Schmiede-Grundlagen und Werkstatt – Die Schmiede-Welt mit Metallgrundlagen verbinden
Schmiede-Grundlagen und Werkstatt – Die Schmiede-Welt mit Metallgrundlagen verbinden

Dieser aiMOOC verbindet die Schmiedetechnik mit den Metallgrundlagen aus Werkstoffkunde, Wärmebehandlung und Fügetechnik. Du arbeitest mit kurzen Lerneinheiten, Bauteilbildern, Zeichnungen, Prozessvideos und einem durchgehenden Ausbildungsfall.
Zielgruppe: Ausbildung in Metallberufen und verwandten handwerklich-technischen Bildungsgängen.
Sicherheitsgrenze: Dieser Kurs vermittelt Planung, Beobachtung und fachliche Entscheidungen. Er ist keine Anleitung für unbeaufsichtigtes Schmieden. Praktische Demonstrationen und Werkstattarbeiten dürfen nur nach betrieblicher Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und unter fachlicher Anleitung stattfinden. Heiße Werkstoffe, offenes Feuer, Funken, Zunder, Rauch- und Verbrennungsabgase sowie Brandgefahren sind ausdrücklich zu berücksichtigen.
Einleitung
Beim Schmieden wirken Werkstoff, Temperatur, Kraft, Werkzeug und Fügeverfahren zusammen. Genau diese Verbindung ist im Ausbildungsalltag entscheidend: Ein Bauteil kann nur dann sicher hergestellt und beurteilt werden, wenn Du seine Werkstoffeigenschaften, die Wärmeführung, die Umformung, die Verbindung und die Gefährdungen gemeinsam betrachtest.
Der rote Faden des Kurses ist ein Ausbildungsfall: Eine Schmiedezange für Vierkantmaterial soll geplant, beurteilt und für eine fachlich angeleitete Werkstattübung vorbereitet werden. Du entscheidest über Anforderungen, Werkstoffkriterien, Wärmeführung, Gelenkfunktion, Prüfmerkmale und Sicherheitsfreigabe. Eine praktische Fertigung oder Heißerprobung erfolgt ausschließlich unter Aufsicht einer qualifizierten Fachkraft.
Kursfahrplan
| Lerneinheit | Schwerpunkt | Richtzeit | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 1 | Werkstatt und Arbeitsschutz | 10 Minuten | Gefahren erkennen und Startfreigabe beurteilen |
| 2 | Werkzeuge und Arbeitsbereiche | 10 Minuten | Funktionen von Esse, Amboss, Hammer und Zange zuordnen |
| 3 | Werkstoff Metall | 12 Minuten | Werkstoffwahl mit Eigenschaften begründen |
| 4 | Wärme und Warmumformung | 12 Minuten | Erwärmen und Wärmebehandeln unterscheiden |
| 5 | Schmiedeoperationen | 12 Minuten | Formänderungen fachsprachlich beschreiben |
| 6 | Fügen und Zangengelenk | 10 Minuten | Verbindungsart funktionsgerecht auswählen |
| 7 | Ausbildungsfall | 15 Minuten | Prozess- und Prüfentscheidung begründen |
| 8 | Industrietransfer | 10 Minuten | Freiform- und Gesenkschmieden vergleichen |
Bestandskurse gezielt wiederverwenden
Du musst die Metallgrundlagen nicht doppelt lernen. Nutze die vorhandenen Kurse jeweils dort, wo sie für eine Schmiedeentscheidung gebraucht werden.
| Frage aus der Schmiede | Passender Bestandskurs | Transfer in diesen Kurs |
|---|---|---|
| Welcher Werkstoff eignet sich? | Werkstoffkunde, Werkstoff Metall, Stahl | Eigenschaften, Kennzeichnung und Verarbeitbarkeit begründen |
| Was bewirkt Erwärmen? | Wärmebehandlung | Warmumformen von gezielter Eigenschaftsänderung unterscheiden |
| Wie werden Bauteile verbunden? | Werkzeuge zum Fügen, Schweißtechnik | Niet-, Schraub- und Schweißverbindungen funktionsbezogen vergleichen |
| Welche Umformprinzipien gibt es? | Schmiedetechnik | Recken, Stauchen, Biegen und weitere Grundoperationen einordnen |
Lerneinheit 1: Werkstatt sicher lesen

Eine Schmiedewerkstatt ist ein Arbeitsbereich mit mehreren gleichzeitig wirkenden Gefährdungen. Nach den Arbeitsschutzinformationen von BGHM und DGUV gehören dazu besonders heiße Werkstücke und Werkzeuge, Funken und Zunder, Brandgefahr, Rauch- und Verbrennungsabgase, Staub, Lärm sowie Quetsch- und Schlaggefahren.
