft, Geschick und Veränderung verbunden wurde.
Freisprechung, Gesellenzeit und Meisterprüfung gehören zur allgemeinen Handwerkstradition. Sie dürfen nicht als ausschließliches Schmiedebrauchtum dargestellt werden. Regionale Schmiedefeste, gemeinsame Arbeiten an einem Erinnerungsstück oder öffentliche Hammerschläge sind häufig jüngere Formen der Traditionspflege.
Ausbildung und heutige Berufspraxis
Viele klassische Schmiedearbeiten sind heute Bestandteil des Ausbildungsberufs Metallbauer beziehungsweise Metallbauerin – Fachrichtung Metallgestaltung. Die reguläre Ausbildungsdauer beträgt 42 Monate. Zu den Ausbildungsinhalten gehören unter anderem das Handhaben von Schmiedefeuern, die Auswahl schmiedbarer Werkstoffe, manuelles und maschinelles Schmieden, das Herstellen und Instandsetzen von Schmiedewerkzeugen, Oberflächengestaltung, Montage und Restaurierung.
Der traditionelle Begriff Kunstschmied wird im Sprachgebrauch und in Betrieben weiterhin verwendet. Die geregelte Berufsbezeichnung der Ausbildung lautet jedoch Metallbauer beziehungsweise Metallbauerin in der Fachrichtung Metallgestaltung. Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen beispielsweise in Beschlag- und Kunstschmieden, Metallbaubetrieben und Restaurierungswerkstätten.
Der Hufbeschlag folgt einem anderen Qualifikationsweg. Die staatliche Anerkennung als Hufbeschlagschmied beziehungsweise Hufbeschlagschmiedin richtet sich nach dem Hufbeschlaggesetz und der Hufbeschlagverordnung. Schmiedefähigkeiten allein reichen dafür nicht aus; erforderlich sind zusätzlich Kenntnisse zu Huf, Gliedmaßen, Tierverhalten, Gesundheit und fachgerechtem Beschlag.
Datei:Blacksmith Working at Möhkön Ruukki.webm
Wandel durch Mechanisierung und Industrialisierung
Die Mechanisierung der Landwirtschaft veränderte die Dorfschmiede grundlegend. Zugtiere wurden vielerorts durch Traktoren ersetzt, gummibereifte Fahrzeuge verdrängten hölzerne Wagenräder mit Eisenreifen und industriell gefertigte Werkzeuge wurden leichter verfügbar. Viele Schmieden entwickelten sich zu Reparaturbetrieben, Landmaschinenwerkstätten, Schlossereien oder Metallbaubetrieben.
Damit verschwand nicht das gesamte Fachwissen. Es verlagerte sich in spezialisierte Betriebe, industrielle Fertigung, Metallgestaltung, Restaurierung und Hufbeschlag. Historische Schmieden in Freilichtmuseen und Heimatmuseen bewahren Werkstätten, Werkzeuge und Arbeitsabläufe. Vorführungen machen handwerkliche Prozesse verständlich, müssen aber deutlich kennzeichnen, welche Arbeitsweisen historisch belegt, rekonstruiert oder aus Sicherheitsgründen modern angepasst sind.
Schmiedebrauchtum als Kulturerbe
Eine funktionsfähige historische Schmiede vermittelt Wissen, das sich nicht allein aus Gegenständen erschließt. Dazu zählen Geräusch, Geruch, Arbeitsrhythmus, Glühfarben, Körperhaltung, Werkzeugführung und die Zusammenarbeit mehrerer Personen. Dieses Erfahrungswissen kann durch Interviews, Filmaufnahmen, Werkstattbücher, Zeichnungen und praktische Vorführungen dokumentiert werden.
Für eine verantwortungsvolle Traditionspflege sind drei Grundsätze wichtig: Erstens muss zwischen Quelle, Erinnerung und Legende unterschieden werden. Zweitens dürfen Arbeitsschutz, Brandschutz und Tierschutz nicht zugunsten einer vermeintlich authentischen Darstellung vernachlässigt werden. Drittens sollten regionale Besonderheiten erhalten bleiben, statt eine einheitliche romantische Vorstellung vom Dorfschmied zu verbreiten.