Grundsatz: Ein Werkstück kann gefährlich heiß sein, auch wenn es nicht mehr sichtbar glüht.
| Gefährdung | Woran erkennst Du sie? | Sichere Entscheidung |
|---|---|---|
| Heiße Werkstoffe | Glühendes oder zuvor erwärmtes Werkstück | Nur mit geeignetem Arbeitsmittel und nach Unterweisung handhaben |
| Feuer und Funken | Esse, Funkenflug, glühender Zunder | Brennbares Material fernhalten und betriebliche Brandschutzregeln einhalten |
| Rauch und Abgase | Verbrennungsprodukte im Bereich der Feuerstelle | Absaugung und Lüftung vor Arbeitsbeginn prüfen |
| Zunder | Abplatzende Oxidschicht beim Erwärmen und Umformen | Augen- und Gesichtsschutz nach Gefährdungsbeurteilung verwenden |
| Lärm | Hammerschläge und Maschinen | Gehörschutz nach Unterweisung und Gefährdungsbeurteilung verwenden |
| Bewegte Maschinen | Schmiedehammer, Presse oder andere kraftbetriebene Einrichtung | Nur nach gesonderter Maschinenunterweisung und mit wirksamen Schutzeinrichtungen arbeiten |
Startfreigabe: Beginne keine praktische Schmiedearbeit, wenn Aufsicht, Unterweisung, wirksame Absaugung beziehungsweise Lüftung, erforderliche persönliche Schutzausrüstung oder betriebliche Brandschutzmaßnahmen fehlen. Melde Abweichungen der ausbildenden Fachkraft.
Wichtig: Eine FFP2-Maske kann bei bestimmten Staubarbeiten sinnvoll sein, ersetzt aber keine technische Erfassung von Rauch- oder Verbrennungsabgasen.
Beobachtungsauftrag: Notiere beim Video drei sichtbare Schutzmaßnahmen. Vergleiche sie anschließend mit der betrieblichen Unterweisung und den BGHM-/DGUV-Regeln.
Entscheidungsauftrag: Die Absaugung ist nicht funktionsfähig, sonst ist der Arbeitsplatz vorbereitet. Darf die praktische Übung beginnen? Begründe Deine Entscheidung.
Kurzfeedback Lerneinheit 1
Begründete Lösung: Nein. Rauch- und Verbrennungsabgase müssen wirksam erfasst beziehungsweise abgeführt werden. Persönliche Schutzausrüstung ersetzt eine fehlende technische Schutzmaßnahme nicht. Die Übung wird erst nach Behebung des Mangels und erneuter Freigabe begonnen.
Lerneinheit 2: Werkzeuge und Arbeitsbereiche

| Arbeitsmittel | Hauptfunktion | Entscheidende Beobachtung |
|---|---|---|
| Esse oder Schmiedeofen | Werkstück kontrolliert erwärmen | Wärmequelle, Abgasführung und Arbeitsbereich müssen betriebsbereit sein |
| Amboss | Werkstück abstützen und Formänderung ermöglichen | Arbeitsfläche und Stand müssen sicher sein |
| Hammer | Schlagenergie übertragen | Werkzeugzustand, Stiel beziehungsweise Maschine und Arbeitsraum prüfen |
| Schmiedezange | Werkstück in geeigneter Lage halten | Zange muss zur Werkstückform passen und sicher greifen |
| Absaugung | Rauch- und Abgase erfassen | Funktion vor Arbeitsbeginn prüfen |
Beobachtungsauftrag: Achte nur auf das Halten des Werkstücks. Welche Merkmale einer sicheren Werkstückführung kannst Du erkennen?
Entscheidungsauftrag: Eine Zange greift ein Werkstück nur an einer kleinen Kante und das Werkstück kann sich verdrehen. Entscheidung: weiterarbeiten oder stoppen?