So wird Schmiedebrauchtum zu einem Lernfeld, in dem technische Kompetenz, historische Urteilskraft und gesellschaftliche Verantwortung zusammenkommen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Aufgabe gehörte typischerweise zur Arbeit einer ländlichen Dorfschmiede? (Reparatur und Schärfung landwirtschaftlicher Geräte) (!Herstellung von Keramikgefäßen) (!Verarbeitung von Flachs zu Leinen) (!Mahlen von Getreide)
Wie heißt der anerkannte Ausbildungsberuf, in dem heute viele klassische Schmiedetätigkeiten vermittelt werden? (Metallbauer oder Metallbauerin Fachrichtung Metallgestaltung) (!Dorfschmied oder Dorfschmiedin) (!Wagenschmied oder Wagenschmiedin) (!Zunftschmied oder Zunftschmiedin)
Wie lange dauert die reguläre Ausbildung in der Fachrichtung Metallgestaltung? (42 Monate) (!24 Monate) (!30 Monate) (!48 Monate)
Was bezeichnet der Fachbegriff Esse? (Die Feuerstelle einer Schmiede) (!Die Bahn des Ambosses) (!Das Maul einer Schmiedezange) (!Die Schneide eines Abschrots)
Was geschieht beim Strecken eines Werkstücks? (Es wird länger und sein Querschnitt wird kleiner) (!Es wird kürzer und sein Querschnitt wird größer) (!Es wird vollständig abgeschreckt) (!Es wird ohne Umformung poliert)
Welche Aussage zum Hufbeschlag ist richtig? (Er ist eine gesondert geregelte und staatlich anerkannte Qualifikation) (!Er darf ohne zusätzliche Kenntnisse von jedem Metallbauer ausgeführt werden) (!Er gehört ausschließlich zur Holzverarbeitung) (!Er betrifft nur die Herstellung von Wagenrädern)
Wie sind ländliche Schmiedebräuche fachlich zu beurteilen? (Sie unterschieden sich nach Region Konfession und Wirtschaftsform) (!Sie waren in allen europäischen Dörfern vollständig gleich) (!Sie bestanden nur aus religiösen Zeremonien) (!Sie entstanden ausschließlich nach der Industrialisierung)
Wer galt in vielen katholisch geprägten Regionen als Schutzpatron der Schmiede? (Eligius von Noyon) (!Johannes Gutenberg) (!Nikolaus Kopernikus) (!Albrecht Dürer)
Welche Entwicklung trug zum Rückgang vieler Dorfschmieden bei? (Mechanisierung der Landwirtschaft) (!Einführung des Buchdrucks) (!Verbreitung der Windmühle) (!Ausbau der Handschöpfpapierherstellung)
Wie lässt sich historisches Schmiedewissen heute verantwortungsvoll erhalten? (Durch dokumentierte Vorführungen Interviews und fachgerechte Museumsarbeit) (!Durch Verzicht auf Arbeitsschutz) (!Durch ungeprüfte Weitergabe jeder Legende) (!Durch Entfernung aller historischen Werkzeuge)
Memory
| Esse | Feuerstelle zum Erwärmen des Werkstoffs |
| Amboss | Massiver Gegenhalter beim Umformen |
| Schmiedezange | Sicheres Führen heißer Werkstücke |
| Zuschlaghammer | Schwerer Hammer für die Teamarbeit |
| Pflugschar | Schneidendes Bauteil eines Pfluges |
| Wagenschmied | Fachmann für eiserne Wagenteile und Radreifen |
| Eligius | Regional verehrter Schutzpatron der Metallberufe |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Hufbeschlag | Arbeit am Huf eines Pferdes |
| Radreifen aufziehen | Wagnerei und Wagenbau |
| Pflugschar schärfen | Landwirtschaftliche Geräte |
| Schmiedefeuer bedienen | Erwärmung des Werkstoffs |
| Zunftzeichen verwenden | Sichtbare Handwerksidentität |
Kreuzworträtsel
| Amboss | Welches massive Werkzeug dient beim Schmieden als Gegenhalter? |
| Esse | Wie heißt die Feuerstelle in einer Schmiede? |
| Eligius | Welcher Schutzpatron wird regional mit Schmieden verbunden? |
| Pflugschar | Welches Bauteil eines Pfluges wurde häufig geschärft? |
| Wagenschmied | Welcher Spezialist arbeitete an Radreifen und Wagenteilen? |
| Zunftzeichen | Wie heißt ein Erkennungszeichen eines historischen Handwerksverbands? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Werkzeugsteckbrief: Wähle ein historisches Schmiedewerkzeug und erstelle einen Steckbrief mit Fachbezeichnung, Aufbau, Funktion und Sicherheitsaspekt.
- Bildanalyse: Untersuche zwei eingebundene Schmiedebilder und beschreibe, welche Werkzeuge, Körperhaltungen und Arbeitsphasen erkennbar sind.