Begründetes Feedback: Stoppen. Ein unsicher gehaltener heißer Gegenstand kann verrutschen oder herausfallen. Zange, Backenform und Werkstück müssen zueinander passen; die praktische Fortsetzung erfolgt erst nach fachlicher Korrektur.
Lerneinheit 3: Werkstoff Metall verstehen

Das Eisen-Kohlenstoff-Diagramm hilft, Zusammenhänge zwischen Zusammensetzung, Temperatur und Gefüge zu verstehen. Die hier verwendete Commons-Grafik dient der Orientierung; konkrete Prozesswerte werden aus freigegebenen Werkstoffdaten, betrieblichen Vorgaben oder Normunterlagen entnommen.
Merksatz: Nicht jeder Stahl reagiert beim Erwärmen, Umformen und Abkühlen gleich. Werkstoffwahl und Wärmeführung gehören deshalb zusammen.

An geätzten Schmiedeteilen lässt sich ein gerichteter Faser- beziehungsweise Werkstofffluss sichtbar machen. Das ist ein wichtiger Unterschied zu einer rein spanend erzeugten Form: Beim Schmieden wird die vorhandene Werkstoffstruktur durch plastische Umformung der Bauteilgeometrie folgend beeinflusst.
Beobachtungsauftrag: Verfolge im Bild den Verlauf der sichtbaren Struktur um die Bauteilkontur. Wo folgt sie der Form, wo ändert sie ihre Richtung?
Transferfrage: Warum reicht die Aussage „Stahl ist Stahl“ für eine Prozessentscheidung nicht aus?
Begründetes Feedback: Weil chemische Zusammensetzung, Gefüge, Ausgangszustand und Wärmegeschichte die Umformbarkeit und späteren Eigenschaften beeinflussen. Eine Werkstoffbezeichnung muss deshalb mit den zulässigen Prozessdaten verknüpft werden.
Lerneinheit 4: Wärme richtig einordnen

Beim Warmumformen wird ein Werkstoff erwärmt, damit er sich mit geringerem Formänderungswiderstand plastisch verformen lässt. Das ist nicht automatisch eine Wärmebehandlung im engeren Sinn.
| Vorgang | Ziel | Fachliche Entscheidung |
|---|---|---|
| Erwärmen zum Schmieden | Geeigneten Zustand für die Umformung herstellen | Zulässigen Arbeitsbereich aus Werkstoff- und Prozessvorgabe ableiten |
| Wärmebehandlung | Werkstoffeigenschaften durch definierten Temperatur-Zeit-Verlauf verändern | Verfahren nur mit passender Werkstoff- und Prozesskenntnis auswählen |
| Abkühlen | Temperatur nach dem Prozess verringern | Art und Geschwindigkeit nicht willkürlich wählen |
Glühfarben können in der Werkstatt eine Orientierung bieten. Sie ersetzen keine freigegebenen Temperatur- oder Prozessangaben. Beleuchtung, Oberfläche und Wahrnehmung beeinflussen den Farbeindruck.
Entscheidungsauftrag: Ein Werkstück „sieht heiß genug aus“, der Werkstoff ist aber nicht eindeutig identifiziert. Darf daraus allein die Freigabe zum Schmieden folgen?
Begründetes Feedback: Nein. Erst Werkstoffidentifikation und zulässige Prozessvorgabe schaffen eine fachliche Grundlage. Der Farbeindruck allein ist kein ausreichender Nachweis.
Lerneinheit 5: Formänderungen beobachten

| Grundoperation | Typische Formänderung |
|---|---|
| Recken | Länge nimmt zu, Querschnitt nimmt ab |
| Stauchen | Länge nimmt ab, Querschnitt nimmt zu |
| Breiten | Breite wird gezielt vergrößert |
| Biegen | Werkstückachse wird gekrümmt |
| Lochen | Öffnung wird durch plastische Umformung erzeugt |
Beobachtungsauftrag: Benenne im Video nur sichtbare Formänderungen. Beschreibe jeweils, was mit Länge, Breite oder Querschnitt geschieht. Übernimm keine Arbeitsschritte ungeprüft in die Praxis.
Entscheidungsauftrag: Ordne eine gezeigte Bewegung einer Grundoperation zu und begründe die Zuordnung über die Formänderung, nicht über den Namen des Werkzeugs.
Lerneinheit 6: Fügen und Zangengelenk


Eine Schmiedezange verbindet mehrere Funktionen: Die Backen greifen, die Schenkel übertragen Handkraft und das Gelenk muss eine kontrollierte Relativbewegung zulassen. Deshalb ist die Fügeverbindung keine Nebensache.
| Verbindung | Typische Eigenschaft | Frage für den Ausbildungsfall |
|---|---|---|
| Nietverbindung | Kann als dauerhaftes, bewegliches Gelenk ausgeführt werden | Ist Beweglichkeit im Gelenk erforderlich? |
| Schraubverbindung | Lösbar und einstellbar | Ist lösbare Wartung wichtiger als die klassische Bauweise? |
| Schweißverbindung | Stoffschlüssig und in der Regel starr | Würde eine starre Verbindung die Gelenkfunktion verhindern? |
Entscheidungsauftrag: Warum wäre eine starre Schweißverbindung genau an der gewünschten Drehstelle einer klassischen Zange meist ungeeignet?
Begründetes Feedback: Weil das Gelenk seine Relativbewegung verlieren würde. Die Verbindungsart wird aus der Bauteilfunktion gewählt, nicht nur danach, welches Fügeverfahren verfügbar ist.
Lerneinheit 7: Ausbildungsfall Schmiedezange
Auftrag: Für eine Ausbildungswerkstatt soll eine Schmiedezange geplant werden, die ein Vierkantwerkstück sicher aufnehmen kann. Du erstellst keine Selbstbauanleitung, sondern eine fachliche Entscheidungs- und Prüfunterlage.
| Entscheidungspunkt | Leitfrage | Nachweis |
|---|---|---|
| Funktion | Welche Bereiche greifen, führen und bewegen? | Funktionsskizze mit Backe, Schenkel und Gelenk |
| Werkstoff | Welche Eigenschaften sind für Umformung und spätere Nutzung erforderlich? | Begründete Werkstoffkriterien |
| Wärme | Welche Angaben müssen vor dem Erwärmen bekannt sein? | Werkstoffidentifikation und freigegebene Prozessdaten |
| Fügen | Welche Verbindung erhält die Gelenkbewegung? | Vergleich von mindestens zwei Fügeverfahren |
| Sicherheit | Welche Bedingungen müssen vor Praxisbeginn erfüllt sein? | Startfreigabe mit Aufsicht, Absaugung, Brandschutz und PSA |
| Prüfung | Woran erkennst Du eine grundsätzlich geeignete Zange? | Sicherer Sitz am kalten Prüfkörper, freie Gelenkbewegung und keine sichtbaren Schäden |
Praxisgrenze: Erst nach Kontrolle durch die ausbildende Fachkraft dürfen eine praktische Fertigung und insbesondere eine Heißerprobung erfolgen. Es gibt keine unbeaufsichtigten Versuche.
Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall
| Hilfe | Impuls |
|---|---|
| Stufe 1 | Beginne mit der Funktion: Was muss greifen, was muss sich bewegen, was muss Kraft übertragen? |
| Stufe 2 | Verbinde jede Funktion mit einem Risiko: Verrutschen, Überhitzung, starres Gelenk, Riss, fehlende Absaugung. |
| Stufe 3 | Erstelle eine Entscheidungsmatrix mit den Kriterien Funktion, Werkstoff, Prozess, Prüfbarkeit und Arbeitsschutz. |
Lerneinheit 8: Von der Werkstatt zum Gesenkschmieden
Beim Gesenkschmieden wird die Form des Werkstücks wesentlich durch ein Gesenk bestimmt. Beim Freiformschmieden entsteht die Form dagegen stärker durch die Kombination einzelner Umformschritte und Werkzeugbewegungen.


Beobachtungsauftrag: Vergleiche Skizze, Schmiedeteil und fertiges Bauteil. Welche Geometrien sprechen für hohe Anforderungen an Werkzeugform, Prozessführung und Materialfluss?
Transfer: Die Grundfragen bleiben in Handwerk und Industrie ähnlich: Welcher Werkstoff? Welche Temperatur? Welche Umformung? Welche Verbindung? Welche Prüfung? Welche Schutzmaßnahmen?
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben mit Feedback
Basis
Aufgabe 1: Ordne Esse, Amboss, Hammer, Zange und Absaugung jeweils einer Hauptfunktion zu.