- Sprichwortanalyse: Erkläre die technische und übertragene Bedeutung des Satzes Das Eisen schmieden solange es heiß ist.
- Sicherheitscheck: Entwickle eine Checkliste für eine sichere Schmiedevorführung vor Publikum.
Standard
- Interview mit einem Schmied: Führe ein Interview mit einer Fachkraft aus Metallgestaltung, Hufbeschlag oder Restaurierung und vergleiche heutige Arbeit mit der historischen Dorfschmiede.
- Regionalvergleich: Recherchiere zwei historische Schmieden aus unterschiedlichen Regionen und vergleiche Aufgaben, Werkzeuge, Bauform und Brauchtum.
- Arbeitsablauf dokumentieren: Erstelle eine bebilderte Prozessbeschreibung für Strecken, Biegen oder Lochen und verwende die Fachbegriffe korrekt.
- Medienbeitrag: Produziere ein kurzes Erklärvideo oder eine Audioreportage über die Rolle der Schmiede im ländlichen Alltag.
Schwer
- Museumskonzept: Entwirf eine kleine Ausstellung zur Dorfschmiede mit Objektliste, Stationen, Sicherheitskonzept und Quellenangaben.
- Oral History: Plane ein Zeitzeugenprojekt über eine ehemalige Schmiede und entwickle Fragen zu Arbeit, Ausbildung, Kundschaft und regionalen Bräuchen.
- Restaurierungskonzept: Untersuche ein historisches geschmiedetes Objekt und formuliere ein Konzept für Dokumentation, Erhaltung und behutsame Restaurierung.
- Ausbildung und Kulturerbe: Entwickle ein Lernmodul, in dem Auszubildende eine historische Technik fachgerecht erproben und mit heutigen Normen, Werkstoffen und Schutzmaßnahmen vergleichen.


Lernkontrolle
- Funktionsanalyse Dorfschmiede: Erkläre anhand eines selbst gewählten Dorfes, warum Hufbeschlag, Gerätepflege und Wagenreparatur wirtschaftlich zusammenhingen.
- Technischer Transfer: Übertrage den Arbeitsgang Strecken auf ein modernes Bauteil und begründe Werkstoffwahl, Werkzeugfolge und Qualitätskontrolle.
- Quellenkritik: Vergleiche eine romantische Schmiededarstellung mit einem Museumsbericht und zeige, welche Aussagen belegt, vereinfacht oder fragwürdig sind.
- Berufsvergleich: Stelle die Tätigkeitsfelder Metallgestaltung und Hufbeschlag gegenüber und erkläre, warum unterschiedliche Qualifikationswege notwendig sind.
- Sicherheitsbeurteilung: Analysiere eine fiktive Schmiedevorführung mit offenem Publikumszugang und entwickle konkrete Verbesserungsmaßnahmen.
- Kulturerbeentscheidung: Entscheide begründet, welche Bestandteile einer stillgelegten Dorfschmiede erhalten werden sollten und wie Erfahrungswissen dokumentiert werden kann.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind folgende Leistungen wichtig:
- Du verwendest Fachbegriffe wie Esse, Amboss, Schmiedezange, Strecken, Stauchen und Feuerschweißen korrekt.
- Du erklärst die wirtschaftliche und soziale Funktion einer Dorfschmiede im ländlichen Raum.
- Du unterscheidest Dorfschmied, Wagenschmied, Feuerschmied und Hufbeschlagschmied.
- Du ordnest klassische Schmiedearbeiten dem heutigen Ausbildungsberuf Metallbauer beziehungsweise Metallbauerin Fachrichtung Metallgestaltung zu.
- Du belegst regionale Bräuche mit nachvollziehbaren Quellen und kennzeichnest Legenden als Legenden.
- Du berücksichtigst Arbeitsschutz, Brandschutz, Tierschutz und fachkundige Aufsicht.
- Du entwickelst eine eigenständige Transferleistung, etwa eine Dokumentation, ein Interview, ein Werkstückkonzept oder eine Ausstellung.
OERs zum Thema
- Wikipedia: Schmieden
- Wikipedia: Eligius von Noyon
- BIBB: Metallbauer und Metallbauerin Fachrichtung Metallgestaltung
- Hufbeschlaggesetz
- Hufbeschlagverordnung
- Fränkisches Freilandmuseum: Dorfschmiede aus Westheim
- LVR-Freilichtmuseum Lindlar: Schmiede
- Wikimedia Commons: Blacksmiths
- Wikimedia Commons: Saint Eligius
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