Begründetes Feedback: Die Esse beziehungsweise der Schmiedeofen erwärmt, der Amboss stützt und formt mit, der Hammer überträgt Umformenergie, die Zange hält das Werkstück und die Absaugung erfasst Rauch- beziehungsweise Abgase. Die Zuordnung ist wichtig, weil aus jeder Funktion eigene Gefährdungen und Prüfungen folgen.
Aufgabe 2: Erkläre den Unterschied zwischen Recken und Stauchen über die Veränderung von Länge und Querschnitt.
Begründetes Feedback: Beim Recken nimmt die Länge zu und der Querschnitt ab. Beim Stauchen ist es umgekehrt. Entscheidend ist die beobachtete Formänderung.
Anwendung
Aufgabe 3: In der Werkstatt ist die Absaugung ausgefallen. Alle übrigen Schutzmaßnahmen sind vorhanden. Entscheide über den Start der Schmiedeübung.
Begründetes Feedback: Kein Start. Bei einem sicherheitsrelevanten technischen Schutzsystem darf eine fehlende Funktion nicht durch bloße Vorsicht oder persönliche Schutzausrüstung kompensiert werden.
Aufgabe 4: Eine Zange hält ein heißes Vierkantwerkstück nur punktuell und das Werkstück dreht sich. Welche fachliche Reaktion ist richtig?
Begründetes Feedback: Arbeit stoppen und die Werkstückhaltung fachlich korrigieren. Mehr Kraft auf eine ungeeignete Zange löst das Passungsproblem nicht zuverlässig.
Transfer
Aufgabe 5: Ein Auszubildender schlägt vor, ein bewegliches Zangengelenk vollständig zu verschweißen, weil Schweißen „stabiler“ sei. Beurteile die Aussage.
Begründetes Feedback: Stabilität allein ist nicht das Ziel. Das Gelenk muss seine Bewegungsfunktion behalten. Ein Fügeverfahren ist dann geeignet, wenn es Funktion, Belastung, Fertigung und Prüfung gemeinsam erfüllt.
Aufgabe 6: Ein unbekanntes Stahlstück zeigt eine kräftige Glühfarbe. Darf daraus eine sichere Schmiedetemperatur abgeleitet werden?
Begründetes Feedback: Nein. Ohne Werkstoffidentifikation und freigegebene Prozessdaten ist die Glühfarbe kein ausreichender Nachweis. Sie kann nur eine zusätzliche Orientierung sein.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Bedingung muss vor einer praktischen Schmiedeübung erfüllt sein? (Funktionierende Schutzmaßnahmen und fachliche Freigabe) (!Nur ein sichtbar glühendes Werkstück) (!Ein besonders schwerer Hammer) (!Eine möglichst dunkle Werkstatt)
Warum lässt sich erwärmter Stahl beim Schmieden häufig leichter plastisch verformen? (Der Formänderungswiderstand ist im geeigneten Temperaturbereich geringer) (!Der Stahl wird grundsätzlich flüssig) (!Die Masse des Werkstücks verschwindet) (!Der Kohlenstoff wird vollständig entfernt)
Was ist Zunder? (Eine Oxidschicht auf heißem Metall) (!Ein Schmierstoff für das Zangengelenk) (!Eine Holzart für Hammerstiele) (!Ein Messgerät für Temperatur)
Welche Formänderung kennzeichnet das Recken? (Die Länge nimmt zu und der Querschnitt ab) (!Die Länge nimmt ab und der Querschnitt zu) (!Das Werkstück wird ohne Formänderung gekühlt) (!Zwei Bauteile werden stoffschlüssig verbunden)
Welche Hauptfunktion hat eine Schmiedezange? (Das Werkstück sicher in geeigneter Lage halten) (!Die Temperatur des Werkstücks messen) (!Die Abgase aus der Werkstatt filtern) (!Das Werkstück elektrisch härten)
Warum ist eine wirksame Absaugung an der Schmiedefeuerstelle wichtig? (Sie erfasst Rauch und Verbrennungsabgase) (!Sie macht den Amboss härter) (!Sie ersetzt den Gehörschutz) (!Sie vergrößert den Werkstückquerschnitt)
Was unterscheidet Erwärmen zum Schmieden von einer gezielten Wärmebehandlung? (Das Ziel des Prozessschritts) (!Die Farbe der Werkstattwand) (!Die Länge des Hammerstiels) (!Die Anzahl der Zuschauer)
Warum muss die Fügeverbindung einer Schmiedezange zur Bauteilfunktion passen? (Weil das Gelenk die notwendige Beweglichkeit behalten muss) (!Weil jede Verbindung immer lösbar sein muss) (!Weil Schweißen grundsätzlich verboten ist) (!Weil Nieten keine Kräfte übertragen können)
Was ist bei einem nicht eindeutig identifizierten Stahl richtig? (Prozesswerte erst nach Werkstoffklärung festlegen) (!Nur nach der Glühfarbe entscheiden) (!Immer sofort in Wasser abschrecken) (!Unabhängig vom Werkstoff dieselbe Temperatur verwenden)
Was ist zu tun, wenn Aufsicht oder notwendige Schutzmaßnahmen fehlen? (Die praktische Arbeit nicht beginnen) (!Die Arbeit schneller durchführen) (!Nur einen kleineren Hammer verwenden) (!Das Werkstück ohne Zange halten)
Memory
| Amboss | Arbeitsunterlage für die Umformung |
| Esse | Wärmequelle zum Erwärmen |
| Schmiedezange | Werkstück sicher halten |
| Recken | Länge vergrößern und Querschnitt verkleinern |
| Zunder | Oxidschicht auf heißem Metall |
| Nietgelenk | Bewegliche dauerhafte Verbindung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Werkstoffwahl | Eigenschaften und Verarbeitbarkeit begründen |
| Erwärmen | Geeigneten Zustand für die Warmumformung herstellen |
| Recken | Länge vergrößern und Querschnitt verringern |
| Nieten | Mechanische Verbindung für ein bewegliches Gelenk ermöglichen |
| Absaugung | Rauch und Verbrennungsabgase erfassen |
Kreuzworträtsel
| Amboss | Welche massive Arbeitsunterlage nimmt beim Schmieden Schläge auf? |
| Zunder | Wie heißt die Oxidschicht, die sich auf heißem Stahl bilden kann? |
| Recken | Wie heißt die Grundoperation, bei der ein Werkstück länger und dünner wird? |
| Absaugung | Welche technische Einrichtung erfasst Rauch und Abgase an der Entstehungsstelle? |
| Werkstoff | Welcher Begriff bezeichnet das Material eines Bauteils? |
| Nietung | Welche mechanische Fügeverbindung kann bei einer Zange ein Gelenk bilden? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Gefährdungskarte: Markiere auf einer selbst gezeichneten Schmiedewerkstatt sechs Gefahrenstellen und ordne jeder Stelle eine Schutzmaßnahme zu.
- Werkzeug-Steckbrief: Erstelle einen kurzen Steckbrief zu Amboss, Hammer, Zange oder Esse mit Funktion, möglichem Fehler und sicherer Reaktion.
- Zangenskizze: Zeichne eine Schmiedezange schematisch und kennzeichne Backen, Schenkel und Gelenk.
- Prozessbeobachtung: Wähle eines der eingebetteten Videos und protokolliere nur sichtbare Formänderungen, Werkstückhaltung und Schutzmaßnahmen.
Standard
- Werkstoffentscheidung: Formuliere fünf Kriterien, mit denen Du einen geeigneten Werkstoff für eine Schmiedezange beurteilen würdest.
- Verbindungsmatrix: Vergleiche Nieten, Schrauben und Schweißen für ein bewegliches Zangengelenk und begründe eine Auswahl.
- Startfreigabe: Entwickle eine kurze Prüfliste für die Entscheidung „Werkstattübung starten oder stoppen“.
- Prüfplan: Lege Kriterien fest, mit denen eine fertiggestellte Zange zunächst an einem kalten Prüfkörper bewertet werden kann.
Schwer
- Ausbildungsauftrag planen: Erstelle eine Prozesskarte vom identifizierten Werkstoff bis zur abschließenden Prüfung. Praktische Schritte dürfen nur als unterwiesene Werkstattarbeit vorgesehen werden.
- Fehlerfall untersuchen: Analysiere den Fall „Das Werkstück verdreht sich in der Zange“ mit den Kategorien Ursache, Risiko, Sofortentscheidung und nachhaltige Abhilfe.
- Industrietransfer: Vergleiche die Werkstoff- und Prozessfragen beim handwerklichen Freiformschmieden mit einem industriell gesenkgeschmiedeten Pleuel.
- Demonstration planen: Entwirf für eine Fachkraft eine fünfminütige Demonstration zum sicheren Beobachten einer Warmumformung. Plane Rollen, Sicherheitsabstand, Absaugung, Abbruchkriterien und Nachbesprechung; führe sie nicht unbeaufsichtigt durch.


Lernkontrolle
- Zusammenhang erklären: Erkläre, wie eine falsche Werkstoffannahme nacheinander Wärmeführung, Umformung, Fügeverbindung und Bauteilsicherheit beeinflussen kann.
- Schutzmaßnahmen bewerten: In einer Werkstatt sind Schutzbrille und Gehörschutz vorhanden, die Absaugung ist jedoch defekt. Begründe anhand des Schutzprinzips, warum die Übung nicht starten darf.
- Funktionsgerechtes Fügen: Vergleiche Niet-, Schraub- und Schweißverbindung für ein bewegliches Gelenk und begründe Deine Entscheidung über die Funktion statt über persönliche Vorlieben.
- Informationslücke beurteilen: Ein Materialrest ist nicht eindeutig gekennzeichnet. Entwickle eine fachlich vertretbare Vorgehensweise, bevor Prozesswerte festgelegt werden.
- Fehlerbild übertragen: Eine Zange greift einen kalten Prüfkörper sicher, klemmt aber im Gelenk. Beurteile, ob sie für die Heißarbeit freigegeben werden sollte, und begründe.
- Transfer zur Industrie: Erkläre, welche Lernziele aus dem Ausbildungsfall Schmiedezange auch für ein gesenkgeschmiedetes Fahrzeugbauteil gelten.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du:
- Werkstoffentscheidungen mit Eigenschaften und Prozessanforderungen begründen kannst.
- Erwärmen und Wärmebehandeln fachlich unterscheiden kannst.
- Grundoperationen über ihre Formänderung erklären kannst.
- Fügeverfahren funktionsbezogen vergleichst.
- Gefährdungen durch Hitze, Feuer, Funken, Zunder, Rauch, Abgase, Lärm und bewegte Maschinen erkennst.
- Prüfkriterien für Werkstückhaltung, Gelenkfunktion und sichtbare Schäden formulieren kannst.
- Start-, Stopp- und Freigabeentscheidungen fachlich begründest.
Quellen- und Medienprüfung
Fachquellen, geprüft am 06.10.2026:
- BGHM: Arbeitsschutz Kompakt Nr. 118 – Schmiedeessen
- BGHM: Arbeitsschutz Kompakt Nr. 140 – Ambosse
- BGHM: Arbeitsschutz Kompakt Nr. 129 – Schmiedehammer
- DGUV: Themenfeld Manuelles Schmieden
- DGUV FBHM-106: Sicherer Betrieb von Gasschmiedeöfen
Medienrechte: Die verwendeten Commons-Dateien wurden auf vorhandene Dateiseiten und freie Lizenzangaben geprüft. Dazu gehören unter anderem CC0 beziehungsweise Public Domain, CC BY sowie CC BY-SA; bei einzelnen älteren Commons-Dateien ist zusätzlich die GFDL angegeben. Maßgeblich bleiben die jeweiligen Lizenz- und Urheberangaben auf der Commons-Dateiseite.
– Commons, CC BY-SA 2.0
– Commons, gemeinfrei beziehungsweise CC0
– Commons, CC0
– Commons, CC BY 3.0
– Commons, CC0
– Commons, CC BY-SA 4.0
– Commons, CC BY-SA 2.5
– Commons, CC0
– Commons, CC BY-SA 3.0 und GFDL– Commons, CC BY-SA 3.0 und GFDL
– Commons, CC BY-SA 3.0 und GFDL
– Commons, CC BY-SA 3.0 und GFDL
YouTube-Hinweis: Die Videos werden nur über die Plattform eingebettet und nicht als freie OER-Lizenz ausgegeben. Für diesen Kurs werden ausschließlich beobachtbare Lernaspekte genutzt. Sicherheitsentscheidungen werden gegen die genannten BGHM-/DGUV-Quellen und die örtliche Gefährdungsbeurteilung geprüft. Wird ein Video entfernt oder die Einbettung durch den Rechteinhaber deaktiviert, ist es nicht weiter verfügbar.
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